26 April

Musikperlentaucher – Tauchgang #03

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Tuxedomoon – No Tears

Das Studium der elektronische Musik ist trockener und äußerst technischer Stoff und führte Anfang der 80er für die beiden Studenten Blaine L. Reininger und Steven Brown unweigerlich zum New Wave, dem Musikgenre der elektronisch melodischen Musik. 1977 gründeten sie Tuxedomoon, die 1978 die EP No Tears veröffentlichten, ohne jedoch damit sonderliche Aufmerksamkeit zu erregen. Das in den USA dafür kein Nährboden ist, erkannten auch Tuxedomoon 1980 und wechselten nach Europa, der Petri-Schale für den New Wave der 80er. Spätestens nach einigen Konzerten im Düsseldorf Ratinger Hof und dem Berliner SO36 1981 war ihre Popularität in den düsteren Kreisen Deutschlands legendär. In England tourten sie mit Cabaret Voltaire und auch mit Joy Division, kurz bevor sich Ian Curtis das Leben nahm. Bei einem Workshop für elektronische Musik, bei dem sie sich als Dozenten versuchten, war Marc Almond ein Teilnehmer. Die Zeilen „No Tears for the Creatures of the Night…“ sind bis heute vieldeutige Beschreibung der schwarzen Szene. Ein großartiges Stück.

John Foxx – Underpass

Schön das wir gerade von New Wave reden, da kommt John Foxx als männlicher Anne Clark um die Ecke gebogen. Der als Dennis Leigh geborene Brite interessierte sich immer schon für Musik und Design und sorgte 1977 als Sänger der Band Ultravox erstmals für Aufsehen. 1979 verließ er die Band bereits wieder und wurde von Midge Ure ersetzt, mit dem die Band dann 1980 mit Vienna ihren ersten Hit landeten. Vielleicht war John Foxx zu Experiementell, denn damals zählte man ihn zur musikalischen Avantgarde. 1980 zeigte er mit Underpass seine Stärken als Musiker und gilt mit dem Album Metamatic als Begründer des Cold Wave. Ein Spiel des Schicksals, das sich der Eingangs mit Anne Clark verglichenen Künstler 1985 und 87 als Komponist für selbige betätigte.  Anne, wie ich sie liebevoll nenne, wäre sicherlich einen eigenen Eintrag wert, passt aber jetzt eben nur vergleichend dazu. John Foxx ist auch heute noch musikalisch aktiv, hat mir aber in seiner Wegweiser für elektronische Musik Anfang der 80er besser gefallen. Keine Frage, das folgendes Stück gespielt werden muss.

Siouxsie and the Banshees – Red Light

Jetzt wird es kompliziert und einfach zu gleich. Wie schlägt man am besten eine Brücke zwischen dem Gothic der frühen 80er, der seine Punkwurzeln nicht verleugnen kann (Stichwort: Batcave) und den Synthie-Klängen der New Wave Ära, wie sie John Foxx repräsentiert? Die Antwort überlasse ich Siouxsie Sioux1 und ihren Banshees. Die Urmutter des Gothic schlägt die Brücke zwischen beiden Stile sehr elegant und fasziniert mich mit ihrem Stück Red Light von dem 1980er Album Kaleidoscope immer wieder auf´s neue. 1976 gründete sie zusammen mit Steven Severin und einigen anderen Musikern die Band, die in ihrem Schaffen als Mitbegründer des Gothic zu handeln sind und daher ganze Seiten mit ihren zahlreichen erfolgreichen Songs oder der Bandgeschichte füllen könnten. Dieses Stück harmoniert aber ganz ausgezeichnet mit den anderen Stücken dieses Tauchgangs und darf daher nicht fehlen. Alle drei Stücke lösen im übrigen bei mir einen ausgeprägten Tanzreiz frei, insofern man meinen Tanzstil überhaupt als solchen bezeichnen möchte.

  1. Anekdötchen: Der Name der Sängerin und auch der Band wird selbst in Fankreisen meist falsch, nämlich buchstabengetreu ausgesprochen. Tatsächlich handelt es sich jedoch um ein Wortspiel mit dem Namen des Indianerstamms der Sioux, der „Su“ oder „Zu“ ausgesprochen wird. Die korrekte Aussprache von Siouxsie ist also in etwa „Susi“  von Siouxsies bürgerlichem Vornamen Susan. []

3 Kommentare

  1. Siouxsie and the Banshees….Hach ja…neulich mein Herz für diese schräge Musik entdeckt…

  2. Dort ist dein Herz gut aufgehoben, ein Stück von meinem ruht dort bereits :)

  3. Robert, man lernt nie aus.

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