Naja, The Line ist inzwischen Geschichte. Das Projekt scheint gestorben zu sein. Aber man muss nicht ins Heute schauen. In den 50ern entstand auch die Idee der Wohnmaschine, ein großes Haus wo alles drin ist was man braucht, Einkauf, Ärzte, Schule, Freizeit. Man hatte die Vision, dass es bald keine Dörfer mehr geben würde, nur noch ein großer Wohnblock. In Ceaușescus Rumänien hat man versucht diese alte Vision sogar umzusetzen. Das war die Zeit als man die riesigen Wohnbauten erfunden hat, um möglichst viele Menschen möglichst kostengünstig unterzubringen. Fritz Langs Vision gab es dann in einem Viertel von Hong Kong-Kwan Loong, wo es ein Quartier gab (das ist heute abgerissen), wo in engsten Verhältnissen die Leute in kleinsten Wohneinheiten gehaust haben. Teils schliefen sie in Käfigen die vor dem Fenster gehängt wurden. Es war eng, stickig, dunkel und kaum ein Europäer traute sich da rein. Das hatte durchaus Blade-Runner Format, aber noch enger und stickiger, düsterer.
Dann gab es auch die Idee der Gartenstadt, das Gegenteil dieser Wohnmaschinen. Heute vermeidet man eine zu dichte Besiedelung und versucht gute Kompromisse einzugehen. Diese Visionen findet man aber noch in China, mit seinen riesigen Wohntürmen, die die Kontrolle des Volkes erleichtern.
Interessant an Fritz Langs Vision ist der dichte Verkehr. Damit hatte er tatsächlich Recht. Damals war das Auto ein Luxusgut. Man ahnte noch gar nicht wie sich das entwickeln würde. Es gab ja auch noch keine Autobahnen. In Deutschland waren es meist mittelalterliche alte Städte, mit engen Straßen und Gassen. Fürs Auto nicht gerade ideal. Fritz Langs Vision kann man Stuttgart gleich setzen, das nach dem Krieg nur fürs Auto eingerichtet und der Mensch dabei vergessen wurde.
Fritz Lang war in Teilen durchaus ein Visionär, auch wenn es ihm gar nicht darum ging. Allerdings, mit der Kernaussage des Filmes schlagen wir uns auch heute noch herum.