DAC TV sucht Unterstützung für Independent-Musiksendung

Das Musikfernsehen ist tot, lang lebe das Musikfernsehen! Die Deutschen Alternative Charts (DAC) gehen mit einer eigenen, 45-minütigen Musiksendung ins Netz, die langfristig auch im Fernsehen zu sehen sein soll. Für die erste Staffel hat die Produktionsfirma Golden Delicious ein Crowdfundig -Projekt gestartet, um die 6.000€, die für die Umsetzung nötig sind, aufzutreiben. Ziel ist es, DAC TV langfristig als monatliche Musiksendung zu etablieren, die nicht nur die TOP 20 Clips der Alternative Charts präsentiert, sondern darüber hinaus auch noch einen prominenten Interviewpartner je Sendung präsentiert. Es klingt verlockend: „…von And One über Combichrist bis Zeraphine: Dark Wave meets Electro meets Gothic.

Es herrschte Aufbruchstimmung, als die ersten Musiksender ins Fernsehen kamen. MTV und VIVA waren jung, unkonventionell und chaotisch, ihre Aufmachung und Umsetzung legte den Grundstein einer neuen Popkultur. Laut, grell, bunt und schnell. Im Laufe der Jahre wurde Videoclips zur Massenware, der Markt wurde vielfältig und nahezu unüberschaubar. Immer neue Musiksender schossen aus dem Boden und überfluteten die Wahrnehmung. Mit dem schnellen Internet kam der Anfang vom Ende, Videoclips waren plötzlich überall und immer verfügbar. Die Nutzer hatten die Nase voll von Klingelton-Werbung und fragwürdigen Handy-Abos. Heute nimmt kaum noch jemand die Musiksender wahr, sie ertrinken in Werbung für kostenpflichtige Handy-Dienste und sind zum großen Teil nur noch im Pay-TV verfügbar.

Brauchen wir überhaupt noch Musiksendungen? Ich denke, wir brauchen sie dringender als je zuvor. Durch das Überangebot an Musik und durch die weltweite Vernetzung ist es schwieriger geworden, den Überblick zu behalten. Ohne ambitionierte Radio- und Fernseh-Sendungen, Blogs und Internetseiten ist es fast aussichtslos, die eigene schwarze Nische der Musiklandschaft umfassend im Auge zu behalten. Neuerdings wird es im Internet zusehend schwerer, überhaupt Musikvideos zu sehen, dank eines andauernden Streit zwischen Video-Plattformen und den Rechteverwertern.  Musiksendungen wie DAC TV sind sicherlich keine generelle Lösung aller Probleme, doch sie sind immer wieder ein Lichtblick. Die Möglichkeit in gesammelter Form etwas über Bands und Künstler abseits der Mainstreams zu erfahren, ohne dabei stundenlang das Internet zu durchforsten, ist verlockend.

Über das Crowdfunding versucht die Produktionsfirma Golden Delicious das nötige Geld aufzutreiben und bietet den Spendern damit auch Gelegenheit, selbst ein Teil der Sendung zu werden. Sei es in Form einer Danksagung im Abspann, exklusiven Inhalten, Wunschclips, Videobotschaften oder handsignierten Alben. Die Sendung soll kostenlos und ohne Werbeunterbrechungen zu genießen sein.

Der Dreh der weiteren Sendungen für die erste Staffel ist gesichert. Das Crowdfunding-Geld fließt in die Postproduktion und Veröffentlichung der Episoden (Avid-Editing, Sounddesign, Off-Moderation, Mastering, Gema-Gebühren). Die Sendungen entstehen mit professioneller Technik in Full HD. Langfristiges Ziel ist neben der Online-Ausstrahlung die Etablierung eines regelmäßigen Sendeplatzes im Fernsehen. Verhandlungen mit geeigneten Sendern laufen. (…) Wenn Du genau wie wir gelangweilt bist vom Mainstream, dann unterstütze uns. Wir bieten Dir dafür monatlich exklusiv und nirgends sonst zu sehen die TOP 20 der besten Independent-Clips, Liveshows, Making Ofs und ausführliche Interviews mit den Stars aus den Deutschen Alternative Charts – von Camouflage über Blutengel bis In Extremo und viele andere mehr.

In der ersten Ausgabe, die jüngst online gegangen ist, gibt es einen Vorgeschmack auf die Sendung und zudem noch ein exklusives Interview mit Alan Wilder (Ex-Depechmode, Recoil). Ich bin gespannt, ob dieses ehrgeizige und gut umgesetzte Projekt seine Ziele erreichen kann.

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Death Disco
Death Disco (@guest_18121)
Vor 10 Jahre

Ernsthaft: die sollen sterben gehen. DAC ist doch nichts weiter als ein manipulierter Haufen Scheiße. Das einzige, das ich hier sehe, ist eine Fortführung der Zweckentfremdung von Etiketten durch irgendwelche selbsternannten Szenepäpste. Wenn ich schon das Wort „Independent“ in diesem Zusammenhang lese, bekomme ich Brechreize.

Wenn Du genau wie wir gelangweilt bist vom Mainstream, dann unterstütze uns.

Ja, ist klar… Wider den Mainstream? Dann sollten sie mal fix anfangen, in den eigenen Reihen zu kehren. Erbärmlich.

Katrin
Katrin (@guest_18126)
Vor 10 Jahre

Danke, Death Disco. Auch wenn ich es vermutlich etwas sanfter formuliert hätte, kann ich mich Deinem Statement nur zu 100 % anschließen. Die DAC werden – soweit mir bekannt – von Dj´s gevotet, die im Dj-Pool von Hardbeat Promotion registriert sind. Und Hardbeat Promotion residiert unter demselben Dach wie die AMV Talpa GmbH und AMC Consulting ). Ich zitiere aus einer Stellenausschreibung: „Die AMC Alster Musik Consulting GmbH, mit ihren Marken Hardbeat Promotion und Leitmotif MMP, ist eine Dienstleistungsagentur für Kommunikation und Beratung mit den Schwerpunkten Musik, Computer- und Videospiele, sowie Filme. Die Kunden von AMC Alster Musik Consulting lassen sich zur Positionierung Ihrer Produkte am Markt und in den Medien beraten, sowie zu damit verbundenen weiteren Fragen des Marketings und der PR. Das Unternehmen sorgt für mehr als 250 Entertainmentprodukte jährlich für Präsenz in den Medien.“(Quelle: hier)
Merke: Hardbeat Promotion ist eine Marke, welche dem Zweck dient, die Produkte des Kunden am Markt zu platzieren. Steht ja da. Da machen sich Charts, die von denen gevotet werden, die mit den zu vermarktenden Produkten der Kunden bemustert werden, natürlich prima. Mit alternativer Musikkultur hat das mal wieder so rein gar nichts zu tun. Und das nun nach Geld geschnorrt wird, um den eigenen Markt zu erweitern, dient letztlich einzig dem Zweck der Kundenbindung. An der Stelle zitiere ich Death Disco: „Erbärmlich.“

Serapion
Serapion (@guest_18127)
Vor 10 Jahre

Ich bin geneigt, meinem Vorredner recht zu geben, vor allem wenn ich mir dieses Namedropping ansehe:

»…von And One über Com­bichrist bis Zer­a­phine: Dark Wave meets Elec­tro meets Gothic.«

Da weiß man schon gleich, was man von der Sendung zu erwarten hätte: wenig bis nichts. Dieselben Namen und dieselben Gesichter, die man schon auf den ganzen Gruftie-Bravos am Kiosk nicht mehr sehen will.

Marcus
Marcus (@guest_18135)
Vor 10 Jahre

Mit irgendwelchen Charts habe ich mich bisher so gar nicht beschäftigt. Trotzdem hat mich die Neugier gepackt und ich habe mir die aktuelle DAC Top 20 angeschaut. Da tauchen Namen wie „Unheilig“ und „Rosenstolz“ auf. Alternativ? Independent? Man möge mir verzeihen, aber ich finde dies doch reichlich seltsam – um nicht zu sagen: lächerlich. So verzichte ich gerne auf ein Format, welches Videoclips aus dem Mainstream-Bereich unter dem Etikett „Alternativ“ präsentiert.

Death Disco
Death Disco (@guest_18136)
Vor 10 Jahre

Vor fünf oder sechs Jahren wurde das, was Katrin in ihrem Beitrag beschreibt, bereits im „Black“-Musikmagazin erläutert, wenn ich mich recht entsinne. Letzlich wird obige Sendung nichts weiter sein als eine Fortführung von Schattenreich.TV. Viel Schund unter Decknamen wie Gothic und Dark Wave. Mit großen, altgedienten Kapellchen wie Depeche Mode werden erst einmal kräftig Zuschauer eingefangen. Den Rest kann man sich jetzt schon denken. Future Pop, ein wenig Pop-Metal à la Nightwish… Mittelalter-Rock haben sie ja schon selbst angesprochen. Combichrist-Gedönse darf mal wieder der Inbegriff von Electro sein. Und Blutengel? Auf die freut man sich natürlich ganz besonders. *gähn*

Das Zielpublikum steht schon längst fest. Ich würde diesen Käse eher boykottieren, als auch nur einen müden Euro zu spenden.

Katrin
Katrin (@guest_18137)
Vor 10 Jahre

Ich hab mal nochmal geschaut, wie dieses Charts entstehen und die entsprechende Seite gefunden. Die DAC sind reine Trendcharts, wen´s interessiert, der kann sich hier mal durchklicken: DAC</

NorthernNephilim
NorthernNephilim (@guest_18145)
Vor 10 Jahre

Um zur Schlüsselfrage zu kommen:

Nein wir brauchen keine weitere Musiksendung. Vorallem wenn diese sich nur um die üblichen Verdächtigen handelt – Scheinheilig, Rosenschnulz, Kombi kreist, Abnormal Voice und so weiter.

Aber eiglt müsste Leute wie Death Disco oder ich da mal aufkreuzen und mal ordentlichen Wave / Gothrock auflegen bis das das Radio auseinanderfällt. Wie es zum Beispiel auf Necromanteion bei Cathedral13 der Fall ist :)

Wobei ich mir Camouflage mit Kombikreischt und InEx zeitgleich auf der Bühne durchaus lustig vorstellen könnte …

Selbst aufm WGT spiel ich ab und zu „Goth in Gefahr“ um zu überzeugen ob die Acts wirklich so schlecht sind wie ihr Ruf :)

Katrin
Katrin (@guest_18147)
Vor 10 Jahre

Vor fünf oder sechs Jah­ren wurde das, was Kat­rin in ihrem Bei­trag beschreibt, bereits im »Black«-Musikmagazin erläu­tert, wenn ich mich recht ent­sinne.

Auch dafür ein „Danke!“, ich lese gerne, dass meine Gedanken schonmal gedacht worden sind. Das verleiht meinen Verschwörungstheorien mehr Hand und Fuss und mir damit ein Stück weit mehr Gewissheit.

Und zu NorthernNephilim: Ich denke, der Nuns-Sumpf ist wahrlich kein schlechter. Aber eben doch ein Sumpf… Ich bin seit Minute Eins dabei und habe das Gefühl, es wird sich totlaufen. Zuviel Personenkult für meinen Geschmack mittlerweile.

NorthernNephilim
NorthernNephilim (@guest_18151)
Vor 10 Jahre

Habe ich oben im Text Merciful Nuns erwähnt?

Ansonsten mahc mal nen Test und frag mal bei DAc ob die mal was von Anna Calvi spielen können, oder Diamanda Galas.

Antwort wird irgendwo zwischen häääääääää und „ham wa nich“ liegen

Katrin
Katrin (@guest_18152)
Vor 10 Jahre

Habe ich oben im Text Mer­ci­ful Nuns erwähnt?

Hast Du nicht. Es erwähnt sich quasi von selbst.

Wer sind die denn, diese DAC ? ;-) Im Übrigen halte ich Diamanda Galas für gnadenlos überbewertet. Nur weil man ne dreckige Stimme hat, ist diese nicht zwangsläufig beseelt, wenn man jammert… Das können andere um Längen glaubwürdiger. Kennst Du Dead Souls Rising zum Beispiel ? :-) Dead Souls Rising

Death Disco
Death Disco (@guest_18175)
Vor 10 Jahre

Musiksendungen, wie obige, benötigen Videoclips. Keine noch bestehende Goth- oder Wave-Band aus dem Untergrund kann sich die Kosten für eine Videoproduktion leisten. Das können eben nur „Blutstengel & The Gang“ aus den drei oder vier Hochglanzprintmedien. Folglich werden diese Musiksendungen immer weitab von der eigentlichen Szenemusik agieren und auf den Massengeschmack zugeschnitten sein.

Irmin
Irmin (@guest_18180)
Vor 10 Jahre

Um mal direkt auf Roberts Kommentar und seine Frage am Ende einzugehen: Die Grundlage der Sendung fließt ja auch ein ins Konzept, also sind beide zum Teil falsch – aber ich würde auch nicht sagen, dass es keine weitere Musiksendung braucht.

Ich denke, es gibt hier drei Punkte, die man betrachten sollte: Die Grundlage für DAC TV, den möglichen „Etikettenschwindel“, der damit einher geht sowie die Frage, ob es eine Musiksendung überhaupt braucht und wenn ja, wie sie aussehen sollte.

Dass die DAC eine solch „solide“ Datengrundlage haben, wusste ich nicht, macht sie aber auch nicht gerade besser. Es ist offenbar letztendlich ein PR-Werkzeug, also von dieser Warte her schon mal die völlig falsche Grundlage für eine Musiksendung. Das Ganze könnte man dann auch „Dauerwerbesendung“ nennen. Das brauche ich aber für eine Musiksendung nicht.

Das Thema „Etikettenschwindel“ ist ja eines, das sich immer mal wieder in verschiedenen Musikgenres breit macht. Man möchte eben gerne seinen Mainstream-Kram oder seine genrefremde Musik einem (noch) breiteren Publikum schmackhaft machen. Die Frage, die ich mir stelle, ist, ob sich die meisten Kommentatoren daran stoßen, dass die genannten Künstler mehr oder weniger unter „Gothic“ einsortiert werden (an Unheilig würde ich mich sehr stoßen), obwohl sie da überhaupt nicht hingehören, oder eher daran, dass das die selben alten Gesichter sind, die jetzt noch eine Plattform mehr haben, sich zu vermarkten.

Auf der anderen Seite ist die Frage aber dann, was eine Musiksendung, so ihre bloße Existenz denn gewollt ist, anders machen sollte – mal davon abgesehen, auf PR als Grundlage zu verzichten. Ja, in den Verlautbarungen seitens des Projekts nur schwarzen Mainstream zu erwähnen, klingt für viele (für mich auch) erst mal eher abschreckend. Wie Robert allerdings ja schon sagte, muss sich das Projekt letztendlich eben auch finanzieren, das heißt, man darf ruhig zunächst einmal mit klingenden Namen werben. Außerdem wäre schwarzer Mainstream ja nicht schwarzer Mainstream, wenn die Musik alle Leute blöd finden würden. Irgendwer muss das ja hören, sonst wäre es nicht Mainstream. ;-)

Es kann aber nicht das Ziel einer Musiksendung sein, die sowieso schon überall bekannten Bands noch einmal durchzukauen. Vielmehr muss sie den Zuschauern oder -hörern neue und/oder unbekannte Künstler näher bringen, die es verdienen, bekannter zu sein. Natürlich muss nicht jede dieser Sendungen vollständig aus Neuentdeckungen bestehen, das geht ja vermutlich auch kaum. „Klassiker“ (im Sinne von Bands als auch von einzelnen Liedern) können ja immer noch laufen. Wenn ich aber in einer Musiksendung immer nur Bands „begegne“, die ich sowieso schon kenne und in meiner Musiksammlung habe, brauche ich die Musiksendung nicht, Punkt. Da stelle ich mir lieber eine eigene Playliste zusammen, da bin ich nämlich auch vor bösen Überraschungen gefeit ;-) Ich suche aktuell hauptsächlich selbst nach neuer Musik, weil ich nun mal meinen Musikgeschmack immer noch am besten kenne, aber Empfehlungen von anderen haben auch ihre Vorteile, insbesondere dann, wenn ich meinen Musikgeschmack eben nicht so gut kenne ;-) Velvet Condom beispielsweise hätte ich ohne den Tipp in diesem Blog vermutlich nie angefasst, weil ich dachte, dass das nicht mein Genre ist. Umso schöner, dass es mir gefällt und ich so was unerwartet Neues entdeckt habe. Mehr solcher Empfehlungen, auch in Form von Musiksendungen, können da nie schaden. Genau hier ist der Punkt, an dem für mich DAC TV durch die Grundlage auch am Konzept danebengreift: Dadurch, dass man Charts als Grundlage nimmt (die in diesem Fall nicht mal Verkaufszahlen sind, aber selbst und gerade dann gilt das Argument), kann natürlich nur Zeug gespielt werden, das eh jeder kennt.

Dem Kommentar von Death Disco über mir kann ich nur teilweise zustimmen. Ja, das Format einer Fernsehsendung hat eine gewisse Hürde, nämlich, dass Musikvideos zu Liedern schon ziemlich vorteilhaft wären. Das heißt, dass die Künstler dafür nicht nur Geld brauchen, sondern auch die Liedauswahl drastisch eingeschränkt wird, weil man ja nicht zu jedem Stück ein Video dreht – das ist das eigentlich größere Problem bei diesem Format. Dass das aber nur Blutengel & Co. können, sehe ich nicht so. Vor allem die absolute Aussage, dass das „Keine“ andere Band kann, bezweifle ich. Ja, es sind vermutlich nicht so viele, aber eine Auswahl wäre schon da.

Es kommt natürlich darauf an, wie eng man das eingrenzen möchte, was in so einer Sendung gespielt würde. Ich persönlich fände es besser, genremäßig breiter aufgestellt zu sein, dafür aber eben weniger Bekanntes zu spielen und mehr „verborgene“ Künstler hervorzuheben. Vermutlich sieht das nicht jeder so, aber ich hätte in so einer Sendung lieber das „Rundumsorglospaket“, bei der ich viel neue Musik entdecken kann, die mir gefällt, anstatt darauf zu achten, dass ich bloß nichts außerhalb eines festgelegten Kanons spiele – der dann auch noch festzulegen wäre. Spielt man Neofolk oder nicht? EBM und Industrial? Und so weiter…

Letztendlich wäre wohl eine Radiosendung praktikabler. Und wenn man einen guten Namen samt angelehntem Wortspiel sucht, nennt man sie „The Dark Wave“. Wobei sich dann vermutlich Leute beschweren würden, wenn man auch was anderes als Darkwave spielen würde… ;-)

Schatten
Schatten (@guest_18181)
Vor 10 Jahre

@NorthernNephilim
Vielen Dank für die Erwähnung von Cathedral13, hab heute früh aus Neugier mal geschaut ob unser Internetfähiger Radio das reinkriegt und mal ein bisschen zugehört und finds klasse :D

Marcus
Marcus (@guest_18183)
Vor 10 Jahre

Bei Musiksendungen hat mich seit jeher die fehlende Möglichkeit, einen ungeliebten Titel zu überspringen, gestört. Und bei visuellen Sendungen kommt noch der Nachteil der bewegten Bilder hinzu. Bisher habe ich es nur sehr selten erlebt, dass ein Song durch die Bilder zusätzlich an Qualität, sprich Atmosphäre gewann. Leider finde ich die gezeigten Aufnahmen zu oft als störend. Entweder langweilige Bandperformances oder Schnitte im Sekundentakt, so dass man sich auf die Bilder gar nicht richtig einlassen kann. Das Internet bietet hier natürlich neue Möglichkeiten. Diese sollten dann aber auch angeboten werden.

Eine Grundvoraussetzung wäre allerdings auch die Unabhängigkeit einer Sendung. Wer sich Alternativ, Independent oder Underground auf die Fahnen schreibt, sollte nicht von Einschaltquoten abhängig sein und sein Programm nicht nach Verkaufszahlen oder dem Massengeschmack ausrichten. Sollte dies finanziell nicht machbar sein – dann ist es eben so. Viele interessante Projekte scheitern an dieser Hürde. Leider. Ich denke aber, dass so eine Sendung durchaus verwirklicht werden könnte. Allerdings ohne Gewinnausrichtung. Ob es an Videos mangelt, vermag ich jedoch nicht zu sagen. Dies kann ich mir aber in der heutigen Zeit nicht so recht vorstellen. Atmosphärische Bilder lassen sich schließlich auch ohne teuerste Kamera- und Lichttechnik und ohne Special Effects verwirklichen.

Guldhan
Guldhan(@guldhan)
Vor 10 Jahre

Musiksendungen, wie obige, benötigen Videoclips. Keine noch bestehende Goth– oder Wave-Band aus dem Untergrund kann sich die Kosten für eine Videoproduktion leisten.

Zumindest wenn auch die Videoproduktion als High-Tech-Format erstrahlen soll. Doch ist das notwendig? Es existieren (bzw. existierten) einige Beispiele, bei denen das Musikvideo in günstiger Selbstproduktion mit der Heimkamera entstanden war. Zwar haben solche Werke zumeist eine recht schrullige Anmutung, aber dennoch ihren ganz eigenen Charme.
Und von -beispielsweise- einer langen Namensliste des Produktionsteams am Ende des Blutengel-Clips klingt dessen Musik auch nicht besser.

Eine Alternative wären dahingehende Live-Mitschnitte, da wohl auch Untergrundbands gelegentlich auf Bühnen stehen werden. Dieses könnte den Mangel an Videos beheben und auch unbekannten finanzärmeren Künstlern eine solide Plattform bieten. Allerdings wäre dann der finanzielle Aufwand für den Sender ungünstig hoch. Da dieser mit quäkender Handy-Qualität erst gar nicht aufzuwarten bräuchte. Oder man sichtet eingesendete Mitschnitte von Fans und lässt diese dann laufen. Wobei da möglicher Weise des Urheberrecht im Wege wäre…

Eine andere Alternative wäre das Aufsuche oder Einladen der Interpreten. Quasi zum musikalischen »Vorturnen«. Welcher Künstler würde solch´ eine Werbemöglichkeit ausschlagen. Der Möglichkeit gäbe es sicherlich noch einige mehr. Alles nur eine Frage des Geldes, der Leidenschaft und des Ideenreichtums.

Ich jedenfalls fand die Interpreten, die im Beitrag aufgelistet wurden, auch recht befremdlich. Natürlich bringen bekannte Namen die Quote in Wallung, doch prahlen braucht man damit sicherlich nicht. Zumindest heutzutage. Und nur diese in die Videoauswahl zu zerren, gibt dem Projekt einen 0-8-15-Beigeschmack und das braucht man sicherlich nicht mehr. Nicht zu Zeiten von youtube, Internetradio, filesharing und was nicht alles.

NorthernNephilim
NorthernNephilim (@guest_18202)
Vor 10 Jahre

Robert
„Das sehe ich anders. Wir brau­chen mei­ner Ansicht nach noch viel mehr gute Musik­sen­dun­gen “

Da ist eben der Knackpunkt, genauso wie in Irmins Beitrag, warum müssen die nun auch noch nochmals immer die gleichen Sachen immer wieder durchkauen… Klar hinter dieser Sendung steckt der ganze Rattenschwanz an Promotern das letztendlich nichts anderes rauskommen darf.

Als gute Musiksendungen daran kann ich mich noch Schemenhaft erinnern war Elf99, oder auch das originale Viva2 den man durchaus den ganzen Tag Flimmern lassen konnte ohne das sich was wiederholt.

Und heutzutatge kann man auch mit Lowbudget gute Videoclips machen, ne Digitalkamera mit anständigen Videomodus hat so gut wie jeder, bestimmt also auch im Umkreis der Band, sowie mindestens einen der das kreativ in Videoschnitt umsetzen kann, gute Programme für den Bedarf kosten nicht die Welt.

Und ein Großteil der kleineren Acts erlaubt sogar das Filmen oder Audiomittschneiden, um so wie damals durch Kasettentauschen bekannt zu werden.

Death Disco
Death Disco (@guest_18206)
Vor 10 Jahre

Low-Budget-Amateur-Musikvideos gehen irgendwie gar nicht. Davon gibt es auf YouTube genug. Derartige Clips können das Interesse an der Musik/Band schnell verderben. Die wenigsten besitzen das Talent, mit wenig Aufwand Großes zu erschaffen. Da bevorzuge ich dann doch lieber Radio-Sendungen.

NorthernNephilim
NorthernNephilim (@guest_18257)
Vor 10 Jahre

Naja geht auch anders:

den Clip den ich über den 3 Tages Event der Nephilim auf den Christmas balls gemacht habe.
gemacht mit dem Movie Maker (!!!) bevor ich auf Sony Vegas umgestiegen bin.

Man muss kein AVidstudio im Wert von nem VW Golf haben, vorallem wenn man als Bediener nichts taugt …

Die Tonspur hatte ich extern mit Cubase (freie Version die beim Recorder inclu war) gemacht

Death Disco
Death Disco (@guest_18265)
Vor 10 Jahre

Du willst wohl, dass sich der Zuschauer bei dem hektischen Kamerabild übergibt. ;) Das ist ja alles ganz nett und für Privatzwecke auch angemessen. Soll heißen: das mag für unsere Belange ausreichen, da wir die Musik eh kennen und uns nicht an Homemade-Videos stören, aber von einer Musiksendung, die auch über’s Fernsehen ausgestrahlt werden und ein größeres Publikum erreichen will, erwartet man einfach mehr Professionalität. Ansonsten geht das schnell nach hinten los.

Gothic und Co. verbindet eben niemand mit dem Dilettantismus von Wah² und Schneider™. ;)

Marcus
Marcus (@guest_18364)
Vor 10 Jahre

Ob es an Videos mangelt, vermag ich jedoch nicht zu sagen. Dies kann ich mir aber in der heutigen Zeit nicht so recht vorstellen.

Meine Aussage muss ich ein Stück weit revidieren. Ich war neugierig, was an bewegten Bildern zu den letzten Veröffentlichungen, die mich positiv überrascht und begeistert haben, vorhanden ist. Ergebnis: Videos sind hier die absolute Ausnahme. Und diese Ausnahmen konnten mich nicht wirklich überzeugen, haben sie doch kaum die Atmosphäre der musikalischen Darbietung unterstützt. So gesehen dürfte eine (wirklich) alternative Fernsehsendung, die Clips als Grundlage hat, zum Scheitern verurteilt sein.

Was ich mich am Rande frage: Welche Lösung haben die Macher des DAC TV für den Fall, dass für einen Titel der Top 20 kein Video vorhanden ist?

Irmin
Irmin (@guest_18365)
Vor 10 Jahre

Was ich mich am Rande frage: Welche Lösung haben die Macher des DAC TV für den Fall, dass für einen Titel der Top 20 kein Video vorhanden ist?

Na, das Problem ist doch leicht zu lösen, wenn die DAC nur durch Abstimmung zustande kommen – der Fall tritt dann einfach nie ein ;)

Death Disco
Death Disco (@guest_18387)
Vor 10 Jahre

Zur Not tun es sicher auch Fan-Edits unter Zuhilfenahme von Filmsequenzen.

Was nicht passt, wird passend gemacht. ;)

Ian Luther
Ian Luther (@guest_23278)
Vor 10 Jahre

DAC sind auch nur irgendwelche Charts. Und schon bei der eigenen Lastfm-Seite erkennt man ganz deutlich, dass diese nicht repräsentativ für den persönlichen Musikgeschmack ist. Wieso dann also eine eigene DAC-Musiksendung, wenn schon Printprodukte wie Lokus und Sonnen Duscher und wie sie nicht alle heißen, ganz offensichtlich nichts mit den „Alternativen“ zu tun haben.

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