Oh my Goth, wie die Zeit vergeht. Ist es wirklich schon 13 Jahre her, dass ich das letzte Mal hier war? Ich fürchte schon. Das erste Mal war ich 2007 beim M’era Luna. Ein Freund hatte mich mitgenommen, relativ spontan und relativ zufällig. Er war schon ein paar Male dort gewesen und meinte, dass es echt klasse wäre. Ich hatte damals noch etwas Angst, weil ich es nicht besonders gut vertrug, wenn derart viele Leute um mich herum waren – so eine Form von Platzangst. Aber er hatte recht: die Menschen hier waren anders. Entspannt und unglaublich freundlich.
Schon als wir in die Nähe des Flughafens in Hildesheim fuhren, kam ein Gefühl des Nachhausekommens auf. Obwohl ich nie zuvor hier gewesen war. Aber allein der Anblick der vielen Schwarzgewandeten, ließ mein Herz höher schlagen. Hier waren sie überall. Liefen meist zu zweit oder in kleineren Grüppchen über das Gelände. Es gab kein Gedränge vor den Bühnen, die Gothics gingen achtsam miteinander um und zeigten sich offen und herzlich. Unangenehme Begegnungen habe ich weder selbst erlebt noch beobachtet. Danach war ich noch oft wiedergekommen und es war immer ein Gefühl, wieder zuhause zu sein. Das M’era Luna wird also immer einen Platz in meiner Schwarzen Seele haben.
Mera Luna 2026: Hitze, Staub und eine Menge Menschen
Aber was ist nach fast 20 Jahren noch von dieser unbeschreiblichen Atmosphäre übrig geblieben? Jetzt schreiben wir das Jahr 2026. Schon im Vorwege wurde angekündigt, dass dieses Wochenende besonders heiß werden würde. Und die Meteorologen sollten recht behalten. Nur, dass es noch heißer wurde, als zuvor prognostiziert. Es war das heißeste, trockenste und staubigste Festival, das ich je erlebt habe. Sicherlich waren meine Frau und ich nicht die einzigen, die glücklich darüber waren, dass die Veranstalter an verschiedenen Orten kostenlose Trinkwasserstellen aufgebaut hatten, die auch massenhaft frequentiert wurden.
Die Hitze war aber nicht das Einzige, was anders war. Auf mich wirkte das Festival viel voller als in den Jahren zuvor. Sooo viele Menschen! Auch wenn es alles Gothics waren und die Farbe schwarz dominierte, haute mich diese Masse um. Am ersten Tag, Freitag, überforderte mich das extrem. Ich bekam Fluchtgedanken. Das war doch nicht mehr mein Festival!?!?
Das M’era Luna hat 2000 seine Premiere gefeiert und hat dann (außer in den Corona-Jahren 2020 und 2021) jedes Jahr stattgefunden. Ungefähr 22.000 – 25.000 Feierwütige haben sich jeweils dort eingefunden, um ihre Lieblingsbands abzufeiern. Wie auch immer das möglich ist, mir kam es jedes Mal so vor, als ob dort deutlich mehr Menschen auf dem Platz waren. Dieses Mal wirkte die Menge an Schwarzgewandeten auf mich gigantisch.
Am Freitag haben wir uns dann auch nur unsere Bändchen geholt, Christian von Asters Lesung angeschaut, das Gelände ein bisschen abgelaufen und einen Burrito gegessen. Die Lesung hat, wie immer bei Christian, enorm viel Spaß gemacht. Der Saal war voll und die Zuschauer richtig gut drauf. Außerdem liebe ich Christians schwarzen, sarkastischen Humor.
Der Samstag startete für uns mit einem ein privaten Schock. Unser Auto wollte nicht so, wie wir. Nachdem wir überprüft hatten, dass es nicht an unserer eigenen Blödheit lag, mussten wir schließlich die gelben Engel rufen. (WERBUNG an:) Der ADAC kam und hat superfreundlich, schnell und kompetent geholfen. Da ist man schon dankbar, wenn einem so etwas passiert (WERBUNG aus). Wir sollten beim Festival allerdings nicht die Einzigen mit einer Autopanne bleiben … Shit Happens.
Trotz der Vorkommnisse und meinem „Respekt“ vor den Menschenmengen, fühlte es sich wieder „familiär“ an – wenn man das bei dieser Masse an Leuten sagen kann. Wieder tauchten wir nach Jahren der M’era Luna-Abstinenz in diese wunderbare Schwarze Welt ein. Auch wenn es mir viel voller schien als bei den anderen M’era Luna Festivals, waren die Menschen hier wieder so … lieb. Lieb? Ja, mir fällt kein besseres Wort dafür ein. Und mit den „lieben“ Leuten meine ich alle. Die Gothics (klar) und die Ordner, die Caterer, die Bändchenausgeber und die Verkäufer (alles auch mit *innen), wirklich alle! Und das bei 27 Grad im Schatten (und schattige Plätzchen gab es nur wenige) am Samstag und trockenen, überwiegend sonnigen 33 Grad am Sonntag. Alle gaben sich Mühe aufeinander zu achten und es wurde auch ein Hilfepasswort ausgegeben, welches man nur zu nennen brauchte, um Hilfe zu bekommen. Und das galt für alle Überforderungen, die man spürte. Das Wort war dieses Jahr „Panama“.
Das Feierverhalten auf dem Campingplatz, durch den man gehen muss, um zum Veranstaltungsgelände zu kommen, scheint sich verändert zu haben. Alle paar Meter gab es selbsternannte DJs, die Musik auflegten und eigenen Tanzflächen bedienten, Zelte wurden zu Burgen zusammengeschlossen und mit Lichterketten und anderem Zierrat, teilweise recht aufwändig geschmückt. Hinzu kamen viele Schilder mit lustigen Botschaften, Skelette in allen Farben und Formen und aufblasbare Einhörner, Gummipuppen etc.
Alles in Allem wirkte es auf mich ähnlich wie auf gewöhnlichen Rock Festivals der „bunten“ Feiernden, wie dem Hurricane Festival oder bei Rock am Ring.
Mera Luna 2026: Musikalische Gänsehautmomente
Für mich gab es natürlich neben der Stimmung auch ein paar musikalische Highlights. Erinnerungen, die man nicht so schnell, oder vielleicht auch nie, vergessen wird.
Am Samstag waren das für mich In Extremo, die ich vorher noch nicht live gesehen hatte. Sänger Michael Robert Rhein und seine Band gaben wirklich alles. Die Show knallte im buchstäblichen Sinne rein. Es gab einiges an Pyrotechnik zu sehen und zu hören. Es knallte und brannte an allen Ecken. Glücklicherweise hatten sich die Temperaturen zum Abend hin deutlich abgesenkt. Mir lief eine Gänsehaut über den Rücken, als bei dem Lied „Feine Seele“, welches der Sänger allen kürzlich Verstorbenen widmete, tausende Handys und Feuerzeuge aufleuchteten. Sie verwandelten den Platz vor der Bühne in ein Meer aus tausenden von Sternen.
Den Song bewältigte der Sänger Michael aber nicht allein. Er bekam Unterstützung von Oliver SaTyr, der auch bei der Acoustic Tour von In Extremo mit von der Partie sein wird. Oliver spielte bei dem Lied die Nyckelharpa oder Schlüsselfiedel.
Am Sonntag habe ich mich sehr darüber gefreut, dass Lacrimosa wieder mit Anne Nurmi zusammen aufgetreten sind (sie war schwer erkrankt und konnte bei der letzten Tour nicht dabei sein). Natürlich feierten die Fans die Düster-Metaller ab, wovon Tilo Wolf und Anne Nurmi sichtlich ergriffen waren.
Ach, es gab noch so viel mehr, was ich hier erleben durfte, aber ich gerate ins Schwafeln. Auf jeden Fall sind meine Frau und ich beseelt nach dem Festival nach Hause zurückgefahren. Mit einem bisschen Wehmut im Herzen. Wir werden die vielen schönen schwarzen Seelen vermissen. Aber es wird ein Wiedersehen geben – wieder hier oder an anderen Orten. Das ist ein kleiner Trost.
Welche Festivals oder Konzerte habt Ihr diesen Sommer besucht? Was hat Euch besonders gut gefallen? Schreibt es mir gerne in die Kommentare.
Herzlichst, Euer Gruftlord



Es freut mich, dass Du deinen Spaß hattest.
Was mich an diesem Festival stört ist, dass Eventim dahinter steckt (Mehrheitseigner von FKP Skorpio). Einer von vier großen mächtigen Konzernen, die die meisten Festivals in Europa betrieben (inzwischen rund 150) und immer mehr dazu kaufen und bald bestimmen wie Kultur in Europa auszusehen hat. Sie kaufen inzwischen sogar Konzertlocations und Clubs auf, diese Kraken. Hinter diesen Konzernen stecken auch Private Equity Konstruktionen, die teilweise auch in andere fragwürdige Bereiche investieren, wie z.B. Rüstung, mit denen so mancher in unserer Szene seine Probleme hat. Unabhängige Veranstalter werden leider immer weniger. Mich kotzt diese Entwicklung an.
Mal davon abgesehen, dass ich dir da vollkommen recht gebe, was die Marktmacht von Eventim angeht (gehört m.M.n. vom Kartellamt geprüft und ggf. zerschlagen), ist das, bis auf ganz wenige Ausnahmen, überhaupt nicht mein Line up. Was da jedes Jahr am Start ist langweilt mich zutiefst. Die Bands liest man immer gleich und spielen auf jedem 2. Festival. Was soll daran noch spannend und interessant sein? Und dass da 25k Gothics am Start seien, halte ich für ein Gerücht. Da sind höchstens Leute, die sich mal in Schale werfen, sich toll dabei fühlen, aber im Kopf sich nicht von anderen Normalos unterscheiden. DENN! Wenn sie sich unterscheiden würden, täten sie den Zirkus nicht mitmachen und würden solche Veranstalter boykottieren. Aber dafür reichts halt nicht. Der Kapitalismus hat sich eben tief ins kleine WE-schwarze Hirn gefressen und der Mainstream wird in vollen Zügen genossen. Kann man machen, unterscheidet sich aber eben schon lange nicht mehr von einem Schlagerfestival. ;)
1. Man kann sich in Schale werfen, fotografiert werden und sich im Kopf von Normalos unterscheiden. 2. Kann man da hin gehen und trotzdem Kritik üben ohne vollkommen Boykott zu üben. 3. Doch, es unterscheidet sich vom Schlager, auch wenn einige Bands kein Rock n Roll mehr sind, sondern gut in den ZDF Fernsehgarten passen.
Gedanke zu Punkt Zwei:
Wenn man an Etwas Kritik übt, führt das nicht zwangsläufig irgendwann zum „Boykott“?! Ich mein, irgendwie beißt sich das in meinen Augen – wenn ich mit Etwas nicht konform gehe, dann gehe ich dem auch nicht nach oder unterstütze es. Was folgt ist Abgrenzung. Mit einem gegenteiligen Verhalten, verrät man sich und seine Werte doch selber. 🤔🤷🏼♀️
Was ist das für eine Haltung, wenn man Kritik übt, aber den Veranstalter dann trotzdem unterstützt? Ein zahnloser Tiger und typisch deutsch. ;D
Aber auch von sogenannten Gruftis erwarte ich nichts mehr. Nicht einmal, dass sie anders sind in irgendeiner Art und Weise.
Verallgemeinern sollte man da sicher nicht. Aber im Großen und Ganzen bin ich da bei dir! Die Szene hat in vielen Punkten sich und ihre Werte über Board geworfen. Auf der anderen Seite frage ich mich, ob ich all die Jahre einfach nur eine rosarote Brille trug und der Szene mehr Werte zu schrieb als sie überhaupt hatte. Ich mein, Schwarze sind halt auch nur Menschen…
Volle Zustimmung zu beidem. Und dieser letzte Satz trifft es eigentlich am besten: In der Schwarzen Szene sind halt auch nur Menschen, mit allen Widersprüchen, die dazugehören. Vielleicht war „anders sein“ nie automatisch gleichbedeutend mit mehr Substanz oder Haltung, sondern wir haben ihr das einfach zugeschrieben, weil wir es brauchten. Am Ende unterscheidet sich das kaum von anderen Gruppen oder Communities – überall dieselben Schwächen, dieselbe Bequemlichkeit, derselbe Drang, sich selbst treu zu bleiben, ohne es immer zu schaffen.
Ich befürchte du hast lange eine rosaraote Brille getragen. Hab ich dir ja so ähnlich schon mal geschrieben. Ode hattest einfach Glück mit deinem direkten Umfeld.
Ich musste leider schon recht früh die Erfahrung machen, das in der schwarzen Szene auch viele Vollpfosten unterwegs sind. Hab meine ersten Schritte so mit 14/15 gemacht und war echt sehr enttäuscht. Die Erkenntnis das da halt auch nur ganz normale Leute rumlaufen (übrigens auch in anderen Szenen) und es immer solche und solche gibt, hat mich nachhaltig geprägt. Vermutlich ist auch das ein Grund das ich mich nie zu 100% zu einer Szenen bekennen möchte und könnte. Und es hat dazu geführt das ich heute allen Babybats sehr wohlwollend begegne.
Ich bin mir auch ziemlich sicher das auf dem Mera Luna sehr viele nicht im klassischen Sinne Teil der Szene sind (wobei zugegebenermaßen es schwierig ist das zu definieren, aber das ist ein anderes Thema)
Achtung jetzt wird es böse: beim Schauen von YouTube Videos über das Mera Luna erhalte ich den Eindruck das da viele Monikas und Bernds unterwegs sind, die bei ihrem Ü-50 Swingerclub im Industriegebiet gehört haben das man sich da sehr 6-y anziehen kann und jetzt regelmäßig dort hin fahren. Was auch voll ok ist. Ich gönn es ihnen. Ganz unironisch. Aber nicht der vibe den ich mag.
Abgesehen von der ganzen firmenpolitischen Sache, sind mir das auch 24500 Leute zu viel und die Bands gefallen mir zu 95% nicht. Glücklicherweise findet mein Musikgeschmack hauptsächlich in kleinerem Rahmen und an Orten statt mit denen ich ethisch und moralisch größtenteils d’accord gehe. Man mag Sachen ja aus bestimmten Gründen und dann passiert das fast automatisch.
Ich finde, diese Diskussion schweift ein bisschen zu sehr ab. Von einem einfachen Rückblick auf ein für Gruftlord schönes Festival, auf eine Generaldiskusiion über Kommerz und die Zusammensetzung der Szene.
Egal zu welchem Großereignis du gehst, es sind immer viele Menschen dabei, die möglicherweise nichts mit der Szene zu tun habe. Cure-Konzerte, Mera Luna, Amphi und WGT wirst du wahrscheinlich nie „nur unter uns“ erleben können. Auf kleinen Festivals hingegen ist die Wahrscheinlichkeit höher, paradoxer Weise sind die Veranstalter dort aber oftmals froh, wenn „Bernds und Monikas“ kommen, um die Veranstaltung zu finanzieren.
Vor allem: Vom äußeren Eindruck darauf zu schließen, wer was mit der Szene zu tun hat oder wer nicht, ist ganz dünnes Eis. Nicht nur, weil wir 2026 haben, sondern grundsätzlich. Ich traue mir das nicht zu, anhand von Videos oder Bildern zu beurteilen, wer zu Szene gehört und wer nicht.
Nun ja, wer frei von Schuld ist, werfe den ersten Stein. Ich darf natürlich etwas kritisieren und trotzdem hingehen. Ich halte das für legitim. Wir reden ja von Festivals oder Konzerten. Nur weill Veranstalter XYZ draufsteht wenn die Band spielt, die ich gerne sehe? Ich weiß nicht, ob das nicht zu weit greift.
Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Wenn der Veranstalter mit dem Gewinn, also meinem Geld, Aktivitäten bezahlt, bzw investiert, die gegen meine Prinzipien sind, dann sollte man sich durchaus Gedanken machen. Einfach kritiklos alles konsumieren ist in meinen Augen ziemlich kopflos, prinzipienlos, fast schon ehrlos. Einer Kritik muss auch was folgen, sonst verhallt die Kritik ins nichts und verändert auch nichts. Aber, jeder hat seine eigenen Prinzipien. Nur sollte man die Hintergründe kennen um dann selber zu entscheiden ob man das mit trägt oder nicht.
Das soll Gruftlords Erlebnis nicht schmälern. Wer weiß wie er sich entschieden hätte, wenn er vorher um die Umstände des Veranstalters gewusst hätte.
Das stimmt, lieber Robert, mein Kommentar bezieht sich nicht auf den persönlichen Bericht, sondern ganz explizit auf Aussagen von Graveyardqueen und Phönix, mit denen ich interagiert habe. Thematisch ging es durchaus um das Mera Luna.
Natürlich kann man keine eindeutigen Schlüsse aus der Optik von Menschen ziehen, das sollte mit Augenzwinkern verstanden werden. Ich habe auch erwähnt, das es generell schwer ist zu definieren was gehört zur Szene dazu und was nicht. Das betone ich auch regelmässig in diversen Kommentaren.
Bernd und Monika sind Synonyme für Menschen die nur auf Szeneversnstaltungen gehen um persönliche Fetische auszuleben, ohne jegliche, sonstige Bezüge wie zur Musik zu haben. Denn die Musik sollte ja der Hauptgrund sein ein Musikfestival zu besuchen. Ist doch recht offensichtlich.
Im übrigen muss ich dir widersprechen, auch kleine Veranstaltungen freuen sich nicht über jeden Hinz und Kunz. Geld hin oder her. Vor allem homophobe oder rassistische Menschen sind da nicht willkommen!
Und das letzte Zitat stammt nicht von mir, glaube das hat Phönix geschrieben.
Das Steinchen werfe ich gern. Ich besuche ausnahmslos kleine Veranstaltungen, die sich gerade so selbst finanzieren können. Da merkt man auch noch, wieviel Herzblut da drin steckt, dieses Event auf die Beine zu stellen. Aus Spaß an der Freude. Und nicht, um den großen Reibach zu machen, mit VIP-Karten und sonstigen Scheiß.
Aber die Gruftmillionäre wollen ja auch, abseits vom Pöbel, ihren Spaß haben.
Haltung und Prinzipien sind rar geworden in Deutschland.
Und genau da liegt der Hund begraben. Was nützt ein kritisieren (möglichst noch hinter vorgehaltener Hand), wenn sich am Missstand nichts ändert. Natürlich können die Künstler da mehr ausrichten, aber wenn die Leute wegbleiben, würde sich das auch bemerkbar machen. Aber nein. Der persönliche Spaß steht im Vordergrund und nicht das große Ganze, was man ändern sollte. Solange die Leute die Preise bezahlen und jeden Mist mitmachen, reiben sich Eventim und Konsorten die Hände und werden den kritischen Schwaflern den symbolischen Mittelfinger zeigen. So schauts aus. ;)
Der Großteil wird wohl zu denen gehören, die letztendlich ihre Werte über Board werfen, um Spaß zu haben oder Band XYZ zu sehen. Muss letztendlich auch jeder für sich selber entscheiden und mit sich selber vereinbaren können. Für mich persönlich wird sowas immer ein Widerspruch bleiben.
Ich gehöre aber auch zu dem kleinen Teil, der auf eine Band verzichtet, wenn die Location von vornherein nicht zusagt. Eine Band kann noch so geil sein, aber unterm Strich ist es das Gesamtkonzept, was ein Konzert zum Highlight macht.
Und nach dem Graphiel mir in einer anderen Diskussion die Augen öffnen tat, hinter welchen Veranstaltungen alles ein WGT Geschäftsführer steckt, ist meine Abneigung gegen die ganzen gehypten Events noch größer geworden.
Just my 2 Cents zu diesem Punkt 🤷🏼♀️
Ich denke die Rosarote Brille wird mir noch so manches Mal von der Nase fallen. Einfach weil immer wieder neue Punkte auftauchen werden, wo ich der Szene mehr zu getraut hätte. Meine Bubble war immer Recht klein gehalten. Und die paar Schwarzen, mit denen ich mich umgab, die hatten einfach Werte in sich getragen. Das passte.
Letztendlich ist aber so, dass nicht die Szene die Werte vorgibt. Sondern man diese in sich trägt. Und wer keine besitzt, kann logischer Weise auch nichts beitragen.
Ich finde übrigens deine Aussage, dass du dich nie 100 Prozent zu einer Szene bekennen kannst und willst, interessant. Im positiven Sinne!
Über die letzten Monate verteilt, merke ich immer wieder, dass ich mich immer weniger mit der Schwarzen Szene als solches identifizieren kann. Was nicht zuletzt daran liegt, dass ich meine Werte, die ich vertrete, darin schwer wiederfinde.
Über kurz oder lang wird es wohl darauf hinaus laufen, dass ich mir die Nischen suchen werde, die am ehesten mir entsprechen. Allen andern werde ich den Rücken kehren.
Ja, man verändert sich im Laufe der Zeit und auch die Szene verändert sich. Ich bin auch nicht mehr so wie ich vor 40 Jahren war und die Szene ist anders, völlig anders als damals. So sucht sich jeder seine Nische. Daran ist nichts verwerfliches oder falsches. Ich denke Du machst dein Ding ganz richtig.
Ach ja der Woke Zeigefinger…
Du glaubst auf die Art was zu ändern? Ziemlich billig. Klar so muss man nicht Zeit , Mühe , Geld in politische Arbeit in einer Partei stecken um vielleicht an Sachthemen dicke Bretter zu bohren.
Man inszeniert sich sich einfach im Internet als Kapitalismus Kritiker , redet alles schlecht ohne zu differenzieren und fertig ist das selbstgerechte Spiegelbild.
Glaubst du Bands leben von Luft und Wasser? Sie wollen / müssen Geld verdienen. Und wenn da nicht was rüberkommt sind die wieder weg.
Dh der Veranstalter muss was bieten.
Auf einem kleinen Festival wirst du folglich auch nur kleine Bands sehen.
Und ja die sind auch gut. Man sollte sich aber auch im klaren seinen das diese kleinen Bands von der großen Bühne zb in Hildesheim träumen.
Nennt sich dann Durchbruch.
Ja, aber wenn sie davon leben können ist es auch OK. Es müssen nicht immer die international bekannten fetten Bands sein um zu gefallen.
Besuchte Festivals: Mera Luna und Stemweder Open Air. Mit Dragol war sogar auf beiden Festivals eine Band, welche ich in Hildesheim verpasst habe. Pluspunkte 2026 Hildesheim: Mehr Sitzplätze im Schatten welche nicht am zweiten Tag zusammen gebrochen sind. Toilettencontainer sauber. Minuspunkte: VIP Bereich… 2025 schon… sorry damit ist Punk für mich entgültig tot. Langweiler Talk am Freitag. Bud Bier wird eingeschlichen. Bud!!! Die Krupps und OMD Überschneidung Timetabel. Zeltplatzdisco mit wer weiß wie viel Dezibel selbst die Nacht von Sonntag auf Montag. — Ich sage mir jedes mal: Das war das letzte Mal! Und trotzdem überreden mich Freunde immer wieder. Ich werde wohl 2027 nach Blackpool zum Rebellion Festival fahren. Hildesheim wird immer anstrengender und immer weniger sexy. Wenn ich mir was wünschen dürfte, würde ich mir das OWLs n Bats wieder wünschen im Sommer. Oder das Autmn Moon nochmal am Break Out Asendorf. Das waren wirklich schöne Festivals.
Beim M’era Luna war ich dieses Jahr auch und es war fantastisch. Diese Stimmung dort ist immer wieder einzigartig. Im November bin ich noch beim Plage Noire. Bei beiden Festivals freut es mich am meisten, dass das Publikum tendenziell älter und deutlich diverser ist als bei anderen Festivals, die ich früher manchmal besucht habe ( Hurricane, Rock im Park). Ich fühle mich beim M’era, WGT und Plage Noire immer „zuhause“.
Ja, natürlich spielen auf den Festivals die immer gleichen Bands. Das Thema hatten wir an anderer Stelle schon und auch die Auswirkungen. Das verstärkt sich durch diese Ballung nur noch weniger Veranstalter noch mehr, weil die nur noch ihre sicheren Zugpferde buchen. Das Interessanteste dürften die kleinen Bühnen sein, wo auch mal andere Bands auftreten. Und durch die Nähe sieht man wenigstens auch die Leute auf der Bühne. Aber nicht jeder von uns hat die Bands live gesehen und es kommen jedes Jahr neue dazu. Von daher möchte ich nicht sagen es wäre sinnlos dort hin zu gehen. Mich stößt aber der Veranstalter auf, den ich nicht unterstützen wollen würde. Das mögen andere etwas lockerer sehen. Aber durch die Unterstützung solcher Veranstalter wird ein Teil der Kultur zerstört, so wie wir sie noch kennen.
Und ja, auch wir sind Menschen mit alle unseren Fehlern und eigenen Befindlichkeiten. Ich möchte darum die schwarze Szene nicht über die anderen Szenen heben. Viele Szenen meinen was besonderes zu sein und versagen in ihrem eigenen Anspruch. Aber jeder kann sich seine Szene ja selber gestalten. Man muss nicht mit jedem.
Wo wird was zerstört? Dann geh doch in die kleinen Clubs, dann fahr doch zu die kleinen Festivals. Dann unterstütze doch damit diese Bands. Es hindert dich niemand. Hast du das in diesem Jahr schon mehrfach gemacht oder möchtest du diese Aufgabe doch lieber an jemand anderen abgeben? Wenn ja ist das ziemlich einfach und billig. Es soll immer jemand anderes machen oder wie?
Ich finde es ziemlich vermessen, Alice unterschwellig zu unterstellen, dass sie sich für kleine Bands und Events nicht einbringt und es lieber auf andere abwälzt.
Kennst du sie? Weißt du und kannst beurteilen wie sie denkt und handelt? Egal wie kontrovers die Meinungen gerade sind, du schießt gerade genauso über das Ziel hinaus und das macht dich nicht besser als andere von uns hier.
Ich unterstelle nicht, ich frage!
Mit Kritik an dies und das wird es nicht besser.
Ich kann nicht bedauern das ein Club schließt wenn ich nie oder sehr selten hingehe. Genauso ist das mit Festivals. Wer kleine wünscht muss auch hingehen. Hinterher klagen nützt nichts.
Wenn aus 2500 Besucher 4500 werden wird sich jeder freuen.
Zerstören tut am Ende der der nicht hingeht. Da muss sich schon jeder selber den Schuh anziehen.
Nicht die großen Veranstalter zerstören sondern die Nichtbesucher von kleinen Festivals, sprich die zahlenden bzw nichtzahlenden Kunden / Besucher.
Und im übrigen sehe ich mich überhaupt nicht besser oder schlechter als jemand anderes. Ich versuche nur die verschiedenen Perspektiven zu zeigen. Es ist eben nicht alles Schwarz / Weiß.
Da machst Du es Dir zu einfach. Zerstören tun geldgeile Investoren. Zerstören in der Vielfalt nicht an der Sache an sich. Wenn Du ohne nachzudenken in jedes große Festival gehst, dann trägst Du dazu bei und merkst es wahrscheinlich auch nicht. Es gibt sie aber noch die unabhängigen Festivals, wie z.B. das Summer Breeze (auch wenn nicht gerade für unser Genre) und andere. Man muss nur hin schauen und nicht andere beschimpfen und dann auch handeln.
Ja, ich unterstütze solche kleinen Bands und ja ich bringe mich auch ehrenamtlich in einem Club, also einem Konzertveranstalter ein, damit kleinere Bands eine Bühne bekommen und auch die Provinz Konzerte genießen kann. Du beschimpfst die Falsche. ;-)
Poar! Das Mera Luna habe ich zum ersten mal 2009 besucht, man ist das lange her, fast so lange wie bei Gruftlord. Damals mein erster Besuch auf einem der großen Festivals. Ich fand, da muss man mal dabei sein. Zelten, beißende Hitze, mangelnde Hygiene gewannen leider bei mir gegen Gemeinschaftsgefühl und Festivalerlebnis. „Prodigy“ auf dem Mera waren schon ziemlich geil und DAF im Hangar großartig. Letztendlich verlor das Mera Luna in den Folge-Jahren gegen genau diese Faktoren.
Ja! Das stimmt. Des Siegeszug des Li-Ionen Akkus hat die Festival-Zelten-Atmosphäre deutlich verändert. Mittlerweile gibt es ja sogar Zelte mit Stromanschluss, habe ich gelesen. 2009 war das noch „spartanische“ Kopfhörer oder einen winzigen Brüllwürfel, der mit Batterien betrieben wurde.
Auch die „Burgen“ haben tatsächlich zugenommen, möglicherweise, weil die Leute sich im Laufe der Mera Luna Jahre angefreundet oder auch verabredet haben?
Lieber Robert :) , schaue doch das neueste Video vom dunklen Parabelritter über Festvials an. Dort plaudert er sehr gut aus den Nähkästchen über sein eigenes Festvial. Schätze das wäre auch ein Arktikel in Spontis wert. Leider bin ehrlich gesagt schriftlich noch so begabt wir ihr alle hier. Daher nur als Tippgeber :)
Bei dem M’era Luna war ich auch! Ich kann mich sehr gut an das Prodigy-Konzert erinnern. Es war einfach unvergesslich. Ich habe mir die Seele aus dem Leib getanzt. 😅
Vielen Dank für diesen persönlichen Rückblick aufs M’era Luna, Gruftlord. Darin beschreibst du eindrucksvoll deine „musikalischen Gänsehaut- Momente“. Es freut mich, dass das Line-up dort genau für diese bei dir gesorgt hat. Deine Freude an Herrn von Asters schwarzem Humor teile ich und finde, das eine Lesung von ihm ein guter Einstieg ist, um sich auf eine mehrtägige schwarze Veranstaltung einzustimmen.
Was mir an deinem Bericht besonders gefällt, ist wie du deine Bedenken gegenüber der zu erwartenden Menschenmenge schilderst, um dann zu berichten zu berichten, dass diese Bedenken zerstreut wurden. Dass du positive Erfahrungen machen durftest mit achtsamem und „liebem“ Verhalten der Besucher und des Personals zeigt, dass man das, was meiner Meinung nach Schwarz sein ausmacht, durchaus auch bei großen Veranstaltungen finden kann.
Dass dieses Festival einen besonderen Platz in deiner schwarzen Seele hat, kann ich anhand deines Berichtes gut nachvollziehen!
Wenn ich hier noch einmal überfliege, wie hier kommentiert und diskutiert wurde muss ich sagen: Finde ich schade.
Gruftlord hat ein persönliches Festivalerlebnis mit uns geteilt, das ihm sehr viel bedeutet hat. So ein Text schreibt sich nicht einfach mal in der Mittagspause sondern erfordert Zeit und Gedanken. Gerade da das Mera aus unterschiedlichen Gründen nicht jedermanns Fall ist, finde ich es schön von jemandem zu lesen, dessen schwarze Seele durch diese Veranstaltung berührt wird.
Man muss nicht den gleichen Geschmack wie der Autor haben und ja, man darf auch kritisieren, wie da Konzerne das Monopol an sich reißen.Es gab da übrigens kürzlich auf ARTE Tracks einen Beitrag zu:
https://youtu.be/qJTZJUI72OI?is=bbpCA9UnTTpJ7Ngs
Aber es reicht meiner Meinung nach, das einmal kurz anzureißen. Nicht weil Kritik verboten ist, sondern weil sie dem Artikel und der Intention, die dahinter steht einfach nicht gerecht wird. Außerdem finde ich dieses„Entweder… oder“ ziemlich polarisierend und das trifft es auch nicht . Entweder ich besuche im Keller ein Minikonzert mit 20 Leuten und dreh mich im Nebel auf Pikes nur um die eigene Achse und bin dann „True“oder ich besuche das Mera, gehe zum Cure Konzert oder wo auch immer größere Menschenmengen auflaufen und begehe dann Verrat an der Szene??? Für mich gehört zum Schwarzsein auch, dass man vielleicht erst mal zuhört, sich erzählen lässt , warum die schwarze Seele von jemandem anderen durch etwas zum Schwingen gebracht wird, bevor man pauschal allen die Z.B. zum Mera gehen Oberflächlichkeit unterstellt.
Und ja, ich gebe Robert vollkommen recht. Steine braucht niemand zu werfen. Verletzt man keine Werte beim Konzertbesuch als Grufti, dann in einem anderen Bereich z. B. beim Klamottenkauf…Ich bin mir sicher, da findet jeder bei sich selbst (ich eingeschlossen) etwas, das man im Sinne von Werten und Moral verbessern könnte.
Da es anscheinend einigen Aufstößt, in welche Richtung die Diskussion läuft, möchte ich meine Meinung dazu nochmal los werden. Aber völlig losgelöst von irgendwelchen Kommentaren.
Als Autor muss man immer damit rechnen, dass innerhalb des Artikels eine Diskussion entsteht. Und solche haben immer ihre eigene Dynamik. Und solange keine Beleidigungen passieren, ist alles schick.
Zum Jahresende, im Bezug auf das Spontis Magazin, wurde noch bedauert, dass es kaum Teilnahme unter den Artikeln gibt. Jetzt gibt es sie und es scheint auch nicht richtig zu sein. Oder sind hier Kommentare nur solange erwünscht, wie sie der Beweihräuscherung dienen? So kommt’s mir zumindest schon eine ganze Weile vor. Dass Kommentare und Menschen nur dann willkommen sind, solange sie, wie die breite Masse hier, in das gleiche Horn blasen. Und das finde ich ehrlich gesagt Schade! Immerhin leben Diskussionen nun Mal von unterschiedlichen Ansichten und dem entsprechenden Austausch. Diese machen das Ganze doch auch aus. Ich persönlich war auf Boards noch nie Fan von, wenn Themen daraus bestanden, dass Leute nebeneinander her schreiben statt miteinander zu kommunizieren. Oder man ständig nur las „Ich sehe das wie XYZ“. Und so gehört es für mich dazu, dass man eben auch schreibt, wenn Etwas nicht den eigenen Werten oder Verständnis der Szene entspricht. Deswegen sieht man andere nicht automatisch als schlechter an, nur weil sie nicht in dieser „Bubble“ sind. Es zählt immer noch „Leben und leben lassen“!
Und speziell auf das Mera bezogen, laufen aktuell überall die Diskussionen heiß. Das fängt beim bisherigen Lineup für 2027 an, weil es sich wiederholt, und hört bei irgendwelchen VIP Geschichten und VIP Bereichen auf. Am Rande habe ich nur mitbekommen, dass es wohl auch begrenzte Frühkäuftertickets gibt, die dann günstiger sind. Wenn dem wirklich so ist, dass nicht jeder der möchte, die Möglichkeit darauf hat, finde ich das schwach. Und so werden in der Szene übrigens Gräben geschaffen! Nicht durch Diskussionen wie unsere hier, wo jeder einfach nur seine persönliche Meinung, auch negative, mitteilt. Meinungen, in denen es nicht um „true und untrue“ geht!
Das von mir zum Thema und nun zerreißt mich von mir aus 🤷🏼♀️
Auf gar keinen Fall. Aber es ging in der ursprünglichen Kritik nicht um das Line-Up, die Getränkepreise, die Zeltplatzatmosphäre oder sonst eine direkte Kritik an dem Festivals selbst.
Kritisiert wurde, das der Veranstalter einem noch größeren Veranstalter angehört, der wiederrum Investoren gehört, die fragwürdige Dinge tun. Das schweift meiner Meinung nach ab, um es kurz zu fassen. Wir hatten in der Vergangenheit viele Artikel zu Eventim, dem Monopol, den Ticketpreisen und allem was daran zu kritisieren wäre, die ausgiebig diskutiert wurden. Da kommt mir das hier an der Stelle ein wenig unangebracht vor, findest du nicht?
Ich möchte in diesem Blog die Gesamtheit der Szene abbilden und für alle eine Plattform bieten, sich auszutauschen, ihre Erlebnisse zu teilen und ihre Erfahrungen zu schildern. Gruftlord wollte einfach nur von einem schönen WE erzählen, stattdessen wird impliziert, er wäre auf einer Veranstaltung, die irgendwie Rüstung unterstützt und die außerdem sowieso nur von „verkleideten“ besucht wird. Damit kann man rechnen, da hast du recht.
Ich finde das trotzdem nicht schön.
Ist das nicht genau das, was ich anspreche? Du sprichst von Gräben, die sich die Szene schaufelt. Genau so werden sie meiner Meinung nach geschaufelt. Ich zitiere dich nochmal:
Hier bei uns berichten Leute wie du von kleinen Nischenveranstaltungen und coolen neuen Bands gleich neben Artikel von riesigen Cure-Konzerten und den „größten“ Szene-Veranstaltungen. Hier werden alle Facette der Szene beleuchtet.
Das finde ich schön. Das bildet die Szene ab. Das baut Gräben ab und fördert Gemeinschaft. Findest du nicht?
Robert es wird nie ausbleiben, dass in Artikeln über Dinge wie die Ausbeutung der Szene, sei es durch Eventim…Modekonzerne oder andere Firmen, die Monopole bilden, diskutiert wird. Das ist nun Mal trauriger Bestandteil der Szene. Und Bestandteil verschiedener Veranstaltungen. Also nein, ich finde es nicht Fehl am Platz, um dir diese Frage zu beantworten. Und trotz aller Kritik unter den Themen, wird nach wie vor die Breite der Szene wiedergegeben. Fakt ist aber auch, man wird nie die Interessen und den Geschmack aller treffen.
Sollen diese Leute etwa zukünftig ihre „negative“ und abweichende Meinung hinterm Berg halten, damit sich keiner ausgeschlossen fühlt?
Ich habe das Gefühl, man möchte hier reglementieren, wie die Diskussionen unter den Artikeln auszusehen haben (und das sogar weniger von deiner Seite aus, so fair und ehrlich muss ich sein). Das wird aber nicht funktioniert, solange verschiedene Charaktere und ihre Ansichten aufeinander treffen. Inzwischen gelten Leute hier ja sogar als „woke“ nur weil sie ihr Verhalten und den Umgang mit verschiedenen Szene Aspekten reflektieren und dies auch äußern. Ich persönlich halte es sogar für eine Stärke, wenn man zur Selbstreflexion fähig ist. Offen für andere Aspekte ist. Und dies auch äußert. Vorallem zeigt es auch, dass Menschen zur Weiterentwicklung fähig sind.
Und Gräben entstehen nicht durch unterschiedliche Ansichten und weil man das äußert. Zumindest sehe ich das so. Denn unterschiedliche Szeneansichten bedeuten nicht automatisch, dass man diese Leute meidet. Selbst dann nicht, wenn man sich innerhalb der Szene von bestimmten Veranstaltungen abwendet. Dafür ist die Bandbreite in der Szene viel zu groß. Ich habe zum Beispiel einen langjährigen Bekannten, der in seinen Szeneinteressen das absolute Gegenteil von mir ist und trotzdem verstehen wir uns und finden gemeinsame Aktivitäten.
Aber am interessantesten finde ich eigentlich, dass bisher jede Kritik im Umfang mit dem Thema, nicht vom Artikelschreiber, also Gruftlord, selber kam. Vll. sollte man auch einfach Mal ihn zu Wort kommen lassen, wie er das Ganze sieht 🤷🏼♀️.
Das täuscht. Ich habe mich nur gefragt, warum die Kritik nicht in den Artikeln, die sich explizit darum drehen, nicht ausreicht? (Zuletzt im Mai 2026) Vielleicht liegt es auch an mir und ich biete nicht genug Platform für das Thema? Verstehst du wenigstens meine Intention?
Gruftlord erzählt von seinem Festivalwochende und schwelgt in schönen, persönlichen Erinnerungen. Er war ewig nicht auf dem Mera Luna. Die ersten zehn Kommentare drehen sich NUR darum, wie doof das Mera Luna ist, wie doof der Veranstalter ist und das die meisten die dort rumlaufen, keine Gruftis seien.
Ich finde das nicht schön.
Nicht jeder hat so ein dickes Fell wie Du oder Ich. Möglicherweise liegt es daran, dass er etwas schönes teilen wollte und es nur negativ kommentiert wird. Das verschreckt, das schüchtert ein, das ist nicht nett.
Damit muss man rechnen. Das stimmt. Es ist aber schade, dass man das muss. Für mich war die Szene immer ein Ort der sensiblen, höflichen und rücksichtsvollen Menschen.
Wie gesagt, ich bewundere Dich für deine Energie dich als Galeonsfigur in jede Diskussion zu stürzen, Stellung zu beziehen und deinen Standpunkt klar zu machen. Das kann aber nicht jeder leisten und er sollte es auch nicht müssen.
Es bietet sich nun mal an auch hinter die Kulissen zu blicken, wenn man über ein Festival berichtet. Der Ausverkauf unserer Festivalkultur sollte immer Thema sein. Ich finde es nicht gut alles schön reden zu wollen, Kritik einfach weg zu wischen weil man sich sein Weltbild nicht zerstören lassen will und die rosarote Brille aufzusetzen.
Das soll auch völlig losgelöst von der schönen Zeit sein, die Gruftlord dort verbracht hat.
Für mich wird es ab dann unschön, wenn unter einem Artikel gar nicht mehr auf den Inhalt und die Intention des Autors eingegangen wird, sondern es nur noch darum geht, Kritik loszuwerden und sich selbst als über allem stehend und „woke“ agierend darzustellen. Dann bekommt das nämlich schnell das Geschmäckle, es geht nur noch darum, zu zeigen wie korrekt reflektiert man selbst doch ist im Gegensatz zu den bzw. vielen anderen.
Das kommt in letzter Zeit (nicht nur hier, sondern verbreitet auf online Plattformen) immer häufiger vor in Kommentaren, dass Leute sich vor allem oder sogar nur beteiligen, wenn sie andere in irgendeiner Form kritisieren oder abwerten können. Und das ist auch keine angenehme Diskussions Kultur.
Hallo Tanzfledermaus, du sprichst mir da total aus der Seele. Danke für deinen Kommentar. Diese Gedanken hatte ich auch beim Lesen.
Für mich wäre es schön zu erfahren, wohin ihr alle zum Tanzen oder Konzerte/Festivals geht, vielleicht kenne ich einige Perlen noch gar nicht.
Da du „alle“ schreibst, fühle ich mich einfach Mal angesprochen. Vorrangig gehe ich auf Konzerte. Gern auch Mal mit einer Aftershow Party. Dabei bevorzuge ich Locations wo etwa zwischen 100 und 150 Leute rein passen. Die erste Jahreshälfte hat mir gezeigt, dass ich mich immer weniger bei größeren Events bzw. Locations wohlfühle.
Du findest echt noch Goth Konzerte in Kneipen mit 100 bis 150 Leuten? Weil in dieser Größenordnung sind das ja nur noch Kneipen aber keine Konzertverantaltungsorte mehr. Bei uns passen 600 rein, aber die meisten Goth Konzerte werden von irgend was zwischen 150 und 300 Leuten besucht, meist eher unter 300. Das sind Genres die nicht gerade die Masse anspricht und Goth gibt es hier im äußersten Süden auch nicht gerade viele.
in Berlin gibt es das noch… z.B. im Slaughterhouse, da passen 100 Leute rein und es gibt dort häufig Szene-Konzerte.
Bei einem meiner letzten Besuche im Ostpol, bekam ich mit, wie einer der Künstler den Soundtechniker fragte, ab welcher Zahl sie Einlassstop machen. Die Antwort war bei etwa 100 bis 110. Daraus schließe ich, dass dort nicht mehr rein gehen.
Gut…Moritzbastei kommt drauf an, in welchem Raum das Event ist. Die Veranstaltungstonne soll laut Internetseite um die 300 Leute fassen. Die Ratstonne wo ich mich immer zur Aftershow Party aufhalte, wiederum auch nur bis an die Hundert.
Im Rhein-Main-Gebiet kann ich für Konzerte ‚Das Rind‘ in Rüsselsheim empfehlen. Klein, aber fein. Die haben immer wieder Dark Wave- und Gothic-Perlen im Programm, die (noch) keine größeren Hallen füllen. Gerade darum interessant!
Nachtrag:
Es passen etwa 250 Leute rein.
Ich muss schmunzeln wie sich so mancher hier als woker schwarzer edler sozialkritischer Ritter aufschwingt und meint er könne an gesellschaftlichen Problemen was ändern wenn er ein großes Festival boykottiert. Gehts nicht etwas kleiner? Also ich meine das ist ein Musikfestival und keine 1. Mai Demo oder so. Wem das Line Up nicht gefällt darf zu anderen fahren. Ihn hindert niemand. Aber es gibt halt viele Menschen die neben kleinen Bands auch große sehen wollen. Ich finde das sollte man respektieren. Wenn jemand ( egal ob schwarz oder bunt) sozialkritisch was ändern will warum schließt er sich nicht einer Partei an? Ach verdammt kostet Zeit und Mühe… das kann ich verstehen das man sich dann doch lieber im Internet so richtig über ein Festival auskotzt und glaubt man ist moralisch überlegen. Ob das die Welt rettet? Ich habe Zweifel.
Ich war auch in Hildesheim und ja auf einiges kann man verzichten was lächerlich am Rande der Rollbahn aufgebaut wird. Aber man kann es auch ganz entspannt ignorieren und sich auf die Bands konzentrieren. Hat mal jemand darüber nach gedacht das große Bands viel Gage haben wollen die kleine Veranstalter wahrscheinlich nicht zahlen können? Wer also zb. Within Temptation sehen will dem bleibt nur Hildesheim und nicht das Stella Nomine. Da ich beides schätze ,den Rummelplatz und die große Gartenparty fahre ich jetzt am We nach Torgau. Dann habe ich dieses Jahr beides gehabt. Nur eins habe ich in diesem Jahr verpasst die sozial/ gesellschaftskritische Großdemo am 1. Mai in Berlin. Aber auch da habe ich Zweifel das die was nützt.
Und den Gratismut mich über ein Musikfestival eines großen Veranstalters zu echauffieren schenke ich mir. ( Ach By the Way, Mera Luna 2026 hat Spaß gemacht. War nur zu Warm.) Höchstwahrscheinlich 2027 auch. Nur mit dem 1.Mai weiß ich nicht.
Noch was zu den „WE-Schwarzen“ in der Szene, um sozialkritisch zu sein muss man nicht permanent Schwarz sein. Die größten Sozialkritiker sind eher bunt! Auch da kann man den Ball flach halten! Sonst wird aus dem“ Schwarz“ nämlich eine Attitüde.
Was soll ständig dieses Gequatsche von wegen „woke“?! 🙄
Keiner hat in seinem Kommentar behauptet sich für etwas anderes und besseres zu halten! Das ist das was mancher hier nur rein interpretiert. Genauso verbietet keiner irgendwem große Festivals und Bands. Wie man darauf kommt, nur weil sich jemand gegen so etwas ausspricht, ist mir ein Rätsel. Welches Gewicht man hier manchen Aussagen gibt, ist enorm.
Natürlich lässt sich niemand was verbieten. Der Unterton am Anfang klang aber nicht wenig nach sich gegen große Eventveranstalter auszusprechen. Also sich sozial und gesellschaftskritisch die Festivals auszusuchen. Na wenn das nicht der Woke Zeigefinger ist was dann?
Es hätte auch die Möglichkeit gegeben einfach zu sagen ich mag es einfach etwas ruhiger und kleiner und man hätte sich den Zeigefinger gespart.
Jedem seinen individuellen Spaß!
Belehrungen braucht niemand.
Und für Gesellschaftskritik eignet sich die politische Bühne besser als die Festivalsbühne.
Belehrung? Ernsthaft? Es geht hier doch Null darum irgend wen zu belehren. Ich weiß nicht was in die ganzen Aussagen alles rein interpretiert wird. Aber definitiv mehr als müsste 🤷🏼♀️.
Kern von Diskussionen und Austausch ist, dass Menschen ihre Meinungen, welche nun Mal unterschiedlich sind, gegenüber stellen. Das hat nichts mit belehren zu tun. Und die einen bringen ihre Worte schärfer rüber als andere, ist halt so.
Bezüglich der großen Eventveranstalter…was ist daran schlimm, wenn es Leute gibt, die sich dagegen aussprechen, dass diese ein Monopol bilden oder anfangen die Szene auszusprechen. In meinen Augen war die Szene immer ein Sammelbecken von Leuten, die auch kritisch betrachtet haben 🤷🏼♀️
Ja scharfe Worte…
Das Wort kann schärfer als das Schwert sein.
Schärfe nützt nichts wenn nicht auch Subtanz dahinter steckt.
Du kannst mir gerne erklären wie kleine Veranstalter von zb. Stella, NCN, oder xy große Bands auf die Bühne bringen sollen wenn mit 2500 Besucher das nicht zu finanzieren ist. Ist dir bewusst was Veranstalter für Kosten für das ganze drumherum haben? Gebühren, Sicherheit, Miete für Wcs ect? Ich habe keine Ahnung aber eine gewisse Vermutung. Und dann noch die Gagen! Ist dir bewusst das es viele kleine Festivals gibt die dicht machen weil sie es nicht stemmen können?
Nur auf die großen zu schimpfen ist billig!
Und der Vorwurf es gäbe immer nur die gleichen Bands ist nur die halbe Wahrheit. Große Bands ziehen viel Publikum an damit am Ende in deren Kielwasser die kleinen Bands mitschwimmen können. Wer sich das Line Up vom Mera Luna genau anschaut sieht das da Newcomer und kleine Bands auch vertreten sind, Mortes zb, Diorama usw.
Auch schwarzer Pop von Sotira . Muss man nicht mögen aber respektieren!
Was mich immer mächtig ärgert ist undifferenzierte Pauschalkritik verbunden mit Kapitalismuskritik.
Als wenn kleine Bands nur aus Liebe zur Musik auf der Bühne stehen und dann umsonst. Umsonst gibts nur in der Fußgängerzone.
Und wer gegen große Veranstalter wettert muss dann auch erklären wie er kleine Veranstalter unterstützt.
Da darf er dann zum Bürgermeister zb von Torgau gehen und um Sponsern fragen. Der wird dann aber sagen das die Kasse leer ist und das Festival die Preise erhöhen soll. Zahlst du das dann?
Letztlich hängt es überall an den Kosten.
Versuchst du hier gerade Strohmänner zu bauen?
Wer sagt denn, dass man die großen Bands, welche auf dem Mera oder Amphi spielen hat, auch bei kleinen Events haben möchte?! Ich persönlich plädiere schon immer für kleinere Events und dass man vorallem auch Newcomern und unbekannten Projekten eine Bühne gibt. Andere schreien generell nach mehr Vielfalt und Abwechslung. Und bevor du jetzt noch mehr betonst, das kleine Bands kein Geld bringen würden….woran liegt’s denn??? An den Leuten, die prinzipiell nur das große wollen und die kleinen wenig bis gar nicht unterstützen. Und auf die Frage wie ich unterstütze…ich teile Bands, Musik und Events. Witziger Weise liegt auch ein Artikel, über ein kommendes Event, fertig hier in der „Cloud“. Ich hab es Robert nur noch nicht frei gegeben. Ich gehe zu Konzerten, von jungen und kleinen Bands und kaufe meine Karten im Vorverkauf.
Und dein Beispiel mit Dioramen beim Mera hingt übrigens! Diorama ist keine unbekannte Band. Die waren sogar Anfang der 2000er bei Medusa in der Schattenreich Musiksendung, welche im TV lief! Hausaufgaben schlecht gemacht, muss ich an der Stelle leider sagen 🤷🏼♀️.
Ich glaube, du verstehst mich falsch. Es geht wohl eher darum das große Namen kleine Festivals sich nicht leisten können. Ich kann mir nicht vorstellen das sich zb. Within Temptation, OMD, Floor Jansen, Megaherz, Lacrimosa, Clan of Xymox, Skynd, IMAX,… mit kleinem Geld zufrieden geben das auf kleinen Festivals gezahlt wird. Das hier sind einige der Bands die auf der großen Bühne standen. Dagegen spielt Diorama eher eine kleinere Rolle. Das ist wie Äpfel und Birnen. Und was du unterschlägst sind die Newcomer denen Mera Luna auch eine Bühne bietet. In diesem Jahr zb. Mortes und in 2025 Beyond Border. Alles über Besucher Umfrage / Auswahl ausgewählt. So viel zu deinen Hausaufgaben. Und wenn du mich fragst, ich war in diesem Jahr in Berlin auf vielen kleinen Festivals und Clubkonzerten. Demnächst zu ASP, Actors, Das Ich in einer Kirche, Halloween zu einem kleinen Festival im Festsaal Kreuzberg. Dazu zwei große Festivals (Mera Luna & Stella Nomine morgen.) Also Geld ist reichlich geflossen. Ich finde das ist nicht wenig. Das das nicht jeder machen kann ist mir klar und werfe ich niemand vor. Das Einzige, was ich finde ist das man bei Kritik alle Seiten beleuchtet. Ich könnte mir gut vorstellen das sich das Stella zb. über Lacrimosa freuen würde als Headliner (was mehr Publikum anziehen würde) aber nicht genug Gage zahlen kann ohne die Preise anzuziehen. Und da dreht sich alles im Kreis. Mich würde es schon mal interessieren was da so an Gage gezahlt wird.
Jetzt ist wirklich mal gut. Robert hat darum gebeten sich wieder auf den ursprünglichen Artikel zu konzentrieren und du steigst wieder in eine Diskussion ein, die im Grunde beendet ist.
Es kommt mir vor als ginge es hier gar nicht um die Sache selbst sondern als spielten vor allem persönliche Animositäten eine Rolle. Das wird total absurd und alles verdreht.
Ich bitte drum das sich die Gemüter mal beruhigen. Das führt doch zu nichts.
Ganz im Gegenteil. Im zweiten Post ging es um das Bashing gegen große Events und große Veranstalter. Also immer noch im Thema. Animositäten? Gegen wen? Übrigens was ist das für eine Logik zu sagen ich sehe mir nur kleine Bands an? Was ist denn, wenn die in zb 5 Jahren groß sind und in Hildesheim auftreten? Sind die dann tabu und raus? Also ich sehe mir alle an, wenn mir deren Musik gefällt. Das ist das einzige Kriterium.
Große Bands auf großen Festivals, kleine Bands auf kleinen Festivals. Ich sehe da keine Probleme.
Ja, ich kenne das alles, was hinter einer Veranstaltung steckt. Wir haben als kleiner Veranstalter schon Festivals mit 5.000 Leuten veranstaltet. Das geht. Wir haben fette Bands zu uns in den Club bekommen, die normalerweise in Hallen spielen. Das geht, wenn man in der Branche gut vernetzt ist und sich einen Namen gemacht hat. Wir haben in der Nachbarstadt auch mehrmals ne Messehalle gemietet um ein Festival indoor zu veranstalten. Da musst Du keine Strohmänner aufbauen. Du verrenst Dich.
Ich glaube, Du blickst nicht, dass es nicht um woke geht. Wokismus ist was ganz anderes als der Ausverkauf kultureller Stätten. Warum steigerst Du Dich da so hinein?
Du möchtest eine Antwort? Weil hier undifferenziertes Bashing auf ein Festival bzw dessen bösen Veranstalter gemacht wird. Reinsteigern tue ich mich überhaupt nicht. Aber warum soll man so das stehen lassen? Oder möchtest du keine andere Sicht auf die Dinge haben? Nur die eine Sichtweise? Ich schätze mal Gruftlord wird so schnell nicht nochmal einen Bericht schreiben. Schon gar nicht zu ML. Ist ja zu viel Mainstream.
Verzeih mir die Frage. Du bist nicht zufällig auf der Gehaltsliste von Eventim oder irgendeinem verbandelten Unternehmen? Selbst dem unkritischsten Menschen würde doch auffallen, dass Eventim einen kulturellen Raubzug begeht. Denen ist es scheißegal, ob alles gleich klingt, ob überall die gleichen Bands spielen und ob sie die Leute innerhalb und außerhalb der Szene mit ihrer Preisgestaltung abzocken wollen. Echt jetzt? Viel lieber würde ich es sehen, wenn die Bands da mal etwas kritischer zu Werke gehen würden.
Mir ist klar, dass mittlerweile auch die „Gruftis“ nur noch den Faktor Spaß kennen und jegliche kritische Betrachtung solcher Sachen außen vor lassen.
Aber mir soll es Wurscht sein. Meine Moneten bekommt Eventim nicht. Viel schlimmer ist eher die zunehmende Unreflektiertheit der „Szene“ und das nur noch der Spaßfaktor gilt (kann mich noch dunkel erinnern, das man früher mal die unreflektierte Spaßgesellschaft verabscheute und es eher die nachdenklichen und tiefgründigen Zeitgenossen waren). So ändern sich die Zeiten. Leider nie zum positiven.
Und das hat am Ende schon mit diesem und anderen Festivals zu tun, an denen sich Eventim eine goldene Nase verdient.
Hier werden keine Gräben geöffnet. Hier wird lediglich appelliert vielleicht mal etwas intensiver über die Gegebenheiten nach zu denken. Wenn ihr teuren Einheitsbrei wollt. Schön. Bitte! Wenn ihr kulturelle und musikalische Abwechslung wollt, dann tut was dafür.
Meine Szene ist es immer weniger und das liegt an den vielfältigen und u.a. den hier aufgeführten Gründen.
Von meiner Seite aus ist alles gesagt.
Machen wir doch alle zusammen. Wir berichten über teuren Einheitsbrei, über das 1000. Konzert der Sisters ohne einen neuen Song, über kleine Festival und neue Künstler. Über ehrenamtliche Projekte und gemeinnützige Vereine. Über Menschen mit Haltung und über Kritik an Kommerz.
Kann denn nicht beides Koexistieren? Oder muss „Haltung“ zwangsläufig im Boykott enden, anstatt zu versuchen, die Dinge von innen heraus zu ändern?
Ich bin zwar nicht angesprochen, möchte dennoch einen Gedanken zu folgendem äußern…
„Kann denn nicht beides Koexistieren? Oder muss „Haltung“ zwangsläufig im Boykott enden, anstatt zu versuchen, die Dinge von innen heraus zu ändern?“
In denke in erster Linie kommt es darauf an, um was es geht.
Wenn wir bei Festivals wie Mera oder WGT bleiben oder von mir aus auch Events, die auf Eventim basieren, wird man „von Innen heraus“ nichts bewirken können. Da macht nur Boykott Sinn. Dieser müsste dann aber von der breiten Masse ausgehen. Denn solange es ausreichend Leute gibt, die ihr Geld dort rein investieren, wird sich nicht viel ändern.
Just my 2 Cents 🤷🏼♀️
Ich weiß nicht ob ein großer Boykott wirklich funktioniert. Das muss jeder für sich entscheiden. Die Infos liegen nun vor und keiner kann sagen er hätte nix gewusst. Besser wäre, wenn der Gesetzgeber diesem Treiben einen Riegel vorschieben würde. Da kann man tatsächlich was machen. Schreibt eure Politiker an, die Abgeordneten eures Wahlbezirkes. Macht Druck. Widerstand gibt schon, die Medien berichten auch schon. Jetzt muss Druck auf die Politik ausgebaut werden. Wenn der Wettbewerb wieder funktioniert, kann man gerne auch auf Eventim Veranstaltungen gehen. Bis dahin sollte jeder schauen ob das mit seinen Werten zu vereinbaren ist.
Natürlich würde ein Boykott funktionieren. Ohne Frage. Nur da die Szene schon lange keine homogene Gemeinschaft mehr ist, die an einem Strang zieht (vielleicht war sie das auch nie), ist das wohl nur eine Wunschvorstellung. Damit kann man solche Veranstalter in die Knie zwingen. Gerade wenn Einnahmen ausbleiben. Das ist wie im normalen Leben. Als Kunde/Käufer/whatever hat man es selbst in der Hand, wenn man mit Dingen nicht einverstanden ist. So eine Macht ist nicht zu unterschätzen. Aber dafür müsste sowas wie ein Gemeinschaftssinn vorhanden sein und nicht das einzelne „Ich“ im Vordergrund stehen. Ebenfalls müsste das Bewusstsein vorhanden sein, dass eine Schieflage, ein Missstand vorhanden ist. Viele juckt das alles nicht mehr, sondern lebt von heute auf morgen und will dabei den größtmöglichen Spaß haben. Die Oberflächlichkeit ist, genauso wie Mainstream, Kommerz und Modedenken schon lange in der Szene angekommen. Man hat sich selbst verkauft und alles über Bord geworfen, was die Szene mal zu der gemacht hat, was sie war und nicht mehr ist.
Ich gebe dir in deiner Aussage Recht! In Bezug auf die Szene frage ich mich allerdings inzwischen, ob der Minimalismus und die Werte von damals wirklich vorhanden waren oder einfach nur dem geschuldet waren, dass sie damals keine große Auswahl hatten. Damals gab es keine riesen Labels ect.
Ich bin inzwischen an einem Punkt angelangt, wo ich die komplette Szene anzweifeln.
Und alles andere sind letztendlich „nur“ die Werte und Prinzipien, die ein jeder in sich trägt, und wo man vll. mit bisschen Glück Drei Vier Leute findet, die einfach nur genauso ticken.
Aber lassen wir das…
Ich möchte fast sagen: lass los. Kill your Idols, sozusagen. Im Grunde ist das der beste Weg um ohne Groll auf die Welt zu blicken. Man kann auch ohne Romantisierung Musik und andere (Szene-)Interessen geniessen. Und mit etwas emotionalem Abstand läuft man auch nicht so schnell Gefahr sich zu sehr in negative Entwicklungen mitreißen zu lassen. Die Szene verändert sich ständig, was soll’s ; )
„Die eine“ Szene, möchte ich behaupten, gab es nie. Zwar war ich zu ihren Anfängen noch nicht mal geboren, aber schon allein der gesunde Menschenverstand lässt darauf schließen. Ist die uns heute bekannte schwarze Szene nicht eh ein Konglomerat aus verschiedenen Subszenen?!?
Es gab schon immer die eher hedonistisch geprägte Seite, und diejenigen die mehr Werte und Tiefe vertreten haben. Gerade heute ist die Vielfalt von Musikgenre, ästhetischen Vorlieben und Werten so groß wie nie. So schön ich den Gemeinschaftsgedanken finde, an der Realität kommt man nicht vorbei!
Ich habe aber schon noch in Erinnerung, dass Kleidung, Musik und eine gewisse Tiefgründigkeit, der Hang zur Melancholie etc. diese Szene geprägt hat. Und das funktionierte automatisch durch Abgrenzung zu den Normalos. Klar ist eine Szene ein relativ loser Verbund, in die Leute kommen, sich zugehörig fühlen, weil oben genannte Dinge passten. Andere fühlten sich irgendwann nicht mehr zugehörig, weil sich das Leben änderte oder man meinte, dass es nur eine Phase ist, die man mal mitgemacht haben muss.
Man würde es nicht als Szene bezeichnen, wenn sich nicht wenigstens eine „handvoll“ Leute damit identifizieren würden und ähnlich oder genauso denken und handeln. Von daher finde ich das differenzieren (was auch so eine Mode ist) hier garnicht so angebracht. Genauso, wie es Sekten, Clans oder Parteien gibt, nur dass die schwarze Szene doch wohl noch das harmloseste ist im Vergleich. ;) Klar hat sich alles über die vielen Jahre verwaschen, weil man meinte, man müsste eine falsche Toleranz predigen und alles zulassen was meinte, sich unbedingt zur Szene zugehörig fühlen zu müssen. Hat dann eben nichts mehr mit den Wurzeln zu tun. Es wurde oberflächlicher, es wurde spaßiger und es wurde modiger. Nunja, ich hänge dann wohl noch zu sehr der Zeit hinterher, die ich als wunderbar empfand so kurz nach der Wendezeit und als altes Ossikind. Es wird nie wieder kommen, aber mit Oberflächlichkeit und einer Spaßgesellschaft werde ich mich trotzdem nie identifizieren können. Von daher ist meine Toleranz gegenüber der heutigen Szene arg begrenzt. Als Beispiel kann ich nur das Chaos-WGT 2000 nennen, welches doch eine Gemeinschaft, einen Zusammenhalt widerspiegelte und sich dort die Spreu vom Weizen trennte. Bands spielten ohne Gage von der Szene für die Szene und die Besucher halfen mit bei der Organisation, doch noch was auf die Beine zu stellen. Das sind Erinnerungen an eine Zeit, wo die Welt (auch oder gerade wegen des Umstandes, dass der Veranstalter Geld veruntreute) für mich zumindest noch in Ordnung war. Jetzt hat man sich eher zum Sklaven des Kapitalismus entwickelt und ordnet sich unter, nimmt Gegebenheiten hin und hat auch nichts gegen Abzocker und Kulturzerstörer. Nicht meins!
In ihrem Kern, in den Ursprüngen, da gebe ich dir recht, gehörte die Abgrenzung von den „Normalos“, zu Dingen die in der Gesellschaft zu kritisieren waren, dazu. So habe ich ja auch Interesse an der Szene entwickelt (abgesehen von der Liebe zur Musik). Ich grenze mich auch bis heute ab. Zwangsläufig, denn ich lebe kein konventionelles Leben.
Aber in den letzten Jahrzehnten, hab ich einfach immer genauer hingesehen, mehr gesehen und mich „entromantisiert“. Das was ich als junges Mädchen zu finden gehofft habe, gab es in der Praxis so nicht, nicht in der Gesamtheit. Ausnahmen, klar. Daher konzentriere ich mich heute auch auf kleine Nischen, in denen das noch eher zu finden ist. Bzw. mache einfach mein Ding. Und da gibt es nicht viel zu diskutieren, das ist meine Biografie und mir ist bewusst das es andere Sichtweisen und Erfahrungen gibt. Man muss irgendwann Frieden schließen. Das ist sonst nicht gut für den Blutdruck!!! ; )
Die Szene war schon immer anders, und jetzt ist sie sogar anders als damals. ;-)
Aber der Kern, das Gefühl bleibt doch. Sage ich auch im Rückblick auf 40 Jahre noch! Nur Mut.
Da gebe ich Dir Recht. Es hat mit Spaß angefangen, auch wenn das für heutige Goth ein Sakrileg sein mag. Goth war auch nie ein Einheitsbrei. Jede Gegend, wie auch in allen Ländern, hatte Goth seine eigene Ausprägung. Darum meine ich ja auch, dass sich jeder in der Szene seine eigene Nische suchen und sich mit den Menschen umgeben sollte wo er/sie sich wohl fühlt. Aber das ist das eine. Das andere sind innere Werte zu denen man steht oder nicht. Da gibt es einen Spruch von Mc Kenna der meinte, dass jeder seinen eigenen Plan machen müsse, weil er sonst zum Plan eines andren wird. Was er damit meinte ist, dass man sein Leben im Griff haben sollte, dass man blicken sollte was läuft. Wenn man das nicht macht und sich einfach so ahnungslos treiben lässt, wird man zum Spielball anderer, ohne es selbst zu merken. Dann entstehen Monopole und andere schreiben Dir dann vor was Du als gut oder schlecht bewerten sollt. Das ist so wie der Mainstream funktioniert. Wenn wir nicht aufpassen werden wir selbst zum Mainstream.
Von innen heraus geht am ehesten über politische Beteiligung. Aber das mühsam und kostet Arbeit/. Da ist es einfacher mit Pauschkritik zu werfen.
Wie so etwas über lange Jahre dauert und dann ggf Früchte bringt haben Partei Gründungen in 80er bewiesen. Heute sitzen sie in Parlamente und Ausschüsse.
Bei dir ergreift mich irgendwie Kopfschütteln.
Bist du politisch aktiv? Hast du eine Partei gegründet? Besitzt du soviel Zeit, dich politisch zu engagieren?
Ich bin gespannt, ob da was substantielles kommt oder ob das nur heiße Luft ist, was du da von dir gibst.
Jeder hat das Recht Kritik zu üben, ob er sich politisch engagiert oder nicht.
Ab dem Zeitpunkt, wo du dich mit deinen Ideen in eine Partei einbringen willst, wirst du erstmal auf Parteikurs gebügelt. Um irgendwie nach oben zu kommen, musst du die Ellenbogen ausfahren. Weiter unten hast du garnicht die Möglichkeit/Fähigkeit etwas zu verändern. Das Basisfußvolk kann natürlich etwas aufbegehren, aber ist dann meist ein Sturm im Wasserglas.
Und ich finde es ganz toll, dass diese Leute jetzt in Ausschüssen und Parlamenten sitzen und sogar oft garnicht anwesend sind und trotzdem Steuergelder dafür bekommen. Herzlichen Glückwunsch für deine politische Karriere. ;D Wahnsinn!
Na wenn du meinst das du mit deiner destruktiven Einstellung was änderst mach im Internet weiter und hoffe das sich was verändert.
Andere haben erkannt das sie damit nicht weiterkommen und wurden schlauer. Dein Gemecker ist doch erst recht auf die Art nur lauwarme Luft.
Welche destruktive Einstellung? Wieso Internet? Würde ich dir alles 1:1 ins Gesicht sagen. Da habe ich Null Probleme mit.
Welche anderen?
Gemecker? Nö, eine ganz realistische Einschätzung.
Kommt jetzt noch Parteienwerbung von dir? ;D
Also zum Zeitpunkt wo ich mich jetzt wieder einklinke lese ich 55 Kommentare. Man sieht also !!!einen Wert!!! gibt es auf jeden Fall noch in der Szene: Nach der Veranstaltung ist vor der Diskussion! Und was die letzten Jahrzehnte nicht alles ausgiebig diskutiert wurde. Fakt in Hildesheim ist: 20.000 Leute liefen da rum. Und ich werde einen Teufel tun die einzuordnen. Der Veranstalter hat aber eindeutig soviel richtig gemacht, dass die da alle rumliefen. Ich mach mir jetzt auf dem Friedhof ein Dosenbier auf… wer auch was möchte dem schicke ich einen Schluck über Bluetooth… und freue mich schon auf die nächste(n) Veranstaltung (n) und die Diskussion danach. Gruft ist tot, lang lebe die Gruft! Alles Schlager außer Mutti.
Ich bring eine Dose Cola mit auf den Friedhof. Wir könnten musikalische Wanderung unternehmen und spielen uns gegenseitig unsere Playlisten über Bluetooth zu. So wie bei diesen „Silent Discos“ nur ohne Tanzen, sozusagen als Steigerung der Bewegungsärme.
Lieber Gruftlord, vielen Dank für den anschaulichen Festivalbericht! Aus den Kommentaren könnten man einen eigenen Essay ableiten: Subkultur zwischen persönlichen erleben, Gemeinschaft und Konsum ;)
Lieber Gruftlord, danke für Deinen ehrlichen Bericht. Du hast von Deiner Angst vor 13 Jahren geschrieben, unter so viele Menschen zu gehen, von der Aufregung, nach so langer Zeit wieder an dem selben Ort zu sein und auch von den Gänsehautmomenten. Nach diesem Offenbaren Deines Erlebens finde ich es umso bedauerlicher, dass die Disskussion zwischendurch zu sehr abgeschweift ist, auch wenn ich den Kern der Kritik an den Veranstalter verstehe. Ich möchte mich dafür fremdentschuldigen.
Ich freue mich dafür, dass Du erneut einen gewissen Zauber verspürt hast, dass Deine Frau und Du beseelt heimgefahren seid.
Ich selbst gehe gerade durch eine fordernde Zeit, war aber diesen Sommer mit meinem Partner beim „Castrum Nigra“ auf der Ehrenburg. Der Ort ist wunderbar, die Stimmung war einzigartig. Tanzen konnten wir zur Musik im Rittersaal, dort war es am ehesten post-punkig und dark-wave-ig. Auf den Ebenen draußen unter dem Sternenhimmel war es visuell großartig. Tagsüber waren wir gemütlich am Moselufer essen. Das Historische Weinhaus der Ehrenburger Ritterschaft ist empfehlenswert.
Liebe Bibi Blue,
ich habe mich gleich mal weitergebildet und habe ein Video zum Castrum Nigra angesehen. Die Location sieht traumhaft aus! Das wäre wirklich mal eine weite Reise wert. Danke für den Tipp!
Seid gegrüßt meine Schwarzen Seelen,
normalerweise bin ich eher in der analogen Welt zu Hause und kommentiere nicht oder sehr selten. Hier mache ich eine Ausnahme, denn ich möchte mich bedanken für die lieben und wertschätzenden Kommentare und Nachrichten, die mich zu meinem Artikel im Blog und persönlich erreicht haben.
Ihr wisst, wen ich meine.
Danke, danke, danke ❤️
Ich hoffe, wir bleiben im kreativen Austausch und guten Kontakt.
Herzlichst
Euer Gruftlord