Und es gibt sie doch! Eine Zeit lang war ich der Meinung, das die Zeitungen bei ihrer Berichterstattung über die Gothic-Szene dem allgemeinen Gusto der Akzeptanz gefolgt wären. So manch ein Autor lässt sich zwar zu Verniedlichungen oder auch humoristischen Einlagen treiben, verbale Mutationen die an die frühen Zeiten des Unverständnisses erinnern, sind aber weitestgehend verschwunden. In einigen Redaktionen gibt es sogar Engagement, die Jugendlichen und ihre Leidenschaften zu verstehen um sich dann halbwegs informativ damit auseinanderzusetzen. Das glaubte ich jedenfalls, bis ich über einen Artikel vom 19.01.2008 im Berliner Kurier stolperte. „Verschollen im Großstadt-Dschungel” ist zunächst einmal der ernst gemeinte Hilferuf nach 2 Ausreißern, die aus der schwäbischen Provinz nach Berlin auszogen, um die Band Blutengel zu treffen.
Was Autorin Claudia Keikus dann daraus zaubert, erzeugt meiner Meinung nach Betroffenheit und Unverständnis und ist an Polemik, Verzerrung und Phantasie nicht zu überbieten. Im Text heißt es: „Schwaben-Mädchen im Bann der finsteren Satans-Band „Blutengel”! Julia und Christin (beide 15) rissen von Zuhause aus, um die düsteren Gothic-Musiker im fernen Berlin zu finden. In was für eine gefährliche Szene sind sie da abgerutscht?” Wir fassen zusammen: Blutengel ist eine finstere Satans-Band und die Gothic-Szene ist gefährlich. Es würde mich ernsthaft interessieren, wie man darauf kommen kann. Was ist eine Satans-Band? Und natürlich ist die Gothic-Szene nicht gefährlich, sondern im Gegenteil für ihre Abneigung gegen Gewalt bekannt.
Weiter heißt es: „Welche versponnenen Gedanken haben Julia und Christin in diesen Wahnsinn getrieben? So furchtbar langweilig kann es selbst in der tiefsten Schwaben-Provinz nicht sein. Doch da ist diese Satans-Band aus Berlin, deren Stücke „Seelenschmerz” und „Vampire Romance” heißen. Ist sie es wert, ein behütetes Schüler-Leben mit tollen Eltern einfach so aufzugeben?” Schon Wolfgang Petry sang einmal: „Das ist Wahnsinn, warum schickst du mich in die Hölle?” — Dunkler Satans-Kult und die Aufforderung den „rechten Pfad” zu verlassen? Herrlich, ich beginne mich zu amüsieren doch der Hintergrund dieser Nachricht macht mir einen Strich durch die Rechnung. Den ganzen Artikel lesen… »


Nicht schon wieder. Die Liste der Bands, die sich nach einigen erfolgreichen Jahren in den 80er auflösten um dann in den letzten 5 Jahren auf wundersame Weise auferstehen, ist lang geworden. In der Regel schwanken diese sogenannten Reunions zwischen peinlichen Live-Auftritten mit aufgewärmten, uninspiriertem Material und dem „Ist ja ganz nett”-Gefühl das sich breit macht, wenn die Idole von einst ihre Klassiker zum Besten geben. Meist folgt dann die Ernüchterung, denn die ursprüngliche Begeisterung die man bestenfalls der eigenen Erinnerung entnimmt, stellt sich eigentlich nie ein.
In der Zeitung
Ich bin Urlaubsreif. Arbeit wird mitunter als Last empfunden, es fällt immer schwerer abzuschalten. Erschwerend kommt hinzu, das ich die Arbeit meines Kollegen mit übernehmen muss, mit dem ich mir die sonst teile — da schleicht sich doch das subtile Gefühl der Rache in meine emotionale Welt. Aber ich sehe schon das Licht am Ende des Tunnels, denn in ein paar Tagen ist es soweit. Phänomenal finde ich den Eindruck, im Urlaub weniger Zeit zu Verfügung zu haben als das in einer normalen Arbeitswoche der Fall ist. Das liegt wohl auch an einer völlig falschen Verschiebetaktik, denn Dinge für die einem unter der Woche die nötige Motivation fehlt, verschiebt man gerne auf seine Freizeit oder noch besser, auf seinen Urlaub. Dementsprechend dicht gepackt scheint dann der Urlaub zu sein. Paradox?