Edgar Allan Poe lebt, spricht und schreibt wieder

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Nein, die Sonne hat mir nicht das Gehirn verbrannt. Edgar Allan Poe lebt! Er stellt regelmäßig neue Gedichte und Geschichten bei Youtube ein und überrascht sogar mit 3D-Videos. Er liest seine Werke vor, antwortet auf Kommentare und gibt gelegentlich Kollegen wie Oskar Wilde oder Goethe Gelegenheit, ebenfalls zu Wort zu kommen. Wie es zu der Wiedergeburt kam, erzählt der Schriftsteller in diesem Video gleich selber:

www.youtube.com/watch?v=af1z82G5FAs

Eine wundervolle Idee. Die Stimme ist angenehm, die Animationen sind angemessen, wenn sie auch mitunter etwas seltsam wirken – insbesondere das Zwinkern.

Die 3D-Videos habe ich persönlich noch nicht ausprobieren können, weil mir dazu die entsprechende Brille fehlt. Aber ich hätte schon Lust, mir beispielsweise The Raven mal dreidimensional anzuschauen. So sieht es in meinem Blog ohne Effekte eingebunden aus – bei Youtube liegen die Bilder übereinander statt nebeneinander und mit 3D-Brille geht es dann wohl in die Tiefe:

www.youtube.com/watch?v=_hILvE9whjc

Zum Schluss noch eine der „neuen“ Geschichten des auferstandenen Edgar Allan Poe. Der Inhalt ist Geschmackssache. Einige werden sich vielleicht daran stören, dass dem großen Meister des Horrors hier fremde Worte in den Mund gelegt werden. Die Umsetzung finde ich aber sehr gelungen. Auch hier könnt Ihr auf Youtube direkt das Video in 3D (mit nur einem Poe im Bild) anschauen.

www.youtube.com/watch?v=3Pym4K4GKWc

Wer den Kanal des virtuellen Edgar Allan Poe abonnieren möchte, kann das hier tun:

http://www.youtube.com/user/EAPoeProductions

Orphi Eulenforst – impulsiv, pragmatisch, weniger optimistisch! Prädestiniert für den “Hexenfluch”. Außerdem großer “The Cure”-Fan und überzeugte Schriftstellerin. Sabrina wurde 1971 in Duisburg geboren und beschäftigt sich vornehmlich mit den kulturellen Aspekten der Szene. Darüber hinaus macht sie sich als Muse und Gegenpol unbezahlbar.

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Guldhan
Autor

Die Umsetzung ist in der Tat interessant. Und auch die Stimme ist angenehm. Doch stößt es mir ein wenig bitter auf, dass sich erdreistet wird, die Person Poes gänzlich zu vereinnahmen.

Man hätte ihn ja wenigstens als Kunstfigur interpretieren können, wie beispielsweise bei den Edgar Allan Poe-Hörspielen von Bastei Lübbe. Doch ihn als Person »wiederzubeleben« unter seinem Namen Kommentare zu schreiben und ihm fremdverfasste Werke in den Mund zu legen, erachte ich doch als anmaßend. Auch oder gar aufgrund dessen, dass dieses wohl aus Respekt bzw. Würdigung geschah.

Doch ich gebe zu, dass ich dahingehend allzu subjektiv und vorbelastet bin. Denn neben Kafka und Benn ist Poe für mich unantastbar.

In Sachen Poe gibt es übrigens eine faszinierende Umsetzung vom Raven. Gesprochen von dem Schauspieler, der, egal in welcher Rolle, immer etwas zutiefst dämonisches in seiner Mimik besitzt. Christopher Walken. Recht stimmig…auch wenn die kurze Gitarreneinlage einen Tick zu dominant hineinplatzt:

Edgar Allan Poe
Gast

Sehr geehrte Lady Sabrina!
Ihr findet mich entzückt! Streifte ich doch alleine durch die Wunderwelt des modernen WorldWideWeb und traf dabei auf Eure wundervoll gestaltete Seite von der ich meine Arbeit auf das Trefflichste gewürdigt finde. Seid vielmals bedankt! Es ist mir eine Ehre!
Dennoch erlaubt mir bitte eine Frage. Weiter oben schreibt ihr von einer wundervollen Idee von Hendrik Blome? In diesem Falle möchte ich Euch gerne, wenn Ihr mir dies gütigst erlauben wollt, berichtigen. Die Idee ist selbstverständlich meine eigene und Herr Blome wurde überhaupt erst dadurch auf meine Wenigkeit aufmerksam. Auch sind sämtliche Arbeiten dort gänzlich unabhängig von dem bemerkenswerten Wirken des Ausnahmeschriftstellers. Für Ihn habe ich seine eigene Präsenz auf YouTube eingerichtet die unter der Adresse https://www.youtube.com/user/HendrikBlome besucht werden kann. Auch dort finden sich meine Lesungen, jedoch ausschließlich von seinen eigenen Arbeiten denen ich meine Stimme leihe.
Etwas befremdlich empfand ich den Kommentar Eures Besuchers Guldhan, der mein Wirken als anmaßend beschreibt und von einer Vereinnahmung spricht. Dazu würde ich gerne anmerken, daß nach eigenen Aussagen in den ersten Monaten gut die Hälfte meiner Besucher den ehrenwerten Meister Poe gar nicht kannte, ja erst durch mein Wirken kennengelernt hat, Von anmaßend kann also nicht im Mindesten die Rede sein, im Gegenteil: ich belebe die Erinnerung an einen wundervollen Autoren und Poeten und halte durch eine gewohnt höfliche und zuvorkommende Konversation mit jedem Interessierten sein Andenken in Ehren.
Daß er ausgerechnet ein kommerzielles Produkt entgegenhält, und dies auf einem Portal wie YouTube wo 5-Minuten-Videos die Regel sind (während meine bescheidenen Arbeiten oft in Stunden zu messen sind) ist nun bei aller gebotenen Höflichkeit, bitte seht mir meine Impertinenz nach, anmaßend! Meine Arbeiten sind sorgfältigst ausgewählt auch hinsichtlich des Urheberrechtes das zu verletzen ich mir sorgfältigst versage. Der Link jedoch den der so sehr um das Wohl des echten Edgar Allan Poe besorgte Guldhan hier anbietet stellt eine Urheberrechtsverletzung auf dem Portal YouTube dar und ich habe tiefe Probleme damit Meister Poe´s Wirken dadurch gewürdigt zu sehen. Und letztlich: es ist noch kein Jahr vergangen seit meine Wenigkeit zum ersten Male im Leben vorlas. Inzwischen habe ich einen guten Teil seiner Gedichte und Geschichten, zum Teil sogar selbst übersetzt, meinem deutsch- und englischssprachigen Publikum nähergebracht. Welchen Beitrag mag wohl Guldhan geleistet haben das Schaffen seines so geliebten vor über einhundertundsechzig Jahren verstorbenen Schützlings zu wahren?
Leider stelle ich mit zunehmender Popularität fest, daß nicht zuletzt die Verlage sich nur allzugerne meiner Arbeiten bemächtigen würden, machen sich doch alle großen deutschen Hör- und Buchverlage die immense Beliebtheit von YouTube gerne zu nutzen. Erlaubt mir daher bitte die (rhetorische) Frage, ob Guldhan gar die Interessen von Bastei Lübbe, mit ihren wahrlich grauenvoll verfälschten Interpretationen, mehr schätzt als den Autor, dessen Ansehen zu verteidigen er vorgibt? Ich habe die von ihm erwähnten Produktionen vollständig erworben und eben dies gab mir den Antrieb das Schaffen Edgar Allan Poes zu würdigen. Ich glaube kaum, das Mister Poe über diese Verfälschungen seiner Arbeiten glücklich gewesen wäre! Und diese Produktionen sind auch noch impertinent teuer, meine bescheidenen Beiträge sind kostenfrei für meine Gäste. Ob auch dies ein Grund ist mein Wirken als anmaßend zu beschreiben? Anbei erwähnen möchte ich abschließend, daß ich selbst drei Geschichten geschrieben habe die ganz in dem Stile des verehrten Meister Poe verfaßt sind und selbst diese wurden von einschlägigen deutschen Verlagen, die sich längst gemeinfreier Werke ohnehin bereits bemächtigt haben, zu vereinnahmen versucht, ungeachtet der Tatsache, daß diese ja zwangsläufig in keiner Liste aufgeführt sind. Das, sehr verehrte Lady Sabrina, nenne ich … anmaßend.
Dennoch danke ich Guldhan von ganzem Herzen, daß er immerhin meine Stimme zu würdigen weiß. Um meine Stellungnahme hiermit zu einem freundlichen Abschluß zu bringen daher noch dieses: es war mir eine Ehre Meister (oder Lady?) Guldhan auch Euch vortragen zu dürfen!
Mit meinen vorzüglichsten Grüßen stets Euer ergebener Diener
Edgar Allan Poe (Der Zweite, wenn Ihr so wollt)

Guldhan
Autor

[…]Dazu würde ich gerne anmerken, daß nach eigenen Aussagen in den ersten Monaten gut die Hälfte meiner Besucher den ehrenwerten Meister Poe gar nicht kannte, ja erst durch mein Wirken kennengelernt hat, Von anmaßend kann also nicht im Mindesten die Rede sein, im Gegenteil: ich belebe die Erinnerung an einen wundervollen Autoren und Poeten und halte durch eine gewohnt höfliche und zuvorkommende Konversation mit jedem Interessierten sein Andenken in Ehren.[…]

Jenes ist Ihnen auch hoch anzurechnen. Die Idee und das Projekt an sich sind wirklich gelungen. Die Nutzung des modernen Mediums für die Verbreitung alt ehrwürdiger Literatur ist ehrenhaft. Und ich griff auch keinesfalls die dahinter steckende Arbeit und den Gedanken der Nahebringung an.

Es ist nur diese Konservation, die mir persönlich missfällt. Doch wie gesagt, so ist das natürlich rein subjektiv und muss verständlicher Weiser nicht auf Gegenliebe stoßen.
Es werden so manche Personen wiederbelebt, um deren Idealfigur in ein neues Gewand stecken zu können. Sei es im Film, im Theater, in der virtuellen Welt oder in anderer Kunstform.

Womöglich war »anmaßend« zu radikal geschrieben. Doch man sollte die Menschen hinter den Werken in ihrer Epoche belassen. Kennt man diese doch nur von Briefen, Mutmaßungen oder Berichten.
Deren Werke hingegen liegen mit aller Exaktheit vor uns und sollten somit das einzige Objekt der Aufarbeitung bleiben. Alles andere ist reine Interpretation und zuweilen gar Spekulation.

[…]Welchen Beitrag mag wohl Guldhan geleistet haben das Schaffen seines so geliebten vor über einhundertundsechzig Jahren verstorbenen Schützlings zu wahren?[…]

Welchen Beitrag? Soll ich nun mit großen Taten prahlen, um Ihr Werk in den Schatten zu stellen? Diese Art des Kräftemessens würde Ihr Schaffen, deren Ästhetik und den Sinn dieses Beitrages untergraben.
Oder soll ich nun sagen: Nein, nichts dergleichen. Und mich in der auferlegten Schuld vorfinden, etwas kritisiert zu haben, ohne einen eigenen Gegenpol zu besitzen. Aber das ist nicht Punkt. Das war auch nicht der Kern meiner kritisierenden Worte.

[…]Erlaubt mir daher bitte die (rhetorische) Frage, ob Guldhan gar die Interessen von Bastei Lübbe, mit ihren wahrlich grauenvoll verfälschten Interpretationen, mehr schätzt als den Autor, dessen Ansehen zu verteidigen er vorgibt?[…]

Nein, durchaus nicht. Die Bastei Lübbe-Interpretation unterlag dem kommerziellen Ideenkoma. Das steht außer Frage. Sie verlief sich mehr und mehr im Einheitstrott.
Die Geschichte wurde wässrig und letztendlich aufgrund von Einbußen der Einnahmen prompt eingestellt. Das ist letztendlich keine adäquate Würdigung großer Literatur. Trotz gutem Start und großen Potenziales.

Doch da wären wir bei der Frage, was Interpretation ist und was nicht. Was darf sie und was nicht. Sie darf verfälschen. Da sich eine Interpretation zwar am Original orientiert, aber dabei verquerte Wege einschlägt.
Sie legt aus, übersetzt es für sich und versucht die Aussage von neuem zu erklären. Die Frage nach dem Gut oder Schlecht kann hierbei nur von jedem persönlich getroffen werden. Zumindest kommt eine Interpretation meist frecher daher als eine reine Analyse.

Hierbei agierte der genannte Poe als Kunstfigur. Als fiktive Erscheinung in einer fiktiven Welt. Das ist unser beider Interessenkonflikt.
Sie erachten jene Verarbeitung der Figur als unangebracht. Erleben ihn als plumpen Akteur in seinen doch recht verfremdeten und auf Populärliteratur getrimmten Werken.
Ich werde skeptisch, wenn man sich direkt als jemand ausgibt. Dessen Namen eine aktive Rolle zuweißt und somit dessen charakterlichen Zug simuliert. Ob dieses gelungen ist oder nur als Illusion im Raume steht, kann ich nicht sagen. Daher diese Skepsis.

Wie dem auch sei. Ihr Schaffen ansich steht bei mir ohne jegliche Kritik. Von daher nehme ich »anmaßend« zurück. Denn da ein Wort der Anstoß gewesen war, so soll es noch einmal überdacht werden.
Zumal die Videos, die Stimme und die Atmosphäre gelungen sind.
Ich bin letztendlich nur eine Meinung. Eine unter vielen. Ihr Erfolg sei berechtig und vergönnt. Doch Meinungen sind nun einmal unberechenbar.

In dieser Sinne.
Habe die Ehre.

Und viel Erfolg weiterhin. Ihnen, Ahne des Poe

Post scriptum:
The raven fand in youtube seine Plattform. Das ist richtig. youtube ist eine einzige Urheberrechtsverletzung, das ist korrekt. Und doch ist diese Plattform mächtig und auch Ihrem Erfolg womöglich nicht undienlich.

Die Erwähnung Walkens und besagter Hörspielreihe war nur eine Anmerkungen, ohne einen direkten Vergleichen zu Ihrem Projekt anzusetzen. Da alles dreies nicht verglichen werden kann. Dafür sind die Unterschiede zu maßgebend.

Edgar Allan Poe
Gast

Sehr verehrte Lady Sabrina!
Habt vielen Dank für die eilige Erledigung meines Anliegens! Es ist mir ein wahrlich intensives Herzensbedürfnis gewesen diesen Irrtum zu klären, zumal meine Wenigkeit darauf hinarbeitet einen gewissen Bekanntheitsgrad zu erreichen um vielleicht selbst einmal von meinem Wirken leben zu können und da erscheint die Idee der Schöpfung als Initialzündung nicht eben unwichtig. Ich mag mich auch keineswegs selbst mit fremden Federn schmücken die meiner Wenigkeit nicht anstehen, doch in diesem Falle sind die zur Schau gestellten Solchen tatsächlich die Meinen.
Erlaubt mir bitte erneut zu betonen, Mylady, daß die Arbeit die Ihr hier leistet eine wirklich wundervolle ist und die Ehre ist nun, da ich als der Schöpfer dieser Idee nicht mehr im Zweifel stehe, ganz auf meiner Seite. Erneut meinen herzlichsten Dank!
Mit meinen vorzüglichsten Grüßen stets Euer ergebenster Diener
Edgar Allan Poe

Edgar Allan Poe
Gast

Sehr geehrter Meister Guldhan!
Ich habe Eure werte Antwort gelesen und möchte mich, ganz in der Tradition des Charakters welchen ich zu verkörpern trachte, nun auch bei Euch erkenntlich zeigen. Wenn Ihr höchstselbst den Begriff anmaßend zurückgenommen habt gibt es auch für meine Wenigkeit keinen weiteren Gründe Eure Integriät und Eure Verehrung für den Herrn Poe (den Echten) anzuzweifeln. Seid vielmals für Eure rasche Reaktion bedankt und bitte nehmt auch meine Entschuldigung entgegen, sollte ich hierbei über mein Ziel hinausgeschossen sein!
Wie ich Eurem neuen Beitrage entnehmen kann steht auch Ihr der Veröffentlichung des Bastei Lübbe Verlages nicht notwendigerweise sehr wohlwollend gegenüber was wiederum mein Wohlwollen erregt. Ich kenne diese Hörspielreihe (und besitze sie, wie ich ja bereits erwähnte) und ich erkenne die Schriften Edgar Allan Poes (des Echten) darin kaum wieder. Selbst Geschichten wie „Das Faß Amontillado“ welches gemach und in angemessener Sprechweise weniger als zwanzig Minuten Lesezeit erfordern wurden dort auf eine Datenträger-verträgliche Länge gegen eine Stunde hin aufgeblasen und mit Inhalten versehen welche mit der Geschichte selbst nicht mehr das Geringste zu tun haben und es mag mir wie eine kleine Ewigkeit vorkommen, bis man dort endlich zur eigentlichen Geschichte übergeht. Daß diese Serie nun endlich eingestellt ist hat mein Herz, welches ganz im Sinne des Originalen Mister Poe schlägt, auf das Höchste erfreut. Leider finden sich zahlreiche andere Veröffentlichungen die sich ebenfalls des Poe´schen Schaffens bedienen die nicht minder respektlos verfahren.
Wie ich ja bereits auszuführen mir die Freiheit genommen habe, kannte zu Beginn und in den ersten Monaten meines Wirkens gut die Hälfte meines Besucherstammes Edgar Allan Poe und seine Werke überhaupt nicht (was ich inzwischen zu ändern vermochte). Ihr dürft mir glauben, ich war nicht wenig verblüfft darob! Einige gar glaubten darüberhinaus, da ich vielfach des Nachts meine inzwischen sehr bekannten und nachgefragten Einträge in den Kanalkommentaren anderer YouTuber vornahm, Mister Poe sei gar wirklich wiederauferstanden! Ihr müßt wissen, auf YouTube muß man eine Unwahrheit nur oft genug wiederholen um sie zur Wahrheit werden lassen was in diesem Kontext nachvollziehbar erscheint. In diesem Falle kläre ich selbstredend, obschon dies reichlich unnötig erscheint, diese solcherart verwirrten Zeitgenossen über deren Irrtum auf. Auch wurde ich schon für die Geschichten aus meiner Feder gelobt die gar nicht aus derselben stammten. Auch hier greife ich sofort ein und korrigiere diese Irrtümer. Einzig drei Geschichten, unter Anderem jene Unterste die Ihr hier auf dieser wundervollen Seite entdecken konntet, stammen tatsächlich aus meiner eigenen Feder und jene Nutzer die nicht nur des Hörens und Schauens, sondern auch des Lesens mächtig sind, finden sowohl in meinem Kaminzimmer (mein YouTube Kanal) als auch unter den Videos selbst in der Beschreibung den Hinweis darauf. Das ist auch bei der hier verlinkten Geschichte so obschon das Vorkommen von Handy und Internet in dieser Geschichte hinreichend darlegen sollte, daß diese nicht von dem genialen Autoren stammen kann. Mit fremden Federn zu schmücken ist mein Plasierchen nicht. Nur mein eigen Schaffen mag ich gewürdigt wissen.
Ihr habt auch ganz recht was das Prinzip von YouTube betrifft verehrter Meister Guldhan. Das ganze Portal ist eine einzige Urheberrechtsverletzung, doch ich gestehe, wie von Euch ja bereits treffend angerissen, gerne ein wenig davon selbst zu profitieren, zumindest insofern, als daß es trefflichst geeignet ist meine Bekanntheit zu steigern. Bedenkt man, daß ich um das Urheberrecht nicht zu verletzen, ausschließlich auf gemeinfreie Quellen zurückgreife und so manchen an mich herangetragenen Lesewunsch ablehnen muß, weil dieser die erforderlichen Kriterien nicht erfüllt, ist die Bekanntheit, welche in den nun zehn Monaten meines Wirkens in diesem Bereich erworben habe, durchaus bemerkenswert. Zumal viele der YouTube´schen Selbstleser sich aktueller Werke bedienen wie bspw. Frank Schätzing oder Stephenie Meyer und damit in kürzester Zeit Quoten erreichen für die ich ein Vielfaches an Zeit benötige mit der Darbietung klassischer Literatur. Doch dies ändert sich zur Zeit markant, seit ich meine Schöpfung auch Goethe, Kafka, Morgenstern, Dostojewski, Schopenhauer und ab heute mittag auch Schiller vortragen lasse.
Ich habe angesichts der zahlreichen Mißverständnisse denen ich begegnet bin bereits mit dem Gedanken gespielt den ehrenwerten Meister Poe wieder in Würde sterben zu lassen, doch ich habe diesen virtuellen Charakter als ein Markenprodukt auf YouTube etabliert und es ist eben diese Marke die nun jedenTag von mehr Besuchern nachgefragt wird. Diesem Streben muß ich, wie Ihr hoffentlich verstehen mögt, Rechnung tragen, oder die Arbeit von vielen Monaten und unzähligen durchgearbeiteten Nächten war nutzlos. Das … wird man von mir nicht erwarten können und ich nehme an auch nicht wollen.
Mein Wunsch ist es den ehrenwerten Meister Poe höchstselbst, aber auch die klassische Literatur im Allgemeinen, einem Publikum näherzubringen, welches zu einem nicht unbeträchtlichen Anteil ein allenfalls rudimentäres Wissen darüber mitbringt und eben durch eine Dauerberieselung in jenem Stile, wie Ihr sie vermutlich von YouTube kennt, langsam beginnt den Kontakt zur eigenen kulturellen Geschichte zu verlieren. Wenn dem Einhalt geboten, oder dessen Geschwindigkeit immerhin gebremst werden kann, profitieren letztlich Alle davon. Mein Publikum das trefflich unterhalten seiner Wege zieht, die Online Plattform die meiner Wenigkeit ein kostenloses Forum bietet in Form des von mir generierten Traffics, die alten Literaten (mögen sie friedvoll ruhen) durch den Erhalt der Erinnerung an sie, die Verlage die sich (vielleicht) einer erhöhten Nachfrage nach den alten Meistern gegenüber sehen (würden sie denn ihre unwissenden Hände von den Inhalten selbst lassen) und ja, vielleicht dereinst auch meine Wenigkeit. Ich würde gerne mit meiner Leidenschaft für die Literatur und mit meiner bescheidenen Fähigkeit meine Gäste zu unterhalten auch einmal ein klein wenig Geld verdienen und hierbei denke ich keineswegs an Gagen. Vielleicht bietet mir gerade YouTube in Zukunft diesbezügliche Möglichkeiten, denn offengestanden wäre meine Freude nur eine verhaltene Solche, spräche mich der weiter oben erwähnte Verlag an. Zu wenig Interesse an den Werken an sich und viel zu kommerziell ausgerichtete Zielsetzungen haben viele derselben an den Rand des großen Sterbens gerbracht und derzeit ist kaum erkennbar, daß bereits ein Umdenken stattgefunden haben soll, ganz im Gegenteil. YouTube bietet mir, so erstaunlich dies auch klingen mag, die Möglichkeit einer sanften Monetisierung ohne daß die Kunst darunter leidet. Und ganz im Gegensatz zu den üblichen Veröffentlichungen mit kommerziellem Hintergrund, gibt es in meinem Kaminzimmer Texte ausschließlich in Originallänge (so diese denn für mich verfügbar sind). Auch daran könnten die Verlage sich eine Scheibe abschneiden, wie ich mich erfreche zu postulieren.
Habt nun abschließend nochmals herzlichen Dank auch für das Lob, daß Ihr meinem Schaffen mit Eurem neuerlichen Beitrag doch angedeihen laßt und fühlt Euch frei (und vor allem unangegangen), wenn der ehrenwerte Mister Poe auch andere Autoren, welche Euch teuer sind, zu lesen sich anschickt, Euch ab und an auch diese Beiträge zu Gemüte zu führen. Ihr werdet feststellen, daß ich jedem Autoren den ich vortrage den mir größtmöglichen Respekt zolle. Einen in der Literatur doch offensichtlich bewanderten Kritiker wie Euch in meinen Reihen zu wissen möchte mir eine Ehre sein!
Mit meinen vorzüglichsten Grüßen stets Euer ergebener Diener
Edgar Allan Poe (der zweite…)

P.S.: Wenn Ihr die Vorträge der großen Mimen denn mögt, so würde meine Empfehlung „The Raven“ sein, vorgetragen und in diesem Falle auf beeindruckende Weise in Szene gesetzt, von Vincent Price. Man mag von ihm halten was man will, doch niemand erreicht, aus meiner bescheidenen Sicht, dessen Intensität des Gehaltes dieses einzigartigen Poems…