Krieg in der Ukraine: Demokratie stirbt in der Dunkelheit

Nie gab es bessere Gründe für mich, die Farbe Schwarz zu tragen. Mir fällt es schwer, der tonnenschwere und klebrige Angst in meinen Gliedern die Energie für den Tag abzuringen. Nie hätte ich damit gerechnet, dass es so weit kommen würde. Unglaublich, wie ein einzelner Mensch mit fataler Macht die Welt durch seine Taten so nahe an den Abgrund bringen kann. Nie stand ich ratloser vor einer Situation als jetzt. Keine schlauen Zeilen, keine gut gemeinten Ratschläge, keine Lösung. Es ist mir fast ein Bedürfnis geworden, die Nachrichten abzuschalten, das Licht auszumachen und mich irgendwo zu verkriechen. Aber wie sagt man? „Demokratie stirbt in der Dunkelheit“, daher finde ich es wichtig, Flagge zu zeigen. Auch hier im Blog.

Wenn Putin eins erreicht hat, ist es, dass der Westen geschlossen für seine Werte einsteht. Entschlossen wie nie präsentiert sich die deutsche Regierung, während die Menschen zu Hunderttausenden auf die Straßen gehen, um endlich für etwas Sinnvolles demonstrieren. Den Frieden.

Mein Mitgefühl gilt den vielen Menschen in der Ukraine, die in gewisser Weise für unsere Werte den Kopf hinhalten. Mein Mitgefühl gilt auch den vielen Menschen in Russland, die sich von der Politik eines Wahnsinnigen in die Isolation ziehen lassen müssen. Das macht mich alles so unglaublich traurig. Mir kommt Johnny Cash in den Sinn. „Man in Black“ trifft es ziemlich genau.

Was ist das doch bisher für ein beschissenes Jahrzehnt!

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John Doe
John Doe(@arno-siess)
Vor 5 Monate

Mir ging es genauso wie dir, ich wurde davon komplett überrascht.
Als jemand, der im kalten Krieg groß geworden ist, kennt man das Gefühl einer Bedrohung, die immer unterschwellig da ist. Zumindest spätestens als man dann alt genug war, sich für das Geschehen in der Welt zu interessieren. Da gab es etwas im Hintergrund, auf das man keinen Einfluß hatte. Von heute auf morgen konnte alles vorbei sein. Ich glaube, daß dieses Lebensgefühl uns „Produkte“ der Achtziger wesentlich mitgeprägt hat. Dieses Gefühl ist plötzlich wieder da, total gruselig! :-(

Ich habe den russischen Präsidenten zwar immer für einen ausgewachsenen Machtmenschen gehalten, den man mit einer gewissen Vorsicht betrachten sollte. Für einen „Fuchs“, der gut im Pokern ist, aber eine Person, die trotzdem in einem gewissen Maß berechenbar und rational agiert. Da habe ich mich offenbar gründlich getäuscht!
Es bleibt nur zu hoffen, daß dieser Spuk zeitnah und mit so wenig Opfern wie möglich endet. In einem Krieg stirbt die Wahrheit ja bekanntlich zuerst.
Aber wenn man den Berichten Glauben schenken möchte, dann sind auch sehr viele Russen mit dieser Aktion alles andere als einverstanden. Das stimmt latent optimistisch…

Passenger999
Passenger999(@dirk-muehlenstrodt)
Antwort an  Robert
Vor 5 Monate

Putin mag ein schlauer Geheimagent sein, ein kluger Staatsmann ist er jedenfalls nicht, das zeigte schon seine Reaktion in der Pussy Riot Affäre, im Westen hätte man solchen Protest einfach ins Leere laufen lassen…
Wirtschaftlich gesehen hat er sein Land mit dem Krieg jedenfalls nachhaltig ruiniert, aber auch das nutzt den den Menschen in
der Ukraine im Moment auch nichts !

Graphiel
Graphiel(@michael)
Antwort an  Robert
Vor 4 Monate

Ich halte Putin offen gestanden noch immer nicht für dumm oder bekloppt im eigentlichen Sinne. Ein Vollpfosten kommt genauso wenig an seine Position wie ein Unzurechnungsfähiger, auch wenn Mensch sich dies gern einredet. Wer gibt schon gern zu, dass ein Verhalten wie es Putin an den Tag legt zwar grauenhaft und verachtenswert, jedoch ganz im Rahmen der menschlichen Natur liegt und somit ein kleines bisschen Putin in jedem von uns schlummert?

Im Gegenteil: Ich halte Putin inzwischen sogar für grauenhaft intelligent. Mit seinem (aus militärstrategischer Sicht) eher halbherzigen Angriff auf die Ukraine hat er den Westen in ein moralisches Dilemma gestürzt: Frieden, Freiheit und Wohlstand ja, aber zu welchem Preis? Findest du es nicht auch irgendwo erschreckend, dass inzwischen selbst ehemals hartgesottene Pazifisten und Gegner von Waffenlieferungen in alle Herren Länder, etc. dafür plädieren das sich der europäische Westen militärisch unbedingt mehr anstrengen muss, jetzt wo „der Feind“ unserer Werte quasi im Vorgarten wütet? Ich empfinde das (wenn auch durch und durch verständlich) auf eine gewisse Art höchst erschreckend.

So gesehen hat Putin bereits gewonnen, auch wenn er sich selbst dabei moralisch komplett disqualifiziert. Er hat nun gezeigt, dass selbst ehemals angeblich pazifistische Leute ihre eigenen Werte über Bord werfen, sobald es „vor der Haustür scheppert“. Frieden und ein No-Go von Waffenlieferungen ja, aber nur so lange die Konflikte weit weg sind. Von der nun sichtbar gewordenen wirtschaftlichen Doppelmoral einmal ganz zu schweigen. Man frage sich beispielsweise weshalb Russland vom Westen nun (zwar zu Recht) wirtschaftlich in den Ruin sanktioniert wird, während andere Länder wie Saudi Arabien oder der Iran munter ihre Nachbarn aushungern lassen dürfen. Auf der anderen Seite kannst du natürlich auch einen Diktator wie Putin nicht schalten, walten und angreifen lassen so wie er gerade Lust hat. Sowas sendet am Ende gar ein Signal für alle möglichen weiteren Autokratien es Putin gleich zu tun.

Ich weiß nicht wohin dieser Konflikt noch führen wird, oder was wir aus ihm lernen können. Ich hoffe nur, dass er bald endet und der friede in die Ukraine zurück kehren kann. Ich bleibe aber vorsichtig was Aussagen über einen „bekloppten“ Putin angeht. Intelligenz ist leider kein Garant für Friedfertigkeit und kann wie die meisten Werkzeuge auch sowohl für gute Dinge, als auch für die schrecklichsten Untaten eingesetzt werden.

Markus
Markus(@markus)
Antwort an  Graphiel
Vor 4 Monate

Das Bloodimir Putin sein Handwerk schon zu Sovietzeiten als Agent beim KGB von der Pike auf gelernt hat, steht außer Zweifel. Ich empfehle die ARTE-Dokumentation in deren Mediathek zu seinem „beruflichen Werdegang“, die vor Augen führt, wie Russland in den vergangenen 30 Jahren mit Regimekritikern, Oppositionellen und Andersdenkenden umspringt, im sprichwörtlichen Sinn pflastern Leichen seinen Weg. Putin hatte jahrzehntelang Gelegenheit, die Strategie seines Aufstiegs und seiner totalitären Machtübernahme vorzubereiten und umzusetzen, hat systematisch die Stärken und Schwächen seiner Gegner ermittelt und nicht erst seit seinem Truppenaufmarsch die gesamte europäische Union vorgeführt und entzweit.

Der aktuellen wirtschaftlichen und ethischen Bigotterie müßten wir uns gar nicht aussetzen, hätten bundesdeutsche Regierungen seit den 1990er Jahren konsequent auf eine ultimative Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen hin gearbeitet und uns damit endgültig aus Pflicht und Abhängigkeit des Autokraten und anderer demokratiebefreiter Systeme entlassen, die auf Öl und Gas sitzen und seit mindestens einem halben Jahrhundert die Kasse klingeln lassen. Spätestens die Ölkrise in den 1970er Jahren mit ihren autofreien Sonntagen war ein Warnschuß vor den Bug, den man nur allzu gern überhört hat und weiter überhören will. Regelrecht absurd ist der Gedanke, daß unser Staat an der aktuellen Rohstoffknappheit, herbeigeführt durch Krieg und Spekulation, durch Steuereinkünfte und sowieso schon immer illegaler Doppelbesteuerung (Mineralölsteuer auf Treibstoffe, darauf dann Märchensteuer) noch kräftig mitverdient. Grotesk wird es, wenn ein Finanzminister die aktuell hohen Benzinpreise abmildern will, indem er diese durch Preisnachlässe aus Steuermitteln subventionieren will, aber weiterhin Rohstoffe von einem Kriegsherrn beziehen will.

Umso fassungsloser machte mich die kürzliche Schimpftirade eines Herrn fortgeschrittenen Alters an der Supermarktkasse, der allen Ernstes der Ansicht ist, an unserer aktuellen vulnerablen Verteidigungs-Position seien vor allem die Grünen und die Friedensbewegung schuld, denen jahrzehntelange Abrüstung und damit der desolaten Zustand deutscher Verteidung zuzuschreiben ist. Sowie Menschen in meinem unmittelbaren Umfeld, die sich auch zu Beginn des Jahres 2022 noch völlig wahrnehmungsbefreit einen neuen, 100.000 € teuren Diesel-BMW beim Händler ordern. Weil sie ohne diesen Status Quo ihre Existenz offenbar als unwürdig betrachten.

Was mir aber seit Beginn dieses absurden und unsinnigen Krieges gegen die Ukraine ganz besonders auffällt: Sofort hat jeder seine Schuldzuweisung parat, sofort weiß jeder, wie es dazu kommen konnte, sofort weiß jeder, wer gut und wer böse ist. Nur eine Antwort auf Lösung und Beendigung des Konflikts hat niemand bei der Hand. Trotzdem alles was gerade passiert absehbar war – nicht erst seit Putins unmöglich zu ignorierender Stationierung von Militär an der Grenze der Ukraine, seit seiner Annexion der Krim, seit konsequenter Ausschaltung jedes Andersdenken, der sich automatisch zum Staatsfeind macht, wenn er sich nicht gleichschalten läßt…

Letzte Bearbeitung Vor 4 Monate von Markus
Durante
Durante(@durante)
Antwort an  John Doe
Vor 5 Monate

John Doe: Ich habe den russischen Präsidenten zwar immer für einen ausgewachsenen Machtmenschen gehalten, den man mit einer gewissen Vorsicht betrachten sollte. Für einen „Fuchs“, der gut im Pokern ist, aber eine Person, die trotzdem in einem gewissen Maß berechenbar und rational agiert. Da habe ich mich offenbar gründlich getäuscht!

EXAKT so ging es mir auch! Putin war immer schon ein autokratisches A****loch, aber JETZT ist er glaube ich wirklich buchstäblich medizinisch unzurechnungsfähig.

Angst in dem Sinn hab ich persönlich jetzt keine (ich häng einfach Null an meinem Leben), aber der Gedanke dass dieser ganze Planet möglicherweise nur aufgrund des Egos eines Irren mit Atomwaffen endgültig vor die Hunde gehen könnte ist trotzdem verstörend…
Als hätte die Spezies Mensch gerade keine anderen Probleme.

Norma Normal
Norma Normal (@guest_60882)
Vor 5 Monate

Ich teile diese Fassungslosigkeit.
(…) während die Menschen zu Hunderttausenden auf die Straßen gehen, um endlich für etwas Sinnvolles demonstrieren. Den Frieden.“ – Da sprichst du mir aus der Seele! Wenigstens ein klitzekleiner Hoffnungsschimmer in all dieser Dunkelheit. 

Victor von Void
Victor von Void (@guest_60884)
Vor 5 Monate

Well said!

Mandy
Mandy (@guest_60885)
Vor 5 Monate

Du sprichst mit deinen Worten vielen aus der Seele. Auch ich bin wie erstarrt von den Ereignissen, unendlich traurig, schockiert und auch ein wenig verängstigt. Es ist nicht nur ein Krieg in der Ukraine. Es ist ein Krieg gegen die Demokratie, gegen die Freiheit und unsere humanitären Werte.
In meiner Heimatstadt gingen gestern wieder tausende Corona-Leugner und Impfgegner „spazieren“. Während sie lauthals für „Frieden, Freiheit“ und gegen „Diktatur“ skandierten, wedelten einige von ihnen mit russischen Flaggen herum. Das macht mich so unendlich wütend, es ekelt mich an…. Ich fange an, den Glauben an die Vernunft der Menschen zu verlieren. Und dennoch stimmt es mich hoffnungsvoll, dass so viele Menschen auf der Welt Empathie und Solidarität zeigen. Ich versuche, mich daran hochzuziehen und hoffe inständig, dass dieser sinnlose Krieg bald vorbei ist, ohne, dass sich ein demokratischer Staat einer Diktatur unterordnen muss.
Das ist jetzt ganz schön viel geworden, aber es musste mal raus. Danke für’s Zuhören. :) *Flauschhaufen*

Letzte Bearbeitung Vor 5 Monate von Mandy
Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Robert
Vor 5 Monate

Wir müssen aufpassen, dass hier in Deutschland nicht nationale Spinner mit Verschwörungstheorien noch mehr politische Macht gewinnen.

Gut gesagt!

Daniel Nispel
Daniel Nispel (@guest_60899)
Antwort an  Robert
Vor 5 Monate

„Nationale Spinner“, also.
Was ist daran verkehrt, falsch, national eingestellt zu sein?

Letzte Bearbeitung Vor 5 Monate von Daniel Nispel
Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Daniel Nispel
Vor 5 Monate

Ich bin zwar nicht Robert, aber meine Meinung dazu:
Was daran falsch ist? Ich denke welche negativen Folgen Nationalismus haben kann hast du damals in der Schule schon in aller Breite gehört (zumindest wenn du in Deutschland zur Schule gegangen bist). Und wann ist denn umgekehrt jemals was POSITIVES aus Nationalismus heraus entstanden? Was soll an dieser „wir gegen die“-Denke und dieser grundlosen Selbstüberhöhung (nur weil man zufällig(!) „hier“ und nicht „dort“ geboren wurde) denn konstruktiv/sinnvoll sein? Nationen sind historisch gesehen letztendlich primär politische Konstrukte zu Herrschaftssicherung einzelner/kleiner Gruppen.

Manu
Manu(@manu)
Antwort an  Daniel Nispel
Vor 5 Monate

Wenn die Menschheit den Begriff „Staat“ weiterhin über ethnische Gruppen definiert und an Territorien bindet, wird es immer Konfliktparteien und Rassismus geben. Wir sollten uns eher über die Fähigkeiten, die jeder Einzelne mitsich bringt, definieren und an wissenschaftlichen Disziplinen orientieren. Ich bin mir natürlich darüber im Klaren, dass dies derzeit utopisches Denken ist. Aber grundsätzlich sehe ich keine andere Lösung auf Dauer.

Passenger999
Passenger999(@dirk-muehlenstrodt)
Antwort an  Daniel Nispel
Vor 5 Monate

Es gibt wichtigere Werte ,Gerechtigkeit,Menschlichkeit z.B….
Was übersteigerter Nationalismus anrichten kann,kann man in
Geschichte (insbesondere in unserer) genügend betrachten…
Müsste eigentlich klar sein…

Markus
Markus(@markus)
Antwort an  Daniel Nispel
Vor 5 Monate

Die Antwort auf deine reichlich naive Frage führt dir Zar Putin gerade vor Augen.

Passenger999
Passenger999(@dirk-muehlenstrodt)
Antwort an  Mandy
Vor 5 Monate

Trotz Unverständnis für manche Coronama8nahmen(Ausgangssperre, jahrelange Clubschliessungen..) habe ich mich wegen solcher und ähnlicher Leute niemals an einer sog. Querdenkerdemo beteiligt…
Genau wegen dieser Menschen war ja auch jeder ernsthafte Protest gegen überzogene Maßnahmen diskreditiert ,zur Freude der Politiker…

Gruftfledermaus
Gruftfledermaus (@guest_60887)
Vor 5 Monate

Ich seh sehr viel Nachrichten,ich kann nicht anders. Es ist wie in den 80ern ja und wenn der Irre mit Atombombe droht sind das keine leeren Worte. Ich hab überlegt zur Friedensdemo zu gehen aber so viele Menschen machen mir im Moment noch etwas nun ja Angst. Manchmal bin ich aber auch so das ich denke ja mach doch dann ist der Mensch endlich weg denn was auch immer Menschen tun scheint zur Zeit alles schlimmer zu machen. Virus und nun der Russische Psychopatische Diktator,ja manchmal einfach verkriechen,Augen zu und hoffen das alles bald vorbei ist. Es ist irreal und zu Real es ist einfach Wahnsinn.

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Gruftfledermaus
Vor 5 Monate

Robert, Du schreibst mir sowas von aus der Seele! Ich erlebe seit Tagen ein Wechselbad aus Panik, Fassungslosigkeit, Wut und einem klitzekleinen Funken Hoffnung, dass Putin seine schlimmsten Drohungen nicht wahr macht.

Ich habe zwar die wichtigsten Dinge gepackt, Fluchtpläne aus der Hauptstadt geschmiedet (um zumindest ein kleines Gefühl der Kontrolle über die Situation zu behalten) und dann doch wieder alles verworfen… Denn vermutlich wäre es noch „besser“, im schlimmsten Fall einen schnellen Tod zu sterben als im darauf folgenden atomaren Winter langsam und elendig an Nahrungsmangel und Kälte zu krepieren.

Furchtbare Gedanken, die die Tage überschatten und den Nächten den Schlaf rauben. Meine beiden schlimmsten Ängste, (atomarer) Krieg und Tod, scheinen auf einmal sehr nahe, und das in einer Zeit, wo ich schon durch Verlust zweier wichtiger Familienmitglieder und die langanhaltende Pandemie eh kaum noch ein gutes Nervenkostüm hatte.

Wie schlimm muss es den Menschen gehen, die nicht aus der Ukraine flüchten konnten und nun mit einem Krieg um die Städte konfrontiert werden… Dagegen wirken meine Ängste aus der noch-Sicherheit vermutlich irrational, aber wir wissen nicht, was dem Irren noch einfällt, wenn er mit dem Rücken zur Wand steht.

Mich den Nachrichten verweigern hilft mir nicht, dann kreisen die Gedanken noch mehr ums Ungewisse – lieber bin ich informiert und klammere mich an die allerkleinen Lichtblicke halbwegs positiver Zwischenmeldungen.

Das einzig Positive, das man der Situation insgesamt abringen kann ist, dass die Menschen wieder mehr zusammen rücken, Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft wieder in den Vordergrund rücken und das doch bei vielen sehr oberflächliche Leben auf einmal wie weggeblasen scheint… und dass selbst einige Länder, denen ich es nicht zugetraut hätte, den Irrsin erkennen, benennen und nicht mittragen oder gar bekämpfen wollen.

Letzte Bearbeitung Vor 5 Monate von Tanzfledermaus
Adrian Stahl
Adrian Stahl (@guest_60888)
Vor 5 Monate

Seit Du den Artikel veröffentlicht hast, bin ich mehrere Male vor dem Text-Feld hier gesessen und wollte was schreiben, aber – irgendwie ist es schwer so richtig Worte zu finden.
Auf jeden Fall stimme ich Dir zu – mir fehlen zwar ein paar wenige Jahre um alt genug zu sein, das Kalte Krieg Gefühl in den 80ern schon so in vollem Bewusstsein verstanden zu haben – ich hab zwar die komplette Dekade durchaus erlebt, aber halt als Kind. Trotzdem fühlt sich das aktuell wie ein unfassbar abrupter Rückschritt in vielen Dingen an.
Ich muss aber auch sagen daß, bei aller sicher auch berechtigten Beunruhigung – da man nicht weiß was der Irre Putler noch obendrauf anrichten wird – die Solidarität und der Zusammenhalt der westlichen Welt ist auf der anderen Seite auch etwas was man sicher auch als „historisch“ betrachten kann. Nur mit dem faden Beigeschmack daß immer erst was richtig katastrophales passieren muss, bis es dann dazu kommt.

Ich beobachte derzeit die Nachrichten beinahe ununterbrochen. Mehr in der Hoffnung daß gute Meldungen dabei sind. In der Rüschengrufti-Fraktion gibts auch den ein oder anderen der/die aus der Ukraine stammt und die auch noch Familie dort haben, die es nicht rausgeschafft haben. Auch wenn das mehr flüchtige Bekannte sind – man kennt sich immerhin.
Mein Ballettlehrer ist auch Ukrainer, und seine Eltern leben in Kiev. Da wird das alles nochmal ein stückchen persönlicher.

Jetzt hab ich doch noch ein paar Worte gefunden. Ich hoffe daß das alles bald endet. Und zwar so daß der Irre dabei den kürzeren zieht und irgendwie aus dem Verkehr gezogen wird. Das was er jetzt schon angerichtet hat, ist absolut unverzeihlich, in jeder Hinsicht.

Adrian Stahl
Adrian Stahl (@guest_60908)
Antwort an  Robert
Vor 5 Monate

Wir sind heutzutage mit einer Informationsflut konfrontiert wie noch nie zuvor. Da ist nachvollziehbar daß eine gewisse Abstumpfung die Konsequenz ist, auch wenn das natürlich keine Sache ist die man gut finden kann und sollte.

Auch ist das ein wunderbarer Nährboden für gezielte Falschinformationen – ich denke das kann man seit Jahren schon beobachten, und besonders eben auch in den anhaltenden Diskussionen zur Pandemie ist das krass geworden. Es fällt auch auf daß die Schnittmenge zwischen Putler-Verstehern und Covidioten extrem hoch ist – und oft geschürt durch das sachlich nicht haltbare Diskreditieren der „Mainstream-Medien“ – mir geht da gerade in dem Zusammenhang sehr viel im Kopf rum und wahrscheinlich würde es zu weit führen das alles jetzt auch rauszulassen, ich bekomme nur das unangenehme Gefühl nicht aus den Knochen daß auch auf dem Wege seit Jahren und länger schon „Vorbereitungen“ versucht wurden. Daß im Netz bezahlte Trolle und Spam-Bots unterwegs sind, ist ja an sich auch keine sehr neue Erkenntnis.

Ich hab früher auch immer gedacht, sowas wie „Profilbildchen ändern“ bringt nichts, da kann man es gleich bleibenlassen, aber wenn man sieht wie die Menschen in der Ukraine auch so ein kleines Zeichen schätzen – da sieht man die Sache dann plötzlich anders. Sicher hilft eine Flagge auf dem Profilbild nicht den Krieg jetzt zu beenden aber es hilft sicher mit daß eben die Demokratie nicht im Dunkeln stirbt – man zeigt nach aussen seinen Standpunkt, die Putler-Trolle sind zwar manchmal sehr laut (wie die Covidioten) aber – in der Unterzahl. Da sollte man sich nicht einreden lassen daß auch ein so kleines Zeichen so sinnlos ist das man es bleiben lassen kann – weil man dann mehr Platz für die Lauten bietet, und die noch lauter werden.

Ich klammere mich an die überwältigenden positiven Signale von Menschen, die auf die Straße gehen, und zur Schau stellen, daß sie nicht gleichgültig sind. Ich denke nämlich schon daß das alles eine nicht zu vernachlässigende Symbolkraft hat. Jeder Kommentar der meint, man könne das lassen, weils nicht effektiv im Krisengebiet hilft, ist auch nur ein Versuch diese Art von Einstand für Frieden absterben zu lassen, jeder Whataboutism, den man momentan fast schon copy&paste-mässig überall in den sozialen Netzwerken zu Lesen bekommt. Ich denke schon daß auch solche Signale wichtig sind – weil es den Betroffenen offenbar wichtig ist, da kann der Doofheimer aus Hinterwald, falls der dann überhaupt echt ist, nicht mitreden, weil der wahrscheinlich – wenn er echt ist – seinen Bierwanst daheim im Trockenen hat.

Sorry, das war mehr als ich beabsichtigt hatte :D – aber wie gesagt – mir geht grade viel im Kopf rum, ein Teil davon wollte wohl gerade raus.

Lassen wir uns nicht abstumpfen und Gleichgültigkeit einreden. Heutzutage ist auch das Internet Teil dieses Krieges, und da sind wir definitiv mitten drin. Derweil zensiert Putler in Russland immer mehr unabhängige Medien …

DarkP
DarkP (@guest_60890)
Vor 5 Monate

Wie auch mein Vorredner vermerkte, habe ich lange vorm Textfeld gegrübelt.
Es fällt nicht leicht das Geschehene in Worte zu fassen, geschweige denn zu begreifen. Mir wirkt noch alles surreal.

Vor ein paar Monaten bin ich wg gesundheitlichen Gründen aus dem System ausgestiegen, bin seit dem in den Wäldern Nord- und Ostungarns nahe der Grenze zur Slowakei und Ukraine unterwegs.
Am Donnerstag, ich sitze gerade beim Vesper im Grünen, da ertönt ein Wummern. Tief, bedrohlich, bis in die Magengegend. Als ich zum Himmel aussehe wird das Blau unterbrochen von etlichen Kampfhubschraubern. Ich kann nicht zählen wie viele es sind als sie tief über mich hinweg fliegen.
Mir wird ganz anders, intuitiv weis ich daß etwas achlimmes passiert sein muss..

Erst Stunden später habe ich wieder Internetempfang und erfahre die schreckliche Nachricht.

Ich versuche Bekannte in Charkiw zu erreichen aber komme nicht durch.
Am Freitag gibt’s per Mail die Nachricht dass die beiden nicht flüchten sondern bleiben um wie sie sagten Ihr Land, Ihre Ehre, Ihre Freiheit, Ihre Kinder zu verteidigen.

Seit dem verfolge ich die Nachrichten.
Ich schwanke zwischen Angst vor dem Atomkrieg, Wut auf diesen feigen Wahnsinnigen, unerträglicher Trauer, und Bewunderung für die tapferen Menschen in der Ukraine.
Zugleich bin ich auch stark berührt von der Solidarität in Europa und der Welt.

Nur zeigt es wieder mal daß erst einmal etwas solch schreckliches passieren muss bevor man zusammen an einem Strang zieht.
Traurig. Beschämend.

Ich schmiede Pläne für eine Flucht zurück zur Familie nach Deutschland für den Fall der Fälle auch zu Fuß. Ein Rucksack ist ebenfalls fast fertig gepackt.
Das hilft mir im Moment zu bleiben und mich nicht in Tränen zu verlieren.

Doch am liebsten würde ich mich einfach in eine dunkle Ecke verkriechen…

Zumindest habe ich diese ruhigen, klaren Nächte. In einer dieser Sitze ich gerade, umhüllt von der Geborgenheit spendenden Dunkelheit und sehe hoffnungsvoll hinauf zu den Sternen.

An wen auch immer der da oben sitzt.
Mach das es aufhört! Bitte!

Danke Euch daß ich mich auskotzen durfte..

Orphi
Orphi(@orphi)
Editor
Vor 5 Monate

Das Wissen um die Bedrohung durch Atomwaffen und auch um Atomkraftwerke, die ebenfalls Katastrophen verursachen können – durch Fehlfunktionen, menschliches Versagen, Erdbeben, Beschuss etc. – hat sich schon in den 80er-Jahren tief in mein Lebensgefühl gebohrt und es hat nie aufgehört, weh zu tun. Damals haben sich zwei Großmächte gegenseitig mit Nuklearwaffen bedroht und wir hatten weder drölfzig Fernsehsender mit 24-Stunden-Berichterstattung noch ein Internet. Wir hatten exakt diese Nachricht und eine scheiß Angst. Die Gefahr war nie weg und wird auch nie wieder weggehen. Wir müssen damit leben.

Es gibt auch jede Menge andere Waffen, die sich Menschen ausgedacht haben, um andere Menschen auf möglichst flächendeckende und grausame Art zu töten.Auch diese „Erfindungen“ werden wir nicht wieder los. Auch damit müssen wir leben, ohne ständig in Panik zu sein. Was und bleibt, ist uns mit allen Kräften für den Frieden einzusetzen. Danke an alle, die das in den letzte Tagen mit kleinen und großen Gesten und Taten anschaulich gemacht haben. Beeindruckende Bilder vom Einsatz für den Frieden, die sogar mir ein Stück Glauben an die Menschheit wiedergegeben haben. Und das will schon was heißen…

Stefan Kubon
Stefan Kubon(@stefan)
Vor 5 Monate

Danke für den Text!

Die Skrupellosigkeit der Wahnsinnigen dieser Welt ist immer wieder schockierend.

“Würden Täter und Tatlose sinnlich begreifen, was sie tun und was sie unterlassen, der Mensch wäre nicht des Menschen ärgster Feind. Die wichtigste Aufgabe künftiger Schulen ist, die menschliche Phantasie des Kindes, sein Einfühlungsvermögen zu entwickeln, die Trägheit seines Herzens zu bekämpfen und zu überwinden.“ (Ernst Toller) 

Manu
Manu(@manu)
Vor 5 Monate

Lasst die Künstler sprechen, die uns ständig gute Begleiter waren, sind und sein werden. Johnny Cash war doch schon mal ein guter Anfang. Mir kam das hier in den Sinn…



John Doe
John Doe(@arno-siess)
Antwort an  Robert
Vor 5 Monate

Ich bin ein riesengroßer Fan von Star Trek, zumindest der „alten“ Serien, die Gene Roddenberry kreiert hat oder die noch von ihm im Sinne einer positiven Utopie inspiriert waren. Damals habe ich geglaubt, dass alles nur eine Frage der Zeit ist, bis es irgendwann einmal nur noch eine Menschheit gibt und alle sozialen und kulturellen Unterschiede beseitigt sind. Die einzigen Kämpfe, die dann noch stattfinden würden, wären die für Wissen und Fortschritt.
Heute habe ich diesbezüglich jedwede Illusion verloren, der Mensch ist einfach nur so wie er ist… :-(.

Graphiel
Graphiel(@michael)
Vor 5 Monate

Ich hänge mich hier einfach nur noch mit ein, denn mehr als das was viele andere bereits schön in Worte gefasst haben könnte ich eh nicht mehr beitragen. Die Hoffnung auf eine bessere, – vielleicht dem StarTrek Universum ähnliche – Menschheit habe ich inzwischen aufgegeben. Der Mensch ist und bleibt wohl eben doch nur ein Tier, der nach primitivsten Instinkten handelt. Der Verstand nimmt dabei leider oft wohl nur noch die Funktion ein sich für die fürchterlichsten Verhaltensweisen eine entsprechende Rechtfertigung zurecht zu bauen. So ja auch im Grunde nicht anders im Ukrainekonflikt, bei dem Putin genau dies veranstaltet und die absurdesten Begründungen in die Welt hinaus posaunt.

Was die Hintergründe angeht, die zu diesem aktuellen Akt der Tierhaftigkeit (ich kann nicht einmal mehr von Unmenschlichkeit sprechen, da Putin ja längst nicht der einzige Mensch ist der so handelt/gehandelt hat) beigetragen hat kann ich nicht viel sagen. So tief habe ich mich mit der Ukrainekrise bisher nicht befasst. Mich würde es aber auch nicht wundern, wenn noch viel mehr Details im Hintergrund ablaufen, als wie wir aus den Nachrichten mitbekommen. Ehrlich gesagt möchte ich es aber auch nicht wissen. Das Gesehene reicht mir allemal schon aus. Daher gehen meine Gedanken und Wünsche an die einfachen Leuten in der Ukraine, die gerade um Leib und Leben fürchten/kämpfen müssen. Außerdem an die vielen Menschen, die trotz meines Pessimismus doch noch genügend Energie haben um für eine bessere Welt auf die Straße zu gehen.

Wiener Blut
Wiener Blut (@guest_60912)
Vor 5 Monate

Da sitzt man montags vor einer Woche in einer online Veranstaltung der Bundestagsabgeordneten aus dem eigenen Wahlkreis, und wirklich alle sind gedrückter Stimmung. Es kann einfach kein Zufrieden geben, trotz großer Einigkeit im Bundestag. Das gibt Krieg einfach nicht her. Viele von der Basis wollen dem Reden Vorzug geben, ich sehe aber den Kompromiss nicht der da rauskommen soll. Also verteidige ich tatsächlich das militärische Dagegenhalten. Am Freitag vorher denkt man daran eine Demo anzumelden. Das Ordnungsamt ist schon im WE, also muss was anderes her. Man schließt sich mit dem Pastor kurz, die Kirche wird blau gelb angestrahlt mit der eigenen Farbfilterfolie, Freitag ist Friedensgebet. Es ist Freitag Nachmittag. Man sitzt in der Eisdiele, von meiner Frau erfahre ich, dass ganze Kinderheime auf der Flucht sind, das organisiert wird ihnen zu helfen. Die Sonne scheint, der Espresso schmeckt. Es trifft wieder die am härtesten, die nichts dafür können. Freitag Abend. Die Kirche ist tatsächlich voll, ein paarmal schießen einen die Tränen in die Augen. Man ist tatsächlich in seinen Werten so gekränkt, durch das was in der Ukraine passiert. Der Abend ist vorbei. Die Presse ist hervorragend, man bekommt positive Nachrichten zum Friedensgebet von Bekannten. Sonntag, Gejammer über Spritpreise und die Tankstellen sind Rappel voll. Es geht mir auf den Keks, beides. Es wird ja drum nicht langsamer gefahren. Hauptsache man kann jammern und Gas geben. Opa hat Geburtstag, das Steak nebenan ist zuweit durch, was geht’s uns doch gut. Ein Arbeitskollege meiner Frau möchten über mein Futin Puck T-Shirt reden. Das habe ich schon für die Einladung zum Gebet in der Zeitung getragen. Zum Gebet ebenfalls. Keine Ahnung was man über so ein T-Shirt reden will. Ich sage: Klar, soll sich melden. Schließlich wird doch nicht drüber geredet. Hätte mich auch gewundert, hätte sich das Telefon gemeldet. Es ist Dienstag. Man sieht Kinder und alte Leute im Rollstuhl fliehen im TV, man sieht Menschen mit ihren lieben Hunden und Katzen fliehen. Wie viel Hab und Gut, Haus und Hof wohl noch zerstört werden. Wieviele Menschen, Haus-, Nutztiere, und Wildtiere wohl noch leiden oder sterben? Samstag ist wieder Gothic Disco. Coool, endlich wieder Disco. Wenn ich fahre… und mich amüsiere… aber, wenn ich nicht fahre… ich werde wohl fahren… jetzt haben wir Pandemie und Krieg, was soll noch kommen… Als ich klein war, war Kalter Krieg. Als ich klein war, hat mein Vater beim Bund Raketen Probe geschossen auf Kreta. Als ich klein war, war Tschernobyl… Danach wurde viel langsam besser. Was gibt einem die Garantie, das es nicht schlechter wird. Im letzten Jahr habe ich noch angestoßen, dass den jüdischen Opfern gedacht wird in der eigenen Gemeinde. Gedenkveranstaltung, später Seminar „Wie aus ganz normalen Männern (Massen) Mörder werden“ wurden umgesetzt. Also quasi gerade frisch Thema Krieg gehabt. Also frisch Thema Tote gehabt. Und jetzt ist einer in Echtzeit da. Mit Prüfung von Kriegsverbrechen. Wundert mich das? Was soll noch kommen….

Letzte Bearbeitung Vor 5 Monate von Wiener Blut
Der Dings
Der Dings (@guest_61150)
Vor 3 Monate

Wer die letzten 15 Jahre unter einem Stein verbracht hat, und vor allem, wer einfach ignoriert hat, was seit 2014 in der Ukraine abging, den hats überrascht. Mich überrrascht das überrascht sein der meisten Leute überhaupt nicht. Denn während ich 2014 auf Demos unterwegs war, durfte ich beobachten, wie der dumme denkfaule Pöbel in den Außenbereichen der Gastronomie saß und lieber das Abschneiden der deutschen Fußballmannschaft während der WM abfeierte.

Und auch, wer seit Jahren von der russischen Desinformationskampagne Putins nichts mitbekam, dem ist nicht mehr zu helfen. Der versucht schon seit geraumer Zeit, Europa zu spalten, Zwist zwischen den Ländern der EU zu säen und die Amerikafeindlichkeit zu schüren. Er trifft lieber Le Pen als Macron und versucht, am deutsch-frz. Bündnis zu sägen. Wie weit er damit ist, sieht man ja am aktuellen Wahlergebnis in Frankreich. Schwurbelseiten, Hetze in den sozialen Medien, eine AfD, die komischerweise Kohle ohne Ende hat, das aufkommen von Impfgegnerseiten und dem damit verbundenem Unsinn, mit dem man versucht, in unserem Land Unruhe zu schüren, was glaubt ihr denn, woher das alles kommt?

Putin war im Zugzwang. Biden ist neu ins Amt gekommen und hat direkt mal aufgeräumt. Schluss mit der Trumperei nach vier Jahren. Es wurde höchste Zeit. Ich schätze, wäre die Pandemie nicht gekommen, hätte er schon viel früher angegriffen.

Es täte den meisten Gruftis mal gut, dieses bräsige Desinteresse, getarnt als „unpolitisch“ mal langsam abzulegen. Denn wie wir in Deutschland wissen: Wenn du dich nicht für Politik interessierst, interessiert sich Politik irgendwann für dich.

Tipp: Satire schauen. Extra3, Heute Show, Die Anstalt. Radio: Satire Deluxe. Vorteil: Man hat was zu lachen und lernt dabei spielend, was in der Welt gerade so abgeht. Fortgeschrittene können sich gern mit ARTE Dokus eindecken oder die seit Äonen laufende Aufklärungsreihe „Mit offenen Karten“ verfolgen. Und wer dann noch nicht genug bekommt, darf gern Counterspeech in den sozialen Netzwerken betreiben, um Russentrollen aus St. Petersburg Paroli zu bieten und ihnen nicht die Meinungs und Deutungshoheit zu überlassen.

Letzte Bearbeitung Vor 3 Monate von Der Dings
Eldin
Eldin (@guest_61151)
Antwort an  Der Dings
Vor 3 Monate

Hallo Dings,
kannst Du mir bitte verraten, was seit 2014 in der Ukraine abging? Meinst Du eventuell die unter den Augen der Weltöffentlichkeit verübten Massaker an der Bevölkerung des Donbass? Meinst Du nicht auch, dass dieser Konflikt weit mehr Akteure als Russland und Ukraine kennt? Gehören deren Motive und Handlungen nicht auch mit in die Gesamtrechnung, wie überhaupt die komplexe Vorgeschichte? Die Antworten für vielschichtige und schwierige Sachverhalte findest Du keinesfalls in den von Dir erwähnten Fernsehsendungen, wo ausschließlich primitives Putinbashing für den dummen denkfaulen Pöbel zelebriert wird.

Der DIngs
Der DIngs (@guest_61152)
Antwort an  Eldin
Vor 3 Monate

Ich beziehe mich auf die Überraschung des TEs und der Kommentatoren, nicht auf Details. Der Ukrainekrieg kam eben nicht überraschend, wir konnten das alles sehen, wenn wir mal seit 2014 wirklich hin geschaut hätten.

Thema Donbass, Massaker und Co.: Ja klar kann man den Konflikt jetzt tagesgenau mit allen Details aufdröseln (mit deinen Worten: „Die Gesamtrechnung“), und wer jetzt beteiligt ist, wer welche Massaker und andere Kriegsverbrechen begangen hat. Dies aber sehe ich als Aufgabe für die Historiker an, sobald der Krieg vorbei ist und der Gerichtshhof in Den Haag seine Arbeit aufnimmt.

Mir gehts um das wesentliche. Und das ist: Wer die letzten acht Jahre etwas aufgepasst hat, konnte das kommen sehen.

Putin hat ohne Not einen Angriffskrieg vom Zaun gebrochen. Da hilft auch nicht das Narrativ des armen, von der Nato bedrohten Russlands. Denn es ist mitnichten so, daß die Nato sich gierig die Ex-Sowjetstaaten unter den Nagel gerissen hat. Es ist eher so, daß all diese Länder nach etlichen Jahrzehnten Sowjetherrschaft die Schnauze gestrichen voll hatten und unter den Schutzschirm von Nato und EU schlüpfen wollten, um vor Russland in Sicherheit zu sein. Im übrigen: Wenn die Nato so ein mieser Laden wäre, der ständig nur Russland vernichten will, warum haben wir in den 90ern, als das Land am Boden lag, nie militärisch und wirtschaftlich angegriffen?

Die Ukraine hat die Flucht unter den westlichen Schirm leider nicht rechtzeitig geschafft. Bedenkt man die Vergangenheit, in der das Land im 20. Jahrhundert erfolglose Befreiungsversuche unternahm und am Ende mit übelsten Vergeltungen a la Holodomor dafür bezahlt hat, ist das noch tragischer:

https://www.youtube.com/watch?v=t8mcJcyvORw

Womit wir zu deiner abwertenden Meinung zu den von mir genannten Sendeformaten kommen. Nein, es ist kein „Putin Bashing“, und nein, Arte und die Satiresendungen sind keine Unterhaltung für den denkfaulen Pöbel. I.d.R. werden hier reale, recherchierte Mißstände mit Humor angeprangert. Zu Erinnerung: Selbst Oli Welke, der Spaßvogel in der Heute Show, hat Publizistik, Politik und Germanisik studiert und als Journalist gearbeitet.

In den sachbezogenen Sendungen ohne Satire findet man noch mehr Material und ich kann sowohl die Dokus, als auch das Kurzformat „Mit offenen Karten“ sehr empfehlen.

Ich habe hier die Satire als Einstiegshilfe zum Thema Politik empfohlen, weil das wirklich eine gute Möglichkeit ist, sich humorvoll, ohne große Gehirnverrenkungen zu politisieren. Nicht jeder möchte sich stundenlange Bundestagsdebatten auf Phönix anschauen.

Was du da von dir gibtst, ist schlicht und ergreifend pauschalisierend und falsch. Dem Wunsch nach Differenzierung beim Kernthema Ukraine scheinst du selber nicht nachkommen zu wollen, wenn es um Dinge geht, denen du konträr gegenüber stehst. Und ich würde im Anschluß gern die Frage stellen: Wenn die Öffis doch so doof sind, wo informierst DU dich denn so?

Letzte Bearbeitung Vor 3 Monate von Der DIngs
Eldin
Eldin (@guest_61154)
Antwort an  Der DIngs
Vor 3 Monate

Dings, ich gebe Dir recht, die völkerrechtswidrige militärische Intervention Russlands in der Ukraine war vorhersehbar aufgrund der nachstehenden Tatsachen:
Putins Warnungen vor dem Überschreiten „roter Linien“ wurden missachtet. Die Forderungen der russischen Regierung nach Verhandlungen über vertraglich fixierte Sicherheitsgarantien, inklusive eines Neutralitätsstatus für die Ukraine, wurden von der NATO und dem Wertewesten als illegitim zurückgewiesen. Mehr noch, die Ablehnung des Minsker Abkommens durch Kiew wurde stillschweigend hingenommen. Deutschland und Frankreich als Garantiemächte des Abkommens haben weder auf dessen Umsetzung gedrängt noch eigene sicherheitsrelevante Vorschläge an die Moskauer Regierung vorgelegt. Sie beteiligten sich gar an der Delegitimierung Moskaus, unterstützen tatkräftig die wirtschaftliche und militärische Aufrüstung der Ukraine und erlaubten Präsident Wolodimir Selenskij sogar, die Aufstellung von eigenen Atomwaffen ins Gespräch zu bringen. Die Ukraine wurde sukzessive immens militärisch aufgerüstet und in seiner Absicht nach Mitgliedschaft in der kriegsbereiten antirussischen Militärallianz bestärkt, weiterhin wurden wiederholt umfangreiche Militärmanöver in unmittelbahrer Nachbarschaft zu Russland durchgeführt. Machen wir uns nichts vor, für die USA ist die Ukraine in der globalen Auseinandersetzung mit Russland von außerordentlicher Bedeutung. Der US-amerikanische Politikberater Zbigniew Brzeziński sagte Anfang der 90er-Jahre: „Es kann nicht stark genug betont werden, dass Russland ohne die Ukraine aufhört ein Reich zu sein, dass es aber, wenn sich die Ukraine bestechen und unterordnen lässt, automatisch ein Reich wird.“ Wollte man also letzteres verhindern, so war es für die USA von entscheidender Bedeutung, die künftige Stabilität und Unabhängigkeit der Ukraine in deren Sinne zu sichern. In diesem Zusammenhang warnte Brzeziński übrigens auch vor einer „deutsch-russischen Abmachung“ und einer Verständigung zwischen Europa und Russland mit dem Ziel, Amerika vom Kontinent zu verdrängen.
Was die US-Amerikaner unter Stabilität verstehen, konnte man 2014 erleben, als der verfassungswidrige Umsturz durch militante Nationalisten in Kiew erfolgte und mit Washingtons Wohlwollen sich eine „Regierung der Sieger“ bildete. Ein paar Wochen später sicherte Russland die Krim und deren russische Bevölkerung vor dem Zugriff der Kiewer Putschisten. Was den Bewohnern der Krim dadurch erspart blieb, das zeigte sich bald im Donbass. Die neue ukrainische Regierung, die alle ihre Schritte eng mit den USA abstimmte, rief die bewaffneten Kräfte der Ukraine zu einer „antiterroristischen Operation“, faktisch eine Kriegserklärung an einen Teil ihres Landes, gegen die kurz zuvor gegründeten „Volksrepubliken“ auf. Als Reaktion auf diese Aggression kam es zu einem Referendum für eine Unabhängigkeit der beiden „Volksrepubliken“. Mit dem Ergebnis, dass sich ungefähr 90 % der Bevölkerung der betroffenen Gebiete für die Eigenständigkeit und damit einer Loslösung von der Ukraine aussprachen. Die ukrainische Armee, weit besser ausgebildet und ausgerüstet als die „Volksfreiwilligen“ im Donbass, eroberten einen großen Teil der Gebiete der „Volksrepubliken“ zurück und versuchten vor allem, die Republiken von Verbindungen nach Russland abzuschneiden. Doch das Vorhaben scheiterte, weil Russland in die Kämpfe zugunsten der „Volksrepubliken“ eingriff. Mit diesem verdeckten Eingreifen wuchs allerdings die Gefahr eines Krieges zwischen Russland und der Ukraine. Um das zu Verhindern wurden die beiden Waffenstillstandsabkommen Minsk I und Minsk II abgeschlossen, mit Deutschland, Frankreich und Russland als Garantiemächte. Sieben Jahre lang ignorierten die Regierungen Deutschlands und Frankreichs Kiews Weigerung, mit den Vertretern der „Volksrepubliken“ über ukrainische Verfassungsänderungen zu verhandeln.
Die ukrainische Führung unter Petro Poroschenko führte nicht nur den Artilleriebeschuss fort, sie verhängte gar zusätzlich einen wirtschaftlichen und finanziellen Boykott gegen die beiden „Volksrepubliken“, um sie gewaltsam zu unterwerfen. Wolodimir Selenskij unterzeichnete am 24. März 2021 ein Dekret, in dem die Vorbereitung von Maßnahmen angekündigt wurden, um die „vorübergehende Besetzung“ der Krim und des Donbass zu beenden. Die Führung der Ukraine stockte im Oktober 2021 ihre Truppen auf 120000 Mann an den Grenzen der „Volksrepubliken“ auf und begann mit intensiven Aktivitäten, um eine Offensive zu starten. Meiner Meinung nach waren die jeweiligen Präsidenten der Ukraine im Konflikt mit den „Volksrepubliken“ im Donbass weder dialog- noch friedensfähig. Wolodimir Selenskijs Auftritt auf der Münchner „Sicherheitskonferenz“ am 19. Februar 2022 ist hierfür bezeichnend. Wer erwartet hatte, dass er deeskalierend wirken würde, wurde enttäuscht. Er hat nicht nur nicht die von Olaf Scholz öffentlich begrüßten Gesetze (Wolodimir Selenskij hatte im Gespräch mit Olaf Scholz am 15. Februar 2022 zugesichert, Gesetzestexte vorzulegen, die den Minsker Friedensprozess voranbringen würden.) angekündigt, nein, er sagte außerdem über die Vorgänge im Donbass: „Die letzen beiden Tage sind besonders aufschlussreich. Massive Angriffe unter Verwendung von Waffen, die nach den Minsker Vereinbarungen verboten sind.“ Er erwähnte nicht, dass seine Trupps die Hauptakteure waren.
Er nutze vielmehr die Weltbühne, um die Mitgliedschaft in EU und NATO sowie Waffen vom Westen zu fordern, also genau das, was die Moskauer Regierung ablehnt.
Am 22. Februar 2022 unterzeichnete Wladimir Putin mit den Vertretern der „Volksrepubliken“ einen Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand – am 23. Februar 2022 baten die beiden „Volksrepubliken“ die Moskauer Regierung um „Hilfe bei der Zurückschlagung der Aggression“ der ukrainischen Streitkräfte …
Die notwendigen Informationen finde ich in den frei verfügbaren Medien und Gesprächen mit denjenigen, die von dem Konflikt betroffen sind. Mir ist aufgefallen, dass sich die Rolle der etablierten Medien außerordentlich verändert hat in den letzten Jahren. Statt zu unterrichten, politisches Bewusstsein zu fördern und Hintergrundargumentation zu liefern, beherrschen Dramatisierung, Personalisierung und Psychologisierung die Berichterstattung – sie agieren vielmehr als Sprachrohr der Regierung.
By the way, die Vita von Oliver Welke ist übrigens sehr aufschlussreich. :-)
P.S.: Warum in den 90er-Jahren kein Angriff erfolgte, das ist Boris Jelzin zu verdanken, der den lupenreinen Ausverkauf des Landes (- Russland) an den Westen ermöglichte. Aber das ging nur solange gut, bis Wladimir Putin auf der Spielfläche erschien, und dem ein Ende bereitete.

Der DIngs
Der DIngs (@guest_61156)
Antwort an  Eldin
Vor 3 Monate

An herabwürdigenden Begriffen wie „Wertewesten“ kann ich ja schon sehen, daß du einen prorussischen Standpunkt hast. Wie man den angesichsts der neuesten Ereignisse überhaupt noch haben kann, erschließt sich mir nicht. Und zum Rest:

Nö. Einfach Nö.

Minsker Abkommen: War von Anfang an SEHR Russlandfreundlich. Schon allein, daß Putin seine eigenen OSZE „Beobachter“ rein schicken konnte, um die Umsetzung des Abkommen zu beeinflussen – also bitte. Putin hat vor einigen Monaten TROTZ dieser bevorteilung das Minsker Abkommen gebrochen:

( Für die stillen Mitleser hier, die keinen Bock haben, ellenlange Texte zu wälzen:)

https://www.youtube.com/watch?v=m4ajj7M7Jaw

Daß die „Rote Linie“, und die – so nennst du es offenbar, wenn ein völlig durchgeknallter Kerl im Kreml einfach mal einseitig mit unverschämten Forderungen die Uhr auf 1997 zurück drehen will, „mißachtet“ wurde, war ja wohl klar. Erst recht, wenn Putin da mit ner Armee an der Grenze droht:

https://www.youtube.com/watch?v=4sf7WIyroWc

„Delegitimisierung Mokaus“ – Ja ich glaub, es hackt. Die Ukraine ist ein souveräner Staat und darf sich anschließen, wem sie will. Mokau hat hier keine legitimen Forderungen zu haben. Zur Erinnerung: Die Ex Sowjetrepubliken mussten 70 Jahre unter russischer Besatzung leiden. Klar wollen die lieber Richtung Westen. Und Russland hat das einen feuchten Dreck anzugehen. Und natürlich haben die USA das Land schon 2021 kräftig aufgerüstet. GOTT SEI DANK. Sonst stünde die Ukraine heute wesentlich schlechter da:

https://www.youtube.com/watch?v=p0HkWdPRUDU

Und die Ukraine mußte auch nicht in ihrer „Absicht nach Mitgliedschaft in der kriegsbereiten antirussischen Militärallianz bestärkt“ werden. die hatten schon vorher die Schnauze voll von den Russen. Wie kannst du nur so einen Schwachsinn schreiben, wenn du weißt, wie sehr die Ukrainer sich schon im 20. Jahrhundert gegen die Besatzung gewehrt haben? Meine Güte..

Militärmanöver: Hat Russland auch gemacht. Aber nicht wie die Nato mit 10-12.00, sondern mit 60-90.000 Soldaten. Wer da wesentlich aggressiver vorgeht, weiß man eigentlich, wenn man nicht unter Diskalkulie leidet.

Atomwaffen: Die Ukraine HATTE schon Atomwaffen. Aber sie haben sie in grenzenloser Naivität den Russen zurück gegeben. Hätten sie mal besser nicht getan.(Im übrigen hat Rußland hier schon seit 2014 mit der Anektion der Krim gegen das Budapester Memorandum von 1994 verstoßen:)

https://www.dw.com/de/die-vergessenen-garantien-f%C3%BCr-die-ukraine/a-18110670

Donbass, das „Referendum“ und die „prorussischen Separatisten“ – wie du umgelabeltes russisches Militär nennst. Hier hat Putin wie immer gehandelt: Einfach mal machen und jede Teilnahme einfach abstreiten. Und dann mit irgendeinem Vorwand einfach einmarschieren. Das Referendum war laut Völkerrecht illegal. Denn es muß „in Abstimmung zwischen der nach Unabhängigkeit strebenden Region und dem jeweiligen Staat erfolgen.“ :

https://www.bpb.de/themen/europa/ukraine/184520/analyse-die-referenden-in-donezk-und-luhansk/

Natürlich hat Kiew dann jegliches weiteres Verhandeln abgelehnt. Ist der Ukraine gutes Recht. Warum sollte es hier anders laufen als in Katalonien? Die Ukraine hat auch nicht versucht, diese russischen Minimarionetten zu „Unterwerfen“, sondern sie haben versucht, sich ihr eigenes Staatsgebiet zurück zu holen. Dies und das Handeln von Selenskij: Ebenfalls völlig legitim.

Zu den „frei verfügbaren Medien“ hast du keine Links, nein?

Unsere Medien als Sprachrohr der Regierung zu bezeichnen, ist absoluter Bullshit. Insbesondere, wenn man bedenkt, was auf den russischen Staatssendern 24/7 für eine Propagandaschlacht läuft. Bei jeder Berichterstattung unserer Medien, die von Seiten der Ukraine kommt, kommt z.b. immer der Zusatz: „konnten wir nicht unabhängig prüfen“ usw. „Sprachrohr der Regierung“ sieht anders aus. Tendenziöse Berichterstattung vielleicht, da geh ich noch mit. Aber von Sprachrohr sind wir noch Lichtjahre entfernt.

Die These, daß die Nato in den 90ern nur deswegen Rußland nicht angriff, weil Jelzin das Land „ausverkaufte“ ist eine dämliche, unbelegte Behauptung, sorry. Das ist so dermaßen hirnverbrannt, das geht auf keine Kuhhaut mehr.

Ich fasse zusammen: Du betreibst hier bewußt russische Desinformation und stellst den Westen und die Ukraine als die Kriegstreiber hin, weil die Ukraine sich nicht russischen Bedürfnissen gefügt hat. Und das, NACHDEM du gesehen hast, wie Putin einmarschiert ist und NACHDEM du gesehen hast, was für Kriegsverbrechen in Butscha und anderswo begangen wurden.

Ich konnte deine hanebüchenen Ansichten so nicht unkorrigiert stehen lassen und ich hoffe inständig, daß Putin schnellstmöglich am Ende ist. Wirtschaftlich ist Russland eh ein „Shithole Country“, wie der große Humanist D.Trump mal solche Länder genannt hat. Insofern dürften ihm bald die Mittel ausgehen. Denn wie wir wissen, ging gefühlt die eine Hälfte des Geldes der russischen Bürger in die Tasche von Putin und seinen Oligarchen, womit sie sich Luxusyachten und fette Immobilien in London (in Russland scherzhaft schon „Londongrad“ genannt) und anderswo gönnten, was aber jetzt schön beschlagnahmt wird – Und die andere Hälfte ging in die Kriegsmaschinerie, die im Moment in der Ukraine zu Staub zermahlen wird.

Ich sitze derweil hier und schaue mir das Schauspiel des kläglichen Versagens des kleinen Wladimir Putin an, der nicht begriffen hat, daß das russische Imperium schon lange untergegangen ist. Und der nicht einsehen will, daß nach Tschetschenien und Georgien jetzt einfach mal Feierabend ist mit in andere Länder einmarschieren und an Russland angliedern. Putin steht die geballte Finanz und Militärmacht des Westens gegenüber und er weiß, wie das endet. Damals war es das Ende der Sowjetunion. Diesmal wird es sein eigenes sein.

Ich zahle ein paar cent mehr für meinen Strom und hie und da werden ein paar Sachen im Supermarkt teurer. Aber das ist es mir wert. Und wenn der Kerl endlich weg ist, wie diverse andere Diktatoren, wird erst mal gefeiert.

Wo Russland dann steht? Keine Ahnung. Aber wahrscheinlich wirds schlimmer sein als nach 1991.

P.S.: Als die USA der Sowjetunion Waffen für den Einsatz gegen Hitler belieferten, waren sie noch die guten, oder? Aber jetzt im Kampf gegen den russischen Diktator, sind sie natürlich die bösen – is klar.

P.P.S. Das nächste mal mach bitte Absätze beim Schreiben. Deine prorussischen Textklumpen sind so schon schwer zu verdauen. Herzlichen Dank.

Letzte Bearbeitung Vor 3 Monate von Der DIngs
Eldin
Eldin (@guest_61159)
Antwort an  Der DIngs
Vor 3 Monate

Guten Abend Der Dings,
das Ziel der Bundesregierung, in naher Zukunft gänzlich auf russische Gasimporte zu verzichten, ist teuer erkauft. Bereits jetzt haben sich die Gaspreise für einen Durchschnittshaushalt in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr fast verfünffacht, und das sind nicht nur ein paar Cent. In dem sogenannten Entlastungspaket, das heute im Bundestag verabschiedet wurde, gehen leider Rentner und Studierende leer aus.
Der Sozialverband VdK kritisierte übrigens die bisherigen Maßnahmen als „extrem unausgewogen und ungerecht“. Die Empfänger von Hartz-IV werden lediglich mit einem einmaligen Heizkostenzuschuss in Höhe von 200 Euro bedacht. Für Millionen Menschen dürfte es daher ein kalter Winter werden. Aber vielleicht gibt es ja von Baerbock & Co. ein paar warme Kuschelsocken für die Betroffenen zu Weihnachten, um sie ein wenig zu versöhnen.
Doch Spaß beiseite, wir brauchen Politiker, die frei sind von hochgradiger Abenteuerlust und extrem gefährlichen Illusionen. Wir brauchen Politiker die nicht den europäischen Kontinent nach eigenem Gutdünken politisch, wirtschaftlich und kulturell zugrunde richten und die Menschheit beschleunigt an den Abgrund drängen.
Jedem verantwortunsvollen Politiker war klar, dass eine Konfrontation in der Ostukraine zum Krieg führen wird, sobald reguläre russische Verbände eingreifen, um Donezk wie Lugansk gegen einen Angriff zu schützen. Sehr selten, fast nie rang man sich zu der Frage durch, weshalb Menschen seit 2014, die nach Kiewer Lesart ukrainische Staatsbürger sind, mit schwerer Artillerie beschossen, um ihre soziale Existenz gebracht, getötet oder in die Flucht getrieben werden.
Bestenfalls in Nebensätzen, wenn überhaupt, räumten Politiker ein, dass die ukrainische Regierungen unter Petro Poroschenko und Wolodimir Selenskij das im Februar 2015 geschlossene Minsk II-Abkommen blockierten. Sie behandelten es mehr als lästige Zumutung denn bindende Verpflichtung. Dies galt vorrangig für die unter Punkt 11 verankerte Verfassungsreform, die eigentlich bis Ende 2015 hätte stattfinden sollen, aber beharrlich unterblieb.
Einer allgemeinen Amnesie scheinen die Gründe für die Sezession der Regionen Donezk und Lugansk, ein mehrheitlich russisch besiedeltes Terrain, verfallen zu sein.
Um bloß einen zu nennen: Die nach dem Sturz der Regierung Janukowitsch Ende Februar 2014 in Kiew mächtigen Autoritäten hoben umgehend Gesetze auf, die den Status russischer Bürger, immerhin ein Viertel der Gesamtbevölkerung, sowie der russischen Sprache im Osten und Süden des Landes garantierten.
Wolodimir Selenskij sagte: „Wenn du (- Bewohner des Donbass, Eldin) auf ukrainischem Territorium lebst und fühlst, dass es zu Russland gehört, dann musst du dir – deinen Kindern und Enkeln zuliebe – einen Platz in Russland suchen.“
Ja, ich bin der Meinung, der Wertewesten hatte alle Chancen, den Konflikt im Donbass zu lösen. Sieben Jahre lang geschah nichts, weil die Ukraine sich der Umsetzung verweigerte und die Regierungen in Berlin und Paris, sie gewähren ließ, denn es bestanden ja weder Wirtschaftsinteressen noch kamen Flüchtlinge an die Außengrenzen der EU.
Der Krieg im Donbass war dem Wertewesten im Grunde herzlich egal.
Lässt man jedoch Konflikte allzu lange laufen und schreitet nicht rechtzeitig mäßigend ein, können sie sich anders entwickeln, als man es sich wünscht.
Es sterben in der Ukraine keine US-Amerikaner, keine Deutschen, keine Franzosen, keine Engländer …, es sind die Bürger der Ukraine die den Preis dafür bezahlen, dass der Wertewesten und die NATO nicht bereit waren, ihre aggressive Politik gegenüber Russland fallen lassen.
Wäre es nicht verantwortungsvoller gewesen, auf Russlands Verhandlungsangebote hinsichtlich der NATO-Osterweiterung und den geforderten Sicherheitsgarantien substanziell einzugehen, auch wenn es nach außen hin womöglich feige und verlustbringend ausgesehen hätte, anstatt einen Krieg zu riskieren und das Vertrauen Russlands endgültig zu verspielen?
Mir geht es nicht darum, die russische Regierung und den Angriffskrieg zu verteidigen. Es ist mir vor allem wichtig festzuhalten, dass die NATO und der Wertewesten mitschuldig sind an dem bestialisch-mörderischen Krieg in der Ukraine.
Das Dings, ich ahne bereits, was Du hierzu schreiben wirst, aber das kannst Du Dir sparen.
Ich werde diesen Gedankenaustausch nicht mit Dir fortführen, weil Du nicht in der Lage bist, auf Argumente sachlich und konstruktiv einzugehen.

Letzte Bearbeitung Vor 3 Monate von Eldin
Mutant77
Mutant77 (@guest_61164)
Antwort an  Der DIngs
Vor 3 Monate

Dein Posting zeigt wenig Menschlichkeit gegenüber den Menschen die im Osten der Urkaine leben. Dabei gibt zahlreiche Dokumentationen, Bilder die die verzweifelte Lage dieser Menschen zeigen und die Grausamkeiten des Asow Batallion, das im übrigen unter einer Flagge mit SS Runen und Wolfsangel kämpft. Diese bombardieren seit 2015 die Menschen inn Luhansk und Donezk und töteten dabei tausende von Menschen. Niemand der heute so tut als sei er gegen Krieg, hat ein Wort darüber verloren.
Das Kiew seit Anfang 21 damit begonnen hat, die Gewalt zu verschärfen und explizit das Ziel der Wiedereroberung (statt Verhandlungen) zu verkünden, sind auch Fakten die nicht in die Bewertung der aktuellen Lage einfliessen.

Das darüber hinaus unser Mitgefühl mit den Menschen in Libyen. Syrien, Somalia oder in welchen Ländern wir noch unsere Kriege führen, sich auch nur zu Weihnachten zeigt, macht die Empörung gegen Russland für mich wertlos. Wer die Hintergründe und die Ziele unserer Weltpolitik nicht verstehen möchte, für den ist es ausreichend uns als die Guten zu sehen. Das sind wir aber in den wenigsten Fällen, wie auch das geringe Interesse der Welt sich an den Sanktionen zu beteiligen zeigt.

Durante
Durante(@durante)
Vor 3 Monate

Inzwischen habe ich den Verdacht dass manche Leute im Westen die Wahrheit über Putin und den Weg den „sein“ Russland eingeschlagen hat wohl auch einfach nicht sehen wollten (weil dann hätte man ja irgendwie reagieren müssen). Ich habe Putins bizarre ideologische und von Großmachtsphantansien geprägten Schriften natürlich früher nicht gekannt (und hielt ihn zwar für einen Verbrecher, aber auch für klug & rational), aber da sie z.B. u.a. in gewöhnlichen russischen Tageszeitungen veröffentlich wurden hätten Geheimdienste/Russlandexperten/Diplomaten/… das in den letzten 20 Jahren eigentlich mal mitbekommen müssen wie dieser Irre WIRKLICH tickt)…

Bez. russischer „Sicherheitsinteressen“ von denen immer gerne geredet wird: Die russische Föderation verfolgt aktuell keine Sicherheitsinteressen, sie verfolgt HERRSCHAFTSinteressen. Das ist ein Unterschied. Putins Russland betrachtet die ehemaligen Warschauer-Pakt-Staaten als seinen Vorgarten, nicht als souveräne Staaten mit mündigen Bürgern. Aber: Über die Bündnisse der osteuropäischen Ländern entscheiden gefälligst ausschließlich die Osteuropäer selbst, NICHT Putin und auch NICHT Putin-Fans in Deutschland oder sonst wo!

Bez. der angeblichen „Bedrohung“ Russlands durch die NATO: Russland ist NICHT „umzingelt“ (man werfe nur mal einen Blick auf eine Weltkarte). Die NATO hat auch KEINE „Versprechen gebrochen“ (bei den Gesprächen auf die sich die Märchenonkel Putin und Lawrow immer wieder beziehen ging es immer nur um das Gebiet der damaligen DDR, da muss man nur mal Gorbatschow fragen). Und ganz im Ernst: Warum sollte die NATO Russland angreifen (selbst wenn wir den dann bevorstehenden Atomkrieg den NIEMAND will mal außen vor lassen würden)? Wozu? Ihnen ihre Bodenschätze einfach abzukaufen (wie wir es seit den 90ern tun) ist viel billiger, und außer Bodenschätze hat Russland nichts was den Rest der Welt interessiert. Dieses russische „der böse Westen will uns zerstören!!!“ ist nur russische Selbstüberschätzung/-überhöhung im Sinne des Möchtegern-Zaren Putin. Die Wahrheit ist dass seit dem Ende des kalten Krieges Russland dem Westen eigentlich ******egal war (Zitat Obama: „Provinz-Macht“). Aber Putin will halt dass die Welt vor ihm und seinem „Reich“ zittert. (Was ja vor diesem Krieg noch eher der Fall war, man hielt die russische Armee ja für modernisiert und schlagkräftig, ein Irrtum wie wir jetzt wissen.)

Es ist lächerlich Russland und/oder Putin JETZT noch in Schutz zu nehmen. Die Putin-Fans außerhalb Russlands müssten ihrem Idol einfach mal genau zuhören, lesen was Putin selbst(!) seit Jahren so schreibt (notfalls mit autom. Übersetzung) und zur Kenntnis nehmen wie er seine eigenen kritischen Landsleute behandelt, dann würden sie erkennen dass wir es hier mit einem nationalistischen, aggressiven, revisionistischen, imperalistischen und sogar tendenziell faschistischen Größenwahnsinnigen zu tun haben. Und frühere Fehler der NATO (Kosovo-Einsatz ohne UN-Mandat) und die Verbrechen der USA (Stichwort Putsch in Chile & im Iran/Vietnamkrieg/…) ändern NICHTS daran dass dieser Wahnsinnige gestoppt werden muss. Und zwar jetzt.

Und all das schreibt hier jemand der die NATO bis vor kurzem noch für überholt hielt, der def. KEIN Fan der USA ist (aufgrund div. Taten von CIA/NSA/US Army/…) und der für Russland an sich jahrelang eigentlich immer eher Sympathie hegte (nicht für den seit jeher sexistischen/homophoben/transphoben/rassistischen skrupellosen Autokraten Putin wohlgemerkt).
Aber von dieser Sympathie haben mich die letzten Wochen endgültig kuriert.

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Durante
Vor 3 Monate

Durante, ich stimme Deinen Zeilen sowas von zu!
Aber: leider beruhigt mich jedoch der weniger morderne Zustand der russischen Armee wenig, wenn letztlich ein einzelner Größenwahnsinniger, Fehlgeleiteter, das Sagen und die Macht über das Atomwaffen-Arsenal hat… Zurechnungsfähig und mit Argumenten/Fakten errreichbar ist der Mann schon lange nicht mehr, der steckt viel zu tief in seiner eigenen Welt, und das macht ihn so gefährlich.

Letzte Bearbeitung Vor 3 Monate von Tanzfledermaus
Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 3 Monate

Bez. Putin hast du leider wohl völlig recht, aber um mal was positives zu sagen: Meines Wissens nach kann selbst Putin ALLEINE(!) keinen Atomkrieg beginnen. Dazu benötigt er zumindest seine ranghöchsten Generäle (für alle Abschuss-Codes usw.), und ich glaube doch dass die – egal was man von denen sonst hält – nicht so durchgeknallt sind wie Putin, sondern z.B. ihren Kindern gerne ein nicht-verstrahltes, bewohnbares Russland hinterlassen würden.

Eldin
Eldin (@guest_61169)
Antwort an  Durante
Vor 3 Monate

Mir geht es nicht darum, die russische Regierung in Schutz zu nehmen, vielmehr ist es für mich interessant und erschreckend zugleich mitzuerleben, wie schnell einige in eine Doppelmoral verfallen.

Dass Wladimir Putin kein lupenreiner Demokrat ist und dass im imperialistischen Russland die gleichen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Verfehlungen dominieren wie anderswo auch, ist bekannt. Wir brauchen bloß nach Polen, Ungarn oder in die Türkei schauen: nationalistische, revisionistische, imperialistische und sogar tendenziell faschistische Tendenzen.
Das sind immerhin Länder, die der EU und/oder der NATO angehören, ohne dass diese mit Konsequenzen zu rechnen haben.

Wer erinnert sich noch an die Rechtfertigung, eine humanitäre Katastrophe und Völkermord im ehemaligen Jugoslawien verhindern zu wollen? Die NATO-Staaten bombardierten 1999 völkerrechtswidrig Jugoslawien, um einen drohenden „Völkermord“ zu verhindern. Ein solcher Vorwand wurde nun von Wladimir Putin zur Rechtfertigung seines Einmarsches in die Ukraine aufgegriffen. Mit dem Unterschied, weder in den Kriegen gegen Jugoslawien, Afghanistan, Irak, Libyen oder Syrien wurde der Ruf nach dem Völkerrecht und Sanktionen so laut und nachdrücklich erhoben wie jetzt, zumal diese Staaten nach den zweifelhaften „humanitären Interventionen“ nicht mehr existieren und dort nur noch Gewalt und Chaos herrschen.
Warum wurden bisher die möglichen Kriegsverbrechen in den Kriegen der NATO und ihrer Mitgliedsstaaten nicht untersucht und verfolgt? Das stärkt nicht gerade das Vertrauen in die oft beschworenen westlichen Werte.

Der ehemalige deutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher sagte 1990: „Eine Ausdehnung des NATO-Territoriums nach Osten, das heißt, näher an die Grenzen der Sowjetunion heran, wird es nicht geben. Der Westen muss auch der Einsicht Rechnung tragen, dass der Wandel in Osteuropa … nicht zu einer Beeinträchtigung der sowjetischen Sicherheitsinteressen führen darf.“ Sein US-amerikanischer Amtskollege James Baker meinte nach einem gemeinsamen Gespräch im selben Jahr, dass es „keine Absicht gebe, das NATO-Gebiet der Verteidigung und der Sicherheit nach Osten auszudehnen.“ Weiterhin erwähnte Hans-Dietrich Genscher gegenüber seinem russischen Amtskollegen Eduard Schewardnadse: „Die Bundesregierung sei sich bewusst, dass die Zugehörigkeit eines vereinten Deutschlands zur NATO komplizierte Fragen aufwerfe. Für uns steht aber fest: Die NATO werde sich nicht nach Osten ausdehnen.“ Helmut Kohl bekräftigte 1990 gegenüber Michail Gorbatschow: „Natürlich könne die NATO ihr Territorium nicht auf das gegenwärtige Territorium der DDR ausdehnen.“
Wie auch immer, Michail Gorbatschow und andere wurden im Glauben gelassen, die NATO werde auf gar keinen Fall nach Osten erweitert.

Wie souverän jeder Staat selbst entscheidet, der NATO beizutreten, hat man ja 2020 bei Nordmazedonien gesehen: erst nach Besuchen von Angela Merkel, James Mattis, Jenst Stoltenberg und einiger anderer Politiker war die Regierung letztlich hierzu bereit. Es ist auch interessant zu wissen, dass 2008 noch eine Mehrheit der Ukrainer einen Beitritt zur NATO ablehnte, wohlgemerkt die Bevölkerung lehnte den Beitritt ab, aber nicht die ukrainische Regierung. Man kann nur spekulieren, wir groß der US-amerikanische Einfluss auf die ukrainische Regierung bei der Entscheidung war, sich der NATO anzuschließen.

Kann es vielleicht sein, dass der Ukraine-Krieg den ökonomischen und geopolitischen Zielen der USA sehr entgegenkommt, denn im Machtkampf gegen China gelte es, Russland auszuschalten, um freie Bahn zu haben? Auch hier könnte man wieder spekulieren, dass bewusst eine Situation geschaffen wurde, wo Russland nicht anders handeln konnte, die „roten Linien“ waren bekannt, um dann eine Sanktion nach der anderen auszusprechen. Aber nicht primär um den Krieg zu beenden, sondern vielmehr um Russland endgültig vollständig zu ruinieren.
Aber wie bereits geschrieben, dass ist nur ein freier Gedankengang.

Letzte Bearbeitung Vor 3 Monate von Eldin
Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Eldin
Vor 3 Monate

Was du über Doppelmoral schreibst stimmt leider (ich habe den Kosovo-Krieg z.B. ja selbst erwähnt, siehe oben) und die politisch gefährlichen Tendenzen in Polen/Ungarn/Türkei sehe ich genauso. Aber wie gesagt: Das ändert nichts daran dass Putin gestoppt werden muss. Diese Form des aggressiven expansionistischen Imperialismus darf im Jahr 2022 NICHT von Erfolg gekrönt sein, im Interesse aller. Die zahlreichen Fehler des Westens (siehe mein letzter Kommentar oben), und seine Vielstimmigkeit/Zerstrittenheit in manchen Dingen, rechtfertigen diesen Krieg nicht. Etwas anderes zu behaupten wäre reiner whataboutism.
Und bez. der „NATO-Osterweiterung“: Habe früher auch mal gedacht der „böste Westen hat die armen Russen betrogen“… stimmt aber leider nicht: Alle Zitate die du gebracht hast bezogen sich ausschließlich auf das Gebiet der ehemaligen DDR und wurden gegenüber der inzwischen nicht mehr existierenden Sowjetunion getroffen. Der „Warschauer Pakt“ (bzw. im russischen Original eigentlich „Warschauer Vertrag“, aber „Pakt“ klang halt fieser) existierte 1990 noch, und dass es mit diesem und der Sowjetunion innerhalb so kurzer Zeit ganz vorbei sein könnte… auf die Idee sind 1990 weder Ost noch West gekommen. Das war nach 40+ Jahren kalter Krieg überhaupt nicht absehbar.
Und ich traue den USA leider viel zu was sogenannte „geostrategische Interessen“ angeht, aber Zitat „dass bewusst eine Situation geschaffen wurde, wo Russland nicht anders handeln konnte“ -> Da gehst du Putins Propaganda voll auf den Leim. NIEMAND hat Russland gezwungen seine Truppen über die Grenze zu schicken! Putin führt diesen Krieg weil er ihn führen WILL. Und das Märchen vom Präventivschlag und der Bedrohung durch die NATO… Die NATO-Verträge (die auch Putin kennt) besagen eindeutig dass der Bündnisfall nur im Verteidigungsfall vorliegt (nicht wenn ein NATO-Staat selbst der Aggressor ist). Und um irgendwas fragwürdiges (z.B. eben sowas wie einen Präventivschlag) als „Bündnisfall“ zu deklarieren müssten wenn dann alle 30(!) NATO-Staaten zustimmen. Wie realistisch denkst du ist es dass 30 Regierungen demokratischer Staaten (so unterschiedlich wie z.B. Niederlande und die Türkei) gemeinsam entscheiden „Ja, wir sollten alle Russland angreifen! Dritter Weltkrieg hört sich gut an!“…? ;)
Soviel Einfluss haben selbst die Amerikaner in der NATO (glücklicherweise) nicht, dass sie das bewerkstelligen könnten.
Die große Ironie ist ja dass der Knallkopf Putin gerade DIE Image-Kampagne schlechtin FÜR die ihm so verhasste NATO durchzieht (meine Meinung über die NATO hat Putin jedenfalls zum positiven hin verändert, und die der Finnen und Schweden ja offensichtlich mehrheitlich auch).

Passenger999
Passenger999(@dirk-muehlenstrodt)
Antwort an  Durante
Vor 2 Monate

Ach, und was ich noch vergessen habe, das feige Schweigen unserer
Regierung zu Erdogans Aggression gegenüber den Kurden, nur weil man wohl Angst vor den in Deutschland lebenden ,konserativen Türken hat…
Gerade den Grünen lagen die Kurden doch immer so am Herzen, diese Partei hat in meinen Augen jegliches Rückgrat verloren .
Gibt also wohl doch gute und böse Aggressoren !

Eldin
Eldin (@guest_61211)
Antwort an  Durante
Vor 2 Monate

Sei gegrüßt Durante,
falls es Dich interessieren sollte, dann kannst Du gerne hier https://kurzelinks.de/802i nachlesen, dass das Versprechen der drei Siegermächte, dass die NATO nicht weiter nach Osten expandieren würde, durchaus gebrochen wurde.

Passenger999
Passenger999(@dirk-muehlenstrodt)
Antwort an  Durante
Vor 2 Monate

Es ist schon eine Tatsache, das insbesondere die USA die Schwäche der Sowjetunion Anfang der 90er ausgenutzt haben um Sie bei Verhandlungen
in die Ecke zu drängen, darüber hinaus, hätte man wiederum insbesondere
Seitens der US. Regierung, niemals der Ukraine einen NATO-Beitritt avisieren
sollen…
Das lieferte doch Putin nur einen willkommenen Vorwand um seinen Angriff zu starten !
Leider wird er auch jetzt darin nicht nachlassen, denn wenn er aufgibt, steht er völlig blamiert da und gefährdet seine Machtposition.
Für einen Faschisten halte ich Ihn übrigens auch,er erfüllt alle Voraussetzungen.
In Italien und Deutschland haben sich damals auch aus dem gekränkten Nationalstolz faschistische Bewegungen entwickelt,eine ähnliche Entwicklung sehe ich in Russland…
Ich möchte aber nochmal darauf hinweisen, das auch die USA in ihrem Vorgarten keine keine anderen Systeme akzeptiert haben, siehe Kuba(klar, auch ein Unterdrückungsstaat) und diverse Interventionen in Mittelamerika !

European
European (@guest_61175)
Vor 2 Monate

We, people of Eastern Europe are sovereign nations. Deal with it. I understand that many Germans and Russians are unable to think about us in light other than „these silly former subjects of us – countries full of backward people who need us to govern them as they are incapable of doing that themselves“. But that does not make you (I use „you“ as I have little doubt that this comment section is free from Kremlin Trolls working for „Russkiy Mir“ imperialist genocidal ideology as well as mentally ill German imperialists missing Hitler’s times). Talk about how some (supposed) talk between USSR leader (USSR is no more for over 3 decades now BTW) and NATO is an excuse to invade anyone or even imply that anyone owes anything to the fallen empire of marxist pipe dream is silly, illogical and bigoted. Russia been tied by Budapest Memorandum that it signed to ensure safety of Ukrainian borders. No one signed any treaty with Russia about not extending NATO to any INDEPENDENT European countries.

Moreover we, Eastern European nations been warning the West, Germany included, numerous times in recent decades about consequences of political and economic romance with Putin. The very same Putin that been a prime minister and later President of Russian Federation when Russian military been conducting war crimes on population of Chechen Republic of Ikcheria that Russia signed a peace pact with back in 1997. War crimes that were conducted among other slogans in the name of ensuring of peace and well being of Russian speaking population were conducted on everyone Russian military met on their path – including on ethnic Russians. How German politicians reacted to it? Do you remember? Do you remember how on September 25 2001 German politicians been applauding the very same Vladimir Putin? There is a photo of that event, you see Putin standing in front of assembly and in left top corner you can see Angela Merkel applauding that man. BTW why she did not comment invasion yet? It been almost 90 days already. And don’t even make me start on Gerhard Schröder. Both been shaking hands and smiling to Putin after his country genocided 30% of population of Chechnya, including around 42 thousands children. They not even once spoke against this genocide or even dared to suggest to persecute people responsible for them. And then Georgia in 2008 happened. Which again changed literally nothing of value in German politics toward Russia and that among other things led to Crimea and Donbas and Luhansk invasion in 2014 kickstarting war that we are currently in EIGHTH YEAR of.

YES! IT’S EIGHT YEAR OF WAR IN UKRAINE! WAR THAT SINCE IT’S START BEEN A WAR BETWEEN RUSSIA AND UKRAINE.

Earliest warnings that this war would happen date back to the mid ’90s – 1st president of Chechen Republic of Ikcheria Dzhokhar Dudayev been mentioning such possibility in interviews back then. He was more then well aware of how Russian imperialist mindset works as he was an officer in Red Army in control of part of nuclear arsenal of the USSR. He also seen war in his country in which his people were being killed by Russian Army – including with use of handheld flamethrowers like in Samashki Massacre. Yes, there been cases Russian soldiers killed civilians burning them alive. There been no tribunals for these war crimes ever held.

So once again – why are Germans surprised now? Surprised because silly eastern Europeans were right? When warning about Putin’s criminal activities and suicidal consequences of Nord Stream pipeline? How could have these eastern subhumans been right? They been dealing with Russians on daily basis for decades? So what? That is too much for superior Germanic brains to handle.

Denazification (in mental sense) of Germany and especially the eastern part controlled by Soviet Union influence never been fully successful it seems as you are uncapable of seeing eastern Europeans as equal partners within United Europe. That’s why our warnings about Putin been ignored for over 20 years. Years during which thousands of Chechen, Georgians and Ukrainians been dying.

„Surprised“. Really? Are you? In which alternative reality been you living for last 20 years?

Victor von Void
Victor von Void (@guest_61176)
Antwort an  European
Vor 2 Monate

European Before spamming the comments section with accusations you should have had the decency to read teh article and the other comments first. If you don’t understand german you should at least use a translation service like DeepL oder even Google Translate.

Had you been doing that you might have realized that none of the other commenters are supporting the war or the russian government.

Also, we (the other commenters and readers of this blog) are not our government. We choose to have and express our own personal opinion, which more often than not will differ from what our government thinks or does. So accusing us all of being oblivious to what happens and happened in the past in eastern Europe and condoning all that has been said and done by our various governments is quite insulting.

In the other hand you seem to argue pretty one sided as well. This war is completely unsjustified and a crime, nevertheless there were errors made on both sides. None of the commenters put the sovereignity of other nations into doubt. What happened is the result of misguided politics and dubious decisions on all sides.

Also you seem to forget that the way to the changes in eastern Europe from 1989 on was only possible because there was alot of good will and the decision to choose peaceful talks over military aggression. I was born in Eastern Germany and I experienced the changes first hand from an eastern view. I’m no more a fan of Putin than you are. The ovations for him in 2001 in the Bundestag were a reaction to what he said, as he offered cooperation instead of aggression, not to his persoon and everything he would do in the (then) future. Did YOU know in 2001 that Putin would turn into a dictator? I doubt that. So scolding all westerns for having misjudged him by then (in his first year as a president and after less that two years after becoming prime minister) is quite a bold move that reeks of the same arrogance and closed mindedness you’re accusing us of.

You’re welcome to take part in the discussion in a civilized manner, but accusing us all of being imperialistic idiots is not a good entrance…

Letzte Bearbeitung Vor 2 Monate von Victor von Void
European
European (@guest_61177)
Antwort an  Victor von Void
Vor 2 Monate

Thank you for illustrating my point as I did read whole article and comment section.

The Inexperienced Spiral Traveller
The Inexperienced Spiral Traveller (@guest_61187)
Vor 2 Monate

Ich verstehe die Kommentare und diese Realitätsfremdheit hier wirklich nicht. Mir war seit Jahren klar, dass genau dies geschehen wird. Haben die Geheimdienste nicht seit Monaten eindringlich gewarnt? Der Machtgierige im Kreml hatte es in den letzten Jahren ja sogar mehrfach angedroht. Die Geheimdienste, ja auch der BND, hatten vor wenigen Monaten auch die Politik gewarnt. Die CDU war auch sofort auf Kurs, die „Scheingrünen“ und die (A)spd schwelgten freilich weiterhin auf dem Zug der blinden und tauben. Also war mir klar, es wird in diesem Jahr passieren. Allen die nun so schockiert sind über dieses angeblich „plötzliche“ Ereignis, attestiere ich im negativen Sinn Weltfremdheit und Realitätsleugnung. Nun ist allerdings die Regierung in der Ukraine keine rosa Einhorn Demokratie sondern ein korruptes Mafiaregime, dazu hatten alle namentlich bekannten Politikmagazine, auch linksorientierte, einige Artikel in den letzten Jahren. Die Wahl der grünen ist „alternativlos“… war hier vor einigen Monden zu lesen. Also was erwarte ich hier also noch, abgesehen von Realitätsverweigerung und billiger Phrasendrescherei …. gar nichts. Ein Rat für die Zukunft. Ein Gehirn ist da um benutzt zu werden.

Markus
Markus(@markus)
Antwort an  The Inexperienced Spiral Traveller
Vor 2 Monate

Frag dich mal, welche Partei in den vergangenen 16 Jahren an der Regierung war, welcher Partei die Verteidigungsminister*innen seit 2005 angehörten und wer damit für den Mißstand einer offensichtlich verteidigungsunfähigen Republik verantwortlich ist. Und wer die vergangenen 16 Jahre alle Probleme, vor allem auf außenpolitischer Ebene, ausgesessen hat – wie es die Padawanin vom Meister gelernt hat. Und dann sag noch einmal, die CDU war oder wäre sofort auf Kurs. Lachhaft. Absurd, daß gerade DU von Realitätsverweigerung faselst.

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