Verkehrte Welt – Fisch am Freitag

Ich bin mitten im Osterwochenende und komme einfach nicht zum Bloggen. Zum einen muss ich jede freie Minute damit verbringen für meine Meister Prüfung im Mai zu lernen, dann ist auch noch schweinegutes Wetter und außerdem gibt es auch noch die ein oder andere familiäre Feier, der ich beiwohnen wollte.  Während ich also neben dem Lernen versuche meinen Kopf freizubekommen (habe ich irgendwo gelesen, das man das so sagt, eigentlich wollte ich nur auf andere Gedanken kommen, denn den Kopf freizubekommen würde wohl eine vollständige Gehirnentfernung voraussetzen, bei mir jedenfalls) mache ich gedankliche Reisen in unbekannte Gewässer.

Am Karfreitag habe ich den frühen Abend dazu genutzt, im Zentrum des Gesellschaftlichen Lebens in Mönchengladbach (Alter Markt) einen Kaffee zu schlürfen und dabei die Menschen um mich herum beobachtet. Ein meiner liebsten Beschäftigungen übrigens. Dabei ist mir aufgefallen, das doch tatsächlich jeder Fisch isst und kein Fleisch. Obwohl ich meine Mitgliedschaft gekündigt habe, interessieren mich solche Fragen immer brennend und gestandene Christen kommen in Erklärungsnot. Essen wir Fisch weil Jesus gekreuzigt wurde? Essen wir Fisch weil es zur Fastenzeit dazu gehört? Oder ist Fisch die Nahrung der Armen? Zumindestens letzteres ist heute überholt, den 1 Kilo Schwein ist deutlich günstiger und Fischfrikadellen kann man nicht wirklich zu den Fischen zählen. Die anderen Erklärungen fühlen sich für mich an, wie an den Haaren herbei gezogen. Aber was soll´s ich mag Fisch eigentlich ganz gern, auch Donnerstags.

Samstag Abend dachte ich an ein bisschen Unterhaltung der leichten Sorte und habe mich mit Freunden dem Kino hingegeben. Nicht ohne natürlich vorher wieder einen Kaffee auf dem alten Markt zu schlürfen, dass es Regnen würde wie aus Eimern (tolles Gewitter übrigens) konnte ja keiner ahnen. Überflüssigerweise sind meine 80er Uralt Pikes auch mittlerweile undicht, so eine Scheiße. Mit dem Kino hat es dennoch geklappt. Fast & Furious 4 – Reihe 5 Platz 15. Viel zu nah an der Leinwand habe ich mir gedacht, mein Auge hatte Schwierigkeiten dem Geschehen wirklich zu folgen, aber immerhin empfand ich den Film als Actionspektakel voller Autostunts und die waren gelungen. Eigentlich wollte ich doch Knowing sehen, klingt irgendwie spannender und düsterer und herrlicher, aber ich habe mich gebeugt.  Aber eins lerne ich wohl nie – mir ein kleines Getränk zu bestellen. Nein, ich musste ja unbedingt wieder so einen Liter Kübel schlürfen, der mich nach exakt 60 Minuten dazu Zwang, die Beine übereinander zu schlagen und in dieser Stellung zu verharren, bis ich meiner schmerzenden Blase nach 90 Minuten Linderung verschaffen konnte. Pausenknopf im Kino, das wärs.

Ostersonntag hatten wir die Familie zum Frühstück geladen, die ich immer als sehr angenehm empfinde. Viel schlimmer empfinde ich den morgendlichen Blick in den Spiegel, oder besser gesagt, den Typ, der mich aus dem Spiegel anguckt. Vererbter Haarausfall ist so ziemlich das frustrierenste, was ich mir vorstellen kann. Zum einen handelt es sich um einen natürlichen Vorgang, der sich wohl durch nichts stoppen lässt, den ich bis jetzt aber immer noch mit Ignoranz bestrafen konnte. Wird das Gesicht eben größer, ist mir doch egal. Aber die Reise zum Schädeläquator scheint unaufhaltsam, zu allem Überfluss waren das auch die zweiten Worte meiner Schwester (dieses Biest). Vor ein paar Jahren habe ich mir versprochen mich von meinen Haaren zu trennen, wenn der Gentechnische bedingte Haarausfall zu schlimm wird, aber jetzt trau ich mich nicht mehr.  Das Frühstück war wirklich toll, nachmittags habe ich wieder gelernt, wie lästig.

Die Herzallerliebste ist auf dem Sofa eingeschlafen, im Fernsehen kommt nur Schrott und am 29. März habe ich einen Google Page Rank (von 3 auf 2) eingebüßt, wie gemein. Ich glaube, ich schalte Statistiken einfach ab, ist sowieso besser für den Datenschutz. Wäre ich nicht so hammermäßig positiv sein, würde mich das im Hintergrund laufende Mein Freund der Baum ist tot von Alexandra wohl ins Gefühlstal ziehen, aber nicht mit mir! Ist er eben tot der doofe Baum.

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Vizioon
Vizioon (@guest_1881)
Vor 13 Jahre

Wie, Du kommst nicht zum bloggen? Das ist doch ein Blog :) Und noch zu Ostern!
Aaargh, wer hat schon einen Baum zum Freund? Und wenn, der steht nur blöd herum, ruft nie an, und sterben müssen wir alle.
Haarausfall sollte Dir keine Sorgen machen. Es wird Dich zwar nicht trösten, aber ich wollte immer lange Haare haben, geht aber nicht, weil sie a) nicht länger als Schulterlang werden wollten, und b) selbst in der Länge ziemlich Scheiße aussahen. Also wird meine Haarpracht regelmäßig auf 1,8 cm reduziert, was zumindest wenig Zeit, was Pflege angeht, verursacht. Und selbst das sieht bei mir nicht sehr füllig aus *g*

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