Cementiri de Montjuïc - Kreuze - Allerheiligen

Es muss nicht immer Halloween sein: Allerheiligen

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Allerheiligen. Kennt man ja, schließlich müssen viele Menschen an diesem Tag nicht arbeiten und die Kirchen erfreuen sich ungeahnter Beliebtheit. Doch was hat Allerheiligen mit Halloween zu tun? Den einzigen Zusammenhang aus jüngster Vergangenheit scheint ein bayrischer Alleingang im Jahre 2008 zu sein, der sich auf ein neues Feiertagsgesetz bezog, das Gastronomen vorschreibt, Halloween Partys nur noch bis Mitternacht veranstalten zu dürfen, sofern es sich nicht um eine geschlossene Gesellschaft handelt 1Vergleich dazu den Artikel in der Abendzeitung:  Halloween in München: Party-Verbot in der ganzen Stadt, Reinhard Keck, 28. Oktober 2009. Doch die Überschneidungen mit dem heidnischen Samhain oder dem mexikanischen Dia de Muertos lassen sich nicht leugnen. Gründe genug dem christlichen Feiertag auf den Zahn zu fühlen.

Die Christen gedenken an diesem Tag “aller ihrer Heiligen, auch solcher, die nicht heiliggesprochen wurden, sowie der vielen Heiligen, um deren Heiligkeit niemand weiß als Gott2Aus dem Artikel: Allerheiligen auf Wikipedia vom 24.10.2010: http://de.wikipedia.org/wiki/Allerheiligen Doch das taten sie nicht immer am 1. November. Papst Gregor IV. legte 835 den Tag, der ursprünglich im Mai stattfand, für die westliche Kirche auf den 1. November. Dieser Feiertag gilt bis heute in vielen Europäischen Ländern, außer bei den Niederländern, die haben den Feiertag 1960 abgeschafft um die von der Arbeit befreiten umliegenden Nachbarn zum Einkaufen in Holland zu animieren, behaupten jedenfalls spöttische Zungen.

Granada, 20171101 Romantikerfriedhof Maria Enzersdorf 850 3812 DxO, CC BY-SA 4.0

Schon den ersten Christen ging es darum, einen Tag den Toten zu widmen – ganz so, wie man es von den zu missionierenden Kelten her kannte. Es scheint beschwerlich und fast unmöglich konkrete Bezüge herzustellen und Belege für etwas zu liefern, was allenfalls in Sagen und Legenden nachzulesen ist, historische Belege findet man nur in alten christlichen Schriften, die nicht gerade für ihre all umfassende Offenheit bekannt sind.

Resümieren wir Laienhaft

Die Kelten glaubten schon lange vor den Christen, das in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November die Sommergöttin mit dem Todesgott tauscht, denn Sommer bedeutete Leben, Winter häufig den Tod. Man dachte, das an diesem Tag das Jenseits besonders nahe sei und die Seelen der Verstorbenen zum Greifen nah erschienen. So feierte man gemeinsam mit den Toten das Fest der Toten und brachte den Göttern ein Opfer, um sie für den kommenden Winter möglichst gnädig zu stimmen. Die Irischen Kelten haben den Brauch dann abgewandelt, sie zogen sich in dieser Nacht möglichst schrecklich an, damit sie die Toten und Geister die in dieser Nacht ihr Unwesen treiben, von ihnen ablassen würden, weil man sie als ihresgleichen ansah. Die Masken und Kostüme diente also der Abschreckung.

Jetzt kommen die Christen ins Spiel. Die sahen wie wichtig den Kelten ihre Tradition war und vereinnahmte daher den Feiertag für ihre Zwecke um die Missionierung einfacher zu gestalten. “So einen Feiertag haben wir auch!” Allerheiligen und Allerseelen sind die Ergebnisse dieser geschickten Strategie der Kirche; die Menschen müssen sich nicht umstellen und auch ein heidnischer Brauch wurde erfolgreich bekämpft.

Jedenfalls Laienhaft gesprochen. “Das alles scheint auf den ersten Blick wenig mit christlichem Jenseitsglauben zu tun zu haben, um den es bei Allerheiligen geht. Aber wie auch beim bunten Treiben des rheinischen Karneval vermischt sich manchmal Heidnisches mit Christlichem. Ein gemeinsamer Nenner könnte hier heißen: Der Tod ist nicht das letzte Ende, wir dürfen uns auch schon mal über ihn lustig machen.3Aus dem Artikel: Was Halloween mit Allerheiligen verbindet, von Markus Schüppen, katholisch.de dem offiziellen Internetportal der katholischen Kirche in Deutschland Machen wir uns nichts vor, Glaube ist etwas sehr individuelles und persönliches geworden und auch die christliche Kirche bietet mit Allerheiligen und Allerseelen ausreichend Gelegenheit seinen Toten zu gedenken, ganz so wie man sich selbst dabei fühlt. Es muss nicht immer Halloween sein, auch die Stille – die man hierzulande auch unter gesetzlichen Schutz stellt – hat ihren Reiz und erscheint als Zeit für Gedanken um die Ahnen auch nicht ungeeignet.

Und nein, weder Halloween noch Allerheiligen haben für die Gothics eine besondere Bedeutung. In ihrem allgemeinen Interesse für alte Naturreligionen und heidnische Bräuche beschäftigt man sich gerne damit. Es gibt jedoch Überschneidungen mit der Mittelalter- und Wiccaszene, der Mitglieder auch oft in der Gothic-Szene zu finden sind und die sich den alternativen Bedeutungen dieser Tage widmen.

Einzelnachweise   [ + ]

Wizard of Goth – sanft, diplomatisch, optimistisch! Der perfekte Moderator. Außerdem großer “Depeche Mode”-Fan und überzeugter Pikes-Träger. Beschäftigt sich eigentlich mit allen Facetten der schwarzen Szene, mögen sie auch noch so absurd erscheinen. Er interessiert sich für allen Formen von Jugend- und Subkultur. Heiße Eisen sind seine Leidenschaft und als Ideen-Finder hat er immer neue Sachen im Kopf.

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