8 September

Altenpflege im Nachtdienst: Vergänglichkeit und Tod als Alltag

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Ronny - Altenpfleger in LeipzigFür Ronny gibt es zwei Dinge, die zu seinem Alltag gehören: Der Tod und die Gothic-Szene. Als Pflegefachkraft in einer Altersresidenz in Leipzig ist er nicht nur für die Pflege und das Wohlergehen der Menschen zuständig, sondern begleitet die Bewohner oftmals auch auf ihren letzten Schritten bis in den Tod. Für ihn ist das schon eine Art Berufung, den Bewohnern bei allen ihren Wünschen, Ängsten und Nöten hilfreich zur Seite zu stehen. Alte Menschen werden in unserer Gesellschaft ausgeblendet und sterben oftmals einsam und allein. „Viele werden in Heime „abgeschoben“ und müssen dann dort den Rest ihres Lebens verbringen.“ Steht sein Beruf, der sich stärker als viele andere mit den Tabu-Themen unserer Gesellschaft auseinandersetzen muss, nicht im Grunde am langen Ende der Entscheidung „gegen den Mainstream“ zu sein? Als Ronny mir nach dem WGT in Leipzig einen Artikel zusandte, in dem er den Bewohnern in der hauseigenen Zeitschrift liebevoll erklärt, was ein Grufti ist und warum die sich jedes Jahr in Leipzig treffen, wurde ich neugierig auf die Geschichte hinter seiner Berufswahl. Den ganzen Artikel lesen… »


1 Juni

Rückblick: Die Besucher – Wave-Gotik-Treffen der Generationen

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Jelena - Pfingstgefluester 2015 (1) - (c) Marcus RietzschHeute ist Donnerstag, die Spannung und Vorfreude wächst ins unermessliche. Hier und da stöbert man noch in dem WGT-Programm, teilt auf Facebook seine Reisevorbereitung oder seinem Unmut darüber, nicht dabei sein zu können. Für die Daheimgebliebenen, die Unterwegsleser, die Nicht-Genug-Krieger und alle anderen hier ein Rückblick auf die Besucher des Wave-Gotik-Treffens 2015. Ein Artikel, den ich im Pfingstgeflüster seinerzeit veröffentlichen durfte und für den Marcus Rietzsch, der Herausgeber des Magazin, die großartigen Bilder zur Verfügung stellte, mit denen dieser Beitrag versehen ist.

Jugendkultur? Das ich nicht lache. Die Zeit verfliegt, während ich an der Flaniermeile der AGRA sitze und das schillernde Treiben beobachte. Der Laufsteg der Eitelkeiten, wie ich den Weg zwischen Eingang und Hauptbühne liebevoll nenne, ist ein Kaleidoskop der heutigen Gothic-Szene, ob es einem gefällt oder nicht. Ein wenig ärgere ich mich darüber, dass ich meine Zeit damit verschwende, andere zu beobachten, eigentlich wollte ich mir doch irgendeine Ausstellung ansehen, einem Vortrag lauschen oder einer sonstigen, altersgerechten und möglichst kulturellen Aktivität nachgehen. Und nun sitze ich hier und merke, dass diese etwa 500m asphaltierter Straße die größte und interessanteste Ausstellung des WGT ist. Hier kann man sehen, wie die Gothics in den 80ern waren, wie die 90er ihre Spuren hinterließen und wie mit den 2000ern immer merkwürdigere Stile einflossen. Es gibt wohl keinen besseren Platz, um die letzten 35 Jahre Szene an sich vorbeiziehen zu lassen. Rein äußerlich versteht sich. Die Mischung aus Zeltplatz, Hauptbühne und Einkaufstempel bringt sie alle hierher.

Ein älterer Mann schlurft an mir vorbei – er ist vielleicht Anfang 50 – sein schwarzer Wuschelkopf, der dezent aufgetragene Kajal und verschmierter rote Lippenstift sind eindeutig. Den Stoffbeutel, auf dem das deutlich jüngere Abbild seines Idols prangt, hätte er sich sparen können, die Ähnlichkeit ist verblüffend. Verwechslung ausgeschlossen. Sogar das Alter zum heutigen Robert Smith dürfte passen.Gleich dahinter ein blutjunger und hochtoupierter Schönling, der mit akkurat gekalktem Gesicht und auslandenden Kajal-Landkarten an den Augen die Blicke auf sich zieht. Sein Äußeres entspricht dem Idealbild einer Zeit, die er unmöglich miterlebt haben kann. Hier und da werden Kameras hochgehalten, vornehmlich von Menschen mittleren Alters, die wohl in dem jungen Mann ein Abziehbild ihrer Vergangenheit entdecken und einer Zeit nachtrauern, in denen die Leidenschaft der Selbstinszenierung noch nicht von den vermuteten Unzulänglichkeiten des eigenen Spiegelbildes erstickt wurden. Und während sich die Objektive auf knackige Halbnackte, ausladende Reifröcke oder grunzende Orks stürzen, blicke ich mich um und mir fällt auf, wie viele Generationen sich auf dem WGT bewegen. Den ganzen Artikel lesen… »


30 August

Real Gothic FC – Zwei gruftige Fußballteams aus England und Brasilien

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Real Gothic Brasil - MendesEs gibt Dinge, die wollen einfach nicht zusammen passen. Fußball und Gothic zum Beispiel. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich nie Fußball gespielt habe und auch sonst kein Fan dieser Sportart bin. Und das wiederum liegt bestimmt daran, dass ich schon in der Schule nie in eine Mannschaft gewählt wurde und auch hinsichtlich der Verwendung meiner Füße völlig talentfrei war. Ich schweife ab. Offensichtlich habe ich mich geirrt, denn Sport und Subkultur scheinen ganz prima zusammenzupassen. Die beiden Fußball-Mannschaften, die in England und Brasilien beheimatet sind und sich beide Real Gothic FC nennen, haben mich dann doch irgendwie davon überzeugt, dass die Subkultur der Melancholiker und Sportart der Fußakrobaten doch zusammen passen. Irgendwie jedenfalls.
Zusammen mit Malte, der nicht nur nur mit vielen Geschichten und Bildern aus Vergangenen Zeiten aufwarten kann, sondern auch über fundierte Kenntnisse der portugiesischen Sprache verfügt, habe ich mich zusammengesetzt, um beide Mannschaft vorzustellen und dem Leser die Entscheidung zu überlassen, ob Gothic und Fußball letzten Endes dann doch zusammenpassen. Den ganzen Artikel lesen… »


1 März

Eine Odyssee mit Ende: Dritter und letzter Teil der Pikes Doku

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Mone vom RabenhorstGruftidame, eigentlich immer noch wie Anfang 40, hat sie endlich gefunden, die richtigen Pikes! Vor mehr als 20 Jahren zählte sie rund 25 Paar der spitzen Erkennungszeichen ihr Eigen. Mit dem damaligen formlosen Abtauchen aus der Szene verkaufte sie auch ihre Schuhe, was sich heute als “ungünstige” Entscheidung herausstellen sollte. Mit beispielloser Hartnäckigkeit und Akribie setzte sie alles daran, wieder Pikes nach ihren Vorstellung zu bekommen und bemühte sich fast 3 Jahre darum. Mit diesem Artikel endet die Odyssee mit dem Motto: Alles wird gut!

Gerade jetzt, wo so viele „tiefgründige“ Lebensläufe der Spontisleser (im Rahmen des Gothic Friday 2016) auf diesem Blog erscheinen, finde ich den Zeitpunkt für einen oberflächlichen Schuhartikels natürlich mehr als großartig.

Immer wieder erreichen mich – aufgrund der ersten beiden hier bei Spontis veröffentlichten Artikel – Rückfragen per E-Mail von Pikes-Suchenden aus aller Welt. Die meisten dieser Personen übersehen in der Regel die ganzen Kommentare mit dem jeweils aktuellen Status. Ebenfalls erreichen mich Fragen, ob ich noch suchen würde…. oder mir werden z. B. Pikes von The Gothic Shoe Company angeboten. Nun ja. Den ganzen Artikel lesen… »


17 September

Die Odyssee geht weiter: Pikes Kauf 2014

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Eine Nierensteinische Gotikatur von Mone vom Rabenhorst

Gruftidame, immer noch Anfang 40, sucht auch immer noch richtige Pikes. Vor mehr als 20 Jahren zählte sie rund 25 Paar der spitzen Erkennungszeichen ihr Eigen. Mit dem damaligen formlosen Abtauchen aus der Szene verkaufte sie auch ihre Schuhe, was sich heute als “ungünstige” Entscheidung herausstellen sollte. 2012 startete “Mone vom Rabenhorst” ihre Reunion-Tour durch die Nordrhein-Westfälische Clubszene, wertete ihren Kleiderschrank wieder mit schwarzen Klamotten auf und begann einer alten Liebe nachzugehen. Den Pikes. Den richtigen Pikes natürlich, die mit Naht und Spitze. Für Spontis berichtet sie im Februar über den Kauf von Pikes anno 2013/2014, der zu einer langwierigen Odyssee mutierte. Sie kündigte an, sich der Sache weiterhin anzunehmen und sich mit ihrer legendären Hartnäckigkeit auch 2014 um den Kauf und die Fertigung von Pikes zu bemühen. Hier nun die lang erwartete Fortsetzung:

Rückblende

Wer KEINE Zeit und Lust zum Lesen hat sondern nur die aktuelle Lage wissen möchte, möge bitte gleich zum „Fazit“ am Ende dieses zweiten Erfahrungsberichtes scrollen. Wer auf Dramen steht, kann hier gerne weiterlesen. Um „Anschluß“ an den letzten Bericht zu bekommen, hier eine kurze Zusammenfassung: Den ganzen Artikel lesen… »


25 Februar

Eine virtuelle Odyssee: Pikes Kauf anno 2013/2014

von Kategorie: ReportagenDiskussion: 111 Kommentare
Eine Nierensteinische Gotikatur von Mone vom Rabenhorst

Eine Nierensteinische Gotikatur von Mone vom Rabenhorst

Gruftidame, Anfang 40, sucht richtige Pikes. Vor mehr als 20 Jahren zählte sie rund 25 Paar der spitzen Erkennungszeichen ihr Eigen. Mit dem damaligen formlosen Abtauchen aus der Szene verkaufte sie auch ihre Schuhe, was sich heute als „ungünstige“ Entscheidung herausstellen sollte. 2012 startete „Mone vom Rabenhorst“ ihre Reunion-Tour durch die Nordrhein-Westfälische Clubszene, wertete ihren Kleiderschrank wieder mit schwarzen Klamotten auf und begann einer alten Liebe nachzugehen. Den Pikes. Den richtigen Pikes, die mit Naht und Spitze. Für Spontis berichtet sie über ihre Erfahrungen beim Kauf von Pikes anno 2013/2014. Eine virtuelle, langwierige Odyssee. 

Wenn eine nach zig Jahren in der Versenkung verschwundene Gruftidame wieder in der schwarzen Szene auftaucht, hat sie so einige Erfahrungen zu machen. Als erstes gilt es, den „Schock“ zu überwinden, was aus der in Erinnerung gebliebenen schönen „Szene“ geworden ist. Nur optisch gesehen jetzt. Der erste leibhaftige Anblick einer extrem gestylten Cyber „Gothic“ (Gothic?) – Dame auf einer schwarzen Party ca. im Jahre 2006, die alleine auf der Tanzfläche bei Combichrist herumstapfte, warf zwar Fragen auf, diesen wurde aber noch nicht weiter nachgegangen, da die Gruftidame schnell wieder in der Versenkung verschwand.
Erneutes Auftauchen im Jahre 2012. Es ging aufs Blackfield-Festival, wo sie dann Gelegenheit hatte, sich einen Rundumblick über die „optische“ schwarze Szene zu verschaffen. Ehrlich gesagt fehlten ein wenig die Leute von „früher“. Die schönen, in schwarzen Gewändern gehüllten Gruftis mit bleichem Gesicht und den wunderwunderwunderschönen Schuhen: Pikes! Und somit sind wir beim Thema dieses kleinen Berichtes angekommen. Es geht um Pikes. Genauer gesagt, um die Problematik, im Jahre 2013/2014 schöne Pikes zu bekommen, und somit also automatisch auch um mich. Frauen und Schuhe, Ihr kennt das! ;-) Den ganzen Artikel lesen… »


28 Dezember

Tödliche Themen bei Tee und Kuchen: Die Death Cafes

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Im Death CafeDeath Cafe gibt es vier Regeln. Ein Death Cafe kostet kein Geld, es ist keine Verkaufsveranstaltung, es wird keine Trauerarbeit geleistet und es gibt immer Tee und Kuchen. Vor ein paar Jahren lud Jon Underwood Menschen in sein Haus ein, um sich mit ihnen über den Tod zu unterhalten. Tee und Kuchen waren Pflicht, denn „wenn man über den Tod spricht, hilft es etwas zu essen und zu trinken, um keine Angst zu haben. Die süßen Sachen erleichtern das Gespräch, weil du noch spürst, dass du am Leben bist.“, so Jon, der mittlerweile über 400 Death Cafes auf der ganzen Welt über seine Internetseite betreut.

Die Idee folgt seiner Vision, den Tod aus der dunkle Ecke zu holen und ihn ins pralle Leben zu integrieren. Mit Tee und Kuchen. Der Mensch sucht immer wieder nach neuen Möglichkeiten, mit seiner Angst vor dem Tod umzugehen. Heute ist es notwendiger, das Thema offensiv in der Vordergrund zu drängen, denn Tod findet immer mehr im Verborgenen statt. Irgendwo habe ich gelesen, dass in Deutschland rund 90% aller Menschen im Krankenhaus sterben, Bestatter kümmern sich um die sterblichen Überresten, die meisten Särge sind geschlossen. Im Kreis der Familie zu sterben, war früher selbstverständlich, heute fast schon eine Besonderheit.  Den ganzen Artikel lesen… »


25 August

Zeit ist käuflich: Die Dr. Martens „Broken In“ Kollektion

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DrMartens Broken CollectionSzeneveteranen wissen: Ein Blick auf die Martens verrät etwas über den Erfahrungsschatz des Trägers. Neu, frisch und ungetragen? Nein, so dürfen waschechte Martens einfach nicht aussehen. Leute, die ein solches paar anhaben, werden kritisch beäugt und schnell als Mitläufer oder Modeopfer abgestempelt. Die Laufstege in den Modemetropolen machen es schließlich vor: Ehemalige Arbeiterstiefel sind angesagt, wer trendy und cool sein möchte, trägt welche, setzt sie noch mit engen Röhrenhosen oder Leggings in Szene und stolziert damit über die 5th Avenue um bei Tiffanys noch Schmuck zu kaufen. Sie versprühen den Hauch Underground den sich die breite Masse wünscht, werden assoziiert mit den 80ern oder einzelnen Musikrichtungen oder Jugendszenen. Martens sind Status-Symbole für ein vermeintliches Zusammengehörigkeitsgefühl. Kernsanierte Altbauwohnungen in angesagten, ehemals verrufenen Stadtteilen können ähnlichen Zwecken dienen. Den ganzen Artikel lesen… »