Engel mit nur einem Flügel – Die zweite Staffel der Netsoap

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Das Warten hat ein Ende! Am 01. Januar 2016 ist endlich soweit, die 2. Staffel der Gothic-Trash-Netsoap über eine virtuelle Bremer Grufti-WG “Engel mit nur einem Flügel” wird das Licht der Öffentlichkeit erblicken. 2009 wurde die Idee gezeugt, um 3 Jahre später im Internet geboren zu werden. Die Serie wurde schnell zum Underground-Erfolg und scharte einen beachtlichen Fan-Kreis um sich. Nach der furiosen ersten Staffel war aber leider erstmal Schluss. Addi Keil und sein Team von Hirnfrost-Medien legten eine kreative Pause ein. Drei Jahre lang (eine höllisch lange Zeit) hat man wieder Vorurteile und Geschichten der schwarzen Szene gesammelt, um die Gruftis ihre eigene Fehlbarkeit vor Augen zu führen. Ein bisschen religiöser soll es werden, verrät mir Addi Keil in einer E-Mail, mal klingeln Missionare an der Wohnungstür oder auch der leibhaftige Teufel erscheint auf der Bildfläche.

Die üblichen Verdächtigen sitzen wieder auf ihrem Sofa: Choleriker Sebi, die friedliche Mara, die fast lebensfähige Ulli, Lästermaul Tillo, Archetyp Michael und Nina, die Ritzerin. Es geht um Klischees, den tagtäglichen Kampf mit sich selbst den immer gleichen Konflikten, die die Protagonisten austragen. Ganz so oberflächlich, wie der Inhalt auf den ersten Blick erscheint, ist er dann doch wieder nicht. Es geht um auch um die Angst vor Veränderungen innerhalb der liebgewordenen Szene und einer immer konservativeren Basis von Alt-Gruftis, die sich zwar in 80er Jahre Manier immer noch brav und rebellisch schminken, das Neue aber kategorisch ablehnen. Auch aktuelle Themen der “Außenwelt” werden aufgegriffen und verarbeitet, so wie das Thema der Religion beispielsweise.

Trotz aller humoristischen Leichtigkeit legt man Wert auf Hintergrund, “Um Religionen auf den Arm nehmen zu können“, verrät Mit-Autorin Kim Elaschi der TAZ, “müsse man sich ja damit beschäftigt haben.

Engel mit nur einem Flügel
Hier ein superexklusiver Blick hinter die Kulissen, bei dem man ungeschminkte Blicke auf die Schauspieler erhaschen kann!

Die neuen Folgen werden jeweils für einen Monat zu sehen sein, dann werden von der nächsten Folge abgelöst. Brandneu ist auch, dass es Untertitel in Deutsch und Englisch geben wird, um ein breiteres Publikum anzusprechen und das Genuschel der Protagonisten verständlich zu machen. Die erste Staffel gibt es in Spielfilmlänge auf einer DVD (inklusive Making-Of) zu sehen. EMNEF (Engel mit nur einem Flügel) ist, wie die ersten Trailer unschwer erkennen lassen, eine Low-Budget Produktion, die ohne die Erwartungshaltung damit reich und berühmt zu werden produziert wird. Na gut. Ein bisschen berühmt ist ja nicht schlecht und wer im EMNEF-Merchandise Shop den gesamten Bestand an Shirts, Plakaten und Buttons kauft, leistet zu mindestens einen kleinen Beitrag für den Selbsterhaltungstrieb und unterstützt den leidenschaftlichen Trieb der Selbermacher.

Gemeinsam mit hoffentlich vielen anderen freuen wir uns Neujahr auf Folge 13 – Alpha und Omega, die in der Beschreibung so angepriesen wird:

Noch mal Glück gehabt – die Welt ist doch nicht untergegangen. Aber haben sich dadurch alle Probleme gelöst? Natürlich nicht. Das gilt selbstverständlich auch für die “Engel mit nur einem Flügel”. Und sofort stellen sich die altbekannten Menschheitsprobleme wieder ein: Geldknappheit und die ewige Wahl zwischen Gut und Böse, Licht und Finsternis. Ob es den “Engeln” da schwer fällt zu entscheiden? Ihr erfahrt es ab 01.01.2016 in der ersten Folge der 2. Staffel – natürlich unter www.emnef.de. Aber Obacht! Die Folge ist nur bis zum 31.01.2016 zu sehen – denn danach kommt bereits die nächste Folge.

Es bleibt dabei. Die beste Netsoap kommt aus dem Innern der Szene. Humor ist, wenn man über sich selbst lachen kann und das fällt den bekennenden Misanthropen, Selbstverstümmlern und Todessehnsüchtigen natürlich besonders schwer. Letztlich bleibt es aber doch bei der Kernaussage: Engel mit nur einem Flügel können nur gemeinsam fliegen.

Wizard of Goth – sanft, diplomatisch, optimistisch! Der perfekte Moderator. Außerdem großer “Depeche Mode”-Fan und überzeugter Pikes-Träger. Beschäftigt sich eigentlich mit allen Facetten der schwarzen Szene, mögen sie auch noch so absurd erscheinen. Er interessiert sich für allen Formen von Jugend- und Subkultur. Heiße Eisen sind seine Leidenschaft und als Ideen-Finder hat er immer neue Sachen im Kopf.

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Melle Noire
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Melle Noire

Hey, vielleicht gucke ich mir das WIRKLICH mal an. Zuerst dachte ich von Deiner Umschreibung her: Schauspieler? Gothic-WG? Scripted Reality??? WTF??? (ich finde da schon die Normalo-Proll-und Unterschichtenversionen im Fernsehen unerträglich und hatte entsprechende Sendungen vor Augen).

Das hier könnte aber durchaus recht witzig sein, SCHAUEN WIR MAL… wink Spontan erinnert es mich an eine kleine Comicreihe von mir namens “Der kleine Gothic”, leider existiert diese nicht mehr, ging im Datennirvana verloren. Da ging es um alltägliche Erlebnisse und Wahrnehmungen von Schwarzen (was wir für ganz mormal empfinden und was “Normalos” verwundert zurücklässt ). Sicher kam auch das nicht ohne Klischees aus. Und es gab Wortspiele wie “Der erste schwarze Nationalspieler” – zu sehen war, klar, der kleine Gothic mit Fußballtrikot mit der Aufschrift “1. FC Gruft”. In einer anderen Szene steht der Tod vor der Tür, der kleine Gothic ruft ins Haus: “MAMA, da steht ein Vertreter vor der Tür, willst Du eine Sense kaufen???” Schwarze wie uns schockt halt nix mehr… wink

In einem der ersten Comics ging es darum, dass sich der kleine Gothic, er heißt übrigens Gordon, online im Chat verliebt (ICQ-Zeitalter!!! :D), er erst total hingerissen von seinem Flirt ist, sich dann aber fragt, ob denn das Gerücht stimme, dass im Internet nur hässliche Bratzen unterwegs seien, die im realen Leben keinen abkriegen. Und davon bekommt er dann Alpträume. Und so Zeug. Ist ewig her… wink

Dunkle Grüße! smile
Melle