Woran glaubst Du? Nichts ist individueller geworden, als der persönliche Glaube.
Vor 100 Jahren strömten die Menschen in die Kirchen und Gotteshäuser, sie folgten den Regeln ihrer Religion und lebten oftmals auf die Art und Weise, die man ihnen predigte. Glaube war untrennbar mit Religion verbunden, mit einem Gott, der schützend die Hand über den Einzelnen hält. Der Gedanke daran spendete Sicherheit vor dem Unerklärlichen. Die Zeiten haben sich geändert. Wir leben in einer aufgeklärten und wissenschaftlichen Zeit, in der nicht zuletzt die Säkularisierung dafür sorgte, dass man sich Gedanken darüber macht, an wen und warum man überhaupt glaubt. Phänomene, die man sich einst nicht erklären konnte, wurden als göttliche Macht interpretiert. Wenn man weiß, warum etwas passiert, ist der Glaube überflüssig. Glaube ist ein Synonym für Überzeugung geworden. Glaube wird immer individueller, vielschichtiger, komplexer. Und dennoch, es bleiben immer Fragen offen, auf die man keine Antwort erhält.
Die Fragestellung des Gothic Friday, die sich mit dem persönlichen Glauben beschäftigt, ist überfällig geworden. Den schwarz gekleideten Menschen der Subkultur sagte man schon in den 80ern absonderliche Glaubensrichtungen nach. Symbole, Ästhetik und der Hang zur Provokation in Musik und Inhalten wurden verantwortlich gemacht. Ist das immer noch so? Das November-Thema zeigt, dass Gothics keineswegs absonderlichen Glaubensrichtungen nachgehen, sondern normaler sind, als es sich mancher wünschen würde. Die Beschäftigung mit der Thematik und die vielen tollen Artikel zeigen jedoch, dass man sich gerne und ausführlich mit dem Thema auseinandersetzt. Vielleicht sogar intensiver als in anderen Subkulturen. Aber das wäre dann auch das Einzige, was von dem alten Klischee übrig geblieben ist. Den ganzen Artikel lesen… »





