Willkommen zur letzten Wochenschau „Schwarze Szene 2025“ des Jahres! In dieser Ausgabe blicken wir hinter die Kulissen der Redaktion, blicken auf Clubkultur und düstere Literatur und beleuchten spannende Projekte von der „Schwarzen Elternschaft“ bis hin zur ewigen Frage: Was macht einen Goth eigentlich aus?
Internes: Das Spontis-Magazin und der Blick auf 2026
Liebe Leser, herzlich willkommen zur letzten Wochenschau 2025! Nutzen wir die Gelegenheit, um euch ein bisschen aus dem Backstage-Bereich zu erzählen. Das Spontis-Magazin ist nahezu fertig gestaltet und geht dann so schnell wie möglich in den Druck. Ich hoffe, wir können im Januar mit dem Versand beginnen. Die notwendigen finanziellen Mittel stehen zur Verfügung und decken Druckkosten, den Button und die Versandkosten vollständig ab. Der rechnerische Überschuss reicht aktuell leider nicht, um noch für die kommende Ausgabe einen Stoffbeutel zu produzieren, was aber nicht heißen soll, dass es keinen Stoffbeutel gibt. Möglicherweise gibt es den zum Spontis-Treffen 2026 oder zur nächsten Ausgabe des Spontis-Magazins, wenn es denn eine gibt. Denn obwohl die finanziellen Mittel reichen, ist das allgemeine Interesse am Magazin rückläufig. Weniger Menschen haben mehr Geld gesammelt, um zu unterstützen, was ihnen wichtig ist. Das macht uns unglaublich stolz und zutiefst dankbar. Einen genauen Plan habe ich allerdings bislang nicht. Wer will, kann das ja mal in den Kommentaren ansprechen.
Unfassbar großartig finde ich es allerdings, dass 2025 aus Spontis noch mehr „Team“ geworden ist und meine kühnsten Erwartungen übertroffen hat. Spontis ist endlich näher an sein Ziel gekommen, „aus der Szene für die Szene“ zu repräsentieren. Toll! Mit Franky Future, Gallowdance, Graveyardqueen, Gruftlord, Marc und Maren hat diese Seite einen quantitativen und qualitativen Sprung gemacht, der seinesgleichen sucht. Ich werde versuchen, den Fokus für 2026 auch weiterhin auf den Aspekt zu legen und diese Seite dahingehend zu entwickeln. Wer mehr dazu wissen will, spricht das in den Kommentaren an.
Plage Noire 2025
Das Festival verwandelte den Ferienpark Weissenhäuser Strand erneut in ein Zentrum der Subkultur. Rund 3.000 Besucher feierten zu den Klängen von Gothic, Darkwave und Industrial. Das Line-up überzeugte mit Größen wie VNV Nation, Deine Lakaien, Schandmaul und den EBM-Ikonen Nitzer Ebb. Auch das Rahmenprogramm mit Modenschauen und Mittelaltermarkt trug zur besonderen Atmosphäre bei. CEO Stephan Thanscheidt resümierte passend, dass das Festival beweise, „wie lebendig, kreativ und vielfältig die Schwarze Szene im Jahr 2025 ist“. Ein gelungener Abschluss der Herbstsaison. Der Vorverkauf für die nächste Ausgabe am 20. und 21. November 2026 läuft bereits.
Buchvorstellung: Die Jason Dawn Saga – Dark Fantasy von Carola Kickers
Autorin Carola Kickers (Edition Bärenklau Exklusiv) stellt die „Jason Dawn Saga“ vor: eine Dark-Fantasy-Serie, die sich als Vampirkrimi um den Protagonisten Jason Dawn dreht. Jason Dawn, der sich selbst als „Hybridenvampir“ und Fürst der „Neuzeitvampire“ beschreibt, wurde im Ersten Weltkrieg verwandelt und muss sich mit Themen wie Politik, Macht und Einsamkeit auseinandersetzen. Weitere Details zur Saga und den Büchern finden Sie auf der offiziellen Webseite jason-dawn-saga.jimdosite.com. Zusätzlich sind die Songs „Sacred Love“ und „Original Sin“ zur Saga auf Soundcloud abrufbar. Carola Kickers schreibt neben Dark Fantasy auch Krimis und Romance; mehr über ihr gesamtes Werk erfahren Sie auf ihrer Autorenseite: carola-kickers-autorin.jimdosite.com.
Rückblick: Keynote und Podcast zum Tag der Clubkultur 2025
Im Rahmen des Tags der Clubkultur 2025 („Bridging Realities – 35 Years of Movement“) hielt Daniel Schneider vom Archiv der Jugendkulturen eine Keynote über die Rolle der Berliner Clubs als Resonanzräume der Zeitgeschichte – von der Aufhebung der Sperrstunde 1949 bis zu den Widersprüchen der Nachwendezeit. Die Keynote ist auf der Webseite nachlesbar. Zusätzlich starteten die Berliner Clubcommission und das Archiv den Podcast „Club Culture Conversations – Generationen im Dialog“ mit Akteur:innen wie Dimitri Hegemann. Darin wird über die historische und aktuelle Szene gesprochen (u.a. FLINTA* und stadtpolitische Themen). Die erschienenen Folgen sowie drei weitere, die im Januar folgen, finden Sie unter club-culture-conversations-tdc.podigee.io.
Stimmen aus der schwarzen Szene: Projekt abgeschlossen
Erinnert ihr euch noch? In der Wochenschau vom Mai hatten wir auf den Aufruf von Amalia Zeichnerin hingewiesen, die Interviewpartner für ein unkommerzielles Buchprojekt suchte. Das Ergebnis liegt nun vor: Der Band „Stimmen aus der schwarzen Szene: Interviews mit Goths“ ist fertiggestellt. Das Buch versammelt 40 Interviews mit ganz unterschiedlichen Menschen der Szene – von „Baby Bats“ bis zu langjährigen Goths, unabhängig davon, ob sie in der Subkultur arbeiten oder sie „nur“ leben. Es bietet einen vielschichtigen Einblick in Erfahrungen, Humor und kritische Reflexionen rund um das Goth-Dasein. Das Projekt ist weiterhin unkommerziell: E-Book und PDF stehen dauerhaft kostenlos zum Download bereit. Wer lieber etwas Haptisches möchte, kann das Taschenbuch zum Selbstkostenpreis (ca. 9 €) bestellen. Alle Links zum Download findet ihr direkt bei Amalia: Zum Buchprojekt: Stimmen aus der schwarzen Szene
Gesucht: Interviewpartner für Studie über „Schwarze Elternschaft“
Das Thema Familie und Szene ist immer spannend. Ute Bender schreibt an der Universität Koblenz ihre Doktorarbeit im Bereich Familienforschung und richtet dabei einen wertschätzenden Blick auf Väter und Mütter, die der Szene auch mit Kind treu bleiben. Ihr Ziel ist es, den Typus „schwarze Elternschaft“ als positive Facette modernen Familienlebens wissenschaftlich sichtbar zu machen. (siehe Gothic-Festivals mit Kindern)
Dafür sucht sie aktuell Gesprächspartner, die sich der Schwarzen Szene zugehörig fühlen und Nachwuchs im Alter von 5 bis 22 Jahren haben. Anders als bei üblichen Multiple-Choice-Fragebögen geht es hier um qualitative Interviews (persönlich, per Telefon oder Zoom) und individuelle Perspektiven: Wie gestaltet ihr euren Familienalltag? Wie werden Werte wie Toleranz und Eigenständigkeit vermittelt?
Die Daten werden selbstverständlich anonymisiert behandelt, und als kleines Dankeschön gibt es eine Überraschung. Wenn ihr eure Erfahrungen teilen wollt, meldet euch direkt bei Ute: Kontakt zu Ute aufnehmen (wirsindgothicfamilie_research@web.de)
Was ist Goth? Eine „seltsame Unterhaltung“
Es ist die Gretchenfrage der Szene, die uns seit den 80ern begleitet: Was macht einen Goth aus? Ist es die Musik? Der Look? Die Einstellung? In ihrem Video „A Few More Words About Goth“ liefert Helga Keturka einen spannenden Monolog (oder Dialog?) zu genau diesem Thema.
Besonders sympathisch: Sie spricht aus der Perspektive von Leipzig, das sie als aktuelle Hauptstadt der Gothic-Kultur bezeichnet, und findet klare Worte zum Einfluss von Social Media. Statt der „Tik Tok Schablone“ und dem Druck, perfekt auszusehen, plädiert sie für die Rückkehr zur Individualität: „Fashion is decoration, not definition.“
Ein sehr sehenswerter Beitrag, der auch musikalische Scheuklappen ablegt (ja, Neofolk und Industrial sind ein Teil der Szene-Musik) und mit einem schönen Zitat endet: „Man muss die Subkultur in sich lieben, nicht sich selbst in der Subkultur.“
Black Friday: Doppelte Enthüllung aus Neuseeland
Es gibt Neuigkeiten vom anderen Ende der Welt: Freya, die den meisten von euch als YouTuberin It’s Black Friday bekannt sein dürfte, hat in ihrem neuesten Video gleich zwei Bomben platzen lassen. Zum einen präsentiert sie stolz ihre eigene Kollektion in Zusammenarbeit mit Killstar – historisch inspirierte Mode, „sad mourning black“, genau ihr Ding. Zum anderen – und das erklärt auch, warum sie die Sachen im Video nicht selbst anprobiert – enthüllt sie ganz nebenbei ihren Babybauch. Da ich Freya nun schon seit einigen Jahren kenne, fiel es mir wirklich schwer, dieses Geheimnis einer Kooperation in der letzten Zeit für mich zu behalten. Jetzt, wo es raus ist, kann ich endlich auch ganz offiziell gratulieren: Zur Kollektion und zum kommenden „Baby Bat“!
Wizard of Goth – sanft, diplomatisch, optimistisch! Der perfekte Moderator. Außerdem großer “Depeche Mode”-Fan und überzeugter Pikes-Träger. Beschäftigt sich eigentlich mit allen Facetten der schwarzen Szene, mögen sie auch noch so absurd erscheinen. Er interessiert sich für allen Formen von Jugend- und Subkultur. Heiße Eisen sind seine Leidenschaft und als Ideen-Finder hat er immer neue Sachen im Kopf.



Kurz zwei drei Worte zum Magazin!
Persönlich finde ich die Idee eines jährlichen Spontis Magazin nicht schlecht. Vorallem wenn Artikel enthalten sind, die das Jahr über nicht auf dem Blog veröffentlicht worden sind. Einen Rückblick auf bereits veröffentlichtes brauche ich persönlich nicht zwingend. Man könnte jetzt mutmaßen, ob das auch der Grund für das rückläufige Interesse ist. Gleichzeitig ist, wenn ich das richtig mitbekommen habe, aber generell das Interesse an Spontis geschwunden. Was man auch an der geringen Beteiligung in den Kommentaren sieht 🤔
Stilles Kommentar. Eines stillen Mitlesers hihi
Mit dem letzten Punkt hast du sicherlich recht, die Anzahl der Kommentare hat abgenommen, nicht aber die Anzahl der Leser. Denn wie ich anhand der Statistiken sehen kann, wird durchaus reichlich konsumiert, aber deutlich weniger interagiert. Ich könnte nur spekulieren, woran das liegt. Vergleiche ich die letzten Jahre stumpf an den Zugriffszahlen, so hat sich – bis auf ein erhöhtes Interesse während der Pandemie – die Zahl der Leser kaum verändert.
Einen Rückblick brauchst DU sicherlich nicht, du verfolgst den Blog ja auch sehr regelmäßig und bist wohl einer der aktivsten Seelen hier an Bord :) Doch viele andere „unregelmäßige“ Leser wissen es durchaus zu schätzen, das Jahr einmal Revue passieren zu lassen und mit einem gewissen Abstand die Themen zusammengefasst zu lesen, die besonders „heiß“ diskutiert sind.
Ich finde es einfach schön, den Leuten etwas „an die Hand“ zu geben, was sie sich selbst ermöglicht haben. Durch ihre Beteiligung, durch ihre Interaktion oder einfach nur durch ihr Interesse. :-)
Ich kann den Wunsch nach mehr Interaktion gut nachvollziehen, da Spontis halt lange genau davon gelebt hat. Andererseits kann ich da jetzt auch das widergeben was ich von meinem eigenen Szeneumfeld her so kenne. Da lesen auch sehr viele mit, aber keiner davon schreibt auch nur eine Zeile an Kommentaren, oder nur höchst selten mal was auf facebook. Die allermeisten nutzen Spontis wie andere Leute eine Tageszeitung. Aufschlagen -> schauen ob was interessantes drin steht -> lesen und vielleicht sogar ein like geben, oder aber direkt wieder zumachen. – Je nachdem.
Ich habe die Befürchtung, dass die große Zeit der Interaktionen auf Plattformen wie Spontis inzwischen einfach vorbei ist. Siehe Foren: Im Grunde sind so gut wie alle Foren in denen sich die Szene mal ausgetauscht hat so gut wie tot. Ob sich das Blatt irgendwann einmal wieder wenden wird vermag ich natürlich auch nicht zu sagen. – Wünschenswert wäre es, aber mit dem Ist-Zustand wird man sich vorerst wohl arrangieren müssen. Denn mal Hand aufs Herz: Auch das (vorübergehende?) Absterben zahlreicher und tiefsinniger Interaktionen ist letztlich irgendwo eine Form von Vergänglichkeit der wir wohl alle begegnen müssen.
Für mich beißt sich das! Wenn die „unregelmäßigen“ Leser an diesen Rückblick (noch) interessiert wären, dann wären die Zahlen beim Bestellen nicht rückläufig. Vorallem weil bezahlen auf freiwilliger Basis passiert. Aber den Überblick über alte und neue User, die bestellen, hast du. Ich kann als Außenstehende nur meine Gedanken und Mutmaßungen äußern 🤷🏼♀️
Ich muss noch ergänzend zu Robert sagen, dass der ursprüngliche Gedanke des SPONTIS-Magazins war, im Heft die Community in den Mittelpunkt zu stellen. Es ging also nicht nur um einen Rückblick, sondern darum, die Diskussionen in den Fokus zu setzen. Früher wurde wirklich sehr aktiv kommentiert. Die Beiträge waren oft länger als der eigentliche Artikel und jeder hat aus seiner Perspektive Ansichten und Erfahrungen beigesteuert. Viele erinnern sich sicher noch. Das war viel zu schade, um es „untergehen“ zu lassen.Wir wollten das im Magazin festhalten.
Solche Diskussionen zu finden, war in diesem Jahr extrem schwierig, denn viele Artikel wurden kaum oder gar nicht mehr diskutiert. Das ist kein Vorwurf, ich halte im Internet mittlerweile auch lieber die Klappe. Aber für ein Heft mit 40 oder sogar noch mehr Seiten, die wir ohne diese „Rückblicke“ komplett mit neuen Artikeln füllen müssten, fehlen uns die Kapazitäten. Ich weiß, dass Robert das nicht gerne an die große Glocke hängt, aber es ist unfassbar schwer, Leute zu finden, die nicht nur ihre Absicht erklären, etwas zum Spontis-Magazin beizutragen, sondern es auch machen. Die Rechnung ist ganz einfach: Ohne Kommentare oder aktive Mitarbeit der Community = kein SPONTIS-Magazin mehr. Ich unterschreibe da, was Graphiel geschrieben hat: wohl eine Form von Vergänglichkeit…
OK, danke für die Erklärung…war mir jetzt nicht bekannt.
Vll. sollte man an der Stelle dann das Heft bzw. seinen Zweck überdenken und anpassen. Möglichkeiten gibt es einige. Von „gar keins“ über „eine kleinere Ausgabe“ bis „weg vom Rückblick“. Dass es dafür Artikel braucht stimmt! Und es ist schade, wenn die Suche nach passenden Schreibern sich da schwierig gestaltet. Auf der anderen Seite habt ihr aktuell aber einen relativ aktiven Autorenstamm. Und ich denke, dass man da vll. über das Jahr Artikel für ein Heft zusammenbekommen könnte. Ich persönlich finde, dass Maren und Gallowdancer vorallem in Sachen Themen da dieses Jahr pfiffige Köpfe waren. Ich habe da Artikel wie über die Szene in Athen oder Marens geschriebene Geschichte im Kopf. Deine „Stories“ zum WGT waren für mich auch schöne Abwechslung im Blog und eine gute Idee. Man muss ja nicht zwingend immer gleich alle Artikel für den Blog frei geben, sondern könnte etwas speziell für das Heft nehmen.
Das einfach Mal meine Gedanken dazu.
Ich habe sogar ganz großartige Autoren hier im Blog! Für das Magazin stand allerdings immer das Konzept im Raum, Artikel von Leuten beizusteuern, die sonst gar nicht schreiben oder die man sonst nicht zu lesen bekommt. Einfach, damit es für alle etwas „Besonderes“ ist. Und ja, das Konzept stammt aus einer Zeit, in der Spontis zu 90% von mir „befüllt“ wurde und es noch keine solch fantastischen Autoren wie Dich (Euch) gab.
Vielleicht sollte ich das überdenken, um das Magazin zu erhalten. Was nützt es dann allerdings, wenn das Magazin dann immer weniger Abnehmer findet? Sollte man dann lieber nur noch online gehen?
Das Heft stand auch dafür, Menschen, die sonst nur still mitlesen, für eine Sache zu begeistern, sie für das Treffen zu gewinnen und sie letztendlich auch haptisch und physisch für die Gemeinschaft zu gewinnen.
Wie gesagt, alle Gedanken zum Magazin sind noch nicht zuende gedacht. Ich bleibe gespannt auf weitere Kommentare.
Ich denke, ich verstehe was du meinst… Abwechslung und Vielfalt. Aber Hand auf’s Herz…wie viele haben auf Grund deines damaligen Aufrufs nach (Gast)Autoren wirklich gemeldet bzw. beteiligt?! Ich glaube ein nicht geringer Teil der Szene lässt sich inzwischen lieber berieseln, als sie wirklich mitzugestalten. Umso wertvoller sind natürlich die, die sich mit einbringen.
Und vll. hätte das Thema „Zukunft des Magazins“ ein eigenes Thema verdient gehabt. Am besten mit Abstimmungsmöglichkeiten zum klicken…für die Schreibfaulen 😉.
Vll. sind die Themen auch einfach nicht mehr interessant genug. Ich weiß, dass einige hier auf Feedback pfeiffen, ich halte Feedback für die Gestaltung so einer Seite oder auch Magazins nach wie vor wichtig! 🤷🏼♀️
Nochmal meine Gedanken zu dem ganzen Thema.
Ja, vielleicht hätte es ein eigenes Thema verdient – jetzt ist die Katze aber aus dem Sack. Und wie hätte die Fragen für eine Abstimmung ausgesehen? :-)
Hand aufs Herz: Gemeldet haben sich einige, weil sie die Idee cool fanden, sich beteiligen wollten und Mitgestaltung grundsätzlich gut finden. Nur am „langen“ Ende bleibt dann niemand übrig. Es war immer so wie die „guten Vorsätze“, die man zum Jahreswechsel gelobt.
Auch wenn ich jetzt nicht zu denjenigen gehöre die sich explizit als Autoren gemeldet hatten (also zumindest nicht die letzten 1,5 Jahre), so ganz generell ist es halt nicht nur eine Frage von „Lust“ bzw. „Energie“ sondern auch „Hab ich was zu sagen dass ‚die Szene‘ hören sollte bzw. das für mehr als eine Person interesant ist…?“ Und ich z.B. hätte das aktuell leider nicht (bzw. wenn dann reicht es inhaltlich gerade mal für einen kurzen Kommentar). Wenn ich einen kompletten Artikel schreiben würde wäre dieser entweder belanglos oder mir selbst viel zu persönlich um ihn zu veröffentlichen…
Was ich eigentlich sagen will: Ich persönlich hoffe dass sowohl der Blog als auch das Magazin noch laaaaange fortbestehen :) , aber Gründe selbst keine Artikel zu verfassen gibts halt leider mehrere – Nicht alle von uns die wir primär nur lesen sind „nur zu faul“ ;) .
Dass alle wollten und dann niemand übrig blieb, stimmt so nicht! Ich war geblieben! Es folgten andere 😛😉. Aber ich verstehe schon was du meinst.
Zwecks Abstimmung, zum Beispiel hätte man raus finden können, ob generell noch Interesse an einem Magazin besteht. Was die Leute interessiert. Was ihre Vorstellungen und Wünsche in Bezug Magazin sind. Das ganze soll ja „von der Szene, für die Szene, über die Szene“ sein. Warum also nicht die Bedürfnisse der Szene raus bekommen? 🤷🏼♀️
Mit „die Zeit von Printmedien ist vorbei“ könnte ich mich persönlich nicht zufrieden geben. Mir fehlt hier irgendwie ein Hauch Tatendrang.
Vll. bin ich aber auch für das alles zu naiv und verträumt.
Du, Tatendrang haben wir :-) Das sollte nicht pessimistisch klingen, sondern eher realistisch. Ich leide aber auch unter „verträumt“ und „naiv“ und kämpfe eher gegen die Stimme der Vernunft. Wir arbeiten insgesamt schon einige Wochen an so einem Magazin, auch mit Vorbereitung, Druck und Versand. Also Tatendrang ist da. Aber von einstmals 250 Bestellungen sind wir aktuell bei 85, für ein KOSTENLOSES Magazin.
Ziehe bei den 85 Eins ab…ich bin optimistisch es am 24. auf die Bank zu schaffen 🤷🏼♀️🙄😁
Aber Scherz beiseite, das ist nicht Mal die Hälfte…krass. Und dass die Leute auf das Spontis Treffen spekulieren, weil du da ja mit dem Koffer voller Goodies kommst?! 🤔
Nochmal zur Klarstellung: niemand muss für das Magazin bezahlen. Es ist kostenlos, finanziert durch viele großzügige Unterstützer! Nicht, dass das hier noch einer in den falschen Hals bekommt.
Ah okay…war jetzt auch nicht meine Absicht für Verwirrung zu sorgen.
Hey Robert, vielen Dank für deine Arbeit am digitalen Blog und am gedruckten Magazin! Schön, dieses Jahr Teil des Autoren-Team geworden zu sein. Dank und Gruß auch an alle Mitschreibenden.
In der Ökonomie der Aufmerksamkeit steht man schnell mit den reichsten Firmen der Welt in Konkurrenz, denen es sehr wichtig ist, dass wir unsere Zeit auf ihren „sozialen“ Plattformen verbringen. So müde davon. Für mich sind nicht-kommerzielle DIY-Magazine wie Spontis einfach der Gegenpol dazu. Quasi angenehmes Slow Media. Freue mich daher, dass du den Weg des Fundraising gehst und nicht über Werbeverträge oder ähnliches, die diese Aufmerksamkeitsökonomie weiter befeuern. Vielleicht müssen wir dich aber nächstes Jahr etwas mehr unterstützen, um mehr Leute zumindest für das Fundraising des Magazins begeistern zu können.
Ansonsten finde ich persönlich die Archive hier einfach super – sowohl als gedruckte Magazinsammlung als auch eben digital. Ich interessiere mich auch sehr dafür was mal war und da stellt Spontis ja mittlerweile auch schon einen guten Fundus zur Verfügung der seinesgleichen sucht. Bei anderen Plattformen weiß man auch nie, wann da mal wieder irgendwo der Stecker gezogen wird, Artikel hinter eine Paywall gelangen, oder sonst was passiert. Also ein Hoch auf die Langlebigkeit der Informationen hier. Das ist doch viel wichtiger als (messbare) Aufmerksamkeit ;)
Du hast den Kern der Sache völlig richtig erfasst. Archive sind meine Leidenschaft. Soziale Netzwerke sind als langfristige Informationsspeicher ungeeignet, wie ich finde. Die größte Herausforderung bleibt, die Informationen auf verständliche Art und Weise zugänglich zu machen.
„Messbare Aufmerksamkeit“ natürlich verfolgen wir auch eine Art von „Mission“. Ohne Menschen, die sich beteiligen, sei es in Form von Kommentaren oder gar Artikeln (so wie du es machst), bleiben Geschichten, Sichtweisen, Erfahrungen und Erlebnisse einfach aus. Das Archiv wird nicht weiter befüllt, ist nicht mehr aktuell und kann die zukünftige Vergangenheit nicht mehr abbilden.
Einen freundlichen Gruß zur Nacht mit einem bonfortionösen Dank an Robert, seine Herzvertraute und allen hier Schreibwilligen und Mitlesenden. Als Neukonsumentin mit urdunkler Seele seien mir ein paar Anmerkungen gestattet: Danke für diese stilvolle Insel, die in den letzten Wochen eine Art Zuflucht war. Mehrfach habe ich dankbar versucht, mich zu registrieren. Die immer gleiche Fehlermeldung lautete: reCAPTCHA-Prüfung fehlgeschlagen, bitte erneut versuchen. Allerdings gab es keine CAPTCHA-Prüfung. Nun bin ich keineswegs eine internette Expertin und las einfach so kreuz und quer. Gerne streue ich Pupillenpralinen und Silbensternchen bei gegen den Interagitationsstau, aber wie ~~~?
Liebe Grüße aus der Mainspitze, Käthe Knobloch
Mittlerweile sind wir ja zusammengekommen und genau gleich, als direkt nach diesem Kommentar, lege ich Deinen Account an ;-)
Vielen Dank, nun bin ich hocherfreut dabei. Als bislang stille Leserin, aber lange Online-Schreiberin in diversen Blogs bleibt mir hier nur ein großes Kompliment zu hinterlegen: Spontis ist sehr lebendig, hat famosen Austausch und erfreulich feinsinnige Kommentare. Das sieht andernorts tatsächlich düsterer aus.Vielen Dank an alle, die sich hier einbringen.
Ich ruckele mich gerade in die Gepflogenheiten ein, habe meinen ersten Kommentar aus Versehen zweimal behakelt ~~~ das war keine Absicht.
Mit herzlichen Wünschen an alle, Käthe Knobloch
Zunächst möchte ich mich einfach einmal dem von
gallowdancer geäußerten Dank an
Robert,
Orphi und Euch andere Autoren anschließen. Für mich war/ist es einfach schön gewesen, das Spontis-Magazin als eine greifbare Manifestation von Gedankentiefe und Kreativität in diesem Blog in Händen zu halten. Da finde ich es einfach schade zu lesen, dass das Interesse daran abgenommen hat. Ideen, wie man dem vielleicht begegnen könnte stehen ja jetzt schon einige im Raum von leichten Änderungen am Konzept bis zu gemeinsamen Bemühungen unsererseits irgendwie noch mehr Aufmerksamkeit für das Magazin zu generieren während der Fundraising-Phase…
Orphi recht geben: In welcher Form auch immer, das ganze hängt an der Mitarbeit der Community.
Natürlich muss ich
Zum Thema Kommentare möchte ich einen persönlichen Gedanken äußern.
Ganz am Anfang musste ich mich auch erst einmal trauen hier zu kommentieren. Deswegen möchte ich gerne die stillen Mitleser ermutigen: Traut euch einfach mal, eure Gedanken oder euer Feedback zu etwas abzugeben!
Dass das Interesse abgenommen hat, ist auch eine völlig natürliche Entwicklung. „Print“, wie man so schön sagt, ist ja seit Jahren auf dem absteigenden Ast – letztendlich macht dieser Trend auch vor dem Magazin nicht Halt. Weiterhin hat sich die Diskussionskultur nachhaltig und dauerhaft verändert. In den sozialen Netzwerken kannst du dich heute ja kaum noch herumtreiben, ohne kritisiert und angepflaumt zu werden. Mittlerweile sind die Leute auch „müde“ geworden, um eine vermeintliche Meinungshoheit zum kämpfen. Dieses „ausgelaugte“ zieht sich eben auch hierhin durch. Ich verstehe das sogar!
Kommentare sind allerdings ein integraler Bestandteil des Magazins, denn in der Vergangenheit wurden Artikel so vielseitig und mehrschichtig diskutiert, dass viele richtig gute Kommentare „auf der Strecke geblieben sind“, das haben wir versucht abzubilden und einen echten Diskurs abzubilden. Wichtig waren ja damals die Leute, die eine „andere“ Meinung hatten und sich getraut haben, die zu äußern. Vielleicht bist du ja ein unfreiwilliges Beispiel, Maren. Du hast dich getraut, was GROSSARTIG gewesen ist! Was wäre passiert, wenn das Umfeld toxisch reagiert hätte, so wie es heute in den sozialen Netzwerken Normalität geworden ist? Du hättest es dir wahrscheinlich in Zukunft gespart. Und ja, ich hätte das genauso gemacht. Ich diskutiere schon seit Jahren nicht mehr bei FB.
Ich bin mir unschlüssig, welche „Änderungen am Konzept“ daran etwas ändern könnten?
Okay. Wir könnten die Kommentaraufarbeitung weglassen und den Inhalt nur auf längere Artikel stützen. Ich glaube allerdings, das wäre wenig zielführend, zumal dann der Aufwand, das Magazin mit guten Inhalten zu füllen, noch schwieriger wird. Was allerdings viel wichtiger ist, scheint das Gefühl zu sein, etwas am Leben zu erhalten, nur um es am Leben zu erhalten und dafür auf Dinge zu verzichten, die das Magazin ausgemacht haben.
Bin ich zu pessimistisch? Oder nicht bereit auf Veränderungen? Sagt es mir :-)
Und nicht vergessen – und man schließt ja mit etwas Schönem – aktuell läuft Spontis UNGLAUBLICH GEIL, nicht wegen der Zahlen, der Anzahl der Leser oder der Aufmerksamkeit, sondern weil Spontis endlich ein Platz zum Mitgestalten geworden ist, dank Autoren wie Dir. Wir konservieren hier Szene-Geschichte für Jahrzehnte! Wer in 10 Jahren mal lesen will, wie es „damals“ bei dem oder bei dem Konzert war, wird hier fündig. Wer wissen will, wie Robert Smith mal für Ticket-Preise gekämpft hat, wird hier fündig. Wer wissen will, wie die Gothic-Szene in Griechenland so ist, wird hier fündig.
Das ist fantastisch. Das Magazin mag seinen Zenit überschritten haben, diese Seite lebt aber mehr als je zuvor!
Damit sprichst du meiner unmaßgeblichen Meinung nach einen extrem wichtigen Punkt an. Wenn wir uns das Problem mit der Interaktion zu Artikeln anschauen, dann können wir Spontis nicht isoliert betrachten. Da spielen meiner Meinung nach strukturelle Veränderungen in der Gesellschaft eine zu große Rolle um sie einfach so bei Seite zu schieben.
Schon vor Corona war das Interesse an Printmedien sowie die Diskussionskultur meiner Meinung nach auf einem absteigenden Ast. Die Verkaufszahlen haben dies ja selbst bei durchaus seriösen Blättern belegt. Neben dieser Veränderung im reinen Konsumverhalten zeichnete sich aber auch der von dir angesprochene Abstieg der Debattenkultur und die Art wie miteinander gestritten wurde ab. Eine gesunde Streitkultur gehörte für mich genauso sehr zum Diskurs wie ein respektvoller Umgang. Da wo viele Menschen aufeinander treffen, da unterscheiden sich auf Kurz oder lang nun mal die Standpunkte und Ansichten. Doch spätestens seit Corona hat sich dieser konstruktive Streit mehrheitlich in ein gegenseitiges Niederbrüllen, das Herumwerfen irgendwelcher Buzzwords sowie das absichtliche! falsch verstehen des Gegenübers verwandelt. – Das auszuhalten ohne dabei irre zu werden, sich abzukapseln oder selbst in Zynismus abzudriften ist schwierig geworden, finde ich. Meine eigene Haltung, mich dabei so gut es geht abzugrenzen und meine Laune und Motivation generell nicht mehr so sehr von Kommentaren abhängig zu machen kommt schließlich auch nicht von ungefähr 😉
Da bin ich offen gesagt selbst ein zu großer Pessimist, als dass ich wirklich davon überzeugt bin dass man mit einer Konzeptänderung etwas bewirken könnte. Wie gesagt haben wir es meiner unmaßgeblichen Meinung nach mit einer größeren und strukturellen Veränderung im Konsumverhalten und der Diskussionskultur der Gesellschaft zu tun und die werden wir nicht allein bei Spontis geändert bekommen. Wenn die Leser nicht kommentieren wollen, dann wird kein noch so guter Artikel daran etwas ändern. Zumindest nicht in einem konstruktiv positiven Sinne. Von daher wäre meine Herangehensweise wohl eher: Weitermachen, sich über das freuen was an schönen Reaktionen kommt und sich nicht davon abhängig machen, was (momentan) leider nicht rein kommt.
Auch hier stammt mein Pessimismus nicht allein aus meinem Inneren heraus, denn ich sehe eben was aktuell noch am meisten Reaktionen in den Kommentarbereichen selbst bei den Mainstreamkanälen hervorruft: Möglichst strittige bis kontroverse Themen und Aussagen, bei dem die Leserschaft dem Verfasser oder sich gegenseitig ins Genick springen kann, völlig unabhängig von der Motivation der jeweiligen Seite. Dazu muss ich noch nicht einmal Seuchenkessel wie X (ehemals Twitter) oder so besuchen, da genügt mir oftmals schon ein Blick in die Kommentarspalten von eigentlich seriösen Plattformen. Mein innerer Misanthrop würde hier von typischen Triggerthemen sprechen, an denen sich das Reptiliengehirn so richtig schön reiben kann.
Ich hoffe inständig, dass du nie in die Versuchung kommen wirst nur für den Erhalt des Spontismagazines auf so eine Veränderung zurück zu greifen. Auch wenn ich mir (leider!!!) ziemlich sicher bin dass sich das Interaktionsverhalten schlagartig ändern würde, wenn du (nur mal für Spaß gedacht) einfach mal Krawall mit einem größeren Szenenamen starten würdest.
Mal so ein Gedanke. Vielleicht liegt es ja am Konsumverhalten, also die Art wie etwas konsumiert wird. Wenn der Absatz des Printmediums so krass zurück gegangen ist, wäre es evtl. eine Alternative dieses als PDF zum download anzubieten? Heute liest ja eh jede am Handy, ein paar sogar noch am Computer.
Ich habe ja früher hin und wieder mal für nen Magazin geschrieben, Interviews mit Bands geführt usw. Aber irgend wie fehlt mir gerade die Motivation, vielleicht auch die Ideen was ich da noch schreiben soll was eh nicht schon jeder weiß, weil es eh irgend wo im Internet steht. Vielleicht bin ich auch schon etwas raus um zu wissen was da bei den Bands so alles läuft und interessant wäre zu fragen. Gründe gibt es viele. Um so lieber aber lese ich und muss Dir
Robert großen Respekt und Dank aussprechen für Deine Arbeit hier.
Zunächst danke für die spannende Wochenschau! Ich saß auch diesmal eine Weile vor dem Bildschirm und überlegte, was ich mit einem Kommentar von mir inhaltlich wirklich beitragen würde. In der Hinsicht geht es mir wie
Durante. Die Kombination aus Zeitmangel, der erwähnten Frage und einige andere Faktoren sind der Grund, dass ich in letzter Zeit kaum kommentiert habe. Ich muss aber betonen, dass für mich weder die Plattform (der Blog) noch das Medium (das Magazin) weniger wichtig sind als früher. Ich schließe mich auch
gallowdancer an, ich schätze den Spontis-Fundus und die Möglichkeiten der „Slow Media“ und zu verfolgen, wie Themen ohne Zeitdruck seziert werden. Für mich spielt es deswegen keine große Rolle, wie häufig neue Beiträge erscheinen, sondern dass es Themen sind, die in mir nachhaltig wirken. Deswegen schätze ich die Möglichkeit, auch zu einem späteren Zeitpunkt die Beiträge zu finden und gegebenenfalls zu kommentieren.
Maren, es freut mich, dass Du Dich getraut hast und andere zum Kommentieren ermutigst.
Mir gefällt das Video von Helga Keturka. Mich hat es zu einigen Notizen bewegt, vielleicht kann ich sie in den nächsten Tagen entziffern und zunächst für mich formulieren, ob Goths Wege tatsächlich unergründlich sind. Ich genieße den heutigen Tag der Wintersonnenwende und hoffe, dass ihr es auch tun könnt. Es folgt die längste Nacht des Jahres. Carpe noctem.
Ich weiß, dass ich vorallem mit meiner Sichtweise zum Thema „Inhalt und Magazin“ allein da stehe, aber dennoch eine letzte Meinung von mir zu dem Thema.
Es hieß, dass es dieses Jahr schwer war, Blogartikel für einen Rückblick zu finden. Grund sei eine geringe Beteiligung in den Kommentaren. Aber ganz ehrlich, was hätte man dieses Jahr auch groß diskutieren wollen?! Wenn ich so die Artikel des Jahres durchscrolle, dann war vorrangig Musik das dominierende Thema. Insbesondere Konzert- und Veranstaltungsrückblicke. Das ich zu dieser Einseitigkeit mit beigetragen habe, will ich gar nicht abstreiten. Sind zumindest in meinen Augen jetzt auch keine Themen, die großartig Potential zum diskutieren bieten. Just my two cents…abschließend.