WGT 2023: Warum Orphis Realitätsflucht nicht gelingen will

Liegt es am Alter oder am Zeitgeist, dass mir die Realitätsflucht auf dem WGT nur noch schwer gelingt? Früher schüttelte ich mit dem Glockenschlag der Abfahrt nach Leipzig den Alltag ab und tauchte in eine andere Welt ein – meine Welt, wie ich mir immer sagte. Jede schwarz gekleidete Gestalt an den Raststätten wurde schon auf der Hinfahrt innerlich gefeiert, während ich sie äußerlich natürlich gruftlike ignorierte.

Heute nehme ich die ersten Sichtungen weniger enthusiastisch wahr. Vielleicht ist es die bittere Erkenntnis, dass nicht alles, was schwarz ist, auch glänzt. Ganz sicher ein Stück Leidenschaftsverlust durch Lebenserfahrung. Schade. Dennoch predigt der Ehe-Grufti unaufhörlich, dass man sich nicht auf sein Altenteil zurückziehen soll. Also bleibe ich aufgeschlossen. Ich krame in der Tiefe nach diesem jugendlichen Gefühl von Coolness, Freiheit, Unbeschwertheit und Selbstverwirklichung, das so prima zu Festivals passt. Als ich mich fast wieder „wie früher“ fühle, fällt mein Blick auf mein Spiegelbild. Sieht eher aus wie „Omma auf Tour“, aber ich hatte ja beschlossen, mich nicht von meinem Äußeren runterziehen zu lassen.

Für alle Jüngeren: Ab einem gewissen Alter stimmen innere und äußere Wahrnehmung des eigenen Ichs nicht mehr überein. Entweder man frisst es, oder man geht daran zugrunde. Altern ist nichts für Feiglinge! Es trägt auch nicht zum Wohlgefühl bei, wenn man mit dem Kajal in den Falten hängen bleibt und wenn alle unter 30 einen hartnäckig siezen. Die Figur ist ohnehin schon lange im Eimer.

Doch Spiegel und Worte kann man mit etwas Fatalismus und Übung ignorieren – nicht aber Gedanken. Ich will euch nicht mit Details langweilen, aber im Vordergrund der Gedankenreise auf der Autobahn standen nicht Vollmond, romantische Nächte und laute Musik in verruchten Hallen, sondern eher der Kampf gegen die Unlust, jetzt mehrere Tage sehr anstrengende Sachen zu machen, statt mit Hund und Tomaten im Kleingarten zu chillen. Endlich Urlaub, endlich Sonne und ich tue mir SOWAS an!

Drei mehr oder weniger gelungene Fluchtversuche

Doch nach ersten Anlaufschwierigkeiten kam auch bei mir der Festivalmotor langsam in Gang – vor allem wegen unserer unschlagbaren Vierer-WG und unserem großartigen Vermieter, der uns wieder mit herzlichem Begrüßungszettel und Knusper-Schoki empfing. Außerdem haben wir als ersten Akt mit Freunden unsere Lieblingspizzeria aufgesucht und als zweiten Akt bei anderen Freunden das WGT mit einem Grillabend begrüßt. Es geht nichts über Rituale!

Ein Willkommensgruss der Villa Dohna

1. WTF?! WTF!

Ich wollte in diesem Jahr ein bisschen mehr Programm und ein bisschen weniger Treffen. Letzteres ist natürlich nahezu unmöglich, wenn man mit dem Wizard of Goth unterwegs ist, aber ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. Die schönsten Programmpunkte waren die Vorträge und Lesungen auf dem „Wissenschaft trifft Freundschaft“- Festival im Kupfersaal, das Lydia Benecke und Christian von Aster auf die Beine gestellt haben.

Isa Theobald und David Gray bei der Lesung im Kupfersaal.
Isa Theobald und David Gray bei der Lesung im Kupfersaal.

Wir haben uns von Isa Theobald und David Gray ins Buch „Requiem für Miss Artemisia Jones“ entführen lassen und Christian von Aster hat uns mit seinem „Groll“ aus dem „Zwielichtkaleidoskop“ das Fürchten gelehrt.

Hier hat die Flucht aus dem Alltag auf jeden Fall funktioniert! Das Ambiente im Kupfersaal war super, wenn auch nicht besonders gruftig. Herr von Aster kämpfte mit dem kleinen Maulwurf, der immer irgendwie im Weg saß und einen herrlichen Kontrast zum Horror bildete. Isa Theobald versank in Einhörnern und dank David Gray sächselte der Teufel anmutig. Wer hat eigentlich dieses großartige Hintergrundbild gemalt? Man hatte als Gast das Gefühl, in Kreativität zu baden.

Christian von Aster kämpft mit der Technik … und mit Pauli.
Christian von Aster kämpft mit der Technik … und mit Pauli.

Doch kaum waren die Geschichten erzählt, erklärte mir meine innere Stimme dozierend, dass das „Bücher schreiben“ und „Geschichten erfinden“ bald von der „Künstlichen Intelligenz“ übernommen wird. Ich selbst habe meine lange entwickelte Buch-Idee einmal in ChatGPT eingegeben und im vertrauensvollen Dialog mit der KI eine Handlung geschrieben, die ich alleine so nie hinbekommen hätte. Der Chatbot hatte viel bessere Ideen als ich und konnte sie in Sekundenschnelle ausformulieren. Noch bin ich dem Bot zwar weitgehend überlegen, aber das wird nicht mehr lange so bleiben.

Was wird demnächst aus Autorinnen und Autoren, aus Büchern und Geschichten? Hat das Buch eigentlich generell ausgedient? Wer liest denn heute noch? Die Aufmerksamkeitsspanne wird immer kürzer – meine auch. Werden Hörbücher demnächst auch von der KI eingesprochen? Hollywood experimentiert gerade damit, dass die Filme dank KI mit den Originalstimmen der Stars auch in anderen Sprachen auf den Markt kommen. Was machen Synchronsprecher in fünf Jahren? Was machen Isa Theobald und die anderen? Wird es überhaupt noch Verlage geben, wenn jeder seine KI-generierten Geschichten selbst veröffentlichen kann? Zack! Gedankenkarussell! Orphi ist wieder in der Realität gelandet.

Während Luci van Org für ihre Lesung einen Soundcheck auf der Bühne machte, verließen wir den Saal, um etwas frische Luft zu schnappen. Wir landeten im „Dark Affair“-Zelt, einem Nebenschauplatz zum WGT,  um die Ecke. Unser Urteil zum „Szene-Markt“: Bläääh! Viel Fetisch-Kram. Nix für uns! Keinen Gedanken wert.

Doch wir waren mit WTF noch nicht am Ende. Wir hatten einen zweiten Block gebucht, der den Titel „Magie wissenschaftlich betrachtet“ trug. Archäologe und Historiker Mirko Gutjahr zeigte uns magische Ausgrabungen. Da waren ein paar sehr interessante Stücke dabei. Leider habe ich bis auf die „Hexenflaschen“ und die „Schuhe in Wänden von Häusern“, deren Bedeutung bis heute im Dunkeln liegen, fast alles wieder vergessen. Aber für den Moment waren wir fasziniert.

Dirk-Boris-Rödel erklärte uns dann, was Magie eigentlich ist bzw. früher im Alltag der Menschen war und kam schnell auf den Placebo-Effekt zu sprechen. Nicht ganz neu, aber ich hatte kurz Lust, mit dem Wort Abracadabra selbst einen Verschwindezauber zu vollführen. Jetzt muss ich nur noch jemanden finden, der daran glaubt, sonst wirkt es ja nicht.

Dirk-Boris-Rödel erklärt den Schwindezauber.
Dirk-Boris-Rödel erklärt den Schwindezauber.

Hinweis: Lydia Benecke erwähnte bei der Vorstellung des Buchs „30 Jahre Leipzig in Schwarz“, dass das WTF auch im nächsten Jahr wieder stattfinden soll. Ich begrüße das sehr.

2. Die Agra – KEINE Reise mehr wert

Früher ging ich mit (heimlich) stolz geschwellter Brust zur Agra. Hier war man unter sich. Hier liefen keine Schaulustigen herum, sondern nur die, die das Bändchen der Zugehörigkeit trugen. Und ich war dabei! Die Agra war so etwas wie das „Aus“ beim Fangenspiel. Hier war man sicher. Und hier fand man die gesammelte Mannschaft der kleinen und großen Szene-Stände mit allem, was das schwarze Herz begehrt. Natürlich ist das nur ein sehr persönliches und sehr verklärtes Gefühl aus der Vergangenheit. Und wenn ich das richtig sehe, bleibt es auch in der Vergangenheit.

Offensichtlich kaufen sich die Hardcore-Schaulustigen mittlerweile selbst Bändchen und latschen mit bunten Shorts und Hawaiihemd in Schlappen mit Fotoapparat um den Hals über die Flaniermeile. Dabei betrachten sie die Anwesenden, als seien sie Außerirdische, während sie gleichzeitig so tun, als würden sie dank Bändchen dazu gehören. Wer bezahlt, darf rein, solange es keinen Dresscode gibt. Schon klar. Doch auch der Markt erinnerte mich dieses Jahr in weiten Teilen an eine Kirmes. Neben den wenigen wirklich kreativen und schönen Handmade-Sachen gab es jede Menge bunten Kram. Ich hab da mal ein paar Bilder zusammengetragen.

 

Auch das kulinarische Angebot auf der Agra war ein Reinfall. Nicht unbedingt geschmacklich, aber preislich. Ich hatte einen Becher warme Cola-Plörre für 4,50 Euro + 2 Euro Pfand und eine Handvoll Pommes für ebenfalls 4,50 Euro. Sorry, aber das ist echt ein Grund, möglichst schnell wieder von dem heiligen Grund und Boden zu verschwinden, zumal man ja keine eigenen Getränke und Speisen mitbringen darf. Wer kann sich das denn leisten? Und für diejenigen, die können: Wer will sich das denn leisten?

Etwas Positives zum Schluss: Am Rand der Flaniermeile auf der Mauer sitzen und lästern, hat – wie immer – hervorragend funktioniert und sogar Spaß gemacht. Wenn man nicht zufällig zu einem Konzert will, muss man sich die AGRA aber echt nicht geben.

3. Das Heidnische Dorf – Zehn Minuten Romantik

Ein Eindruck vom heidnischen Dorf beim WGT 2023

Was die Agra nicht einmal versucht, schafft das Heidnische Dorf in wenigen Sekunden: Es beamt einen in eine andere Welt. Wir haben uns extra den Freitagabend für den Abstecher ins Mittelalter ausgesucht. Am Abend sind die Familien mit ihren Kindern schon wieder zuhause. Die Wochenendgäste fallen erst am Wochenende ein. Die „Depeche Mode“-Fans waren auf dem Konzert. Die Chancen standen also gut, in Ruhe einen Schmand-Fladen in natürlich-romantischem Ambiente essen zu können. War dann auch so. Das Dorf war gut besucht, aber wir konnten schlendern und mussten nirgends warten.

Ein Verkaufsstand auf der AGRA mit der Aufschrift Regenbogenschwarz

Mit meinem Sinn für Romantik ist das allerdings so eine Sache. Theoretisch finde ich es immer supertoll, beispielsweise am Meer zu sitzen und in die Ferne zu schauen – vielleicht noch ein Sonnenuntergang und ein Schiff, das am Horizont vorbeischaukelt. In echt wird mir dann aber nach spätestens zehn Minuten langweilig und ich will was Anderes machen. So ungefähr war das auch im Heidnischen Dorf. Kein abendliches Feuer und kein Gewandstand konnte mich halten. Zum Glück ist der Ehegrufti genau wie ich. Wir haben unsere zehn Minuten Romantik sehr genossen. Leider habe ich im Nachhinein erkannt, dass ich das neue Wikinger-Dorf verpasst habe. Wo war denn da der Eingang?

Soweit meine Erinnerungen und Gedankenreisen zum WGT 2023. Wir haben noch viel mehr erlebt, nicht zuletzt tolle Konzerte, Partys und natürlich das Spontis-Treffen. Aber der Wizard of Goth schreibt ja noch eigene Berichte und kann da etwas in die Tiefe gehen. Vielleicht noch so viel: Die tollste musikalische Entdeckung war die Band „Left For Pleasure“, die es tatsächlich schaffte, mir ein paar Lieder lang den Ausgang aus dem Alltag zu zeigen. Danke dafür!

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snow
snow(@snow)
Vor 1 Jahr

Schöner Beitrag ! Ich war dieses Jahr auch deutlich weniger auf der Agra zugegen , fand aber den Recyclingkerzen-Stand auf dem Verkaufsrummel für mich sehr interessant und kann kulinarisch den veganen Burgerstand (als letztes ganz hinten links) empfehlen . Die Idee Freitag ins HeiDo zu gehen war sicher sehr zielführend . Ich wollte am WE zu Faun mal schauen , musste aber leider wieder abziehen , da ich kein Fernglas dabei hatte .
Ich denke ich werde trotzdem auch nächstes Jahr meinen gealterten Körper aufraffen und wieder auf das WGT kommen :-) !

N8humor
N8humor (@guest_62829)
Vor 1 Jahr

Sehr fein beschrieben, obgleich ich nicht dabei war dieses Jahr, konnte ich mir all das, was (und wie) du beschreibst, gut vorstellen!

Adrian Stahl
Adrian Stahl (@guest_62830)
Vor 1 Jahr

Teilweise kann ich das gut nachvollziehen, ich war ja in etwa 15 Jahre hintereinander jedes Jahr auf dem WGT, bis ich – vor jetzt schon wieder 5 Jahren – dann beschlossen hab einmal zur FedCon zu fahren statt nach Leipzig.

Da gings mir auch so daß ich seit ein bis zwei WGTs davor immer mehr das Gefühl hatte, das so als Jahres-Programmpunkt abhaken zu müssen, weil mans ja immer gemacht hat, aber die Vorfreude kam immer schwerer in Gang und vor Ort hat man sich auch mehr so irgendwie mit-treiben lassen, bis es dann wieder vorbei war.
Bei mir lag es nichtmal direkt daran daß sich am WGT irgendwas verändert hatte – klar die immer wiederkehrenden Kritikpunkte, aber die gabs eigentlich shcon immer – aber es ist mir irgendwie so zur Gewohnheit geworden daß ich dachte – machste ein Jahr mal was anderes, und danach stellt sich das schon wieder ein.

Blöderweise bin ich an der FedCon klebengelieben weil – da wurde man eigentlich (auch) sofort in dieses große Familiengefühl eingesaugt und – natürlich war das dann als neue Erfahrung wieder was anderes, spannendes, was man noch nicht in- und auswendig kannte.

Ich persönlich hab die Jahre danach das WGT zwar durchaus auch vermisst und hab auch immer gehofft daß die Termine dann irgendwann mal nicht mehr zusammenfallen – aber eines fällt mir jedes Jahr krasser auf – der Umgang der WGT-Besucher, vor allem in den sozialen Medien, ist bisweilen ganz schön bissig und unangenehm – ich weiß nicht ob sich das dahin entwickelt hat oder ob es schon immer so war, womöglich beides ein bisschen, in den Convention-Gänger-Gruppen ist der Tonfall, auch bei den zigsten Wiederholung der altbekannten „blöden Fragen“ immernoch nett bis zumindest neutral.

Wie auch immer – im nächsten Jahr hab ich endlich Glück und beide Veranstaltungen fallen nicht mehr auf den gleichen Termin, andererseits ist grad mal eine Woche auseinander ganz schon wenig für zwei Veranstaltungen die potentiell nicht günstig sind und über 3-4 Tage dauern … nun, wir werden sehen wie ich das zusammenkriege, und wenn, dann bin ich auch gespannt wie sich das nach mehreren Jahren „Pause“ dann anfühlen wird – genug Zeit um den Gewohnheitseffekt abgeschüttelt zu haben, sollte es bei mir dann wohl hoffentlich sein …

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Adrian Stahl
Ronny Rabe
Ronny Rabe (@guest_62831)
Vor 1 Jahr

Ich habe jetzt seid 4 Jahren kein offizielles WGT Ticket mehr gehabt. Dies hat mehrere Gründe und dieses Jahr , kamen noch einige dazu.
Abends ins Werk – quatschen, tanzen , Spaß haben … am Tag – andere Dinge machen – was auch ohne Bändchen, möglich ist ;-)

Marquis
Marquis(@marquis)
Vor 1 Jahr

Sag bloß Du und dein Ehegrufti (ich mag die Bezeichnung von euch) konntet euch nicht für Blechschilder mit Saufsprüchen und ABC-Schutzmasken begeistern?
Diese trägt man vorm Gesicht,woanders bringen sie keinen Schutz, nur soviel zur Benutzung.
Auch kein Quitscheentchen mit Pikes dabei gewesen?

Ernsthaft, ich finde älter werden schön! Klar.der Stoffwechsel wird ein anderer, die Sehkraft ändert sich (ich brauch mitlerweile ne Brille zum Buch lesen), gesundheitliche Zipperlein werden mehr, aber Gregory Peck in Moby Dick hatte schon eine sexy graue Strähne.
Meine Erfahrungen, Gelassenheiten, Denkweisen und Ansichten brachte das Altern mit sich, deshalb, finde älter werden schön :-).

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Marquis
Vor 1 Jahr

Ernsthaft, ich finde älter werden schön! … Meine Erfahrungen, Gelassenheiten, Denkweisen und Ansichten brachte das Altern mit sich, deshalb, finde älter werden schön :-).

Hm, ich glaube die individuelle Perspektive darauf hängt (neben ein paar anderen Faktoren) auch massiv davon ab wie zufrieden man rückblickend mit sagen wir mal seinen ersten 30 Lebensjahren so ist. Hat man das Gefühl viel verpasst zu haben hasst man das Älterwerden, im anderen Fall sieht man es wohl dann – mehr oder weniger – entspannt.
(Auszug aus: „Durantes unqualifizierte Küchenpsychologie“ – 1. Auflage XD )

Norma Normal
Norma Normal(@normanormal)
Antwort an  Durante
Vor 1 Jahr

Haha, ja an deiner küchenpsychologischen Theorie könnte was dran sein. Bin gespannt auf die kommenden Folgen!
Generell ist’s halt eine sehr induvidueller Prozess. Und es tut gut, das in Orphis Artikel, auch mal eine ungeschönte und ehrliche Perspektive gezeigt wird. 

Gruftwurm
Gruftwurm (@guest_62844)
Antwort an  Durante
Vor 1 Jahr

Hm, ich glaube die individuelle Perspektive darauf hängt (neben ein paar anderen Faktoren) auch massiv davon ab wie zufrieden man rückblickend mit sagen wir mal seinen ersten 30 Lebensjahren so ist. Hat man das Gefühl viel verpasst zu haben hasst man das Älterwerden, im anderen Fall sieht man es wohl dann – mehr oder weniger – entspannt.

Ich kann das auch gut nachvollziehen, da ich aus gesundheitlichen Gründen nicht viel von meiner Jungend hatte. Aber deswegen hasse ich nicht unbedingt das Älterwerden. Ich habe für mich gelernt, das beste aus seinem Leben zu machen und zu genießen, jedenfalls so gut es geht.

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Gruftwurm
Vor 1 Jahr

Ja, „hassen“ ist ein krasses Wort, zugegeben…

Ich habe für mich gelernt, das beste aus seinem Leben zu machen und zu genießen, jedenfalls so gut es geht.

Das heißt du bist zwar noch nicht alt, ABER trotzdem schon… weise. :)

Durante
Durante(@durante)
Vor 1 Jahr

Was wird demnächst aus Autorinnen und Autoren, aus Büchern und Geschichten? Hat das Buch eigentlich generell ausgedient? Wer liest denn heute noch? Die Aufmerksamkeitsspanne wird immer kürzer – meine auch. Werden Hörbücher demnächst auch von der KI eingesprochen? Hollywood experimentiert gerade damit, dass die Filme dank KI mit den Originalstimmen der Stars auch in anderen Sprachen auf den Markt kommen. Was machen Synchronsprecher in fünf Jahren?

Als Synchronsprecher würd ich mir durchaus mittel- bis langfristig Sorgen um meinen Job machen. Auch als „Kreativer“ der z.B. Werbetexte fabriziert oder ähnliches. Aber als wirklicher Künstler oder als Roman-Autor… nicht zwingend. Wenn ein guter Autor beginnt einen Roman zu schreiben will er entweder etwas ausdrücken oder hat eine Botschaft, oder will im Leser bestimmte Gefühle wecken oder hat schon einen großen Plan für die zu erzählende Geschichte… Nichts davon können heutige Sprachmodelle leisten, prinzipbedingt. Sie wollen nichts, sie planen nichts, sie haben logischerweise auch kein echtes Verständnis von Emotion. Sie imitieren uns nur (auf den ersten Blick inzwischen halt recht gut, aber das ersetzt echte künstlerische Inspiration noch nicht).

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Durante
Vor 1 Jahr

Heute zufällig über einen Artikel gestolpert der recht gut illustriert was ich versucht habe auszudrücken: https://www.golem.de/news/science-fiction-serie-auf-netflix-black-mirror-schoepfer-liess-episode-von-chatgpt-schreiben-2306-174757.html
Zitat: „auf den ersten Blick plausibel“ aber „irgendwie zusammengewürfelt“ und „keinen wirklich originellen Gedanken„…

Claudia
Claudia (@guest_62838)
Vor 1 Jahr

Hi Orphi!

Die bunten Stände mit den Quietscheentchen und den komischen Schildchen wären auch nichts für mich. Die sind einfach ein wenig … grotesk. Grotesk, aber nicht im positiven Sinne.
Das heidnische Dorf klingt aber schon sehr schön. Ich war noch nie auf dem WGT. Hatte früher kein Geld dafür und mittlerweile überlege ich auch, ob es sich überhaupt lohnt.
Für ein „Wettrüsten der Eitelkeiten“ habe ich keine Nerven …
Ich bin zwar noch recht jung und Korsett und Rock würden passen, aber durch meinen körperlich und geistig sehr anstrengenden Job fühle ich mich mittlerweile in dunkler Haremshose und schwarzem, etwas mittelalterlich angehauchtem Shirt einfach wohler. Ist halt bequem, drückt nicht, zwickt nicht, ich kann mich damit hinlümmeln, wie ich will. Weiß schminken konnte ich mich nie – ich reagiere auf so ziemlich jeden Scheiß mit Akne, trockener Haut oder Ausschlag^^.

Ansonsten – ich finde du machst dich selbst zu schlecht. Du bist eine hübsche Frau mit einem ansprechenden Gesicht und einem coolen Sidecut (den ich dank Alopezie nie tragen könnte^^). Keine „Omma auf Tour“. Für mich wirkst du total cool und wie jemand, der sich nicht von außen hat reinreden lassen, so nach dem Motto: „Möh, Subkultur ist doch nur was für Teenies.“ Das allein ist doch schon cool, frei und selbstverwirklichend. Und auch ein wichtiges Signal an baby bats, dass sich auch dann, wenn sie älter werden, nicht verstellen müssen, dass sie in ihrer Szene bleiben dürfen. Ich sag’s dir ganz ehrlich, für mich ist so ein Signal super wichtig.
Klar, das mit der Unbeschwertheit ist so eine Sache – aber ich glaube, da haben auch schon ganz junge Leute Probleme mit, je nachdem. Kenne so viele, die sich unfassbar viel Druck machen und schier an ihrem Abischnitt und Zukunftsängsten ersticken. Und in dem Alter sind das ja auchs sehr reale Katastrophen, die sich echt bedrohlich anfühlen.

LG,
Claudia

Claudia
Claudia (@guest_62917)
Antwort an  Orphi
Vor 1 Jahr

Ah, dann ist’s ja gut^^. Für mich hat es sich tatsächlich so gelesen, als ob es dir gerade wirklich eher schlecht damit ginge und als ob du dich zu kritisch siehst. Dann war da wohl auch ein bisschen Selbstironie mit drin.
Bitte, bitte.
Lene Lovich kenne ich noch gar nicht, die muss ich mir mal angucken.

Durante
Durante(@durante)
Vor 1 Jahr

Uff, diese Stände sind wirklich… übel… :-o

Aber „das WTF“ klingt wieder mal sehr reizvoll, danke für den Bericht! Schön auch mal auch wieder was von Mirko Gutjahr (aka „Der Buddler“ ;) ) zu hören.

Norma Normal
Norma Normal(@normanormal)
Vor 1 Jahr

Sehr relatable dieser Artikel!
Ab einem gewissen Alter stimmen innere und äußere Wahrnehmung des eigenen Ichs nicht mehr überein. Entweder man frisst es, oder man geht daran zugrunde. Altern ist nichts für Feiglinge!“  „…der Kampf gegen die Unlust, jetzt mehrere Tage sehr anstrengende Sachen zu machen…“ – Ausrufezeichen!!!

Endlich liest man auch mal diese Position! Es gibt ja so ein bisschen die Tendenz das ganze Thema ‚Älter werden‘ zu romantisieren. Auch body positivity kann leider dazu führen das man sich zusätzlich zu der Unzufriedenheit mit den physischen Veränderungen auch noch Vorwürfe macht, nicht das richtige „mindset“ (schlimmes Wort) zu haben. Natürlich nicht nur, aber vor allem immer noch, gerade für Frauen problematisch. Von wegen man fühlt sich wohler im eigenen Körper als mit 20! Nicht jede/r mit 30+ ruht auf magische Weise automatisch in seiner/ihrer Mitte. 

Abgesehen von Äußerlichkeiten, wenn man nicht mehr so hart feiern kann wie man gerne möchte, ist das sehr frustrierend. Und Mehrbettzimmer in Hostels und Camping sind oft nicht mehr drin, nicht weil man sich zu fein dafür geworden ist, sondern dank diverser Zipperlein. Ach und die ganzen Befindlichkeiten und zementierten Macken…
Wenn jetzt jemand damit ankommt, das er/sie noch mit 50+ bis in die Puppen feiert und nur 2h auf ner Parkbank zum ausschlafen braucht – Gratulation zur fabelhaften Gesundheit. Freut euch, aber bindet es anderen nicht auf die Nase, danke!

Ja, abzuschalten und einzutauchen wird schwerer, man schleppt halt viel mehr Alltag mit sich herum. Und auch einige Illusionen bezüglich Szene die man evtl. früher noch hatte, sind an der Realität zerschellt. 

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Norma Normal
Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Norma Normal
Vor 1 Jahr

Ab einem gewissen Alter stimmen innere und äußere Wahrnehmung des eigenen Ichs nicht mehr überein.

Ein selten thematisiertes aber in der Psychologie bekanntes und interessantes Phänomen wie ich finde: Das „Bild“ das man von sich selbst im Kopf hat (wenn man nicht gerade vor einem Spiegel steht ;) ) altert ab einem gewissen Punkt langsamer als man das in der Realität tut (bzw. ändert sich evtl. irgendwann auch mal für 10-20 Jahre einfach quasi gar nicht).

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Durante
Norma Normal
Norma Normal(@normanormal)
Antwort an  Durante
Vor 1 Jahr

Glaub ich sofort!
Das Zitat stammt aber von Orphi, ich hab diesen treffenden Satz nur bestätigt.

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Norma Normal
Vor 1 Jahr

Das war mir schon bewusst. :)

Norma Normal
Norma Normal(@normanormal)
Antwort an  Orphi
Vor 1 Jahr

Ich bin total für das Genießen! Es kann der Gesundheit durchaus nützlicher sein als sich ständig zu kasteien! Natürlich muss die Balance stimmen. Im Zweifel: mehr Genuss und weniger schlechtes Gewissen : )

Gruftwurm
Gruftwurm (@guest_62843)
Vor 1 Jahr

Liebe Orphi,
vielen Dank für Deine kleine Rückschau vom WGT 2023. Es hat mir wirklich viel Freude bereitet, Deine Zeilen und Erinnerungen hier zu lesen. Ich hätte gern noch etwas mehr davon haben können und tatsächlich auch über Deine persönlichen Party- und Konzerterlebnisse. Vielleicht noch ein passendes Fazit zum Ende. :) Natürlich bin ich auch sehr über die nächsten Artikel von Deinem Ehegrufti gespannt.

Vielleicht ist es die bittere Erkenntnis, dass nicht alles, was schwarz ist, auch glänzt. Ganz sicher ein Stück Leidenschaftsverlust durch Lebenserfahrung.

Zum Thema Realitätsflucht mag Dein oben erwähntes Zitat mit Sicherheit seinen Teil dazu beitragen. Jedenfalls kann ich das auch gut nachvollziehen.
Natürlich ändert sich durch das Älterwerden und die gesammelten Lebenserfahrungen vieles in einem selber und sieht manches aus einem anderen Licht, als in den Zeiten wo man noch jung war.
Aber trotzdem sollte man auch das Positive darin sehen, dass man sich nicht ganz dem Alter hingibt und seine Abende, wie vielleicht manch anderer, nicht nur auf der Couch mit Fernbedienung hingibt. Sondern trotzdem noch seine Jugend im Herzen bewahrt, sein Haar toupiert, sich das schwarze Gewand überstülpt, den Undercut noch fleißig pflegt und das Tanzbein bei gotischen Klängen geschmeidig bewegt.

Wenn ich Deinen Bericht über das Agra lese, kommt mir fast das Gefühl als hätte ich nicht viel verpasst. Wenn wir mal die Konzerte außen vor lassen. Besonders das kulinarische Angebot mit 4,50 € für warme Cola mit zusätzlich Pfand ist wirklich nicht ohne. Tatsächlich habe ich das letztes Wochenende auf einem kleinen Festival in München auch bezahlen dürfen.
Die von Dir genannten Lesungen und Vorträge hätte ich dieses Jahr auch gern besucht. Das fand ich immer besonders schön und ab­wechs­lungs­reich am WGT.

Zum Schluss noch, die Band Left for Pleasure habe ich über Eure WGT Zeit auch für mich entdecken können. Hierfür danke für den musikalischen Tip. ;)

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Gruftwurm
Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Gruftwurm
Vor 1 Jahr

Natürlich ändert sich durch das Älterwerden und die gesammelten Lebenserfahrungen vieles in einem selber und sieht manches aus einem anderen Licht, als in den Zeiten wo man noch jung war.

Aber trotzdem sollte man auch das Positive darin sehen, dass man sich nicht ganz dem Alter hingibt und seine Abende, wie vielleicht manch anderer, nicht nur auf der Couch mit Fernbedienung hingibt. Sondern trotzdem noch seine Jugend im Herzen bewahrt, sein Haar toupiert, sich das schwarze Gewand überstülpt, den Undercut noch fleißig pflegt und das Tanzbein bei gotischen Klängen geschmeidig bewegt.

Das hast Du ganz wunderbar in Worte gefasst! Ich fühle mich immer sehr lebendig, wenn ich mich mal so zurechtmachen und/oder was unternehmen kann, dass ich mich auch wohlfühle, und nicht immer nur den Altagstrott erleben muss…

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Tanzfledermaus
Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 1 Jahr

Auch von mir volle Zustimmung! Euch beiden! :)
(Wer Ironie darin findet dass man sich lebendig fühlt weil man sich gruftig herrichtet… darf sie behalten. ;) )

Gruftwurm
Gruftwurm (@guest_62872)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 1 Jahr

Danke für Deine Worte und Zustimmung. Mit dem was Du schreibst, kann ich zu 100% nachvollziehen.
Verzeih mir vorab die Worte, aber auf den Bildern vom Spontis Treffen schaust wirklich hübsch und super zurechtgemacht aus. Dein Look gefällt mir sehr gut.

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Gruftwurm
Vor 1 Jahr

Vielen Dank! – Robert, jetzt brauch ich auch rote Buchstaben, um mein Erröten farblich wiederzugeben ;-)

Gruftwurm
Gruftwurm (@guest_62961)
Antwort an  Orphi
Vor 1 Jahr

Wie das oft im Leben so ist, hat alles seine Vor- und Nachteile. :)
Wir sind uns bis jetzt persönlich noch nie begegnet, aber ich kenne noch deine Videos und folge Dir auch fleißig auf Insta. Ich möchte nur erwähnen, das Du dich hinter deinen angeblichen Falten nicht verstecken brauchst, da Du wirklich eine sehr attraktive junge Dame bist. Auch wenn Du es wahrscheinlich nicht mehr hören kannst, Deine Videos fehlen mir. :P

Yttrium
Yttrium(@yttrium)
Vor 1 Jahr

Ich dachte eigentlich immer, dass in der Szene Älterwerden nun wirklich absolut kein Problem darstellt, grade weil man ja eh Vergänglichkeit, Verfall und im Endeffekt natürlich Tod abfeiert, und obendrein solche Oberflächlichkeiten wie die Fokussierung auf Jugend und konventionelle Attraktivität ablehnt. Mein Wert hängt doch nicht davon ab, dass mich möglichst viele Leute für (man verzeihe mir den Ausdruck) fickbar halten. Andere noch viel viel ältere Leute sind doch toll, wieso sollte das eine oder andere graue Haar an mir selber mich da stören? Da muss man doch einfach nur mal Strung Out Johnny von Iggy Pop schauen und sich an der Schönheit von alten Körpern und verfaulendem Obst erfreuen. Wobei Iggy Pop natürlich auch ein wenig mit Drogen nachgeholfen hat, das muss man fairerweise schon sagen. Drum auch Warnung für Leute, die damit ein Problem haben: Im oben erwähnten Video sieht man gelegentlich (wenn auch immer nur sehr kurz) implizierten intravenösen Gebrauch.

Ansonsten hat mir der Artikel wieder sehr deutlich vor Augen geführt, dass das Programm vom WGT und ich einfach absolut nicht zusammen passen. Aber sei’s drum, gibt ja nun weiß Gott genug andere düstere Events die mir mehr Spaß machen.

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Yttrium
Vor 1 Jahr

Ich dachte eigentlich immer, dass in der Szene Älterwerden nun wirklich absolut kein Problem darstellt, grade weil man ja eh Vergänglichkeit, Verfall und im Endeffekt natürlich Tod abfeiert, und obendrein solche Oberflächlichkeiten wie die Fokussierung auf Jugend und konventionelle Attraktivität ablehnt.

Prinzipiell völlig richtig. Aber es gibt halt hier sicherlich wie überall sonst auch einen gewissen einen Unterschied zwischen Theorie und Praxis, oder anders ausgedrückt: Es ist für die allermeisten(!) Menschen (und das sind Goths letztendlich halt auch) wahrscheinlich schon durchaus etwas leichter von der „Schönheit des Verfalls“ und der „Vergänglichkeit allen Seins“ zu schwärmen wenn der eigene tatsächliche Verfall noch Jahrzehnte entfernt liegt nehme ich an… ;)
(Ein weiterer kleiner Auszug aus: „Durantes unqualifizierte Küchenpsychologie“ – 1. Auflage)

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Durante
Vor 1 Jahr

Die Faszination für die Schönheit des Verfalls bezieht sich ja auch i.d.R. nicht auf Körper, sondern auf andere Dinge wie Gebäude, Grabstätten (also das Drumherum, nicht der Verstorbene darin) etc, also vom Menschen geschaffene Dinge, denen man den Zahn der Zeit ansieht.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Tanzfledermaus
Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 1 Jahr

Ich weiß, aber Yttrium hatte das ja etwas weiter gefasst (siehe oben). Und bezogen auf die Faszination von Goths für den Tod – Der ja nur das Ende eines Verfalls darstellt – Hat er irgendwie auch nicht ganz unrecht…
Es liegt irgendwie ein gewisser (aber nicht zwangsweise unsympathischer ;) ) Widerspruch in unserem Grufti-Dasein: Fasziniert von Tod, Vergänglichkeit & Verfall – Aber den eigenen Körper einigermaßen in Schuss halten und zwar gruftig ABER eben doch immer auch irgendwie gepflegt auftreten. :)

Norma Normal
Norma Normal(@normanormal)
Antwort an  Durante
Vor 1 Jahr

Prinzipiell nervt es mich ja eher, wenn Leute mit ihrer Westentaschen-bzw. Küchenpsychologie daherkommen, deine Gedanken finde ich allerdings total schlüssig und nachvollziehbar. Sehe ich ganz genau so ; )

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Norma Normal
Vor 1 Jahr

Danke ;)

Norma Normal
Norma Normal(@normanormal)
Antwort an  Yttrium
Vor 1 Jahr

Egal wie reflektiert wir auch sind und wie sehr wir von uns behaupteten „anders zu denken“ wir sind halt geprägt von Jahrhunderte alten Strukturen die eben diesen Jugend- und Schönheitswahn hervorgebracht haben (umsowichtiger uns das immer wieder bewusst zu machen in der Hoffnung es vielleicht doch gemeinsam aufbrechen zu können).
Und auch wenn wir es nicht wollen, es f*ickt halt unsere Köpfe. Die einen sind da resistentester und persistenter die anderen unsicherer. Ich finde man sollte Menschen nicht dafür blamen, wenn sie Selbstzweifel haben und sich in ihrem Körper nicht zu 100% wohl fühlen. Ich möchte mir als erwachsener Mensch, insbesondere als Frau (denn verdammt nochmal Frauen bzw. weiblich gelesene Menschen trifft das ganze mit den Älterwerden krasser in unserer Gesellschaft) weder vorschreiben lassen 1.) wie ich auszusehen habe und 2.) ob ich mich gut zu finden habe, oder nicht. Beides meine Sache. 
Es gibt so ne seltsame Mixtur einer Überhöhung von „Natürlichkeit“ – was auch immer das sein soll – auf der anderen Seite und einer totalen „Fakeness“ auf der andern Seite. Da muss man sich auch erstmal selbst irgendwie zurechtfinden; was bin ich, was finde ich gut, wie bin ich am authentischsten…??

Natürlich ist die Vorliebe für Verfall Vergänglichkeit und Todesromantik ein legit Argument, möchte mich da aber gerne dem Herrn Durante anschließen.
Zum anderen sind schwarze Gestalten durchaus auch für eine gewisse Fixierung auf ästhetische und oberflächliche Dinge bekannt…

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Norma Normal
Vor 1 Jahr

Gut gesagt, und zwar alles!

„Natürlichkeit“ – was auch immer das sein soll – auf der anderen Seite und einer totalen „Fakeness“ auf der andern Seite.

Ja, das ist tatsächlich interessant… wenn man sich anschaut was im Instagram-Zeitalter so als Schönheitsideal durchs Netz geistert dann ist an diesem zwar fast alles gefaked (dank Make-up und div. Beauty-Filter), aber TROTZDEM wird i.d.R. noch (erfolglos) versucht ein Ideal des vermeintlich „natürlichen“ anzustreben (was ein Grufti mit seinem Make-up im Vergleich ja z.B. bewusst nicht tut).
Irgendwie schräg wenn man so drüber nachdenkt… oO

Gruftwurm
Gruftwurm (@guest_62875)
Antwort an  Durante
Vor 1 Jahr

Es liegt irgendwie ein gewisser (aber nicht zwangsweise unsympathischer ;) ) Widerspruch in unserem Grufti-Dasein: Fasziniert von Tod, Vergänglichkeit & Verfall – Aber den eigenen Körper einigermaßen in Schuss halten und zwar gruftig ABER eben doch immer auch irgendwie gepflegt auftreten. :)

Persönlich sehe ich überhaupt keinen Widerspruch drin.
Wenn man vielleicht etwas in die Vergangenheit unserer Szene geht, so wurden die Begriffe Vergänglichkeit oder Tod nicht unbedingt „abgefeiert“ oder davon „geschwärmt“.
Bei diesen Themen ging oder geht man einfach mehr in die Tiefe, als das vielleicht die normale Spaßgesellschaft macht.
Man setzte sich mehr mit dem eigenen Bewusstsein, das hier und jetzt und die Beziehung zum Tod intensiver auseinander. Was ich persönlich auch heute noch gern betreibe.
Was aber nicht unbedingt heißt, das dass Älterwerden für uns Gothics kein Problem darstellt. Denn tatsächlich, wie auch in Orphis Bericht dargelegt, ist das „Altwerden“ eben auch nicht immer so lustig (Gesundheit, etc…).

Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern daß man nie beginnen wird, zu leben. (Mark Aurel)

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Gruftwurm
Norma Normal
Norma Normal(@normanormal)
Antwort an  Gruftwurm
Vor 1 Jahr

Deine Rezeption zur Szene und ihrem Verhältnis zum Tod kann ich teilen. Ich denke die wenigsten Gruftis haben oder hatten z.B. eine wirkliche Todessehnsucht oder ähnliches, evtl mal kurz als Teenie oder so. 
Ich denke es geht viel mehr darum Tabus zu brechen und damit offen umzugehen. Und vieles rund um die Themen Alter und Krankheit sind halt voll tabu. Ebenso zu sagen, „den Prozess des Altern find ich so semi gut.“ 
Gerade in Anbetracht des Verfalls habe ich eine unfassbare Sehnsucht nach Leben. Und dazu gehört für mich unter anderem auch mich den traurigsten, düstersten und schwermütigsten Liedern voll und ganz hinzugeben und mich darin lebendig und glücklich zu fühlen!
Und das Zitat fühl ich bisschen zu sehr…

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Norma Normal
Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Norma Normal
Vor 1 Jahr

Ich denke die wenigsten Gruftis haben oder hatten z.B. eine wirkliche Todessehnsucht oder ähnliches, evtl mal kurz als Teenie oder so.

Wär ich mir jetzt nicht so sicher ob das das insbesondere bei Goth-Teens früher sooo selten war… War natürlich nicht jeder, sicher auch nicht jeder zweite oder dritte, aber eine völlige Randerscheinung würd ich es auch nicht nennen. Lässt sich aber jetzt natürlich nur schwer verifizieren (und das nicht nur weil 99% von ihnen schon längst wieder Buntis sein dürften ;) ).

Und dazu gehört für mich unter anderem auch mich den traurigsten, düstersten und schwermütigsten Liedern voll und ganz hinzugeben und mich darin lebendig zu fühlen!

Das wiederum kann ich absolut nachvollziehen. :)

Und das Zitat ist leider tatsächlich sehr gut bzw. weise…

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Durante
Norma Normal
Norma Normal(@normanormal)
Antwort an  Durante
Vor 1 Jahr

Sicherlich kann man keine pauschalen Aussagen über zigtausend Menschen treffen. Das ist wohl auch das spannende an der Szene. Es gibt keine klare inhaltliche Ausrichtung, dennoch gibt es Themen die immer wieder auftauchen und dazu gibt es dann wiederum unterschiedliche Positionen.
Da es (zum Glück) keine gross-angelegten Studien dazu gibt, sind wir wohl alle sehr auf unsere anekdotische Evidenz und unsere hobbypsychologischen skills angewiesen und die können uns natürlich täuschen ; )

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Norma Normal
Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Norma Normal
Vor 1 Jahr

Gerade in Anbetracht des Verfalls habe ich eine unfassbare Sehnsucht nach Leben. Und dazu gehört für mich unter anderem auch mich den traurigsten, düstersten und schwermütigsten Liedern voll und ganz hinzugeben und mich darin lebendig und glücklich zu fühlen!

Oh ja, damit sprichst Du mir sehr aus der Seele….

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Tanzfledermaus
Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Gruftwurm
Vor 1 Jahr

Wenn man vielleicht etwas in die Vergangenheit unserer Szene geht, so wurden die Begriffe Vergänglichkeit oder Tod nicht unbedingt „abgefeiert“ oder davon „geschwärmt“. Bei diesen Themen ging oder geht man einfach mehr in die Tiefe, als das vielleicht die normale Spaßgesellschaft macht. Man setzte sich mehr mit dem eigenen Bewusstsein, das hier und jetzt und die Beziehung zum Tod intensiver auseinander

Hm, du hast keineswegs unrecht, soweit ich weiß denken viele so wie du :) , aber ich find es immer sehr schwierig zu sagen „Goths waren/sind alle so und so…“.
Ich persönlich glaube sogar dass das was du beschreibst erst etwas später kam (und nicht in den allerersten Jahren der Szene), als die allerersten Gruftis ein paar Jahre älter geworden waren und eine gewisse Reife erreicht hatten. ;)
Ja, das alte Klischee dass ALLE Goths depressiv sind oder Todessehnsucht haben oder irgendwann hatten ist natürlich Quatsch. Geben tuts die meiner Erfahrung nach aber durchaus schon auch (und ich spreche jetzt nicht szeneweit von 2-3 Einzelfällen). Menschen fühlen sich von der Szene aus den verschiedensten Gründen angezogen. Pauschale Aussagen greifen deshalb immer zu kurz glaube ich.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Durante
Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Gruftwurm
Vor 1 Jahr

absolute Zustimmung in allen Punkten :-)

Norma Normal
Norma Normal(@normanormal)
Antwort an  Durante
Vor 1 Jahr

Ach, schön wenn jemand mein Gedanken Kauderwelsch verstehen kann : )

Gruftwurm
Gruftwurm (@guest_62886)
Antwort an  Norma Normal
Vor 1 Jahr

Eigentlich will ich gar nicht groß weiter auf das Thema rumhacken, da es schon fast Off-Topic hier wird. Ich versuche mich deshalb etwas kurz zu halten.

 Durante

Menschen fühlen sich von der Szene aus den verschiedensten Gründen angezogen. Pauschale Aussagen greifen deshalb immer zu kurz glaube ich.

Das unterschreibe ich auch so. Jeder wird seine eigenen Gründe und Motivation zur Szene haben und pauschal lässt sich das eben nicht beantworten. Was uns wohl vereint ist besonders die musikalische Seite.

Ich persönlich glaube sogar dass das was du beschreibst erst etwas später kam (und nicht in den allerersten Jahren der Szene), als die allerersten Gruftis ein paar Jahre älter geworden waren und eine gewisse Reife erreicht hatten.

Also zu behaupten, das junge Menschen nicht in der Lage sind, sich mit Themen wie Tod und Vergänglichkeit auseinanderzusetzen, würde ich nicht ganz unterschreiben. Selbst ich musste mich schon in meiner Kindheit und Jugend aus Gründen die Du kennst, mit solchen emotionalen Themen bewusst werden. Daraus hat sich schon früh ein gewisses Interesse für Verfall und das Ableben entwickelt.
Ich möchte Dir gern mal die folgende Doku ans Herz legen, in deren Überschrift ich schon fast eine persönliche Bestätigung finde und heute teilweise vermisse „Die Grufties der 80er: missverstandene Philosophen“. Jedenfalls glaube ich sehr wohl, das junge Menschen sich auch mit philosophischen Fragen auseinandersetzen und es nicht unbedingt eine gewisse Reife dafür benötigt. Und eben jene nachdenklichen jungen Menschen werden halt manchmal von der normalen Seite missverstanden und finden vielleicht in unserer gemütlichen Ecke ein Zuhause. Jedenfalls ging es mir so…
Die Gruftis der 80er: missverstandene Philosophen – YouTube

 Norma Normal

Und dazu gehört für mich unter anderem auch mich den traurigsten, düstersten und schwermütigsten Liedern voll und ganz hinzugeben und mich darin lebendig und glücklich zu fühlen!

Hier sprichst Du mir aus dem Herzen und ich fühle das gleiche. Selbst bevor ich überhaupt die Szene damals für mich entdeckt hatte, waren schwermütige Songs irgendwie immer mein Zuhause.

Tanzfledermaus (Tanzfledermaus)
Vielen Dank. :) Als fast Urgestein der Szene wirst Du es wohl am besten wissen.

Aber um generell auf das von Yttrium angesprochene Thema zurück zu kommen, nur weil man sich vielleicht mit tieferen genannten Themen beschäftigt, heißt doch noch lange nicht, das man als Grufti kein Problem mit dem Altwerden hat. Schließlich sind wir in erster Linie alles nur Menschen.
Mit dem Alter kommen eben auch diverse gesundheitliche Probleme, Dinge die wir vielleicht nicht einfach so beeinflussen können und unsere Lebenslage vielleicht später sogar verschlechtern. Tatsächlich habe ich davor auch eine gewisse Angst, aber wir leben im hier und jetzt, was morgen ist können wir nicht beeinflussen, aber man kann das Beste aus jedem einzelnen Tag machen. 

Mein Wert hängt doch nicht davon ab, dass mich möglichst viele Leute für (man verzeihe mir den Ausdruck) fickbar halten.

In diesem Punkt hat er natürlich recht und so ähnlich hat es  Norma Normal auch schön formuliert.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Gruftwurm
Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Gruftwurm
Vor 1 Jahr

Also zu behaupten, das junge Menschen nicht in der Lage sind, sich mit Themen wie Tod und Vergänglichkeit auseinanderzusetzen, würde ich nicht ganz unterschreiben. Selbst ich musste mich schon in meiner Kindheit und Jugend aus Gründen die Du kennst, mit solchen emotionalen Themen bewusst werden.

Hm, ich habs mal wieder ungeschickt formuliert, so pauschal war das gar nicht gemeint (ich weiß was du meinst, und für mich selbst war das ja auch schon immer Thema)…
Ich meinte nur dass ich pers. glaube(!) dass die Anzahl der sozusagen „Philosophen“ in der Szene nach einigen Jahren halt gestiegen ist, und es ganz(!) zu Beginn in den 80s vielen jungen (nicht allen!) Goths sicher auch noch mehr um „so typisch jugendliche Dinge“ wie Rebellion, Abgrenzung und Provokation ging als um Philosophie und den großen Gleichmacher…
Der Gedanke dass alle Goths seit jeher alles Philosophen und Poeten waren (und es nicht manchen auch um profanere Dinge ging) ist wunderschön, aber ich fürchte ein bisschen sehr idealisierend. :)
Aber wie gesagt, ich meine das explizit nicht 100% pauschal sondern eher im Sinne einer gewissen Tendenz (ich glaube auch dass heutige Goth-Teens da teils wieder etwas anders ticken als unsere verehrten Ahnen in grauer Vorzeit bzw. den 80ern, allein schon weil Goth zum Schocken und Provozieren der Eltern halt wohl heute nich mehr so taugt wie früher ;) , und wer heute noch Goth wird tut das wahrscheinlich eher aus anderen Gründen…
(Diese (ausnahmsweise mal gelungene) Doku kenn ich schon, aber trotzdem Danke. Ich zieh sie mir nochmal rein, weil wie das halt so ist: Ich kann mich nur noch dran erinnern dass ich sie gut fand… aber mehr nich. ;) )

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Durante
Yttrium
Yttrium(@yttrium)
Antwort an  Norma Normal
Vor 1 Jahr

Vorschreiben kann man keinem etwas. Wer sein Aussehen unbedingt hassen will – von mir aus. Man ist dann aber leider für jüngere Frauen und Kinder (wenn vorhanden) nicht gerade ein gutes Vorbild, das sollte man dabei auch im Hinterkopf behalten. Und es hat leider oft den unangenehmen Nebeneffekt, dass man dann über andere Leute lästert um sich selber besser zu fühlen. Das halte ich generell für einen sehr unangenehmen Charakterzug.

Body Positivity (bzw. Body Neutrality, man ist da inzwischen etwas weg von der Forderung alles in einem positiven Licht sehen zu müssen) ist sowieso eher für die krasseren Fälle gedacht. Leute mit amputierten Gliedmaßen, oder entstellenden Hauterkrankungen, oder deutlichem Übergewicht. Da wo die Leute eher glotzen halt. Dass das inzwischen von vollkommen durchschnittlich aussehenden Menschen gekapert wurde halte ich für eine etwas unglückliche Entwicklung. Ist natürlich nett wenn in der Werbung endlich Trivialitäten wie Zellulite, Dehnungsstreifen, kleine Röllchen, haarige Beine usw. auftauchen, aber im Sinne der Erfinder*innen ist das nicht. Aber an solchen Kleinigkeiten sollte sich ja nun wirklich keine erwachsene Person mehr stören. Und wenn doch sollte ihnen zumindest bewusst sein dass das ziemlich irrationaler Blödsinn ist. Wenn schon die Beauty-Industrie Menschen vermittelt dass vollkommen normale Dinge hässlich seien und man deswegen etwas dagegen kaufen müsse muss man die doch nicht auch noch dabei unterstützen.

Ist aber auch immer eine individuelle Sache, wie erstrebenswert man konventionelle Attraktivität findet. Ich fand sie immer nur lästig. So lästig dass ich mir als Kind das Gesicht zerschneiden wollte, haha. Weil ich dachte dass ich dann in Ruhe gelassen werde.

Das mit der Oberflächlichkeit – ja, schon, aber da geht’s mehr um Styling, find ich. Dagegen hat ja auch keiner was einzuwenden, dafür krieg ich selber gern und viel Komplimente, selbst wenn meine angestrebten Ideale eher Anna-Varney Cantodea oder Nick Fiend als Patricia Morrison sind. Komplimente für meinen Körper dagegen? Von wildfremden Menschen (Obwohl, seien wir ehrlich: Es sind eigentlich immer nur Männer) auf der Straße? Pfui, auf die kann ich verzichten.

Norma Normal
Norma Normal(@normanormal)
Antwort an  Yttrium
Vor 1 Jahr

Puh das wird jetzt immer mehr off topic, tut mir echt leid. 
Aber das kann man leider nicht so stehen lassen, denn du stellst ja ein paar sehr gewagte Thesen auf. Man hasst sich ja nicht gleich nur weil man sich nicht schön findet. Das sind irgendwie beides ziemliche Extreme. Und das man lästert weil man mit sich selbst kritisch ist, ist auch…sagen wir mal…ziemlich anmaßend. Das mag es natürlich geben aber es ist keine Gesetzmäßigkeit. Man kann auch sehr viel schönes in seinen Mitmenschen sehen, nur eben nicht an sich selbst. 
ich finde auch diese Sache mit dem Vorbild, schwierig. Was ist mit Menschen mit Essstörungen, oder einer körperdysmorphen Störung? Denn diese Erkrankungen sucht man sich nicht aus und es ist fast schon diskriminierend gegenüber Menschen mit psychischen Problemen, sie dann in die „schlechtes Vorbild“ Ecke zu stellen.
Und body positivity ist eben nicht mit body neutrality gleichzusetzen! Das Body positivity andere Ursprünge hat und von der privilegierten Welt gekapert wurde ist mir im Übrigen bewusst. Ich verfechte ein neutrales Verhältnis zum Körper, weil ich finde, auch Komplimente, vor allem wenn sie von Wildfremden kommen ( und auch noch creepy sind ) können ebenso schaden. Siehe dein eigenes Beispiel.
Eigentlich bin ich da ganz bei dir, Komplimente fürs Styling immer gerne, für den Körper, lieber nicht. Man sollte sich generell angewöhnen die Körper und die körperlichen Veränderungen von anderen unkommentiert zu lassen, denn man weiß nie was die Personen gerade durchmachen!!!

Die ganzen äußerlichen Aspekte sollten im Übrigen nur ein gut greifbares Beispiel fürs Altern sein, das Wichtigste ist eben die Gesundheit und wenn die nicht mitspielt, dann ist halt kacke. Natürlich ist das nicht nur ne Frage von Alter, Krankheit kann auch junge Menschen treffen! Stell dir vor du kannst monatelang nicht mehr das Haus verlassen weil es körperlich schlicht nicht möglich ist? Dann war’s das mit Konzerten, Partys und undergroundigen Events! Schön wenn du so resilient bist und es dir dann nicht die Psyche zerf*ckt. Ich bin mal so frech und behaupte das du in dieser Situation noch nicht warst. 

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Norma Normal
Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Norma Normal
Vor 1 Jahr

Und das man lästert weil man mit sich selbst kritisch ist, ist auch…sagen wir mal…ziemlich anmaßend. Das mag es natürlich geben aber es ist keine Gesetzmäßigkeit. Man kann auch sehr viel schönes in seinen Mitmenschen sehen, nur eben nicht an sich selbst.

Da stimme ich unserer werten Norma zu! Ein negatives Selbstbild heißt nicht automatisch dass man über andere lästert – Manche tun das, manche nicht. Selbstwertprobleme sind KEINE generelle Charakterschwäche, auch dann nicht wenn sie mit dem eigenen Körper/Aussehen zu tun haben. Und meist ist bei Betroffen ja das eigene Selbstbild nicht objektiv sondern völlig verzerrt – Und dann betrifft das die Menschen im Umfeld auch gar nicht sondern nur die jeweilige Person selbst…

Und ich bin genauso wie Norma auch nicht der Meinung dass man als nicht besonders exponierte(r) Durschnittsbürger(in) automatisch irgendeine Vorbildfunktion hat auf die man da immer Rücksicht nehmen müsste (für die eigenen Kinder sollte man das natürlich schon sein wenn man welche hat, und Influencer sind nochmal was ganz anderes…).

(Bez. Body Positivity: Die find ich an sich gesund/vernünftig, es sei denn sie verharmlost massive gesundheitliche Risiken. Extremes Übergewicht z.B. ist ab einem gewissen Punkt eben keine „ästhetische Geschmacksfrage“ mehr sondern bringt den betroffenen Menschen evtl. jung ins Grab… das dann zu verharmlosen halte ich nicht mehr für hilfreich oder moralisch richtig (ich spreche da aber wie gesagt von Extremfällen!).)

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Durante
Yttrium
Yttrium(@yttrium)
Antwort an  Durante
Vor 1 Jahr

Von „automatisch“ hab ich doch auch gar nichts gesagt? Ich bin echt nicht so der Fan davon, dass mir hier Sachen in den Mund gelegt werden, die ich so nie geschrieben habe.

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Yttrium
Vor 1 Jahr

Stimmt, du schriebst „oft“, nicht „automatisch“, da hast du recht – Sorry für die unnötige Überspitzung meinerseits.
Die Aussage:

Und es hat leider oft den unangenehmen Nebeneffekt, dass man dann über andere Leute lästert um sich selber besser zu fühlen.

…halte ich in dem Kontext um den es hier ging trotzdem für komplett falsch und unfair. Aber macht ja nix, man muss sich ja nicht immer einig sein.

Yttrium
Yttrium(@yttrium)
Antwort an  Norma Normal
Vor 1 Jahr

Och nö, diskutieren macht mit Dir keinen Spaß wenn Du schon Worte wie „oft“ einfach überliest, intern mit „immer“ ersetzt und mir dann unterstellst, dass ich in Absoluten sprechen würde.

Übrigens würde ich aus obigen Artikel durchaus Selbsthass rauslesen („Figur im Eimer“ – hilfe, wer redet denn bitte so abfällig über sich selber?), und das Lästern über andere, wildfremde Personen wurde als spaßig und unterhaltsam dargestellt. Das stützt also meine These.

Ich war übrigens tatsächlich zwei Mal monatelang in Kliniken und konnte nicht raus. Aber schön, dass Du selbst schon eingesehen hast, dass so eine Behauptung von Deiner Seite aus ziemlich frech ist. :)

Robert
Robert(@robert-forst)
Admin
Antwort an  Yttrium
Vor 1 Jahr

Oha, dann hasse ich mich auch selbst! Der fortschreitende Verlust des körperlichen Zusammenhalts gepaart mit dem Ausbleiben der Kopfbehaarung nagt an meinem Selbstwertgefühl. Meine Figur ist ebenfalls im Eimer und darüber hinaus bin ich zu faul, unverhältnismäßig viel Anstrengung in den „Erhalt“ der selbigen zu verschwenden. Ich hasse mich also doppelt selbst!

Unter uns Gebetsschwestern: Ich hasse mich nicht selbst. Ich würde eher sagen, dass ich mit der Realität meinen Frieden gemacht habe.

Lästern ist meiner Meinung nach fester Szene-Bestandteil. Immer schon gewesen. Irgendwas muss man ja tun, um sich selbst besser zu fühlen :-)

Norma Normal
Norma Normal(@normanormal)
Antwort an  Yttrium
Vor 1 Jahr

Es kann durchaus vorkommen, das ich Feinheiten in einem Text mal überlese oder falsch interpretiere und gedanklich aus einem ‚oft‘ ein ‚immer‘ wird. Aber ich habe keine bösen Absichten dabei, d.h. ich möchte niemandes Aussagen in Misskredit bringen. Und es tut mir wirklich leid wenn ich dir unrecht getan habe, was z.b. deine Erfahrungen mit den Klinikaufenthalten zu tun hat. 
Ich schätze unterschiedliche Meinungen sehr und auch deine Kommentare bereichern den Blog, wie ich finde. Aber zum Teil schiesst du echt übers Ziel hinaus, dann gehts nur noch drum Anti zu sein. Das ist wenig emphatisch. 
Womöglich haben wir mehr gemeinsam als uns trennt, aber du gehst nicht auf die verbindenden Elemente ein, sondern möchtest deinen Stiefel durchziehen. Kommunikation verstehe ich u.a. als ein ständiges Abwägen des Gesagten, vor allem auch des eigenen. Damit man tendenziell zusammenrückt, und nicht noch mehr Mauern aufbaut. 
Und jetzt bin ich mit meinem ted talk durch, hab wirklich schon ein schlechtes Gewissen den Kommentarbereich zu fluten. 

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Norma Normal
Blackangel
Blackangel (@guest_63053)
Antwort an  Yttrium
Vor 1 Jahr

es gibt kein absolut, nur relativ, wie zb wahrheit, was ist wahrheit, gibt es wahrheit eigentlich ? ist unsere umwelt real, oder nur illusion eine halluzination vom Gehirn ? ich beziehe das auch obigen kommentar mit dem satz im absoluten sprechen.

Bibi Blue
Bibi Blue(@biljana)
Vor 1 Jahr

Ich war gestern bereit, einen Kommentar zu schreiben, nachdem ich nach dem Artikel auch alle anderen Kommentare gelesen hatte. Ich habe es nicht über die Notizen hinaus geschafft, inzwischen gibt es mehrere neue Kommentare. Bis gestern schien die Diskussion so interessant und vielschichtig, dass ich ich fast bedauerte, dass wir nicht irgendwo vor Ort debattieren. Ich las verschiedene Blickwinkel raus, aber keine solche Widersprüche, die die Stimmung zum Kippen bringen würden. Bei solchen Themen kann es durchaus zu Interpretationen oder Paraphrasen kommen, die den Gedanken der Urheber*innen nicht entsprechen, egal wie sehr man sich bemüht hat, sich präzise auszudrücken. Die Sprache kommt mir manchmal so unzulänglich vor, oder Wörter sind oft irgendwie gefärbt. Ich versuche trotzdem, meinen Beitrag dazu zu formulieren.

Jetzt wird es noch schwieriger. Es sind mehrere Themen, die miteinander verknüpft sind. Die verschiedenen Aspekte des Alterns oder des Reifens, der Bezug zum WGT in diesem Zusammenhang, aber auch die Veränderungen in der Szene und bei der Veranstaltung und die eigene Wahrnehmung und die Haltung dazu. Nicht zuletzt beschäftigt mich die Verwendung des Begriffs Realitätsflucht. Ich glaube, dass ich in vielerlei Hinsicht mit Orphi und den meisten, die kommentiert haben, grundsätzlich übereinstimme. Für mich würde ich einige Sachen anders formulieren, andere wiederum könnte ich nicht besser ausdrücken, als ihr es getan habt.

Auch für mich war es in den letzten Jahren anders, aber ich würde nicht weiter zurück wollen. In mancher Hinsicht ist die Magie für mich verpufft, aber ich genieße das WGT auf eine andere Art. Inzwischen weiß ich, welche Orte ich nicht unbedingt besuchen muss (Agra, HeiDo, VicPic). Es gibt aber auch Orte, die ich wegen der extrem schlechten Luft meide und deswegen dort Bands verpasst habe, wie zum Beispiel das Sauna-Haus Leipzig. Dennoch entdecke ich durch die Ankündigungen im Vorfeld viele neue Bands und es gibt genug Orte, die ich mag oder wo ich zumindest die Musik und die Atmosphäre genießen kann (Täubchenthal – möge es erhalten bleiben, Kuppelhalle, Stadtbad), dazu zählt auf jeden Fall Werk 2. Manche Museumsführungen faszinieren mich immer noch und diesmal habe ich zwei interessante Vorträge gehört (von Alexander Nym und Xavier Kruth).

Ich habe schon über ein halbes Jahrhundert gelebt und was ich inzwischen auf jeden Fall meide ist mehrtägigen exzessiven Schlafmangel. Mal tanze ich auch eine Nacht durch, aber mal ist es mir auch wichtig, bei einem Vortrag am nächsten Tag konzentriert sein zu können. Solche Sachen sind individuell, ich scheue es deswegen ein bisschen, über meinen Bezug zum eigenen Körper zu schreiben, da ich nicht mal die Pikesspitze in ein Fettnäpfchen eintunken möchte. Ich habe meine „Hexenmittel“ und Methoden (zum Beispiel Wim Hof), die mir gut tun, und durch die ich einige Beschwerden los geworden bin. Was das Äußere angeht, dazu wurde hier viel geschrieben, was auch auf mich zutrifft. Doch ich finde es faszinierend, wie sich der eigene Stil bei manchen Menschen mit der Zeit ausprägen kann. Manchmal ist er in frühen Phasen kompromisslos, rebellisch, direkt, später oft verfeinert, subtil, und dennoch markanter.

Übrigens, das Buch hat für mich keinesfalls ausgedient. Das gilt für menschengemachte Kunst allgemein, auch wenn ich die Entwicklung von KI, Virtuelle Realität oder Vorstellungen von Trans- und Posthumanismus gleichzeitig faszinierend und gruselig finde. Eine KI kann keinen Menschen ersetzen, wie  Durante schrieb, die Sprachmodelle „imitieren uns nur“. Sie empfinden keine Angst, keinen Schmerz, keinen körperlichen und keinen seelischen, sie optimieren (sich). Mich interessieren Menschen mit Biographien, mit Schwächen, mit authentischen Erzählweisen, mit eigenen Erkenntnissen oder auch gut formulierten Fragen.

Orphi, Dein Foto ist so schön und meiner Meinung nach so gut gelungen.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Robert
Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Bibi Blue
Vor 1 Jahr

Ein wunderbarer Beitrag, Bibi! Danke dass du deine Gedanken doch noch zu (virtuellem) Papier gebracht hast. Gerade die ausführlicheren Kommentare machen den Austausch über spontis wertvoll, wo nicht nur ein-bis zwei Sätze geschrieben werden, wie es in vielen sozialen Netzwerken leider der Fall ist. Hier hat man noch das Gefühl, sich wirklich zu unterhalten und auszutauschen.

Gruftwurm
Gruftwurm (@guest_62930)
Antwort an  Bibi Blue
Vor 1 Jahr

Ich stimme Tanzfledermaus zu, wirklich schöner formulierter Beitrag. Vielen Dank. Für mich hat übrigens das Buch auch nicht ausgedient und durch Lesen und Blättern in interessanten Werken, ist das für mich auch wie eine Art Realitätsflucht.

Hier hat man noch das Gefühl, sich wirklich zu unterhalten und auszutauschen.

Das Lesen und diskutieren bei Spontis macht mir wirklich immer wieder eine Freude. Tatsächlich habe ich oft durch die vielen Kommentare und Diskussionen eine andere Sichtweise bekommen. Wäre schön wenn man das auch mal in der realen Welt vollbringen könnte. ;)

Norma Normal
Norma Normal(@normanormal)
Antwort an  Gruftwurm
Vor 1 Jahr

„Wäre schön wenn man das auch mal in der realen Welt vollbringen könnte. ;)

JA, finde ich auch! Vielleicht schaffen wir „Experten“ es ja doch mal, LOL.
Asche auf unsere Häupter…

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Norma Normal
Norma Normal
Norma Normal(@normanormal)
Antwort an  Norma Normal
Vor 1 Jahr

Gerne mit Herrn Durante, wenn ich mich mit ner limo statt einem Bananweizen, dazugesellen darf!

Gruftwurm
Gruftwurm (@guest_62937)
Antwort an  Norma Normal
Vor 1 Jahr

Wir freuen uns immer über Zuwachs in unserer gemütlichen kleinen Runde. Könnte man glatt einen Spontis-Stammtisch draus machen.:) Aber Bananenweizen ist eigentlich Pflicht, außer meiner Wenigkeit, weil ich oft Durantes persönlicher Fahrer bin.

Norma Normal
Norma Normal(@normanormal)
Antwort an  Gruftwurm
Vor 1 Jahr

Puuhhh, na wenn’s hilft, dann meinetwegen auch Froschspucke!

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Gruftwurm
Vor 1 Jahr

Ja, das tun wir absolut! :)
Bleibt noch die Frage nach dem „Wo?“…
(Uuuiii, ich hab einen persönlichen Fahrer! ;) )

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Norma Normal
Vor 1 Jahr

Ja, für dich machen wir gern eine Ausnahme – Du bist hiermit von der „generellen Bananenweizenpflicht“ offiziell entbunden! ;)

Gruftwurm
Gruftwurm (@guest_62945)
Antwort an  Durante
Vor 1 Jahr

…fällt er mir noch in den Rücken. :) :)

Norma Normal
Norma Normal(@normanormal)
Antwort an  Gruftwurm
Vor 1 Jahr

Hahaha, das macht unter euch aus, hehe!!!

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Gruftwurm
Vor 1 Jahr

Ups, sorry! ;)

Bibi Blue
Bibi Blue(@biljana)
Antwort an  Gruftwurm
Vor 1 Jahr

Je nachdem, um welche Art von Büchern es sich handelt oder wie man es meint, sie sind für mich oft eher eine künstlerisch überzeichnete Realität, ihre Interpretation, sie enthalten eine Haltung ihr gegenüber. Sie sind somit auch ein Teil der Realität, ein sehr wichtiger. Ich habe aber gerade keinen geeigneteren Begriff und ich verstehe, was ihr mit „Realitätsflucht“ meint, Orphi und Gruftwurm. Ich bin jedenfalls noch auf der Suche nach einem für mich passenderen Begriff. Ich kann jetzt gar nicht so weit hier ausholen, deswegen meinte ich auch, dass ich in solchen Momenten bedauere, dass wir nicht vor Ort debattieren. Beim Spontis-Treffen ist meistens die Zeit zu kurz dafür, dennoch würde ich mich freuen, noch einige von euch persönlich kennenzulernen.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Bibi Blue
Gruftwurm
Gruftwurm (@guest_62962)
Antwort an  Bibi Blue
Vor 1 Jahr

Ich verstehe sehr gut was Du meinst.
Und ich persönlich hoffe, das wir uns auch mal persönlich kennenlernen. Was ich bis jetzt von Deinen Beiträgen erfahren konnte, klang immer sehr spanned.

Norma Normal
Norma Normal(@normanormal)
Antwort an  Bibi Blue
Vor 1 Jahr

Wirklich sehr schön in Worte gefasst : ) 
Ach Mensch, das macht mich jetzt doch wehmütig. Ich denke auch so oft, das ich diese „Gespräche“, den Austausch und die Diskussionen  – manchmal kommt es mir wirklich wie ein richtiges Gespräch vor, da geht es mir wie Tanzfledermaus – so gern live und in „Farbe“ bzw. in schwarz, fortführen wollen würde.

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Norma Normal
Vor 1 Jahr

Ja, wäre schön, das mal in die Tat umzusetzen. Das könnte vermutlich ganz schön auf die Stimmbänder gehen! Ich trinke aber definitv kein Bananenweizen, nichtmal was anderes Alkoholisches. Lasst Ihr Malzbier durchgehen? *liebguck*?

Norma Normal
Norma Normal(@normanormal)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 1 Jahr

Also ich hab ja schon Froschspucke in den Raum geworfen, da sollte Malzbier wohl klar gehen. Aber ich möchte jetzt auch nicht dafür verantwortlich sein alte Traditionen auf den Kopf zu stellen; das musst du mit den anderen aushandeln! : )

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 1 Jahr

Hmmm… gut, weil du es bist… OK! ;)

Bibi Blue
Bibi Blue(@biljana)
Antwort an  Norma Normal
Vor 1 Jahr

Ich glaube, mit Tanzfledermaus habe ich das erste Mal bei einem Spontis-Treffen vor einigen Jahren gesprochen. Gruftfrosch sah ich bereits vor jenem Montag vor dem alten Stadtbad zwischen Konzerten. Wir wussten voneinander durch unsere Kommentare hier.
Ich wünsche euch ebenfalls viel Spaß bei eurem Treffen. Ich wohne nicht nur woanders, sondern ich trinke auch nur herbe Biersorten und ihr würdet mich in eurem Kreis nicht aufnehmen, ihr Gatekeeper. ;-)

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Bibi Blue
Gruftwurm
Gruftwurm (@guest_62963)
Antwort an  Bibi Blue
Vor 1 Jahr

Egal, Du gehörst mit in den Kreis der Verrückten. :) Und ich oute mich mal als Langweiler, denn ich trinke generell kein Alkohol.

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Gruftwurm
Vor 1 Jahr

ich auch nicht, damit biste also nicht allein :-)

Norma Normal
Norma Normal(@normanormal)
Antwort an  Bibi Blue
Vor 1 Jahr

Herbe Biersorten?! neee also das geht ja mal gaaaar nicht, da hört die Toleranz wirklich auf ; )

Spass bei Seite, du machst den Eindruck eine sehr tolle und spannende Gesprächspartnerin zu sein!

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Norma Normal
Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Bibi Blue
Vor 1 Jahr

Wir sind zwar natürlich schon furchtbar pöhse Gatekeeper und bewachen das Tor mit der Nase arrogant gen Himmel gereckt und dem heiligen Bananenweizen in der Hand gegen jeden der nicht würdig ist… ;)
…aber leider ist DAS unser Tor
XD Also geh einfach außen rum – Du bist in Wahrheit herzlich willkommen!

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Durante
Bibi Blue
Bibi Blue(@biljana)
Antwort an  Durante
Vor 1 Jahr

Ich danke euch, @Gruftwurm, Tanzfledermaus , Norma Normal ,  Durante . Ich wäre jetzt auch rot im Gesicht, wenn ich genug rote Blutkörperchen hätte.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Bibi Blue
Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Bibi Blue
Vor 1 Jahr

Immer gerne! :)
(…und wenn man im Gesicht rot werden will… 1x Sonnencreme/-schirm/-hut vergessen reicht dafür leider momentan doch schon… ;) )

Gruftwurm
Gruftwurm (@guest_63000)
Antwort an  Durante
Vor 1 Jahr

Graf Durante und seine Tipps für den Alltag – immer wieder schön. :)

 Bibi Blue Nicht dafür. :)

Gruftfrosch
Gruftfrosch(@gruftfrosch)
Antwort an  Orphi
Vor 1 Jahr

Da sagt du was. Ich möchte manche Menschen hier nicht mehr in meinem Leben missen.

Hier sagt mal, ist in eurer Runde noch Platz? Ich würde sogar mal ein Bananenweizen probieren. :-D

Gruftwurm
Gruftwurm (@guest_63062)
Antwort an  Gruftfrosch
Vor 1 Jahr

Bist schon längst mit eingeplant. :) :)

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Gruftfrosch
Vor 1 Jahr

Hier sagt mal, ist in eurer Runde noch Platz? Ich würde sogar mal ein Bananenweizen probieren. :-D

Ausgezeichnet… ^^

Graphiel
Graphiel(@michael)
Vor 1 Jahr

Liebe Orphi,

vielen lieben Dank für Deinen wundervollen Beitrag, den ich wie so oft mit großer Freude gelesen habe.

Ich selbst habe es dieses Jahr aufgrund einiger sehr turbulenter Ereignisse in meinem Privatleben wieder einmal nicht geschafft zum WGT zu fahren. Gerade dieses Jahr hätte es für mich zeitlich so schön gepasst, doch es hat leider nicht sollen sein und ich war stattdessen gezwungen mich um viele andere Dinge zu kümmern. Unter anderem um meine eigene psychische Gesundheit.

So wie jedes Jahr blickte ich in einigen wehmütige Momenten auf das, was ich verpasste und an dem ich eigentlich gern teilgenommen hätte. Etwa am Spontis-Treffen, oder eben auch bei vielen interessanten Konzerten und Partys. Gleichzeitig stelle aber auch ich fest, dass vieles von dem was du beschreibst selbst aus der Ferne die Stimmung ein wenig trübt. Eine AGRA, die teils einem x-beliebigen Stadtfest ähnelt, bei dem nicht Gruftis unter sich bleiben, sondern sich den Platz mit Kalle Mustermann und seiner Gattin Hildegard teilen müssen, welche ebenso ein Festivalbändchen kauften und nun damit auf gruftige Safari gehen wollen. Stände mit buntem Ramsch, den man auch so an jeder Straßenecke hinterher geworfen bekommt und bei dem ich mich frage wie man sowas freiwillig kaufen und auch noch schön finden kann. Ja, ich kann dich daher durchaus verstehen. Kann nachvollziehen, dass dir die Realitätsflucht, der jährliche Ausbruch aus der bunten Welt in der wir Schwarzkittel uns nun einmal bewegen müssen, nicht so recht gelingen will. Besonders wenn man (wie du) noch Zeiten kannte an denen all das anders war. Selbst aus der Ferne und ohne selbst dabei gewesen um mir ein persönliches Bild gemacht zu haben kann ich mich daher nicht ganz gegen das Gefühl wehren, doch gar nicht so viel verpasst zu haben, wie ich in meinen wehmütigen Momenten annahm. Schade drum.

Für alle Jüngeren: Ab einem gewissen Alter stimmen innere und äußere Wahrnehmung des eigenen Ichs nicht mehr überein. Entweder man frisst es, oder man geht daran zugrunde. Altern ist nichts für Feiglinge! Es trägt auch nicht zum Wohlgefühl bei, wenn man mit dem Kajal in den Falten hängen bleibt und wenn alle unter 30 einen hartnäckig siezen. Die Figur ist ohnehin schon lange im Eimer.

Das ist übrigens ein Punkt, den man nicht genug betonen kann. Man muss schon sehr viel Rückrad mitbringen, um völlig unbekümmert in den Spiegel blicken zu können, den Kajal den eigenen Falten zum Trotz ordentlich aufzutragen und/oder sich damit wohlzufühlen, dass die eigenen Haare inzwischen so weit zurück gegangen sind, dass selbst der geübteste Haarbaukünstler nichts mehr damit aufbauen kann. Nun sind die Haare zum Glück (noch) nicht mein Problem, doch die Falten um meine Augen und einen Körper in den ich nicht wie in meinen 20ern alles reinschütten konnte ohne dabei zuzunehmen brauche ich inzwischen auch nicht mehr leugnen. Dazu kommt die tägliche Erkenntnis, die mir im Zusammenhang mit meinem Job (Inklusionsassistent für Schulkinder und Jugendliche aus dem Autismusspektrum) vor Augen führt, dass inzwischen oft ich die älteste anwesende Person im Klassenraum bin. Nicht selten sogar älter als die eigentlichen Lehrkräfte. Fühlt sich komisch an, ja irgendwie falsch, sodass ein unterbewusster Teil ab und zu Einspruch erhebt und mir erzählen will, dass ich doch selbst noch in meiner jugendlichen Frische stehe.

Zum Randthema Bücher: Nein, auch ich kann mich mit dem Gedanken nicht anfreunden, dass künftig „KIs“ Romane verfassen sollen, die kaum mehr von den Werken eines echten Autors zu unterscheiden sein könnten. Für mich hat das klassische Buch, verfasst von einem lebenden Menschen so viel mehr als nur einige zusammenhängende Kombinationen aus Sätzen und Buchstaben. Ein Autor möchte eine Botschaft vermitteln, einen Teil seiner Selbst mit in sein Werk fließen lassen und genau das ist es, was ich beim lesen spüren möchte. Daher versuche ich mich mit dem Gedanken zu trösten, dass die Welt künftiger KI-erzeugter Romane und Sachbücher nicht viel mehr sind als eine Reproduktion von bereits verfassten Worten, jedoch völlig seelenlos.

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Graphiel
Vor 1 Jahr

…dass die Welt künftiger KI-erzeugter Romane und Sachbücher nicht viel mehr sind als eine Reproduktion von bereits verfassten Worten, jedoch völlig seelenlos.

This!

allez98
allez98 (@guest_62979)
Vor 1 Jahr

Ja, so kann das sein mit dem Älterwerden. Da findet der Eskapismus im Idealfall verstärkt innerlich statt, und ist deswegen meist auch erfolgreicher, wenn nicht befriedigender.
Ich persönlich frage mich bereits seit vielen Jahren, warum man als etwas (und vielleicht auch mehr oder weniger gelebt) vom „mainstream“ abweichender Mensch, mit eindeutig latent „melancholischen“ Wesen versehen, bzw. geplagt und einem kulturellen Interesse, das eine gewisse Nähe zu dem, was landläufig als „Goth“ bezeichnet wird, unbedingt eine feste Anlaufstelle wie eben das „WGT“ als Fixpunkt, wenn nicht gar (jährliches) „highlight“, benötigt?
Ist es nicht gerade das Naturell einer wie vor beschriebenen Person, einem solchen „Szene-Ballungszentrum“ vorsorglich aus dem Weg zu gehen? Gerade, wenn man nur zu gut weiß, daß einem dort nicht nur eventuelle „Gleichgesinnte“ über den Weg laufen, sondern auch diese Art Eventhanseln, die sich wie Flugrost an dem, was sich (immer noch) „Schwarze Szene“ nennt, an-, bzw. festgefressen haben (ich muß jetzt wohl aber nicht näher darauf eingehen, was, bzw. wen ich damit meine, dies wurde und wird auf diesen Seiten hier ausführlich diskutiert…).

Um konkret zu werden: nun ist es nunmal so, daß meine Persönlichkeit in etwa oben bezeichnetem „stillen“ Sympathisanten besagter gesellschaftlichen Subkultur (um nicht mehr „Szene“ sagen zu müssen, diese gibt es gemäss meinem Dafürhalten nämlich nicht mehr wirklich…) ähnelt. Von daher sind mir mittlerweile am liebsten stille Tage ohne bemühtes Bohei, habe keine zwanghaften Abgrenzungsrituale, wie z.B. strikt schwarzes oder bestimmtes (Sub-)Styling mehr wirklich nötig.
Und treffen werde ich Leute, vielleicht auch Gleichgesinnte, dann wenn ich es mag, und mir nicht der Kalender vorgibt. Übrigens, nicht alle „Wave-Goths“, die extra zu einem „Treffen“ anreisen, muß ich auch wirklich treffen wollen, nicht jeden in bemühtem „Zusammengehörigkeitsgefühl“ kollektiv umarmen müssen. Diese ehedem viel beschworene „Szene-Familie“ und der angebliche „Zusammenhalt“ war für mich sowieso seit jeher eine leere Floskel und total unrealistisch. Der eigentlich einzelgängerisch veranlagte „Goth“ als Herdentier? Nun ja, wem’s gefällt…

Sicher, ich war vor vielen Jahren auch mal „Gast“ auf dem WGT, habe mir vor allem Konzerte und die ganzen begleitenden Nebenschauplätze und „Belustigungen“ angesehen. Gefühle einer gelungenen (oder gar anvisierten) Realitätsflucht verspürte ich zumindest nie. Ganz im Gegenteil, nach spätestens drei Tagen war ich von dem „Event“ dermassen übersättigt, daß ich nur zu gerne wieder in die „Realität“, das heisst: meinen Alltag geflüchtet bin. Dort fühle ich mich mit meinem „melancholischen Wesen“ und dem was dazugehört, nämlich doch noch am Wohlsten. Vielleicht bin ja ich der wahre Goth…? ;-)

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von allez98
Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  allez98
Vor 1 Jahr

Ich kann nur für mich sprechen, als jemand, der dem ganzen WGT-Rummel für fast 20 Jahre den Rücken gekehrt hatte und seit 2017 doch wieder jährlich hinfährt. Dazu brauchte es aber einiges „Anstubsen“ und den Hinweis, dass man dort, wenn man bestimmte Bereiche ausklammert (z.B. das VicPic) und sich ein weniger massentaugliches Konzertprogramm erstellt, durchaus ein paar sehr angenehme Tage unter interessanten Menschen erleben kann.

Ich hatte nach 4 oder 5 WGT-Besuchen in den 90ern die Lust verloren, als das WGT ab 2000 unter den neuen Veranstaltern immer bunter und kommerzieller wurde. Quietschbunte Cyber-Goths und Karnevalskostüme waren nicht das, was bei mir Zusammengehörigkeitsgefühle und „Zuhausefühlen“ auslösten.

Seit dem Postpunk- und Coldwave-/Minimal-Revival jedoch gibt es wieder so viele frische und tolle Bands, die ich für mich entdecken konnte, woran das WGT keinen geringen Anteil hat, dass ich auch wieder vermehrt Lust auf Festivals bekam.

Für mich ist es auch sehr anstrengend, mehrere Tage hintereinander fast immer unter Menschen zu sein und das Gefühl zu haben, möglichst viel vom Programm mitnehmen zu wollen, das mich reizt. Aber es ist für mich auch eine Gelegenheit…

a) mal wieder etliche Freunde und Bekannte von weiter weg zu treffen, z.T. auch aus dem Ausland

b) insofern etwas Besonderes, dass ich mich mal ein paar Tage lang wieder schön gruftig (nicht kostümiert) zurechtmachen kann, ganz ohne schräge Blicke und dumme Sprüche zu ernten. Das ist beim WGT und den dafür sehr offenen Leipzigern wirklich weltweit einmalig, durch die ganze Stadt flanieren zu können und dort auf massenhaft andere Gruftis, Gothics und Artverwandte zu treffen.
Und es ist herrlich, einen Haufen ebenso mehr oder weniger schön oldschool gestylte Leute aus aller Welt anzuschauen (v.a. wenn man sich auf musikalisch entprechenden Veranstaltungen dort bewegt).

c) einige neue spannende Bands zu entdecken und zu erleben, die auf anderen Veranstaltungen nicht anzutreffen sind. M’era Luna, Amphi und Co lassen doch immer nur dieselben Bands aufspielen, die oft auch nur noch wenig bis gar keinen echten Bezug zur urprünglichen Wave- und Gothic-Musik mehr haben.
Und auf kleine Underground-Festivals, in denen das Rauchverbot leider oft nicht eingehalten wird, kann ich nicht gehen. Reine Open Air Veranstaltungen reizen mich auch weniger, weil so sehr vom Wetter abhängig ist, ob ich sie genießen könnte oder nicht.

c) weil das WGT auch ein interessantes Rahmenprogramm an Kunst und Kultur anbietet, zwischendurch auch auch mal so etwas wahrzunehmen.

Seit ich beim WGT nicht mehr zelte, sondern immer mit ein bis mehreren Freunden über privat eine Wohnung anmiete, hab ich auch die Möglichkeit, mich beim Menschen-Overkill mal in Ruhe dorthin zurückziehen zu können. Man muss ja auch nicht ständig mit seinen Leuten herumziehen – wenn es sich ergibt, dass andere dieselben Pläne haben, natürlich sehr gerne, aber ich nehme mir auch die Freiheit, mich nicht von anderen abhängig zu machen, sondern eigenständig zu entscheiden, wann ich mir was geben möchte. Auf diese Weise funktioniert es sehr gut.

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Tanzfledermaus
Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 1 Jahr

Ich kann sehr vieles was du schreibst nachvollziehen, außer:

einige neue spannende Bands zu entdecken und zu erleben, die auf anderen Veranstaltungen nicht anzutreffen sind. M’era Luna, Amphi und Co lassen doch immer nur dieselben Bands aufspielen, die oft auch nur noch wenig bis gar keinen echten Bezug zur urprünglichen Wave- und Gothic-Musik mehr haben.

Bez. Amphi: Das sind z.B. einige Bands die ich mir u.a. auf dem diesjährigen Amphi ansehen will:
Lebanon Hanover, Selofan, Das Ich, Deine Lakaien, Oberer Totpunkt, TRAITRS, Whispering Sons, …
-> Warum kein Bezug…?
Und vier von den oben genannten Bands treten übrigens das erste mal auf dem Amphi auf („immer die selben“ kann man also auch nicht wirklich sagen).

Bez. M’era: Auf dem M’era war ich nur einmal bisher (2018), aber zu den Bands die ich damals gesehn hab gehörten u.a.:
Merciful Nuns (mein Goth wie die mir fehlen… :( ), Das Ich, London after Midnight und Clan of Xymox (damals war Ronny noch nicht durchgeknallt)…
-> Warum kein Bezug…?

Kann es eventuell unter Umständen möglicherweise vielleicht sein dass die „WGT-Fraktion“ da gewisse kleine Festival-Vorurteile hat…? ;)

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Durante
Gruftwurm
Gruftwurm (@guest_62997)
Antwort an  Durante
Vor 1 Jahr

Ich kann Tanzfledermaus im Bezug auf Amphi & Mera schon sehr gut verstehen. Die beiden Festivals habe ich aufgrund des Line-Ups auch immer gemieden und war mir das Geld nicht wert.
Deshalb ist der Besuch des diesjährigen Amphi zusammen mit Count  Durante mein erstes Mal. :)

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Gruftwurm
Vor 1 Jahr

Der Count meint dazu ;) : Das Amphi find ich dieses Jahr vom Line-Up sehr gut, das M’era ziemlich schlecht (nur die Fields of the Nephilim würden mich dort wirklich richtig reizen, London after Midnight noch evtl., das wars), ich erinnere mich aber dass es 2018 z.B. hingegen genau umgekehrt war…
Ist es nicht normal dass ein Festival-Line-Up (ob groß ob klein) abhängig vom persönlichen Geschmack mal besser und mal schlechter ist? :)
(Find ich pers. ja so gar besser so – Dann muss man sich wenigstens nicht ärgern oder schwierige Entscheidungen treffen weil sich zeitlich und/oder finanziell i.d.R. ja nicht alle großen Festivals ausgehen… ;) )

Gruftwurm
Gruftwurm (@guest_63001)
Antwort an  Durante
Vor 1 Jahr

Da haben Sie schon irgendwo recht, My Lord. Natürlich hat jedes Festival-Line-Up etwas gutes und schlechtes was den eigenen Geschmack betrifft. Aber bei den besagten Festivals bin ich irgendwie nie so richtig mit grün geworden.
Was ich immer beim WGT geschätzt habe, ist eben das vielseitige Programm, das neben Musik auch Kunst und Kultur für dunklere Gemüter bietet.

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Gruftwurm
Vor 1 Jahr

Ja, bez. des Rahmenprogramms kann objektiv (leider) keiner dem WGT aktuell das Wasser reichen – Das muss auch der Count unumwunden zugeben. :)

Gruftwurm
Gruftwurm (@guest_63005)
Antwort an  Durante
Vor 1 Jahr

Diese Einsicht viel dem Count Durante bestimmt nicht leicht. Aber es erfreut mich, das der Herr auch über seinen Mondlichtschatten springen kann. :) :) :)
Wie immer, ist es mir eine besondere Ehre, mit dem Count Del Duranto über alle möglichen Themen zu diskutieren.

Durante
Durante(@durante)
Antwort an  Gruftwurm
Vor 1 Jahr

Dito! :)
Und bedenke: Wie du weißt ist mein Schatten größenbedingt eher lang, darüber zu springen ist also gar nicht so einfach… XD

allez98
allez98 (@guest_63024)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 1 Jahr

Zunächst Danke ich Dir für Deine erläuternden Ausführungen. Ja, auch ich habe es verstanden, daß man sich durchaus im Rahmen solcher Veranstaltungen ein für das eigene Dafürhalten kommodes Programm gestalten kann, mit dem man „fine“ sein kann.
Natürlich sind meine Gründe für eine Nicht-Teilnahme an diesen Festivals, bzw. „Events“ dieser Grössenordnung rein subjektiver Natur.
Nun ist es nicht so, daß ich es kategorisch ablehne kulturellen VA beizuwohnen. Ich bevorzuge nunmal Konzerte in überschaubarer, vielleicht auch unprätentiöser/unspektakulärer Grösse, die nicht dem allzu offensichtlichen Grundtenor einer rein zielgruppenorientierten Struktur folgen.
Was ich damit ausdrücken möchte, bzw. versuche, ist, daß z.B. das WGT (und andere gleichgeartete VA), eine zwangseuphorisierende Dynamik entwickeln, die mich vollkommen entnervt und bisweilen ernüchtert zurücklässt.
Egal, ob nun die „Verkleidungskünstler“ unter den Besuchern, als auch nicht wenige (nach ihrem Dafürhalten) „gestandene“ „full-time“-Szeneinvolvierte ihren Laufsteg, bzw. ihre Bühne für die „tollen Tage“ suchen und finden.
Habe ich all die Jahre nicht selten mit ansehen müssen, daß es oftmals nicht genügt, ein paar gelungene Konzerte miterlebt zu haben, sondern die eigene „Andersartigkeit“ besonders hervorzuheben und zelebrieren zu müssen. Manchmal mutet es an, als wären langjährige Goths, die doch mit einer gewissen Selbstverständlichkeit und einem Selbstverständnis gesegnet sein müssten, meinen unter den gegebenen Voraussetzungen es besonders unterstreichen zu müssen, wie „outstanding“ sie doch sind – und den Anschein erwecken, selber von ihrer eigenen Persönlichkeit und Neigungen doch sehr überrascht zu sein, und diese besonders herauskehren zu müssen. Drolliger Narzissmus? Oder gehen da halt doch auch die Festtags- und Partygene mit dem einen oder der anderen durch?
Klar, WGT, etc. ist nicht alle Tage.
Aber kann man nicht auch das ganze Jahr über erfolgreich, bzw. befriedigend kulturell interessiert unterwegs sein, bzw. sein eigenes Ich, bzw. Naturell relativ natürlich leben?

Yttrium
Yttrium(@yttrium)
Antwort an  allez98
Vor 1 Jahr

Aber kann man nicht auch das ganze Jahr über erfolgreich, bzw. befriedigend kulturell interessiert unterwegs sein, bzw. sein eigenes Ich, bzw. Naturell relativ natürlich leben?

In der Provinz leider oft schwierig. Ich bin ja recht oft umgezogen, unter anderem hab ich mal im Stuttgarter Speckgürtel gewohnt, und (sub)kulturell war das damals dort ein absolutes Loch. Ich find das Internet klasse, keine Frage, grad Bandcamp ist super um Labels zu folgen und sich neue Veröffentlichungen anzuschauen, es gibt auch eine Handvoll sehr okayer YouTuber. Aber reichen? Nein, reichen tut mir das nicht. Ich brauch meine Konzerte, ich brauch richtige Menschen, ich brauch Poster und Flyer. Ich will nachts vollkommen gehyped mit einem Dosenbier in der Hand mit der U-Bahn heim fahren.
Inzwischen lebe ich in einer Stadt mit einer generell sehr aktiven eigenen Musikszene plus einer extremen Ausstrahlungskraft, so dass sie viele Bands von außerhalb für Konzerte anzieht. Logisch dass ich da einfach mit Bands in Kontakt komme lange bevor sie beim WGT auftreten. Aber nicht jede*r ist in dieser luxuriösen Position. Und, zugegeben, auch hier gibt’s genug Leute, die null Interesse an den kleinen Konzerten oder Partys mit aktuellerer Musik haben und nur zu den gewöhnlichen gemischt-schwarzen Partys gehen, wo seit 20 Jahren die gleiche Musik gespielt wird. Und halt einmal pro Jahr auf’s WGT fahren, wo sie dann plötzlich Bands „entdecken“ die eigentlich schon drei Mal hier aufgetreten sind. XD

Aber jeder wie’s ihm oder ihr taugt, ich mache da niemandem Vorschriften.

allez98
allez98 (@guest_63031)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 1 Jahr

Diesen Passus Deines Beitrages

Seit dem Postpunk- und Coldwave-/Minimal-Revival jedoch gibt es wieder so viele frische und tolle Bands, die ich für mich entdecken konnte, woran das WGT keinen geringen Anteil hat

möchte ich allerdings nicht unkommentiert lassen:

Das ist zwar erfreulich und sicherlich auch durchaus richtig, aber geht – was zumindest mich betrifft – etwas an meiner persönlichen (zeitlich/chronologisch erlebten) Wahrnehmung vorbei.

Dieses sog. „Revival“ habe ich auch sehr begrüsst. Vor allem, da es ursprünglich ja so war, daß dessen Anfänge und Einflüsse nicht unbedingt, bzw. zwangsläufig einer bestimmten „Szene“ zuzuordnen waren.
Diese Bands/Künstler haben de facto alle nicht das Rad neu erfunden, sondern fussen in einer (natürlich von den frühen 80s dominierten) Prä-Goth-Ära, als eine gewisse Spielart des „Post-Punk“ sich in eher „melancholischen“, düsteren und minimalistisch-reduzierten Ausdrucksformen etablierten. Nicht selten auch von elektronisch/keyboardlastig unterfütterten Sounds mitgetragen wurden.
Da standen ganz offensichtlich Labels wie „4AD“, „Factory Records“ und Bands (eine kleine Auswahl – und um nur die bekanntesten zu nennen…) a la Section 25, Moral, Polyphonic Size, Modern English, Martin Dupont, For Against, The Chameleons, Clair Obscur, Siglo XX, The Sound, Sad Lovers And Giants, Cocteau Twins, The Human League, eventuell noch die frühen Clan Of Xymox, selbstverständlich Joy Division und The Cure, vielleicht auch die ganz frühen Simple Minds, und viele mehr Pate.

Als dieses „Revival“ seine Anfangszeiten verzeichnete, konnte man die meisten dieser Bands/Künstler vielfach erstmal (fast) ausschliesslich in kleinen Clubs/Locations sehen/hören/erleben. Zu einer Zeit, in der man diesen sich auch nicht unbedingt und ausschließlich über den ausgelatschten „Goth“-Pfad neuerer Definition nähern konnte.
Optik, Styling und Ausdrucksformen kamen anfänglich nicht wirklich allzu catchy „Szene“-affin rüber.
Die Grundstimmung zwar getragen, aber man assoziierte diese Bands/Künstler vage eher mit nüchternen verlassenen ehemaligen Industriebauten/Werkshallen als background, eher mit Menschen in grauen Regenmänteln auf verlassenen Firmenparkplätzen im Nirgendwo, als mit lasziven Unterwäschemodels in Count Draculas Katakomben in einer mystischen Burg, oder einem gruftigen Stelldichein auf einem vollmondbeschienenen Friedhof… ;-)

Auch das Artwork der VÖ kamen im Grossen und Ganzen eher diffus, mehrdeutig, manchmal ganz unspektakulär und nicht zu offensichtlich klischeeüberladen in eine gewisse Richtung weisend daher.

Aber Klischees beiseite: bis die (aktuelle) „Gothszene“ relativ massenwirksam erstmal wirklich auf diese Bands/Künstler aufmerksam wurde, ist etwas Zeit ins Land gegangen.
Der Rest der Geschichte ist bekannt: seit einer geraumen Weile geriet die „Goth“-Vereinnahmungsmaschine in Gang – und mittlerweile kann man diese Leutchen auch auf allseits bekannten Festivals bewundern. Den Beschreibungen „Cold Wave“/“Post Punk“/“Minimal“ kam nach und nach bei den einen oder anderen die Genrebezeichnung „Darkwave“ oder „Goth“ hinzu…

Noch Fragen?

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von allez98
Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  allez98
Vor 1 Jahr

Ich weiß jetzt ehrlich gesagt nicht, nicht, worauf Du mit Deinem Kommentar hinaus willst… Ich habe jedenfalls eine Menge dieser Bands (erst) durch das WGT entdeckt.
Leider bekommt man manche neue Bands erst mit, wenn sie etwas aus dem Schatten heraustreten, zumindest wenn man wie ich Facebook boykottiert.

Das Revival begann ja schon vor einigen Jahren (um 2005, soweit ich mich entsinne) und ich freue mich sehr, dass nach vielen Jahren Stillstand/Pause doch noch einiges an frischem Wind im alten Stil durch die Szene weht. Immer nur die alten Helden wären vielleicht auf Dauer doch etwas langweilig geworden.

Die Historie ist mir wohlbekannt, ich bin auch schon beinahe 3,5 Jahrzehnte in der Szene aktiv, aber wozu führst Du sie jetzt nochmal so deutlich auf? Was hat sie damit zu tun, dass jetzt neuere Bands auf dem WGT spielen?
Und was spielt es überhaupt für eine Rolle, dass die Bands, deren Artwork und Fans zunächst wenig auffällig aussahen? Es geht hier doch um die Musik, die schon immer Bestadteil der Szene war. Dürfen auffällig gestylte Gothics keine Bands mögen und Konzerte besuchen, wo die Bandmitglieder nicht gruftig aussehen?

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Tanzfledermaus
allez98
allez98 (@guest_63036)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 1 Jahr

Guten Morgen, hier einige weitere Erläuterungen dazu:

Leider bekommt man manche neue Bands erst mit, wenn sie etwas aus dem Schatten heraustreten, zumindest wenn man wie ich Facebook boykottiert.

Selbst wenn man nicht bei fb aktiv ist (davon abgesehen, ich nämlich wohl genauso wenig wie du…), ist es machbar, heutzutage so vernetzt zu sein, daß man das Wesentliche, das einen interessiert auf den Schirm zu bekommen.
Z.B. sehe ich mich u.a. bei bandcamp um, man kriegt einiges via Discogs mit, es kommen ab und zu elektronische newsletter an – und nicht zuletzt funktioniert sogar die gute alte Mundpropaganda noch.

Und tatsächlich haben im Laufe der Jahre nicht wenige dieser „Revival“-Künstler sogar in unserer etwas verschlafenen Stadt sich ein Stelldichein gegeben – z.T. einige Zeit vor ihrem „aus dem Schatten heraustreten“. Interessanter-, bzw. Bezeichnenderweise war die „Szene“ bei diesen Konzerten kaum vertreten (und wenn überhaupt) in sehr überschaubarer Zahl.
So daß man sich ab und an und eine Zeit lang tatsächlich insgeheim fragen musste, ob trotz gewisser musikalischen Überschneidungen, Ähnlichkeiten und auch „Wurzeln“, diese Bands/Künstler in der „Szene“ überhaupt wahrgenommen werden (würden). Manchmal kam es einem vor, als existiere eine Parallelwelt… ;-)

Naja, mittlerweile, bzw. seit einiger Zeit scheint ja das eine zum anderen gefunden zu haben… ;-)

und ich freue mich sehr, dass nach vielen Jahren Stillstand/Pause doch noch einiges an frischem Wind im alten Stil durch die Szene weht. Immer nur die alten Helden wären vielleicht auf Dauer doch etwas langweilig geworden.

Immerhin wird die Qualität dieser Neo-Neo-Postpunk/Coldwavewhatsoever-Bands erkannt und anerkannt. Die Jahre „Stillstand“ hatten ja wohl die tatsächlichen und nur zielgruppenorientierten „Szenebands“ (auch neueren Datums) zu verantworten, die auf der musikalischen Skala einfach nur noch von langweilig bis hin zu peinlich zu verorten waren…

…und „alte Helden“? Hat sich was damit! Was ist daran so heldenhaft, wie die ollen Rolling Stones lange nach dem Haltbarkeitsdatum nicht zu wissen, wann auch mal gut ist?
Ausserdem sind nicht wenige VÖs (auch manche als „Klassiker“ gehandelte aus deren „Hochzeiten“) ganz schlecht gealtert, wenn man sie sich nach einiger Zeit mal wieder antut…

Was hat sie damit zu tun, dass jetzt neuere Bands auf dem WGT spielen?

Und was spielt es überhaupt für eine Rolle, dass die Bands, deren Artwork und Fans zunächst wenig auffällig aussahen? Es geht hier doch um die Musik, die schon immer Bestadteil der Szene war.

Wie schon gesagt: Ist ja schön und gut, daß derartige Bands auch für das WGT engagiert werden. Nur sollte man vor einer „szenischen“ Vereinnahmung vorsichtig sein. Auch wenn „die Musik“ schon „immer“ (?) Bestandteil der „Szene“ war (ist?) – wo ja keiner was dagegen haben kann – so sind es viele dieser Bands/Künstler eben nicht!
Klar, es gibt tatsächlich „Szenebands“, die (wie schon angeführt) aus der Intention entstanden, überwiegend eine reine Zielgruppe anzusprechen. Was davon zu halten ist, mag jeder für sich entscheiden…
Und Fakt ist auch, daß selbst prominente Künstler, die aus der Historie heraus scheinbar untrennbar mit der „Szene“ (Goth, etc.) verbunden schienen, bzw. assoziiert wurden, sich irgendwann deutlich distanzierten – und sich mit Händen und Füssen wehrten, jemals auch nur annähernd etwas mit „Goth“ zu tun gehabt zu haben. (Natürlich ist es auch so in jenen Fällen, daß wenn die Schäfchen im Trockenen sind und die Kohlen im Keller, kann man mit solchen Aussagen getrost herausrücken… ;-) )

Dürfen auffällig gestylte Gothics keine Bands mögen und Konzerte besuchen, wo die Bandmitglieder nicht gruftig aussehen?

Das war jetzt aber hoffentlich eine rhetorische Frage, die keiner Antwort bedarf…?

Aber, wenn ich so darüber nachdenke: sicher dürfen die das, wenn nach dem ganzen Aufbretzeln noch Zeit übrig bleibt… ;-)

Yttrium
Yttrium(@yttrium)
Antwort an  allez98
Vor 1 Jahr

Interessanter-, bzw. Bezeichnenderweise war die „Szene“ bei diesen Konzerten kaum vertreten (und wenn überhaupt) in sehr überschaubarer Zahl.

Ja, kann ich so unterschreiben, das deckt sich absolut mit meiner Erfahrung. Wobe ich persönlich die Leute, die auf die kleinen Konzerte gehen und eine sehr schillernde Masse sind aus Indie-Kids, Punks, Gruftis, Alt-Rockern, Kunststudent*innen, abgewrackten Säufern und in Großsstädten hin und wieder auch mal Junkies, viel eher noch als eigentliche „Szene“ bezeichnen würde als die oft sehr bürgerlichen Leute, die nur ab und zu mal auf Konzerte von etablierteren Künstlern und zu generischen schwarzen Parties gehen. Aber das ist nur eine persönliche Definition von mir, andere können das anders halten.

und „alte Helden“? Hat sich was damit! Was ist daran so heldenhaft, wie die ollen Rolling Stones lange nach dem Haltbarkeitsdatum nicht zu wissen, wann auch mal gut ist?

Halte ich für sehr genre-abhängig. Am letzten Cure-Album war doch nichts auszusetzen, und auch die Konzerte waren wohl sehr ok. Aber z.B. EBM wirkt schon etwas seltsam, wenn er von 50+ – Leuten performt wird. Wobei ich ihn ja prinzipell durchaus mag, selbst wenn er musikalisch recht stumpf ist.

Ich find auch das Bild mit den Bands, die „aus dem Schatten heraustreten“ etwas unglücklich gewählt. Wir sind Düstervolk, genau diese Schatten müssten uns doch magisch anziehen. Das Obskure und Verborgene ist doch eigentlich immer interessanter als alles, was einem auf dem Silbertablett des WGT präsentiert wird. Also, würd ich meinen.

allez98
allez98 (@guest_63069)
Antwort an  Yttrium
Vor 1 Jahr

Ich find auch das Bild mit den Bands, die „aus dem Schatten heraustreten“ etwas unglücklich gewählt. Wir sind Düstervolk, genau diese Schatten müssten uns doch magisch anziehen. Das Obskure und Verborgene ist doch eigentlich immer interessanter als alles, was einem auf dem Silbertablett des WGT präsentiert wird. 

Wobei man hier irgendwie wieder zum Thema „Realitätsflucht“ die Kurve kriegen kann.
Mittlerweile halte ich mich – je nach Tagesform – für so „abgeklärt“, daß ich persönlich der Realität lieber in’s Auge blicke, als vor ihr zu fliehen…
Und das letzte bisschen, was von einem ganz vagen Gefühl des „jugendlichen Eskapismus“ noch übrig geblieben ist, erlebe ich z.B. so dann und wann beim direkten Entdecken einer neuen Band – in einem winzigen Club, am Besten am Rande des Arsches der Welt. So wie früher (als allerdings auch nicht alles automatisch besser war…).
Wo noch nichts aus dem, ähem… „Schatten heraustritt“ (btw., diese „Metapher“ kam ursprünglich nicht von mir – ich hatte diese auch nur unter Zuhilfenahme dieser beiden von mir sehr geschätzten „“-Kumpels zitiert…) in’s gleissende Format-Festival-Event-Licht des WGT. Welches, mit Verlaub, auch nicht für einen deftigen Eskapismus-Trip taugt, sondern eher für einen recht bürgerlichen Kurzurlaub inkl. Tourifalle – je nach Gusto selbstverfreilich…
Andere fahren über Pfingsten auch nach Malle – different Destination, same… ;-)
Ok, ok, ok, und jetzt lasse ich es gut sein zu diesem Bericht und Thema – vorerst…

Yttrium
Yttrium(@yttrium)
Antwort an  allez98
Vor 1 Jahr

Andere fahren über Pfingsten auch nach Malle – different Destination, same… ;-)

Ich muss sagen, dass ich gegenüber hedonistisch-rauschhaften Partys jeglicher Couleur verhältnismäßig milde gestimmt bin. Klar, ich steh nicht wirklich auf Après Ski oder Raves, und Schlager halte ich keine fünf Minuten aus, aber ich tu mich schwer damit, den Fans dafür einen Vorwurf zu machen oder ihnen gar irgendeine negative Persönlichkeitsstruktur zu unterstellen. Ich bin zwar manchmal ein musikalischer Snob, klar, aber viele von den Sachen die ich hör sind im Endeffekt genauso primitiv. Und die Hochnäsigkeit von so einigen Leuten aus der Schwarzen Szene die sich für so viel besser halten als die „Stinos“ (ich hasse den Ausdruck) ist jetzt auch nix, wovon ich ein großer Fan bin, drum vermeide ich, da in die selbe Kerbe zu hauen.

In diesem Sinne: Hossa!

allez98
allez98 (@guest_63074)
Antwort an  Yttrium
Vor 1 Jahr

Und die Hochnäsigkeit von so einigen Leuten aus der Schwarzen Szene die sich für so viel besser halten als die „Stinos“ (ich hasse den Ausdruck) ist jetzt auch nix, wovon ich ein großer Fan bin

Unter uns: ich weiß, mein „Ferientipp“ ;-) war etwas zu gezielt unter die Gürtellinie (und tatsächlich, es tut mir auch ein wenig leid und ich möchte auch bei jenen um Verzeihung bitten, denen es doch etwas nahe gegangen sein sollte…).
Aber trotzdem: Dein von mir hier zitierter Passus (s.o.) sollte wohl die perfekte Antwort/Begründung meiner Beweggründe sein… (ok, ok, ok, ich hätte ja auch den Schwarzwald stattdessen auswählen können…
;-) )

Und ja, btw.: den Ausdruck „Stinos“ habe ich auch schon immer verabscheut. Wer auch immer diesen in meiner Gegenwart ernsthaft nutzt, hat bei mir für immer ver…
Ich bin nur zu glücklich darüber, während des grössten Teil meines Lebens nichts anderes zu sein als „stinknormal“. Es gibt nämlich Menschen, die wären heilfroh darüber, wenn sie das sein könnten…

Auch in diesem Sinne! (…und jetzt bin ich wirklich aus diesem „Thread“ raus…)

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von allez98
Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Yttrium
Vor 1 Jahr

Ich find auch das Bild mit den Bands, die „aus dem Schatten heraustreten“ etwas unglücklich gewählt. Wir sind Düstervolk, genau diese Schatten müssten uns doch magisch anziehen. Das Obskure und Verborgene ist doch eigentlich immer interessanter als alles, was einem auf dem Silbertablett des WGT präsentiert wird.

@ allesz98 und Yttrium:
Ehrlich gesagt hab ich wenig Lust, mich weiter auf solche Diskussionen einzulassen, in denen fast jeder Satz zerpflückt und (z.T. fehl-)interpretiert wird. Das mit den Schatten war bildlich gemeint und jetzt daraus abzuleiten, dass wir uns nur im Schatten wohlfühlen (sollten), ist nun mehr als an der Haaren herbei gezogen.
Ebenso der herablassende Vergleich vom WGT mit einem „Malle“-Urlaub.

Wenn ich zum WGT fahre, muss ich mich nicht dafür rechtfertigen – auch nicht dafür, dass ich mich darüber freue, auf diese Weise neue Bands kennenzulernen.
Und ja, auch ich habe diverse Quellen, um an neue Musik heran zu kommen. Neben Musik hat das WGT ja auch immer ne ganze Menge an sonstiger Kultur im Programm, das gibt es auf anderen Festvals in sieser Form nicht. Und ein derartig internationales (und dadurch interessantes) Publikum findet man auf anderen Veranstaltungen auch nicht.

Und wie ich woanders bereits schrieb, meide ich vor allem die so toll undergroundige Konzerte (zumindest in Berlin), weil dort die Luft in der Regel für mich nicht auszuhalten ist und ich spätestens nach 10 Minuten die Location verlassen muss. Beim WGT hingegen kann ich Konzerte genießen ohne gesundheitliche Beeinträchtigung, weil da eben nicht ohne Rücksicht auf andere gequalmt wird. (Und ehe es jetzt heißt, dass das eben zum Underground dazu gehört: nein es ist eben nicht cool und undergroundig, sondern einfach nur egoistisch, sich nicht darum zu kümmern, ob man mit seinem Verhalten anderen den Konzertgenuss versaut oder unmöglich macht…)

Letzte Bearbeitung Vor 1 Jahr von Tanzfledermaus
Gruftwurm
Gruftwurm (@guest_63076)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 1 Jahr

Stimme ich Dir zu!!! Danke.

Gruftfrosch
Gruftfrosch(@gruftfrosch)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 1 Jahr

Danke Caro

DarkStar
DarkStar (@guest_64338)
Vor 5 Monate

Habe gerade Deinen Beitrag gelesen und musste innerlich bei einigen Beschreibungen zustimmen.
Ich habe vor drei jahren das Stella Nomine in Torgau entdekt und seit dem regelmäßig besucht.
Das Stella Nomine ist klein und fein und „fühlt“ sich ein wenig an wie die frühen Jahre des WGT.

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Vor 5 Monate

Also…. aktuell bin ich echt am Überlegen, ob ich dieses Jahr das WGT einfach mal sausen lasse und Pfingsten woanders verbringe. Oder ohne Bändchen hin fahre.

Das liegt zum einen an dem für mich diesmal absolut nicht stimmigen Line-up. Für eine Handvoll Bands von bisher 150 angekündigten, die mich reizen würden, lohnt sich keine Karte – und ich habe mir wirklich alles angehört, was in der Auflistung bei Monkeypress nicht als Metal oder Industrial angekündigt wurde.
Da müssten die Organisatoren jetzt aber noch ’ne ordentliche Schippe exquisites Ohrfutter nachlegen, damit sich das noch ändert.

Die letzten Jahre war da immer deutlich mehr für mich dabei gewesen, vor allem hab ich jedesmal etliche für mich neue gute Bands entdecken können.
Dieses Jahr sind es bisher gerade mal 2 Bands (The Secret French Postcards und Topographies), die ich noch nicht kannte und die ich richtig toll finde. Dazu kommen 3 Bands, die ich schon live gesehen habe, die also kein „Muss“ wären.

Und zum anderen stellt sich die Frage, was man ohne Bändchen den lieben langen Tag in Leipzig anstellen könnte, falls das Wetter nicht mitspielen sollte… Für gutes Wetter hätte ich jede Menge Ideen, aber ich hab wenig Lust, dann womöglich bei Regen allein der Unterkunft zu hocken und darauf zu hoffen, dass sich irgendwo drinnen ne Möglichkeit ergibt, andere Leute zu treffen, die gerade nicht das WGT-Programm abklappern und Zeit und Lust auf ne Alternative hätten.

Wie findet Ihr das bisherige Line-up?

Letzte Bearbeitung Vor 5 Monate von Tanzfledermaus
Gruftfrosch
Gruftfrosch(@gruftfrosch)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 5 Monate

Zur letzten Frage: Bisher ebenfalls eher sehr mäßig, aber hinfahren werde ich in jeden Fall, vielleicht ergibt sich ne Möglichkeit tatsächlich mal was Anderes zu machen, was sich bislang durch Konzerte nicht ergeben hat. Ob sich der Kartenkauf lohnt? Im Moment für mich (noch?) nicht. Dafür gibt es mittlerweile auch genug Alternativprogramm.

graveyardqueen
graveyardqueen(@graveyardqueen)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 5 Monate

Warten tu ich aktuell auch noch auf ein paar richtig gute Bands, da ich aber auch viele Sachen auf der „bin ich nicht von abgeneigt“ Liste habe, werde ich mir nach aktuellem Stand eine Karte kaufen.
Die letzten zwei Jahre war es erfahrungsgemäß so, dass viele Sachen dabei waren, die ich jetzt vll. nicht privat auf Dauerschleife laufen lassen würde, wo ich aber dennoch auf meine Kosten kam, weil es tanzbar war. Ich hab mich dann immer an den Rand verzogen, damit die Leute, die die Band sehen wollten Richtung Bühne konnten und hab Abseits für mich getanzt.

Wenn die Infos stimmen, sollen am Pfingstsamstag The House of Usher und Waning Moon im Hellraiser spielen! Ärgert mich natürlich sehr, dass die nicht direkt auf dem WGT spielen. Aktuell habe ich mir das aber abgeschminkt, zum Hellraiser zu tingeln, weil ich damit rechne, dass dort eben bestimmt viele ohne Bändchen aufschlagen werden und ich nicht umsonst hin pilgern will, weil es überfüllt ist.

Persönlich bin ich eigentlich auch immer nur wegen den Konzerten in Leipzig, das Rahmenprogramm interessiert mich gar nicht Mal so sehr.

Phoenix
Phoenix(@phoenix75)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 5 Monate

Ich hätte ja eine Alternative für euch… wie wäre es mit dem viktorianischen Picknick? *duck, flitz, in Luft auflös* ;D

Tanzfledermaus
Tanzfledermaus(@caroele74)
Antwort an  Phoenix
Vor 5 Monate

Geht nicht, hab kein Kostüm ;-)

Black Alice
Black Alice (@guest_64370)
Antwort an  Tanzfledermaus
Vor 5 Monate

Ließe sich ja noch ändern. :-)

Aber um ehrlich zu sein, ich hätte kein gutes Gefühl dabei mich zur Schau zu stellen. Bin eher die graue Eminenz im Hintergrund (gibts die weibliche Form von Eminenz?)… :-)

Letzte Bearbeitung Vor 5 Monate von Black Alice

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