Musikperlen – XTC ist nicht immer die Abkürzung für ein Aufputschmittel (Tauchgang #06)

Visage – Fade to Grey

Die Explosion der Musikstile Anfang der 80er führte auch zu einigen interessanten Randerscheinungen was Outfit und Selbstinszenierung angeht. Als New Romantic bezeichnete man die Welle der visuellen Außenseiter, die sich selbst zur ästhetischen Avantgarde zählten. Allen voran Steve Strange, der mit seinen Exklusiven Partys für einigen Wirbel sorgte und für die strengste Tür in ganz London bekannt war. Selbst Musiker, deren Platten im Club gespielt wurden verwehrte man den Eintritt. Um seinem Gefühl für Ästhetik auch in der Musik Ausdruck zu verleihen, gründete Steve Strange zusammen mit Midge Ure die Band Visage, die mit ihrem Titel Fade to Grey einen Welterfolg landeten. Wenn Musik arrogant sein kann, dann mit diesem Titel, der rüberkommt wie eine Huldigung des Hedonismus, von vielen aber nur noch darauf reduziert wird. Mit abebben der Modebewegung 1984 starb auch die Band Visage. Der Song ist jedoch Synonym für diese Modebewegung, was im Video auch sehr deutlich rüberkommt und eine Momentaufnahme dieser aufgregende Zeit ist. Die Leidenschaft zur Selbstinszenierung mündete später in der Gothic-Bewegung und beim Visual Kei.

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Front 242 – Headhunter

Das Aushängeschild der EBM (Electronic Body Music) wurde 1981 in Brüssel gegründet und gelten als Begründer dieser Genre, das von vielen als Vorstufe des Techno angesehen wird und vielleicht den tanzbareren Ableger des Industrials bildet. Tanzbetonte Rhytmen wechseln sich mit tiefen und lautem Sprechgesang ab, durchgängige Beat-Loops bilden die Tanzflächen betonte Grundstimmung. Das Paramilitärische Auftreten in Flecktarnkleidung und mit kugelsicheren Westen ist auch heute noch in abgewandelter Form bei den Fans dieser Musikrichtung zu beobachten. Erste größere Anerkennung und Beachtung erhielten sie als Vorgruppe von Depeche Mode ihrer legendären Music for the Masses Tour 1987. Acht Jahre später zerfiel die Band, die zwar wieder an einer Reunion arbeitet, aber bisher nicht an den alten und innovativen Geist anknüpfen konnte. Das Stück Headhunter gilt als größter Erfolg der Belgier und wurde auch in späteren Jahren immer wieder geremixt oder neu aufgenommen. Viele Elemente der Musik von Front 242 findet man auch heute noch in vielen Produktionen wieder, deshalb klingen einzelne Sequenzen ihrer Songs auch nach Liedern, die man irgendwoher kennt.

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XTC – Making Plans for Nigel

Noch lange bevor aus dem Namen eine Abkürzung für eine synthetische Droge wurde, gab es eine britische Band mit diesem Namen. Musikrichtung? Unklar, New Wave, Rock oder Synthie-Pop, ich bin mir äußerst unschlüssig wo ich Band einordnen soll. Muss man vielleicht auch gar nicht, schließlich ist Schubladendenken ja sowas von Out. Schon 1976 gegründet konnte die Band bis auf ihren Hit Making Plans for Nigel keine größeren kommerziellen Erfolg für sich verbuchen. Vielleicht liegt das auch daran, das XTC seit 1982 nicht mehr Live aufgetreten ist, denn Sänger Andy Partridge verweigert sich wegem chronischem Lampenfieber und einigen Nervenzusammenbrüchen, sehr kurios. Aufgelöst hat man sich auch nie, immer wieder gibt es neue Veröffentlichungen und Neuerscheinungen, denn neben seinen Phobien ist Partridge auch ein begabter und sehr geschäftiger Produzent und Songwriter, der auch schon für Herbert Grönemeyer und Thomas Dolby gearbeitet hat. Wer übrigens besagter Nigel ist, vermag ich auch nicht zu sagen, auf jeden Fall ist er glücklich bei der Arbeit.

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beetFreeQ
beetFreeQ (@guest_3675)
Vor 12 Jahre

Mal wieder eine sehr schöne Zusammenstellung. „Fade To Grey“ ist ja sowieso ein absoluter Klassiker. „Making Plans For Nigel“ ist mir erst durch die Coverversionen von Primus und Pitchshifter bekannt geworden. Seitdem bin ich aber auch ein großer Fan von XTC!

Andy
Andy (@guest_3676)
Vor 12 Jahre

„Fade To Grey” ist mein persönlicher Favorit…Einfach Klasse!

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