Großbritannien: West Norwood Cemetery in London (1837)

Der West Norwood Cemetery ist ein Friedhof der zu den Magnificent Seven, den sieben historischen Friedhof um den alten Stadtkern Londons, zählt. Es ist etwa 16 Hektar groß und liegt im Bezirk Borough of Lambeth im Stadtteil West Norwood. Er wurde 1837 eingeweiht und zählte bis zum Jahr 2000 rund 164.000 Beerdigungen in 42.000 Grabstätten und 34.000 Kremationen. Auch in den zum Friedhof gehörenden Katakomben liegen zahlreiche Leichname begraben. Der nahezu vergessene Fluss Effra verläuft unterhalb des Friedhofs und sorgte vor allem in der Vergangenheit für zahlreiche skurrile Funde.

Im Jahr 1830 reichte der Herausgeber des The Penny Magazine eine erfolgreiche Petition – die unhaltbaren Zustände auf den Fried- und Kirchhöfen in London betreffend – beim Parlament ein. In der Folge wurden verschiedene Gesetze erlassen, welche die Bestattungen auf den Kirchhöfen unterbanden und die Einrichtung neuer kommerzieller Friedhöfe ermöglichte. Der erste dieser Friedhöfe war 1832 Kensal Green Cemetery, der von der General Cemetery Company errichtet und geführt wurde. Als zweiter der Magnificent Seven entstand ab 1836 der West Norwood Cemetery auf dem Gelände des Gutes von Lord Thurlow im damaligen Lower Norwood. Erwerber und Betreiber des neuen Friedhofs war die zu diesem Zweck gegründete South Metropolitan Cemetery Company.

Der neue Friedhof wurde am 7. Dezember 1837 vom Bischof von Winchester geweiht, zu dessen Diözese der Friedhof noch bis 1877 gehörte, bevor er an die Diözese von Rochester und zuletzt 1905 an Southwark überging. Die ersten Bestattungen fanden kurz nach der Weihe statt. Der Architekt und Direktor des Friedhofs William Tite gestaltete das Landschaftsbild und einige Monumente. Der Friedhof war der erste im Vereinigten Königreich, der im Stil der Neogotik errichtet wurden. Heute ist der Friedhof für neue Bestattungen geschlossen, da die Begräbnisplätze belegt sind. Nur das Krematorium wird bis heute weiter genutzt.

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