Tipps zur Mittelaltersaison

schloss-dyck-2009

Die mittelalterliche Saison ist schon in vollem Gange, gepaart mit den ersten wirklich effektiven Sonnenstrahlen des Jahres lockt es auch mich wieder in die Zeit des Mittelalters. Am vergangenen Wochenende habe ich bereits einen sehr sonnigen Start genossen und das Renaissance Fest auf Schloss Dyck besucht. Zu den Klängen von Annwn habe ich den ersten Rahmflecken zu Weihwasser mit Apfelgeschmack aus Tonkrügen genossen. Herrlich. Entspanntes chillen auf der Schlosswiese eröffnete den Blick auf einige kuriose Gestalten, die man sonst nur vom WGT gewohnt ist. Natürlich ist der Anteil von mittelalterlich gewandeten Gestalten deutlich höher, aber gleichsam wunderlich.

Obwohl ich mich jetzt nicht wirklich als großen Experten in Sachen Mittelalter bezeichnen würde, möchte ich Interessierten doch ein paar Informationen auf den Weg geben, die vielleicht hilfreich sein könnten und mir im Vorfeld einige Veranstaltungen geholfen hätten. Eine Impression von unserem ersten mittelalterlichen Besuch 2009 sehr ihr auf dem Bild. Ein Blick auf den Turnierplatz auf dem sich gerade die Ritter eindrucksvoll die Schwerter um die Ohren hauen. Dabei wird -erstmals für mich- mit Mikrofonen gearbeitet, was die ganze Sache noch einmal interessanter macht. Das ganze ist verpackt in eine knackige Geschichte die hier eindrucksvoll umgesetzt wird.

  • Termine
    Ritterfeste, Mittelaltermärkte und Spektakel finden über ganz Deutschland verteilt an fast jedem Wochenende der Sommermonate statt. Einen guten Überblick auf die Termine die anstehen, bietet der Terminkalender der Zeitschrift Karfunkel, auf dem die meisten Veranstaltungen verzeichnet sind. Man kann auch den umgekehrten Weg beschreiten und die Internetseiten der entsprechenden Veranstaltungsorte besuchen, die ebenfalls darüber informieren, auch Anfahrt und Parkmöglichkeiten werden dort beschrieben. Große Mittelalterveranstalter betreiben eigene Präsenzen ihrer Mittelaltermärkte. Das Spectaculum ist einer der größten Mittelalterkulturfestivals und ist über den Sommer verteilt an verschiedenen Orten zu finden. (Ebenfalls interessant: Sündenfrei Mittelalter Agentur)
  • Musik
    Viele Mittelaltermärkte locken Besucher mit den Auftritten namhafter Bands (Corvus Corax, Schelmish, Faun, Annwn, Saltatio Mortis, Duivelspack, Heidenspass, Fremitus). Diese Märkte lohnen sich besonders für die Erwachsenen Besucher, denn Handgemachte mittelalterliche Musik klingt in entsprechender Kulisse sehr eindrucksvoll. Einige Gruppen spielen kurze Tagesprogramme und zelebrieren noch ein entsprechendes Abendkonzert, das aber oft zusätzlichen Eintritt kostet und getrennt vom übrigen Mittelaltermarkt veranstaltet wird.
  • Kinder
    Mittelaltermärkte sind vor allem für Kinder eine sehr interessante Abwechslung und Erfahrung. Die meisten Feste haben spezielle Kinderprogramme im Angebot und bieten Kinder-Turniere, Bogenschiessen und viele andere Spiele, die sehr gut organisiert sind und entsprechend auf Kinder zugeschnitten wurden. Auch Handwerker sind im Umgang mit Kindern erfahren und laden die Kinder oftmals zu Selbstmachkursen ein. Denkt an ausreichenden Sonnenschutz in Form von Cremes und Mützen, denn sehr oft handelt es sich um offene Gebiete, die wenig Schatten bieten. Getränke und eigenen Speisen kann man nahezu überall mit hinbringen, so lässt sich gerade bei einer 4 köpfigen Familie ordentlich Zaster sparen.
  • Eintritt
    Kinder zahlen meist einen ermäßigten Eintritt zwischen 2 und 5€, Kleinkinder unter 5 habe oftmals freien Eintritt. Für Erwachsene werden zwischen 5 – 10€ fällig. Der Eintritt zu Abendveranstaltungen mit Konzerten kosten meist nocheinmal zwischen 10-20€. Schüler, Studenten, Behinderte und allen anderen Menschen die im Besitz einer entsprechenden Ermäßigungskarte sind, sollten diese auch mitnehmen, hier lassen sich schnell mal 3€ sparen. Wer sich gerne mittelalterlich kleidet, hat die Chance auf freien Eintritt zu vielen der Mittelaltermärkte, denn diese Besucher machen einen Markt erst authentisch.
  • Leibliches Wohl
    Die meisten Fressbuden und Getränkestände sind ebenfalls mittelalterlich ausgerüstet. Pommes, Bratrolle, Döner oder Gyros sucht man hier meist vergebens. Rahm- oder Schandflecken, Ritterwurst, Falaffel sind eine interessante Alternative, hier ist alles ein bisschen mittelalterlich angehaucht, auch wenn es nur so heißt. Met und Kirschwein als Alternative zum Bier sind durchaus zu empfehlen. Die Preise schwanken je nach Markt und Veranstalter ein wenig. Nur große Veranstalter bieten ein konstantes Preisniveau. Man könnte das Niveau als moderat bezeichnen, es ist nicht wirklich günstig, aber auch nicht wirklich teuer. Familien tun gut daran, sich teilweise selbst zu verpflegen.
  • Rahmenprogramm
    Je nach Platzangebot bieten viele Veranstalter Turniere mit Pferden, Ritterkämpfe, Heerlager, Tanzeinlagen, Narren und Gaukler, Feuerspucker, Seiltänzer und Zauberer und andere interessante Darbietungen an. Bei den meisten Darstellern handelt es sich um Hobby Aktivisten die das in ihrer Freizeit machen und deren Einsatz und Ideenreichtum bewundernswert ist. Reine Märkte ohne Rahmenprogramm sind eher uninteressant da sie stark Konsumorientiert sind. Handwerker zeigen meist etwas von ihrem Können in den alten und traditionellen Fertigkeiten, bei denen man oft selbst mitmachen kann. Gerade für Kids ein Heidenspaß. Viele Stände haben auch einen integrierten Verkaufsstand, so kann man eventuell kleine Änderung direkt vor Ort ausführen lassen. (Oftmals kostenlos!)
  • Markt
    Die Märkte bieten für Schmuck und Accessoire-Fans Unmengen an Nachschub zu teilweise günstigen Preisen oder und sagenhaften Handgearbeiteter Qualität. Auch mittelalterlich Gewandung von Kopf bis Fuß gibt es hier zu kaufen. Das ist meist eine prima Gelegenheit die Sachen einmal anzuprobieren oder auch Qualitativ zu beurteilen.  Hier gibt es meist auch viel Zeug für Gothic-Fans und Anhänger der schwarzen Gemeinde. Wer mit entsprechendem Vorsatz an die Sache herangeht sollte sich entsprechend finanziell ausrüsten. Kartenzahlung ist nur ganz selten möglich, schließlich sind wie im Mittelalter. Da die meisten Klamotten noch nicht in China produziert werden, ist das Preisniveau deutlich über den gewohnten Preisen der Fashion-Labels. Trotzdem bieten Märkte viel Raum für Schnäppchen.
  • Anfahrt
    Plant eure Anfahrt sorgfältig! Erste Routen liefert Google Maps, oftmals sind Navigationsgeräte überfordert, da Schlösser und Burgen selten verwertbare Adresse haben. Auch die Seite der Veranstaltungsorte gibt Auskunft. Meist parkt man auf Felder oder staubigen Parkplätzen, Cabrioverdecke sollten geschlossen werden und frisch gewaschene Autos sehen dannach aus wie Sau. Manchmal werden zusätzlich Gebühren für das Parken fällig (zwischen 2-4€), entsprechende Angebote zum parken sollten genutzt werden das die Veranstaltungsorte für Großveranstaltungen meist nicht ausgelegt sind, so das die Anfahrt manchmal zu Stau-Tortur verkommt. Als Faustregel gilt: Reisezeit +30 Minuten wenn man Vormittags anreist und Reisezeit +60 Minuten für Nachmittags, erst dann steht man Erfahrungsgemäß wirklich auf dem Veranstaltungsplatz.  Deswegen: Plant eure Anfahrt sorgfältig!
  • Vorbereitung
    Die meisten Programmhefte und Lagepläne der Veranstaltungen lassen sich beim Anbieter anklicken und ausdrucken, macht davon Gebrauch. Wenn man mal eine Toilette sucht hat es der informierte meist kürzer. Manche Märkte sind Riesig, jeder möchte etwas gucken, nehmt genug Zeit mit, eine Anreise schon am Vormittag empfiehlt sich. Die Plätze sind staubig oder matschig oder auch feucht. High Heels sind zwar schön aber hier fehl am Platze, auch sollten es nicht die besten Klamotten sein die der Schrank zu bieten hat, auch wenn vielleicht Sonntag ist. Gerade Kids sehen nach Mittelaltermärkten erfahrungsgemäß etwas schmutziger aus als nach einem Besuch im Zoo. Nehmt auch ein bisschen Bargeld mit, die Angebote sind teilweise sehr gut und das Angebot schier unerschöpflich, achtet aber auch auf ausreichenden Diebstahlschutz. Brustbeutel unter dem T-Shirt sehr zwar scheiße aus, schützen aber ungemein.

Solltet ihr noch Fragen oder Anregungen haben, ergänzt sie in den Kommentaren. Einige sehr gute Veranstaltungen im Großraum Mönchengladbach die ich persönlich empfehlen kann: Renaissancefest Schloß Dyck, Ritterfest Schloß Rheydt, Flachsmarkt Krefeld, Spectaculum Fühlinger See

Roberthttps://www.spontis.de/author/robert-forst/
Wizard of Goth – sanft, diplomatisch, optimistisch! Der perfekte Moderator. Außerdem großer “Depeche Mode”-Fan und überzeugter Pikes-Träger. Beschäftigt sich eigentlich mit allen Facetten der schwarzen Szene, mögen sie auch noch so absurd erscheinen. Er interessiert sich für allen Formen von Jugend- und Subkultur. Heiße Eisen sind seine Leidenschaft und als Ideen-Finder hat er immer neue Sachen im Kopf.

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Mysti
Gast

Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Schade nur, dass es bei uns im norddeutschen Raum leider nur so wenige Fastivals gibt. Falls du eins besucht, wünschen wir die viel Spass und trink ein, oder zwei auf unser Wohl. ;-)

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