27 August

Cholo Goth – Wie die PRAYERS eine neue Subkultur erschaffen

von Kategorie: Dunkle LichtblickeDiskussion: 5 Kommentare
Prayers

Dave Parley und Leafar Seyer
(c) ryan hodges photography

Grundsätzlich bin ich ja skeptisch, wenn neue schwarze Trends oder Musikrichtungen aus dem Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten zu uns schwappen. Das amerikanische Verständnis von “Gothic” entspricht nicht im entferntesten meiner Auffassung dieser Subkultur,  Gothic Kreuzfahrten oder Gothic-Treffen in Disneyland sind nur die gefühlten Spitzen des Eisbergs. So ähnlich ging es mir auch, als ich mich mit der aus San Diego stammenden Band PRAYERS beschäftigte, dessen Sänger Leafar Seyer (ein Anagramm seiner bürgerlichen Namens Rafael Reyes) von sich behauptet, der erste “Cholo Goth” zu sein. Musikalisch wirkt die Band wie ein Kreuzung aus Depeche Mode und Snoop Dogg, die sich in ihren Texten mit dem Leben zwischen Gang-Alltag und der innerliche Qual des Sängers und Autors Seyer auseinandersetzt. Ihr ahnt es bereits, die Neugier gewann das Duell gegen die Skepsis und je mehr ich mich mit der Band und ihrer Musik beschäftige, umso interessanter scheint es zu werden.

Die Videos der Band runden die Sache dann nur noch ab und verwirren zunächst, denn die Mixturen aus Friedhof, Gang-Gehabe, Grufties und tiefergelegten Pick-Ups zusammen mit der visuellen Erscheinung der Band sorgen für die üblichen Schubladen. Ich bin gespannt, ob die Band mit ihrem Gang-Gehabe und der eigenwilligen musikalischen Mischung bei uns auf neugierige Ohren stößt und was unsere Leser vom der neuen Subkultur “Cholo Goth” halten.

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25 August

Radio: Kult um den Totenkopf – Der Tod ist unser Gefährte

von Kategorie: Theater und AustellungenDiskussion: 10 Kommentare
Totenkoepfe und Gebeine - maertyrer von gio

Totenköpfe sind Kult, denn es zeigt die Vergänglichkeit der Anderen. An die Eigene denkt man nicht.
(CC-by) Gio via flickr

Das Radio ist ein unterschätztes Medium. Verdammt zur Berieselung unserer Sinne fristen die meisten Radios ein trauriges Dasein in Autoradioschächten, verkümmern als Radiowecker zum schlimmsten Geräusch-Erzeuger der Morgens oder versuchen das Blubbern und Zischen der Kochtöpfe als Küchenradios zu überspielen. Glücklicherweise haben Internet, und die Renaissance des Walkman in Form von Handys und Mp3-Playern dafür gesorgt, dass sich einige wenige wieder ein wenig Zeit nehmen zuzuhören. So machte mich Todesrodler Jan auf eine Sendung des Deutschlandfunks aufmerksam, die sich mit der Gothic-Szene auseinander gesetzt hat. “Vom Subversiven zum Mainstream” beschäftigt sich mit dem Symbol des Totenkopfes, das einst als Mahnung vor dem Tod galt, und nun zum Fashion-Symbol geworden ist.

Ein Sendung, die auch mich zum Nachdenken brachte. Es ist Fakt, dass Totenköpfe, Skelette und Gebeine niemanden mehr erschrecken, genau wie viele andere Symbole – die vom Mainstream aufgesaugt wurden – auch. Es stellt sich die Frage, wie die Symbole der Abgrenzung heute aussehen? Schwarze Klamotten reichen nicht, soviel ist schon mal klar, heute müssen schwere Geschütze aufgefahren werden, um sich seine Abgrenzung zu erhalten. Den ganzen Artikel lesen… »


21 August

Gothic Castle 29. August 2015 – Schwarze Klangdarbietung in historischer Kulisse

von Kategorie: VeranstaltungenDiskussion: Keine Kommentare

Gothic CastleBei meiner Recherche für den Underground-Festival-Guide musste ich feststellen, das kleiner Parties und Festivals gar nicht so rar sind, wie man gerne annehmen mag. Nicht nur das, oftmals wird auch noch ein liebevolles schwarzes Drumherum-Programm geboten. Nachdem auch hier kritisch über das Amphi-Festival berichtet und kontrovers diskutiert wurde, soll nun auf genau so eine Veranstaltung verwiesen werden: Das Gothic Castle am 29. August 2015. Den ganzen Artikel lesen… »


18 August

Wochenschau: Von einem Grufti im Sarg, der Schweizer Szene, Goths in Südamerika und Teufelsstatuen

von Kategorie: WochenschauDiskussion: 5 Kommentare

Spontis WochenschauSchon bemerkt? Im Dunkeltanz, dem schwarzen Tanzpalastführer (ob das jetzt besser klingt als Clubguide?) ist ordentlich was los. Bei der jüngsten Aktualisierung habe ich 12 Clubs entfernt, die nun geschlossen sind oder ein anderes Musikprogramm bevorzugen. Ob es sich dabei um Großraum-Diskos handelt, von deren Sterben “Die Welt” berichtet, will ich nicht beurteilen, doch die im Artikel angesprochene Ausgehmüdigkeit kann ich nachvollziehen. Nicht nur bei mir selbst, sondern auch in meinem Umfeld. Wir verbringen mehr Zeit mit der Arbeit, beschäftigen uns mit dem Computer, Fernseher oder Spielekonsolen und treffen ganz nebenbei den gesamten Freundeskreis in sozialen Netzwerken. “Warum sollte man auch zum Musik hören in eine Disco gehen? Da spielen die sowieso nicht die Musik die ich hören will.” Während man in den Kulttempeln der Jugend Musik neugierig entdeckte, penetriert man heute den DJ mit seinen Wünschen. Der beste DJ heißt heute Spotify oder Youtube. Doch es gibt auch positives zu vermelden: Denn entgegen jeder düsteren Vision und vermeintlicher Ausgehmüdigkeit entstehen im Moment vielen neue (und alte) Partys im Ruhrgebiet mit ambitioniertem Programm in deutlich kleineren Clubs.  Gebt denen, die nicht aufgeben wollen echte DJs zu sein, eine Chance. Es lohnt sich für alle, denn die Szene ist ein Kind dieser Discotheken. Hier trifft sich die lokale Szene, macht sich zurecht und tauscht sich aus, während Musik, die man nicht unbedingt kennt, für Inspiration sorgt. Lasst es uns versuchen. Den ganzen Artikel lesen… »


13 August

Türme, Teller, Iros. Die Grufti-Haarkunst zwischen 1985-1993

von Kategorie: Dunkle VergangenheitDiskussion: 13 Kommentare

Simone und Ralf vom RabenhorstWir verlassen heute mal die Spontis-übliche Tiefgründigkeit für eine kurze bebilderte Exkursion in die Grufti-Haarkunst Mitte der 80-er/Anfang der 90-er Jahre. Eine Zeit, in der es noch kein Internet gab, sondern man in der BRAVO mit den ersten Berichten über New Waver und Gruftis konfrontiert wurde. Eine Zeit, in der man sich noch stilecht mit Tinte und Feder geschriebene Briefe inklusive ersten Grufti-Tausch-Fotos oder Musik-Kassetten durch ganz Deutschland schickte und man somit – eher unbewusst – den Anfang einer vorher nie dagewesenen Subkultur mitgestaltete.

Für viele Szeneleute heutzutage mögen Äußerlichkeiten oberflächlich sein, beim Gruftidasein zählt – unabhängig vom Aussehen – nur die innere Einstellung. Ihr kennt das Thema aus unzähligen Endlos-Diskussionen zur Genüge und das soll jetzt auch nicht Bestandteil dieses kleinen Artikels sein.

Dennoch wurde gerade Mitte der 80-er/Anfang der 90-er – zwischen besinnlichem Friedhofsbesuch und Partyleben – besonders viel Wert auf Äußerlichkeiten gelegt. Das gehörte nun einmal mit dazu und wie sonst sollte man sich optisch von der Masse, also der normalen Gesellschaft, abgrenzen? Den ganzen Artikel lesen… »


7 August

Musikperlentaucher – Tauchgang #32

von Kategorie: Back to the RootsDiskussion: Keine Kommentare

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3 August

1981: Deutsche Welle – Ein Film über verschmähte Perlen der 80ern

von Kategorie: Back to the RootsDiskussion: 6 Kommentare

Deutsche WelleWährend man die Wortschöpfung “New Wave” gemeinhin als Synonym für coole englisch-sprachige Musik aus den späten 70ern und frühen 80ern empfindet, so steht der deutsche Ableger, die “Neue Deutsche Welle (NDW)” doch eher unter dem Stern der Lächerlichkeit. Auf Bierzelt-Party-Sampler gebrannt, in deutschen Hitlisten zu Tode gedudelt und auf immer die gleichen 50 Stücke reduziert, fristet das Genre seit seinem Höhenpunkt in den frühen 80ern ein Schattendasein und ist allenfalls Grund, so manch abgehalftertem Musiker zu einem fragwürdige Comeback zu verhelfen. Zu Unrecht.

Die Deutsche Welle war ein äußerst ergiebige Zeit musikalische Kreativität. Der Geist des Punk, selber machen um jeden Preis, machte aus den zurückgezogen Nerds mit Synthesizern und zusammengewürfelten Schulbands mit Gitarre, Bass und Schlagzeug in atemberaubender Geschwindigkeit Bands. Einige davon mit beachtlichem Erfolg, denn zu Beginn der 80er lechzte die gebeutelte Musikindustrie nach frischem und leicht verdaulichen Sound. Sie fanden ihm im Überfluss: Wer kennt nicht Nena, Trio, Peter Schilling und Hubert Kah? Verkauft auf Teufel komm raus. Doch unter der Oberfläche der Hitparaden und unter dem Karnevalskostüm des Mainstream tummelten sich unzählige Perlen dieser Zeit. Wer kennt schon Bands wie Palais Schaumburg, Östro 430, Bärchen und die Milchbubies oder Brausepöter? Den ganzen Artikel lesen… »


30 Juli

Amphi in der Lanxess-Arena – Mit dem Charme eines Luftschutzbunkers

von Kategorie: Szene im BlickDiskussion: 20 Kommentare
lanxess arena

Die Lanxess-Arena. Neue Heimat für das Amphi-Festival?
© Eckhard Henkel, Wikimedia Commons, CC by-sa

Bei der Premiere des Amphi-Festivals in der Kölner Lanxess Arena ging es stürmisch zu. Sturmtief “Zelijko” sorgte am Samstag dafür, dass die Außenbereiche geschlossen blieben, der Ablaufplan durcheinandergewirbelt wurde und etliche Bands ersatzlos ausgefallen sind. Immerhin profitierte das Festival bereits vom Umzug in die große Arena, denn am Tanzbrunnen hätte es wohl noch eingeschränkter stattfinden müssen, wenn es nicht sogar abgesagt worden wäre. Einige andere Festivals in der Region hatten weniger Glück: Das Juicy-Beats Festival im Dortmunder Westfalenpark wurde abgesagt. Tausende Fans warten nun auf eine Rückerstattung. Am Sonntag konnte das Amphi dann aufdrehen, die Außenbereiche wurden wieder geöffnet und auch das Wetter zeigte sich von seiner freundlicheren Seite.  Doch wie war die Atmosphäre auf dem Amphi? Konnte der Veranstalter den Erwartungen der Gäste gerecht werden? Eignet sich die Lanxess-Arena überhaupt für solch schwarze Musikspektakel? In den sozialen Kanälen gehen die Meinungen weit auseinander und auch die Presse spiegelt dieses Bild wieder. Im Kölner Stadtanzeiger wird Besucherin Dagmar zitiert: “Ihre Stimmung hielt sich in Grenzen: „Eine Atmosphäre zwischen Flughafenhalle und Eishockey. Das passt überhaupt nicht zur Szene“, sagt die 35-Jährige. Sie trauert dem Tanzbrunnen nach.Den ganzen Artikel lesen… »


27 Juli

Cementiri de Montjuïc – Prunkvoller Friedhof in Barcelona

von Kategorie: Finstere OrteDiskussion: 3 Kommentare

Cementiri de MontjuïcMan hat mir erzählt, dass die Einheimischen den Friedhof auf Barcelonas Berg, dem Montjuïc, nicht mögen. Die Vorstellung, dass ein Friedhof eine Sehenswürdigkeit sein könnte, ist ihnen fremd. So ist es, nicht ganz unerwartet, menschenleer als ich den Eingangsbereich des Friedhofs erreiche, nur ein gelangweilter Wärter im klimatisierten Häuschen spielt mit seinem Smartphone. Ich freue mich auf einen ungestörten Tag auf dem Friedhof, der 150 Jahre spanische Gräberkultur präsentiert und den man anhand eines Tourplans auf drei unterschiedliche Routen erkunden kann. Auf der Suche nach den Plänen betrete ich das Gebäude der Friedhofsverwaltung. Der Infostand ist ebenfalls leer, nur eine lächelnde Putzfrau zeigt mir – sie ahnte wohl mein Begehren – die entsprechenden Ständer. Mit meinem Plan für die historische Route und meinem Fotoapparat bewaffnet, meistere ich die ersten Treppen, die den Eingang des Friedhofs markieren. Den ganzen Artikel lesen… »


24 Juli

Reportage: Faszination schwarze Szene – Alles, nur nicht bunt?

von Kategorie: Szene im BlickDiskussion: 20 Kommentare

Boettinger auf der SucheBettina Böttinger war auf der Suche nach der Faszination der Schwarzen Szene. Ist sie fündig geworden? Gestern Abend versammelten sich gegen 22 Uhr ungewöhnlich viele schwarz gekleidete Menschen vor dem Fernseher oder den Computerbildschirmen, um die Sendung “b.sucht” im WDR zu verfolgen. Wieder eine Reportage über die Schwarze Szene? Schon im Vorfeld der Sendung wurde bei Spontis darüber diskutiert, welches Bild man von der Szene zeichnet und ob man an einem erneuten Versuch die schwarze Subkultur zu erklären, erstickt. Die Erwartungshaltungen schwankten dann auch zwischen brennender Neugier, schwelender Skepsis und offener Ablehnung. “Ich verstehe irgendwie immer noch nicht, warum wir unsere Szene erklären sollen/wollen. Mir ist es schrecklich egal was die Leute da draußen tun und warum sie etwas tun und so tue ich etwas und es ist meine Sache und nicht die der ganzen Welt.” Die Frage, warum man sich den Medien immer wieder anbiedert, wurde da in den Raum geworfen. Sind also Hebamme Alexandra, Abiturient Valentin und Familie Mörkens-Köller geltungsbedürftige Selbstdarsteller?  Den ganzen Artikel lesen… »