»Damn the madness of my pride; the price I paid was much too high; My dreams became reality — I’m walking on both sides.« Pink turns blue — Walking on both Sides (Bild: Alisson Gothz — CC-BY-NC-ND)
29 Oktober
New Romantic - Verkanntes Understatement
New Romantic, das war eine kurze Modewelle zu Beginn der 80er, die ich persönlich für eine der stilprägende Kraft halte, denn sie liefert bis heute optische Prototypen für allerhand ästhetische und musikalische beeinflusste Szenen. Und obwohl ich in meiner Artikelreihe Subkultur! bereits kurz von den New Romantics gebloggt habe, animierte mich ein Video auf YouTube zu einer weitere Auseinandersetzung mit dieser Subkultur. Der »Essential Beginners Guide« von Shockelectrik fasst das, was man sich unter diesen modischen Bewegung vorstellen sollte, sehr gut zusammen und zeigt neben der Szene selbst auch die von der Szene vereinnahmte Musik.
Schon die ersten Gothics lehnten die New Romantics wegen ihrer persönlicher und musikalischen Oberflächlichkeit ab, ließen sie sich doch in ihrem eigene Stil davon sehr stark beeinflussen. Ablehnung durch Bands und auch die englische Musikpresse verhalf der Szene zu einer Exklusivität, die sich durch den von Steve Strange gegründeten Blitz-Club fortsetzte. Strange wies den Türsteher an, nur Besucher in möglichst extremen und ausgefallenen Outfit hinein zu lassen — was dem Club natürlich den Ruf einbrachte »eine elitäre Ansammlung von Poseuren zu sein«. Den ganzen Artikel lesen… »
4 Oktober
Musikperlentaucher - Tauchgang #16
The Jesus and Mary Chain - Head On
Brüder haben in den englischen Musiktradition eine lange Geschichte. 1984 gründeten die Brüder Jim und William Reid zusammen mit einer recht unruhigen Bandbesetzung The Jesus and Mary Chain. Ihr eigensinnigen Charaktere habe sie dabei nie versteckt, Spuckattacken auf Journalisten und Fotografen, sowie Gigs mit 10 minütigen Geräuschkulissen sorgten zunächst für Schlagzeilen in der englischen Musikpresse. Später verschreiben sie sich dem Shoegazing und beteiligen sich an der aufstrebenden Indie-Kultur. Vereinnahmung passt wohl hier ganz gut, denn Waver und Grufties schätzten ihre Klassiker gleichermaßen. Hier das Stück »Head On« von 1990.
15 Oktober
Synthiepop & New Romantic
Bald hätte ich vergessen den Summer of the 80s fortzusetzen was angesichts des aktuellen Herbstes wohl mehr als sträflich anzusehen ist. In der 2. Folge der Dokumentationsreihe geht es um zwei recht gegensätzliche Themen. Synthiepop und New Romantic.
Während Synthiepop zum Massenkompatiblen Medium aufsteigt, beginnen sich technische Innovationen auch im Outfit ihrer Anhänger zu spiegeln. Die Politisierung der späten 70er schlägt in eine vollkommene Ästhetisierung um, an dessen Spitze sich gestalten wie Steve Strange oder auch Boy George drängen. Ein Hauch von Karneval zieht durch die Club-Szene, vor allem im berühmten Londoner Blitz!-Club trifft sich die modisch extreme Advantgarde. Frei nach dem Motto: »Jetzt schminken sich auch die Jungs« wird das gesamte modische Geschlechterkonzept unserer Gesellschaft auf den Kopf gestellt. Annie Lennox von den Eurythmics präsentiert sich im Hosenanzug, während Boy George nicht von einer Frau zu unterscheiden ist.
Die Musik dieser Zeit ist minimalistisch und beschränkt sie auf Klänge aus Synthesizern und Drumcomputern, die mit immer neuen Melodien den Markt erobern. Amerika ist out, Europa ist in. Nicht Amerika überflutet den hiesigen Markt mit neuen Produktionen sondern umgekehrt. Duran Duran erobert den Kontinent, Depeche Mode füllen das Rosebowl Stadium — lange nachdem die Beatles und die Rolling Stones für eine zweite britische Invasion sorgte.
29 Oktober
Subkultur! - New Romantic
Der auch Rüschengruftie genannte Goth trägt vorzugsweise Hemden mit Rüschen und seine Kleidung ist mit reichlich Spitze und Brokat verziert. Er ähnelt den Darstellern neuzeitlicher Vampirfilme, ohne selbst aber Vampir zu sein, Filme wie »Interview mit einem Vampir« kennt er auswendig. Der melancholischste aller Gothics liebt die deprimierende und tiefschürfende Musik. Er kauft schwarze Tapete, hat keinen Stromanschluss und ein Abo vom Kerzengroßhandel. Sie lesen bei Rotwein und Kerzenschein düstere Literatur und zelebrieren ihr Dasein. Mit dem Einbruch der Dämmerung werden sie aktiv, wenn die Sonne aufgeht murmeln sie Flüche. Als Begründer des Stils gilt Steve Strange, Kunststudent und Sänger der Band Visage, der sich in London 1978 einen Namen mit exzentrischen Bowie-Partys machte, in die nur Gäste mit möglichst ausgefallenen und extremen Outfits Einlass hatten. Die New Romantics hörten Human League und Spandau Ballet und hören nun Goethes Erben, Nick Cave und Lacrimosa. Den ganzen Artikel lesen… »


