7 Januar

ZDF Doku: Schwarz vor Augen

Ver­glei­che ich die Medi­en­be­richte über die Gothic-Szene der letz­ten 20 Jahre vor dem geis­ti­gen Auge, fällt mir auf, das die Skep­sis und Ableh­nung einer Art von Auf­merk­sam­keit und Akzep­tanz gewi­chen ist, die zwar immer gewünscht wurde, aber letzt­end­lich die Szene ihrer Grund­lage beraubt. Auf dem ZDF Info­ka­nal gab es 2009 eine Mini­reihe zu den Jugend­kul­tu­ren in Deutsch­land, in der man sich den größ­ten Jugend­kul­tu­ren wid­met und diese ver­sucht dar­zu­stel­len. In dem Bericht Schwarz vor Augen geht es um die Gothic-Szene. Grund genug, einen Blick dar­auf zu werfen.

Gleich das erste State­ment der Szene beschreibt eigent­lich das Vor­der­grün­dige Pro­blem: »Die Gothic-Szene ist nach wie vor eine der häu­figs­ten miss­ver­stan­de­nen Jugend­kul­tu­ren. Szene-Anhänger erfah­ren immer wie­der Dis­kri­mi­nie­run­gen und wer­den fälsch­lich mit Vor­ur­tei­len wie Todes­sehn­sucht oder Sata­nis­mus kon­fron­tiert.« Aber das gilt nicht nur für die breite Öffent­lich­keit, son­dern auch für die Medien. Denn hier wird das mitt­ler­weile akzep­tierte Ver­hal­ten der Lächer­lich­keit preis­ge­ge­ben in dem man die Sen­sa­ti­ons­geil­heit der Men­schen befrie­digt, jeden­falls bei den pri­va­ten Sen­dern. Ob es die öffentlich-rechtlichen mei­ner Mei­nung nach bes­ser machen und ihren Bil­dungs­auf­trag erfül­len, wird sich her­aus­stel­len. »Die Szene ent­stand Anfang der 1980er Jahre aus dem Post-Punk und New-Wave Umfeld. Zu den ers­ten Szene-Bands gehör­ten »The Cure« und »Sioux­sie and the Bans­hees«.« Wenn man so möchte, stimmt das natür­lich. Hier zitiert man eigent­lich nur die Presse, die sei­ner­zeit den Begriff Gothic erst schuf und Bands der Zeit die­ser Kate­go­rie ein­fach zuord­ne­ten. Die Wahr­heit ist das natür­lich nicht. Den gan­zen Arti­kel lesen… »


25 Oktober

Aufhören, wenn es am schönsten ist

545px-Elke_Heidenreich_MainzEigent­lich nur eine Frage der Zeit bis das ZDF rea­gierte und Elke Hei­den­reich frist­los kün­digte. Wie der Sen­der am Don­ners­tag bekannt gab, wer­den die geplan­ten Aus­ga­ben ihrer Sen­dung »Lesen!« nicht mehr pro­du­ziert. Hei­den­reich hatte den Sen­der öffent­lich belei­digt und Tho­mas Gott­schalk in einer Aus­gabe der BUNTE als »müden alten Mann« bezeich­net (Quelle). Offen­bar ist sie nei­disch, dass sie nicht die Lau­da­tio für Reich-Ranicki hal­ten durfte. Wer mit dem Feuer spielt, ver­brennt sich auch, denn wer den Mund so voll nimmt wie Frau Hei­den­reich darf sich nicht wun­dern, wenn die logi­schen Kon­se­quen­zen folgen.

Viel Schlim­mer ist Bet­te­lei der Ver­lage, Hei­den­reich mit Ihrer Sen­dung wie­der ins Pro­gramm zu neh­men. Mei­ner Mei­nung nach nicht aus Mit­leid son­dern aus Angst um die Umsätze, die Hei­den­reich ihnen durch ihre Wer­bung beschert hat. Die deut­schen Best­sel­ler­lis­ten bestan­den ja nur noch aus von Lesen! vor­ge­stellte Bücher, wenn man von Feucht­ge­biete ein­mal absieht.

Das ZDF arbei­tet jeden­falls an neuen Kon­zep­ten und das ist auch gut so. Es kann doch nicht sein, das sich die deut­sche Lite­ra­tur nur um diese arme alte Frau dreht. Viel­leicht ist das auch eis­kal­tes Kal­kül um den eige­nen Namen wie­der ins Gespräch zu brin­gen und zu pola­ri­sie­ren. Wie dem auch sei, ich bin zuver­sicht­lich das es neue Sen­dun­gen geben wird, die die deut­sche Lite­ra­tur wie­der popu­lär machen, viel­leicht macht das ja auch mal jemand der nicht die 60 hin­ter sich gelas­sen hat und wie­der ein biss­chen mehr Sprit­zig­keit in ver­staubte Rezen­sio­nen bringt. Den gan­zen Arti­kel lesen… »