Gothic Friday Februar: Musik und Leidenschaft (Katharina)

Zeit ist ein wertvolles Gut und eine Einteilung scheint unausweichlich. Nachdem sich Katharina im letzten Jahr auf ihre Prüfungen konzentriert hat, findet sie nun Zeit, einige Beiträge zum Gothic Friday nachzuholen. Wie bereits erwähnt, freuen wir uns auch jetzt noch über jeden Beitrag und fordern den geneigten Leser auf, das Projekt Revue passieren zu lassen, um anschließend selbst in die Tasten zu hauen. Katharina widmet sich dem Februar-Thema Musik und Leidenschaft und beantwortet die 10 Fragen nach allen Regeln der dunklen Kunst. Obwohl Sie vor den Gefahren möglicher Klischees warnt, habe ich beim lesen ihres Beitrags keine Gefahren entdecken können. Vielleicht, weil ich auch einige der Klischees lebe.

10 Fra­gen — Die Musik und Du

So jetzt werde ich diese Fragebogen mal ausfüllen, auch wenn ich dabei oft betonen werde, wie schwer ich mich dabei tue. Neue Musiktipps brauch hier niemand von mir erwarten, es dient lediglich nur dem Kennenlernen meiner Person und als kleine Beitrag für Spontis. Wer Angst vor Klischees hat, warne ich vorm Lesen dieses Beitrags, denn hier wimmelt es nur von selbigen.

  • Was bedeu­tet Musik für Dich? Wie wich­tig ist sie Dir?
    Musik bedeutet mir viel: Ich habe immer meinen MP3 Player zum hören dabei, weil ich mich mit Musik wohler fühle und wenn ich mich richtig schlecht fühle, muntert sie mich auf. Sie hat mich auch zur Szene gebracht und ist was ich damit identifiziere.
  • Wel­che Rich­tun­gen »schwar­zer Musik« hörst du? Nenne ein Bei­spiel, das für Dich deine Bedeu­tung des Genre am bes­ten Wie­der­gibt.
    Mal wieder so eine schwierige Frage! Ich behaupte ja eher klassische Szenemusik zu hören,  wie Goth Rock  (Inkubus Sukkubus), Dark Wave (Clan of Xymox), ColdWave (Asylum Party). Meine weitere Vorliebe ist Synthiepop, wie Wolfsheim. Sonst höre ich hin und wieder Neo Folk( Sieben) oder sowas wie NDT( Sopor Aeternus) und Avangardepop, wenn man  Deine Lakaien so bezeichnen kann.
  • Wie wür­dest deine musi­ka­li­sche Lauf­bahn beschrei­ben? Über wel­che Rich­tung der Musik bist Du in die Szene gekom­men, wel­che hast hin­zu­ge­won­nen, wel­chen hast du abge­schwo­ren und was hörst du heute?
    In der Zeit, als ich mich für alles mögliche, auch im musikalischen Bereich interessierte, bin ich vom Elektroclash zum Synthiepop gekommen, von da an begleiten mich: Wolfsheim, Mesh,  Depeche Mode und New Order. So hörte ich mich erstmal auch durch die anderen elektronischen Bereiche der Szene und den ganzen Zeug, die eben in den Zeitschriften drin sind, wie EBM , Techno oder NDH, heute ist es mir bis auf den Klassikern aus den 80ern zu aggressiv.
    Da ich mich auch fleißig über die „Schwarze  Szene“ informierte, lernte ich auch bald Bauhaus, Sisters, Joy Division u.s.w. kennen und lieben. Die Vorliebe für die Gitarrenlastige Richtung hat in den letzten Jahren die Oberhand gewonnen.
    www.youtube.com/watch?v=ORDf3NfCEvc
  • Wie und wo hörst du Musik am liebs­ten?
    In der Stadt, bei der Arbeit, hin und wieder beim Konzert, in Zug … fast überall, außer im Museum und in der Bibliothek. Ich habe einige Gewohnheiten entwickelt, wie im Auto Xmal Deutschland oder Sisters, in Prüfungszeiten (beim Fertigen von Gesellenstück und Arbeitsproben) und Zeichnen beruhigenen  Neo Folk wie Paul Roland oder Sieben zu hören.

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  • Wel­che Musik hörst du außer­halb der typi­schen dunk­len Musik noch?
    Ich entdecke nicht selten auch „ungothische“ Musik, die mir gefällt. Meist ist sie auch melancholisch oder es handelt sich um (ertragbare) Popmusik. Darunter sind Künstler, wie wie Amy Whinehouse,  Sugarbabes, Lykke Li, Scott Walker oder ostalgisches wie  City „Am Fenster“, Karussell „Als ich fortging“.
    www.youtube.com/watch?v=jWxuY4SYtaA&feature=related
  • Mal ange­nom­men, Du könn­test ein Instru­ment spie­len, hät­test eine tolle Stimme und wür­dest zusam­men mit Freun­den eine Band grün­den. Wel­che Rolle in der Band wäre Deine?
    Singen würde ich gerne, kann ich aber nicht. Genau so ist es auch mit Texten. Also sollte ich doch die Gestaltung der CD-Cover und Videos übernehmen.
  • Nenne 5 dei­ner Alben die für Dich unver­zicht­bar mit Szene ver­bun­den sind.
    Na dann versuche ich es mal, geordnet nach meinen musikalischen Werdegang:
    -Sopor Aeternus „Die Toten reiten schnell“ : unkonvensionel, verspielt,  eingängig und so morbid und deprimierent. Ich konnte nicht anderes, als es zu mögen.
    www.youtube.com/watch?v=aBLwazqX0gE&feature=related
    -Diary of Dreams „End of Flowers“ : „Tusch-Tada! Die Welt geht unter!“Was für ein pathetisches Gejammer! Das war der Soundtrack zu meinen Teeny-Depressionen.
    www.youtube.com/watch?v=oSPtfEUA3vw
    -Pink turns Blue „Phoenix“: Ich hielt die CD zuerst für einen Fehlkauf, nach rund einem Jahr holte ich sie wieder vor, begann ich zu lieben.
    www.youtube.com/watch?v=vKHkaTmjWhI
    -The Chameleons „Scribt of the Bridge“: Zur Abwechslung mal ein Klassiker
    www.youtube.com/watch?v=hBjJIInF26Y
    And Also the Trees „the Millpond Years“: Wie romantisch Postpunks sein können! Oft glaube ich das Land zu hören, so als Dorfgrufti.
    www.youtube.com/watch?v=QvUIQTTJfdw&feature=related
  • Wel­che musi­ka­li­schen Eigen­schaf­ten hat für dich das ideale Lied?
    Die Stimmung sollte an besten (Ich habe vor Klischees gewarnt) tieftraurig sein. Sehnsüchtig. Weinerlich. Gerne auch von der pathetischen Sorte. Warum sollte ich beim idealen Lied nicht klotzen statt nur kleckern? Eines der Songs, bei dem sich „Normalos“ gern über die Stimmung beschweren und am besten noch vom Freitod träumen (wenn auch nur zum Schutz vor solchen „Positive-Energie-Fanatisten“). [So habe ich z.B. vor 4-5 Jahren  gehofft durch eine „liegengebliebene“ und unbeschriftete Diary of Dreams-CD meine Mitschüler zu deprimieren, leider haben sie sie nicht gehört und ich fürchte es wäre auch an ihre fehlende Empathie gescheitert.] Geplärre auf höchsten Niveau, gegebenenfalls noch mit epischen Synthie-flächen … Das wird typischer Darkwave wie es schon zu Hauf gibt. Ist mir nur recht, solch erfüllbare Musikwünsche zu haben.
  • Wel­che Band oder wel­chen Musiker/in wür­dest Du gern mal inter­viewen und auf wel­chen Frage musst Du dabei unbe­dingt eine Ant­wort haben?
    Oh das ist schwer, wenn ich Musiker treffe, deren Musik ich mag, habe ich nicht das Bedürfnis ihnen etwas zu fragen. Ich finde es interessanter mir nur ein konkretes Bild der jener Personen zu machen, wie es auf Photos und Videos nicht vermittelt wird. Ich frage doch nicht mal nach Autogrammen,  die Begegnungen sind für mich viel wertvoller als die Unterschrift. … Blablabla und so weiter. Wenn ich also mal  gern treffen würde, auch wenn mir keine Frage einfällt, wäre -Überraschung- Anna Varney Cantodea!
  • Wer oder was reprä­sen­tiert für die Dich die Zukunft der „Schwarzen“ Musik?
    Vielleicht nehme ich es kaum wahr, wie neu etwas ist, weil ich schon zu meinen „bunten“ Zeiten eine Vorliebe zur 80er-Retro- Musik hatte. Ich bin eigentlich recht zufrieden mit traditionellen Gothrock oder Wave. Da sind die aktuellen Bands, welche ich höre, nicht besonders neuartig vom Klang. Meine bevorzugten „Weiterentwickler“, wie Faith and the Muse oder Sopor Aeternus, sind ja auch schon seit den 90ern im Geschäft. Aber von welchen aktuellen Künstlern, die die Anforderung der Weiterentwicklung erfüllen, weiß ich überhaupt? IamX, Zola Jesus, Fever Ray, Soap & Skin… ja sie wären für mich die Zukunft.

Robert Forst
Wizard of Goth – sanft, diplomatisch, optimistisch! Der perfekte Moderator. Außerdem großer “Depeche Mode”-Fan und überzeugter Pikes-Träger. Beschäftigt sich eigentlich mit allen Facetten der schwarzen Szene, mögen sie auch noch so absurd erscheinen. Er interessiert sich für allen Formen von Jugend- und Subkultur. Heiße Eisen sind seine Leidenschaft und als Ideen-Finder hat er immer neue Sachen im Kopf.

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Shan_dark
Shan_dark (@guest_16807)
Vor 9 Jahre

Ha, ich hatte schon ganz vergessen was wir für interessante Fragen gestellt hatten ;)) auch wenn ich nicht so viel von Deinem Musikgeschmack teile fand ich es spannend die Antworten dazu zu lesen. Musik ist halt doch zentral und prägt. Danke also fürs nachreichen.

Es hatten ja einige – wie du auch – geschrieben, dass sie keine Fragen an ihren Star oder Lieblingsmusiker hätten. Ich kann das gar nicht verstehen und hätte 1000 Fragen. Angefangen von welches seiner Alben ihm selbst am wichtigsten ist und warum über Fragen zum Schaffensprozess bis hinzu welche Musik er/sie selbst sonst so hört… Stumm daneben stehen wöllte ich auch nicht. Andererseits würde ich jetzt auch keinen Star extra deswegen ansprechen und ihn dann mit fragen zuballern. Sondern eben nur wenn es eine Interviewsituation wäre oder man einen Kaffee trinken geht. Das wär was, ein Käffchen mit Anna Varnea!

Death Disco
Death Disco (@guest_16812)
Vor 9 Jahre

End of Flowers – IMO DoDs beste Platte. Cold Deceit war davon immer mein Fav. Katharina hat mal ’nen Geschmack, an dem mich so rein gar nichts stören will. :D

OK, ist nun kein schneidiger Batcave-Sound und Paul Roland ist sicher auch kein Neofolk (klingt eher wie ’ne 60s Beatles-Hymne), aber was ich hier so lese und höre, bewegt sich doch im interessanten/erträglichen Rahmen. Dir würde bestimmt auch In My Rosary zusagen. Die werden sogar seitens der traditionellen Szene sträflich ignoriert, vermutlich weil sie auf Albumlänge nicht so ganz die Kurve kriegen.

No Place to Stay
Winter
Black Friend

Btw: Hier werden 2 Kommentare angegeben (meines unberücksichtigt). Ich sehe aber nur das von Shan Dark.

Krähe von Nebenan
Krähe von Nebenan (@caromarzahn)
Vor 9 Jahre

@ Shan: Ja keine Ahnug, weshalb ich kaum Fragen habe, das ist fast immer so, egal ob Musiker oder Bekannte. Vieleicht bin ich da zu schüchtern oder die Fragen sind mir nicht bewusst.

@ Death Disco: Stimmt da taucht kein „Batcave“ auf, in diesen Bereich höre ich eher Sampler, wie die „New Dark Age“ Reihe vor rund 5 Jahren, Mick Mercers „Gothic Rock“ oder kostenlose MP3-Sampler. Es gehört also auch zu meinen musikalischen Kosmos, allerdings nicht mit konkreten Bands und Alben.

Jetzt werde ich mir mal bei „In My Rosary“ durchhören

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