3 Juli

Vampirfilm: Only Lovers Left Alive – Düsternis und Schwere mit seidiger Leichtigkeit

von Kategorie: Filme und VideosDiskussion: 1 Kommentar

Vampirfilm Only Lovers Left Alive

Ein sich drehendes Firmament. Kleine helle Punkte, die formiert im Schwarzen einen sanften Reigen tanzen. Schweife ziehen, Linien bilden und im Schwarz zu einer Schallplatte verschmelzen. Sqürl – Funnel of love. Ein Stück 60er. Verrucht und mystisch anmutende Gitarrenmusik. Leises Klingen und eine whiskeygeschwängerte, verrauchte Frauenstimme – „Here I go falling down, down, down. My mind is a blank. My head is spinning around and around, as I go deep into the funnel of love“ – breitet sich aus über eine sich sanft drehende Oberansicht eines Zimmers. Gedämpfte, warme Beleuchtung, dunkle, schwere Teppiche. Auf dem Boden vor dem Bett, umgeben von unzähligen Büchern, eine blasse, blonde Frau, die Hände neben sich gelegt, die Augen geschlossen. Wie im Rausch. Wie in einer anderen Sphäre auch der Mann auf dem antik anmutenden Sofa in den nächsten Bildern. In entspannter Haltung zurückgelehnt, eine Laute auf dem Schoß, die Hände daneben ausgebreitet. Beinah antike Elektrogeräte auf den alten Teppichen, fahles Licht. Düsterschwere Leichtigkeit und der Geschmack von damals, vor langer Zeit. „It’s such a crazy, crazy feeling, I get weak in the knees, My poor old head is a reelin‘, As I go deep into the funnel of love.“

Kling. Den ganzen Artikel lesen… »


1 Juli

Friedhof Ohlsdorf – Eine beruhigende Lebendigkeit

von Kategorie: Finstere OrteDiskussion: 1 Kommentar

Engelskind ruht in Frieden - OhlsdorfEin Friedhof, auf dem Autos und Fahrräder herumfahren? Eine Unmöglichkeit, dachte ich bisher. Leserin Kerstin, die einige schon von ihren Bildern vom Frankfurter Hauptfriedhof kennen, empfindet jedoch genau diese Lebendigkeit auf dem Ohlsdorfer Friedhof als beruhigendes Element. Und schon verliert man sich in Gedanken über Pietät und das Verhältnis zum Tod, ob man will oder nicht. Ein Fernsehbeitrag vom NDR, auf den sie mich auch aufmerksam machte,Ihre Bilder – eine Mischung aus neuem und altem Material – hat sie diesmal mit ihren ganz eigenen Eindrücken versehen, die ein Stück ihre Faszination für diesen Friedhof erklären.

Der Hamburger Friedhof Ohlsdorf ist der größte Parkfriedhof der Welt. Auf einer Fläche von rund 391 Hektar wurden seit dem 1. Juli 1877 – heute feiert er seinen 138. Jahrestag – über 1,4 Millionen Beerdigungen durchgeführt unter anderem die von Gustaf Gründgens, Hans Albers, Inge Meysel und Heinz Erhardt. Doch bevor ich mich über einen Friedhof auslasse, den ich leider noch nicht besucht habe, lasse ich Kerstin zu Wort kommen. Den ganzen Artikel lesen… »


26 Juni

Zeltplatzidylle und WGT-Gefühle – Remember the days!

von Kategorie: VeranstaltungenDiskussion: 6 Kommentare

WGt 2015 - Tanzen bis ins MorgengrauenNachdem wir über unsere WGT-WG in Leipzig berichteten, in der wir nahezu unverschämt luxeriös in einer gemieteten Wohnung abgestiegen waren, ist es Zeit ein Blick über den Tellerrand zu werfen. Spontis-Autorin Flederflausch berichtet von „ihrem“ Besuch in Leipzig – ein wunderbares Tagebuch zwischen sehnsüchtiger Melancholie und dem Gefühl „nach Hause“ zu kommen.

Wave Gotik Treffen 2015. Mein sechstes. Alles schon besondere Routine sollte man meinen – ist es eigentlich auch – aber dieses Jahr ist etwas irgendwie…anders. War ich sonst die Woche vor Pfingsten schon mit Vorbereitungen beschäftigt und dank To-Do-Liste top vorbereitet, überrollt mich dieses Jahr ganz ungeniert das Alltagsleben und ich stelle Mittwochnachmittag leicht erschrocken fest, dass ich mich mit dem Packen mal etwas ranhalten sollte und habe gleich schon gar keine Lust mehr (ich gebe zu, die Hälfte der Zeit vor dem WGT und während des WGT bin ich immer ganz traurig, weil es bald wieder vorbei ist). Als wir (fröhlicher Mitcamper und freundlicher Fahrdienst Matthias und ich) Donnerstagmittag auf der Autobahn die erste vollbepackte Gruftikutsche sichten, packt mich dann doch die vollste Begeisterung und ich winke bei jedem Überholen freudig wie ein kleines Kind auf dem Weg in den Zoo. Coming home. Den ganzen Artikel lesen… »


24 Juni

German-Ness: Ein Reiseführer für Einsteiger zum WGT in Leipzig

von Kategorie: VeranstaltungenDiskussion: 2 Kommentare

Videoscreenshot German-Ness WGT 2015Neulich wurde ich von Expedia gefragt, ob ich nicht Lust hätte, ihren alternativen City Guide „GERMAN-NESS“ vorzustellen, denn die waren – so schrieb man mir – auch auf dem WGT 2015 in Leipzig unterwegs und haben sich unter anderem mit Chris Pohl von Blutengel unterhalten. Ich habe mir das Video natürlich gleich angeschaut, um meine schwelende Skepsis zu nähren und sie erwartungsgemäß zur Ablehnung wachsen zu lassen. Doch ich war überrascht, denn nicht nur die Moderatorin macht ihre Sache gut, sondern auch Chris Pohl, mit dem ich mich zugegebenermaßen noch nicht wirklich auseinandergesetzt habe. Ich finde ihn ganz sympathisch.  Ich sagte zu, das Video vorzustellen. Aber eins nach dem anderen. Den ganzen Artikel lesen… »


21 Juni

Wochenschau: Gruselige Filme, Zombie Kinder und Mr. Spock

von Kategorie: WochenschauDiskussion: Keine Kommentare

Spontis WochenschauVorgestern war ich mit meinem besten Freund und seinem 12-jährigen Sohn im Kino. Ich wurde eingeladen, den neusten Teil aus der „Jurassic Park“ Reihe anzuschauen, der sich nun „Jurassic World“ schimpft und sich anschickt, zum Blockbuster des Jahres zu avancieren. Und während auf der Leinwand – vom Dolby-Klang knackender Knochen untermalt – reihenweise Menschen gefressen, durch die Luft geschleudert und zu Tode getrampelt wurden, machte ich mir darüber Gedanken ob Filme ab 12 Jahren auch in meiner Jugend so blutrünstig gewesen sind. Ihr merkt schon, so doll fand ich den Film jetzt nicht – oder besser gesagt, die Anspruchslosigkeit der Story ließ Raum für Grübeleien. Meine altersgerechte Empörung (bin nun offiziell Ü40) über die Gruseligkeit und Brutalität aktueller Kinofilme verfolg jedoch schnell, denn so war es eigentlich schon immer, man denke nur an „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“, der auch ab 12 war. Gut, ein klein bisschen strenger war man früher schon, so konnte ich damals „Gremlins“ (FSK 16) nur in Begleitung meiner Schwester gucken – der Film läuft heute im Nachmittagsprogramm. Man geht eben mit der Zeit oder irre ich mich etwa? Es ist schwieriger geworden die Jugend zu schützen, soviel ist mal sicher. In der 80ern war es kaum möglich, sich „Halloween“ ins Kinderzimmer zu schmuggeln, schon gar nicht wenn man keinen VHS-Rekorder hatte und „nur“ eine ältere Schwester die so etwas überhaupt nicht toll fand. Heutzutage ist das alles ein paar Mausklicks entfernt. Ich finde, es ist schwieriger geworden seinen Nachwuchs zu „schützen“ oder deutlich anstrengender, seinen Kinder bei der Bewältigung der Reizüberflutung zu helfen.  Den ganzen Artikel lesen… »


20 Juni

Goths just wanna have fun – Whitby Parodie

von Kategorie: VernetztDiskussion: Keine Kommentare

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11 Juni

Wie würdet Ihr Schülern das Thema Toleranz erklären?

von Kategorie: Schwarze SzeneDiskussion: 22 Kommentare
Wie würdet ihr den Schülern Toleranz erkären?  CC by Sozialhelden

Wie würdet ihr den Schülern Toleranz erkären?
CC by Sozialhelden

Stellt euch vor, ihr müsstet einer 9. Klasse das Thema Toleranz aus Sicht eines Gothics erklären. Ihr wollt vermitteln, dass man Menschen nicht nach ihrem Aussehen beurteilen soll. Eine schwierige Aufgabe? Die angehende Lehrerin Diana, 22 Jahre alt, studiert an der Uni Potsdam Russisch und Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde (LER) und möchte genau diese Aufgabe lösen. Oder es zu mindestens versuchen. Da sie selber eher eine bunte Sicht der Dinge hat, ist sie im Zuge ihrer Unterrichtsvorbereitung ist sie über Spontis gestolpert und hat sich informiert, wie sie mit den Schülern das Thema Toleranz aus Sicht unserer Subkultur erörtern kann.

Für mich war erstmal neu, dass es ein Fach namens „LER“ gibt und so habe ich gleich nachgefragt, ob es sich dabei um den „Religionsunterricht 2.0″ handeln würde. Offensichtlich hatte ich jedoch ein paar Jahre schulischer Entwicklung verpennt und wurde von Diana aufgeklärt: „LER ist ein Fach, das man nicht mit Religion verwechseln darf. Wir unterrichten unser Fach bekenntnisfrei. Es ist eher eine religiöse „Aufklärung“, damit man weiß, was es überhaupt gibt. Der L-Bereich beschäftigt sich vor allem mit der Lebenswelt der Schüler, die wir verstehen wollen und denen wir eine Stütze sein wollen. Der E-Bereich sensibilisiert die Schüler hinsichtlich ethischen Fragen. Er fördert das Moral-Verständnis und ist relativ Werte-orientiert.Den ganzen Artikel lesen… »


29 Mai

WGT 2015 – Wie früher! Oder: Styling versus Tiefsinn

von Kategorie: VeranstaltungenDiskussion: 17 Kommentare
Sonntags mehr Styling geht nicht

Die Wave-Gotik-Treffen-Wohn-Gemeinschaft.

In den 80ern liebten wir Veranstaltungsorte wie alte Fabrikhallen, in denen wir zwischen Bechern und Kippen auf den Treppen saßen und Siouxsie, Bauhaus und The Cure hörten und mit einer Mischung aus Fernweh und Weltschmerz „anders“ sein wollten. 25 Jahre später sitze ich im Auto auf dem Weg nach Leipzig und habe Schiss, dass ich unsere generationenübergreifende Wohngemeinschaft aufgrund diverser – im Laufe der Jahre angesammelten – Befindlichkeiten nicht überstehe. Man wird auch in der Subkultur alt und irgendwie unentspannt im Laufe der Jahre. Mit sieben Leuten unterschiedlicher Altersklassen in einer Bude. Nie alleine und es gelten andere Regeln als meine eigenen. Nervenzusammenbruch, ick hör Dir trapsen!

Aber wir wollten mehr Festival-Feeling und hatten uns ganz bewusst für die WG entschieden. Auch unsere Altersgenossen Mone und Ralf hatten ihr bereits gebuchtes – weit luxuriöseres – Hotelzimmer wieder abgesagt, um mit uns das Experiment in einer als „Künstlerwohnung“ angepriesenen Bude zu wagen. Zu uns Mittvierzigern gesellten sich die „Anfang-Zwanziger“ Toya und Izzie Adams und der Ende-Zwanziger Reikon DeVore. Den ganzen Artikel lesen… »


15 Mai

2000: Schwarze trugen Trauer – WGT-Rückblick #3

von Kategorie: Dunkle VergangenheitDiskussion: 8 Kommentare

Schwarze trugen TrauerLeipzig, den 11. Juni 2000 – 13:20: Mit Wirkung des heutigen Tages hat der Veranstalter des 9. Wave-Gotik-Treffens […] seine Zahlungsunfähigkeit erklärt.“ Das als Chaos-WGT bekanntgewordene 9. Treffen hätte wohl eine Reihe von Überschriften verdient, je nach Auslegung der Ereignisse, die negativ als auch positiv gewesen sind. Um die Umstände, die zur Pleite und zum Abbruch der Veranstaltung führten, ranken sich auch heute, 15 Jahre später, noch zahlreiche Geschichten, Gerüchte und widersprüchliche Aussagen.

Rund 10.000 Gothics warten am Samstag vor dem Völkerschlachtdenkmal auf den Konzertbeginn von Phillip Boa und And One. Doch die Bühne bleibt leer. Ein Sprecher betritt die Bühne und verkündet, dass die Auftritte nicht stattfinden werden, da die Gagen der Bands nicht bezahlt werden konnte.  Spätestens jetzt wird allen klar, dass etwas nicht stimmt. Bereits den ganzen Samstag kocht es unter der Oberfläche des Treffens. Künstler und Bands, die ihre Gage fordern, werden vertröstet, Geschäftsführerin Christiane Kuz und „künstlerischer Leiter“ Michael Brunner scheinen vom Erdboden verschluckt. Im Laufe des Sonntag Morgens verschwindet zunächst das Sicherheitspersonal, später beginnt man auch damit, Bühnen und Equipment abzubauen. Man überlässt 20.000 Gruftis ihrem Schicksal. Keine Organisation, keine Einlasskontrollen, keine Konzerte – düstere Aussichten für die schwarze Gemeinde. Den ganzen Artikel lesen… »


13 Mai

1997: Die Schwarzen erobern Leipzig! – WGT Rückblende #2

von Kategorie: Dunkle VergangenheitDiskussion: 2 Kommentare

Wave-Gotik-Treffen 1997 Die Tage, an denen Leipzig in eine schwarze Grufti-Hochburg verwandelt wird, stehen unmittelbar bevor. Das Eintrittskartendesign ist hübsch, aber nicht mehr so bedeutungsschwanger wie in den letzten Jahren. Auch die kryptischen Botschaften zu den seit Wochen eingehenden E-Mails mit den teilnehmenden Bands ist ausgeblieben. Eine schöne, wenn auch ungewohnte Erholung für den moralischen Zeigefinger. In den Foren und Communitys streitet man sich über angemessene Stylings, unpassende Bands und meckert über neue Veranstaltungsorte. Selbst die Internetpräsenz des Wave-Gotik-Treffens hat einen neuen und zeitgemäße Anstrich erhalten.

Zeit für ein paar zeitgeschichtliche Fetzen, die vielleicht das Warten auf die dunklen Tage ein wenig düsterer machen. 1997 erwartete man rund 5000 (es sollten übrigens 6.000 Besucher werden) Gruftis zum 6. Wave-Gotik-Treffen. Die Dresdner Morgenpost titelte: „Die Schwarzen erobern Leipzig“, was sich in den folgenden Jahren auch nicht mehr ändern sollte, bis auf stetig steigende Besuchserzahlen. Was sich allerdings geändert hatte, war der Name des Festivals, dass seit 1996 dem neuen Namen „Wave-Gotik-Treffen“ in Erscheinung tritt. „Der Michel“ erklärte dazu im Mai 1997: „Der Wechsel des Treffen-Namens von „Wave-Gothic“ (womit die Musik assoziiert wird) hin zu „Wave-Gotik“ als (Bezugnahme zu Ambiente und Lebenskultur der Szene) macht den inhaltlichen und nicht nur musikalischen Schwerpunkt deutlich.“ Damals hielt Michael Brunner noch die Fäden des Treffens in seiner Hand und residierte mit seinem Unternehmen „Sol et Luna“ im Werk II. Wieviele Dinge sich doch geändert haben. Den ganzen Artikel lesen… »