8 Februar

Mein schaurig schönes Tagebuch – Episode 12: Einsam und doch nicht allein

von Kategorie: AnsichtssacheDiskussion: 4 Kommentare

das schaurig schoene tagebuchLiebes Tagebuch. Ich entschuldige mich gleich im Voraus für die verlaufende Tinte meiner schwermütigen Worte, denn dieser Eintrag drückt auf die Tränendrüse, jedenfalls auf meine. Glücklicherweise schreibe ich nicht mit Tinte, sondern mit Tasten und Bildschirme neigen bekanntlich auch nicht dazu, unter tropfenförmiger Wassereinwirkung die Worte zu verschmieren. Auch die Schwerkraft spielt bei näherer Betrachtung mit, denn Tränen fallen nach unten und nicht nach vorne. Jedenfalls in diesem Universum. Aber ganz so traurig wie es klingt, oder wie es den Klischees unserer Subkultur nach klingen sollte, ist es dann doch nicht. Im Gegenteil, was mit Einsamkeit beginnt, endet mit Hoffnung. 

Wie du weißt, liebes Tagebuch, sitze ich einsam vor dem Bildschirm, wenn ich Artikel schreibe, Kommentare beantworte, Bilder veröffentliche und Informationen für neue Ideen suche. Das war immer schon so. Ich tauche ein in die virtuelle Welt, in der Gut und Böse, Legal und Illegal und letztendlich auch Einsamkeit und Gemeinschaft so nahe beisammen liegen. Ein paar mal die falschen Tasten gedrückt, hier mal unbedacht was angeklickt, schon ist das Gleichgewicht der Dinge gestört. Und weil das alles so einfach und virtuell erscheint, fühlt sich die Welt dann doch irgendwie unecht an. Denn du kannst sie ausschalten. Ganz einfach. Doch das sollte ein Irrtum sein. Den ganzen Artikel lesen… »


1 Februar

Schwarz humoriger Buch-Tipp: Klaus Märkert – Schatten voraus

von Kategorie: Bücher und ZeitschriftenDiskussion: 17 Kommentare

Schatten voraus - Klaus MaerkertDas sitze ich nun in meinem Kopf vor den unzähligen Schubladen, in denen ich die Bücher einsortiere, die ich gelesen habe. Kleine gelbe Schildchen verraten, welches Genre in den Schubladen zu finden ist. In den Händen halte ich das Buch „Schatten voraus“ von Klaus Märkert. Sobald mir eine Schublade passend erscheint und ich das Buch reinstelle, um zu sehen wie es darin wirkt, fällt mir augenblicklich eine Passage ein, die den Freudentaumel über die geglückte Zuordnung im Keim ersticken lassen. Ich weiß es einfach nicht. Mein Blick streift hilflos über die Schildchen der Schubladen: Krimis, Fantasy, Humor, Schauergeschichte, Horror, Biografie. Es ist einfach von allem etwas dabei, doch keiner der Begriffe beschreibt den mittlerweile dritten Roman des Bochumer Schriftstellers zufriedenstellend. Seine beiden ersten Bücher machten es mir noch leicht, denn „Hab Sonne“ und „Requiem für Pac-Man“ passen ganz hervorragend in die Schublade der Biografien. 

Wer den Mann mit dem bewegten Lebenslauf jedoch schon ein bisschen länger verfolgt – so wie ich – und ihn auf einen seiner zahlreichen Lesungen besucht hat, weiß auch um seine Talente für skurrile Kurzgeschichten. Obwohl „verfolgt“ jetzt nicht wortwörtlich zu nehmen ist, denn hinterhergestiegen bin ich ihm ja nicht, es soll eben nur zum Ausdruck bringen, das ich möglicher voreingenommen bin, da ich gut finde, was Märkert macht.  Die drei weiteren Werken „Ich bin dann mal tot“ (zusammen mit Myk Jung), „Der Tag braucht das Licht, ich nicht“ und „Schlagt sie tot in den Wäldern“ sind Sammlungen von Kurzgeschichten, von denen viele eine Fortsetzung verdient hätten. So erscheint mir sein dritter Roman als logische Schlussfolgerung, endlich aus dem Schatten der eigenen, kurzweiligen und skurrilen Geschichten herauszutreten und daraus ein ganzes Buch zu zaubern. Zur Geschichte:  Den ganzen Artikel lesen… »


30 Januar

Black Friday im Louvre: Was, wenn Provokation plötzlich funktioniert?

von Kategorie: BrennpunktDiskussion: 33 Kommentare

Black Friday und Schwarzkittel in ParisWas für das Grufti-Ehepaar Freyja und Matthias als romantischer Urlaub in die Stadt der Liebe geplant war, endete in einem Drama. In den Louvre, eines der berühmtesten Museen der Welt, gewährte man ihnen keinen Einlass, weil es wegen ihres Aussehen angeblich Sicherheitsbedenken gäbe. Der eigentliche Grund war, davon sind die beiden fest überzeugt, allein ihr Aussehen und nicht die vorgeschobenen Sicherheitsbedenken. Als sie einen Tag später den historischen Pariser Friedhof Père-Lachaise besuchten, wurden sie erst von der Security verfolgt, dann hielt man sie gegen ihren Willen fest. Freyja wurde gezwungen, die für ihren Youtube-Kanal „Black Friday“ entstandenen Videoaufnahmen, die sie während ihres Rundgangs gemacht hatte, zu löschen. Während man angeblich auf die Polizei wartete, gab man dem Ehepaar zu verstehen, dass ihre Kleidung und Schmuck respektlos gewesen wären. Für die beiden Gothics, die ausleben was sie sind, ein herzzerreißender und negativer Höhepunkt der Reise in die Stadt der Liebe.

Haben die beiden einen Fehler gemacht, indem sie sich nicht anpassten? Sind die Wachleute schuld, die aufgrund von Äußerlichkeiten über die Menschen urteilen? Was tun, wenn die Provokation plötzlich funktioniert? Den ganzen Artikel lesen… »


24 Januar

Video der Woche: Bestraft ihn! Er hat es nicht anders gewollt.

von Kategorie: VernetztDiskussion: 37 Kommentare

Bestraf mich - ScreenshotLiebe Leser. Das nun nachfolgend präsentierte Video der Band Arise-X könnte zart besaitete Dunkelgeister nachhaltig verstören, schockieren, beeindrucken oder wahlweise auch belustigen. Je nach dem welche der unzähligen schwarzen Schubladen unserer Szene ihr Euch zugehörig fühlt, welche Weltanschauung ihr vertretet oder auch wo Eure sexuelle Präferenzen liegen. Ich möchte darauf hinweisen, dass der folgende Text nur die persönliche und subjektive Meinung des Autors darstellt und nicht etwa den Anspruch einer fundierten Auseinandersetzung erhebt.

Der akustische Verführer („Sonic Seducer“) präsentierte mir dieses Werk in meinem – bis zur dieser Stunde – recht jungfräulichen Nachrichtenstrom, der sich bis dahin unschuldig in immer neuen Trump-Karikaturen, Björn Höcke-Zitaten und heimwerkenden Orang-Utans wälzte. „Abwechslung!“ schrien freudig die eingerosteten Synapsen, denn was das Fachblatt der schwarzen Subkultur verbreitet, muss einen gewissen Mehrwert inne haben. Einen beherzten Klick auf den „Play Button“ und mutig in den Vollbildmodus gesprungenen Augenblick später sehe ich mich nicht nur mit in schwarzen Klamotten gehüllten Lustmolchen konfrontiert, sondern auch mit äußerst verstörenden Textzeilen wie „Bestraf mich! Ich will mich leiden sehen!“ zugedröhnt, die vom hämmernde Techno-Beat getragen, durch die Windungen des Gehörgangs dringen.  Den ganzen Artikel lesen… »


18 Januar

Zu guter Letzt: Die Gothic Friday Mecker-Cracker

von Kategorie: Gothic FridayDiskussion: Keine Kommentare

cracker

Genug gemeckert! Als „Gegenkultur zur Meckerbewegung“ müssen wir nach vorne schauen. Es wird also höchste Zeit, den Gothic-Friday mit dem Dezember-Thema „Black & Annoying“ abzuschließen. Ein Thema, das offensichtlich viele Leser dazu genutzt haben, endlich mal Dampf abzulassen. Nicht nur hier gab es viele Einsendung, sondern auch auf Facebook wurde zahlreiche Kommentare hinterlassen. Ich habe sie einfach mal Mecker-Cracker genannt, kurze Ausbrüche aus der Ignoranz, unerwünschte Dinge auszublenden. Zu kurz, um einen ganzen Artikel daraus zu zaubern, zu lang und gehaltvoll, um sie im Daten-Nirwana verschwinden zu lassen. Cracker eben. Salziges Gebäck, wenn man so möchte. Und nach jedem Griff zum Gebäck sagst du Dir, „So! Jetzt ist aber Schluss!“ Das Problem: wenn du einmal damit anfängst, hörst du erst wieder auf, wenn die Tüte leer ist.

Hier also die gefüllte Tüte schwarzer Cracker. Lasst sich Euch schmecken. Danach ist endgültig Schluss mit dem ewigen Genörgel ;) Den ganzen Artikel lesen… »


16 Januar

Propheten der Dunkelheit – 2017 im Zeichen des Post-Punk

von Kategorie: Dunkle LichtblickeDiskussion: 12 Kommentare
Masquerade - Finnland - Press Promo

Die finnische Band Masquerade ist am 3. Juni 2017 im Täubchenthal im Rahmen des WGT zu sehen.
(c) Masquerade

Etwa alle 10 Jahre wird der Goth-Szene ihr Untergang prophezeit. Die Gründe liegen scheinbar jedes mal auf der Hand. Nicht nur die neu hinzugekommenen Szene-Mitglieder treiben immer unverständlichere Blüten, sondern auch musikalisch scheint sich alles das, was zu Beginn der Dekade noch frisch und unverbraucht erschien, totgelaufen zu haben. Und neue Sachen? Goth bewahre! Alles schon mal dagewesen, alles nur eine Kopie. 

Spontis behauptet: Alles Unsinn! Mit jedem Jahrzehnt wird man eines Besseren belehrt, denn auf dem fruchtbaren Boden, den die „Alten“ in den 80ern sähten, wachsen immer wieder neue Bäume. Natürlich, der schwarze Apfel, der auf diesen Bäumen wächst, wird dadurch nicht neu erfunden, doch immer wieder benetzen neue Geschmacksrichtungen den gruftigen Gaumen und können dem Geneigten wohl möglich ein freudestrahlendes Glucksen – wahlweise aber auch ein melancholisches schlurfen – entlocken. Selbstverständlich nicht bei allen. die Szene-Maurer mauern meterhoch um ihre Erstpressung von „Disintergration“ und Gothic-Katzen fauchen den Angreifer an, um sich dann auf der ewig drehenden „Vision Thing“ schnurrend einzurollen. Frei nach dem Motto: „Was der Grufti nicht kennt, wird nicht betanzt.“ Doch woran scheitert die musikalische Weitsicht? An fehlendem Nachwuchs kann es jedenfalls nicht liegen. Spontis zeigt eine Reihe von recht jungen Post-Punk Bands, die man auch 2017 im Ohr behalten sollte: Den ganzen Artikel lesen… »


14 Januar

Resümee November: Abgrenzung und Gesellschaftskritik

von Kategorie: Gothic FridayDiskussion: Keine Kommentare

Gothic ZooIn den kalten Tagen des Novembers nahmen einige Beitragsschreiberinnen und Beitragsschreiber die Feder in die Hand und teilten uns ihre Ansichten mit, welche Rolle für sie Gesellschaftskritik und Abgrenzung in der Schwarzen- beziehungsweise Gothic-Szene spielt. Wird nicht alles kommentarlos hingenommen? Gibt es im gemeinen Goth einen Funken Auflehnung? Und wie war das noch gleich mit der Abgrenzung? All dies wird nun endlich nochmal zusammengefasst, nach Wochen der erzwungenen Untätigkeit und Aufschieberei…

Wir hatten wieder einmal einige Fragen gestellt, deren Erste sich darum drehte, was genau man warum ablehnt und ob die Gründe von Euch als Szene-typisch angesehen werden.

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12 Januar

Gothic Friday Dezember – Bitte keinen Stillstand und Falsch-Etikettierungen. Danke. (Svartur Nott)

von Kategorie: Gothic FridayDiskussion: 6 Kommentare

WGT 2011 - tobikultMeckern, so meine Erfahrung, ist tief ins uns verankert. Auch Svartur Nott kann sich dem Sog, seine Meinung zur schwarzen Szene einmal ungefiltert unter die Menschen zu blasen, nicht entziehen. Für den Gothic Friday im Dezember hat er sich trotz massiver zeitlicher Unpässlichkeit hingesetzt, um seine Sicht der Dinge zu schildern, vor allem, weil er einige andere Beiträge bisheriger Teilnehmer nicht stillschweigend hinnehmen will.

Es war Dezember und ich war fertig mit der Welt. Wollte endlich das Resümee zum Novemberthema beenden, welches aufgrund massiver Mehrarbeit in den letzten Wochen vor Jahresende seiner Vollendung harrte. Wollte eigentlich endlich mal wieder Kraft schöpfen und mich den Menschen, die ich gerne habe, widmen. Wollte mich mal wieder mit den wichtigen Dingen im Leben beschäftigen.

Doch nein, ein inneres Bedürfnis ließ mich mit Beginn des neuen GF-Themas nicht in Ruhe… Kritik an der Schwarzen, respektive Gothic-Szene zu üben, das anzusprechen, was mich schon seit längerem ankotzt. Aber nicht nur simpel zu motzen, sondern auch Wege aufzuzeigen, wie etwas in dieser diversen Subkultur besser gemacht werden könnte. Denn auch wenn ich mich immer wieder frage, ob diesem Umfeld der richtige Platz für mich ist, hält sie mich doch fest im Griff. Mehrere Gastbeitrage haben schon ordentlich vorgelegt, also auf ins Getümmel… Den ganzen Artikel lesen… »


10 Januar

Gothic Friday Dezember: Stagnation, Freaks und Selbstdarstellung (Nadja)

von Kategorie: Gothic FridayDiskussion: 14 Kommentare

Nadja - Black and AnnoyingObwohl Nadja davon ausgeht, zu spät zu sein, muss ich sie enttäuschen, denn der Gothic Friday 2016 endet erst, wenn er vorbei ist. Deshalb bin ich sehr froh, dass sie uns davon schreiben möchte, was sie an der schwarzen Szene auszusetzen hat. „Von Stagnation, Freaks und Selbstdarstellung – liebe schwarze Szene, du gehst mir auf die Nerven!“ nennt sie ihren Beitrag zum Dezember-Thema. Und obwohl Sie sich selbst nicht mehr zu Szene zählt, ist Sie für mich immer ein Teil davon. Ob Sie will oder nicht.

Bevor ich angefangen habe, niederzuschreiben, was mich an der Szene alles stört, stand für mich die Frage im Raum, ob das überhaupt angemessen ist, da ich mich selbst nicht mehr als aktiven Teil der Szene betrachte und sie mir ehrlich gesagt gewaltig auf die Nerven geht.

Einige werden sich vielleicht noch an meinen Beitrag von Februar 2016 („Ich setze mir doch selbst keine Grenzen“) erinnern, in dem ich geschildert habe, wie es dazu gekommen ist, dass ich keine Lust mehr auf diese Schublade habe.

Selbst Mama meinte mal „Du bist doch gar nicht so spießig und engstirnig, dass du dich einer Schublade so anpasst“. Ich finde, Mama hat Recht. Und ich bin froh, dass Robert mir hier eine Plattform geboten hat, in der ich all das loswerden kann, was mich in 13 Jahren Szenezugehörigkeit so richtig aufgeregt hat. Der Text ist im Übrigen bewusst provozierend geschrieben und für anschließende Diskussionen stehe ich gerne zur Verfügung. Den ganzen Artikel lesen… »


9 Januar

Gothic Friday Dezember: Eine Szene, in der man sich seine Stimmung suchen muss (Axel)

von Kategorie: Gothic FridayDiskussion: 5 Kommentare
Owls 'n Bats Festival 2016 (Foto - Anja Radau)

Owls ’n Bats Festival 2016
(c) Anja Radau

Dass es keine wirklichen Künstler mehr gibt, diesen Gedanken wollte Axel nicht einfach im Raum stehen lassen und so richtet sich seine Kritik gegen die, die genau das bemängeln. Für ihn ist klar, dass es innerhalb der Szene immer noch Stimmung gibt, auch wenn man sie nicht gleich findet. So lautet der Titel seines Artikels für das Dezember-Thema des Gothic Friday dann auch „Eine Szene, in der man sich seine Stimmung suchen muss“.

Das Bild der allgegenwärtigen Weltuntergangspropheten ist seit Jahren präsent. Menschen, die wahlweise Plakat tragend oder mit Megaphon bewaffnet, manchmal auch in Kombination beider Stilmittel, das Ende der uns bekannten Welt wissen wollen. Überall gab und gibt es sie: Im alten Rom, bei den Ägyptern, in Hollywood und in Deutschlands Gothic-Szene. Übrigens: Nur in Deutschland. „Es gibt keine Künstler mehr“, „unsere Szene ist tot“ und andere kulturpessimistische Beiträge findet man kaum auf den Seiten aus den USA, Mexiko, Italien oder Griechenland. Und auch wenn ich mittlerweile mit vielen Irrungen und Wirrungen in der Gothic-Szene meinen Frieden geschlossen habe – unbegründeter Kulturpessimismus ist immer noch etwas, was mein Blut in Wallung bringt vor Unverständnis.

Woran liegt es also, dass ausgerechnet in Deutschland jene Kulturpessimisten immer wieder für den Clickbait auf den schwarzen Seiten des Internets sorgen? Den ganzen Artikel lesen… »