Soft Clubbing: Totengräbertanz bei Tageslicht? Ein Grufti auf Spurensuche

Soft Clubbing ist das neue Party-Phänomen, das die Feierkultur von der späten Nacht in den frühen Nachmittag verlagert und häufig auf Alkohol verzichtet. Während Gen Z den Hype um Matcha-Raves feiert, stellt sich ein Grufti der ersten Stunde die Frage: Ist dieser Trend die Rettung für die sterbende Gothic-Szene? Dieser Artikel beleuchtet neugierig die praktischen Vorteile des „sanften Feierns“ und wirft gleichzeitig einen zutiefst skeptischen Blick auf die fehlende Dunkelheit und Katharsis, die für die schwarze Seele so wichtig sind.

Die Krise der schwarzen Seele

Wer wie ich noch die Tanztempel der ersten Stunde erlebt hat, der weiß: Der Club war mehr als nur ein Ort. Er war unser Szeneelixier, unsere schwarze Kathedrale und das Licht am Ende des Tunnels, auf das man die ganze Woche hinarbeitete. Das dumpfe Wummern der Bässe, die Dunkelheit, in der man sich verlieren, und doch ganz man selbst sein konnte. Es war Katharsis, Therapie, Heimat.

Doch diese Ära stirbt. Das Clubsterben macht auch vor den letzten dunklen Institutionen nicht halt. Feuer wüten, die Mieten steigen, die Behörden nörgeln, und die Nächte werden kürzer, weil die neue Generation (oder sind es wir selbst?) am nächsten Morgen eben doch wieder funktionieren muss.

Zwischenfall

Man wird nachdenklich. Muss sich etwas ändern, damit die Subkultur nicht ganz im Museum landet? Ich bin skeptisch, aber offen. Und so stieß ich auf diesen neuen, seltsamen Trend: Soft Clubbing. Als ich in den aktuellen Analysen von Business Punk und Esquire las, wurde mir schnell klar: Hier geht es um mehr als nur ein paar früh aufstehende Raver.

Die Neugier: Ist Soft Clubbing ein Silberstreif am schwarzen Horizont?

Auf den ersten Blick wirkt Soft Clubbing wie das genaue Gegenteil von allem, was unsere Szene ausmacht. Aber wenn man das morbide Make-up mal weglässt und es nüchtern betrachtet – steckt da vielleicht eine Chance für uns alle drin?

Das Phänomen, hauptsächlich von der Gen Z vorangetrieben. Falls ihr es noch nicht wusstet: Das sind grob gesagt die Jahrgänge, die etwa zwischen 1997 und 2012 geboren wurden – die erste Generation, die wirklich mit Smartphone und TikTok aufgewachsen ist und für die der Begriff „Burnout“ schon in den Zwanzigern zum Standardrepertoire gehört. Die definiert sich jedenfalls über drei Prinzipien, die ich mir mit meinem gealterten Skeptiker-Hirn mal genauer angeschaut habe:

Kein Kater, keine Reue

Die Feierei findet tagsüber statt, oft schon am frühen Nachmittag, und endet, bevor die Dunkelheit uns so richtig umfangen kann. Und das Wichtigste: Es ist scheinbar nüchtern. Statt Absinth, Wodka oder der obligatorischen Flasche Rotwein gibt es Matcha, Kombucha oder bestenfalls alkoholfreies Bier.

Das Business Punk nennt das Phänomen treffend den „Matcha-Rave“ um 13 Uhr, bei dem „Kaffee statt Koks, Yoga statt Yarak“ angesagt ist. Es geht, wie der Esquire analysiert, darum, mit dem konventionellen Feierngehen zu „brechen“ und es „besser“ zu machen – achtsamer, wohlbefindender.

Mal ehrlich: Ich persönlich bin schon immer Anti-Alkoholiker gewesen, daher kommt mir dieser Trend entgegen. Doch ich erkenne an, dass für den Großteil der Partygänger der leichte Rausch ein wichtiges Szeneelixier war und ist. Dennoch: Nach einer durchtanzten Nacht (die bei uns ja traditionell bis zum Sonnenaufgang geht) fühlt sich die schwarze Seele am Tag danach nicht nur romantisch melancholisch, sondern oft einfach nur elend. Bei mir liegt das allerdings am fortgeschrittenen Alter und der exzessiven Körperlichkeit. Die sogenannte Hangxiety (die Angst vor dem Kater) der jungen Menschen ist vielen Gruftis der ersten Stunde ja auch nicht fremd.

Eine Gothic-Party, die dich am nächsten Tag nicht zerlegt, klingt… effizient. Praktisch. Fast schon vernünftig. Ein unheimlicher Gedanke.

Neue Tanzflächen für die Totgesagten

Unsere alten Tanztempel werden abgerissen. Beim Soft Clubbing sucht man sich neue, ungewöhnliche Orte: Cafés, Museen, Pop-up-Stores.

Wenn wir das Clubsterben nicht stoppen können, müssen wir dann neue Räume finden? Vielleicht liegt die Chance für die Gothic-Szene gerade darin, unsere Nische aus den dunklen Kellern zu holen und unerwartete Orte mit unserer Schauerromantik zu füllen. Eine Silent Disco in einem alten Kloster? Ein Batcave-Rave in einer verlassenen Bibliothek? Der Gedanke ist reizvoll.

Die Skepsis: Wo bleibt die Dunkelheit beim Soft Clubbing?

Hier hört die Vernunft auf und die schwarze Romantik beginnt. Bei allem Verständnis für die Notwendigkeit der Veränderung – Soft Clubbing mag eine Lösung für die Club-Ökonomie sein, aber ist es eine für unsere Gothic-Ästhetik?

Das Fehlen der Nacht

Das größte Problem ist das Licht. Wir sind Nachtgestalten. Die Dunkelheit bietet uns Schutz, Anonymität und die richtige Atmosphäre für die Musik. Im nebligen Schwarzlicht verschwimmen die Schatten, die Kleidung wirkt richtig, die Gefühle sind intensiv.

Tagsüber tanzen? Im gleißenden Licht eines Cafés? Das fühlt sich an, als würde man eine geheime Zeremonie im Scheinwerferlicht abhalten. Das mystische Element geht verloren. Die Katharsis, die wir suchen, braucht die Abwesenheit der Sonne, um ihre volle Wucht zu entfalten.

Der Verlust des Rausches und der Hingabe

Soft Clubbing ist kontrolliert. Es geht um Wellness und Achtsamkeit.

Unsere Musik, egal ob Goth Rock, EBM oder Dark Wave, ist oft verzehrend, laut, exzessiv und ja, manchmal auch aggressiv. Sie verlangt eine Hingabe, die den Kopf ausschaltet und den Körper übernimmt. Dieser Zustand des fast schon heiligen Kontrollverlusts fühlt sich angesichts der klaren Absicht und der Wellness-Fokussierung unvollständig an. Auch wenn ich persönlich nie Alkohol brauchte, um mich in der Musik zu verlieren, verhindert die erzwungene Achtsamkeit und das fehlende Chaos der späten Stunde, dieses tiefe und exzessive Sich-Gehen-Lassen.

Hier kommt die ganze Skepsis hoch, die man auch in der Kritik von Business Punk liest: Soft Clubbing wirke wie der Versuch, „vermeintlichen Hedonismus in den Kalender eines gestressten, effizienten Menschen zu pressen“. Wenn wir nüchtern, sichtbar und bei Tageslicht tanzen, kippt das Ganze schnell ins Selbstdarstellerische. Hier macht die vielzitierte „Clean-Girl-Ästhetik“ – diese Haltung der maximal optimierten, gesund strahlenden und minimalistisch gestylten Jugend – unseren „Batcave-Glamour“, der mit einer gewissen Selbstzerstörerischen Haltung einhergeht, überflüssig. Die neue Generation will das Event auf TikTok teilen; wir wollten im Dunkeln verschwinden, um uns selbst wiederzufinden.

Kann die Trauer tanzen, ohne dunkel zu sein?

Soft Clubbing ist möglicherweise eine pragmatische Antwort auf das Clubsterben. Es bietet eine Struktur für soziale Begegnungen, die gesundheitlich und finanziell tragbar ist.

Aber für einen Grufti der ersten Stunde bleibt die Frage: Kann die romantische Melancholie, die dunkle Ästhetik und die existenzielle Suche, die unsere Szene definiert, in ein achtsames, sonniges Nachmittagsevent übersetzt werden?

Vielleicht nicht. Vielleicht brauchen wir weiterhin unseren Schatten. Aber vielleicht müssen wir lernen, ihn auch mal am helllichten Tag zu finden, wenn die Nacht uns langsam die Türen zuschlägt. David Bowie meinte schon: „The future belongs to those, who hear it coming

Wizard of Goth – sanft, diplomatisch, optimistisch! Der perfekte Moderator. Außerdem großer “Depeche Mode”-Fan und überzeugter Pikes-Träger. Beschäftigt sich eigentlich mit allen Facetten der schwarzen Szene, mögen sie auch noch so absurd erscheinen. Er interessiert sich für allen Formen von Jugend- und Subkultur. Heiße Eisen sind seine Leidenschaft und als Ideen-Finder hat er immer neue Sachen im Kopf.

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graveyardqueen
graveyardqueen(@graveyardqueen)
Vor 1 Monat

Ich versuche Mal meine Gedanken, die mir beim lesen kamen, in einen Text zu verfassen.

Dem Alkohol habe ich schon vor Jahren abgeschworen. Was in Anbetracht seiner zerstörerischen Macht mehr als besser so ist. Ich brauche ihn auch nicht um mich Musik hingeben zu können. Und tatsächlich wäre ich ein Befürworter dafür, dass Parties etwas eher anfangen. Letztendlich sind mir Konzerte aber sowieso lieber. Ich mag es nicht der Laune eines DJ’s ausgesetzt zu sein und drauf zu warten, dass Musik kommt, die mir zusagt. Und wie ausgekotzt, fühle ich mich auch auch ein Tag später, nach einem Konzert.

Meiner Meinung nach braucht das Schwarzvolk sich aber keine Sorgen machen, dass ihre nächtlichen Tänze verschwinden. Meinem Eindruck nach, werden die Tanzflächen erst ab Mitternacht so richtig voll. Ein weiterer Grund, warum Parties mich nur so halb reizen. Ich hasse es keinen Platz beim tanzen zu haben.

Einspruch möchte ich übrigens bei dem Gedanken einlegen, dass man im Hellen tanzen muss, wenn man Parties zeitlich vorverlegen würde. Man kann Kellergewölbe ect nutzen, die einem vor dem Tageslicht abschirmen 😉.
Davon ab ist aber der Gedanke innerhalb von Ruinen zu feiern, nicht ganz abwägig. Mir fallen auf Anhieb zwei Ruinen ein, wo das Areal für Events genutzt wird. Wenn auch eher für Mittelalterveranstaltungen.

Graphiel
Graphiel(@graphiel)
Antwort an  Robert
Vor 1 Monat

Muss man überhaupt tanzen? Wie wäre es denn mit leichter Hintergrundbeschallung ohne Tanzabsicht? Ein DJ, der so ein bisschen Chill-Out-Goth-Musik auflegt, während die Leute sich einfach treffen und austauschen?

Das ist ein Aspekt, den ich an so einem Konzept tatsächlich auch mal sehr gut fände. Nicht weil ich etwas gegen tanzen habe, aber die Unterhaltungen in den Clubs und bei Konzerten ist doch oftmals sehr anstrengend. Drinnen kann man sich aufgrund der Lautstärke oft nur anschreien um zu verstehen was dein Gegenüber zu sagen hat und draußen bleibt einem meist nur die Raucherecke, was jetzt auch nicht Jedermanns Sache ist.

graveyardqueen
graveyardqueen(@graveyardqueen)
Antwort an  Robert
Vor 1 Monat

Gegenfrage…wäre es dann überhaupt noch ein Club oder eine Party? Bzw. braucht man dafür einen Club oder Party? Also nix gegen den Gedanken oder so ein Konzept…nicht falsch verstehen. Für sowas tut es dann aber auch eine Art Café. Mit dem Begriff Club bzw. Party verbinde ich und bestimmt auch viele andere nun Mal tanzen und laute Musik. Und ich gehe auch mit keinem anderen Gedanken bzw. Vorhaben hin.
Wenn ich mich mit Leuten unterhalten möchte, gehe ich mit denen in Cafés und entsprechende Lokalitäten.

graveyardqueen
graveyardqueen(@graveyardqueen)
Antwort an  Robert
Vor 1 Monat

Ich muss da gerade spontan an meine inzwischen Lieblingslocation Ostpol denken. Soweit ich das beurteilen kann, haben die das ganz gut im Griff. Der vordere Bereich in dem die Bar steht, bietet Platz und Ambiente zum quatschen. Im Hinteren Bereich ist dann der Raum für die Konzerte. Abgetrennt durch Türen. Ist jetzt in meinen Augen auch kein Club im klassischen Sinne.
Und unterm Strich gibt es heute keine Location, die ausschließlich für Schwarze Veranstaltungen her hält. Zumindest ist mir keine bekannt.

Timper
Timper (@guest_67618)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 1 Monat

Stimmt. Meistens haben Clubs mal dies oder das als Veranstaltung. Verständlich, es muss sich rechnen.

Franky Future
Franky Future(@franky)
Vor 1 Monat

Dass Partys meistens sehr spät anfangen und in der Regel erst rund um Mitternacht so richtig in Fahrt kommen, nervt mich persönlich ja schon manchmal. Darum finde ich es gar nicht mal so schlecht, wenn die Startzeit etwas nach vorne rückt. Andererseits lebt ja gerade unsere Szene vom Zauber der Nacht. Darum geht bei Tanztee-Veranstaltungen am Nachmittag vermutlich schon eine Menge Atmosphäre flöten.

Diesen Achtsamkeits-Trend jetzt in die Clubs zu tragen, ist aus meiner Sicht schon eine schräge Nummer. Ausgehen und Party bedeutet für mich auch immer ein Stück weit Exzess. Meiner Beobachtung nach hat Feiern gehen bei einem Großteil der Gen Z aber ohnehin längst nicht mehr die Bedeutung wie bei vorherigen Generationen. Nach Sex, Drugs & Rock ’n‘ Roll klingt dieser Trend auf jeden Fall nicht.

Übrigens wurde bei uns in der Region gerade erst eine große Gothic-Party eingestampft. Und zwar mit der Begründung, dass die Schwarzen einfach zu wenig konsumieren, sprich: trinken. Denn Clubs finanzieren sich nun mal zu einem Großteil über Getränke.

Ein anderer Club in Bielefeld bietet dafür neuerdings genau das an, was Robert in seinem Artikel beschreibt: den „Kaffeeklatsch into the Dark“. Einmal im Monat, sonntags ab 17 Uhr. Ich war bisher noch nicht da, um zu berichten, ob das Konzept funktioniert. Um die Zeit schlafe ich noch, um mich von der Partynacht vom Samstag zu erholen. ;-) Wenn ich es mal hinschaffe, werde ich für Spontis berichten!

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von Franky Future
Norma Normal
Norma Normal (@guest_67564)
Vor 1 Monat

Ich habe seit neuestem Partys am frühen Abend für mich entdeckt. Die starten gegen 20Uhr und um ca. 23Uhr ist Schicht im Schacht. Das Partyvolk wird gnadenlos rausgeschmissen auch wenn es doch noch ein paar Feierwütige gibt, die länger machen würden. Zwar wird auch Alkohol angeboten aber die meisten bleiben an diesen Abenden tatsächlich bei Wasser und Limo. Wahrscheinlich auch weil dieses Konzept bisher nur unter der Woche angeboten wird, bzw. kenne ich es so. Und leider bisher auch nicht als Grufti-Party, sondern nur Indie und 80er… immerhin. 
Ich hätte generell nichts dagegen wenn Partys früher anfangen und früher enden. Selbst wenn ich meist nüchtern bleibe, nehmen mir meine mittelalten Knochen krumm wenn ich spät ins Bett gehe. Und gerade im Winter hab ich oft keine Lust abends noch raus zu gehen, wenn es gefühlt schon seit 5 Stunden tiefste Nacht ist. Da könnte man ja getrost auch schon um 18 Uhr im Dunkeln feiern ; ) 
Reguläre Parties nehmen aber oft erst gegen Mitternacht Fahrt auf. Auf den frühen Parties ist wegen der zeitlichen Begrenzung schon von Anfang an ne gute Stimmung!
Aber ich gebe zu, so zu feiern ist ein Kompromiss, denn es macht halt schon auch Spaß sich ab und an dem Rausch hinzugeben und der Nacht zu huldigen. Ich finde es aber gut wenn man die Möglichkeit hat auch soft zu clubben : ) 

Graphiel
Graphiel(@graphiel)
Vor 1 Monat

Ich tu mich ehrlich gesagt noch ziemlich schwer mich damit anzufreunden zu Kaffee und Kuchen (mal überspitzt) im Club zu hocken, anstatt das ganze in der Nacht zu zelebrieren.

Dabei muss ich nicht einmal Alkohol (auf den ich im Grunde auch verzichten könnte) oder eine verträumt romantisierte Dunkelheit ins Spiel bringen. Für mich hat das Ausgehen am späten Abend auch den schlichten Vorteil, dass ich mich auf dem Weg zum Club nicht auch noch durch Horden von Menschen bewegen muss, die versunken in ihr Handy, oder sich vollbeladen mit Einkaufstüten, Kinderwagen usw. von der Shoppingtour heimkehrend an mir vorbei rempeln wollen.

Jetzt mag manch ein Metropolenbewohner einwenden, dass der Unterschied zwischen Tag und Nacht nur darin besteht, dass die gleiche Menge Menschen tagsüber nicht auch noch sturzbetrunken durch die Straßen torkeln und teilweise regelrecht nach Streit suchen. Zum Glück ist Bielefeld dafür dann aber doch noch zu klein, sodass ich Morgens um halb 4 auf dem Weg zum Nachtbus eher selten in wirklich unangenehme Situationen gerate und ich die Ecken inzwischen gut genug kenne, um die man für den Fall der Fälle besser einen dezenten Bogen machen sollte. – Stichwort: Stino-Diskotheken. Außerdem finde ich die betrunkene Stino-Partygesellschaft auch unangenehmer als gröhlende und oft nicht weniger besoffene Fußballfans, die mir in den früheren Stunden weitaus häufiger begegnen.

Grundsätzlich kann ich es mir natürlich schon vorstellen auch ein paar Stunden früher anzufangen und dementsprechend früher heim zu kehren. Auch ich werde nicht jünger und vielleicht kommt schon bald der Punkt wo mein Körper mir den Vogel zeigt. Momentan fühle ich mich allerdings noch fit und flexibel genug um morgens halb 4, noch berauscht durch die Musik des DJs meines Vertrauens den Heimweg anzutreten. „Im Arsch“ fühle ich mich am folgenden Tag natürlich auch (auch ohne Alkohol), aber es ist bei mir immer noch ein wohliges „Im Arsch fühlen“ Solange das nicht ins negative kippt sehe ich für mich noch keinen besonderen Anlass meine Alltagsflucht auf die gruftige Tanzfläche in den frühen Abend oder gar Nachmittag zu verlegen.

Ob das ganze langfristig gegen das Clubsterben helfen wird, wage ich ehrlich gesagt auch zu bezweifeln. Ich denke wer wirklich ausgehen will, der wird gehen und wer jetzt schon nicht den Arsch hochbekommt um sich ab 20 Uhr zu einem Konzert einzufinden, der wird das vermutlich auch nicht um 18-20 Uhr schaffen. Ich kenne jetzt schon genügend Leute denen immer wieder tausend Gründe einfallen warum sie es leider wieder nicht geschafft haben sich aufzuraffen, obwohl sie doch soooo gerne wieder rausgehen würden.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von Graphiel
graveyardqueen
graveyardqueen(@graveyardqueen)
Antwort an  Graphiel
Vor 1 Monat

Naja ich denke an der einen oder anderen Stelle muss man vll. schon differenzieren, warum jemand „seinen Arsch nicht hoch bekommt“. Trägheit ist die eine Sache. Der Kampf mit der eigenen Psyche…den inneren Dämonen, wie ich es gerne bezeichne, eine andere. Und letzteres ist, je nach Problematik etwas, was man erstmal knacken muss. Selbst da kann man nicht pauschalisieren, weil es ein Unterschied ist, ob dich eine Angststörung hindert den Fuß vor die Tür zu setzen oder eine Depression dich lahm legt. Das nur als kleiner Reminder und meine bescheidenen Kenntnisse.

Graphiel
Graphiel(@graphiel)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 1 Monat

Wenn wir von Leuten sprechen die es aus psychischen und/oder körperlichen Einschränkungen nicht (regelmäßig) schaffen raus zu gehen, so würde ich persönlich erst gar nicht davon sprechen dass die „ihren Arsch nicht hoch bekommen“. Finde sowas ehrlich gesagt ziemlich ekelig. Solche Menschen sind von mir explizit NICHT gemeint.

Ich spreche hier einzig und allein über Leute, die lediglich ihre Prioritäten anders setzen. Nicht weil sie es durch finanzielle oder berufliche Einschränkungen müssten, sondern Solche die ständig nur Gründe wie „Ach ne, ich wollte lieber ins Fußballstadion“, „Nach dem tollen Film konnte ich mich nicht mehr aufraffen mich fertig zu machen.“ oder „Ich bin dann doch lieber mit meinem Arbeitskollegen in die Kneipe gegangen.“ ins Feld führen, zwei Tage später dann aber auf facebook herum flennen, weil schon wieder ein Club seine Pforten geschlossen hat und ja gar nichts mehr stattfindet. Oder auch Leute die am jammern sind dass sie zwar gerne rausgehen würden, die alten Scheiben von den Sisters und Co aber nicht mehr hören können und trotzdem ganz vorne mit dabei sind die Nase zu rümpfen wenn man ihnen neue, nicht weniger gruftige Bands zeigen möchte. Sorry, aber für solche Menschen (und nur von denen sprach ich) fehlt es mir inzwischen wirklich an Verständnis. Denen ist nicht mehr zu helfen und davon habe ich inzwischen leider auch genügend Exemplare kennen gelernt.

Fantôme Noir
Fantôme Noir (@guest_67607)
Antwort an  Graphiel
Vor 1 Monat

Danke für den Kommentar, Graphiel. Der spart mir viel Tipperei – ich müßte bei mir nur „Bielefeld“ durch die südliche Ecke des Rhein-Main-Gebiets ersetzen :-)

Was ich bei mir nur noch festgestellt habe: es fehlt schlicht und einfach an Freunden, die mitziehen. Statt wie früher alle paar Wochen findet sich heute nur noch ein paarmal im Jahr jemand, der den Arsch hochkriegt und mitkommt. Das ist bei mir der Hauptgrund für eine reduzierte Anwesenheit in meiner alten Stammdisco, und daran würde leider auch der im Artikel beschriebene nachmittägliche Kaffeeklatsch mit Musik und Tanz namens „Soft Clubbing“ nichts ändern…

Daher (und mit Blick auf meine übliche Reaktion, ich am WGT oder sonstwo mal ein frühes Konzert besuche und es am besten noch hell ist, wenn man rauskommt – seltsam bis eklig!): wenn es einem Club hilft zu überleben, heiligt der Zweck natürlich die Mittel – aber für mich wäre sowas nur eine Notlösung und würde eher nicht dazu beitragen, mich öfter in die Disco zu ziehen.

graveyardqueen
graveyardqueen(@graveyardqueen)
Antwort an  Fantôme Noir
Vor 1 Monat

„es fehlt schlicht und einfach an Freunden, die mitziehen. Statt wie früher alle paar Wochen findet sich heute nur noch ein paarmal im Jahr jemand, der den Arsch hochkriegt und mitkommt. Das ist bei mir der Hauptgrund für eine reduzierte Anwesenheit in meiner alten Stammdisco“

Ich war früher auch so, dass ich meine Aktivitäten davon abhängig gemacht habe, ob jemand mitzieht. Und ich hab das schon von so vielen anderen gehört. Inzwischen kann ich sowas aber nicht mehr nachvollziehen, warum man Dinge von anderen Menschen abhängig macht. Man nimmt sich selber soviel an Erlebnissen…

Graphiel
Graphiel(@graphiel)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 1 Monat

Ich war früher auch so, dass ich meine Aktivitäten davon abhängig gemacht habe, ob jemand mitzieht. Und ich hab das schon von so vielen anderen gehört. Inzwischen kann ich sowas aber nicht mehr nachvollziehen, warum man Dinge von anderen Menschen abhängig macht. Man nimmt sich selber soviel an Erlebnissen…

Das kann ich auch nur zu 100% unterschreiben. Früher fand ich es mal unangenehm alleine auf eine Party oder ein Konzert zu gehen, weil ich das einfach nicht gewohnt war. Inzwischen macht mir das gar nichts mehr aus, selbst wenn ich bei einem Konzert keinen Menschen kenne. Schließlich geht es mir doch in erster Linie um das Event, das Konzert / die Party und die Musik die ich genießen will. Und die ist schließlich für alle da und nicht nur für Besucher mit Begleitung 😉

Inzwischen gehe ich schon viele Jahre lang überwiegend alleine auf Partys und Konzerte. Witzigerweise haben sich dadurch im Lauf der Zeit erheblich mehr Bekanntschaften ergeben als ich sie je während meiner Zeit hatte wo ich noch im Grüppchen unterwegs war. Irgendwen treffe ich fast immer mit dem ich mich unterhalten kann und sei es auch nur der Veranstalter oder der DJ, den man aufgrund der regelmäßigen Besuche kennt.

Von daher zieht für mich das Argument „Es will ja keiner mitkommen“ auch nicht mehr so richtig. Ich finde damit steht man sich nur unnötig selbst im Weg.

Fledermama
Fledermama (@guest_67568)
Vor 1 Monat

Ich finde die Idee an sich eigentlich richtig cool. Natürlich muss es jetzt nicht unbedingt das hell erleuchtete Café sein. Aber ein Keller, eine Halle oder eine Katakombe wäre sowohl vom Tageslicht geschützt als auch stilecht.

Ich schaffe es selbst auch einfach nicht mehr, mir wie früher die Nächte um die Ohren zu schlagen. Katzen, Kinder und mein eigener Körper lassen das einfach nicht mehr zu. Alkohol trinke ich ohnehin nur noch alle Jubeljahre mal und trotzdem möchte und muss ich am Wochenende halt auch noch mehr tun, als nur halbtot im Bett zu liegen und mir meinen Schlafrythmus zu versauen…

Zudem hat man gerade spät nachts als Frau auf dem Heimweg auch schon das eine oder andere Mal ein etwas mulmiges Gefühl.

Ob man dabei allerdings Achtsamkeit und Wellness derart in den Vordergrund stellen muss oder das ganze einfach als Feiern in besserem Einklang mit dem Rest des Lebens und – für die, die möchten – als Grund für ein wenig Daytimedrinking nutzt… Ich wäre für letzteres.

Früher™ hat mein zweites Wohnzimmer auch bereits um 21 Uhr seine Pforten geöffnet und so mancher kam praktisch aus der Schicht mal für eine Runde tanzen und quatschen und ging dann nach Hause ins Bett. Heute beginnen viele Partys nicht vor 23 Uhr. Das ist so spät, dass ich schon mehr als einmal beim warten darauf, losgehen zu können, auf dem Sofa eingepennt bin.

Nicht zuletzt wäre so etwas auch eine Möglichkeit, jungen Leuten unter 18 eine Chance zu geben, legal feiern zu gehen.

Graphiel
Graphiel(@graphiel)
Antwort an  Fledermama
Vor 1 Monat

Zudem hat man gerade spät nachts als Frau auf dem Heimweg auch schon das eine oder andere Mal ein etwas mulmiges Gefühl.

Das kann ich total nachvollziehen, nur frage ich mich des Öfteren ob wir hier nicht das Pferd von der falschen Seite aufziehen. Es ist doch nicht nur schade, sondern ein absolutes gesellschaftliches Armutszeugnis, das scheinbar nicht die Ursache für das Problem, sondern die Frau des Nachts ausweichen muss. Aus welchen Goth gegebenen Gründen auch immer.

graveyardqueen
graveyardqueen(@graveyardqueen)
Antwort an  Graphiel
Vor 1 Monat

Mach das aber Mal der Gesellschaft klar, dass wir ein Problem mit Männern haben, die Frauen als niederstes Wesen sehen, mit dem sie machen können was sie wollen. In den Sozialen Medien hab ich inzwischen schon Vergleiche mit Hunden gesehen, dass selbst die bei einem saftigen Stück Fleisch mehr Beherrschung haben, als manch ein Mann.

Ich kann Fledermama da aber absolut verstehen. Und wenn ich weggehe überleg ich mir nicht selten was ich am besten anziehe, damit Mann Nachts auf der Straße nicht irgendwas als „Einladung“ versteht. Ich bin immer froh, wenn man am Einlass nicht kontrolliert wird bzw. man mein Pfefferspray nicht findet. Es ist traurig aber wahr, wir leben in einer Gesellschaft wo Frauen sich selber schützen müssen. Man muss noch nicht Mal von körperlichen Übergriffen ausgehen. Sexuelle Belästigung fängt schon viel eher an. Redet nur kaum wer drüber.
Aber ich schweife vom eigentlichen Thema ab.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von graveyardqueen
Graphiel
Graphiel(@graphiel)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 1 Monat

In den Sozialen Medien hab ich inzwischen schon Vergleiche mit Hunden gesehen, dass selbst die bei einem saftigen Stück Fleisch mehr Beherrschung haben, als manch ein Mann.

Leider wahr. Habe mich immer unglaublich für solche Männer fremdgeschämt, da genau die es sind die mir ein ziemlich mieses Gefühl verschaffen wenn ich Morgens vom Club heim komme, auf dem Weg eine Frau allein vor mir herlaufen habe und dann unter Umständen nicht einmal die Straßenseite wechseln kann um für ein besseres Sicherheitsgefühl bei ihr zu sorgen. -.-

graveyardqueen
graveyardqueen(@graveyardqueen)
Antwort an  Graphiel
Vor 1 Monat

Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich in heutiger Zeit nicht in der Haut eines Mannes stecken möchte. Es gibt ja nicht nur Schweine. Das muss man bei all der Diskussion um Catcalling, Femizide ect. auch Mal sagen. Ich stell es mir nicht unbedingt einfach vor, sich einer Frau zu nähern, sei es auch nur verbal, ohne vll. eine Grenze ungewollt zu überschreiten.

Graphiel
Graphiel(@graphiel)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 1 Monat

Ach ich weiß nicht… Ich glaube manche Männer dramatisieren das aber auch ein wenig über. Ein freundliches (nicht lüsternes!) Lächeln und Blickkontakt sind meiner unmaßgeblichen Meinung nach immer noch ein guter, erster Einstieg um überhaupt Interesse zu signalisieren. Vorausgesetzt man findet noch wen, der nicht einfach nur pausenlos auf die Flimmerkiste in der Hand starrt. 😉

Wird dies erwidert und es folgt eine erste verbale und vor allem freundliche Kontaktaufnahme (und sei es nur über das Thema Wetter), ohne Erwartung nach Erfolg, so finde ich darin beim besten Willen erstmal nichts was man mir als Mann negativ ankreiden könnte.

graveyardqueen
graveyardqueen(@graveyardqueen)
Antwort an  Graphiel
Vor 1 Monat

Die Flimmerkiste in der Hand kann aber auch ganz hilfreich sein, wenn man signalisieren will, dass man seine Ruhe will. 😉
Wenn ich jetzt Mal von mir ausgeh…ich komm ganz gern auf Konzerten mit Leuten in Gespräche, aber es gibt einfach auch Tage, da will ich meine Ruhe. 🤷🏼‍♀️😁

Phoenix
Phoenix(@phoenix75)
Antwort an  Graphiel
Vor 1 Monat

Der Fremdschämfaktor ist tatsächlich ziemlich hoch. Da stimme ich dir zu. Nicht nur im wahren Leben, sondern vorallem auch online, wenn man sich hinter einer gewissen Anonymität verstecken kann. Aber das alleine macht es noch nicht. Es gibt leider auch Frauen, die das Thema massiv überstrapazieren, sich aber selbst wie die Axt im Walde verhalten. Da sollte einfach mal generell runtergefahren werden und der Spruch: „Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu!“ zeigt viel Wahres. Da kann man getrost auf den christlichen Hintergrund verzichten, sondern ihn als generellen Leitspruch sehen. Das Doofe dabei ist, dass Frauen sich schnell ihr Bild über Männer zusammenschustern, wenn sie schlechte Erfahrungen gemacht haben und man dann mit in die Kiste geschmissen wird, obwohl man sich halbwegs korrekt verhält.

graveyardqueen
graveyardqueen(@graveyardqueen)
Antwort an  Phoenix
Vor 1 Monat

Als Frau mit hochqualifiziertem Händchen für Arschlöcher möchte ich Einspruch einlegen!!! 😅
Frau kann durchaus zwischen Idiot und korrekt unterscheiden. Man ist anfänglich einfach nur skeptisch und durchleuchtet von Oben bis Unten. Was Zeit beansprucht…auch um nötiges Vertrauen zu finden. Zeit ist bei vielen aber wiederum Mangelware 🤷🏼‍♀️🙄

Phoenix
Phoenix(@phoenix75)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 1 Monat

Nun, du bist vielleicht so, auch wenn du dass immer recht allgemeingültig formulierst und dass dann als „Männerhass“ rüberkommt. Skeptisch zu sein ist gut. Aber die Maske vieler Männer fällt immer recht spät… wenn es meist schon zu spät ist. Andere Frauen unterscheiden aber kaum und nur die sind gemeint… ist auch nur aus meinem reichhaltigen Erfahrungsschatz geplaudert… da wird dann immer von den bösen schlechten Erfahrungen mit Männern geredet, ist selbst aber ohne Anstand und Respekt. Da sage ich dann auch: Nein Danke!

graveyardqueen
graveyardqueen(@graveyardqueen)
Antwort an  Phoenix
Vor 1 Monat

Ich verstehe schon was du meinst und ich will nicht leugnen, dass ich als junges Ding genauso war. Mit dem Alter und Erfahrungen wird man aber auch differenzierter. Ich hab durchaus auch Männer kennengelernt, wo die Freundin oder Ex das Arschloch war. Dass ich vielmals allgemeingültig formuliere stimmt schon. Passiert nicht selten auch aus dem Temperament heraus. Auf der anderen Seite ist es aber auch nicht mein Problem, wenn sich die falschen diese Schuhe anziehen. Wenn jeder zu sich selbst ehrlich ist, weiß er ob es zutrifft oder nicht. Gut….es gibt auch die Sorte Mensch, die an Selbstreflexion scheitern 🤔😅

AltePizza
AltePizza (@guest_67575)
Vor 1 Monat

Soft Clubbing was soll das sein? Soft Porno? Ist das jetzt Insta, Tik Tok Sprache etc. Sprache?

Black Alice
Black Alice(@blackalice)
Vor 1 Monat

Als Nachtwesen kann ich gar nicht anders als nachts zu feiern, wenn ich noch zum Feiern gehe. Aber ich kann es verstehen wenn andere auch früher feiern wollen und wenn es solche Angebote gibt. Aber egal wann gefeiert wird, ohne Konsum kann kein Club und kein Veranstalter überleben. Auch wenn man trotzdem zum feiern geht, aber nur Wasser trinkt, wird das Club sterben weiter gehen.

Ich selber erlebe, dass selbst wenn man früher auf macht, die Masse an Volk erst gegen 22 Uhr aufkreuzt. Und sie gehen auch wieder früher. Das feiern bis in die pushen das gibt es heute kaum noch, zumindest in unserer Gegend. In Metropolen sieht das bestimmt anders aus, weil da finden sich immer genug Gleichgesinnte. Manchmal habe ich das Gefühl, dass viele einen Zweistundenrythmus haben. Gefeiert wird dann auch maximal zwei Stunden, oder man bleibt maximal zwei Stunden im gleichen Club.

Jo, so verändern sich die Zeiten…

Bruno K
Bruno K (@guest_67578)
Vor 1 Monat

Ein viktorianischer Tanztee am Nachmittag kling einladend und durchaus Szene kompatibel. Ich schau mal in Berlin, in welchem stilistisch passenden Etablissement man so etwas veranstalten könnte.

Phoenix
Phoenix(@phoenix75)
Antwort an  Bruno K
Vor 1 Monat

Ahja… in der viktorianischen Szene vielleicht. Mit der schwarzen Szene hat das mal so garnix zu tun.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von Phoenix
Phoenix
Phoenix(@phoenix75)
Antwort an  Robert
Vor 1 Monat

Dieser viktorianische Faschingsumzug reicht doch schon in Leipzig zum WGT, oder nicht? Das ist ein schwer verdauliches Dranhängsel ans WGT, was viele kritisch sehen, weil der „Zoo“ mittlerweile viel fotografiert und in einem Satz mit dem WGT genannt wird. Dabei war das WGT mal etwas anderes, als dieser Quatsch. Ich sage mal „war“, weil allgemein auch das WGT qualitativ massiv abgebaut hat, nicht nur wegen diesem viktorianischen Picknicks.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von Phoenix
Phoenix
Phoenix(@phoenix75)
Vor 1 Monat

Uff… mal wieder. Manchmal strengt es mich ziemlich an, sowas hier zu lesen. Was das Gehampel der Cybers (im Video) mit der schwarzen (Grufti/Gothic-) Szene zu tun hat, ist mir bis heute schleierhaft.
Mir scheint auch, dass es anscheinend nur den komplette Abschuss oder das absolute nüchtern sein bei einer Veranstaltung gibt. Wenn man sich 2, 3 alkoholische Drinks im Club gibt, dann ist man weder nüchtern, noch steht man vor einem Mordskater, sondern ist einfach nur etwas etwas angeheitert. Sowas also als Trend zu befeuern, völlig nüchtern zu bleiben, ist dann doch etwas übertrieben. Ich kann auch sehr gut ohne Alkohol bleiben, weil ich es nicht als Muss sehe Alkohol zu trinken, sondern höchstens als Genuss.
Und ganz ehrlich… wenn hier so geschrieben wird, als müsse man den letzten Strohhalm greifen, etwas noch als Gothic/Grufti/whatever zu bezeichnen, dann ist die Szene doch schon tot. Klar, die ältere Generation, derer ich auch angehöre, kann sich nicht mehr die Nächte um die Ohren schlagen, weil andere Dinge Priorität haben und es körperlich dann auch oftmals nicht mehr so ist, wie in den jungen Jahren. Das sollte man einfach einsehen und akzeptieren. Es kommt halt weniger nach und das ist vielleicht auch gut so. Gen Z nehme ich eher als Gen Zombie wahr. So gleichförmig, sich nicht festlegen wollend oder aus der Reihe tanzend, könnte man sie eher als hirntot bezeichnen und nicht als individuelle Menschleins. Also bitte nicht krampfhaft alles, was noch so stumpf daher kommt, in die Szene ziehen, nur um noch sowas wie Leben in dieser zu implizieren. Gruftis und Tageslicht… hahahaha…

Phoenix
Phoenix(@phoenix75)
Antwort an  Robert
Vor 1 Monat

„Uff… mal wieder.“ deswegen, weil es schon den ein oder anderen Bericht mit merkwürdigen Hintergrund und krampfhaftem Bezug zur Gothic-Szene gab, den ich mit viel Argwohn gelesen hab.

Ich stelle nur fest, dass eine ehemalige Jugendszene nicht mehr zu dem wird, was es mal war, weil die Leute allesamt rausgewachsen sind. Das Rad erfindet man nicht neu, wie in so vielen Bereichen. Ich bin schon Anhänger einer einst schönen Zeit, die aber vorbei ist. Da ändern auch neumodische Einflüsse nichts, die wenig Anklang finden.
Tot ist die Szene in diesem Sinne, als dass sich die ganzen „Rentner“ kaum noch zusammen finden und gemeinsam feiern. Tot im engeren Sinne nicht, als dass die Szene noch in vielen alten Herzen stattfindet und zwar auf einer privaten Ebene und vielen guten Erinnerungen. Zumindest bei denen, die es nicht als Modeerscheinung angesehen haben und bei denen es ein Lebensgefühl ist. Vielleicht verständlich genug?

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von Phoenix
Phoenix
Phoenix(@phoenix75)
Antwort an  Robert
Vor 1 Monat

Ich glaube, vielen fällt es schwer loszulassen, von etwas, was es in dieser Form nicht mehr geben wird, wie es mal war. Treffen kann man sich immer. Ob man dem einen Namen geben muss, sei mal dahingestellt. Letztlich wird es aber auch immer oberflächlicher. Das merkt man allgemein gesellschaftlich, als auch von Leuten, die meinen, der schwarzen Szene anzugehören. Ich glaube aber auch, dass, um zusammenzufinden, die Leute kommunikativer und offener (nicht im Sinne, von jeden Scheiß als Gothic bezeichnen zu müssen) sein müssten. Ich lese häufig eher, dass sie gern alleine sind, sie ihre Ruhe haben wollen, eher misanthropisch veranlagt sind usw. usf.. Naja, eher oft Eigenschaften und Wünsche, die nicht so geeignet sind, um irgendwas neu aufleben zu lassen. Und wie ich schon sagte, die Prioritäten alter Säcke und Säckinnen hat sich verändert. Ich mag meinen biologischen Rhythmus auch nicht über den Haufen werfen, nur weil ich im Club bis 5 Uhr morgens durchmachen muss. Das ist wie ein Jetlag und im Alter nur schwer wieder in Einklang zu bekommen. Die Clubs sterben immer mit einer Szene. Berlin ist auch schon lange kein Hotspot mehr, vorallem weil vor 10, 15 Jahren die Gentrifizierung eine ganze Clublandschaft den Erdboden gleich gemacht hat. Es ist also nicht nur das nachlassende Interesse, sondern auch der Turbokapitalismus, der nachgeholfen hat, das Clubs sterben.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von Phoenix
Marquis
Marquis(@marquis)
Antwort an  Phoenix
Vor 1 Monat

Die „Rentner“ (ich hatte diesen Monat meinen 50) befanden sich letzten Samstag im Shadow in Leverkusen und feierten 25 jährigen Geburtstag Radio Dunkle Welle. Ü 60 war auch zahlreich vertreten verbunden mit Übernachtung und längere Anreise. Deine Aussage muß ich leider dementieren :-) .

Black Alice
Black Alice(@blackalice)
Antwort an  Marquis
Vor 1 Monat

Du meinst die Aussage mit dem Namen geben? Oder fand die Veranstaltung Nachmittags statt?

In einem muss ich  Phoenix Recht geben: In dieser Form wird es nie wieder werden und man sollte so langsam los lassen. Schön für die, die es erlebt haben, aber die junge Generation muss ihr eigenes Ding finden und wie man oft sieht, ist sie noch dabei es zu finden , mit allerlei Ideen.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von Black Alice
Phoenix
Phoenix(@phoenix75)
Antwort an  Marquis
Vor 1 Monat

Du kannst das aber nicht als allgemeingültig darstellen. Nur, weil hier und da mal mehr Publikum bei Veranstaltungen ist, heißt es nicht, dass es überall und immer so ist. Oft haben, wenn ein Club lange an ein und derselben Stelle residiert, ein Stammpublikum. Das ist leider hier in Berlin nicht so. Da gibt es eigentlich keinen Club mehr, der noch da ist, wo er mal war bzw. es entstehen ab und zu neu, aber die müssen erstmal ihr Publikum einfangen. Die Mehrzahl ist aber weggebrochen. Das ist wenig förderlich um konsequent ein Stammpublikum aufzubauen. Größtenteils durch Gentrifizierung. Das ist mit das Schlimmste, was einer Clublandschaft schaden kann.

Graphiel
Graphiel(@graphiel)
Vor 1 Monat

@ Robert

Was mir noch aufgefallen ist: Ich finde das der Link im Artikel über das Clubsterben ausgerechnet zum Artikel über die Dark Society im X führt hat etwas unfreiwillig komisches. Ist das ein Fehler, oder soll das so? 😅

Immerhin war die Partyreihe nach einer kurzen Pause wieder an Ort und Stelle, nur dass der Schuppen seitdem nicht mehr X sondern Kulturwerk heißt. Sonst hat sich da für den interessierten Szenegänger doch gar nichts geändert.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von Graphiel
Black Alice
Black Alice(@blackalice)
Vor 1 Monat

Ich habe das Gefühl hier schreiben nur solchene, die schon zu alt zum weg gehen sind, oder einfach nicht mehr wollen. Dann sollte es doch egal sein ob Clubs noch überleben, oder?

Aber eine Szene lebt doch davon, dass man sich trifft. So entstehen doch Szenen. Kein Treffen, keine Szene mehr. Nur virtuell ist nach meinem Gefühl irgend wie nicht richtig Szene. Wenn aber Clubs aussterben, wo und wie sollte man sich denn sonst reffen? Konzerte sind ja auch nicht richtiges Treffen, weil da will man ja in erster Linie die Bands sehen. Alles andere geht ja eher nebenbei und ist nach der letzten Note schnell vorbei. Wenn man Glück hat gibt es eine After-Show Party. Aber da wollen die meisten anscheinend auch nicht hin, weil zu anstrengend, zu laut oder was weiß ich noch alles.

Ich würde sagen, es wird sich finden. Die Baby Bats werden ihre eigenen Wege finden sich zu treffen. Vielleicht sind es die Tages-Partys, wielleicht wird es auf lange Sicht was anderes sein. Vielleicht ist diese derzeitige Flaute auch nur vorrübergehend, nur ein zeitlich begrenzter Trend. Schnaun mer mal wie es weiter geht.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von Black Alice
Phoenix
Phoenix(@phoenix75)
Antwort an  Black Alice
Vor 1 Monat

Heutzutage würde ich bestuhlte Konzerte sogar vorziehen. Neulich waren 3 Stunden Konzert einfach eine Tortur für meinen Rücken. Das ist halt der Lauf des Lebens… es geht zu Ende… ;D
Ich treffe mich privat mit Leuten, die sich noch der Szene zugehörig fühlen… auf freundschaftlicher Basis gibt es die Szene noch in kleinem Rahmen. Mir reicht das, neben dem Gefühl auf einem Konzert mit vielen anderen Liebhabern dunkler Klänge zusammen zu kommen.

Black Alice
Black Alice(@blackalice)
Antwort an  Phoenix
Vor 1 Monat

Ja ich kann ja auch nicht mehr so lange. Man wird ja nicht mehr jünger. Aber was das feiern angeht, so muss man ja auch nicht unbedingt bis zum Ende dabei sein. Man kann ja früher heim.

Und wenn man früher heim will, kann man ja auch früher anfangen. ;)
OK, wäre ja auch nicht mein Ding, aber deswegen würde ich anderen die Chance durchaus geben. Ich gehöre eh zur aussterbenden Art, ich bin ja nicht der Maßstab.

graveyardqueen
graveyardqueen(@graveyardqueen)
Antwort an  Black Alice
Vor 1 Monat

Bei dir frage ich mich sehr oft, ob wir beide die selben Texte lesen. 🤔

Maren
Maren(@maren)
Vor 1 Monat

„Aber für einen Grufti der ersten Stunde bleibt die Frage: Kann die romantische Melancholie, die dunkle Ästhetik und die existenzielle Suche, die unsere Szene definiert, in ein achtsames, sonniges Nachmittagsevent übersetzt werden?“

Meine ganz persönliche Antwort lautet ganz klar: „Nein!“ Zugegeben; bei mir hängt die Katharsis meiner schwarzen Seele nicht unbedingt an einer durchtanzten Club Nacht. Woran das liegt, hab ich ja früher schon anklingen lassen. Aber ich verstehe sehr gut, was Du damit meinst  Robert, wenn Du die Katharsis der schwarzen Seele im Club beschreibst. Erleben durfte ich das in dieser Form auch schon, wenn auch nicht so oft. Für mich gibt es aber dennoch auch andere Wege für eine solche Katharsis. Aber eines haben sie alle gemeinsam: Sie liegen in der Dunkelheit. Das kann ein Konzertbesuch sein, das kann beim stundenlangen Hören von Musik und dem Anstarren der Decke erfolgen, bei einer nächtlichen Querfeldeintour durch den Wald etc. Und für mich gilt: Diese Katharsis der schwarzen Seele erfolgt in der Regel allein. Ganz selten gibt es Menschen, die ich dabei mitnehmen kann und möchte. Und noch etwas ist wichtig: Die Katharsis der schwarzen Seele gibt es meiner Meinung nach nicht zum Null-Tarif. Wenn ich eine Nacht im Club durchtanze, tun mir am nächsten Morgen irgendetwas weh (wobei bei Arthroseschmerzen jede Art von Bewegung besser ist, als auf dem Sofa rumzusitzen), wenn ich mir die Nacht mit der „Disintegretion“ (womöglich plus Rotwein- ich trinke Alkohol, aber zu Hause.) und ähnlichem um die Ohren haue, beschwöre ich die Erinnerung an den größten Schmerz meines Lebens herauf. (und je nach dem auch einen Kater) Wenn ich in den Wald gehe, umfängt mich Eiseskälte, ich muss aufpassen, nicht in ein Sumpfloch zu treten und es verlangt manchmal schon etwas Überwindung. Wenn ich zu einem Konzert fahre, ist manchmal allein die Anreise mühsam. Reue deswegen am nächsten Tag? Habe ich bisher nie verspürt, denn das etwaige Unbehagen danach wird durch die Reinigung der schwarzen Seele aufgewogen und ich bin wieder eins mit mir selbst.
Dennoch halte ich die Idee von viktorianischen Tanztees am Nachmittag und früher beginnenden Parties überhaupt nicht für verkehrt. Gäbe es das in meiner Nähe würde ich auf alle Fälle hingehen und mir das mal anschauen. Allerdings wären das jetzt auch keine Events, von denen ich mir kathartische Wirkung verspreche, aber ganz einfach positive schwarze Vibes, vielleicht auch befördert durch Begegnungen und Gespräche. Das ist für mich etwas anderes. Ich würde Veranstaltungen dieser Art auch nicht mit dem Trend des Soft-Clubbings gleichsetzen. Grufties, die zum schwarzen Tanztee am Nachmittag hingehen, haben in ihrem dunklen Leben schon bis zum Sonnenaufgang die Nacht genossen. Jetzt sind sie eben einfach älter ( so wie ich auch) – und können dies aus vielerlei Gründen nicht mehr so oft tun. Diese Gründe müssen meiner Meinung nach auch respektiert werden. Ich bin da ganz bei @Fledermama: Etliche von uns haben mittlerweile Verantwortung für andere Lebewesen übernommen und können nicht einfach den ganzen Tag im Bett vergammeln.
Was das sogenannte „Soft-clubbing“ so wie es auch in den verlinkten Artikeln beschrieben wird, angeht , kann ich darüber nur die Stirn runzeln und den Kopf schütteln. Bei dem Wort „Achtsamkeit“ krieg ich mittlerweile Pickel. Das wird nämlich – finde ich – oft missbraucht, um über Probleme hinwegzutäuschen, die das System für Menschen schafft. Achtsam feiern heißt für mich, sich selbst eines Ventils zu berauben, über das man dem System auch mal trotzen kann – und wenn es nur einmal im Vierteljahr ist. Dann mach ich eben mal was, das verhindert, dass ich am nächsten Tag perfekt innerhalb dieses Systems funktioniere. Meine Erfahrung: Und genau danach geht es mir dann wirklich besser!

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von Maren
graveyardqueen
graveyardqueen(@graveyardqueen)
Antwort an  Maren
Vor 1 Monat

Ich finde du bringst in deinem Text etwas ganz wichtiges hervor!
Du bringst Gefühle und Empfindungen ins Spiel. Das was mit einem geschieht, wenn man etwas für sich „szenemäßiges“ macht. Und da kann die Palette enorm groß sein. Dunkelheit kann den Effekt ganz klar intensivieren, ich persönlich würde es aber nicht ausschließlich davon abhängig machen.
Für mich hat die Atmosphäre eines Mittelaltermarktes und die Musik vor Ort (welches ich meist schon ab Nachmittag in mich aufnehme) genauso Wirkung, wie wenn ich einen guten Konzertabend hatte. Einziger Unterschied ist, es fühlt sich unterschiedlich an. Es nimmt aber beides Einfluss auf Seele und Wohlbefinden. Es macht was mit einem. Genauso wie es ein anderes Gefühl ist (welches ich vorallem in der Zeit vor und nach Weihnachten habe), wenn ich auf meinem Sofa liege und nur kleine Lichter den Raum etwas erhellen. Dort wird das Gefühl verstärkt, weil das Jahr zu Ende geht. Diese Art der Vergänglichkeit ist wie Salz in der Suppe. Und auch im stillen Kämmerlein in Musik eintauchen, sich ihr hingeben und tragen lassen, ist ein besonderes Gefühl.
Für mich ist das faszinierend, wie vielfältig das alles ist.

Heike
Heike (@guest_67613)
Vor 1 Monat

Im Kulttempel in Oberhausen ist auch alle paar Wochen am Sonntag „Dark Day Disco“ von 14:00 bis 20 Uhr…da im Club eh keine Fenster sind ist drinnen alles so wie immer. Und anstatt daheim auf dem Sofa abzuhängen, geht man tanzen und bewegt sich. Ich find das ein gelungenes Konzept. Und es war gut besucht. Gleiches gibt es auch als „Day Disco mit „70 bis 90er Musik. Da ist das Durchschnittalter noch höher. Und alle gut drauf.
Und man muss sich die Nacht nicht um die Ohren schlagen. Wir haben es gefeiert. Gerne kann das auch anderswo Schule machen. 💃🏼🕺🏼🍰☕🫖🥳😂

Timper
Timper (@guest_67617)
Vor 1 Monat

Für mich wäre der frühe Abend nicht so das richtige aber wenn es den Clubs hilft warum nicht? Man sollte offen für neue Ideen sein.
Zusammen geschrumpfte Szene. Kann sein aber das klingt ja danach das das mal eine große Bewegung war. Wohl kaum.
In Berlin gibt es jedenfalls regelmäßig Veranstaltungen die gut besucht sind. Vielleicht nicht wie Techno Clubs.
Aber ich brauche auch keine Veranstaltungen die aus den Nähten platzen.
( Und wer auf der Couch hängen bleibt am We verpasst das ggf. schönste , beste und gute Erlebnisse. Das passiert mir ganz sicher nicht. Ich mache von niemanden abhängig!)

Black Alice
Black Alice(@blackalice)
Antwort an  Timper
Vor 1 Monat

Die Szene war mal so groß, dass es sich lohnte selbst in der Provinz entsprechende Klamottenläden anzubieten. Sie war so groß, dass überall mit noch vernünftiger Fahrzeit es Veranstaltungen gab. Sie war so groß, dass es in jedem Dorf einen einsamen Goth gab. Findet man heute auch nur noch selten. Das alles gilt heute nicht mehr. Ja, die Szene ist merklich, wenn nicht gar erheblich, geschrumpft. Aber nicht tot, wie manche behaupten.

graveyardqueen
graveyardqueen(@graveyardqueen)
Antwort an  Black Alice
Vor 1 Monat

Da stimme ich dir zu! Ich habe auch nicht das Gefühl, dass die Szene tot ist. Sie hat sich einfach nur in ihrer Form verändert.
Genauso dieses ständige „die Szene hat ein Nachwuchsproblem“. Das sehe ich gar nicht Mal so. Teilweise kommt der Nachwuchs auch mit eigenen Projekten um die Ecke.

graveyardqueen
graveyardqueen(@graveyardqueen)
Vor 1 Monat

Ich bin eben auf einen Beitrag vom Kulturtempel Oberhausen gestoßen. Die überlegen gerade mit der einen oder anderen Party auf Sonntagnachmittag auszuweichen und beziehen die Gäste mit ein. Die Location muss wohl schon für die nächsten 1,5 Jahre für Konzerte ausgebucht sein.
Ich bin Mal gespannt was raus kommt….

Black Alice
Black Alice(@blackalice)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 1 Monat

Eineinhalb Jahre ausgebucht? Donnerwetter. Dann kann der/die Booker nen Jahr Urlaub machen. ;-)

graveyardqueen
graveyardqueen(@graveyardqueen)
Antwort an  Black Alice
Vor 1 Monat

Kannst du hier https://www.facebook.com/100064563524969/posts/pfbid0nPK6DLEz1p6P6wovYdo4kTBLFn5rtUEhKbrBctmXe2VKNZMzNLaZR74sTnzCYLpXl/?app=fbl nachlesen!
Bis Mai 27 ausgebucht und für 28 kommen auch schon Anfragen

Durante
Durante(@durante)
Vor 1 Monat

Soft Clubbing wirke wie der Versuch, „vermeintlichen Hedonismus in den Kalender eines gestressten, effizienten Menschen zu pressen“. Wenn wir nüchtern, sichtbar und bei Tageslicht tanzen, kippt das Ganze schnell ins Selbstdarstellerische. Hier macht die vielzitierte „Clean-Girl-Ästhetik“ – diese Haltung der maximal optimierten, gesund strahlenden und minimalistisch gestylten Jugend – unseren „Batcave-Glamour“, der mit einer gewissen Selbstzerstörerischen Haltung einhergeht, überflüssig. Die neue Generation will das Event auf TikTok teilen; wir wollten im Dunkeln verschwinden, um uns selbst wiederzufinden.

Schöner Kommentar zu einem seltsamen Trend imho…
Alternativ könnte man auf die Idee „vernünftig und achtsam zu feiern“ auch mit dem Titel eines (ungruftigen) Songs antworten:
„Pure Vernunft darf niemals siegen“ ;)

Mal sehen ob sich das auch außerhalb von Berlin-Mitte & Co. langfristig durchsetzt (ich hab Zweifel). Und wenn doch, ist die (über-)nächste Generation vermutlich aus Prinzip dann schon wieder gänzlich anders drauf…

Alrun
Alrun (@guest_67714)
Vor 20 Tagen

Bei uns gibt es nicht mehr viele Clubs und erst recht kaum welche die noch regelmäßig Gothic Abende machen. Daher sind ein paar örtliche Veranstalter inzwischen auf eine ehemalige Kapelle ausgewichen – diese bietet ein tolles Ambiente, da sie aber mitten im Wohngebiet liegt muss um 22 Uhr Schluss sein. Ergo gibt es jetzt eben Parties von 16-22 Uhr :-)

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Alrun
Vor 17 Tagen

Das klingt aber dafür so rein von den Räumlichkeiten her nach einer tollen Location… und 22:00 Uhr… naja da is es ja immerhin wenigstens schon dunkel und man muss als Grufti nicht im Hellen nach Hause nach der Party – DAS wäre dann nämlich garantiert wirklich irgendwie ein seltsames Gefühl… XD

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