31 August

Ohne Worte: Wenn Designer Pikes interpretieren

von Robert ForstKategorie: FundgrubeDiskussion: 2 Kommentare

Toga Pulla Pikes

 

Die Zutaten sind simpel: Man nehme Chelsea Boots, oder ein bisschen Creepers-Feeling, vielleicht hier und da einen Hauch Cowboy-Stiefel und die legendären Pikes-Schnallen. Für die Heel-Fans gibts dann einen entsprechenden Absatz, 5 Schnallen und Golfer-Fransen. Fertig ist der aktuellste Schuh-Trend in der Modehauptstadt jenseits des Ärmelkanals. Das ganze wird entsprechend aufgekocht, mit dem Designer-Label Toga Pulla versehen und bei Fenwick’s in London für rund 300 britische Pfund unter die Modebewussten gebracht. (Danke an Carmen!)


30 August

Liber Occulti: Das verwunschene Kloster am Uhlberg

von Robert ForstKategorie: Liber OccultiDiskussion: Keine Kommentare
Uhlberg Kapelle

Die mysteriöse Kapelle auf dem Uhlbeg
(cc) PD Sarus7345

Liber Occulti II/MMXIV:  Jeder, der das verlassene Kloster in den vergangenen Jahren besuchte, berichtet von dieser unheimlichen Stille, die den Ort in einen gespenstischen Nebel der Geräuschlosigkeit hüllt. Der Wald, so berichten Besucher, macht hier keine gewohnte Geräuschkulisse und die Tiere des Waldes scheinen diesen Ort zu meiden. Alles Humbug?

Der Uhlberg (Eulenberg) wird 1144 erstmals urkundlich erwähnt, liegt unweit der Ortschaft Treuchtlingen (Bayern) und ist dunkle Heimat der vergessenen und entweihten Kapelle St. Ulrich. Erstmals gründeten Benediktinerinnen um das Jahr 1200 ein Kloster auf dem abgeschiedenen Berg. Wie damals üblich, siedelten auch einige Bauern im Umkreis des abgelegenen Klosters, die Siebeneichenhöfe am Fuße des Hügels, zeugen noch heute von dieser Zeit. Möglicherweise waren es die Ordensfrauen, die im Kloster eine Madonnenfigur, die sogenannte “Mondsichel-Madonna”, aufstellten und den Berg damit im Laufe der Jahre zu einem immer bekannter werdenden Wallfahrtsort machten. Auf Veranlassung des Papstes ersetzte man das Bauwerk 1466 durch ein größeres, deren verfallenen Überreste jetzt im Wald zu finden sind.

Während des Bauernkrieges im Jahre 1525 wurde das Kloster zerstört, vermutlich war es der wütende Mob der seinem Zorn auf den Klerus und die Obrigkeit auf dem Uhlberg freien Lauf ließ. Am 1. Mai 1525 wurden die Ordensfrauen durch lautes Glockengeläut eines entfernten Klosters vor den herannahenden Bauern gewarnt. Sie brachten in aller Eile die Kostbarkeiten des Klosters in Sicherheit und flohen. Das Kloster brannte bis auf die Grundmauern nieder. Zwar beantragte man 1629 den Wiederaufbau des Klosters, doch das Aufbegehren blieb ungehört. Seit dem ranken sich unzählige Sagen um den verwunschenen Ort Den ganzen Artikel lesen… »


29 August

1988: Depeche Mode Party im Zwickauer Jugendclub

von Robert ForstKategorie: Dunkle VergangenheitDiskussion: Keine Kommentare

Depeche Mode ScreenshotVon den tausenden Depeche Mode Fans, die an einem eiskalten Tag im März 1988 zu einem Konzert in der Werner-Seelenbinder-Halle in Ost-Berlin pilgerten, hatten die wenigsten eine Eintrittskarte. Nirgendwo ein Hinweis darauf, dass die Band tatsächlich an diesem Tag dort auftrat und doch waren allein die Gerüchte ausreichend, eine Massenwanderung schwarz gekleideter Menschen auszulösen. Es muss ein Gefühl von Morgenluft gewesen sein, als man dann erfuhr, dass Depeche Mode tatsächlich dort aufgetreten war, ein Gefühl, dass die DDR ihren andauernden Kampf gegen die Musik des imperialistischen Westens nicht mehr ganz so akribisch durchzog. 1988 muss es dann eine ganze Welle von Depeche-Mode Partys gegeben haben, die in jeder größeren Stadt die Fans der Band anlockte. Vielleicht war es die Zuversicht, dass die Band, die auf dem Geburtstag der FDJ spielen durfte, nun zu den geduldeten Musiker der DDR zählte? So wundert es jedenfalls nicht, dass die jungen Menschen vor dem Zwickauer Jugendclub “Vaterland” ausgelassen auf den Einlass zur angekündigten Depeche Mode Party warten. Den ganzen Artikel lesen… »


23 August

Parallelwelt entdeckt! Exklusives Video vom Leben auf Gothic II

von Robert ForstKategorie: FundgrubeDiskussion: 38 Kommentare

cp 1919 an der uniWas zunächst als merkwürdig regelmäßige Wellenform von den Radioteleskopen aufgefangen wurde, klang für die Wissenschaftler merkwürdig. War das eine alte, längst vergessene musikalische Klangreihenfolge, die man vor rund 30 Jahren auf unserem Planeten entwickelte? Womöglich ein interstellares Echo, das die von uns ausgesendeten Signale zu uns zurückspiegelte? Analysen ergaben jedoch, dass es sich um ein stark verzerrtes und vereinfachtes Abbild der ursprünglichen Sequenzen handelte. Als hätte eine fremde Intelligenz die Funkwellen unseres Planeten aufgefangen, remoduliert und zu uns zurückgeschickt. Konnte das sein? Eine Botschaft?  Tiefere Analysen förderten zu Tage, dass eine verborgenen Trägerwelle in den Klangmustern mehr Informationen mit sich trug als sie für die Generierung von Tönen nötig gewesen wäre. Selbst Dechiffrierungsexperten aus aller Welt sahen sich nicht in der Lage, das komplexe Signal zu entschlüsseln. Einem Zufall ist es zu verdanken, dass das Signal nun doch entschlüsselt werden konnte. Praktikant New Dave war in seiner Nachtschicht gerade mit Reinigungsarbeiten beschäftigt, als er die immer noch laufende Übertragung in den menschenleeren Forschungsräumen hörte. Er schloss einen Fernseher an und koppelte das Signal mit dem Antenneneingang. Was dabei herauskam, war unglaublich! Den ganzen Artikel lesen… »


21 August

Liber Occulti: Die Menschenschlachter von Herxheim

von Robert ForstKategorie: Liber OccultiDiskussion: 7 Kommentare
Skelett

Verstreutes Skelett in Herxheim
(c) Universität Tübingen

Liber Occulti I/MMXIV – Archäologen machen grausige Funde in Herxheim. Knochen von rund 1000 Menschen werfen die Frage auf: Gab es Kannibalen in der Jungsteinzeit?

Was man zwischen 1996 und 1999 bei Ausgrabungen einer steinzeitlichen Siedlung im rheinland-pfälzischem Herxheim fand, gab den Archäologen schaurige Rätsel auf. In einer länglichen Grube fand man unzählige menschliche Knochen von rund 1000 Menschen jeden Alters und aus ganz Europa. Das sie teilweise aus Frankreich und dem Elbtal stammten, konnte man anhand von Keramikscherben nachweisen, die man zwischen den Knochenstücken fand.
Die Toten wurden kurz nach ihrem Tod fachmännisch zerlegt, das belegen Bruch- und Schnittspuren an den Knochen die den Spuren an geschlachteten Viehknochen sehr ähneln. Die Forscher vermuten sogar, das zeigen Indizien an den Überresten, dass die Leichenteile an einem Spieß gebraten worden sein könnten. Manche der Knochen sind so fein zerschlagen, dass man auch von Knochenmarkgewinnung ausgehen muss, womöglich um sie in einer Suppe auszukochen. Haben die Bewohner der kleinen Siedlung, die auf das Jahr 5000 v.Chr. zurückdatiert ist, Menschen gegessen? Den ganzen Artikel lesen… »


20 August

I am Providence – Glückwunsch, Herr Lovecraft

von Robert ForstKategorie: DokumentationenDiskussion: 7 Kommentare
Grabstein

Der eigene Grabstein für Howard Phillips Lovecraft
(cc-by) Will Hart

Heute vor 124 Jahre wurde Howard Phillips Lovecraft in Providence (Rhode Island) geboren. Schon früh förderte sein Großvater die literarische Neigung seines Enkels und schenkte ihm Bücher wie die” Geschichten aus Tausend und einer Nacht”. Zum Missfallen von Lovecrafts Mutter Sarah erzählte der Opa seinem Enkel auch selbsterfundenen Horrorgeschichten. Bereits mit 9 Jahren verfasste er handschriftliche Zeitschriften mit dem Titel “The Scientific Gazette” und “The Rhode Isalnd Journal of Astronomy”, die er unter seinen Verwandten und Freunden verteilte und in denen er sein Interesse an Geschichte und Astronomie auslebte. H.P. Lovecraft war ein begabtes Kind, dass sein Leben einer blühenden Phantasie widmete und einige der einflussreichsten Werke der Horror-Literatur verfasste. Seine Texte, Bücher und Werke, die zu Lebzeiten nie für ein anständiges Auskommen reichten, sind heute Legende, Mythos und Inspiration für viele weitere Künstler.

1937 starb Lovecraft an den Folgen von Darmkrebs. Er wurde im Familiengrab beigesetzt und sein Name wurden neben dem seiner Eltern eingemeißelt. 1977 setzten Verehrer des “Meisters” ihm einen eigenen Grabstein, auf dem der Spruch “I am Providence” steht, der aus einem seiner Briefe stammt. Fans, die das Grab besuchen, verzieren es immer wieder mit einem Zitat aus “The Nameless City”: “That is not dead which can eternal lie, and with strange aeons even death may die.” Meine Glückwünsche gelten einem Schriftsteller, der seiner Phantasie mit Worten beflügeln konnte und damit Geschichten schuf, die immer noch verstörend komplex bis unbegreifbar philosophisch interpretiert werden. Sie gelten einem Künstler der es wie kein Zweiter verstand, die dunkle Seite der menschlichen Phantasie so gekonnt in Szene zu setzen. Den ganzen Artikel lesen… »


18 August

Ohne Worte: Eine Nacht in den Katakomben, Zürich 1992

von Robert ForstKategorie: Dunkle Vergangenheit, FundgrubeDiskussion: 11 Kommentare

Der Magic Circle präsentiert: “Noel Noire”, Katakomben in Zürich 1992 (Danke! an Ernest Maerki für die Einsendung)
Früher war alles besser? “…wir lebten in den 90ern eine Utopie, unsere einmalige Utopie: Katakombe, Laby, Aera – zehn Stunden Glück, die mir den Kater wert waren. Zeitvergessenheit, Hormonwolken, ozeanische Gefühle. Und heute? Bügeln, Weiterbildung, Kinderwagen, Facebook. Wer’s verpasst hat, tut mir leid – was ist besser geworden?” (Aus den Kommentaren zum Artikel “Zürichs verschwundene Partytempel“)

 

 


13 August

Musikperlentaucher – Tauchgang #30

von Robert ForstKategorie: Back to the RootsDiskussion: 14 Kommentare

Shock Therapy – Hate is a 4-letter Word

What has changed me into something i dont know?” 1984 gründete der aus Detroit stammende Gregory John McCormick (Itchy) eine Band, die er nicht umsonst “Shock Therapy” nannte. Der Sänger, Gittarist und Pianist verbrachte viele Jahre in diversen Psychiatrien, seine dort gesammelten Erfahrung beeinflussten nicht nur den Bandnamen, sondern auch viele seiner depressiven Texte.  Mit der Band fand er die Möglichkeit, seiner Aggressivität ein kreatives Ventil zu verschaffen und so wundert es auch nicht weiter, dass der ein Jahr später geschriebene Song “Hate is a 4-letter-Word” zu den erfolgreichsten der Band zählt. In den USA fanden seine tiefgründigen Texte jedoch keine Beachtung, das erwünschte Feedback blieb aus, er beschließt, nach Europa zu gehen. Dem INTRO-Magazin verriet 1993: “Das amerikanische Publikum ist völlig leer. Sie stehen da und glotzen dich an. Niemand gibt sich die Mühe, in die Musik einzutauchen. Die Europäer, vornehmlich die Deutschen, sind da ganz anders. Sie konzentrieren sich auf das, was abgeht; sie wollen die Musik nicht nur hören, sondern auch verstehen.” Doch die Schatten des eigenen Selbst sind stärker. Nach einem 7-jährigen Gefängnisaufenthalt zeigt sich Itchy geläutert und kündigt sogar ein neues Album an. Von der Realität eingeholt stirbt er 2008 im Alter von 44 Jahren vermutlich an einer Alkoholvergiftung. “A classic Film of Yesterday ist just Today; once tomorrow, maybe never, i hate me.

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9 August

Manche Mädchen sterben einsam – Selbstmörderfriedhof Grunewald

von Robert ForstKategorie: Finstere OrteDiskussion: 4 Kommentare

Friedhof Grunewald - Tina HexchenBereits im Januar dieses Jahres besuchte Kath Traumtänzerin den Friedhof in Grunewald. Friedhofsführerin Tina Knaus brachte ihr und einigen anderen den Ort und seine Geschichten ein wenig näher. Schwer beeindruckt postete sie einige Bilder und Geschichtsfetzen bei Facebook, die dort aber im Nirvana des Zeitstrahls kaum Beachtung fanden. Ich fand das schade und animierte Kathi auf dem Spontis Treffen, mir ihre Eindrücke nochmal als E-Mail zu schicken, um dann gemeinsam mit ihr einen Beitrag daraus zu verfassen.

Es ist ruhig auf der Lichtung im Grunewald, keine trauernden Friedhofsbesucher, keine frischen Blumen auf gepflegten Gräbern und die meisten Grabsteine sind mit Efeu überwuchert. Der Schnee auf Wegen, Bäumen und Gräbern hüllt den Friedhof in ein sonderbare Stille, nur das Knirschen der Schritte ist zu hören. Deutschlands einziger Selbstmörderfriedhof  im Grunewald-Forst, auf dem seit über 100 Jahren alle die begraben werden, die ihrem Leben ein Ende setzen wollten, soll in 50 Jahren verschwunden sein. Die Grabsteine werden entfernt, die Gräber eingeebnet und die Friedhofsmauer wird abgerissen. Die zuständige Friedhofsverwaltung Charlottenburg-Wilmersdorf genehmigt kaum noch neue Bestattungen und möchte den Friedhof auslaufen lassen, eine Erhaltung des geschichtsträchtigen Ortes scheint nicht mehr finanzierbar. Dabei liegen nicht nur unzählige Namenlose dort begraben, sondern auch tragische Geschichten aus der deutschen Vergangenheit. Den ganzen Artikel lesen… »


7 August

Ohne Worte: Batgirl

von Robert ForstKategorie: FundgrubeDiskussion: 1 Kommentar

Batgirl 1939 - Museum Victoria

Now, when i Turn this Dial, the Electronic Ring will tighten about you — and you’ll be Doomed! – Don’t worry, Bat Girl will save you!” Im April 1961 hatte Bat Girl mit diesen legendären Worten in Heft #139 der Batman-Serie ihren ersten Auftritt. Alles gelogen, wie wir nun erfahren: Die echte Bat Girl trug nie rote, kurze Kleider und grüne Umhänge, sondern schwarze, gruftige Roben. Das belegt diese alte Aufnahme aus dem Jahr 1930. Außerdem war sie wohl Australierin. (Bildquelle: Museumvictoria)