17 November

Mein schaurig schönes Tagebuch – Episode 5: Für immer Punk!

von Robert ForstKategorie: AnsichtssacheDiskussion: 1 Kommentar

das schaurig schoene tagebuchFür immer Punk möchte ich sein, für immer Punk, willst du wirklich immer Hippie bleiben?” Im Herbst wachsen keine Zitronen. Der Gehsteig ist unter Blättern verborgen und seit rund 100m Fußweg versuche ich krampfhaft, eines der Platanen-Blätter mit den Spitzen meiner Pikes aufzuspießen. Zusammen mit Silvia bin ich an diesem Samstagabend auf dem Weg zum ZAKK in Düsseldorf, um einem ganz besonderen Konzertereignis Gehör zu schenken: Fehlfarben und DAF in einem legendären Doppelkonzert erinnern an wilde Nächte im Ratinger Hof, als der Schweiß von der Decke tropfte und der Gitarrist mit Senf beschmissen wurde. Für immer Punk!

An diesem herbstlich milden Novembertag stehen wir nun vor der Konzerthalle auf der Fichtenstraße, die kurioserweise mit Platanen gesäumt ist und warten auf Einlass. Direkt vor der Tür halten im Minutentakt Taxis und entlassen Menschen jenseits der 50 in die kleine Schlange der Wartenden. Lange Mäntel bedecken umgekrempelte Jeanshosen die in Halbschuhe mit gelber Naht enden, modische Kurzhaarfrisuren die sich mit völliger Haarlosigkeit abwechseln. In den Armen: Akkurat zusammengebundene Damenhaarschnitte die an der Vorderseite in fröstelnden roten Lippen abschließen während die Beine in Strumpfhosen hochhackigen Schuhe hin- und hertänzeln um die Muskeln zu einer Wärmeproduktion zu animieren. Ob die wohl hier richtig sind? Ob wir hier richtig sind? “Einmal in die Tasche gucken bitte!” Bereitwillig öffne ich dem Typ der Einlasskontrolle meine Tasche. “Die Kamera kannst du aber nicht mitnehmen. Die musst du an der Garderobe abgeben oder zurück ins Auto bringen.” Ein gewisser Klaus ruft aus dem Hintergrund: “Garderobe ist schlecht mit Kameras!” – Also doch ins Auto. Ich nutze die Gelegenheit des doppelten Fußwegs und versuche wieder, endlich ein Blatt als Trophäe zu erlegen. Vergeblich. Stattdessen vermute ich gemeinsam mit Silvia, dass Punk wohl ein bisschen in die Jahre gekommen ist oder wahlweise, dass es früher viel weniger Kameras gegeben haben muss. Den ganzen Artikel lesen… »


6 November

Liber Occulti: Die Katakomben von Paris

von Robert ForstKategorie: Liber OccultiDiskussion: 11 Kommentare
Totenkoepfe in der Wand

Beängstigende Enge herrscht in der Unterwelt von Paris. “Hier beginnt das Reich der Toten!
cc by-nc Zoriah

Liber Occulti IV/MMXIV: Kennst du das Gefühl, in einem engen Raum festzustecken? Wenn die äußere Beklemmung dem Körper signalisiert: Hier kommst du nicht mehr raus! Adrenalin schießt durch den Körper, die Herzfrequenz steigt, die Pupillen erweitern sich zu schwarzen Löchern. Die Panik übernimmt die Regie, jegliche Rationalität wird ausgeschaltet.  Hektisch flackert die Stirnlampe des jungen Mannes als er spürt, wie der schmale Durchgang, in dem es kaum ein Vorwärtskommen gibt, über ihm zusammenbricht. Panisch schreit er: “Kriecht weiter! Kriecht weiter!”

Diese Szene aus dem Film “Katakomben“, der jüngst in den deutschen Kinos angelaufen ist, spielt nicht in einer fiktiven Unterwelt oder einer verzweigten Höhlenwelt, sondern unter dem heutigen Paris. Noch unter den Tunneln der pulsierenden Metro ist die Stadt durch ein uraltes und unzugängliches Geflecht von Stollen durchzogen, das sich in einer Tiefe von bis zu 35m auf geschätzten 300km unter dem Trottoir der Französischen Metropole ausdehnt. In einem kleinen Teil der Katakomben, der für die Öffentlichkeit zugänglich ist, liegen die Knochen und Schädel von über 6.000.000 Menschen – fein säuberlich geschichtet, gestapelt und kunstvoll drapiert.

Nachdem man die Stufen hinabgestiegen ist und der Lärm der Großstadt verhallt, ist warnt eine Inschrift am Eingang des einzigartigen Friedhofs: “Bleib stehen! Hier ist das Reich des Todes.” Das Kunstlicht taucht die schmalen und mannshohen Gänge in ein schummriges Ambiente. Die längeren Knochen sind fein säuberlich aufgeschichtet, einer auf dem anderen bilden sie eine Wand, die bis zur Decke reicht. Alle halbe Meter findet sich eine Reihe Totenschädel, die wie ein Band die Gebeine durchziehen. Gelegentlich kann man einen Blick hinter die Mauer aus Schädeln erhaschen. Dahinter findet sich der Rest der Millionen Toten aufgeschüttet, kleinere Knochen, zerbrochene Schädel. Doch die offiziellen Catacombes markieren nur einen winzigen Teil des Tunnelsystems. Die restlichen Eingänge, die über das ganze Stadtgebiet verteilt sind, wurden größtenteils zugeschüttet oder zugeschweißt um den Zugang in das Labyrinth zu verhindern. Den ganzen Artikel lesen… »


31 Oktober

Mein schaurig schönes Tagebuch – Episode 4: Kürbis Karneval

von Robert ForstKategorie: AnsichtssacheDiskussion: 15 Kommentare

das schaurig schoene tagebuchLiebes Tagebuch, heute ist einer der Tage, an denen ich verwirrt bin. Zugegeben, ich bin an ziemlich vielen Tagen verwirrt, aber heute ganz besonders. Schuld ist Halloween, meine Überzeugung und natürlich auch die Kindheit. Aber von vorne. Ich fahre also heute von der Arbeit nach Hause und blicke verträumt aus dem Fenster während das Autoradio schwarze Hymnen dudelt. Meine Rückfahrt führt mich über die ländlichen Vororte der Stadt, die geprägt sind von kleinen Kapellen, Kreuzen und Jesusfiguren an denen eigentlich immer jemand eine brennende Kerze hinstellt, sie mit Kränzen oder Blumen verziert und sich um die Pflege bemüht. Heute war es anders, oder es fiel erst heute auf. Denn nicht die kleine Kapelle war mit Kerzen erhellt, sondern ausgehölte Kürbisse, die in den sauber gepflegten Vorgärten inmitten von anderen “gruseligen” Dinge aufgestellt  waren. Nicht das es erst seit heute so ist, nein, schon mit dem schleichenden Tod der Grillsaison nutzten Supermärkte die entstandenen Freiflächen für Weihnachtsgebäck und eben diese Halloween-Dekorationen. Wisst ihr was ich gruselig finde? Wenn heute Abend verkleidete Kinder durch die Stadt gehen, vor den Türen mit großen Tüten um Süßigkeiten buhlen und womöglich auch noch frech werden, wenn man ihnen die Türe nicht öffnet. Ganz nach dem Motto: “Süßes oder Saueres!Den ganzen Artikel lesen… »


24 Oktober

Ohne Worte: Keine Hoffnung mehr

von Robert ForstKategorie: FundgrubeDiskussion: 6 Kommentare

Young & Cold Augsburg 2014 - Die drei von der Tankstelle

Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt. Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen.” (Aristoteles 322 – 384 v.Chr.)


23 Oktober

Video: Ende der 80er im Melodrom

von Robert ForstKategorie: FundgrubeDiskussion: 4 Kommentare

Melodrom in den 80ernDie dichten Rauchschwaden, die den Sonnenaufgang des 12. Oktober 2013 im Kaufbeurener Stadteil Neugablonz verdunkeln, verheißen nichts Gutes. Die Discothek Melodrom, jahrzehntelang eine Institution der schwarzen Subkultur, geht in Flammen auf. Der Großbrand hinterlässt nur noch Trümmer, die Ursache bleibt ungeklärt, ein Wiederaufbau erscheint unwahrscheinlich. Doch die Flammen zerstören auch eines der südlichsten Gruftie-Wohnzimmer der Republik. Bis weit in die 80er reichen die Erinnerung der vielen Leute, die in sozialen Netzwerken um ihr “Melo” trauern. Auf den Internetseite des Melodrom, dass nun in einer Karthalle die schwarzen Abende veranstaltet, zeugt eine Bilder-Galerie von den letzten 15 Jahren.

Viele “Veteranen” aus dem Ruhrgebiet fühlen sich an das Schicksal des Zwischenfalls erinnert, dass 2011 ebenfalls einen Großbrand zum Opfer fiel. Einige von damals erinnern sich sogar an diverse Gruftie-Austausch-Programme in den späten 80ern, als sich Ruhrpottler und Allgäuer gegenseitig besuchten um sich ihre Frisierkünste zu zeigen, wie dieses Bild aus von 1989/1990 belegt. Den ganzen Artikel lesen… »


21 Oktober

The Boys on the Bus: DM 101 Revisited

von Robert ForstKategorie: FundgrubeDiskussion: Keine Kommentare

Die Jugendlichen vom dem Rosebowl StadiumOkay. Start the Tape!” – “I think you said say: Start the Intro-Tape.” “Okay. Intro-Tape starting.” Die Tonaufnahme zu Beginn von D.A. Pennebakers Dokumentation “101” ist jedem Depeche Mode Fan mehr als geläufig, denn was folgt ist die unweigerliche Gänsehaut auf den Armen, wenn der Vorspann des Filmes beginnt. Ich weiß gar nicht genau, wie oft ich den Film schon gesehen habe – es gelingt mir einfach nicht in auszuschalten, sobald ich die Play-Taste gedrückt habe. Auch das Schreiben dieses Artikels fällt mir schwer, wenn auf dem linken Monitor Martin Gore in seinem Fummel über die Bühne stolziert. Meist endet der Film mit einem Gefühl von Wehmut und ein wenig Neid. Schuld am Neid sind die 8 Jugendlichen, die seinerzeit das Glück hatten, ein Teil der 101-Tour im Rahmen von Pennebakers Dokumentation zu begleiten. Jungs wie Christopher Hardwick, Oliver Chesler oder Jay Serken – das wäre es gewesen: Mit dem Bus gemeinsam durch die USA reisen, stundenlang Depeche Mode hören und sehen, die Band treffen und ganz vorne stehen, wenn die Band bei ihrem großen Finale im Rosenbowl Stadium in Pasadena vor mehr als 80.000 Fans Stücke aus ihrem damals aktuellen Album “Music for the Masses” kredenzt. Never let me down again!

Vor etwa 3 Monaten hatte Andi Harriman (die zusammen mit Marloes das Postpunk-Project Some wear leather, some wear lace initiierte) die Gelegenheit, auf dem New Yorker Internet-Radiosender WFKU eine Sendung mit dem Titel “The Boys on the Bus” zu machen. Und tatsächlich plauderte sie zusammen mit Oliver Chesler, Jay Serken und Christopher Hardwick über damals, damals oder auch damals und sogar ein bisschen von heute gemischt mit den Lieblingssongs der Anwesenden. Den ganzen Artikel lesen… »


16 Oktober

Kinder der Nacht (1999) – Trash oder Kult?

von Robert ForstKategorie: Filme und VideosDiskussion: 1 Kommentar

Kinder der Nacht - Horror und Musik1994: Dennis “Dexter Ward” Schepers, Bruder von Jan “Tequila” Schepers, veranstaltet auf dem Dachboden des “bunten Hauses” eine Orgie. Mit einer Droge, die sexuell attraktiv und hemmungslos macht, will er dem ganzen Treiben die nötige Würze verleihen. Doch die Orgie endet in einem Blutbad, denn Dennis – der als Mitglied einer satanistische Vereinigung aktenkundig ist – schlitzt die Anwesenden auf, nagelt seine Lebensgefährtin Cassandra unter die Decke und lässt alle in einer großen Badewanne ausbluten um sich letztendlich selbst das Leben zu nehmen. Tequila verlässt nach dem Massaker die Stadt kehrt aber 5 Jahre später zurück, um sich den Schatten seiner Vergangenheit zu stellen. Er will Frieden finden und wei0, dass er die Antworten aus seine Fragen nur in dem alten Haus finden kann. In Duisburg angekommen trifft er seine alten Freunde Psycho (Markus Laibacher), Mason (Andreas Washer) und Terror (Oliver Küppers) die beschließen, fortan gemeinsam zu suchen. Doch statt der erhofften Antworten finden die Freunde eine merkwürdige Substanz. Von da an überschlagen sich die Ereignisse, denn eine unheimliche Obrigkeit aus der dunklen Vergangenheit hat plötzlich die Fäden in der hand. Die Toten von damals wandeln unter der Lebenden und viel zu spät erkennen die Freunde, dass sie nur Marionetten in einem dämonischen Spiel sind. Das Böse in Gestalt eines Dämons manipuliert das Geschehen, um eine andere macht aus noch früheren Zeiten zu besiegen…

Ende der 90er Jahre widmet sich Heiko Bender mit seinem Erstlingswerk “Kinder der Nacht” der Duisburger Darkwave-Szene die scheinbar wie geschaffen ist, um als Hintergrund für einen Amateur-Horror-Streifen zu dienen. Er bedient nahezu alle Klischees der Szene und bedient die Kritiker, die in der Darkwave-Szene sowieso potentielle Satansjünger sehen, die nur darauf warten Ritualmorde zu begehen. Bender überspitzt sämtliche Einflüsse innerhalb der Szene, ob es der Style aus Lack und Leder ist, das Interesse für BDSM, rituelle Tötungen, Satanskult, Dämonen und Geisterbeschwörungen – völlig egal, Bender liefert. Rund zwei Stunden dauert sein stellenweise langatmiges Drama, dass für einen Amateur-Film als durchaus sehenswert durchgehen kann. Vorausgesetzt, man steht auf Horror-Trash mit Dialogen auf Porno-Niveau. Die blutigen Szenen sind durchaus gelungen und der Soundtrack klingt wie ein gut gemachter Darkwave-Sampler in der Bands wie Wumpscut, Haujobb und Velvet Acid Christ für düstere Stimmung sorgen. Der Gothic-Gore-Trash-Horrorfilm spielt an vielen Orginalschauplätzen im Duisburger Umland, wie die stillgelegten Stahlwerke in Duisburg Rheinhausen und auch das inzwischen abgebrannte Zwischenfall in Bochum spielen eines atmosphärische Rolle. Den ganzen Artikel lesen… »


15 Oktober

Spontis Wochenschau #09/2014

von Robert ForstKategorie: WochenschauDiskussion: 6 Kommentare

Spontis WochenschauBarcelona, Monument a Colom 28. September 2014: Rund 2 Monate dauerte die Reise, zu der Christoph Kolumbus am 3. August 1492 aufbrach, um eine neue Seeroute nach Indien zu erschließen. Gelandet ist er letztendlich an den Bahamas und gilt damit irgendwie als Entdecker der “Neuen Welt”. Dabei war der Isländer Leif Eriksson bereits 500 Jahre vorher in der neuen Welt gelandet und weil Kolumbus nie geschnallt hat, dass er wirklich einen neuen Kontinent entdeckt hatte, wurde Amerika nach Amerigo Vespucci benannt, der kurze Zeit nach seinem Arbeitskollegen Kolumbus verreiste. Bewundernd bestaune ich die zur Weltausstellung 1888 gebaute Kolumbus-Säule am Hafen von Barcelona. Heute geht Reisen viel schneller. 7 Stunden braucht man, um nach Barcelona zu kommen, chaotische Parkplatz-Suche am Flughafen, ausrastendes Bodenpersonal, handgeschriebene Bordkarte, Sicherheitsschleusen, Wanderung zum Gate, Fahrt im überfüllten Rollfeld-Bus, warten auf Koffer und unzählige Shuttle-Busse und Züge im ständigen Wechsel von brüllender Hitze und klimaanlagenerzeuter Kälte inklusive. Jetzt stehe ich hier, vor der 60m hohen Säule inmitten von Touristen aus aller Herren Ländern und frage mich, was Reisen wohl zu Kolumbus Zeiten für ein Erlebnis war. Aus gutem Hause und mit ordentlich Kohle versorgt, ist Reisen auch heute noch unbeschwerlicher – schließlich gibt es Priority-Gates, Business-Klasse und Menschen, die gleich hinter der Schiebetür ein Schild mit deinem Namen hochhalten. Damals, als Kind, war Reisen auch noch schön, denn während sich die Eltern um Anschlusszüge, Bahnsteige, Abfahrtszeiten und Kofferschleppen kümmerten, guckte der kleine Robert aus dem Fenster des riesigen Zug-Abteils und wartete auf das Pfeifen der Lok, kurz bevor diese in den nächsten Tunnel einfährt. Mir macht Fliegen keinen Spaß. Verreisen ohne Reisen, das wärs! Aber bis wir das Beamen erfinden, vergehen wohl noch ein paar Jahre. Vielleicht können wir bis dahin irgendwann mal beim Fliegen im Internnet surfen und die Links der nächsten Wochenschau verfolgen, das würde zumindestens die Wartezeit im viel zu kleinen Sitz erträglicher machen ;-) Den ganzen Artikel lesen… »


10 Oktober

Liber Occulti: Die Selbstmordbrücke der Hunde

von Robert ForstKategorie: Liber OccultiDiskussion: 5 Kommentare
Overtoun Bridge in Schottland (c) Creepypasta

Overtoun Bridge in Schottland
(c) Creepypasta

Liber Occulti III/MMXIV: In Schottland steht eine Brücke, von der schon 50 Hunde in den Tod sprangen. Wählten die Hunde den Freitod? Spürten die Tiere das Jenseits?

Den sonnigen Tag im August 2005, an dem Familie Cooper mit ihrem Hund Ben durch die schottische Landschaft spaziert, werden alle nicht so schnell vergessen. Als sie die Overtoun Bridge unweit der Ortschaft Dumbarton passieren, reißt sich der Hund unvermittelt los und springt, ohne zu stoppen, über die Brüstung der Brücke 15m in die Tiefe. Ein tragischer Einzelfall? Wie örtliche Zeitungen belegen, sind in den letzten 50 Jahren weit über 50 Hunde auf dieser Brücke an immer der gleichen Stelle über die Brüstung gesprungen, viele von ihnen fanden den Tod. In einzelnen Fällen sollen sogar einige Hunde, die ihre Verletzungen überlebten, ein zweites mal gesprungen sein. Auffällig ist, das es meist Hunde mit langen Schnauzen – wie zum Beispiel Labradore, Collies oder Retriever – von der Brücke springen und das auch nur an sonnigen Tagen. Experte schließen aus, dass es sich um klassischen Selbstmord handelt, sie sind der Ansicht, dass ein Hund nicht die “Hoffnung auf einer bessere Zukunft” verlieren könne, weil diese überhaupt keinen Sinn für Heute und Morgen haben und deswegen auch nicht auf die Idee des Selbstmords kämen. Auch Menschen können sich offenbar nicht den Legenden der Brücke entziehen, so warf der geistig verwirrte und unter Drogeneinfluss stehende Kevin Moy 1994 sein neu geborenes Baby in den Tod, weil er in ihm den wiedergeborenen Antichristen sah. Als er seinem Sohn hinterherspringen wollte, wurde er von seiner Ehefrau zurückgehalten. Während Moy und die Angehörigen mit dem schwer verletzten Säugling im nahe liegenden Overtoun House auf das Eintreffen der Ambulanz wartete, versuchte er sich die Pulsadern aufzuschneiden. Er scheiterte erneut, sein Sohn starb am nächsten Tag. Ein verfluchter Ort? Den ganzen Artikel lesen… »


8 Oktober

Der Pfingstflüsterer – Marcus Rietzsch im Interview

von Robert ForstKategorie: InterviewsDiskussion: 7 Kommentare

Pfingstgefluester 2014Die Spatzen haben es bereits von den Dächern geflüstert: Das Pfingstgeflüster – der melancholische und romantische Rückblick auf das Wave-Gotik-Treffen 2014 – ist erschienen. Enthusiasten haben ihr Exemplar bereits gesichert und sind auch dieses mal mit Eindrücken abseits der üblichen Berichterstattung verwöhnt worden. Mit Artikeln von Myk Jung, Edith Oxenbauer, Christian von Aster, Norman Liebold, Ursula Oehme, Bettina Bormann, Sabrina Kirnapci, Dr. Christine Schlott, Mozart, Katharina und Parm von Oheimb, Thomas Manegold, Guldhan und Anne Clark ist dem Herausgeber Marcus Rietzsch wieder eine schwarze Mischung gelungen, die wieder einmal zeigt, wie Facettenreich der Begriff “Gothic” tatsächlich sein kann. Auch ich hatte die Ehre, wieder einmal einen Artikel beizusteuern. Wer neugierig ist, kann das Pfingstgeflüster für 8,90 Euro bestellen oder zum Ende dieses Artikels springen, denn da gibt es die Möglichkeit eins von drei Exemplaren zu gewinnen!

Marcus Rietzsch brachte das Pfingstgeflüster 2005 zur schwarzen Welt, der das Gefühl der Leere bekämpfen wollte, dass die Tage in Leipzig unweigerlich hinterlassen, wenn man sich wieder dem erdrückenden und lauten Alltag widmen muss. In dem Buch “Black Celebration” schildert er 2011 seine Beweggründe: “Die allgemeine Berichterstattung vermochte es nie, sich erfolgreich gegen die Nacht-WGT-Melancholie zu stemmen. Leider viel zu selten wurde der Blick auf die Gesamtheit der schwarzen Subkultur mit ihrer enormen Vielfalt – auch neben der musikalischen Reichhaltigkeit – gelenkt. Wo war die Reichhaltigkeit dieser Szene, welche zu Pfingsten in Leipzig kompakt und eindrucksvoll zu Tage trat und tritt? Wo die freundliche Stadt, die Lesungen, die ausgestellten Bilder, die Menschen hinter der Fassade? Aus dem Wunsch heraus, das unvergleichliche, während der Pfingsttage in Leipzig vorherrschende Flair für uns und andere länger zu bewahren und die Schwermütigkeit zu mildern, entstand die Idee, einen umfassenden Rückblick mit großformatigen Bildern, Stimmen und Stimmungen und Schilderungen persönlicher Erlebnisse zu gestalten.

Dieses Jahr möchte ich mir eine ausführliche Rezension sparen, das haben andere Autoren bereits viel besser getan: Ivonne von Deepground findet infamerweise und tatsächlich einen Kritikpunkt, während Robin von Cryptic-Trails dem Magazin die Ehre zu Teil werden ließ, nicht als Klo-Lektüre zu enden.  Ich möchte die Gelegenheit und das bevorstehende 10-jährige Jubiläum dazu verwenden, mich dem Menschen hinter dem Magazin zu widmen und habe Marcus Rietzsch für ein Interview gewonnen: Den ganzen Artikel lesen… »