Doch kein Mainstream! „Lord Of The Lost“ belegen beim ESC den letzten Platz

Die Deutschen sind Niederlagen beim Eurovision Song Contest (ESC) mittlerweile gewohnt. Aber die schallende Ohrfeige, die sich „Lord Of The Lost“ gestern in Liverpool abgeholt haben, konnte man in ganz Europa hören. Ihr Song „Blood & Glitter“ landete hinter Gastgeber Großbritannien und Serbien auf dem letzten Platz. Loreen aus Schweden überzeugte vor allem Jurys und konnte im abschließenden Zuschauervoting den Sieg für sich verbuchen. Ich hätte da auch noch eine gute und ein schlechte Nachricht.

Die schlechte Nachricht

Eine bittere Niederlage, die „Lord Of The Lost“ gestern Abend einstecken mussten. Chris Harms war die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben, als die Band im abschließenden Zuschauer-Voting nur 15 Punkte bekam. Das tapfere Lächeln im Fokus der Kameras wirkte gequält. Und auch wenn ich nicht zu den Fans der Band gehöre und wir auch ausdiskutiert haben, dass sie mit Gothic eigentlich nicht viel zu tun haben, ist dieses Ergebnis nicht richtig. Warum der schwache schwedische Song gewonnen hat, ist mir ebenso schleierhaft, wie die Wertungen der Jurys und des Publikums. Ich sags Euch. Das war wegen des Wortes „Blood“ im Titel des Songs! :-) Der ehrenwerte Peter Urban, die deutsche Stimme des ESC, der gestern zum letzten mal dabei war, fand klare Worte.

Die gute Nachricht

„Lord Of The Lost“ sind offenbar doch kein Mainstream! Ich meine, der schwache schwedische Song markiert einen europäischen Geschmack, den die Hamburger überhaupt nicht bedienen. Goth sei Dank! So jubeln die Fans, die „Lord Of The Lost“ auf dem Wave-Gotik-Treffen 2023 an Pfingsten sehen wollen, traurigen „Verlorenen“ zu. Wenn das mal nicht gruftig ist!

Ich meine, was hätte das auch für ein Licht auf Szene und WGT geworfen, wenn wahrhaftige ESC-Gewinner in den düsteren Hallen der AGRA aufgetreten wären? :-) Ebenfalls positiv ist, dass ich mit der Entscheidung in Liverpool dann endlich doch einschlafen konnte, nachdem ich im auslaufenden Nachtschichtmodus mit einer penetranten Wachheit kämpfen musste.

Immerhin sorgte eine Kommentatorin bei diesem Artikel noch in der Nacht für die „Erklärung“ dieser Niederlage:

 

 

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Matthias
Matthias(@marquis)
Vor 1 Jahr

Beim ESC kann ich (eigene Empfindung) viel Murks erleben, habe aber noch keine satanisten Zeugs gesehen. Ich hatte die Sendung auch nicht in der Klappse, sondern daheim geschaut.

Warum ich mich nur wundere, der letze Platz? So schlecht ist die Band oder der Song doch nicht.

das H.Gen
das H.Gen(@hagen)
Vor 1 Jahr

Lord of the Lost = Lord of the Looser? Nein bestimmt nicht! Die Jungs haben viel gearbeitet für ihren Auftritt beim ESC. Um die 100 Promoveranstaltungen und sogar kleine Auftritte in Liverpool haben die Musiker hinter sich. Damit haben sie bestimmteren ihren Bekanntheitsgrad gesteigert. Allerdings muss ich wirklich sagen, dass es gesanglich nicht rund war. Da waren ander Interpreten wesentlich besser. Und Schweden hat nun mal einen Star mit Hitschreibmaschine im Hintergrund ins rennen geschickt. Für mich war sie von Anfang an die Favoritin auch wenn es dieses mal wirklich schwer war Beiträge zu finden die besonders herausstachen außer der lustige Auftritt der Kroaten. Positiv bleibt zu vermerken, der ESC wird qualitativ besser. Ich kann mich an Zeiten erinnern wo nicht ein Interpret*in überhaupt `nen Ton getroffen hat und nur Balladen dahin gesülzt wurden. Fazit: Rock & Co passen nicht zu diesem Mainstream-Format. Und wir „Satanisten“ schon gar nicht.

Oh, der Wärter kommt, schönen Gruß aus der Phsychiatrie :-)

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von das H.Gen
Lox
Lox (@guest_62658)
Vor 1 Jahr

Sei gegrüßt,

Zu Frau Igenhof, was für ein Kommentar. Oder war dieser teilweise ein Erlebnisbericht ? *haupt senke* Doch etwas schlechtes wünsche ich ihr nicht. Die Szene ist und bleibt heterogen und mit Nägeln und Samtschnüren zusammen gehalten. Wäre alles gleich würden wir wohl irgendwann nur noch whitenoises vernehmen, bis uns die Schädel bersten unter dem leisem rauschen

Jetzt weiß ich jedoch nicht was schlimmer ist. Die vorhersagbare Niederlage, oder ob ich vorsorglich zum Psychiater zu gehen habe, falls mich die Musik krank macht ? Es wirkt bedrohlich, auf mich. Denn ich habe wohl hellseherische Kräfte entwickelt.

Nun es war absehbar das es nichts wird mit einem Sieg. Die Grundidee des Contest, Europa mittels Kunst hier, mit Musik zu einigen, ist gut. Der Rest ist einfach Sonderbar.

Vielleicht sollte Deutschland beim nächsten mal mit einem minimalistischen Lied, im Tone des Testbildes antreten ? DÜÜÜÜÜT unterbrochen DÜTT und gut. Mit einem Schild auf dem steht. „Wir üben noch.“

Mit dunklen Gruß, Lox

Gruftwurm
Gruftwurm(@christian)
Vor 1 Jahr

Vorab bitte ich um Verzeihung, aber für den ESC oder Lord of the Lost teile ich wenig Sympathien.
Aber Dank unseres kleinen „satanistischen News Blog“ Spontis, wird man immer fleißig auf den neuesten Stand gebracht. :-)
Durch andere öffentliche Quellen habe ich über den letzten Platz erfahren, und war dennoch recht überrascht. Denn wie auch meine Satansjünger/innen in den Kommentaren berichten, war der Song nicht unterste Schublade und hätte eine bessere Bewertung verdient.
Grundsätzlich habe ich wenig Vertrauen in das Bewertungsverfahren des ESC, und meine persönliche Einschätzung geht es dabei nicht immer nur um die musikalische Darbietung.
Ich möchte hier an die Hardrock-Band Lordi erinnern, die mit ihren recht entzückenden dämonischen Kostümen das ESC 2006 gewannen. Dagegen sehen Lord of the Lost viel romantisch düsterer und sinnlicher aus und hätten dafür schon einige Punkte mehr kassieren können.
Trotz dieser kleinen Niederlage, wird LOTL die Gewinner vieler dunkler Herzen sein und durch diese Möglichkeit eine große Reichweite und Anhängerschaft erreicht haben. Es sei Ihnen gegönnt.
Aber auch Spontis hat durch die fleißige Berichterstattung seinen Bekanntheitsgrad in streng christlichen Kreisen und Exorzismuszentren besten erweitern können, zuletzt sogar in einer fragwürdiger Berliner Presseagentur.
Dazu gratuliere ich recht herzlich und das wir bei dem Thema Gothic und Mainstream langsam einen Hacken setzen können.

Vielleicht darf ich heute die Gummizelle verlassen, sodass man sich beim Bingo in der Kantine sieht und über die Studien dieser von Frau Ilgenhof erwähnten Experten diskutieren können. :-)

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Gruftwurm
Gruftwurm
Gruftwurm(@christian)
Antwort an  Robert
Vor 1 Jahr

Jedenfalls Danke für die Mühe und das Du uns damit auf den laufenden gehalten hast. Ich denke ohne Spontis hätte ich davon nicht viel erfahren. :P Und geschmacklich sind wir da wohl auf einer Linie.

Red
Red (@guest_62667)
Vor 1 Jahr

Wir können doch zum ESC schicken wen wir wollen – Klatsche garantiert. Außer vielleicht, es wird eine gigantomanische Werbemaschinerie aufgezogen wie von Raab damals mit Lena Meyer-Landrut. Der Rest war teilweise urkomisch anzusehen und zu hören. Das wir hinter dem polnischen Song landeten, der nur auf Grundschulniveau geträllert wurde – geschenkt.
Kommentar Frau Ilgenhof: don´t feed the troll. Solche Kommentare machen MICH krank ;-) Falls dies ernst gemeint war würden mich die Quellen dieser „vielen Experten“ interessieren. BILD etwa? Kirchenzeitschrift?
Liebe Grüße

Margarine Tyrell
Margarine Tyrell (@guest_62669)
Vor 1 Jahr

Ich bin kein Fan von Lord Of The Lost, aber der letzte Platz war definitiv unverdient, um nicht zu sagen schockierend. Ich sah sie von Anfang an irgendwo zwischen unten und Mitte. Nachdem ich die anderen Beiträge gesehen hatte, eher in der Mitte. Ich sah sie nie als Gewinner, dafür waren sie auch einfach zu sehr Måneskin-like, aber noch viel weniger sah ich sie auf dem allerletzten Platz. UK und Polen sollen besser gewesen sein als Lord Of The Lost?!? Hanebüchen! Aber: Nur zwei Plätze höher lag Serbiens Luke Black, der auch nicht schlecht war, wenn auch sehr Eurovision-untypisch. Die Schweiz mit toller Stimme und sehr typischer Eurovision-Ballade landete wiederum ebenfalls ziemlich weit unten. Die Wege des Eurovision, sie scheinen unergründlich…

Markus
Markus (@guest_62683)
Vor 1 Jahr

Der „Meister“ Guildo Horn himself hat nach dem erneuten, miesen Abschneiden eines deutschen Interpreten beim diesjährigen ESC tatsächlich vorgeschlagen, in den nächsten Jahren auf die weitere Teilnahme am ESC zu verzichten und die damit gesparten, nicht unerheblichen Kosten (alleine die Startgebühr für den Act beträgt € 400.000!!!) einem wohltätigen Zweck zu spenden. Das wär‘ doch mal sinnvoll?! Aber keine Panik liebe ESC-Fanatiker, der verantwortliche norddeutsche Rundfunk hat dies sofort zurückgewiesen.

Schon fragwürdig, das die Bundesrepublik Teil der sogen. „Big Five“ ist und damit einer der größten Geldgeber des ESC (aus unseren Rundfunkgebühren) und zur Belohnung für soviel Initiative und Ambition gern mal mit dem letzten Platz bedacht wird… *feix*

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Markus
Margarine Tyrell
Margarine Tyrell (@guest_62687)
Antwort an  Robert
Vor 1 Jahr

So schlimm wäre das meiner Meinung nach gar nicht. Italien, einer der anderen fünf grossen Geldgeber, hat auch jahrelang ausgesetzt. Warum genau, weiss ich nicht, aber Deutschland schien bis dieses Jahr das „Game of Eurovision“ nicht zu verstehen, und dieses Jahr wurde sich mal etwas getraut und man landete trotzdem wieder auf dem allerletzten Platz. Und 400.000 € sind 400.000 €. Damit lässt sich definitiv Sinnvolleres anstellen.

Ich möchte mich keineswegs in den „Alle wollen Deutschlands Geld, aber zurückgeben will keiner etwas“-Chor einreihen. Das ist einfach nicht meins. Das würde ja bedeuten, man könne sich Punkte und dergleichen quasi erkaufen / erpressen. Ganz falscher Weg. Aber ich bleibe dabei: Der allerletzte Platz für Lord Of The Lost bei „Konkurrenten“ wie UK, Polen oder auch der so genannten „Unterhosenband“ ist hanebüchen! Und gerade in Schweden wurde beim Einspieler von Lord Of The Lost direkt vor ihrem Auftritt beim Finale gesagt, sie seien „ein wenig von Måneskin inspiriert“. Das sehe ich persönlich zwar genauso, aber von Kommentatoren des öffentlich-rechtlichen Fernsehens erwarte ich da doch mehr Neutralität und Professionalität. Nach der Performance von Alessandra mit „Queen Of Kings“ für Norwegen wurde ihr Song doch tatsächlich „Run To The Hills“ genannt, nach dem Klara-Hammarström-Lied, von dem Alessandra abgekupfert haben soll. Again: Mehr Neutralität und Professionalität, bitteschön. Da fragt man sich schon, ob Ähnliches auch in anderen Ländern vorgefallen ist und so das Publikum beeinflusst hat. DAS fände ich peinlich und kindisch.

Gruftwurm
Gruftwurm(@christian)
Antwort an  Robert
Vor 1 Jahr

Eines muss ich mal los werden, es ist wirklich faszinierend, wie Du die Dinge betrachtest und damit experimentierst. Durch die Berichterstattung und erfassten Kommentare, kann man sich ein gutes Gesamtbild schaffen. ;)

Ich habe mir mal die Mühe gemacht und recheriert, wie die ESC Ergebnisse in den letzten zwei Jahren waren. Die Ergebnisse für Deutschland waren auch da recht katastrophal. Im Jahr 2022 Platz 25 mit 6 Punkten und 2021 ebenfalls Platz 25 mit 3 Punkten. Lord of the Lost haben mit Platz 26 insgesamt 18 Punkte erreicht. Also lag es wirklich nur an der Musik oder Auftritt von Lord of the Lost? Oder ist Deutschland wirklich so unbeliebt, wie es die Presse berichtet?
I don’t know..

Nancy
Nancy(@nancy)
Vor 1 Jahr

Chris Harms & Co. haben sich mit dem Auftritt keinen Gefallen getan. Allein das Outfit!

Uwi
Uwi (@guest_63800)
Vor 9 Monate

Na Goth sei Dank! Beim Amphi Festival haben sie jedenfalls in gewohnter Manier gerockt. Schickt halt Unheilig zum nächsten ESC – aber ach weh, der Graf ist ja mittlerweile in Vorruhestand, sowas blödes aber auch :D

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