1 August

Uniformen in der Szene – Zwischen Provokation, Fetisch und Dummheit

Verfasst von Diskussion: 86 Kommentare

Uniformierte auf dem WGTEs wirkt verstörend, unpassend und regt auf: Die in Uniformen gekleideten Menschen, die auch auf diesjährigen Festivals das Bild nachhaltig prägen. Da werden Mäntel und Jacken mit militärischen Rangabzeichen, Militärmützen, Stiefeln und Gürteln zu einem undurchsichtigen Stil gemischt und ganze Uniformen erwecken den Anschein, dass man auf einer militärischen Parade gelandet ist. Manche Uniformen sehen denen des dritten Reichs sogar zum Verwechseln ähnlich, oder sind tatsächlich Originale mit nur notdürftig abgedeckten Details. An den Ständen von X-tra-X warten unzählige uniform-ähnliche Bekleidungsstücke auf kaufwillige Kunden und Military-Shops gehören mittlerweile zum festen Bestandteil des kommerziellen Szeneangebots. Zahlreiche Bands und Musiker nutzen Uniformen und militärisches Auftreten, um sich und ihre Musik auf der Bühne zu präsentieren. Man wird das Gefühl nicht los, dass man vor der Bühne dieses Vorbild aufgreift und zum modischen Stil degradiert oder Soldaten-Kleidung als Kostüm benutzt, ohne sich mit den Hintergründen zu beschäftigen.

Warum also eine Uniform? Ist das Teil einer gewollten Provokation, das Ausleben einer sexuellen Neigung, die Nachahmung des Stils seiner Lieblingsband, Spieglung einer inneren Einstellung oder schlicht und einfach Dummheit? Ich versuche  Quellen, Hintergründe und mögliche Vorbilder darzustellen, die für den neuen Trend verantwortlich sein könnten und ich will einen Anreiz geben, darüber zu diskutieren. Einige Leser haben mir bereits eine E-Mail geschickt, in der sie ihre Bedenken und Ängste gegenüber dieser Form der Verkleidung äußern. Es geht in diesem Artikel nicht um eine rechte Unterwanderung der Szene! Das ist ein Thema, das losgelöst von der Uniform-Ästhetik präsent ist und sich nicht nur durch eine faschistoide Ästhetik manifestiert. Dazu wird es, ebenfalls durch den Vorschlag eines Lesers, einen weitere Artikel geben, der sich auch mit fragwürdigen Inhalten auseinandersetzt und sich auf diesen Artikel und seine hoffentlich entstehende Diskussion stützt.

Ich fand es bestürzend neben einer Gestalt zu stehen, die rein optisch locker in einem Konzentrationslager die Aufsicht hätte führen können oder im Vorzimmer von Herrn Adolf persönlich sitzen könnte… ich halte mich eigentlich für recht aufgeschlossen, aber da zieht sich bei mir alles zusammen. Anleihen aus der NS-Symbolik und einem kriegerischem Kontext finde ich unmöglich!Alva Katharina

Die Uniform als Provokation

Siouxsie Sioux, Steve Severin, Debbie Juvenile

Debbie Juvenile, Siouxsie Sioux und Steve Severin 1977
Bild: (c) punk77.co.uk

Aus dem Punk geboren ist auch „Gothic“ mit der Provokation herangewachsen, die immer ein Teil des ästhetischen und künstlerischen Schaffens vieler Bands und Musiker war. Siouxsie Sioux begann damit, Uniform-Ästhetik und Nazi-Symbole auf der Bühne zu präsentieren. Inspiriert durch skandalträchtige Filme wie Cabaret (1972) und Der Nachtportier (1974), die Nazi-Ästhetik in einen erotisch-dekadenten Zusammenhang brachten, kreierte Siouxsie ihren ganz eigenen „Nazi-Chic“. Wie sie zu Beginn oft genug betonte, ging es ihr dabei nicht um ein politisches Statement oder gezielte Provokation, sondern lediglich um das Spielen mit äußerlichen Merkmalen, die sie zuvor in den Filme als schön oder aufregend empfand.1. Vermutlich als Mittel zur Aufmerksamkeitssteigerung, nicht etwa, um eine Botschaft zu übermitteln.

Ein Journalist des Melody Maker schrieb 1977 nach einem Konzertbesuch: „Es ist vermutlich Siouxsie gewesen, die mit dem Nazi-Chic begann und den Punk beschmutzte. Sie hatte immer schon einer Vorliebe für Hakenkreuze und schwarze T-Shirts. Bei Konzerten war ihre einzige Bewegung auf der Bühne der militärische Stechschritt. Sie wirft mit faschistischen Grüßen herum, trägt eine Nazi-Armbinde und singt sogar die Worte „Deutschland, Deutschland“. (…) Sie ist ein leidenschaftloses „Rheinmädchen“, eine kalte Marionette – sehr deprimierend.2

Der Punk brachte dieses Tabu-Thema provokativ auf und vor die Bühne, nicht zuletzt, um das verhasste Establishment vor den Kopf zu stoßen. Man integrierte Symbole wie das Hakenkreuz in einen zerrissenen Stil und führte es damit ad absurdum. Doch es war ein Spiel mit dem Feuer. Siouxsie & The Banshees sahen sich mit zunehmender Popularität immer wieder Vorwürfen ausgesetzt, dem Nationalsozialismus nahezustehen. 1978 reagierte die Band auf die immer kritischeren Stimmen aus der Presse und veröffentlichte das Stück „Metal Postcard“3  und 1980 das Stück „Israel“, um den Vorwürfen entgegenzuwirken. Es war also nicht die erwünschte Provokation mit Hintergrund, sondern offensichtlich plumpes ästhetisches „Vor-den-Kopf-stoßen“, um Aufmerksamkeit zu erregen.

„Das ist Military-Fashion, kein politisches Statement – mit der rechten Szene hat so ein Outfit nichts zu tun, das wird leider oft missverstanden.“

Wer heute in einer kompletten Uniform herumläuft, führt damit nichts ad absurdum und drückt nicht damit aus, gegen etwas zu sein. Die Provokation liegt vielmehr darin, etwas darzustellen, was mittlerweile im Mainstream auf breite Ablehnung stößt. Kein Nazi-Aufmarsch ohne Gegendemonstranten, keine Kundgebung einer rechten Partei ohne wehrhafte Bürger. Ein Aufnäher mit „Nazis raus!“ provoziert niemanden mehr, eine Nazi-ähnliche Uniform provoziert viele. Doch Provokation ohne Standpunkte und Inhalte ist gefährlich und lässt viel Spielraum für Interpretationen.

Für die meisten ist es Mode, sie finden es cool so herumzulaufen. Das Spiel mit dem Feuer gibt womöglich den besonderen Kick und übt einen besonderen Reiz aus. In einem Artikel des Kölner Stadt-Anzeigers zum Amphi-Festival 2012 beschreibt Jan S. die Motivation zu seinem grünen Armee-Outfit mit Luftwaffen-Schiffchen: „Das ist Military-Fashion, kein politisches Statement – mit der rechten Szene hat so ein Outfit nichts zu tun, das wird leider oft missverstanden.4 Für ihn ist es Fashion, kein Statement. Er verbindet nichts mit seiner Verkleidung als Soldat. Gibt es Vorbilder für diesen fragwürdigen Trend?

Das Vorbild auf der Bühne – Uniformen und kriegerische Thematiken

Steve Naghavi – Sänger von „And One“

Vorbilder stehen häufig auf der Bühne. Seit EBM, Electro und Neofolk in der schwarzen Szene aufgingen, gehören militärische Outfits zum Repertoire vieler Bands und Musiker.  Schon in den 80ern wurde EBM zum festen Bestandteil der Gothic-Szene, obwohl es sich immer schon um eigenständige Subkulturen handelte, die nur die kulturellen Wurzeln und die Farbe Schwarz gemeinsam hatten. Mit der EBM wuchs auch die Präsenz martialischer Outfits, die in Form von militärischen Haarschnitten, Tarnhosen, Feldkoppeln, Bomberjacken und Kampfstiefeln immer häufiger auf beiden Seiten der Bühne anzutreffen waren.

Relevante Bands wie Front 242, Nitzer Ebb oder die Krupps etablierten diese militärischen Outfits auf der Bühne.  Front 242 sorgten bereits in ihren Anfängen durch paramilitärisches Auftreten, kugelsichere Westen und eine mit Tarnnetzen behangene Bühne für Diskussionsstoff. Für manche war das eine Reaktion auf die in den 80ern allgegenwärtigen Themen „Kalter Krieg“ und „Atomare Aufrüstung“. Für andere war es eine Einladung, die Bands in die faschistische Schublade zu räumen. Wieder einmal versäumten es viele Bands, ihren Standpunkt und die Beweggründe darzulegen. Die Fans übernahmen den Stil ohne einen entsprechenden Hintergrund.

Wenn ein Großteil des Publikums das faschistoide Gehabe keineswegs als Provokation begreift, sondern als schick, aufregend, männlich und mystisch, dann wäre es für diejenigen, die damit provozieren wollen, längst an der Zeit, über den Begriff der Provokation neu nachzudenken. Grufties gegen Rechts, Bremen 1998

Erst viel später distanzierten sich die meisten Künstler sehr deutlich von politischen Inhalten, so sagte Jürgen Engler von der Band die Krupps 1994:  „Wir haben uns immer ganz bewusst gegen Rechts gestellt, weil der EBM-Generation dieser faschistoide Touch anhaftete und die tonangebenden Bands sich nie klar abgrenzten, sondern unbekümmert mit solcher Symbolik kokettierten, künstlerisch frei auslegbar bleiben wollten. Dabei musst du deinen Standpunkt klarmachen, denn die wenigsten verstehen doch die künstlerische Aussage oder Provokation.5

Mitte der 90er Jahre wurden einige Künstler des Genre „Neofolk“ zum Stein des Anstoßes, da ästhetische und auch inhaltliche Randbereiche betreten wurden, die abermals unkommentiert dargeboten wurden. Einige Bands und Musiker bewegten sich dazu noch in einem deutlich rechten Umfeld oder kokettierten mit Künstlern des Dritten Reichs. Death in June, Forthcoming Fire (die im Zillo 2/1996 eine diskussionsauslösende Anzeige schalteten), von Thronstahl, Weissglut, Allerseelen und Der Blutharsch waren die zentralen Figuren dieser Diskussion, die vor allem von der Initiative „Grufties gegen Rechts“ geführt wurde.  Zu grenzwertig ihre Texte, zu nebulös ihre Haltung und zu deutlich ihre ästhetische Darbietung.

Auf den Wave-Gotik-Treffen zwischen 1997-2002 fanden viele der fragwürdigen Bands eine Plattform, die an zahlreichen Veranstaltungsorten für eine bizarre und verstörende Atmosphäre sorgte. Immer extremer wurden die Outfits auf und vor der Bühne. Historische und detailgetreue Uniformen aus den unterschiedlichsten Epochen und militärische Rangabzeichen und Embleme wurden zum Stil dieser Szene. Altertümliche Symbole nordischer und germanischer Myhtologie, mit denen man sich auch zur Nazi-Zeit beschäftigte, wurden zum Erkennungsmerkmal.

maedchen in uniform - nachtmahr und der nachtportier

Das Cover von „Mädchen in Uniform“ und das Filmplakat des Films „Der Nachtportier“

Die Diskussionen um die rechte Unterwanderung und um strittige Bands sind weitgehend verstummt. Dafür sind Uniformen mehr denn je präsent – auf der Bühne und im Publikum. Vielleicht auch deshalb, weil die Schwarze Szene für Leute aus dem Fetisch-Bereich immer interessanter wird und sich die Untergruppen mischen. So passen sich Musik und Künstler-Outfits –  meist fern jeder weltanschaulichen oder politischen Gesinnung – der neuen Zielgruppe an und bedienen den Fetisch-Markt.

Nachtmahr brachte beispielsweise 2010 ein Album mit dem Titel „Mädchen in Uniform“ heraus. Das Cover zeigt eine leicht bekleidete Dame im Soldaten-Outfit, die Charlotte Rampling aus dem Film „Der Nachtportier (1974)“ – den bereits, wie eingangs erwähnt, Siouxsie Sioux zur ihren stilbildenden Einflüssen zählte – zum Verwechseln ähnlich sieht.  So macht Thomas Rainer von Nachtmahr  in einem Interview auch keinen Hehl aus seiner Intention:

Der Titel ist selbstredend denke ich. Der Titeltrack ist einfach mal eine Auseinandersetzung mit einem kleinen Tabu der Gesellschaft, nämlich, dass Uniformen für uns nicht nur Autorität ausstrahlen, sondern auch eine starke sexuelle Anziehungskraft haben.6

Uniformen als Fetisch – Symbol für Macht und Gewalt

In den frühen 90ern strömte eine ganz andere Szene zur schwarzen Gemeinde und griff die Thematik der erotischen Kompenente einer Uniform noch einmal auf, ganz ähnlich wie es schon Siouxsie Sioux gemacht hat. Immer mehr Menschen aus der S/M-Szene strömten in die schwarze Welt, weil sie als Refugium für ihre Neigungen ideal erschien. Offenheit nach allen Seiten, die Beschäftigung mit den dunklen Seiten menschlichen Daseins und eine weit verbreitete Toleranz gegenüber neuen Strömungen sorgten schnell für neue Ableger und einen bald undurchschaubaren Stilmix aus Gothic und Fetisch. Die Uniform ist dabei eine erotische Komponente, die Macht und Gewalt ausstrahlt, wie uns eine Uniformfetischistin erklärt:

Die sinnlich-stimulierenden Reize einer Uniform liegen meiner Ansicht nach in dem Umstand, daß eine Uniform erlaubt, bis zu einem gewissen Grad in eine Rolle zu schlüpfen und im Rahmen des Rollenspiels eine andere Identität anzunehmen. Gerade militärische Uniformen, aber auch z. B. Polizeiuniformen oder sonstige Kampfanzüge, die mit dem Normalberuf und Outfit des „Trägers“ nichts zu tun haben, bereichern diesen Impuls. Ein starker sexueller Reiz geht mit Sicherheit auch schlicht davon aus, daß wenn auch unterschwellig, eine Uniform immer auch etwas darstellt, das im eigenen Kontext Macht und Gewalt beinhaltet. Zum anderen ist es sehr reizvoll, sich selbst mitunter sehr vorteilhaft in einer Uniform zu präsentieren, somit wird die eigene erotische Ausstrahlung zum inspirativen Reiz.7

Uniformen, Symbole und Stiefel

Uniformen, so behauptete Thomas Rainer, hätten ein „starke sexuelle Anziehungskraft„, die Nähe zum Film „Der Nachtportier“ spricht dagegen für sadomasochistische Phantasien mit Nazi-Ästhetik. Fakt ist, dass der tatsächliche Fetisch für Macht und Gewalt nur auf einen sehr kleinen Teil der Menschen zutrifft, die sich in der Szene bewegen. Für mich ist das ein vorgeschobenes Tabu, um mit provokanter Ästhetik erhoffte Aufmerksamkeit zu erregen.

Lack und Latex, Corsagen, Halsbänder und Peitsche mischen sich mit historischen Uniformen und militärischen Accessoires zu einem undurchsichtigen Verkleidungs-Dschungel innerhalb der Gothic-Szene. Niemand ist mehr in der Lage, den Mix auseinanderzuhalten oder die Beweggründe nachzuvollziehen. Die meisten, die sich mit Fetisch-Elementen schmücken, haben mit der BDSM-Szene keine Gemeinsamkeiten und viele, die in einer Uniform herumlaufen, sind keine Neonazis. Das alles erweckt den Anschein, dass die Gesellschaft sich an die kleinen Provokationen der Vergangenheit gewöhnt hat und die Messlatte für wirksame Mittel deshalb immer höher gelegt wird. Der Reiz des Verbotenen und das Spiel mit dem ästhetischen und symbolischen Feuer scheint die einzige Motivation zu sein. Alles andere wäre doch irgendwie eine Form von Dummheit, oder?

Selbstdarstellung auf Kosten der Integrität – Pure Dummheit?

Gothic hat nichts mit Uniformen zu tun und Soldaten-Outfits mit Nazi-Ästhetik gehören nicht in die Szene. Gothics drücken mit ihrem Äußeren immer ein wenig von ihrem Innersten aus, ganz frei nach dem Motto „Lasst mich in Ruhe mit eurer lauten und bunten Welt!„. Was also drücken Menschen in Soldaten- und Naziuniformen aus? „Ich finde es toll, auf Befehl andere Menschen zu töten!“  oder „Ich bin ein Faschist und finde toll, was damals alles erreicht wurde!“ Sicherlich nicht. Es ist unreflektiertes Gehabe. Man möchte auffallen, angeschaut werden, sich verkleiden. Provokation würde nur gelten, wenn man sein Äußeres mit Inhalten füllt, mit einem Sinn, einer Botschaft. Ich würde gerne die Botschaft eines in Soldatenuniform gekleideten Festivalbesuchers hören. Es ist Dummheit, Uniformen und Naziästhetik (insofern man da überhaupt von Ästhetik sprechen kann), unreflektiert zu seinem Äußeren zu machen.

Originalgetreue Nazi-Mütze

Aktualisierung (15.08.2012)

Von Dr. Marcus Stiglegger erhielt ich eine E-Mail, in der er mich darauf hinweist, dass er bereits ein Buch über das Thema veröffentlicht hat und sich auch in vielen anderen Medien zum Thema geäußert hat. Offensichtlich habe ich nicht ausreichend recherchiert ;) Als Herausgeber und Betreiber des Ikonenmagazin – aus dem auch der Auszug mit dem Interview eine Uniform-Fetischistin stammt – beschäftigt er sich schon eine ganze Weile mit „alternative Lebensmodellen“ um „komplexe künstlerische und kulturelle Zusammenhänge einem aufgeschlossenen Publikum verständlich zu vermitteln.“ Sein Buch „Nazi-Chic und Nazi-Trash„, dass im Oktober 2011 erschienen ist, beschäftigt sich eingehend mit der Thematik:

Nazis! … Man muss nicht Indiana Jones sein, um überall auf sie zu stoßen. Oder zumindest auf ihr mediales Bild. Ein Blick in die populäre Kultur der letzten Jahre genügt: Die Palette reicht vom »Nazi-Chic« der Modewelt über sexualisierte und trashige Bilder des Nationalsozialismus im Kino bis zur faschistischen Ästhetik in der Selbstinszenierung international bekannter Musiker. Der vorliegende Band diskutiert kritisch die mal subtilen, mal plakativen Zitate faschistischer Symbolik und fragt nach Funktion und Resonanz dieses popkulturellen Phänomens. Die behandelten Beispiele führen von Kriegsfilmen wie INGLOURIOUS BASTERDS über Comic-Verfilmungen (THE SPIRIT) hin zu pornografischen Inszenierungen, vom Manga-»Cosplay« in den Fetischclubs über die Rock-’n’-Roll-Posen eines Marilyn Manson bis zur kritischen Überaffirmation der slowenischen Band Laibach.

Weitere Informationsquellen und weiterführende Links:

Außerdem freue ich mich, ein Interview mit Marcus Stiglegger ankündigen zu dürfen, in dem ich ihn über genau dieses Thema befragen werden und das in Kürze auf Spontis.de erscheinen wird. Im Rahmen der Themen-Wochen „Nazi-Ästhetik und rechte Unterwanderung“ sicherlich eine Bereichnung.

  1. Vergleiche dazu: „Goth – Vamp and Dandies“ von Gavon Baddeley, 2010 erschienen im Plexusverlag London, Seite 68f. []
  2. Quelle: Ein Konzertbericht im englischen Melody Maker 1977, frei übersetzt aus dem englischen Original: „It may well have been Siouxsie who started the Nazi chic that polluted Punk, she was always partial to swastikas and black shirts. In concert, just about her only stage move is a goosestep. She throws fascist salutes around, wears a Nazi spreadeagle badge, and even sings the words „Deutschland, Deutschland“ (…) She’s a passionless Rheinmädchen, a cold clockwork doll – very depressing.„ []
  3. Ein Titel als antifaschistische Hommage an den Künstler John Heartfield. Vgl. dazu: Dave Thompson: Schattenwelt: Helden und Legenden des Gothic Rock. Hannibal Verlag 2004, S. 58. []
  4. Quelle: „Schwarze Szene zu Gast am Rhein“ ein Artikel von Elisabeth Schanz im Kölner Stadt-Anzeiger vom 21.07.2012 – http://www.ksta.de/koeln/amphi-festival-schwarze-szene-zu-gast-am-rhein,15187530,16675918.html []
  5. Quelle: Interview mit Jürgen Engler in Ausgabe 10/1994 des Szene-Magazins Zillo, Seite 12 – Zillo Archiv DVD 1989-2004 []
  6. Quelle: Interview mit Thomas Rainer von Nachtmahr auf der Internetseite Radio Mean Variation – http://www.radio-meanvariation.de/news/nachtmahr-interview-zu-maedchen-in-uniform []
  7. Aus einem Interview mit der Hamburger Uniformfetischistin „Susanne“ im Ikonenmagazin, einem Online-Magazin für Kunst, Kultur und Lebensart – http://www.ikonenmagazin.de/interview/Uniform.htm []

86 Kommentare

  1. Was meint man zu Sprüchen wie diesen hier? (Zufällig drauf gestoßen) http://nachtwerk.jimdo.com/hintergr%C3%BCndiges/

  2. Wäre zu hinterfragen, wie sie „pervers und satanisch“ definieren. Auch ist es für die „seit den Zeiten Goethes und Byrons in ununterbrochener Linie“ stattfindende Mentalität ein wenig zu kindisch trotzig formuliert, doch ansonsten in der Grundhaltung recht sympathisch.
    Wobei man wohl gut davon ausgehen kann, dass hinter den Sprüchen dennoch kaum bis keine Substanz zu finden sein wird.

  3. Vor allem sollen die einem mal Grufties zeigen, die es vor 1980 gegeben haben soll. Das würde mich jetzt mal wirklich interessieren :)

  4. Schade, dass die Gruftis ja wirklich alles an Abschaum in der Szene mit offenen Armen empfangen (meiner Erfahrung nach, ob Neonazi, Kinderschänder oder Tierf*cker — egal, komm rein, wir — die übertolerante Schwarze Szene nehmen alles und jeden auf, solang er nur Geld bringt und gut Party macht).

    Für jemanden, der offensichtlich im Industrial-Umfeld unterwegs ist (Esplendor Geométrico?), scheint Dich das ja wirklich sehr zu überraschen. Schon mal tieferen Einblick in die Szene gehabt? Bands, die Du dringend meiden solltest: Rozz Williams/Premature Ejaculation, Whitehouse, Die Form (Zoophilic Lolita etc.), Throbbing Gristle, Nicole 12…

    Aber während Nationalsozialismus immer noch eine selbst gewählte „Ideologie“ ist, handelt es sich bei den anderen beiden um Paraphilien. Und sowas hat nichts mit Szenezugehörigkeit oder -grenzen zu tun.

  5. Nein, im Industrial Umfeld bewege ich mich nicht (mehr). Mittlerweile auf „normale“ Gruft Discos umgestiegen…

  6. Generell finde ich den Hang zu Uniformen nicht gut, weil es immer etwas mit Krieg und Gewalt zu tun hat bzw. die Assoziation Krieg/Leid hervorruft und damit dass Menschen verletzt und/oder getötet werden, Familien auseinander gerissen werden und das Bild von brennenden Städten taucht vor meinem Auge auf.
    Wie man das als Fetisch nutzen kann oder im Rahmen vom dieser Richtung Neofolk absolut unverständlich und höchst bedenklich. Provokation ist was für Kinder und passt nicht mehr in die heutige Zeit. Die Menschen sind viel sensibler geworden und man sollte darauf achten dass man nicht „in die falsche Schublade“ gesteckt wird nur weil man „provozieren will“. Redet lieber über die Dinge die Euch bewegt! Provokation löst nur Wut aus. Und Wut erzeugt Gewalt und eine entsprechende Gegenreaktion!

  7. Generell finde ich den Hang zu Uniformen nicht gut, weil es immer etwas mit mit Krieg und Gewalt zu tun hat bzw. die Assoziation Krieg/Leid hervorruft

    Als ob es Uniformen ausschließlich im militärischen Kontext gäbe. Mir fällt schon seit längerem auf, dass auf diesem Blog bei vielen die Gleichung Uniform=Militär zu gelten scheint. Diese Gleichung ist aber falsch. Oder hast du genannte ‚Assoziation‘ etwa auch bei Bahn- oder Postangestellten?

    Provokation ist was für Kinder und passt nicht mehr in die heutige Zeit. Die Menschen sind viel sensibler geworden und man sollte darauf achten dass man nicht „in die falsche Schublade“ gesteckt wird nur weil man „provozieren will“.

    Nach dem Motto würden bald alle nur noch in H&M rumlaufen. Und da mache ich nicht mit. Viel schlimmer als Uniformen finde ich nämlich Uniformität.

  8. Nun, es ging ja hier um militärische Uninformen und nicht um die Post oder die Sanitäter. Warum fühlst Du Dich direkt persönlich angegriffen? *rhetorische Frage*

    Uniformität ist noch einmal ein anderes Thema. Es ging mir um militärische Uniformen.
    Soldaten, Generäle ect.

  9. Schade, dass die Gruftis ja wirklich alles an Abschaum in der Szene mit offenen Armen empfangen (meiner Erfahrung nach, ob Neonazi, Kinderschänder oder Tierf*cker — egal, komm rein, wir — die übertolerante Schwarze Szene nehmen alles und jeden auf, solang er nur Geld bringt und gut Party macht).

    Die Gothic-Szene kennt keine Tabu-Themen. Sie beschäftigt sich mit den tiefsten Abgründen der menschlichen Seele, setzt sich damit auseinander und verleiht dem Ausdruck IN DER PHANTASIE – DAS IST EINE ART ROLLENSPIEL!
    (das bezieht sich auch auf umstrittene Liedtexte)

    Ich finde es sehr gut, dass Menschen ihre dunklen Phantasien/ Neigungen, die in Bereiche von strafbaren unmoralischen Dingen gehen, in Rollenspielen in der Phantasie ausleben – wie z.B. Uniformen tragen und dadurch ein Bedürfnis auszudrücken, Macht und Gewalt über andere ausüben zu wollen, mal überlegen zu sein usw. Denn würde das verdrängt, dann denke ich, dass dann die Gefahr größer wäre, dass soetwas in Realität umgesetzt wird und nicht in der Phantasie!!
    Rollenspiele und über Tabu-Themen in Liedern singen tut niemandem weh!

  10. @NeverendingwarGothic: Uniformen habe aber auch andere Bedeutung wie zum Beispiel Unterdrückung oder blinder Gehorsam. Außerdem gibt es sicherlich andere Formen, um diesen „Fetisch“ auszudrücken. Die Szene ist in der Tat für ihre Tabubrüche bekannt, aber meist nur in inhaltlicher Form. Aktive Rollenspiele hatte meiner Ansicht nach nie damit zu tun. Inhaltlich und in Liedern keine Frage, ich denke es geht mehr um die Beschäftigung mit Tabus, als sie aktiv zu brechen.

    Davon abgesehen ist die Szene nie tolerant gewesen, sondern feige. Grufties sind immer schon lieber einem Konflikt aus dem Weg gegangen, anstatt sich ihm zu stellen. Das ist jetzt nichts schlechtes aber auch mit dafür verantwortlich, warum immer neue Strömungen in der Szene Fuß fassen. Der Einstieg ist immer der Gleiche: Die Musik. „Gothic“ ist so vielfältig, dass nahezu jede Musikrichtung dort Platz findet. Und hej, wenn die Cyber in unserem Stammladen kommen dann bitten wir sie nicht hinaus (rein musikalisch) sondern suchen uns eine neue Bleibe. So war das immer schon, soweit ich mich jedenfalls erinnern kann.

  11. @Robert: Wenn Ästhetik und Musik große Teile des Mainstreams abschrecken und diese Leute draußen halten, dann bleibt auch das entsprechende Verhalten draußen. Dadurch entstehen Freiräume, ohne dass sich da jemand einen politischen Kopf darüber gemacht hätte.

    Bevor irgendwann die ideologischen Diskussionen zum Thema Toleranz losgingen, hat sich da auch niemand einen Kopf drüber gemacht. Die praktische Erfahrung der Leute war eben, dass man in der Mainstreamgesellschaft tagtäglich überall aneckt, wenn man anders aussieht und denkt, und auf dem Hintergrund dieser Erfahrungen ist die Bereitschaft dann auch größer andere Leute in Ruhe zu lassen.

    Kein Wunder, dass diese Freiräume auch andere Leute anziehen, die ursprünglich nix mit Szene zu tun haben. Transleute, die abends einfach mal ausgehen wollen ohne Theater zu haben, gehen eher nicht in die Großraumdisco, denke ich. Und Fetischleute, für die ihre Kleidung Teil der Identität ist, haben wohl auch nicht immer Bock auf sexualisierte Spezialveranstaltungen.

    Problematisch wird’s halt dann, wenn irgendwann irgendwelche Kasper auftauchen, die glauben, dass ohne Rücksicht auf Verluste alles gehe und sich noch dadurch bestätigt sehen, dass kein Gegenwind aufkommt. Irgendwann werden es leider so viele, dass man sich bei sich selbst nicht mehr zu hause fühlt. Leider passen sich kommerzielle Veranstaltungen auch ihren Gästen an und nicht umgekehrt.

    Die Frage ist halt auch, was man macht. Richtig finde ich, in einzelnen Situationen Leute darüber aufzuklären, was Respekt anderen Menschen gegenüber bedeutet. Falsch finde ich, auf eine rigide Türpolitik zu setzen. Weil die im Zweifel genau die Leute aussperrt, die nirgendwo anders hinkönnen, aber die Leute hineinlässt, die sich vorher informiert haben, welches T-Shirt man kaufen muss.

    Der mühsame Weg ist vielleicht der richtige. Weiterziehen und lieber im kleineren Kreis so zu leben, wie man es mag, offen und neugierig auf andere Leute, die von ihrer inneren Grundausstattung her dazu passen.

  12. Aktive Rollenspiele hatte meiner Ansicht nach nie damit zu tun. Inhaltlich und in Liedern keine Frage, ich denke es geht mehr um die Beschäftigung mit Tabus, als sie aktiv zu brechen.

    Ja klar geht es nicht darum, die Tabus ohne Rücksicht der Grenzen anderer zu brechen. Falls etwas ausgelebt wird in einem Rollenspiel, dann natürlich nur mit gegenseitigem Einvernehmen!

  13. Einer der Gründe für den Ausstieg von Patrick O’Kill, heute u.a. Six(th) Comm, bei Death in June war nach eigener Aussage unter anderem, daß DIJ in den 1980er Jahren bei einem Konzert in Italien öffentlich in SS-Uniformen auftraten und Patrick O’Kill von einer italienischen Mutter, die ihren Sohn in WW II verloren hatte, bespuckt und heftigst beschimpft wurde. Wer das Temperament italienischer Mütter kennt, kann sich ausmalen, wie das ausgesehen haben muß. :o) Bestimmt unangenehm, in diesem speziellen Fall aber offenbar eine heilsame Erfahrung.

    Die Idealisierung und Romantisierung von Militär und im besonderen des zweiten Weltkriegs finde ich einfach nur bizarr und geschmacklos. Wer wie ich nahe Angehörige in dieser finsteren Ära verloren und Familienmitglieder hat, die bis heute unter den Folgen von Krieg, Gewalt und Vertreibung leiden, wird das verstehen können. Leute, die eine der grausamsten Diktaturen der Geschichte glorifizieren und deren Herrenrassen-Attribute gar als Sexfetisch pervertieren sollten die Klassiker „Im Westen nichts neues“ vom E.M. Remarque und „The Wars“ von Timothy Findley lesen und sich anschließend gut überlegen, ob sie sich nicht besser ein sinnvolles Hobby besorgen. Noch weniger kann ich heutige, rechte Unterströmungen in der schwarzen Szene nachvollziehen; wer in den 1980er Jahren zur Szene gehörte, mußte in den Großstädten aufgrund seines schwarzen Outfits und Stachelhaaren praktisch an jeder Ecke mit pöbelnden, prügelbereiten Glatzen rechnen. Und heute ist Military schick, provokant und salonfähig? Nö, danke. Ist mir zu destruktiv, zu dekadent, zu arrogant/ ignorant.

  14. Der Artikel und die Kommentare hier sind ja schon einige Jahre alt, hier mal meine Gedanken im Jahr 2017.

    Natürlich ist Europa und gerade die Deutschen von der Nazizeit immer noch traumatisiert. Eine ganze Generation durch das erleben des WWII und wir Nachkommen durch die Berichte. Uns ist anerzogen worden, alles was an die NS Symbolik erinnert, als anstößig und beleidigend zu bezeichnen, weil Menschen unter diesen Symbolen gestorben sind und gequält wurden und umso schlimmer ist es, wenn rechte Bewegungen diesen Geist forttragen wollen.

    Ein Uniformträger auf einem Gothic Festival provoziert aber mMn genau diese Gedankengänge.

    Wie gehen wir mit unserem Trauma um, heute?
    Wo sind wir heute, und was haben wir gelernt nach ’45?
    Wer waren „die Nazis“, die wenigen Strippenzieher des Holocaust, oder die ganze Nation, oder nur alle die der Propaganda verfallen sind?
    Deutschland führt als Teil der NATO unter US-Flagge weiterhin Kriege, ob die völkerrechtlich okay sind, oder nicht… von Rammstein starten Drohnen, die auf der Straße unbewaffnete Menschen erschießen (aber das sind ja Terroristen), finden wir das okay, sind wir dafür?
    Sind wir genauso wie unter Hitler von medialer Propaganda dazu erzogen worden, irgendwas scheiße zu finden, welche Feindbilder gibt es heute? Putin, Assad, Terroristen, IS, Moslems?
    Ist Deutschland langsam soweit, sich selbst und die nächste Generation von dem Trauma zu heilen, oder hat man sich „festgeweint“ in Krampfstarre, wie schlimm die NS-Zeit war?

    Meine Großmutter hat mir beigebracht, dass es irrelevant sein sollte, was jemand an hat, das jeder anziehen darf, was er will und man das tolerieren sollte, auch wenn es der eigenen Religion, Ethik usw. widerspricht. Viele finden auch Frauen mit Kopftüchern / Burkas nicht in Ordnung.

    Ich persönlich habe eine ganz große Abneigung gegen Punks, ich bin als Teeni in Gruftikleidung sehr oft von Punks beschimpft, schikaniert und auch körperlich angegriffen worden und heute bekomme ich immer noch Beklemmungen, wenn mir auf der Straße Punks entgegen kommen oder ich auf einem Festival diesen bestimmten Stil sehe.

    Und in diesem Gefühlsbad empfinde ich auch NS anmutende Uniformen, irgendwo zwischen ganz entsetzlich, interessant und hübsch.

    Dennoch finde ich es einfach falsch die persönliche Ethik, Ängste und Moralvorstellungen als Projektion auf die Kleidung einer fremden Person zu legen.

    Finden wir SS Uniformen aufm Festival scheiße, weil uns irgendwie anerzogen wurde, dass das ein moralisches NoGo ist? Widerspricht das nicht der Mentalität der Szene an sich?

    In diesem Sinne, my 2cents…

  15. Nazis sind scheiße, verpisst Euch aus Deutschland!
    Wir wollen Euch nicht in der schwarzen Szene, Ihr seid das letzte!!!!

    Historische Uniformen sind das Eine, Gewaltverherrlichung einer Gruppe von Massenmördern das Andere!!! Schaut Euch an was Ihr damals und in den 90gern angerichtet habt!!! Wer die Szene als Entschuldigung nimmt, so eine Uniform zu tragen um in dieser seine Einstellung mal zeigen zu können ohne sie zuzugeben darf auch nicht mehr zum Döner oder zum Chinesen!!!

    Fickt Euch Ihr Scheiß-Nazis!!!

  16. @Sandra: unabhängig von Deiner Aussage finde ich Deine Wortwahl ziemlich daneben.

  17. @Tanzfledermaus: Dann sind wir wohl unterschiedlicher Meinung. :) Wut ist Wut, aber der Kernpunkt der Aussage bleibt. Verbrennst Du gelegentlich Kinder? :)

  18. Liebe Szene rechts der CDU.

    Da dies offenbar Eure Seite ist, entschuldige ich mich für meine lästerliche Anwesenheit und werde Spontis.de zukünftig möglichst meiden. :)

    Alles Liebe für die Seitenbetreiber und viel Glück mit Eurem Blogg. :)

  19. Auf derart polemische Leute kann ich gut verzichten.

  20. Danke, ich mag Dich auch nicht. Eine eigene Meinung liegt halt nicht jedem.

    Wünsche Euch noch viel Spaß auf dem Blog, Dir natürlich auch, Tanzfledermaus. Für weitere Diskussionen stehe ich NICHT MEHR zur Verfügung. :) Danke für Euer Verständnis. :)

  21. Was geht denn hier ab?

    Sehr geehrte Frau Walder, jetzt wischen Sie sich erst einmal den Schaum vor dem Munde ab, und bemühen sich bitte, den Beitrag und die dazu im Anschluß erfolgte Diskussion sachlich zu erfassen. Wer lesen kann (und will), ist klar im Vorteil…
    Nun, Ihr Auftreten ist – gelinde ausgedrückt – das eines typischen fb (und Konsorten)-Herummeiners, d.h.: polemisch holzhacken, beleidigen, undifferenziert herumpöbeln (vielleicht auch, ohne überhaupt nur einen blassen Dunst von der – zugegeben – „schwierigen“ und in der Tat diskussionswürdigen Materie zu haben). Hintergrundwissen und das Beschäftigen mit dem Thema wären vielleicht hilfreich…
    Bodenlos natürlich auch Ihr Verhalten gegenüber Tanzfledermaus. Falls (von Ihnen) nicht bemerkt, die Ihnen in der Sache ja offenbar nicht widerspricht, jedoch Ihren „Stil“ (vollkommen berechtigt) kritisiert. Vollkommen lächerlich, dann im Anschluß von Ihnen, den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr zu sehen. D.h. – klar doch – wer nicht „für Sie“ ist, ist „gegen Sie“, hmmm? (und von daher befinden auch Sie darüber, wer in die „schwarze Szene gehört“ – und wer nicht…, oder was?) Und deswegen ist dieser ganze Blog sofort in Sack und Pack ein Nest von rechtstümelnden Verbindungsszenlern, nicht wahr? Aber Sie haben ja in der Kürze der Zeit, in der Sie sich hier aufhielten, den kompletten Blog gelesen, erfasst und haarklein seziert und analysiert, Sie Genie.
    Von welch schlechtem Stil Ihr Verhalten geprägt ist, zeigt sich auch in Ihrer „Abschiedsrede“: vorher den Elefant im Porzellanladen geben und anschliessend feige verdünnisieren wollen. Na, da lach‘ ich aber mal…
    (btw.: eine – wirkliche, und kein sarkastisches Getue, wie von Ihnen dargestellt… – Entschuldigung seitens Ihnen an Tanzfledermaus und den Betreiber des Blogs wäre das mindeste, mal sehen ob Sie immerhin diese Größe aufbringen…)

    Und nur zum besseren Verständnis (falls hier wieder die „Nazikeule“ geschwungen werden will…): ich bin absoluter Antifaschist, mag auch keine – unreflektierten – Uniformträger, habe aber allerdings auch (oho!) Death In June-LPs im Regal stehen… (was ist die Welt doch so – enttäuschend – gar nicht schwarz-weiss, nicht wahr…?)

  22. Agressives polemisches Herumstänkern und eine sachlich/vernünftig vorgetragene Meinungsäußerung sind zwei Paar Schuhe!
    Ersteres ist übrigens auch ein gern gewähltes Stilmittel im von Dir verhassten politischen Lager.
    Schon allein deshalb sollte man seine Worte überdenken, weil es sonst schnell ein Eigentor wird, man sich als Parolen nachbetendes, einfaches Gemüt darstellt – egal welcher politischer Couleur.
    Dein Rückzug in den Schmollwinkel tut dazu ein übriges.

    Im Übrigen wurde Dir Deine Meinung weder vorgehalten noch abgesprochen, sondern lediglich der Tonfall kritisiert. Auch wieder zwei Paar Schuhe.

    (Danke. T.S., für Deine Zeilen, jetzt haben sich unsere Beiträge durch mein Editieren überschnitten )

  23. Ernsthaft… Da taucht hier seit Zeitaltern endlich mal wieder meinungsbildender Aggressionszündstoff auf und dann verebbt dieser in einer Handvoll Einzeiler mit kitschig diplomatischem Unterton … das ist so verdammt öde.

    Ich habe hier bestimmt schon meine Meinung niedergeschrieben; bin nur zu faul nachzusehen. Somit gebe ich kurz zu Protokoll, dass es mir so etwas von egal ist, ob ich im nächsten Goten-Schaulauf wieder Uniformen erblicke oder nicht. Bei Kerlen eh. Und Mädels können mit solch brachialer Strenge recht reizvoll wirken. Zumindest wenn es stilsicher sitzt. Und das ist für mich das einzige was zählt. Denn irgendwelche Aussagen, Differenzierungen und Reflektionen und Blah… wenn ich da vielleicht einst Wert drauf legte, so ist es mir diese Meinung längst abhandengekommen. Warum? Aufgrund von Gerechtigkeit und Gleichgültigkeit.
    Dazu ein Beispiel der Kategorie: »Ach wie niedlich.«. Hierbei wird auch nicht reflektiert. Zumal es nichts Unreflektierteres gibt, als ein Wanst im Kostüm. Aber Legionäre zogen ja nur mit Brot und Liebe von Haus zu Haus und wurden höchstens mal von einem kleinen gallischen Dorfe heraus verdroschen; wenn diese wieder zuviel gebechert hatten. (Und man komme mir jetzt nicht mit der albernen Argumentation, dass es sich hierbei ja nicht um eine echte Uniform handle. Als ob der Volkssturm der Moralapostel bei der Diffamierung darauf Wert legt, ob der Schnitt des Festivaluniformierten nun authentisch oder paramilitärisch daherkommt.)

    Aber darüber empört sich niemand. Weil unsere Entrüstung selektiv ist. Menschenverachtend willkürlich ermessen wir den Grad an emotionalem Widerstand anhand quantitativer Daten. Wie lange ist es her? Wieviel Tote gab es? Wie weit ist es von meiner Haustür entfernt gewesen? Was stand dazu alles im Fokus? Wie groß ist der Pegel gesellschaftlicher Duldung? Sowie die Aufarbeitung innerhalb des Klamauks? Da wird die Greul im gesellschaftlichen Gleichschritt verniedlicht. Damit man seine Kraft aufsparen kann, um inbrünstig die Gestalt in Breeches, mit Koppel und Bandelier, beschimpfen zu können.

  24. O.k., bevor es Dir zu „öde“ wird, kannst Du dies hier haben ( was an jemandem, der den – auch irgendwie (bl)öden – Begriff „Gutmensch“ pflegt zu benutzen; bzw. Zeitgenossen, die Kritik an Militarismus laut werden lassen, abwertend als „ökologisch abbaubar“ abwatscht, höchstwahrscheinlich abbröckelt, aber so what… ), here we go:

    Nein, ich war nicht so faul, und habe „nachgesehen“: Beitrag #13 ist’s (u.a.), aber der genügte mir schon vollkommen…

    Und wie im nachfolgenden Diskussionsbeitrag (#14) schon ganz richtig gekontert wurde, sind (doch schon) eindeutige optische Annäherungen an den Stil von gewissen Uniformen aus dem „Dritten Reich“ nicht in Vergleich zu setzen mit einem arg bemühten Darstellungsversuch, bzw. einer Interpretationskrücke wie der Formulierung/Deutung einer Art „Uniformität einer Jugendkultur“ (inkl. den weiteren hanebüchenen Versuchen, diverse Kleidung als Uniformen analysieren zu wollen, um die Uniform, die für Militarismus steht, künstlich zu verharmlosen…).
    Dies werte ich durchaus als relativ stilloses Ablenkungsmanöver.
    Stillos auch vor allem deshalb, da uns die „Ästhetik“ eines Kleidungsstils als historische Vorlage weisgemacht wird, die uns die (gesellschaftlichen, soziokulturellen, etc.) „Machtverhältnisse“ verdeutlichen/erklären soll, und das sogar zwischen den Geschlechtern! (sic!) Na, da musste ich direkt zweimal hinsehen… (no further comment…)

    Und weiter: sehr wohl ist z.B. eine SS-Uniform (wenn auch nur stilisiert, nachgemacht, etc.) sofort als eine solche „Verkleidung“ (wenn’s denn eine ist…) zu erkennen, auch wenn der Träger gnädigerweise auf die „Hoheitsabzeichen“ verzichtet (btw: manchmal denke ich: „verzichten muß“…). Und jetzt rein subjektiv: ich persönlich habe absolut etwas dagegen, wenn solch ein „Elite“-Grufti in absolutem Wichs, mit der Krönung einer relativ eindeutigen Schirmmütze auf dem (irgendwie auch so ganz zufälligen) Pimpfenhaarschnitt irgendwo bei einer VA um die Ecke biegt, und man im ersten Moment zusammenzuckt, weil man zunächst glaubt, hier kommt Heini Himmler höchstpersönlich, Stillgestanden!
    Na, da frage ich mich allerdings, wo da die „Parodie“, „Ironie“, bzw. „Kritik“ sich versteckt hält. Und komme mir ja niemand mit der alten und abgedroschenen „Provokation“. Wer nach all den Jahren der Musik- und auch Szenehistorie, inkl. deren altehrwürdig gewordenem Verstörungspotenzial noch immer denkt, mit „Nazi“-„Ästhetik“ (sic!) „schocken“ zu können, der hat schlichtweg den Schuss nicht gehört!
    Und jetzt kommt an der Stelle, was ich genau mit „unreflektiert“ meine: da wurde bei einigen musikalischen „Idolen“ irgendwas abgeguckt, als „cool“ empfunden, falsch interpretiert, und vielleicht auf billigen „Provo“-Faktor getestet – und zuletzt relativ unsensibel auf die Strasse/zum Event verfrachtet.
    Aber Merke: die wenigsten von den Herrschaften „schwarze Szene“-Uniform-Uniformierten (oder gar ach-so-„Individualisten“… – muhahahaaa…) dürften wohl tatsächliche Mitglieder einer Art „Uniform-Fetish-Szene“ sein. Mit solchen melodramatischen Nebenbei-DIJ/Blutharsch/Nachtmahr-Fans und -Kaspern geben die sich höchstwahrscheinlich kaum ab…
    Und wer denkt, so eine (militärisch konnotierte) Uniform würde an „Mädels“ besonders sexy, stylisch, wenn nicht gar „niedlich“ wirken, der kann sich ruhig mal – ganz allgemein – über sein Frauenbild Gedanken machen…

    Jetzt habe ich im Bezug auf Schnitte, Stoffe, Farben, etc., die Militärkleidung, bzw. Uniformen entlehnt sind, keineswegs etwas zu kritisieren, wenn diese sinnvoll, mit Stil und/oder Funktionalität in die „zivile“ Mode eingehen. Kann wirklich chic ausschauen, bereichert manchmal vom Sinn her, ganz so wie es auch bei Arbeitskleidung-meets-Freizeitbekleidung anzutreffen ist.

    Aber zum Schluß, ich musste ich mich über diesen Äpfel/Birnen-Vergleich bezüglich des Kinderkostüms doch noch mal schwer wundern. Nochmal, wir reden hier primär über Leute, die mit Klamotten in der Szene hausieren gehen, die eindeutig der „Nazi“-„Ästhetik“ entlehnt sind, was soll also dieses Ablenken und übereifrige Fingergezeige nach dem Motto „aber-die-da-dürfen-aber…“ So was kommt schon arg revanchistisch daher und hat nicht den besten Stil. Oder sind wir jetzt gar wieder einmal beim billigen Vergleichs-zwickzwack-Spielchen a la „die Kommunisten haben auch Millionen Leute hingerichtet“ oder gar „die Römer haben soooo viele Germanen hingemetzelt“ angelangt? Herrgott, aber o.k.o.k., ich werde dann auch mal darüber nachdenken, wenn der erste Julius-Caesar-Wiedergänger auf dem nächsten WGT auftaucht…

  25. Hatte ich das einst geschrieben? Ist ja witzig…

    Okay, es wird sich am Begriff des »Gutmenschen« gestört. Ich gebe zu, dass seit der Zusammenrottung des patriotisch abendländisch (geistigen) Prekariats -oder des Herumulkens einer AfD- dieses Wort ein wenig an Charme eingebüßt hat.
    Zudem sprach ich hierbei vom »Scheuklappenblick des Gutmenschentums«. Ergo von Radikalisierung welche das Ganze wieder in Negativität kehrt. Und das darf man kritisieren. Denn wenn im blinden Eifer, immer die unbestreitbar moralische Instanz sein zu müssen, der Weitblick verloren geht… sorry, aber das ist etwas, das mir auf den Keks geht. Mich nervt solcher Scheuklappenblick am Sexismus, am Chauvinismus, am Rassismus und Speziesismus. Mich nervt das an Religionen, am Nationalismus, Faschismus und eben auch an Moralaposteln (aka »Gutmensch«)
    Und »ökologisch abbaubaren Bundeswehrgegners«… ach komm´, das finde ich heute noch amüsant. Zudem ist der Mensch ökologisch abbaubar. Denn egal wie geistig verstrahlt, er wird zum Glück nicht so schnell Sondermüll werden.

    »Na, da frage ich mich allerdings, wo da die „Parodie“, „Ironie“, bzw. „Kritik“ sich versteckt hält. Und komme mir ja niemand mit der alten und abgedroschenen „Provokation“.«

    Komme ich auch nicht. Ich komme mit dem Argument, dass es dem Träger womöglich egal ist. Er es nur als Stil ansieht. Vielleicht findet er es geil. Sieht sich als Übermensch und bedauert insgeheim, dass nicht mehr überall in der Stadt die Reichsflaggen hängen oder ihm Menschen mit gelben Aufnäher begegnen. Dann, und da bin ich wohl mit der Runde im Einklang, ist dieses ein Arschloch, das zu blöd ist Geschichtsbücher zu lesen.
    Aber was ist, wenn dieser einfach Form von Inhalt trennt. Und ich habe sehr stark das Gefühl, dass dieses ein wunder Punkt ist, den niemand in Betracht ziehen will. Deshalb tue ich es. Vielleicht auch weil ich es kann. Und einfach, weil es dazu gehört, wenn man innerhalb einer Debatte einen Sachverhalt durchleuchtet.
    Ich sehe einen beispielsweise SS-Schädel als nüchterne Form. Als Logo und Symbol. Der historische Kontext ist das eine. Die Form das andere. Ich würde ihn nie tragen, da mir dieser zu grenzdebil grinst und auch so von der Gestaltung her absolut plump gemacht ist. Der Reichsadler hingegen ist stilistisch reizvoll. Eleganter als der Bundesadler, schneidiger…

    Und was ist passiert, während man das gelesen hat? Man unterstellt den Worten sofort auch die Sympathie mit der dazugehörigen Staatsform. Weil die gesellschaftspolitische Funktion der Symbole und deren Sinnbild in unseren Köpfen unüberwindbar miteinander verklebt sind. Ich habe in keiner Silbe das damalige Regime verehrt. Und doch wirkt es so. Aber genau das hinterfrage ich.
    Der eine trägt es mit politischem, geschichtlichem Kalkül. Mit Begeisterung für das damalige System. Der andere ohne auch nur einen Gedanken daran; straft dieses quasi mit Ignoranz. Zwei verschiedene Sachverhalte. Verschiedene Mentalitäten, gar Weltbilder. Und dennoch sitzen beide auf der gleichen Anklagebank. Mit Recht? Ich weiß es nicht. Glaube es aber auch nicht.

    »Und wer denkt, so eine (militärisch konnotierte) Uniform würde an „Mädels“ besonders sexy, stylisch, wenn nicht gar „niedlich“ wirken, der kann sich ruhig mal – ganz allgemein – über sein Frauenbild Gedanken machen…«

    Also bitte… soll diese Anklage jetzt als Projektion verstanden werden? Denn anders erschließt sich mir nicht der Zusammenhang. Eine stilistische Vorliebe ist gleich der Abwertung des anderen Geschlechts, mittels der selbstredend natürlichen Überlegenheit des Testosterons. Zum Glück schrieb ich nicht »Weibchen«.

    Aber in Ordnung. Da ist wohl eine Evolutionsstufe an mir vorbeigerauscht. Welche den Partner rein durch intellektuelle Höhe als Gemeinschaftswürdig definiert. Und nicht in erster Instanz mittels Instinkt und Trieb erwählt. Was ja in solche Assoziationen wie attraktiv, adrett, süß, schön oder niedlich mündet.
    Zudem gehe ich mal davon aus, dass Frauen, die gerne Uniform tragen, besser wissen warum sie dieses tun. Jedenfalls besser als alle anderen. Auch besser als ich. Aber wenn ich hierbei einmal meine Erfahrung mit einwerfe, so machen sie dieses definitiv nicht, um sich von ihrem Geschlecht loszusagen. Oder um sich in das Wesen des Unansehnlichen zu werfen. Sondern um ihr Geschlecht und ihre sexuelle Ausstrahlung, innerhalb jenes Kontrastes, besonders wirken zu lassen. Ergo: Um sexy zu sein.

    Aber ich weiß, dass das im Goth ein Streitthema ist. Wenn nicht sogar ein Tabu. Kollidieren die vergeistlichen morbiden Welten jener Szene doch zu gerne mit dem animalischen Trieb. Wahrscheinlich sind hierbei Paare wirklich nur Interessensgruppen und Kinder werden von der Fledermaus in Rotweingläsern abgelegt.
    Ja… Sarkasmus. Aber wer meint, meine leidenschaftliche Hingabe zum Trieb und dem aufreizenden Knistern zwischen den Geschlechtern mit irgendwelcher Abwertung der Frau in Einheit setzen zu wollen, diagnostiziert damit nur sein eigenes Unvermögen dieses in Einklang zu bringen. Und das war jetzt eine ebenso haltlose Unterstellung, da man nichts vom Leben und der Mentalität des anderen weiß.

    »Aber zum Schluß, ich musste ich mich über diesen Äpfel/Birnen-Vergleich bezüglich des Kinderkostüms doch noch mal schwer wundern«

    Das erinnert mich an etwas von erzaehlmirnix.

    »Nochmal, wir reden hier primär über Leute, die mit Klamotten in der Szene hausieren gehen, die eindeutig der „Nazi“-„Ästhetik“ entlehnt sind«

    Dessen bin ich mir schon bewusst… Und soll das jetzt bedeuten, dass es verboten ist, den hermetischen Raum dieser Szene zu verlassen und zu verallgemeinern. Wo bleibt denn da das argumentative Abenteuer des weiten Horizontes. Ja, Nazi-Klamotten auf dem WGT sind scheiße. Danke für die Sachlage, setzen, nächste Seite. Doch nur so weit zu denken ist doch bedauerlich. Man kann auch mal weiterschauen; über den Rand des Silbertellers hinaus.
    Wer keinen Bock darauf hat, und jeden Gedanken zum einzigen Szeneknigge runterbrechen will, der darf dieses gerne tun. Aber ich hatte einst den Verdacht, dass sich hier auch gerne mal für die Unterhaltung unterhalten wird. Und nicht einzig dafür, dass sich jeder gegenseitig als exquisiter Szenekenner bauchpinselt.

    »Oder sind wir jetzt gar wieder einmal beim billigen Vergleichs-zwickzwack-Spielchen a la „die Kommunisten haben auch Millionen Leute hingerichtet“ oder gar „die Römer haben soooo viele Germanen hingemetzelt“ angelangt?«

    Genau jene verächtliche Formulierung macht für mich die Selektion aus. Man fläzt sich auf ein Argument wie in den Fernsehsessel. Setzt seine Scheuklappen auf und bewertet die Sachlage unabhängig des weitreichenden Geschehens. Qualität und Quantität lichten aus. Man sitzt sinnbildlich erhaben auf dem Diskussionspodest und winkt querschlagende Einwürfe ab: »Was belästige er jetzt mit anderen Opfern. Erwähne er das gefällig wenn es als angebracht angesehen wird. Merkt er nicht, dass das jetzt nicht von Interesse ist.«

    Klar ist dieses selektieren typisch menschlich. Würde man das nicht können, dann würde man ja wirklich depressiv werden und nicht nur innerhalb dieser Szene darüber palavern. Aber genau das war als Gegenargumentation gedacht. Wo sind die Grenzen des guten Geschmacks. Nazi oder Legionär. Kein Depp rennt als Legionär auf dem WGT herum. Wobei mich das nicht mehr wundern würde. Aber das ist nicht das Thema.
    Auch die schwarze Szene brütet seine Nachkommen aus. Und Kinder sind Kinder. Die wollen sich nicht nur als Hexe, Teufel oder Vampire verkleiden. Das ist das Thema und damit hätte man einen billigen Bezug zur Szene. Oder wer rennt dort alles mit christlichen Symbolen herum. Mit kommunistischen. Klar, die Quantität derer Opfern kann nicht mithalten. Und das Christentum besitzt ja auch gutes. Aber im Kern werden die einen Leichen im Keller geduldet, die anderen ans Licht gezogen.

  26. Schönen Abend noch :)

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