Spotify: Neues und umstrittenes Abrechnungsmodell für Streams 2024

Seit Ende letzten Jahres steht der größte Streaming-Anbieter Spotify wiederholt in der Kritik. Ab Anfang 2024 sind Änderungen bei der Vergütung der Streams geplant. Musiker:innen und Musik-Verbände sind empört über das neue Verfahren, obwohl Spotify damit auch gegen Missbrauch vorgehen möchte. Doch beleuchten wir das ganze Thema etwas genauer.

Das Unternehmen Spotify

Daniel Ek und Martin Lorentzon gründeten Spotify mit der Vision, einen Streamingdienst zu schaffen, der alle Künstler auf einer Plattform vereint und diese angemessen an den Einnahmen beteiligt. Spotify sollte als legale Alternative zu illegalen Downloads und Piraterie von Musik dienen. Im Jahr 2008 startete der Dienst, doch zu diesem Zeitpunkt war noch nicht abzusehen, ob das Start-up die Musikbranche revolutionieren würde.Bereits in den ersten Jahren gab es Kritik am Spotify-System, insbesondere aufgrund der kostenlosen Version. Schon damals beschwerten sich viele Künstler über die geringen Einnahmen für häufig gestreamte Songs.

Der Grund dafür liegt im komplexen Abrechnungsmodell des Anbieters, bei dem auch Musikverlage eine Vergütung erhalten. Heutzutage zählt Spotify mit über 500 Millionen Nutzern und einem Marktanteil von über 30 Prozent zu den größten Anbietern auf dem Markt.

Finanzielle Herausforderungen und Preisanpassungen

Spotify hat als einzige Einnahmequelle das Streaming-Geschäft, im Gegensatz zur Konkurrenz wie Amazon oder Apple. Das hat zur Folge, dass das Unternehmen seine Serviceangebote erweitern und auf diese Weise mehr Einnahmen generieren muss. Beispielsweise hat Spotify über eine Milliarde Dollar in den Aufbau eines Podcast-Imperiums investiert, Studios erworben und Verträge mit prominenten Persönlichkeiten abgeschlossen. Zudem bietet das Unternehmen zahlenden Abonnenten vorübergehend in Großbritannien und Australien auch Hörbücher an, die sie 15 Stunden pro Monat ohne zusätzliche Kosten nutzen können.

Trotz der Beliebtheit des Dienstes und des steigenden Abonnentenzuwachses schreibt Spotify weiterhin rote Zahlen. Im Jahr 2022 stieg der Umsatz zwar auf 11,7 Milliarden Euro, aber das Unternehmen strebt schon seit einiger Zeit an, profitabler zu sein. Im dritten Quartal 2023 wurde ein Verlust von 302 Millionen Euro verzeichnet.

Daher kündigte Spotify im Juli 2023 an, die Abonnementpreise anzuheben. Die Premium-Einzelmitgliedschaft wurde von 9,99 EUR auf 10,99 EUR erhöht, während bei der Premium Family der Preis von 14,99 EUR auf 17,99 EUR angehoben wurde. Spotify begründet diese Preisanpassungen mit den gestiegenen Kosten im Bereich des Streaming-Geschäfts.

Das neue Spotify-Vergütungsmodell 2024

Neben der angekündigten Preiserhöhung bestätigte Spotify sechs Wochen vor dem neuen Jahr die Spekulationen über eine Neugestaltung ihres Vergütungsmodells.

Schon von Anfang an gab es Kritik am Auszahlungsmodell von Spotify. Das Unternehmen arbeitet nach einem Pro-Rata-System, bei dem Künstler:innen nicht für die tatsächlichen Streams bezahlt werden, sondern nach ihrem Anteil an den Gesamtstreams. Obwohl Künstler:innen mit vielen Streams einen größeren Anteil erhalten, hat dieses System Schwachstellen, die ausgenutzt werden können. Insbesondere große Musiklabels haben in der Vergangenheit dieses Abrechnungssystem kritisiert. Musik echter Künstler:innen wurde in Bezug auf die Auszahlungen genauso behandelt wie KI-generierte Musik, White Noise oder Naturgeräusche.

Der externe Druck führte schließlich dazu, dass Spotify nach Gesprächen mit wichtigen Major- und Independent-Labels Änderungen an ihrem Modell vorschlug. Das Pro-Rata-Abrechnungsmodell bleibt bestehen, wird jedoch mit drei Änderungen versehen, um sicherzustellen, dass „rechtmäßige Künstler:innen mehr Geld erhalten“. Diese Pläne wurden im vergangenen Jahr öffentlich vorgestellt, sind jedoch noch nicht endgültig beschlossen.

1. Festlegung eines Schwellenwerts für jährliche Mindeststreams

Derzeit erfolgt bei Spotify eine Auszahlung, sobald ein Titel länger als 30 Sekunden abgespielt wird, unabhängig von der Häufigkeit des Streamens.

Die geplanten Änderungen sehen vor, dass ein Song erst dann Einnahmen generiert, wenn er im Laufe eines Jahres mindestens 1000 Mal abgespielt wurde. Titel, die weniger gehört werden, werden bei der Verteilung der Auszahlungen nicht berücksichtigt. Spotify erwartet dadurch eine Einsparung von 40 Millionen US-Dollar, die in den Gesamt-Tantiementopf fließen und letztendlich bei Künstler:innen oder Rechteinhaber:innen landen sollen, die eine höhere Anzahl von Streams vorweisen können. Das Unternehmen betont, dass es durch diese neue Regelung keine finanziellen Vorteile erhalten werde.

Besonders diese geplante Reform sorgt derzeit für viel Streit und Diskussionen zwischen Befürwortern und Gegnern, auf die ich später noch eingehen werde.

2. Spotify plant Bestrafung von Manipulationen

Spotify hat in den letzten Jahren in Technologien investiert, um betrügerisches Streaming systematisch aufzudecken. Dazu gehört unter anderem der Einsatz von KI-Tools zur Erkennung künstlicher Streams sowie der Kampf gegen Streamingfarmen, die illegal die Anzahl der Streams erhöhen wollen.

Diese Art von Manipulationen führt dazu, dass ehrliche Künstler:innen und Rechteinhaber:innen ihre Einnahmen verlieren, während die Betrüger:innen kaum ernsthafte Konsequenzen befürchten müssen.

Für die Zukunft plant Spotify, Songs, bei denen offensichtlicher Streaming-Betrug zu überhöhten Abspielzahlen geführt hat, von der Plattform zu entfernen. Zusätzlich sollen diejenigen, die für den betroffenen Titel verantwortlich sind, einschließlich der Labels, eine monetäre Strafe pro Track zahlen müssen.

Die genauen Details, wie beispielsweise die Definition von „offensichtlichem Betrug“ und die Höhe der Geldstrafen, sind noch unklar. Es besteht jedoch weitgehende Übereinstimmung unter allen Beteiligten, dass der Kampf gegen Streaming-Betrug deutlich verstärkt werden sollte.

3. Neue Mindestspielzeit für nicht-musikalische Geräusche

Bisher wurden bei Spotify Musikstücke und „White Noise“-Tracks gleich behandelt. Nachdem ein Song oder ein White Noise-Track mindestens 30 Sekunden lang gestreamt wurde, galt dieser Stream als vollständig und berechtigt zur Auszahlung von Tantiemen. Allerdings haben Hersteller:innen von White Noise-Tracks und ähnlichem Inhalt die Möglichkeit genutzt, ihre Tracks in mehrere 30-Sekunden-Segmente aufzuteilen, um ihre Streaming-Einnahmen zu maximieren.

Spotify verzeichnet aufgrund von White Noise Podcasts einen jährlichen Verlust von etwa 35 Millionen Euro Bruttogewinn. Aus diesem Grund wurde im September in Erwägung gezogen, White Noise von der Plattform zu entfernen und zukünftige Uploads zu verbieten.

Obwohl es letztendlich nicht zu diesen Maßnahmen gekommen ist, plant Spotify dennoch, in Zukunft verstärkt gegen White Noise und ähnliche Inhalte vorzugehen.

Ab dem Jahr 2024 müssen alle nicht-musikalischen „Geräusch“-Tracks eine längere Mindestspielzeit erreichen, um Tantiemen zu generieren. Die genaue Länge der geplanten Mindestspielzeit ist nicht bekannt, soll jedoch mehrere Minuten betragen.

Die Kritik an den jährlichen Mindeststreams

Die geplante Änderung des Schwellenwerts für jährliche Mindeststreams sorgt für viel Aufregung in der Musikbranche. Die letzten beiden Punkte werden von Künstler:innen und Musikverbänden positiv aufgenommen. Der Verband freier Musikschaffender PRO Musik hat Anfang Dezember 2023 eine Petition auf Change.org veröffentlicht, in der es unter anderem heißt: „Durch die angekündigten Änderungen sorgt Spotify dafür, dass die Kluft zwischen besonders erfolgreichen Musiker:innen und kleineren Musiker:innen immer größer wird und vor allem große Acts und Labels von den Änderungen auf Kosten der kleineren profitieren: Survival of the fittest, Turbokapitalismus at its best.“

Tatsächlich haben die Auswirkungen einer Mindestanzahl an Streams keine negativen Folgen für mittlere und große Künstler:innen. Bands mit einer kleinen Fanbase oder aus Subkulturen wie unserer Schwarzen Szene wären jedoch besonders betroffen und es würde für sie noch schwerer sein, die 1000-Stream-Grenze zu erreichen. Am Ende würden sie nichts erhalten. In Deutschland erhalten Musiker:innen im Durchschnitt 0,0033 Euro pro Stream, sodass es für 1000 Streams etwa 3,30 Euro gäbe.

Allerdings stellt sich die Frage, ob es für Bands überhaupt sinnvoll ist, sich von Spotify abzuwenden. Wie mittlerweile bekannt ist, werden seit einigen Jahren immer weniger CDs verkauft. Streaming ist das führende Medium in der Musikindustrie geworden und hat einen Marktanteil von rund 80 Prozent. Im Jahr 2022 wurden 178 Milliarden Musikstreams verzeichnet. Das Generieren von Reichweite ist ein weiterer Aspekt solcher Plattformen und wie bereits erwähnt, zählt Spotify zu den größten Streamingdiensten auf dem Markt

Ein Schallplattenspieler mit Schallplatte und Kerzen im Hintergrund
Schallplatte-Foto: Quelle: #651234670- Anna – adobe-stock

Boykott von Spotify als Nutzer

Ob man als Nutzer aufgrund der neuen Regelung sein Abo bei Spotify kündigen sollte, bleibt letztendlich eine individuelle Entscheidung. Selbstverständlich gab es bereits zuvor einige Kritikpunkte, die eine Distanzierung von der Plattform rechtfertigen könnten. Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, dass Musiker:innen fair für ihre Werke entlohnt werden sollen. Meiner Meinung nach sollten sich Nutzer, die nicht bereit sind, sich von dem Streamingdienst zu trennen, zumindest die Petition gründlich durchlesen und unterschreiben.

Es liegt in unserer Hand als Konsument:innen, die Zukunft der Bands und insbesondere der kleineren Künstler:innen, vor allem aus der Schwarzen Szene, durch den Kauf von CDs, Schallplatten oder Merchandise zu unterstützen und ihnen damit etwas zurückzugeben. Ich selbst habe mich vor einigen Tagen von Spotify verabschiedet, da dieses Geschäftsmodell für mich nicht länger akzeptabel ist. Mir ist es besonders wichtig, mich für eine gleichberechtigte Behandlung aller Künstler:innen einzusetzen.

Zum Ende dieses Berichts möchte ich gerne Euren Standpunkt zu diesem Thema erfahren. Seit ihr selber Nutzer von Spotify oder anderen Streamingdiensten? Wie stehst Du zu den Änderungen bei der Stream-Vergütung und den kontroversen Diskussionen, die damit einhergehen? Ich bin gespannt auf Ihre Meinungen und Einschätzungen zu diesem Thema.

Ich verlinke zusätzlich noch einen Beitrag von 2021 aus dem Spontis-Archiv über das Auszahlungssystem von Spotify, wer sich noch mehr dafür interessiert oder informieren möchte.

Petition bei change.org: https://chng.it/z5xGLwCCjP

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Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Vor 1 Monat

Ich habe noch nie im Leben Musik gestreamt, das Modell interessiert mich einfach nicht. Auch finde ich diese dubiosen Abrechnungs-Praktiken unter aller Sau – für 1000 Streams so einen lächerlichen Bertrag zu zahlen, geht überhaupt nicht. Schließlich wollen Künstler von ihren Werken leben können oder zumindest kein Minus machen und zurecht auch das Gefühl einer Wertschätzung erfahren.

Musik, die ich mag, möchte ich auch als Tonträger besitzen, in meinem Fall als CD. Alben, wo mir zumindest die Hlfte der Tracks zusagt, kaufe ich mir auch. Vinyl mochte ich noch nie und reine Online-Veröffentlichungen von Musik finde ich mehr als bedauerlich. Für mich sind auch physische Tonträger wichtig.
Alle Songs meiner CDs hab ich auf meinen Computer „gezogen“, dort hör ich dann je nach Lust und Laune gezielt eine Band, ein Album oder eigene Playlists oder per Zufallswiedergabe.

Wenn mir wenige Songs eines Albums gefallen oder wenn es nur als MP3 o.ä. veröffentlicht wurde, kauf ich mir auch einzelne Songs oder Alben als Download, aber zumindest bei Alben wäre ich froh, wenn es sie auch als Tonträger zu erwerben gäbe.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von Tanzfledermaus
Phoenix
Phoenix(@phoenix75)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 1 Monat

Das sehe ich ähnlich. Ich befürchte aber, dass die CD bald auch nur noch so ein Nischendasein fristet, wie Vinyl. Traurig, wie mit den künstlerischen Outputs von Musikern umgegangen wird.
Ich habe die letzten 2 Jahre kaum noch CD’s erwerben können, weil a) offenbar die Künstler keine mehr veröffentlichen oder b) sich die Künstler generell zurückziehen, was Musikveröffentlichungen angeht (meine Wahrnehmung seit Corona). Es lässt sich schlicht und ergreifend damit kein Geld mehr verdienen… in den Subgenres sowieso noch weniger, als bei den größeren Künstlern.
Spotify und Co lässt die Musikkunst nur noch als billige Datei/Stream erscheinen, die man je nach Lust und Laune runterladen/löschen oder schnell weiter skippen kann. Absolut traurig.

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Phoenix
Vor 1 Monat

Ich finde es auch schade, dass viele Künstler wieder nur noch Vinyl veröffentlichen… Schallplatten kommen für mich deshalb nicht infrage, weil man sie nicht ohne sie umzudrehen anhören kann und es auch sehr mühsam ist, wenn man nur bestimmte Titel abspielen oder mal ein Stück „reinspulen“ möchte.

Das ist bei CDs viel praktischer, zumal es hierzu meist eine Fernbedienung gibt. Man muss also nicht immer wieder austehen und zum Player latschen, wenn man ein Stück überspringen möchte. Und man kann bei Bedarf im Track vor- und zurückspulen.

CDs kann man auch viel besser transportieren (z.B. zum Aus- und Verleihen), Platten sind da doch sperriger und anfälliger für Schäden.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von Tanzfledermaus
Ytt
Ytt(@yttrium)
Antwort an  Phoenix
Vor 1 Monat

Interessante Wahrnehmung – ich finde dass genau das Gegenteil stimmt, also dass gerade in den letzten Jahren irrsinnig viele szenerelevante Musik veröffentlicht wurde. Ich komme teilweise überhaupt nicht damit hinterher, mir neue Veröffentlichungen anzuhören. Gerade dadurch dass kleine Bands/Labels nicht mehr auf die kostenintensiven physischen Tonträger wie LPs oder CDs angewiesen sind können sie viel leichter veröffentlichen und ihre Musik unter das Volk bringen. Die Presswerke arbeiten ja bevorzugt mit großen Labels zusammen, einfach weil sie bei großen Auflagen mehr verdienen, man kann den kleinen Labels da wirklich keinen Vorwurf machen. Noch weniger den einzelnen Künsterlnnen. Es ist ja nicht ihre Schuld.

Und auch international ist durch Musikdownloads die Vernetzung viel besser geworden. Ohne Bandcamp wüsste ich deutlich weniger über Musik aus Lateinamerika (wo Düster-Mucke gerade boomt wie nichts gutes), Griechenland, Osteuropa, Australien, Südostasien … früher war mir gar nicht so richtig bewusst, wie international die Szene eigentlich ist, weil der Markt in Deutschland ganz viele Veröffentlichungen einfach ignorierte.

Größere Labels/Mailorder wie Young & Cold bieten sowieso eigentlich auch recht viele CDs an. 143 CDs sind schon eine Hausnummer; bis man sich da durch alle durchgehört um zu entscheiden welche man gegebenenfalls käuflich erstehen will dauert das schon eine Weile. Vinyl ist natürlich immer noch in der deutlichen Überzahl, aber das ist im Moment einfach auch sehr hip. Und weniger CDs als vor 20 Jahren sind das natürlich auch. Trotzdem will ich die Zeit von vor 20 Jahren nicht zurück haben, rein vom Musik-Angebot her.

Von solchen Alt-Herren-Vereinen wie Tesco red ich gar nicht erst. Deren Zielgruppe sind ja generell schlecht gelaunte Boomer; für die werden natürlich auch massig CDs angeboten – die Tonträger ihrer Jugend. Allein 183 die mit „A“ beginnen.
Nostalgie lässt sich nun einmal finanziell gut ausbeuten, insofern haben sie ja schon durchaus auch meinen Respekt. Wobei das ja jetzt nicht wirklich ein Grufti-Label im engeren Sinne ist, aber es gibt da genug Überschneidungen. :)

Ich finde das Bild jedenfalls bei weitem nicht so düster wie es hier gemalt wird.

Phoenix
Phoenix(@phoenix75)
Antwort an  Ytt
Vor 1 Monat

War doch klar, dass du irgendwann wieder mit deinen spalterischen Thesen um die Ecke kommst, weil dir in anderen Foren wahrscheinlich wieder zuviel Gegenwind um die Nase bläst… dann versuchst du es hier wieder.

graveyardqueen
graveyardqueen(@graveyardqueen)
Antwort an  Ytt
Vor 1 Monat

Bleiben wir Mal realistisch, in erster Linie gehen die Leute in ihrer Schilderung ja von der Musik aus, die sie schon kennen und mögen.
Mir persönlich fällt zum Beispiel sofort Paralysed Age ein, deren letzte Veröffentlichung nur virtuell erfolgte oder Dividing Lines, die ihr aktuelles Meisterwerk auch wieder nur als Vinyl und Mp3 veröffentlicht haben.

Und natürlich kann man sich durch 183 Veröffentlichung pro Buchstaben wühlen, aber Mal ernsthaft,…mit welchem Sinn Bitte?! Einfach aus der Hoffnung heraus, dass vll. fünf sechs Sachen dabei sind, die einen ansprechen?

Persönlich fand ich das ja schon immer etwas fragwürdig, wenn Leute sich damit schmücken, wie viel Künstler sie kennen und hören oder wie viel Events sie im Jahr mitnehmen. Für mich hat sowas weniger mit Szenekenner zu tun, sondern mehr mit einem kleinen Ego was mit Hilfe von etwas aufgebessert werden muss. Mir war Qualität statt Quantität immer wichtiger und ich entdecke Dinge lieber rein Zufällig statt bewusst danach zu suchen, nur um vll. als „true“ durchzugehen.

Black Alice
Black Alice (@guest_64216)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 1 Monat

Es bleibt einem doch nichts anderes übrig als sich durch hunderte Veröffentlichungen zu mühen, weil heute jeder ganz leicht veröffentlichen kann. Es gibt heute so viel Mist, weil es so einfach ist, dass man sich da durch wühlen muss um was taugliches zu finden. Sicher, man kann beim altbekannten bleiben, aber damit bleibt man geistig hängen bzw stehen und das ist auch nicht gut. Genau letzteres werfe ich meiner Generation vor die, musikalisch gesehen, in ihrer besten Zeit also der Jugend, hängen geblieben ist und sich nicht weiter entwickelt hat. Für mich, die sich für Musik interessiert und für die Entwicklung in der Musik und überhaupt, unverständlich. Ich gehöre zu den wenigen meiner Generation, die musikalisch am Ball geblieben sind, wenn ich mich so umschaue.

Noch nie hatten wir eine solche Auswahl wie heute. Auch wenn einige auf Vinyl veröffentlichen, so gibt es ihre Musik meistens auch als mp3 und sogar Flac, sodass man auch seine eigene CD brennen kann, wenn man unbedingt auf CD beharren will.

Ich muss der obigen Behauptung im anderen Posting auch widersprechen, dass Presswerke nur mit den großen Labels zusammen arbeiten. Vinyl ist weiterhin nur eine Nische und die Presswerke arbeiten mit jedem zusammen. Gerade im Punk Bereich und auch Hip Hop gibt es viele kleine Labels, die Vinyl pressen lassen. Selbst kleine Techno Labels machen das.

Es ist ein Jammern auf extrem hohen Niveau, das heute viele haben.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von Black Alice
graveyardqueen
graveyardqueen(@graveyardqueen)
Antwort an  Black Alice
Vor 1 Monat

Meiner Meinung nach ist es in heutiger Zeit eigentlich schwer, musikalisch stehen zu bleiben. Geht man auf Festivals, Konzerte und in Clubs hat man immer die Möglichkeit auf Musik zu stoßen, die man noch nicht kannte, auch neueres. Genauso wenn man sich auf YouTube Playlists anhört. Man muss sich also nicht zwingend durch Plattenlabels wühlen 🤷🏼‍♀️.
Mir persönlich ist das dann auch relativ egal, ob ein Album nun vor 5 Jahren erschienen ist oder erst vor 6 Monaten. Ich komme mir da nicht weniger Schwarz vor, wenn ich nicht alle Veröffentlichungen aus dem Jahr 2023 kenne.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von graveyardqueen
Ytt
Ytt(@yttrium)
Antwort an  Black Alice
Vor 1 Monat

Oh, hat sich das mit den Presswerken wieder normalisiert? Das freut mich zu hören, vor gar nicht langer Zeit war die Rede noch von monatelangen Wartezeiten.

Black Alice
Black Alice (@guest_64220)
Antwort an  Ytt
Vor 1 Monat

Also bitte, in dem Link geht es um Probleme in der Pandemie. Da hatten viele ihre Probleme. Vinyl habe ich, seit ich seit gut 20 Jahren auf Veranstalterseite mit dem Musikzirkus zu tun habe, immer im Merch gesehen. Vinyl war nie wirklich weg.

Phoenix
Phoenix(@phoenix75)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 1 Monat

Vorallem war das meine ganz subjektive Einschätzung und die in Frage zu stellen mit der Nennung von Labels, die schon länger bestehen, als 2 Jahre und deren Aufzählung der Anzahl an Veröffentlichung, die man natürlich alle haben muss, damit man seine subjektive Wahrnehmung aufbessern kann, obwohl man mit deren Musik weniger anfangen kann… nunja, wir kennen das ja nun schon länger von Frau Ytt. ;)

Aber viel wichtiger war ihr eben, die Tesco-Leute und deren Hörern und Liebhabern des Industrial, Dark Ambient und Power Electronics als „schlecht gelaunte Boomer“ zu bezeichnen, weil man gegen dieses Label und Menschen, sorry Männern, mittleren Alters eine Abneigung hegt. *Schultern zuck*
Solche Anliegen sind natürlich absolut wichtig. Man muss ja überall seinen „Standpunkt“ ins WWW absondern.

Mal davon ab, dass viele Labels mehr Wert auf Quantität, als Qualität legen. Aber da sind wir eben wieder bei der Subjektivität. ;)

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von Phoenix
Niggels
Niggels (@guest_64171)
Vor 1 Monat

Ich habe meinen Pro-Account bei Spotify schon vor zwei oder drei Jahren gekündigt und bin zu Tidal gewechselt. Nutze ich aber auch wenig, am meisten Bandcamp.

Durante
Durante(@durante)
Vor 1 Monat

Ich fände Musik-Streaming-Dienste nicht prinzipiell problematisch, aber in der Realität sind sie es leider: Bei z.B. Spotify war es seit jeher so dass weniger bekannte Künstler quasi nichts verdienen und nur ein paar Superstars wirklich nennenswert davon profitieren…
(Und Podcaster die nicht Spotify-exklusiv arbeiten und auch keine Werbung einbauen, verschenken ihren Content buchstäblich an Spotify obwohl Spotify damit wiederum Geld verdient…)
Dass der Laden (in meiner bisherigen Wahrnehmung Marktführer, imho miese Geschäftspraktiken) es nicht schafft profitabel zu arbeiten erstaunt mich aber tatsächlich.
Meine Musik (von Lebanon, Selofan & Co.) kaufe ich bewusst noch auf CDs (obwohl ich sie anschließend sowieso digitalisiere und die CD ins Regal wandert – Auch wenn ich eine hübsche Aufmachung, ein interessantes Booklet usw. durchaus zu schätzen weiß), bevorzugt direkt bei den jeweiligen Labeln (Fabrika Records, Yound & Cold, etc.)…
Vinyl hat durchaus seinen Charme (und ein paar Platten hab ich auch zu Hause)… aber für mich aktuell nicht genug um mir wieder einen Plattenspieler zu besorgen.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von Durante
Marquis
Marquis(@marquis)
Vor 1 Monat

Damit hatte ich mich noch nicht befast, den ich höre entweder Spontisradio, Radio Dunklewelle oder meist im Auto CD´s.
Nach dem Artikel von Gruftwurm (lieben Dank!)behalte ich dieses für mich weiter bei.
CD´s finde ich auch praktischer als Schallplatten, jedoch haben diese auch ihren berechtigten Platz, schon wegen den Gestalltungsmöglichkeit von Schallplattenhüllen gegenüber CD-Einschiebern.
Und es macht auch irre Freude ein Grammophon anzukurbeln und den Tonabnehmer mit Nadel auf eine Schallplatte zu setzen und der knisternden und knacksenden Musik zu lauschen :-).

Black Alice
Black Alice (@guest_64231)
Antwort an  Gruftwurm
Vor 1 Monat

Auf eine Schellackplatte, bitte schön. So viel Authentizität muss sein. ;-)

Robert
Robert(@robert-forst)
Admin
Antwort an  Black Alice
Vor 1 Monat

Iiiiih! Sind das nicht die Ausscheidungen von irgendeiner Laus?

Das „Knacksen“ verströmt genau das ein sehr heimeliges Gefühl, das so fest mit der Vergangenheit veknüpft war. Lustigerweise waren diese Geräusche auch bei selbst aufgenommenen Kassetten in der damaligen Zeit noch da, schließlich hat man ja von Platte aufgenommen. Es ist wie „Körnung“ in alten Filmen, ohne die der Film einfach nicht mehr das ist, was er war.

Mondlichtkobold
Mondlichtkobold(@mondlichtkobold)
Vor 1 Monat

Ich gestehe, dass ich täglich Musikstreaming nutze. Vor allem, wenn ich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin. Es ist einfach die beste Lösung dafür & dass ich selten komplette Alben durchhöre, sondern teilweise sehr gemischte Playlists & viele verschiedene Künstler_innen.
Außer Frage steht dabei für mich, dass Kunstschaffende fair bezahlt werden sollen! Deswegen versuche ich gerade bei den Künsler_innen, die ich wirklich häufig höre, auch anderweitig zu investieren (Merch, Konzerttickets, seit kurzem auch Platten, …). Komplett auf Streaming verzichten will ich allerdings nicht, weil ich aus finanziellen Gründen sonst leider wirklich große Abstriche bei der Bandbreite der Musik & Künstler_innen, die ich gerne höre, machen müsste. Deswegen bleibe ich erst einmal bei dem Hybrid-System aus Stream + anderweitiger Unterstützung.

SasWag
SasWag(@saswag)
Antwort an  Mondlichtkobold
Vor 1 Monat

Genau so halte ich es auch. Ich nutze täglich mein Apple-Music (was ja angeblich etwas fairer sein soll – keine Ahnung ob es so ist), vor allem um auch neues (altes) für mich zu entdecken. Um dann bei Gefallen entweder meine CD/Vinyl-Sammlung aufzustocken oder mir die Bands (wenn möglich) live anzuschauen oder deren Merchseiten mal unter die Lupe zu nehmen.

Black Alice
Black Alice (@guest_64178)
Vor 1 Monat

Was Tonträger angeht, so mag ich Schallplatten, im Gegensatz zu CDs. Eine CD ist irgend wie unpersönlich. CD rein schieben und per Fernbedienung fuchteln. Statt dessen kann man genau so auch eine mp3 anhören. Aber eine Schallplatte auflegen, das hat was von einem Ritual. Es ist etwas archaisches, ursprüngliches. Man hört einer Schallplatte dadurch viel bewusster zu, als einer CD oder MP3.

Gerade im Punk gibt es viele, die aus der Schallplatte ein Kunstwerk machen, mit farbigen Platten mit allerlei Muster darauf. Das ist schon was besonderes. Und einige veröffentlichen ihre Alben sogar auch auf Kassetten (wisst ihr Jungspunte was das überhaupt ist?, OK ihr könnt ja googeln…).

Mir waren diese Streamingdienste schon immer suspekt, aber man kommt nicht mehr ohne sie aus. Es kann doch nicht so schwer sein ein ehrliches Abrechnungssystem zu machen. Ich verstehe es einfach nicht, warum man das nicht macht. Da steckt sicherlich auch die Musikindustrie dahinter, die von dem System profitiert und denen die Künstler egal sind. Als Verbraucher hat man kaum eine Möglichkeit etwas zu machen, da alle Streamingdienste undurchsichtige und unfaire Abrechnungsmodelle haben. Will man die Musikerehrlich vergüten, bleibt nur Bandcamp und die Musikstücke kaufen.

Phoenix
Phoenix(@phoenix75)
Antwort an  Black Alice
Vor 1 Monat

Eine CD mit einer Mp3 gleich zu setzen finde ich jetzt schon ziemlich weit hergeholt. Klar, die Vinyl-Fetischisten denken, dass wäre der einzig wahre Tonträger und nichts geht über Vinyl… aber hier würde ich mal die Kirche im Dorf lassen. Zwischen einem physischen Tonträger und einer Datei in der Cloud besteht immer noch ein riesiger Unterschied. Das einlegen einer CD und das Durchblättern eines Booklets gleicht ebenso einem Ritual, wie das Auflegen einer Platte und dem Bestaunen des Plattencovers. Was ist denn für dich persönlich? Dass der Künstler nur für dich alleine (oder sagen wir mal für einer handvoll Leute) nur dieses Vinyl herstellt, signiert und persönlich überreicht? Hm, mag es in wenigen Ausnahmefällen geben. Alles andere wird dann doch mehr oder weniger industriell hergestellt und geht garnicht durch die Hände der Künstler.
Ich gebe zu, dass ich auch manchmal zu faul bin eine CD in den Player zu legen und dann lieber Musik über Bandcamp höre. ;)

Hoffentlich siehst du es nicht zu streng, wenn ich dir als großen Vinyl-Guru nicht huldige. ;D

John Doe
John Doe(@arno-siess)
Antwort an  Black Alice
Vor 1 Monat

Ich stimme dir zu, daß dem Auflegen einer Platte etwas „rituelles“ innewohnt.
Ich selbst habe auch nach wie vor einen Plattenspieler und eine recht ansehnliche Sammlung von Platten im Schrank. Aber es ist sehr selten geworden, dass mich die Nostalgie derart übermannt, daß ich noch eine davon auflege. 😉

Für mich persönlich ist die Musik die Essenz einer Band, das was sie eigentlich ausmacht. Alles andere, wie Booklets, Cover, farbiges Vinyl, etc. ist mehr oder weniger nettes Beiwerk.
Insofern ist es mir relativ egal, ob ich einen Song von Schallplatte, CD oder MP3 höre.
Mittlerweile bin ich in einem Alter, verbunden mit genug Konzertbesuchen, daß mir qualitative Unterschiede zwischen den Medien sowieso nicht mehr auffallen würden. 😢

Mit dem Gedanken, Musik zu streamen, bin ich nie warm geworden und habe solche Angebote bisher auch nicht genutzt. Das ist aber rein subjektiv… 🤷🏻‍♂️

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Black Alice
Vor 1 Monat

So viele Jungspunde sind hier vermutlich gar nicht am Mitlesen – es heißt ja immer wieder, die Goth-Szene wäre am Überaltern ;-)
Ja, ich weiß, was Kassetten sind und habe sogar noch einige davon, viele mit selbst gestalteten Hüllen und Beschriftung. Die höre ich aber nicht mehr, weil sowohl Walkman als auch Tapedeck schon längst das Zeitliche gesegnet haben. Sind nur noch Erinnerungsstücke. Vermutlich hat die Tonqualität auch schon immens gelitten, meine ältesten noch vorhandenen Kassetten sind von ca. 1983, die jüngsten etwa Mitte/Ende der 90er aufgenommen worden.

Hier sind auf einem Foto einige meiner Kassetten zu sehen:
https://www.spontis.de/schwarze-szene/dunkle-vergangenheit/gothic-berlin-teil-1-sylt-ist-doch-nur-eine-ferieninsel/

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von Tanzfledermaus
Black Alice
Black Alice (@guest_64184)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 1 Monat

Och, es wird doch noch ein paar Baby Bats geben. Ich habe noch alles, nur den Walkman nicht mehr (seit Ewigkeiten schon nicht mehr). Aber nutzen tu ich davon kaum noch was, außer jemand kommt mit so was um die Ecke und dann legen wir es ein und schnaken von der Vergangenheit.

Ytt
Ytt(@yttrium)
Antwort an  Black Alice
Vor 1 Monat

Und einige veröffentlichen ihre Alben sogar auch auf Kassetten (wisst ihr Jungspunte was das überhaupt ist?, OK ihr könnt ja googeln…).

Aber Kassetten sind durch den Lo-Fi-Boom der letzten Jahre doch eigentlich recht verbreitet und nichts außergewöhnliches mehr. Ich sehe die jedenfalls ziemlich oft auf Merch-Ständen liegen. Und auch die großen Labels versuchen sich daran. Taylor Swift und Lady Gaga sind jedenfalls keine kleinen Punkbands, und trotzdem gibt es Kassetten ihrer Alben. :)

AltePizza
AltePizza (@guest_64181)
Vor 1 Monat

Habe mich nie mit Streaming auseinandergesetzt. Bei mir läuft immer noch der Plattenspieler, Cd spieler und Kassettenrecorder. :)

Bis heute habe ich keinen MP3 Spieler.

graveyardqueen
graveyardqueen(@graveyardqueen)
Vor 1 Monat

Ich habe mir vor Jahren bei Spotify Mal einen Account gemacht gehabt, um auf die Playlists eines Bekannten zugreifen zu können. Aber wirklich genutzt habe ich diese Seite nie und der Account liegt fast genauso lange schon in der Versenkung. Generell habe ich es gar nicht so, mit den ganzen Musikdiensten, daher kann ich auch gar nicht soviel dazu sagen. Wenn ich Musik im Internet höre, dann greife ich auf das altbewährte YouTube zurück oder im seltenen Fall Bandcamp.
Mein erster Eindruck ist, dass Streamingportale aber auch nicht ganz unschuldig daran sind, dass immer weniger Leute CDs bzw. Platten kaufen. Und im Bezug auf die Babybats, die kennen es meist gar nicht erst anders, da sie in diese Hightechwelt geboren werden.
Mir persönlich sind CDs auch tausendmal lieber und ich würde wesentlich mehr kaufen, wenn die meisten Künstler nicht nur Mp3s oder Vinyls produzieren würden. Ich weiger mich in dem Moment dann auch eine Mp3 zu kaufen, dann habe ich halt Pech und geb mich weiter mit dem Upload auf YouTube zufrieden.
Wirklichen Sinn, bei dieser Streaming und Mp3-Sache, sehe ich eigentlich nur bei Musik, wo die Tonträger inzwischen wirklich vergriffen sind.

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 1 Monat

Ja, genau, bei ausschließlich digital veröffentlichten Titeln/Alben, vergriffenen oder hochpreisigst gehandelten Tonträgern oder wenn es nur ein, zwei Lieder auf einem Album gibt, die mir gefallen (und der Rest nicht), dann kauf ich auch mal ne MP3 als Download. Aber nur wenn es sonst keinen anderen Weg gibt, ohne unverhältnismäßige Kosten dran zu kommen. Es ist zum Teil schon echt unverschämt, was bei Discogs und ähnlichen Plattformen für „rare“ gebrauchte CDs verlangt wird. Und für ein, zwei gute Titel brauch ich mir nicht die CD ins Regal zu stellen, wenn ich die dann wegen dem mit mir unkompatiblen Rest darauf doch nie einlegen würde… Dann lieber in der Auswahl Qualität statt Quantität.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Monat von Tanzfledermaus
graveyardqueen
graveyardqueen(@graveyardqueen)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 1 Monat

Da bin ich vollkommen bei dir!
Sowohl bei den überteuerten CDs, die gebraucht gehandelt werden als auch, dass man wegen einem Lied nicht gleich ein ganzes Album braucht.

In meinen Babybat-Zeiten habe ich damals, mangels fehlenden Internetanschlusses, öfter Mal blind ganze Album, wegen eins zwei Liedern gekauft, um dann festzustellen, dass der Rest nicht gefällt. Man lernt mit den Jahren daraus und dank Internetzugang hört man jetzt sogar Alben probe 😅.

Ich finde es nur ärgerlich, gerade wenn ich da an Bandcamp z.B. denke, dass meist nur Bezahlungen via PayPal oder Kreditkarte möglich sind.

Phoenix
Phoenix(@phoenix75)
Antwort an  graveyardqueen
Vor 1 Monat

„Damals“, als sogar der Mediamarkt/Saturn noch ein wirklich abwechslungsreiches Angebot hatten, habe ich oft auch CD’s probe gehört, um eben nicht irgendwelche Fehlkäufe zu tätigen. Sowas sucht man heute vergeblich, sowohl das Angebot, als auch das probe hören. Daran erkennt man die Entwicklung, dass auch die CD bald so einen Stand wie Vinyl haben wird.

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Phoenix
Vor 1 Monat

In Berlin gibt es schon sehr lange, über 25 Jahre, einen kleinen CD Laden für vor allem gebrauchte Ware. Da konnte man sich auch immer CDs anhören und sogar einen CD kopierer ausleihen. Allerdings durften sie nur ältere Veröffentlichungen verleihen. Ich war schon länger nicht mehr drin, aber den Laden gibt es noch, hat auch eine Webseite mit seinem Bestand. Zee Dee in der Brüsseler Straße in Berlin-Wedding (bzw. Mitte)

Fantôme Noir
Fantôme Noir (@guest_64192)
Vor 1 Monat

Sind doch erstaunlich viele hier, die es wie ich handhaben: Streaming war und ist nix für mich – allein schon, weil ich eine Allergie gegen Werbung habe.
Für Auto und das hier nur selten praktizierte „nebenherdudeln“ gibt es MP3s (und alle vorhandenen CDs wurden konvertiert), und für das bewußte Hören bin ich tatsächlich wieder zu Schallplatten zurückgewandert – ausdrücklich nicht wegen irgendwelcher mehr oder weniger an Esotherik erinnernder Aussagen zum Klang der schwarzen Scheiben, sondern weil ich einfach gern der Nadel beim Hören zugucke. Das hat was entspannendes, finde ich ;-)

Black Alice
Black Alice (@guest_64209)
Antwort an  Fantôme Noir
Vor 1 Monat

Naja, wenn man ein Abo hat, dann gibts auch keine Werbung und man bekommt die Streams in bester Qualität. Ich nutze das sehr gerne. Man kann es mit dem Essen vergleichen. Im Normalfall gibts die übliche Hausmannskost (warum heißt es so, wo doch überwiegend die Frauen kochen?). Aber dann hat man mal Lust was besonderes zu essen und dann geht man an den Plattenspieler. Äh… Nein ich esse die Scheibe nicht. Aber ich nehme dann ein Plattencover her, hole mir die Scheibe raus, lege sie auf den Plattenteller, schalte den Plattenspieler ein, nehme dann die Bürste und wische mal über die Platte, lege den Hebel für den Plattenarm um und ziehe den Plattenarm zum gewünschten Lied und lege den Hebel wieder um und die Nadel senkt sich auf die Platte. Nach etwas knacken kommt dann das Lied und man guckt erst mal wie die Maschine so läuft. Dass man nicht vorher noch eine Dampfmaschine vorheizen und anschmeißen muss fehlt noch. Das ist so was von retro, voll aus der Zeit gefallen, das es so richtig cool ist. Dann nimmt man sich das Plattencover zur Hand und schaut sich das Artwork an und klappt dieses aus und im innern sind Bilder und Text und guckt es sich an, auf der Schutzhülle ist evtl auch was bedruckt mit Bildern und Text (nicht immer). Das alles guckt man sich an während die Musik läuft.

Und dann macht man den ganzen Zauber wieder aus, geht an den Computer und hört wieder mp3… :-)

Graphiel
Graphiel(@michael)
Vor 1 Monat

Ich sehe das recht ähnlich wie Durante: Ich verteufle Streamingdienste nicht pauschal, doch werden diese bei mir NIEMALS gewöhnliche Tonträger wie CDs ersetzen. Zur gelegentlichen Inspiration, oder zur musikalischen Beschallung unter der Dusche finde ich sogar Spotyfi ganz brauchbar, wobei dafür auch diverse Internetradiosender oder DJ-Playlists auf youtube eine gute (oft sogar bessere) Alternative sein können. Allerdings habe ich bei Spotyfi ohnehin kein Premiumabo abgeschlossen und habe auch nicht vor daran etwas zu ändern.

Ich für meinen Teil bleibe bei dem Erwerb von CDs, um die von mir bevorzugten Künstler zu unterstützen. Ich will Musik haben, bei denen ich den Tonträger in die Hand nehmen, oder ihn ins Regal stellen kann. Ich möchte mich (falls enthalten) gemütlich mit dem Booklet auf mein Sofa setzen können. Mich kotzt es da schon immer an, wenn Bands ausschließlich digitale Alben verkaufen, ohne mir dabei einen physischen Tonträger zur Verfügung zu stellen.

Obwohl ich das bei besonders kleinen Bands aus Kostengründen zum Teil sogar verstehen kann, bin ich bei Leibe kein Freund davon. Leider hege aber auch ich die Befürchtung, dass die CD zunehmend an Bedeutung verliert, da viele tatsächlich die platzsparende Variante per Stream oder mp3 bevorzugen. Andererseits hatte man sowas bereits voraus gesagt, als jugendliche Knalltüten auf dem Schulhof die frisch aus dem Internet kopierten Songs verteilt haben. Und naja… die CD ist noch immer nicht ausgestorben. Totgesagte leben halt doch länger. Zum Glück. :-)

SasWag
SasWag(@saswag)
Vor 1 Monat

Vielleicht wird das Problem ja tatsächlich angegangen:

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/eu-streamingdienste-reform-100.html

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