Kritik an Zensursula und die Geschichte der Zensur

Die Zensur ist keine Erfindung von Ursula von der Leyen (CDU) und Wolfgang Schäuble (CDU), soviel ist sicher. Das es traurig ist, das in unserer heutigen Zeit immer noch etwas zensiert werden muss, brauche ich niemandem mehr zu erklären. Doch woher kommt die Zensur, was sind ihre Ursprünge? Im Mittelpunkt dieser Frage steht die Kirche, die in der düsteren Vergangenheit das Monopol für sich beanspruchte, die Welt zu erklären und den Menschen ihr Bild zu vermitteln. Schreiben und das verfassen von Bücher war ebenfalls fest in den Händen der kirchlichen Institutionen, Verfasser von Werken die mit dem Leitbild der Kirche nicht einhergingen wurden zensiert, verfolgt, verhaftet und sogar getötet. Spekulativ könnte man annehmen, Hexerei und Ketzerei sind eine Erfindung der Kirche um Menschen die ihre eigene Meinung kundtun bequem und Volkswirksam loszuwerden. Eine interessante Doku, die bei 3sat ausgestrahlt wurde erregte beim Kraftfuttermischwerk meine Aufmerksamkeit, ich fasse den Inhalt wie folgt zusammen:

Als im 15. Jahrhundert Gutenberg den mechanischen Buchdruck erfindet, gerät die Welt der Kirche ins wanken. 1450 werden Bücher gedruckt, eine Revolution. Auch gefährliche Inhalte und falsche Lehren im Sinne des christlichen Glaubens werden nun leicht und für jedermann zugänglich verbreitet. Die Kirche muss handeln, sonst läuft sie Gefahr ihre Rolle in der Gesellschaft aufzugeben. Zu allem übel kommt auch noch Martin Luther und klagt das bestehende System der Kirche an, Prunkbauten und das Monopol die Stimme Gottes nieder zuschreiben. Papst Leo verpennt aber die Zeichen der Zeit und lässt Luther gewähren, die Lutherbibel wird ein Bestseller. 1541 ist Schluss mit lustig man beschließt die Zensur, ein Jahr später wird die Inquisition wird gegründet. Der Papst erlässt eine schwarze Liste mit Büchern, darunter natürlich auch die Luther Bibel, doch 1571 reicht das schon nicht mehr, man erfindet im Vatikan einen Arbeitskreis der für die nächsten 400 Jahre (!) das gute vom schlechten trennen soll.

Galileo.arp.300pixProminentester Fall ist wohl Galileo, der das kosmische Bild der Bibel (Sonne um die Erde) widerlegte und seine Theorien auch noch beweisen konnte. 1633 zwingt man ihn dazu seine Aussage vor der Kirche zurückzunehmen um nicht das Seelenheil aberkannt zu bekommen, den Rest seines Lebens verbringt er im Hausarrest. Später nennt es die Kirche Missverständnis bei der Interpretation der heiligen Schrift und gibt 1992 zu, einen Fehler gemacht zu haben.

Nach den Gräueltaten zu Beginn des 20. Jahrhunderts werden 1948 die Vereinten Nationen gegründet, die die Menschenrechte verfassen und beschließen. In Artikel 19 garantiert man das Recht auf freie Meinungsäußerung und Pressefreiheit. Bis heute halten sich noch nicht einmal die Hälfte der 185 unterzeichnenden Staaten daran. In anderen Ländern werden unliebsame Journalisten getötet und freie Meinungsäußerer verhaftet, bei uns macht man das technisch und viel diskreter, aber nicht minder wirksamer.  Im Gegensatz zu früheren Zeiten haben wir aber die Wahl und das im Sinne des Wortes, deshalb geht wählen und gebt nicht Parteien eine Stimme die das, wofür andere gestorben sind, langsam zersetzen.

Die Doku selbst möchte ich euch nicht vorenthalten, sie ist sehr interessant obwohl ich die beiden „Darsteller“ nicht mag, ihre Art ist für mich ein bisschen zu überheblich und Pseudoinformativ, der Inhalt der Sendung dafür aber umso besser und ansprechender präsentiert.

(Bildquellen: Stasi 2.1/Wikipedia, Galileo/Wikipedia)
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