17 September

Musikperlen – Allein im tiefsten Nebelmeer (Tauchgang #34)

von Kategorie: Back to the RootsDiskussion: 2 Kommentare

Musikperlentaucher…den Blick zum Discjockey, so stehst du an dem Tresen, wieder nicht einmal getanzt, so ist’s immer schon gewesen, doch plötzlich hörst du deinen Sound, die Tanzfläche ist leer du gehst bis ganz nach vorn, versinkst im Nebelmeer“ so, wie Ben Bloodygrave in seinem Song „Minimal“ die Situation beschreibt, ging es mir neulich auch. 80er, Wave, Synthie und Minimal stand auf dem Flyer, eine Mischung, die mich rund 100km ins Ruhrgebiet lockte. Gut, ich wurde gewarnt, der Discjockes, der dort auflegte, zweifelte, ob die Musik, die an einem solchen Abend dort gespielt werden würde, nach meinem Geschmack wäre. Ich schlug seine Zweifel in den Wind und fand mich, zwar nicht am Thresen, sondern am Rand der Tanzfläche wieder und beobachtete die Leute, die sich zur Musik bewegten. Schlecht war die Musik jetzt nicht, aber auch nicht wirklich gut – jedenfalls war nichts dabei, was mich aus der Reserve lockte und die Pikes auf Betriebstemperatur brachte.

Es ist dem Schicksal geschuldet, dass ich 3 Stunden vorher auf der Facebook-Seite der Veranstaltungen einen Musik-Wunsch aussprach, der Discojockey hinter dem Plattenteller mich wohl am Rand der Tanzfläche entdeckte und das gewünschte Stück auch noch dabei hatte. Es dauerte keine 2 Worte, bis ich das Stück erkannte und mich auf der Tanzfläche, die sich kurioserweise wie auf Befehl leerte, wiederfand. Okay, Nebelmeer war da nicht, hab ich hald die Brille ausgezogen und die Augen fast geschlossen, ist dann so ähnlich. Den ganzen Artikel lesen… »


19 September

Musikperlentaucher – Tauchgang #33

von Kategorie: Back to the RootsDiskussion: Keine Kommentare

Black Spider Clan – Keiner Kommt Hier Lebend Raus

Die schwarze Witwe hat viele Namen: Flying Bodies, Radikale Analog Fraktion, Black Spider Clan, Beta Evers oder einfach Brigitte Enzler. Seit den späten 80ern ist sie in der musikalischen Underground-Szene aktiv, begann mit einer Mädchen-Combo und gründete nahezu im selbem Atemzug ihr erstes Platten-Label. Nach dem auflösen ihrer Projekte und einer kurzen Pause zu Beginn der 90er begann sie wieder damit Parties in Augsburg und Umgebung zu organisieren. 2000 gründet sich das Kollektiv Kommando 6, das ein Jahr später auch zu einem Platten-Label mutiert. Als Beta Evers bringt sie noch im selben Jahr einige Stücke heraus, ohne die Hilfe irgendwelcher Produzenten. In der Folge ist sie auch in unzähligen Nebenprojekten aktiv, unter anderem im Black Spider Clan, der mir mit seinem Stück „Keiner kommt hier lebend raus“ (2005) in Erinnerung geblieben ist.  Den ganzen Artikel lesen… »


13 August

Musikperlentaucher – Tauchgang #30

von Kategorie: Back to the RootsDiskussion: 14 Kommentare

Shock Therapy – Hate is a 4-letter Word

What has changed me into something i dont know?“ 1984 gründete der aus Detroit stammende Gregory John McCormick (Itchy) eine Band, die er nicht umsonst „Shock Therapy“ nannte. Der Sänger, Gitarist und Pianist verbrachte viele Jahre in diversen Psychiatrien, seine dort gesammelten Erfahrung beeinflussten nicht nur den Bandnamen, sondern auch viele seiner depressiven Texte.  Mit der Band fand er die Möglichkeit, seiner Aggressivität ein kreatives Ventil zu verschaffen und so wundert es auch nicht weiter, dass der ein Jahr später geschriebene Song „Hate is a 4-letter-Word“ zu den erfolgreichsten der Band zählt. In den USA fanden seine tiefgründigen Texte jedoch keine Beachtung, das erwünschte Feedback blieb aus, er beschließt, nach Europa zu gehen. Dem INTRO-Magazin verriet 1993: „Das amerikanische Publikum ist völlig leer. Sie stehen da und glotzen dich an. Niemand gibt sich die Mühe, in die Musik einzutauchen. Die Europäer, vornehmlich die Deutschen, sind da ganz anders. Sie konzentrieren sich auf das, was abgeht; sie wollen die Musik nicht nur hören, sondern auch verstehen.“ Doch die Schatten des eigenen Selbst sind stärker. Nach einem 7-jährigen Gefängnisaufenthalt zeigt sich Itchy geläutert und kündigt sogar ein neues Album an. Von der Realität eingeholt stirbt er 2008 im Alter von 44 Jahren vermutlich an einer Alkoholvergiftung. „A classic Film of Yesterday ist just Today; once tomorrow, maybe never, i hate me. Den ganzen Artikel lesen… »


7 Januar

Musikperlentaucher – Tauchgang #29

von Kategorie: Back to the RootsDiskussion: 35 Kommentare

Wave und Gothic, zwei musikalische Strömungen der 80er, die letztendlich in der schwarzen Szene mündeten. Was der Definition nach Wave und was Gothic ist, dürfen die Gelehrten entscheiden. Im Grunde waren aber das die ersten beiden Strömungen, die die Jugendkultur in der Mitte der 80er Jahre formte. Der eher klassische instrumentierte Gothic-Rock traf zu Beginn der 80er Jahre auf den New-Wave, der oftmals rein elektronisch entstand. In Deutschland nannte man sie „Waver“ und „Grufties“, musikbegeisterte Jugendliche mit unterschiedlichen Schwerpunkten, die ihre klanglichen und inhaltlichen Schnittmenge fanden. Der „Wave“ hat teilweise kuriose Wurzeln und ist in den letzten 30 Jahren stets seinem Credo treu geblieben. Elektronisch und tanzbar, dezent und zurückhaltend, eingängig oder tiefgründig. Ich bin, wonach mir ist. Mal gruftig, mal wavig. Heute ist (m)ein waviger Tag. Den ganzen Artikel lesen… »


1 Februar

Musikperlentaucher – Tauchgang #27

von Kategorie: Back to the RootsDiskussion: 4 Kommentare

Berlin – The Metro

Ja, ich weiß. 1986 flog Tom Cruise als waghalsiger Pilot im Film „Top Gun“ über die Kinoleinwand. Als er auf einem viel zu großen Motorrad Filmpartnerin Kelly McGillis im Sonnenuntergang abholt, brennt sich ein Song in das kollektive Langzeitgedächtnis der Menschheit: „Take my Breath away“. Dieses von Terri Nunn ins Mikrophon gehauchte Liebeslied blieb der größte kommerzielle Erfolg der 1979 gegründeten New Wave Band „Berlin“. Obwohl sie im Fahrwasser von Blondie und Ultravox eher als weitere Act der aufkommenden New Wave Bewegung gesehen wurden, hatten Terri Nunn, John Crawford und David Diamond deutlich mehr zu bieten. Leider blieb trotz des Oscar-prämierten Film-Theme zu „Top Gun“ der Durchbruch aus. Ein Jahr später löste sich die Band auf. Die Musiker widmeten sich anderen Projekten, Terri Nunn war 1993 als Gastsängerin bei den Sister of Mercy und gab gemeinsam mit Andrew Eldritch den Song „Under the Gun“ zum Besten. Der Song 1983 veröffentlichte Song „The Metro„, wurde als Cover von +44 und System of a Down Jahrzehnte später neu in Szene gesetzt, der Musiksender VH1 brachte die Band 2004 für eine Reunion-Reihe wieder zusammen. Berlin nahmen ihre alte Stücke neu auf, brachten ein Album heraus und sind auch wieder auf Tour. Den ganzen Artikel lesen… »


2 November

Musikperlentaucher – Tauchgang #26

von Kategorie: Back to the RootsDiskussion: 4 Kommentare

Tommi Stumpff – Niemals Mehr

In den späten 70ern hinterließ Stumpff einen bleibenden Eindruck als Kopf der Düsseldorfer Punkband „Der KFC“, bevor er sich 1982 auf eigenen Pfaden bewegte. Fasziniert von Elektronik und Computern schuf und legte er bis 1993 einige eindrucksvolle EBM-Meilensteine. „Massaker“ ist das bekannteste Stück, dass rund 13 Minuten die Tanzflächen füllte. Zusammen mit Silvia Nemanic probierte sich Stumpff auch in der Neuen Deutschen Welle. Das gleichnamige Album „Silvia“ erreichte in der Wave-Szene einige Berühmtheit, nicht zuletzt weil die Klangkonstruktionen überhaupt nicht in das belanglos klingende Schema eines NDW-Songs passten. (Silvia – Zuerst Ich bildete die Brücke zum NDW, während Silvia – Sauf und Stirb seiner Zeit voraus war und Stumpffs spätere Ausrichtung deutlich macht). Auf seinem späteren Album „Terror II“ erschien auch das düstere Stück „Niemals Mehr“, dass nach rund 25 Jahren auch ein offizielles Video spendiert bekommt. Zusammen mit Peggy Johanson setzt er den eher melancholischen Song um. Großartig. Zeitlos.

www.youtube.com/watch?v=T1ECZlfmJxU Den ganzen Artikel lesen… »


26 September

Musikperlentaucher – Tauchgang #25

von Kategorie: Back to the RootsDiskussion: 3 Kommentare

Norma Loy – Romance

Habt ihr schon mal versucht eine Webseite aus dem französischen mit dem Google Translator zu übersetzen? Solltet ihr auch nicht, die Ergebnisse sind nahezu unlesbar. Dennoch komme ich nicht daran vorbei, euch diese Perle des französischen Coldwave der 80er zu präsentieren. Die Gruppe Norma Loy, die sich 1981 in Frankreich (wo auch sonst) formierte, entstand aus der Saat des Punks im Umfeld mysteriöser Stundentenkreise (mehr gibt die Übersetzung nicht her) und bestand im ersten Line-Up aus einem gewissen Usher, der sich für die durchaus kritischen Texte verantwortlich zeichnet und Chelsea, der mit seiner kühlen Stimme der musikalischen Einsortierung Rechnung trägt. Ergänzt wurden sie durch Christine am Schlagzeug und Anne F. am Bass. Statt als Eintagsfliege zur verenden, veröffentlichten die Franzosen rund 5 Alben zwischen den Jahren 1984 und 2009. Nicht unbedingt fleißig, aber beständig. Zu dem Stück „Power of Spirit“ existiert sogar ein Video der Band, obwohl ich mich hier lieber auf das Stück „Romance“ stürzen möchte, bevor ich lieber weiter mit Informationen um mich werfe, die ich aufgrund mangelnder Kenntnisse und Sprachfähigkeiten sowie von einem Wissenden um die Ohren gehauen bekomme. Den ganzen Artikel lesen… »


30 Juni

Musikperlentaucher – Tauchgang #24

von Kategorie: Dunkle LichtblickeDiskussion: 9 Kommentare

Lebanon Hanover – Totally Tot

Wave lebt! Es ist faszinierend. Kaum beginnen die ersten Takte von „Totally Tot“ schleicht der eiskalter Wave den Rücken hinunter und hinterlässt feine Haare, die sich nach Luft ringend in die Höhe strecken. Großartig!  Cover und Titel des jüngst erschienen Albums „The World is getting colder“ hätte auch nicht passender gestaltet werden können. Lebanon Hanover? Die Band, die sich im Juli 2010 zwischen London und Berlin gründete, hat sich dem Wave verschrieben. Jedenfalls würde ich sie so einordnen, auch wenn Minimal Elektronik oder Synth-Pop ebenfalls treffende Kategorisierungen sein könnten. Doch so richtig einordnen lassen wollen sich Laurissa Iceglass und William Maybelline eigentlich nicht, spannen sie in ihrer Biografie einen weiten Bogen durch vielen Musikrichtungen. Ist aber auch egal, der Inhalt zählt. Unterkühlt und sarkastisch der Gesang, melodisch und bestechend die Melodie. „Totally Tot“ besticht durch die Mischung aus subtilem Humor und treibenden Sound, bei dem wohl kein paar Pikes nicht die Tanzfläche streichelt.  Den ganzen Artikel lesen… »


31 März

Musikperlentaucher – Tauchgang #23 (Remix-Special)

von Kategorie: Back to the RootsDiskussion: 22 Kommentare

Depeche Mode – Never let me down again (Synaptic Dub Remix)

Eigentlich logisch, das ein Remix von Depeche Mode hier auftauchen musste. Im August 1987 veröffentlichten Depeche Mode mit „Never let me down again“ ihre zweite Single-Auskopplung aus dem Album Music for the Masses.  Mit diesem Song verbinde ich eine Menge Erinnerungen. Stundenlang hockte ich vor dem heimische Radiorekorder und versuchte endlich ein vollständige Version des Stückes auf Kassette zu bannen, ohne das irgendein dämlicher Sprecher das Stück unterbrach, vorzeitig beendete oder langatmig einleitete, während im Hintergrund schon die ersten Sekunden des Stückes zu hören waren. An einem sonnigen Samstag Mittag war es dann soweit, ich hatte das Stück endlich für meine Ohren verewigt, die Kassette in meinen Walkman gelegt und war auf dem Weg in die Stadt. Ich hatte gar keinen Grund in die Stadt zu gehen, doch ich wollte die Umgebung zur Musik von Depeche Mode auf mich wirken lassen. Eine Marotte, die ich mir bis heute bewahrt habe. Der Remix von DominatrixRMX überführt dieses Gefühl in die Gegenwart. Es verleiht dem Klassiker ein neues und modernes Gewand und hüllt es in ein neuzeitlich düsteres Synthie-Gewand.

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3 August

Musikperlentaucher – Tauchgang #22

von Kategorie: Back to the RootsDiskussion: 4 Kommentare

Absurd Minds – Deception

Es gibt kein undankbarere Bezeichnung als „Futurepop“, denn ist die Musikrichtung in vielen Kritiker-Ohren ein Synonym für weichgespültes, oberflächliches und mainstreamiges. Dabei formieren sich schon seit Jahren unter dem Genre einige viel versprechende Bands, die sich zwischen den Welten bewegen. Die Absurd Minds, die auch 2011 auf dem WGT zu Gast gewesen sind, bewegen sich seit 1995 in schwarzen Kreisen und wurden von Stefan Großmann und Tilo Ladwig ins Leben gerufen um später durch Timo Fischer verstärkt. Mit ihrem Auftritt im Dresdner Szeneclub „Bunker“ im Jahre 1999 erlangten sie schnell Anerkennung und fanden beim Label „Scanner“ ein neues Zuhause für ihre elektronischen Schöpfungen. Ihr Debütalbum „Deception“ wurde schnell zum Erfolg auf schwarzen Tanzflächen und schwamm auf der Welle der immer populäreren Futurepop-Formationen mit. Das Stück „Deception“ vom eben genannten Album aus dem Jahr 2000 darf daher ohne mit der schwarzen Wimper zu zucken als Musikperle bezeichnet werden.

www.youtube.com/watch?v=yrhZchivt68
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