Rückblick: 1. Fledermaustreffen Burg Vondern in Oberhausen

In eindrucksvoller Kulisse fand vom 8. Juli bis zum 10. Juli 2022  das erste Fledermaustreffen in Oberhausen statt. Seit dem Wegfall des „Blackfield“ ist der Festival-Sommer im Ruhrgebiet trotz zahlreicher schwarzer Partys und einer aktiven Community ein eher ausgetrocknetes Flussbett. Das Fledermaustreffen auf der Burg Vondern in Oberhausen ist angetreten, diese Dürre zu beenden. Wir waren (leider nur) am Samstag dabei, um die Location, die Musik und die Besucher in Augenschein zu nehmen. Dank Ray Montag können wir auch mit zahlreichen Bildern glänzen, um Euch einen Eindruck zu vermitteln.

Die Anfahrt zur Burg gestaltete sich unproblematisch, das Ruhrgebiet glänzt mit unzähligen Möglichkeiten einen Ort zu erreichen. Nach einem kurzen Fußweg erreichten wir den gepflasterten Weg zur Burg, die sofort den Eindruck verwischte, zwischen Gleisanlagen und Autobahnanschlussstellen mitten in Oberhausen zu sein. Wir schlängelten uns an einige verwirrten Naherholgungs-Radfahrern vorbei und erreichten den Eingang, der nur noch durch eine Zugbrücke hätte abgerundet werden können.

Am Eingang trafen wir gleich auf Nina Horst vom Minicave-Festival, die auch hier einige Zügel in der Hand hatte, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Dank meiner eindrucksvollen Tanzperformance „Überrascht mich!“ konnte ich sogar so eine Seifenblasen-Pustemaschine einsacken. Ha!

Um 14:00 konnten wir uns pünktlich zu Lesung von Klaus Märkert und Myk Jung im Gewölbekeller einfinden und wurden umgehend von den Texten, der sympathischen Art und dem tollen Zusammenspiel der beiden abgeholt. Die Teilnehmerzahl im Gewölbekeller verdoppelte sich lustigerweise nach ein paar Minuten, als es draußen zu einem kurzen Regenschauer kam. Gruftis sind eben doch nicht wasserdicht.

Klaus Märkert und Myk Jung im Gewölbekeller Fledermaustreffen
Klaus Märkert und Myk Jung bei der Lesung im Gewölbekeller der Burg Vondern Oberhausen.

Während Kurs Valüt das Publikum bei inzwischen wieder brillantem Wetter beschallten, wurde für deren Aktion „Musicans Defend Ukraine“ gesammelt. Am Ende landeten knapp 700€ im Sammelbehälter. Nina Horst dazu: „Ach ja, und dann habt ihr mich wirklich zu Tränen gerührt, mit euren größzügigen Spenden […] Es sind unglaubliche (knapp) 700,-€ zusammen gekommen. Wir finden das überwältigend!

Zugegebener Maßen haben wir bei den Auftritten von Te/DIS und The House Of Usher das Treffen in den Vordergrund gestellt und weniger der Musik Beachtung geschenkt. Unter anderem haben wir der „Händlermeile“ Beachtung geschenkt und nicht schlecht gestaunt, in welchen Räumlichkeiten die ihre Ware feilboten konnten. Die Burg Vondern hat unglaublich schöne Zimmer zur Verfügung gestellt. Es wirkt schon edel, wenn Klamotten in mittelalterlich-adligem Ambiente durchstöbert. Vor lauter Andacht habe ich gleich angefangen, leiser zu sprechen. Beron – Fashion & Accessoires, Young Bat Design, Batcave Design und selbst die Platteninstitution Kernkrach haben sich offensichtlich wohlgefühlt, wir hoffen sehr, es hat sich auch finanziell gelohnt.

Still Patient? haben uns dann musikalisch wieder vor die Bühne gelockt und durch Spielfreude geglänzt, ich glaube, die Leute auf der Bühne hat sichtlich Freude daran, Live auftreten zu können. Besondere Grüße gehen an dieser Stelle @fabienne_elea, die ich im Publikum mit dem Spontis-Beutel entdeckte. Den hat sie zu ihrer Handtasche gemacht und das Logo der Internetseite unfassbar erhaben, majestätisch und würdevoll präsentiert. Ich habe ihr gleich eine neue Tasche geschenkt, nur für den Fall eines Defektes.

New Days Delay haben dann erwartungsgemäß für Unruhe in den Beinen gesorgt und sind einfach durch ihren Electro-Punk-Sound einfach mal die Menge gefegt. Glücklicherweise hatte sich die Sängerin von einem kleinen Zwischenfall beim WGT in Leipzig erholt und konnte durch überzeugendes Energiepotential eindrucksvoll unter Beweis stellen, dass sie wieder auf den Beinen war. Übrigens finden sich auf dem Youtube-Kanal „Cyberpagan“ ein paar Live-Mitschnitte, falls sich jemand einen bewegten Eindruck verschaffen will.

Frank the Baptist begleitete uns dann im Hintergrund bei Gesprächen mit meinem Briefkasten-Entleerer Svartur Nott, Mängelexemplar und Heiko Bender (Kinder der Nacht 2 soll bald (!) erscheinen) und sorgte auch bei ein Pommes vom bereitgestellten Imbiss für angemessene Unterhaltung weiterer Gespräche. Während man bereits die Bühne demontierte, fanden sich zahlreiche Besucher auf der Tanzfläche zur After-Show-Party ein, während andere in ihrem Mitteilungsbedürfnis nachgingen. Ich habe selbst das Tanzbein geschwungen, bevor sich meine Entscheidung rächte, neue Docs anzuziehen. (Die Gerüchte stimmen, macht das nicht!)

Fazit zum 1. Fledermaustreffen in Oberhausen

Das Fledermaustreffen dürfte als voller Erfolg gewertet werden. Die Location und die beteiligten Menschen in der Organisation waren eingespielt, familiär und freundlich. Jeder hat das Gefühl ausleben dürfen, zu Hause zu sein. Die verschiedenen Bereiche der Burg wurde wirklich gut genutzt und konnten den Fokus auf „Treffen“ richtig gut unterstreichen. Natürlich hätten es noch mehr Besucher sein dürfen, gerade im Ruhrgebiet ist die Dichte der Festivals dieser Art ja nicht so prickelnd, aber es ist klar, dass sich so ein Event auch erst mal herumsprechen muss.

Musikalisch hat man eine schöne Mischung zwischen Goth-Rock und Elektronik angerührt, die auch im zeitlichen Ablauf zu harmonieren schien. Alle Bands und Künstler hatten Lust dabei zu sein, viele von Ihnen mischten sich auch bei Auftritten der „Kollegen“ unter die anwesenden Gäste.

Dass man gleich von Beginn an auch die „kulturelle Seite“ der Szene mit Lesungen aufgriff, finde ich großartig, durch die Lesung von Klaus Märkert und Myk Jung wurde überdeutlich, wie wichtig der inhaltliche Teil für eine Subkultur sein können.

Die Kombination von Minicave-Team, Burg Vondern und dem Team um Hagen Hoffmann hat super gepasst, leider ist aktuell noch nicht klar, ob das zweite Fledermaustreffen 2023 wieder an Ort und Stelle durchgeführt werden kann. Momentan scheint das der Terminplan der Burg nicht herzugeben. Allerdings zeigten sich die Veranstalter entschlossen, das Treffen fortzuführen. Das erscheint auch bitternötig, denn die Ruhrpott-Szene dürstet nach Events mit Herzblut und Nähe, so wie dem Fledermaustreffen.

So jetzt aber zu den Bilder von Ray Montag. Auf Facebook findet ihr noch weitere Bilder vom Treffen. Ein dickes Dankeschön für die tollen Aufnahmen!

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