20 Februar

Spontis Wochenschau #1/2017: Wir sind Touristen unserer eigenen Jugend

von Kategorie: WochenschauDiskussion: 4 Kommentare

Spontis WochenschauUm 23:00 soll die Vorstellung beginnen. Ein Blick auf die Uhr verrät, es ist soweit. Ein Blick auf die Eintrittskarte versichert: Wir sitzen im richtigen Kino und auf den richtigen Plätzen. Trotzdem ist der Saal leer. Im Foyer dachte wir noch anders: Menschenmassen vor den Kassen, das Popcorn in der ersten Tankstelle für Kinogänger war schon so gut wie leergefegt und die Toiletten waren nicht mehr als solche zu erkennen. Doch wir sitzen vor unzähligen leeren Sitzreihen. Das Interesse an Trainspotting 2, dem Nachfolger des legendären und prägenden englischen Anti-Drogen-Films der 90er Jahre, ist gering. Kurz bevor die Werbung endet, gesellen sich noch ein paar End-30er dazu, ein Betrunkener direkt vor uns und ein Paar 2 Reihen weiter vorne. Doch die zwei haben sich bestimmt vertan, was ihnen auch selber auffällt, als sie 30 Minuten später das Kino verlassen. Möglicherweise dachte man: „Komischer Anfang von dem 50 Shades of Dinges Nachfolger!„, der ganz nebenbei erwähnt gleich in 2 Kinos lief und restlos ausverkauft war.
Zugegeben. An das Original reicht der zweite Teil nicht heran, zu bemüht erscheint mir die Idee, die Geschichte der 4 Protagonisten fortzuführen. Es fehlt die düstere Frische, der Hauch Todessehnsucht, die Hoffnungslosigkeit und das Bestreben wieder einen Zeitgeist festzuhalten, der sich damals genau so breit gemacht hatte. Interessanterweise erkennt das der Film auch selbst und einige seiner Dialoge und Monologe sind druckreif für die Geschichtsbücher der Selbstreflexion. Warum also ist das Kino so leer? Die Erklärung erscheint simpel. Niemand hatte das Original wirklich gesehen. Für die meisten Jugendlichen von damals war Trainspotting der Song „Born Slippy“ von Underworld und die Kenntnisse des Inhalts beschränken sich auf die Inhalte des Musikvideos. Für meinen Sitznachbarn war es jedenfalls eine Erfahrung, denn mit ihm hatte ich den ersten Teil noch einige Stunden vorher auf einem „Pervers großen Fernseher“ gesehen, bevor ich ihn in die Fortsetzung entführte. Wir sind eben Touristen unserer eigenen Jugend. Den ganzen Artikel lesen… »


10 Februar

Underground Festival Guide 2017

von Kategorie: VeranstaltungenDiskussion: 12 Kommentare

Festival Guide 2017Auch in diesem Jahr gibt es wieder unzählige Underground Festivals abseits der schwarzen Mainstream zu entdecken. Menschenmassen, Selbstdarsteller, Kamerateams und immer wieder die gleichen Bands – das Standardprogramm großer Festivals. Da kommt keine Stimmung auf?! Egal, denn die Szene hat mehr zu bieten. Mehr von allem: mehr Atmosphäre, mehr Klangrausch, mehr Gefühl, mehr Fertigkeit, mehr Musikliebhabende, mehr Künstler, die sich in das Publikum mischen, mehr schwarze Szene. Viele der kleinen und ambitionierten Veranstaltungen bringen auch den Do-It-Yourself Gedanken zurück in die Szene, denn die meisten hier vorgestellten Festivals sind aus der Szene gekommen und für die Szene gemacht. Oftmals bedienen diese kleineren Festivals auch einen spezielleren Geschmack und werden ihren vollmundigen Ankündigungen gerechter, als größere Veranstaltungen, die versuchen müssen einem breiteren Geschmack gerecht zu werden.

Wie in den beiden Jahren zuvor sammelt Spontis diese Veranstaltungen im In- und europäischen Ausland für die kommenden Monate. Sollte eure eigene Veranstaltung oder das heiß geliebte Mini-Festival fehlen, benutzt die Kommentare, um uns und unsere Leser darüber zu informieren. Die Termine werden, wie üblich, ständig aktualisiert und hier eingepflegt.

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8 Februar

Mein schaurig schönes Tagebuch – Episode 12: Einsam und doch nicht allein

von Kategorie: AnsichtssacheDiskussion: 4 Kommentare

das schaurig schoene tagebuchLiebes Tagebuch. Ich entschuldige mich gleich im Voraus für die verlaufende Tinte meiner schwermütigen Worte, denn dieser Eintrag drückt auf die Tränendrüse, jedenfalls auf meine. Glücklicherweise schreibe ich nicht mit Tinte, sondern mit Tasten und Bildschirme neigen bekanntlich auch nicht dazu, unter tropfenförmiger Wassereinwirkung die Worte zu verschmieren. Auch die Schwerkraft spielt bei näherer Betrachtung mit, denn Tränen fallen nach unten und nicht nach vorne. Jedenfalls in diesem Universum. Aber ganz so traurig wie es klingt, oder wie es den Klischees unserer Subkultur nach klingen sollte, ist es dann doch nicht. Im Gegenteil, was mit Einsamkeit beginnt, endet mit Hoffnung. 

Wie du weißt, liebes Tagebuch, sitze ich einsam vor dem Bildschirm, wenn ich Artikel schreibe, Kommentare beantworte, Bilder veröffentliche und Informationen für neue Ideen suche. Das war immer schon so. Ich tauche ein in die virtuelle Welt, in der Gut und Böse, Legal und Illegal und letztendlich auch Einsamkeit und Gemeinschaft so nahe beisammen liegen. Ein paar mal die falschen Tasten gedrückt, hier mal unbedacht was angeklickt, schon ist das Gleichgewicht der Dinge gestört. Und weil das alles so einfach und virtuell erscheint, fühlt sich die Welt dann doch irgendwie unecht an. Denn du kannst sie ausschalten. Ganz einfach. Doch das sollte ein Irrtum sein. Den ganzen Artikel lesen… »


1 Februar

Schwarz humoriger Buch-Tipp: Klaus Märkert – Schatten voraus

von Kategorie: Bücher und ZeitschriftenDiskussion: 17 Kommentare

Schatten voraus - Klaus MaerkertDas sitze ich nun in meinem Kopf vor den unzähligen Schubladen, in denen ich die Bücher einsortiere, die ich gelesen habe. Kleine gelbe Schildchen verraten, welches Genre in den Schubladen zu finden ist. In den Händen halte ich das Buch „Schatten voraus“ von Klaus Märkert. Sobald mir eine Schublade passend erscheint und ich das Buch reinstelle, um zu sehen wie es darin wirkt, fällt mir augenblicklich eine Passage ein, die den Freudentaumel über die geglückte Zuordnung im Keim ersticken lassen. Ich weiß es einfach nicht. Mein Blick streift hilflos über die Schildchen der Schubladen: Krimis, Fantasy, Humor, Schauergeschichte, Horror, Biografie. Es ist einfach von allem etwas dabei, doch keiner der Begriffe beschreibt den mittlerweile dritten Roman des Bochumer Schriftstellers zufriedenstellend. Seine beiden ersten Bücher machten es mir noch leicht, denn „Hab Sonne“ und „Requiem für Pac-Man“ passen ganz hervorragend in die Schublade der Biografien. 

Wer den Mann mit dem bewegten Lebenslauf jedoch schon ein bisschen länger verfolgt – so wie ich – und ihn auf einen seiner zahlreichen Lesungen besucht hat, weiß auch um seine Talente für skurrile Kurzgeschichten. Obwohl „verfolgt“ jetzt nicht wortwörtlich zu nehmen ist, denn hinterhergestiegen bin ich ihm ja nicht, es soll eben nur zum Ausdruck bringen, das ich möglicher voreingenommen bin, da ich gut finde, was Märkert macht.  Die drei weiteren Werken „Ich bin dann mal tot“ (zusammen mit Myk Jung), „Der Tag braucht das Licht, ich nicht“ und „Schlagt sie tot in den Wäldern“ sind Sammlungen von Kurzgeschichten, von denen viele eine Fortsetzung verdient hätten. So erscheint mir sein dritter Roman als logische Schlussfolgerung, endlich aus dem Schatten der eigenen, kurzweiligen und skurrilen Geschichten herauszutreten und daraus ein ganzes Buch zu zaubern. Zur Geschichte:  Den ganzen Artikel lesen… »


30 Januar

Black Friday im Louvre: Was, wenn Provokation plötzlich funktioniert?

von Kategorie: BrennpunktDiskussion: 21 Kommentare

Black Friday und Schwarzkittel in ParisWas für das Grufti-Ehepaar Freyja und Matthias als romantischer Urlaub in die Stadt der Liebe geplant war, endete in einem Drama. In den Louvre, eines der berühmtesten Museen der Welt, gewährte man ihnen keinen Einlass, weil es wegen ihres Aussehen angeblich Sicherheitsbedenken gäbe. Der eigentliche Grund war, davon sind die beiden fest überzeugt, allein ihr Aussehen und nicht die vorgeschobenen Sicherheitsbedenken. Als sie einen Tag später den historischen Pariser Friedhof Père-Lachaise besuchten, wurden sie erst von der Security verfolgt, dann hielt man sie gegen ihren Willen fest. Freyja wurde gezwungen, die für ihren Youtube-Kanal „Black Friday“ entstandenen Videoaufnahmen, die sie während ihres Rundgangs gemacht hatte, zu löschen. Während man angeblich auf die Polizei wartete, gab man dem Ehepaar zu verstehen, dass ihre Kleidung und Schmuck respektlos gewesen wären. Für die beiden Gothics, die ausleben was sie sind, ein herzzerreißender und negativer Höhepunkt der Reise in die Stadt der Liebe.

Haben die beiden einen Fehler gemacht, indem sie sich nicht anpassten? Sind die Wachleute schuld, die aufgrund von Äußerlichkeiten über die Menschen urteilen? Was tun, wenn die Provokation plötzlich funktioniert? Den ganzen Artikel lesen… »


24 Januar

Video der Woche: Bestraft ihn! Er hat es nicht anders gewollt.

von Kategorie: FundgrubeDiskussion: 33 Kommentare

Bestraf mich - ScreenshotLiebe Leser. Das nun nachfolgend präsentierte Video der Band Arise-X könnte zart besaitete Dunkelgeister nachhaltig verstören, schockieren, beeindrucken oder wahlweise auch belustigen. Je nach dem welche der unzähligen schwarzen Schubladen unserer Szene ihr Euch zugehörig fühlt, welche Weltanschauung ihr vertretet oder auch wo Eure sexuelle Präferenzen liegen. Ich möchte darauf hinweisen, dass der folgende Text nur die persönliche und subjektive Meinung des Autors darstellt und nicht etwa den Anspruch einer fundierten Auseinandersetzung erhebt.

Der akustische Verführer („Sonic Seducer“) präsentierte mir dieses Werk in meinem – bis zur dieser Stunde – recht jungfräulichen Nachrichtenstrom, der sich bis dahin unschuldig in immer neuen Trump-Karikaturen, Björn Höcke-Zitaten und heimwerkenden Orang-Utans wälzte. „Abwechslung!“ schrien freudig die eingerosteten Synapsen, denn was das Fachblatt der schwarzen Subkultur verbreitet, muss einen gewissen Mehrwert inne haben. Einen beherzten Klick auf den „Play Button“ und mutig in den Vollbildmodus gesprungenen Augenblick später sehe ich mich nicht nur mit in schwarzen Klamotten gehüllten Lustmolchen konfrontiert, sondern auch mit äußerst verstörenden Textzeilen wie „Bestraf mich! Ich will mich leiden sehen!“ zugedröhnt, die vom hämmernde Techno-Beat getragen, durch die Windungen des Gehörgangs dringen.  Den ganzen Artikel lesen… »


18 Januar

Zu guter Letzt: Die Gothic Friday Mecker-Cracker

von Kategorie: Gothic FridayDiskussion: Keine Kommentare

cracker

Genug gemeckert! Als „Gegenkultur zur Meckerbewegung“ müssen wir nach vorne schauen. Es wird also höchste Zeit, den Gothic-Friday mit dem Dezember-Thema „Black & Annoying“ abzuschließen. Ein Thema, das offensichtlich viele Leser dazu genutzt haben, endlich mal Dampf abzulassen. Nicht nur hier gab es viele Einsendung, sondern auch auf Facebook wurde zahlreiche Kommentare hinterlassen. Ich habe sie einfach mal Mecker-Cracker genannt, kurze Ausbrüche aus der Ignoranz, unerwünschte Dinge auszublenden. Zu kurz, um einen ganzen Artikel daraus zu zaubern, zu lang und gehaltvoll, um sie im Daten-Nirwana verschwinden zu lassen. Cracker eben. Salziges Gebäck, wenn man so möchte. Und nach jedem Griff zum Gebäck sagst du Dir, „So! Jetzt ist aber Schluss!“ Das Problem: wenn du einmal damit anfängst, hörst du erst wieder auf, wenn die Tüte leer ist.

Hier also die gefüllte Tüte schwarzer Cracker. Lasst sich Euch schmecken. Danach ist endgültig Schluss mit dem ewigen Genörgel ;) Den ganzen Artikel lesen… »


16 Januar

Propheten der Dunkelheit – 2017 im Zeichen des Post-Punk

von Kategorie: Dunkle LichtblickeDiskussion: 9 Kommentare
Masquerade - Finnland - Press Promo

Die finnische Band Masquerade ist am 3. Juni 2017 im Täubchenthal im Rahmen des WGT zu sehen.
(c) Masquerade

Etwa alle 10 Jahre wird der Goth-Szene ihr Untergang prophezeit. Die Gründe liegen scheinbar jedes mal auf der Hand. Nicht nur die neu hinzugekommenen Szene-Mitglieder treiben immer unverständlichere Blüten, sondern auch musikalisch scheint sich alles das, was zu Beginn der Dekade noch frisch und unverbraucht erschien, totgelaufen zu haben. Und neue Sachen? Goth bewahre! Alles schon mal dagewesen, alles nur eine Kopie. 

Spontis behauptet: Alles Unsinn! Mit jedem Jahrzehnt wird man eines Besseren belehrt, denn auf dem fruchtbaren Boden, den die „Alten“ in den 80ern sähten, wachsen immer wieder neue Bäume. Natürlich, der schwarze Apfel, der auf diesen Bäumen wächst, wird dadurch nicht neu erfunden, doch immer wieder benetzen neue Geschmacksrichtungen den gruftigen Gaumen und können dem Geneigten wohl möglich ein freudestrahlendes Glucksen – wahlweise aber auch ein melancholisches schlurfen – entlocken. Selbstverständlich nicht bei allen. die Szene-Maurer mauern meterhoch um ihre Erstpressung von „Disintergration“ und Gothic-Katzen fauchen den Angreifer an, um sich dann auf der ewig drehenden „Vision Thing“ schnurrend einzurollen. Frei nach dem Motto: „Was der Grufti nicht kennt, wird nicht betanzt.“ Doch woran scheitert die musikalische Weitsicht? An fehlendem Nachwuchs kann es jedenfalls nicht liegen. Spontis zeigt eine Reihe von recht jungen Post-Punk Bands, die man auch 2017 im Ohr behalten sollte: Den ganzen Artikel lesen… »


14 Januar

Resümee November: Abgrenzung und Gesellschaftskritik

von Kategorie: Gothic FridayDiskussion: Keine Kommentare

Gothic ZooIn den kalten Tagen des Novembers nahmen einige Beitragsschreiberinnen und Beitragsschreiber die Feder in die Hand und teilten uns ihre Ansichten mit, welche Rolle für sie Gesellschaftskritik und Abgrenzung in der Schwarzen- beziehungsweise Gothic-Szene spielt. Wird nicht alles kommentarlos hingenommen? Gibt es im gemeinen Goth einen Funken Auflehnung? Und wie war das noch gleich mit der Abgrenzung? All dies wird nun endlich nochmal zusammengefasst, nach Wochen der erzwungenen Untätigkeit und Aufschieberei…

Wir hatten wieder einmal einige Fragen gestellt, deren Erste sich darum drehte, was genau man warum ablehnt und ob die Gründe von Euch als Szene-typisch angesehen werden.

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12 Januar

Gothic Friday Dezember – Bitte keinen Stillstand und Falsch-Etikettierungen. Danke. (Svartur Nott)

von Kategorie: Gothic FridayDiskussion: 6 Kommentare

WGT 2011 - tobikultMeckern, so meine Erfahrung, ist tief ins uns verankert. Auch Svartur Nott kann sich dem Sog, seine Meinung zur schwarzen Szene einmal ungefiltert unter die Menschen zu blasen, nicht entziehen. Für den Gothic Friday im Dezember hat er sich trotz massiver zeitlicher Unpässlichkeit hingesetzt, um seine Sicht der Dinge zu schildern, vor allem, weil er einige andere Beiträge bisheriger Teilnehmer nicht stillschweigend hinnehmen will.

Es war Dezember und ich war fertig mit der Welt. Wollte endlich das Resümee zum Novemberthema beenden, welches aufgrund massiver Mehrarbeit in den letzten Wochen vor Jahresende seiner Vollendung harrte. Wollte eigentlich endlich mal wieder Kraft schöpfen und mich den Menschen, die ich gerne habe, widmen. Wollte mich mal wieder mit den wichtigen Dingen im Leben beschäftigen.

Doch nein, ein inneres Bedürfnis ließ mich mit Beginn des neuen GF-Themas nicht in Ruhe… Kritik an der Schwarzen, respektive Gothic-Szene zu üben, das anzusprechen, was mich schon seit längerem ankotzt. Aber nicht nur simpel zu motzen, sondern auch Wege aufzuzeigen, wie etwas in dieser diversen Subkultur besser gemacht werden könnte. Denn auch wenn ich mich immer wieder frage, ob diesem Umfeld der richtige Platz für mich ist, hält sie mich doch fest im Griff. Mehrere Gastbeitrage haben schon ordentlich vorgelegt, also auf ins Getümmel… Den ganzen Artikel lesen… »