8 September

Spontis Wochenschau #08/2014

von Robert ForstKategorie: WochenschauDiskussion: 1 Kommentar

Spontis WochenschauMögliche Zwischenüberschrift: Das merkwürdige Bekleidungsverhalten spätsommerlicher Großstadt-Bewohner. Ende August ist es nicht wirklich spätsommerlich, eher kalt und ungemütlich. Ich gestehe: Am 28. August habe ich die Heizung angemacht, es ging nicht anders. Gut, ich bin jetzt auch kein Maßstab, sondern eher ein Weichei, das im Bett die Wärme der Partnerin sucht, anstatt gesucht zu werden. So kam es auch, dass ich an diesem Donnerstag auf das Thermometer blickte und mich bei nachmittäglichen und ziemlich unsommerlichen 14 Grad für ein langärmliges Oberteil und eine leichte Übergangsjacke entschied, um Orphi Eulenforst, die mit einem leichten Rollkragenpullover und Mantel auf mich wartete, abzuholen. Doch was war das? Der Blick aus dem Seitenfenster des Autos offenbarte merkwürdige Gestalten. Da standen jungen Menschen mit Flip-Flops, Hot-Pants und Sommerkleidern an der Ampel neben einem Paar mit Pullover und Trenchcoat und wunderten sich offensichtlich nicht über die Anderen. Ich schon. Natürlich schlug ich mich moralisch auf die Seite der hoch Geschlossenen, während ich das junge Volk für die Unangepasstheit verspottete. Wie läuft das bei denen vor dem Kleiderschrank? Ach, heute ich ein August-Tag, es muss Sommer sein, ich nehm die Hotpants und das Spaghetti-Top! Ob man sich dann draußen weigert den Fehler einzugestehen oder man durch die Sonne im Herzen den Körper aufheizen kann, ich weiß es nicht. Wie läuft das bei mir vor dem Kleiderschrank? Ich gucke auf das Thermometer, schaue aus dem Fenster und kombiniere so, dass ich für die aktuelle Witterung und kommende Eventualitäten, die ich dem Wetterbericht entnehme, gerüstet bin… Scheiße, schießt es mir durch den Kopf, bin ich ein Spießer. Irgendwann habe ich auch Multifunktionsjacken mit Bärentatze an der Kleiderstange hängen. Eine gruselige Vorstellung! Auf dem Parkplatz des Supermarktes schmeiße ich die Übergangsjacke rebellisch in den Kofferraum und setze mich nur mit dem langärmligen Oberteil der Witterung aus. Ha! Obwohl ich ein wenig fröstel, fühle ich mich moralisch besser und allzu weit bis zum Eingang ist ja auch nicht. Den ganzen Artikel lesen… »


3 September

Interview: Young & Cold II – Die Arterhaltung geht weiter

von Robert ForstKategorie: VeranstaltungenDiskussion: 9 Kommentare

Young and ColdEs ist irgendwie ein spannendes Gefühl bei etwas dabei zu sein, dass sich vielleicht einmal als die Geburtsstunde eines legendären Festivals entpuppt. Genau vor einem Jahr hatte ich dieses Gefühl: Auf dem ersten Young & Cold Festival in Augsburg. Okay, das klingt dem ein oder anderen jetzt vielleicht etwas zu dick aufgetragen und sicher war das kleine Festival auf dem der ein oder andere war, genauso toll und umwerfend. Die gemeinschaftliche Kernaussage aber bleibt: Leidenschaftliche Veranstaltungen, die keinen Wert darauf legen reich & berühmt zu werden und etwas für die Szene tun wollen, sind etwas großartiges. Entsprechend froh war ich natürlich, als die Pläne für das diesjährige Fortsetzung immer konkreter wurden. Offensichtlich hat das “Erwachen”, von dem einer der Organisatoren im letzten Jahr sprach, stattgefunden, denn bereits 2013 konnte man wegen des bregenzten Platzangebots in der Ballonfabrik nicht alle Ticketnachfragen erfüllen. Die Augsburger Kantine, an dem am Samstag auf zwei Bühnen die Bands auftreten werden, soll der gestiegenen Nachfrage Rechnung tragen. Die Verkaufszahlen sprechen bereits für sich: Der Freitag, der immer noch in der Ballonfabrik ausgetragen wird, ist bereits ausverkauft, doch für den Samstag, an dem viele bekannte und unbekannte Wave-Bands auftreten, gibt es noch Karten.

Grund genug mit Marcel, einem der Veranstalter, nocheinmal ein kurzes Interview zu führen um herauszufinden, wie sich das Young & Cold 2014 präsentieren wird und wo die Reise des Non-Profit-Festivals hingehen soll.

Das Young & Cold II – Festival findet vom 12. bis zum 13. September in Augsburg statt. Freitag spielen The Flood, Elvira and the Bats und die Fliehenden Stürme in der Ballonfabrik. Samstag präsentieren sich dann Neon Romance, Blipblop, Parade Ground, UV Pop, Endlose Emotion, Lower Synth Department, Bloodygrave & Die Lust, Vendome (ex. Second Decay) und Oppenheimer mkII einem höchstwahrscheinlich begeisterten Publikum in der Kantine. Vielleicht sehen wir uns?
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31 August

Ohne Worte: Wenn Designer Pikes interpretieren

von Robert ForstKategorie: FundgrubeDiskussion: 15 Kommentare

Toga Pulla Pikes

 

Die Zutaten sind simpel: Man nehme Chelsea Boots, oder ein bisschen Creepers-Feeling, vielleicht hier und da einen Hauch Cowboy-Stiefel und die legendären Pikes-Schnallen. Für die Heel-Fans gibts dann einen entsprechenden Absatz, 5 Schnallen und Golfer-Fransen. Fertig ist der aktuellste Schuh-Trend in der Modehauptstadt jenseits des Ärmelkanals. Das ganze wird entsprechend aufgekocht, mit dem Designer-Label Toga Pulla versehen und bei Fenwick’s in London für rund 300 britische Pfund unter die Modebewussten gebracht. (Danke an Carmen!)


30 August

Liber Occulti: Das verwunschene Kloster am Uhlberg

von Robert ForstKategorie: Liber OccultiDiskussion: Keine Kommentare
Uhlberg Kapelle

Die mysteriöse Kapelle auf dem Uhlbeg
(cc) PD Sarus7345

Liber Occulti II/MMXIV:  Jeder, der das verlassene Kloster in den vergangenen Jahren besuchte, berichtet von dieser unheimlichen Stille, die den Ort in einen gespenstischen Nebel der Geräuschlosigkeit hüllt. Der Wald, so berichten Besucher, macht hier keine gewohnte Geräuschkulisse und die Tiere des Waldes scheinen diesen Ort zu meiden. Alles Humbug?

Der Uhlberg (Eulenberg) wird 1144 erstmals urkundlich erwähnt, liegt unweit der Ortschaft Treuchtlingen (Bayern) und ist dunkle Heimat der vergessenen und entweihten Kapelle St. Ulrich. Erstmals gründeten Benediktinerinnen um das Jahr 1200 ein Kloster auf dem abgeschiedenen Berg. Wie damals üblich, siedelten auch einige Bauern im Umkreis des abgelegenen Klosters, die Siebeneichenhöfe am Fuße des Hügels, zeugen noch heute von dieser Zeit. Möglicherweise waren es die Ordensfrauen, die im Kloster eine Madonnenfigur, die sogenannte “Mondsichel-Madonna”, aufstellten und den Berg damit im Laufe der Jahre zu einem immer bekannter werdenden Wallfahrtsort machten. Auf Veranlassung des Papstes ersetzte man das Bauwerk 1466 durch ein größeres, deren verfallenen Überreste jetzt im Wald zu finden sind.

Während des Bauernkrieges im Jahre 1525 wurde das Kloster zerstört, vermutlich war es der wütende Mob der seinem Zorn auf den Klerus und die Obrigkeit auf dem Uhlberg freien Lauf ließ. Am 1. Mai 1525 wurden die Ordensfrauen durch lautes Glockengeläut eines entfernten Klosters vor den herannahenden Bauern gewarnt. Sie brachten in aller Eile die Kostbarkeiten des Klosters in Sicherheit und flohen. Das Kloster brannte bis auf die Grundmauern nieder. Zwar beantragte man 1629 den Wiederaufbau des Klosters, doch das Aufbegehren blieb ungehört. Seit dem ranken sich unzählige Sagen um den verwunschenen Ort Den ganzen Artikel lesen… »


29 August

1988: Depeche Mode Party im Zwickauer Jugendclub

von Robert ForstKategorie: Dunkle VergangenheitDiskussion: Keine Kommentare

Depeche Mode ScreenshotVon den tausenden Depeche Mode Fans, die an einem eiskalten Tag im März 1988 zu einem Konzert in der Werner-Seelenbinder-Halle in Ost-Berlin pilgerten, hatten die wenigsten eine Eintrittskarte. Nirgendwo ein Hinweis darauf, dass die Band tatsächlich an diesem Tag dort auftrat und doch waren allein die Gerüchte ausreichend, eine Massenwanderung schwarz gekleideter Menschen auszulösen. Es muss ein Gefühl von Morgenluft gewesen sein, als man dann erfuhr, dass Depeche Mode tatsächlich dort aufgetreten war, ein Gefühl, dass die DDR ihren andauernden Kampf gegen die Musik des imperialistischen Westens nicht mehr ganz so akribisch durchzog. 1988 muss es dann eine ganze Welle von Depeche-Mode Partys gegeben haben, die in jeder größeren Stadt die Fans der Band anlockte. Vielleicht war es die Zuversicht, dass die Band, die auf dem Geburtstag der FDJ spielen durfte, nun zu den geduldeten Musiker der DDR zählte? So wundert es jedenfalls nicht, dass die jungen Menschen vor dem Zwickauer Jugendclub “Vaterland” ausgelassen auf den Einlass zur angekündigten Depeche Mode Party warten. Den ganzen Artikel lesen… »


23 August

Parallelwelt entdeckt! Exklusives Video vom Leben auf Gothic II

von Robert ForstKategorie: FundgrubeDiskussion: 41 Kommentare

cp 1919 an der uniWas zunächst als merkwürdig regelmäßige Wellenform von den Radioteleskopen aufgefangen wurde, klang für die Wissenschaftler merkwürdig. War das eine alte, längst vergessene musikalische Klangreihenfolge, die man vor rund 30 Jahren auf unserem Planeten entwickelte? Womöglich ein interstellares Echo, das die von uns ausgesendeten Signale zu uns zurückspiegelte? Analysen ergaben jedoch, dass es sich um ein stark verzerrtes und vereinfachtes Abbild der ursprünglichen Sequenzen handelte. Als hätte eine fremde Intelligenz die Funkwellen unseres Planeten aufgefangen, remoduliert und zu uns zurückgeschickt. Konnte das sein? Eine Botschaft?  Tiefere Analysen förderten zu Tage, dass eine verborgenen Trägerwelle in den Klangmustern mehr Informationen mit sich trug als sie für die Generierung von Tönen nötig gewesen wäre. Selbst Dechiffrierungsexperten aus aller Welt sahen sich nicht in der Lage, das komplexe Signal zu entschlüsseln. Einem Zufall ist es zu verdanken, dass das Signal nun doch entschlüsselt werden konnte. Praktikant New Dave war in seiner Nachtschicht gerade mit Reinigungsarbeiten beschäftigt, als er die immer noch laufende Übertragung in den menschenleeren Forschungsräumen hörte. Er schloss einen Fernseher an und koppelte das Signal mit dem Antenneneingang. Was dabei herauskam, war unglaublich! Den ganzen Artikel lesen… »


21 August

Liber Occulti: Die Menschenschlachter von Herxheim

von Robert ForstKategorie: Liber OccultiDiskussion: 8 Kommentare
Skelett

Verstreutes Skelett in Herxheim
(c) Universität Tübingen

Liber Occulti I/MMXIV – Archäologen machen grausige Funde in Herxheim. Knochen von rund 1000 Menschen werfen die Frage auf: Gab es Kannibalen in der Jungsteinzeit?

Was man zwischen 1996 und 1999 bei Ausgrabungen einer steinzeitlichen Siedlung im rheinland-pfälzischem Herxheim fand, gab den Archäologen schaurige Rätsel auf. In einer länglichen Grube fand man unzählige menschliche Knochen von rund 1000 Menschen jeden Alters und aus ganz Europa. Das sie teilweise aus Frankreich und dem Elbtal stammten, konnte man anhand von Keramikscherben nachweisen, die man zwischen den Knochenstücken fand.
Die Toten wurden kurz nach ihrem Tod fachmännisch zerlegt, das belegen Bruch- und Schnittspuren an den Knochen die den Spuren an geschlachteten Viehknochen sehr ähneln. Die Forscher vermuten sogar, das zeigen Indizien an den Überresten, dass die Leichenteile an einem Spieß gebraten worden sein könnten. Manche der Knochen sind so fein zerschlagen, dass man auch von Knochenmarkgewinnung ausgehen muss, womöglich um sie in einer Suppe auszukochen. Haben die Bewohner der kleinen Siedlung, die auf das Jahr 5000 v.Chr. zurückdatiert ist, Menschen gegessen? Den ganzen Artikel lesen… »


20 August

I am Providence – Glückwunsch, Herr Lovecraft

von Robert ForstKategorie: DokumentationenDiskussion: 7 Kommentare
Grabstein

Der eigene Grabstein für Howard Phillips Lovecraft
(cc-by) Will Hart

Heute vor 124 Jahre wurde Howard Phillips Lovecraft in Providence (Rhode Island) geboren. Schon früh förderte sein Großvater die literarische Neigung seines Enkels und schenkte ihm Bücher wie die” Geschichten aus Tausend und einer Nacht”. Zum Missfallen von Lovecrafts Mutter Sarah erzählte der Opa seinem Enkel auch selbsterfundenen Horrorgeschichten. Bereits mit 9 Jahren verfasste er handschriftliche Zeitschriften mit dem Titel “The Scientific Gazette” und “The Rhode Isalnd Journal of Astronomy”, die er unter seinen Verwandten und Freunden verteilte und in denen er sein Interesse an Geschichte und Astronomie auslebte. H.P. Lovecraft war ein begabtes Kind, dass sein Leben einer blühenden Phantasie widmete und einige der einflussreichsten Werke der Horror-Literatur verfasste. Seine Texte, Bücher und Werke, die zu Lebzeiten nie für ein anständiges Auskommen reichten, sind heute Legende, Mythos und Inspiration für viele weitere Künstler.

1937 starb Lovecraft an den Folgen von Darmkrebs. Er wurde im Familiengrab beigesetzt und sein Name wurden neben dem seiner Eltern eingemeißelt. 1977 setzten Verehrer des “Meisters” ihm einen eigenen Grabstein, auf dem der Spruch “I am Providence” steht, der aus einem seiner Briefe stammt. Fans, die das Grab besuchen, verzieren es immer wieder mit einem Zitat aus “The Nameless City”: “That is not dead which can eternal lie, and with strange aeons even death may die.” Meine Glückwünsche gelten einem Schriftsteller, der seiner Phantasie mit Worten beflügeln konnte und damit Geschichten schuf, die immer noch verstörend komplex bis unbegreifbar philosophisch interpretiert werden. Sie gelten einem Künstler der es wie kein Zweiter verstand, die dunkle Seite der menschlichen Phantasie so gekonnt in Szene zu setzen. Den ganzen Artikel lesen… »


18 August

Ohne Worte: Eine Nacht in den Katakomben, Zürich 1992

von Robert ForstKategorie: Dunkle Vergangenheit, FundgrubeDiskussion: 14 Kommentare

Der Magic Circle präsentiert: “Noel Noire”, Katakomben in Zürich 1992 (Danke! an Ernest Maerki für die Einsendung)
Früher war alles besser? “…wir lebten in den 90ern eine Utopie, unsere einmalige Utopie: Katakombe, Laby, Aera – zehn Stunden Glück, die mir den Kater wert waren. Zeitvergessenheit, Hormonwolken, ozeanische Gefühle. Und heute? Bügeln, Weiterbildung, Kinderwagen, Facebook. Wer’s verpasst hat, tut mir leid – was ist besser geworden?” (Aus den Kommentaren zum Artikel “Zürichs verschwundene Partytempel“)

 

 


13 August

Musikperlentaucher – Tauchgang #30

von Robert ForstKategorie: Back to the RootsDiskussion: 14 Kommentare

Shock Therapy – Hate is a 4-letter Word

What has changed me into something i dont know?” 1984 gründete der aus Detroit stammende Gregory John McCormick (Itchy) eine Band, die er nicht umsonst “Shock Therapy” nannte. Der Sänger, Gittarist und Pianist verbrachte viele Jahre in diversen Psychiatrien, seine dort gesammelten Erfahrung beeinflussten nicht nur den Bandnamen, sondern auch viele seiner depressiven Texte.  Mit der Band fand er die Möglichkeit, seiner Aggressivität ein kreatives Ventil zu verschaffen und so wundert es auch nicht weiter, dass der ein Jahr später geschriebene Song “Hate is a 4-letter-Word” zu den erfolgreichsten der Band zählt. In den USA fanden seine tiefgründigen Texte jedoch keine Beachtung, das erwünschte Feedback blieb aus, er beschließt, nach Europa zu gehen. Dem INTRO-Magazin verriet 1993: “Das amerikanische Publikum ist völlig leer. Sie stehen da und glotzen dich an. Niemand gibt sich die Mühe, in die Musik einzutauchen. Die Europäer, vornehmlich die Deutschen, sind da ganz anders. Sie konzentrieren sich auf das, was abgeht; sie wollen die Musik nicht nur hören, sondern auch verstehen.” Doch die Schatten des eigenen Selbst sind stärker. Nach einem 7-jährigen Gefängnisaufenthalt zeigt sich Itchy geläutert und kündigt sogar ein neues Album an. Von der Realität eingeholt stirbt er 2008 im Alter von 44 Jahren vermutlich an einer Alkoholvergiftung. “A classic Film of Yesterday ist just Today; once tomorrow, maybe never, i hate me.

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