29 Januar

Eine schleichende Bewegung

von Robert ForstKategorie: Dunkle VergangenheitDiskussion: 1 Kommentar

eine schleichende bewegungDüstere Gestalten wecken Assoziationen: Sind es Satanisten? Oder Nazis? Ganz falsch sind die Vorwürfe nicht, ganz richtig jedoch auch nicht.” 2002 beschäftigt sich der rheinische Merkur – eine christlich konservative Zeitung, die seit 2010 nicht mehr herausgegeben wird – mit der Grufti-Szene und untertitelt den Beitrag: “Der Popstrom erfasst irgendwann jeden: Was sich einst als Untergrundkultur fomierte, ist heute kommerzialisiert und zersplittert.” Das machte mich neugierig, titelte die Zeitung doch bereits vor 13 Jahren von dem, was man der Szene seit dem nahezu jährlich vorwirft. Es geht um das Wave-Gotik-Treffen in Leipzig, das 2002 rund 15.000 nach Leipzig lockte. Erstaunlich kritisch, sachlich und reflektiert setzt sich Autor Andreas Bromba mit den Gruftis auseinander und beschreibt die Szene zur Jahrtausendwende. Den ganzen Artikel lesen… »


16 Januar

Ohne Worte: Auf großem Fuß leben – Köln 1988

von Robert ForstKategorie: FundgrubeDiskussion: Keine Kommentare

Punkfoto - Koelner Dom 1988 - Fotograf unbekannt

Die Redensart “auf großem Fuß leben” stammt aus der Zeit der mittelalterlichen Schnabelschuhe, bei denen man anhand der Länge der Schuhspitzen auf den sozialen Stand des Trägers schließen konnte. Je länger, je bedeutender. Und damals, vor dem Kölner Dom, waren die ganz besonders bedeutend. (Bild: (c) Punkfoto.de Fotograf unbekannt, Köln 1988)


13 Januar

Neulich im Kopfhörer: Trash oder Kunst?

von Robert ForstKategorie: Dunkle KlängeDiskussion: 11 Kommentare

Terrorbird - She kissed meMusikzeitschriften sind manchmal ganz schön abgehoben. Verkopfte Redakteure, die wohl lieber mit Poetry Slam berühmt geworden wären ,sitzen nun vor den Bildschirmen und versuchen Bands mit möglichst tiefsinnigen Zeilen zu einer Kunstform zu erheben, die sie möglicherweise nicht sind. Auf der anderen Seite findet man dann in nicht ganz so abgehobenen Zeitschriften (und deren Online-Präsenz) möglichst seichte und unkritische Band-Interviews, von denen man sich sicher ist, sie in ähnlicher Form schon irgendwo gelesen zu haben. Als ich mich für diesen Beitrag über die Bands, deren Videos hier zu sehen sind, informierte, drängte sich dieser Gedanke förmlich auf. Außerdem hatte ich wieder mal Lust meine unqualifizierten Kommentare in die Welt zu blasen.

Trash oder Kunst? Ich weiß nicht, ob ihr das kennt: Beim nachhören, durchhören und anklicken von unbekannter Musik hat man schnell ein Gefühl dafür, ob es einem gefällt oder auch nicht. Es gibt aber auch Stücke, bei denen ist man sich permanent unsicher, ob man es nun gut oder schlecht findet – oder ob man es gut oder schlecht finden darf. Waviges und völlig behämmertes Discogedudel und trotzdem wippt der Fuß? Spontaner Bewegungsdrang zu melancholischen Tanzeinlagen werden vom einsetzenden Gesang oder Text abrupt gedämpft? Ist das Stück nun einfacher musikalischer Müll (nachfolgend “Trash” gennant) oder irgendeine Kunstform die sich mir nicht erschließt? Den ganzen Artikel lesen… »


7 Januar

Buch-Tipp: Das Postpunk Projekt – Some wear leather some wear lace

von Robert ForstKategorie: Bücher und ZeitschriftenDiskussion: 4 Kommentare

Postpunk Project Book-CoverDie Musik-Stile, die nach der Explosion des Punks die Welt überfluteten und für eine nie dagewesene Fülle von Jugendszenen sorgten, sind erforscht. Unzählige Bücher sind seit dem erschienen, die die Entwicklung auf schwarzen Bühnen detailreich beschreiben und analysieren. Doch was geschah vor den Bühnen? Wieso sahen die Fans der einschlägigen Bands aus, wie sie aussahen? Mit Beginn der 80er Jahre erscheinen unzählige Szenen mit eigenem Style auf der Bildfläche und geben den Außenstehenden Rätsel auf. In London, dem subkulturellen Schmelztiegel dieser Zeit nannte man sie “New Romantics”, “Blitzkids”, “Punks”, “New Wavers” oder auch “The Bats”. Der Style der Bühnen wurde offensichtlich kopiert, verändert und weiterentwickelt.

Heute, 35 Jahre später, werden Bilder von damals frenetisch gefeiert – junge Punks, Waver, Grufties oder New Waver, die auf diesen Aufnahmen zu sehen sind, werden zu Stilikonen erhoben. Das Buch “Some wear leather some wear lace” ist eine umfangreiche Sammlung dieser alten Bilder, die für das “Worldwide Compendium of Postpunk and Goth” in Zusammenhang gesetzt und mit Interviews und Texten bereichert werden. Den ganzen Artikel lesen… »


3 Januar

Spontis Wochenschau #12/2014

von Robert ForstKategorie: WochenschauDiskussion: 3 Kommentare

Spontis WochenschauAls ein Wetterbericht vor Weihnachten prophezeite, dass es in den frühen Morgenstunden schneien würde, bin ich extra früher aufgestanden um das lang ersehnte Schauspiel zu verfolgen. Schnee um sechs Uhr am Morgen ist ein leises Ereignis. Die Stille der Stadt ist beeindruckend, nur der Wind drückt gegen die Fenster und krabbelt durch die Ritzen ins Inneren um als Säuseln am Gehör zu zerschellen. Weiß, sagt man, ist die Farbe der Unschuld, der Reinheit und der Unsterblichkeit – und unsere Natur verkörpert das Meiste davon. Der Mensch macht aus dem Schnee dann letztendlich eine grau-schwarze Masse, die in Rinnsteinen darauf wartet endlich im Gulli verschwinden zu dürfen – ganz so, wie er es mit der Natur und seinesgleichen macht. Doch kurz nach sechs ist die Welt noch in Ordnung, bis ich mich in den gesammelten Nachrichtenstrom begebe, um die letzte Wochenschau für dieses Jahr zu verfassen. Eine Mischung, die genauso grau erscheint, wie der Schneematsch und zwischen dem absurdem, schrecklichen und schönen auf dieser Welt ständig die Farbe wechselt. Im Spiegel steht ein Artikel über das Lesen, denn wir lesen – so der Spiegel – immer mehr und müssen neue Möglichkeiten erarbeiten, wie wir noch mehr Text in noch kürzerer Zeit lesen, um der steigenden Informationsflut gerecht zu werden. Was der Artikel jedoch verschweigt ist die Frage, wie wir mit dem ganzen Matsch dieser Welt umgehen sollen.  Den ganzen Artikel lesen… »


1 Januar

Mein schaurig schönes Tagebuch – Episode 6: Frohes neues Jahr!

von Robert ForstKategorie: AnsichtssacheDiskussion: 6 Kommentare

Screeshot Feuerwerk LondonFrohes neues Jahr! Schuld an diesem Debakel sind natürlich wieder einmal die Römer, die sich 156 v.Chr. dazu entschlossen, in ihrem julianischen Kalender (nach Julius Caesar) den 1. Januar als Beginn des neuen Jahres festzulegen. Später kam dann der gregorianische Kalender (nach Papst Gregor) und hat die fehlerhaft Beta-Version der Römer abgelöst. Bla bla. Frohes neues Jahr!
Vor dem neuen Jahr ist Silvester (schon wieder ein Papst) und den habe ich persönlich völlig ungewöhnlich verbracht. Auf dem Land und ohne Feuerwerk. Wer mich kennt weiß, dass ich ein latenter Pyromane bin. Mit 9 brannte mein Fuß, mit 12 mein Knie und mit 14 bin ich in einer mit einem Plastikfass, an dem wir damals Feuerwerk als Raketenantrieb montierten, einen Abhang runtergerollt. Mit 15 habe ich dann mein erster Feuerwerk abgebrannt und bin (bis auf ein kurzzeitiges Aufbäumen von Moral, die dann 1 oder 2 mal die Überhand gewann) konstant dabei geblieben, sinnlos Geld in die Luft zu schießen. Kommt mir jetzt nicht mir rationellen Argumenten gegen Feuerwerk, ich kenne sie alle. Ist in etwa so, wie mit dem Rauchen. Man weiß das es schlecht ist, tut es aber trotzdem. Den ganzen Artikel lesen… »


18 Dezember

Besuch auf Deutschlands schönstem Friedhof Lauheide

von Robert ForstKategorie: Finstere OrteDiskussion: 1 Kommentar

Verwitterte GrabsteineAnimiert durch den Bericht von “Gruftfrosch”, der seine Eindrücke vom Eliasfriedhof in Dresden schildert, verspürte auch “Irmin” die unstillbare Lust über seinen Besuch auf Deutschlands schönstem Friedhof zu schreiben. Ich habe mich wieder einmal sehr darüber gefreut, dass sich Leser hinsetzen um ihren Eindrücke und Gedanken aufzuschreiben um sie hier zu veröffentlichen. Eine wunderschöne Entschleunigung zur Schnelllebigkeit geschriebener Nachrichten in den sozialen Netzwerken. Lange Rede, kurzer Sinn – Hier der Artikel von “Irmin” über seinen Besuch auf dem Waldfriedhof Lauheide:

Was es nicht alles für Auszeichnungen gibt: Der Waldfriedhof Lauheide wurde zum „Schönsten Friedhof Deutschlands 2014“ gewählt. Und das nicht von irgendwem, nein, sondern vom „Online-Portal bestattungen.de“. Von wem nicht so alles Auszeichnungen vergeben werden. Ich muss zugeben, dass ich vom Friedhof zwar schon gehört, ihm aber nie eine besondere Beachtung geschenkt hatte. Wie jedem Friedhof in Münster, und das, obwohl ich hier schon einige Jahre mein Dasein verbringe.

Wie dem auch sei, ein „Award des Online-Portals bestattungen.de“ (welch’ höhere Weihen könnte es geben?) ist doch zumindest ein Grund, diesen Friedhof einmal zu besuchen. Der Name „Lauheide“ leitet sich aus der ursprünglichen Heidelandschaft her, die dieser Wald einmal war, sowie der Tatsache, dass hier Gerberlohe gesammelt wurde (im Münsteraner Platt „Lau“ genannt). Im 19. Jahrhundert kam dann erstmals die Idee auf, einen naturnahen Waldfriedhof hier, im äußersten Nordosten Münsters, anzulegen. Tatsächlich geschah dies aber erst Mitte des 20. Jahrhunderts. Dennoch ist der Friedhof nicht nur jung: Im Norden befinden sich einige Hügelgräber, die schon Jahrtausende überstanden haben. Den ganzen Artikel lesen… »


14 Dezember

Spontis Wochenschau #11/2014

von Robert ForstKategorie: WochenschauDiskussion: Keine Kommentare

Spontis WochenschauGestern war für mich endlich Weihnachtsstimmung. Denn entgegen jüngster Behauptungen hatte ich IHN noch nicht gehört. Ich bin ehrlich, die ganze multimediale Befeuerungen mit den weihnachtlichen Unmöglichkeiten prallt an meinen Synapsen ganz einfach ab, solange DER Schlüsselreiz noch nicht wahrgenommen wurde. Nun könnte man annehmen, ich wäre auf einem Weihnachtsmarkt, beim Einkaufsbummel in der Innenstadt oder im Supermarkt in Höhe der Käsetheke darauf gestoßen, doch diesmal war es anders. Es kam quasi unerwartet und hinterhältig und ereilte mich im Fitness-Tempel. Ihr wisst ja, dass ich Sport mache. Nun muss ich ja 20 Minuten an die Geräte, um anschließend kostenlos schwimmen zu gehen (ist so ein Mitgliedschafts-Ding) – was mache ich nicht alles für den alternden Körper. Doch heute wurde ich nicht von theatralischen Stöhnern penetriert, sondern von einer Weihnachtsfeier zwischen Hantelbänken und Dings-Da-Maschinen. Da hüpften Menschen in Weihnachtsbaumkostüm (!) und Engeloutfit (mit Lametta!) herum und verteilten Fitnessriegel mit Weihnachtsgeschmack (vermutlich, ich lehnte ab). Schnell in die letzte Ecke verkriechen, an die Dings-Da-Maschine wo man die Arme so seitlich hochdrücken muss. Ruhe! Oder auch nicht, denn ich vergaß die flächendeckenden Lautsprecher, die die sportive Masse mit hämmernden Beats zu immer neuen Höchstleistungen animieren soll. Nur gestern nicht, denn da traf ich auf IHN. Ein gehauchtes “Last Christmas” von George Michael in der 80er Version von Wham. Ein bisschen erleichtert war ich ja schon. Hier die Links für spannenderen Inhalt: Den ganzen Artikel lesen… »


12 Dezember

Ohne Worte: Mad World

von Robert ForstKategorie: FundgrubeDiskussion: 1 Kommentar

And I find it kind of funny, i find it kind of sad, the dreams in which i’m dying are the best i’ve ever had, i find it hard to tell you, i find it hard to take, when people run in Circles it’s a very very – Mad World” (Text: Tears for Fears – Mad World | Video via KFMW)


9 Dezember

10 düstere Songs für ein stilvolles Gothic Weihnachten

von Robert ForstKategorie: Dunkle KlängeDiskussion: 10 Kommentare
1984: Melissa und Lisa, die zu Weihnachten ihre schwarzen Wurzeln kurzerhand invertieren.  c) Melissa aus London

1984: Melissa und Lisa, die zu Weihnachten ihre schwarzen Wurzeln kurzerhand invertieren, sich an der Deko vergreifen und als Eisprinzessinnen gelten wollen. (c) Melissa aus London

Na? Schon in Weihnachtsstimmung? Oder schon längst im Weihnachtshass? Am besinnlichsten aller Feste scheiden sich die schwarzen Geister. Viele Gothics lehnen Weihnachten schlichtweg ab und schmücken noch nicht einmal die Yucca-Palme, andere dekorieren ihre Wohnung dezent mit glitzernden Totenköpfen und blutrotem Lametta während andere sich dem Fest ungeniert hingeben und sich einen von diesen unschuldigen Bäumen ins Wohnzimmer stellen.  Spätestens seit dem ersten Advent ist es unmöglich, sich dem kollektiven Wahnsinn zu entziehen. Nicht nur beim einkaufen locken immer neue weihnachtliche Absonderlichkeiten, sondern mittlerweile gibt es auch an manchen Tankstellen für jede Tankfüllung eine Christbaumkugel gratis, von den meisten Biersorten gibt es auch eine Wintersorte, die nicht knallt sondern klingelt und selbst in den dunkelsten Tanzschuppen der Republik lauern Weihnachtsmänner aus Schokolade auf ihre wehrlosen Opfer. Wenigstens bleibt man sich in seiner Freizeit musikalisch treu. Wenn man es dann schafft, beim schon obligatorischem “Last Christmas”, das aus rund 658 Millionen Lautsprechern auf diesem Planeten plärrt, auf Durchzug zu schalten.

Die Top 10 der düsteren Songs für ein stilvolles Weihnachten ist angetreten, den hartnäckigen Mythos, dass alle Gothics zu Weihnachten das Weihnachtsalbum von Unheilig rauf und runter hören, aufzubrechen. Denn tatsächlich ist die Szene musikalisch so breit aufgestellt, dass viele Stücke denkbare und stilvolle Weihnachtsbeschallung abgeben könnten obwohl es sicherlich geschmackliche Kontroversen gibt. Frau Eulenforst wettert im Hintergrund bereits über weibliches Gejaule und freut sich über Edward mit den Scherenhänden, Type O Negative und Alien Sex Fiend. Den ganzen Artikel lesen… »