14 August

Blutengel, die finstere Satans-Band

Spontis Thema

Und es gibt sie doch! Eine Zeit lang war ich der Mei­nung, das die Zei­tun­gen bei ihrer Bericht­er­stat­tung über die Gothic-Szene dem all­ge­mei­nen Gusto der Akzep­tanz gefolgt wären. So manch ein Autor lässt sich zwar zu Ver­nied­li­chun­gen oder auch humo­ris­ti­schen Ein­la­gen trei­ben, ver­bale Muta­tio­nen die an die frü­hen Zei­ten des Unver­ständ­nis­ses erin­nern, sind aber wei­test­ge­hend ver­schwun­den. In eini­gen Redak­tio­nen gibt es sogar Enga­ge­ment, die Jugend­li­chen und ihre Lei­den­schaf­ten zu ver­ste­hen um sich dann halb­wegs infor­ma­tiv damit aus­ein­an­der­zu­set­zen. Das glaubte ich jeden­falls, bis ich über einen Arti­kel vom 19.01.2008 im Ber­li­ner Kurier stol­perte. „Ver­schol­len im Großstadt-Dschungel” ist zunächst ein­mal der ernst gemeinte Hil­fe­ruf nach 2 Aus­rei­ßern, die aus der schwä­bi­schen Pro­vinz nach Ber­lin aus­zo­gen, um die Band Blu­ten­gel zu treffen.

Was Auto­rin Clau­dia Kei­kus dann dar­aus zau­bert, erzeugt mei­ner Mei­nung nach Betrof­fen­heit und Unver­ständ­nis und ist an Pole­mik, Ver­zer­rung und Phan­ta­sie nicht zu über­bie­ten. Im Text heißt es: „Schwaben-Mädchen im Bann der fins­te­ren Satans-Band „Blu­ten­gel”! Julia und Chris­tin (beide 15) ris­sen von Zuhause aus, um die düs­te­ren Gothic-Musiker im fer­nen Ber­lin zu fin­den. In was für eine gefähr­li­che Szene sind sie da abge­rutscht?” Wir fas­sen zusam­men: Blu­ten­gel ist eine fins­tere Satans-Band und die Gothic-Szene ist gefähr­lich. Es würde mich ernst­haft inter­es­sie­ren, wie man dar­auf kom­men kann. Was ist eine Satans-Band? Und natür­lich ist die Gothic-Szene nicht gefähr­lich, son­dern im Gegen­teil für ihre Abnei­gung gegen Gewalt bekannt.

Wei­ter heißt es: „Wel­che ver­spon­ne­nen Gedan­ken haben Julia und Chris­tin in die­sen Wahn­sinn getrie­ben? So furcht­bar lang­wei­lig kann es selbst in der tiefs­ten Schwaben-Provinz nicht sein. Doch da ist diese Satans-Band aus Ber­lin, deren Stü­cke „See­len­schmerz” und „Vam­pire Romance” hei­ßen. Ist sie es wert, ein behü­te­tes Schüler-Leben mit tol­len Eltern ein­fach so auf­zu­ge­ben?” Schon Wolf­gang Petry sang ein­mal: „Das ist Wahn­sinn, warum schickst du mich in die Hölle?” — Dunk­ler Satans-Kult und die Auf­for­de­rung den „rech­ten Pfad” zu ver­las­sen? Herr­lich, ich beginne mich zu amü­sie­ren doch der Hin­ter­grund die­ser Nach­richt macht mir einen Strich durch die Rech­nung. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


13 August

Freitag der 13. (schon wieder)

Spontis Thema

Kühl und sach­lich hatte ich bereits die Fas­zi­na­tion des beson­de­ren Datum erklärt. Viel­leicht zu kühl, denn im schlimms­ten Fall ist Wis­sen der Tod jeder Phan­ta­sie und das möchte ich natür­lich nicht. Eigent­lich hätte ich die­ses Datum auch ver­passt, wäre da nicht Ein­gangs erwähn­ter Arti­kel, der an die­sem Frei­tag zu den belieb­tes­ten gehört. Und was mache ich? Ich ver­helfe dem Blog hier völ­lig blau­äu­gig in die neuste Ver­sion 3.0.1 ohne mir dar­über im kla­ren zu sein, welch fatale Fol­gen das haben könnte. Hätte ich vor­her gewusst wel­cher Tag heute ist, ich möchte mir gar nicht aus­ma­len was alles hätte pas­sie­ren können.

Aber es ist nichts gesche­hen. Nicht bei mei­ner Word­Press Instal­la­tion und nicht bei den ande­ren Instal­la­tio­nen die ich betreibe. Und das ist Grund genug der Brü­der Lumiére zu geden­ken und wie­der ein­mal die Pup­pen tan­zen zu las­sen. Natür­lich nur post-mortem, denn wir wol­len ja stil­echt bleiben.

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12 August

Ohne Worte: Yummy Fur

Spontis Thema

Ches­ter Brown is one of Canada’s best known artists of alter­na­tive comics. His ear­liest comic was ‘Yummy Fur’, in which he intro­du­ced a figure named Ed the Happy Clown, a penis-shaped clown with the face of Ronald Rea­gan.”  (via This isn’t hap­pi­ness)


11 August

Reingehört: Charles de Goal - Restructuration

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Nicht schon wie­der. Die Liste der Bands, die sich nach eini­gen erfolg­rei­chen Jah­ren in den 80er auf­lös­ten um dann in den letz­ten 5 Jah­ren auf wun­der­same Weise auf­er­ste­hen, ist lang gewor­den.  In der Regel schwan­ken diese soge­nann­ten Reuni­ons zwi­schen pein­li­chen Live-Auftritten mit auf­ge­wärm­ten, unin­spi­rier­tem Mate­rial und dem „Ist ja ganz nett”-Gefühl das sich breit macht, wenn die Idole von einst ihre Klas­si­ker zum Bes­ten geben. Meist folgt dann die Ernüch­te­rung, denn die ursprüng­li­che Begeis­te­rung die man bes­ten­falls der eige­nen Erin­ne­rung ent­nimmt, stellt sich eigent­lich nie ein.

Eine Umstruk­tu­rie­rung die nahezu spur­los an mir vor­bei ging, war die von Charles de Goal, den fran­zö­si­schen Cold­wave Pio­nie­ren der frü­hen 80er, die mit „Restruc­tu­ra­tion” 2008 eine neues Album auf den Weg brach­ten. Als ich jüngst dann das Stück Deca­dence auf dem Sam­pler Pagan Love Songs Vol.2 ent­deckte, war meine Neu­gier geweckt und so habe ich spon­tan meine Samm­lung, die eigent­lich nur aus dem Erst­lings­werk Algo­ryth­mes (1980) besteht um Restruc­tu­ra­tion (2008) erweitert.

Mein erste Begeg­nung mit den Fran­zo­sen hatte ich mit dem legen­dä­ren Stück Expo­si­tion, das ich Anfang der 90er in irgend­ei­nem schwar­zen Club hörte und die mir Ohren und Ver­stand für das mir noch unbe­kannte Genre des Cold-Wave öffnete.  Charles de Goal, das war eigent­lich 1979 ein Solo-Projekt von Patrick Blain, der zuvor mit der Band C.O.M.A. bereits ein Album her­aus­ge­bracht hatte. Mit Syn­the­si­zer, Gitarre, Bass und Schlag­zeug formte er das, was man spä­ter Cold-Wave taufte. Mini­mal­elek­tro­ni­sche Klänge und Beats, das auf­flam­mende Post-Punk-Genre als Atti­tüde ent­wi­ckelte sich dar­aus ein Sound, der unter­kühlt und zurück­hal­tend wirkt um letzt­end­lich doch den Hörer zu fas­zi­nie­ren. 1986 war es dann auch schon wie­der vor­bei. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


10 August

Das Archiv der Jugendkulturen retten - Warum?

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In der Zei­tung Neues Deutsch­land führte Redak­teur Mar­tin Krö­ger ein sehr infor­ma­ti­ves Inter­view mit dem Lei­ter des Archivs, Klaus Farin, das die Hin­ter­gründe der Ret­tungs­ak­tion für das Archiv der Jugend­kul­tu­ren anspricht.  Aus Jugend­kul­tu­rel­ler und Bil­dungs­po­li­ti­scher Sicht wirft das ein kri­ti­sches Licht auf die Haupt­stadt selbst, denn obwohl hier offen­sicht­lich viel inves­tiert wird, blei­ben wich­ti­gere Dinge unbe­rück­sich­tigt. Ein Regel­för­de­rung erhält das Archiv nicht, dass heißt eine regel­mä­ßige finan­zi­elle Unter­stüt­zung durch Bund, Land oder Ber­li­ner Senat fehlt. Es gibt zwar pro­jekt­be­zo­gene Mit­tel durch die Bun­des­pro­gramme „Viel­falt tut gut” und „Jugend für Viel­falt, Demo­kra­tie und Tole­ranz”, die sind aber auf spe­zi­fi­sche Auf­gabe zuge­schnit­ten und füh­ren nur sel­ten zu einem Mietzuschuss.

Ein­zige feste Ein­nah­me­quelle des Archivs der Jugend­kul­tu­ren ist der eigene Ver­lag, des­sen Erlös aber auch nicht aus­reicht allein die Miet­kos­ten von 5000€ pro Monat zu decken. So sprin­gen die Mit­ar­bei­ter immer wie­der ein, um Lücken in der Kasse durch pri­vate Finanz­sprit­zen zu fül­len. Am 31. Okto­ber, dem Stich­tag für die Spen­den­ak­tion läuft der Miet­ver­trag des Archivs auf der Fidi­cin­straße 3, Ber­lin aus. Bis dahin muss ent­schie­den wer­den ob der Miet­ver­trag für die Räume ver­län­gert wer­den kann, oder gekün­digt wer­den muss, wei­tere Jahre mit Ver­schul­dungs­ga­ran­tie kön­nen und wol­len die 28 Ehren­amt­li­chen Mit­ar­bei­ter nicht mehr auf sich neh­men. Letzt­end­lich wäre das das Ende des Archivs in sei­ner jet­zi­gen Form. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


9 August

Spontis Wochenschau #24

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Spontis WochenschauIch bin Urlaubs­reif. Arbeit wird mit­un­ter als Last emp­fun­den, es fällt immer schwe­rer abzu­schal­ten. Erschwe­rend kommt hinzu, das ich die Arbeit mei­nes Kol­le­gen mit über­neh­men muss, mit dem ich mir die sonst teile — da schleicht sich doch das sub­tile Gefühl der Rache in meine emo­tio­nale Welt. Aber ich sehe schon das Licht am Ende des Tun­nels, denn in ein paar Tagen ist es soweit. Phä­no­me­nal finde ich den Ein­druck, im Urlaub weni­ger Zeit zu Ver­fü­gung zu haben als das in einer nor­ma­len Arbeits­wo­che der Fall ist. Das liegt wohl auch an einer völ­lig fal­schen Ver­schie­be­tak­tik, denn Dinge für die einem unter der Woche die nötige Moti­va­tion fehlt, ver­schiebt man gerne auf seine Frei­zeit oder noch bes­ser, auf sei­nen Urlaub. Dem­ent­spre­chend dicht gepackt scheint dann der Urlaub zu sein. Paradox?

Wäh­rend man über diese Frage nach­denkt kann man ganz neben­bei fol­gende Links ankli­cken um dann doch fest­zu­stel­len das ange­nehm erlebte Frei­zeit immer schnel­ler vor­bei geht als unan­ge­nehme. Den gan­zen Arti­kel lesen… »