Lene Lovich 2015 auf Tour durch Deutschland

Die bunteste aller schwarzen Seelen kommt nach Deutschland. Eine spannende Vorstellung, dass die Lichtgestalt meiner Jugend in Fleisch und Blut vor mir stehen könnte. Ein paar Jahre nach ihren großen Erfolgen in den späten 70ern hörte ich sie zum ersten mal 1988, als ihr „Bird Song“ einige Gruftis aus unserem Jugendclub auf die Tanzfläche zog. Was für ein verrückter Song, der mit seit dem nicht mehr aus dem Kopf ging. 27 Jahre später sollte es soweit sein, Lene kommt am 7. April 2015 mit ihrer Band ins FZW nach Dortmund. Es dauerte Sekunden bis ich Karten für das Konzert bestellte. Ich und Lene Lovich im gleichen Raum!

Der Schnelldurchlauf: Mit 13 Jahren zog Lili-Marlene Premilovich von Detroit ins beschauliche Hull nach Großbritannien, bevor sie mit 19 Jahren in die britische Hauptstadt London ausbrach. Hier änderte sich alles. Um ihren Abschluss an der Kunsthochschule zu finanzieren, arbeitete sie als Straßenmusikerin, Gogo-Tänzerin und Schauspielerin – der Künstlername Lene Lovich wird wohl aus dieser Zeit stammen. Im November 1977 traf sie den BBC-DJ Charlie Gilett, der ihre erste Schallplattenaufnahmen zu „I think we’re alone now“ sponserte und damit den Weg für ein sehr spannende Karriere legte.

1979 landete sie mit „Lucky Number“ einen Top 10 Erfolg und wurde mit dem „Bird Song“ auch erstmals in Deutschland wahrgenommen. 1979 schlug sie auf Anraten ihrer Plattenfirma die Hauptrolle im Film „Breaking Glass“ aus und startete eine Welttournee um ihre Platten zu promoten. Lene was das alles zuviel, sie stieg aus und gönnte sich eine 18-monatige Auszeit. Sie traf auf ihre Seelenverwandte Nina Hagen, mit der sie zusammen im Film „Cha-Cha“ spielte und brachte den Song „Home“ heraus, das zu einem der bekanntesten Stücken wurde. Der Film wurde nicht wirklich zum Kassenschlager, lebt aber 20 Jahre später davon ein Stückchen Kult zu sein.

Tierschutz ist für Lene besonders wichtig, 1986 schrieb sie zusammen mit Nina Hagen den Song „Don’t kill the Animals„, der als Single veröffentlicht wurde und 1987 auch auf einem Benefiz-Sampler zugunsten von PETA erschien. 1989 erscheint das mäßig erfolgreiche Album „March“, bevor sie 2005 nach über 15 Jahren mit „Shadows and Dust“ das jüngste Album aufnimmt. So. Genug der musikalischen Karriere. Fragt mich, ob sich ein Besuch des Konzertes lohnt. Ich weiß es nicht, die Musik ist in ihrem Fall mehr Geschmackssache als in vielen anderen Fällen. Ich freue mich sehr auf die Frau, die sich in den letzten Jahren so erfrischend wenig verändert hat, der eine Rille auf meiner Schallplatte des Lebens gehört und die immer noch ein Phänomen zu sein scheint.

Lene Lovich

Termine:

  • 7. April 2015 – Dortmund FZW
  • 9. April 2015 – Berlin K17
  • 10. April 2015 – Markneukirchen, Framus & Warwick Musichall
  • 12. April 2015 – Nürnberg, Artischocken
  • 15. April 2015 – Frankfurt, Das Bett
  • 16. April 2015 – Koblenz, Circus Maximus

Ein bisschen was von früher, denn „Home is, where the Heart is“:

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Und für die skeptischen, die sich gefragt haben wie sie das Gekreische im Intro von „Bird Song“ hinbekommen hat, kommt hier die Antwort, denn sie hat es immer noch drauf:

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Robert Forst
Wizard of Goth – sanft, diplomatisch, optimistisch! Der perfekte Moderator. Außerdem großer “Depeche Mode”-Fan und überzeugter Pikes-Träger. Beschäftigt sich eigentlich mit allen Facetten der schwarzen Szene, mögen sie auch noch so absurd erscheinen. Er interessiert sich für allen Formen von Jugend- und Subkultur. Heiße Eisen sind seine Leidenschaft und als Ideen-Finder hat er immer neue Sachen im Kopf.
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Shan Dark
Shan Dark (@guest_50376)
Vor 6 Jahre

Hach, ich mag schrille Frauen! Danke für den wohlklingenden Appetizer aufs Konzert und die interessanten Hintergründe zu Lene Lovich, so hab ich mich noch gar nicht mit ihr auseinandergesetzt (immer nur drauf getanzt ;)). Werde ebenfalls sicher aufs Konzi gehen, denn wer weiß, ob sie noch mal auf Tour kommt…?

Pixella
Pixella (@guest_50385)
Vor 6 Jahre

Dann werden wir uns wohl am 7. April in Dortmund sehen.:D

Jim Knopf
Jim Knopf (@guest_50390)
Vor 6 Jahre

Liebe Spontis,
am Freitag, 10. 4. spielt übrigens auch NO MORE im ArtiSchocken Nürnberg.
Schaut vorbei.
http://www.artischocken-nuernberg.de

Shan Dark
Shan Dark (@guest_50391)
Vor 6 Jahre

@Robert: Ja, können wir. Mal sehen, ob sie soooooo gut ist, dass ich was darüber verblogge – ansonsten über Facebook. Ich nehme auch nicht an, dass ich nach Dortmund komme. :) wird wohl FFM werden oder Koblenz.

Hexenstern
Hexenstern (@guest_50394)
Vor 6 Jahre

Leider ist das dem Norden am nächstgelegene Konzert Berlin und das haut bei mir zur Zt nicht hin.Wäre sie nach Hamburg oder Nremen gekommen ,hätte mich das auch von meinem Sofa gelockt

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