Top 10 der außergewöhnlichsten Sängerinnen (2)

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#5 Dolores O’Riordan (The Cranberries)

Die 1971 in Irland geborene Sängerin Dolores O’Riordan ist den meisten als Frontfrau der Band The Cranberries bekannt. Mit ihrem Album Need to Argue erreichten sie in Europa Kultstatus und trafen mit ihrer Musik und den Texten Zeitgeist und Weltanschauung der damaligen Generation ins Schwarze.  Ihre Stimme und die Musik der Iren spielt mit Folkeinflüssen und dem charismatischen Gesang der 37-jährigen.  Vor allem ihr Song Zombie ist in Kraft in der Musik und dem Text nicht mehr zu überbieten. Seit 1994 ist sie mit Don Burton ihrem ehemaligen Tourmanager verheiratet und hat vier Kinder. Als im September 2003 ihre Schwiegermutter schwer erkrankt, trennt sie sich von den Cranberries um sich um sie zu kümmern. Kurz darauf verstirbt die Schwiegermutter. Dolores O’Riordan ist heute auf Solopfaden unterwegs, konnte aber bislang nicht an die Erfolge, die sie zusammen mit den Cranberries feiern konnte anknüpfen. Wie 2008 bekannt wurde, möchte die Band eine EP veröffentlichen und 2009 auf Welttournee gehen.

#4 Sandra Nasic (Guano Apes)

Die im schönen Göttingen geborene Sängerin und ehemalige Frontfrau der Guano Apes ist schon ein Früchtchen, obowohl ihre musikalischen Wurzeln im Punk liegen, sieht sie nicht so aus, ein schönes Beispiel dafür, Menschen nicht nach ihrer äußeren Erscheinung zu beurteilen, aber das nur am Rande. Betrachtet man sie ganz nüchtern, sieht sie aus wie das nette Mädchen von nebenan das keiner Fliege etwas zu Leide tun kann. Mit Sicherheit ist sie das auch, aber ihre Stimme verleiht so manchen Song eine Form von weiblicher Aggressivität die ich bei vielen anderen energiegeladenen Sängerinnen vermisse.

Sicher, ihre stimmliche Darbietung würde sicherlich an jeder Gesangsschule negativ auffallen, aber genau das unterscheidet sie von gecasteten Stimmwundern, die persönliche Note, denn nur Sandra Nasic klingt wie Sandra Nasic. Nach dem sie 10 Jahre lang mit den Guano Apes Erfolge feierte, machte sie sich auf Solo Pfaden breit und lieh ihre Stimme an verschiedene Projekte. Ein schönes Beipsiel ist ihre Mitwirkung bei Apocalypticas Lied Path II. Ihr Soloalbum konnte sich bei mir nicht wirklich durchsetzen, es klingt mehr nach ausprobieren als nach Stil. Obwohl einige Stücke recht gut sind, reichen sie für mich über ein Mittelmaß nicht hinaus.

#3 Cyndi Lauper

Als es in den 80er mit der aufkommenden New Wave Bewegung bunt wurde, haben sich zwei Gestalten durch ihre Präsenz in meinem Gedächtnis eingebrannt. Boy George würde sicherlich in gewissen Maße als Frau durchgehen, doch ich spreche mehr von Cyndi Lauper. Die mittlerweile 56-jährige Sängerin hat ein ganzes Kapitel weiblich geprägter Musik geschrieben. Obwohl schon seit 1977 musikalisch aktiv, gelang ihr erst 1983 mit Girls just want to Have fun der kommerzielle Durchbruch. Ihre Stimme klingt auch heute noch wie die einer frechen Göre aus dem Einwandererviertel in Queens in dem sie aufwuchs. Das rauhe in ihrer Stimme gibt dem Ausdruck der Stücke das gewisse etwas und verleiht ihr auch heute noch ein 20 Jahre jüngeres Image.

Ihr Outfit war schrill und bunt, ein Trend den auch andere Künstler dieser Zeit aufgriffen. Madonna ist eine der populäreren. Obwohl sie nie wieder an die Erfolge aus den 80er anknüpfen konnte, ist sie auch heute noch musikalisch aktiv und schafft sich vor allem durch die Vielzahl ihrer Zusammenarbeiten mit den verschiedensten Künstlern ein  Denkmal – sie setzt sich auch sehr aktiv für die Rechte der Homosexuellen ein . Der hier 2007 Live dargebotene Song True Colors stammt aus dem Jahr 1986, die unplugged Version verhilft mir zu Gänsehautfeeling.

#2 Gianna Nannini

Obwohl mir italienische Sänger von Grund auf suspekt sind, fand ich Gianna Nannini immer schon einzigartig. Wenn ich den Begriff Rockröhre definieren sollte, so trifft er auf die 1956 in Siena geborene Rocksängerin am ehesten zu. Neben einem Abschluss in Philosophie und Literaturwissenschaft hat sie auch eine beeindruckende musikalische Karriere vorzuweisen. 13 Top Ten Alben, 14 Top Ten Singles, 5 mal Platin und musikalische Denkmäler in Filmen wie Momo machten sie in Italien unsterblich, auch in Deutschland feierte sie große Erfolge. Die konservativen Italiener haben ein gespaltenes Verhältnis zu der 52-jährigen Sängerin, entweder man verehrt sie, oder man hasst sie, nicht zuletzt wegen dem Albumcover der CD California, denn auf dort hält die Freiheitsstatue einen Vibrator und keine Fackel. Die Rolle, die sie als Frau einnimmt ist ungewöhnlich,  bewusst feministisch und offen rockt Sie auf der Bühne wie ein Mann und schreit sich dabei die Seele aus dem Leib. Man merkt ihr und ihrem Auftreten an, das sie sich Zeit ihres Lebens durchsetzen musste. Ich bin überzeugt, das man vor ihr auch in den nächsten Jahren noch einiges erwarten sollte.

#1 Lacey Mosley (Flyleaf)

Als ich Lacey Mosley zum ersten mal auf einem Live-Mitschnitt als Vorgruppe eine Korn Konzertes gesehen habe ist mir gleich die Kinnlade vieler anwesender Herren aufgefallen die sich sprichwörtlich dem Boden näherten. Die 28-jährigen Sängerin wirkt so unscheinbar wie ein Tiefdruckgebiet und entwickelt sich schnell zum Orkan. Zusammen mit ihrer aus Texas stammenden Band Flyleaf spielten sie sich schnell zum gefeierten Support für populärere Bands wie Korn, Deftones oder auch Disturbed. Ein internationaler Erfolg der Band steht kurz bevor. Flyleaf nennt der Amerikaner im übrigen die erste leere Seite eines Buches, die für Widmungen und Wünsche reserviert ist.

In ihrem Stück I´m so sick kommen die Stärken der Band und ihrer Sängerin voll zum tragen. Ein unbedachter Griff zum Lautstärkerregler kann hier schnell zu einer unliebsamen Überraschung mit den Nachbarn führen. Ich liebe das Spiel mit der Stimme, der wechseln von seichten über kraftvollen bis hinzu schreienden Passagen fasziniert mich – Lacey Mosley beherrscht diesen Wechsel und ist sich offenbar ihrem Potential noch nicht ganz bewusst. Als erstes stelle ich euch die originale Version ihrer Debütsingle vor, das so derbe rockt, das mir immer noch die Sprunggelenke jucken. Das zweite Stück Fully Alive stelle zeige ich absichtlich in der akkustischen Version vor, damit deutlich wird, was ich mit meiner Beschreibung meine.

Wizard of Goth – sanft, diplomatisch, optimistisch! Der perfekte Moderator. Außerdem großer “Depeche Mode”-Fan und überzeugter Pikes-Träger. Beschäftigt sich eigentlich mit allen Facetten der schwarzen Szene, mögen sie auch noch so absurd erscheinen. Er interessiert sich für allen Formen von Jugend- und Subkultur. Heiße Eisen sind seine Leidenschaft und als Ideen-Finder hat er immer neue Sachen im Kopf.

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cimddwc
Gast

Lieber Nasic als Basic. ;) Wirklich eine schöne Auswahl, die du hier präsentiert hast. (Okay, die Bezeichnung “schön” würde ich jetzt auf Nina Hagen nicht anwenden, aber zur Kategorie “außergewöhnlich” passt sie natürlich irgendwie.)

Tears
Gast
Tears

Sandra Nasic vor Amy Lee?
Und wo ist Morgan Lee Lander, wenn wir bei “außergewöhnlich” sind?

Tears
Gast
Tears

Brackish ganz weit oben, wenns etwas weniger hart sein soll Paper Doll und auch Charlotte ist nicht zu verachten. Ansonsten tendiere ich eher zu den älteren Sachen von Kittie, eigentlich ist das komplette Album “Spit” empfehlenswert.

Lordy
Gast
Lordy

Dolores O’Riordan und Cindy Lauper wären mir auch durchaus in den Kopf gekommen. Die anderen eher nicht. xD.
Nun denn :D.

Konna
Gast
Konna

Ok, da ist jetzt keine dabei gewesen, die ich auch unbedingt gewählt hätte. Aber komischerweise höre ich sowieso kaum Musik, bei denen Frauen singen, fällt mir gerade so auf. Da müsste ich doch sehr nachdenken, um 10 außergewöhnliche zusammenzukriegen. :)

Ecki
Gast
Ecki

Von all denen die du hier aufgezählt hast finde ich Dolores O’Riordan am “geilsten” Supergeniale Stimme :)