27 September

„Wer in einer Demokratie schläft, erwacht in einer Diktatur“

Verfasst von Diskussion: 16 Kommentare

Ich habe einen Wunsch. Den Wunsch, unsere Demokratie hält den Rechtsruck in der Regierung aus. Ich habe sogar die Hoffnung, sie wird durch diese Prüfung stärker und gelebter. Doch ich bin niedergeschlagen. Fast ein bisschen Hoffnungslos. Wie konnte man einen Herrn Gauland, Spitzenkandidat der AfD, der erst Aydan Özoğuz, Integrationsbeauftragte des Bundes und SPD-Politikerin, „in Anatolien entsorgen“ wollte und nun offen ankündigt: „Wir werden Frau Merkel jagen“ mit seinem Kreuz auf dem Wahlzettel nur wählen? Die Szene, so ist oftmals zu lesen, sei unpolitisch und beugt sich keiner Vereinnahmung durch eines der Lager. Das ist auch gut so, schützt aber nicht davor, sich individuell zu positionieren. Nie war es so wichtig wie am vergangenen Sonntag, zur Wahl zu gehen und seinem Standpunkt in Form eines Kreuzes Ausdruck zu verleihen.

Ihr hattet keinen Standpunkt? Ihr wolltet keinen haben? Es erschien Euch zu schwierig? Vielleicht wäre dann eine andere Regierungsform für Euch interessant, im Ausland gibt es zahlreiche Länder, die keinen Standpunkt erfordern. In einer Demokratie geht das nicht. Stellt Euch vor, die tausende AfD-Wähler nehmen ihre Spitzenkandidaten wörtlich und unliebsame Kritiker werden „entsorgt“ oder Frau Merkel wird „gejagt“. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch an Rostock-Lichtenhagen

Dies ist ein persönlicher Artikel. Er hat nichts mit der schwarzen Szene oder einer sonstigen Subkultur zu tun und spiegelt lediglich meine persönliche Meinung. Es soll sich nicht wiederholen, denn Spontis möchte keine politische Plattform sein oder der AfD weitere kostenlose Popularität spendieren. Totschweigen geht aber leider nicht. Es war mir ein Bedürfnis.

16 Kommentare

  1. Als großer Fan der Spontis- Seite finde ich es echt traurig, daß einen der ganze politische Mist nun auch schon hierher verfolgt! Ja, ich habe eine politische Meinung und ja, ich gehe wählen, aber, wie Du selbst schreibst, hat das Ganze nichts mit der schwarzen Szene zu tun und es gibt weiß Gott genug andere Plattformen dafür! Das Gruftitum ist der Rückzugsort an dem meine Seele Frieden finden kann und da haben für mich Lügen, Macht- u. Geldgeilheit der Politik nichts verloren! Damit muß man sich eh im Alltag genügend auseinandersetzen, lg, BlueLotus

  2. Ich sehe das anders, BlueLotus. Wenn sich die Gesellschaft wieder massiv in Richtung Intoleranz gegenüber Randfiguren der Gesellschaft verschiebt, sind wir vielleicht irgendwann auch (wieder von Hetzjagden auf Gruftis) betroffen. Allgemein kann einem manch politische Entwicklung in der Welt wirklich ziemlich Angst machen :-( Man sollte meinen, dass die Menschheit mit den gemachten Erfahrungen klüger wird. Aber anscheinend entwickelt sie sich immer mehr in Richtung primitiv denkend zurück. Hochzeiten für Polemiker…
    Das hier ist Roberts Blog, und wenn er seine Ansicht bewusst mit dem Hinweis, keine endlosen Diskussionen zu diesem Thema lostreten zu wollen, postet, ist das kein zeichen dafür, dass ab jetzt die Politik hier einziehen wird. Aber man kann solche Themen auch nicht immer völlig ausblenden…

  3. @Tanzfledermaus: Ich sehe die Sache an sich gleich wie Du, die Frage ist, muß man das Ganze jetzt immer und überall und ununterbrochen zum Thema machen oder darf man sich auch noch ein paar politikfreie Zonen erhalten? Ich diskutiere des öfteren über Politik, aber z.B. sicher nicht, wenn ich auf einem tollen Gothic-Konzert bin.
    Im Übrigen glaube ich, daß die meisten ihren politischen Einfluß auf andere schwer überschätzen: Wer nicht Roberts Meinung ist, wird aufgrund dieser paar Zeilen in Zukunft sicher auch nicht anders wählen…

  4. @BlueLotus: Ja, ganz Unrecht hast du nicht. Ich auch hin- und her überlegt, ob das hierher passt, doch letztendlich war es mir irgendwie ein Bedürfnis, mich dazu zu äußern. Es geht mir auch nicht um Einfluss, sondern eben tatsächlich um meine Gedanken und meine Emotionen.

    Politik interesssiert mich nicht sonderlich, doch die augenblickliche Situation macht mir Angst und sorgt für ein beklemmendes Gefühl. Um das zu verarbeiten, poste ich meine Ansicht über das Thema nach außen. Ich gebe mich keiner Illusion hin, dass ich eine Meinung damit ändere – das will ich auch gar nicht. Ich will damit zum Ausdruck bringen, warum die schwarze Kleidung, die ich trage, auch 2017 immer noch eine Bedeutung hat.

    Im Grunde genommen beschäftigt sich Spontis seit 2008 immer wieder mal mit Politik, nicht nur, wenn sie von außen an uns herangetragen wird (wie zum Beispiel bei den ewigen Rechts-Diskussionen anlässlich von WGTs oder speziellen Bands). Ich verteidige das „Unpolitische“ der Szene mit jeder Silbe, doch das schützt meiner Meinung nach nicht davor, Stellung zu beziehen, wenn Dinge geschehen, die einem Angst machen sollten. Zu vielen Anlässen positioniert sich Spontis gegen Rechts, Nazis und braune Konsorten und zwar immer dann, wenn es mir notwendig erscheint.

    Ich möchte auch gar nicht über Politik diskutieren, sondern eher über die möglichen Einflüsse auf die Szene. Und ja, ich möchte auch die Frage stellen, ob uns solche Dinge nicht interessieren sollten. Vielleicht irre ich mich sogar und die Szene sollte gar nicht unpolitisch sein und sich klar Links orientieren, so wie ihre Punk-Wurzeln das vorleben.

  5. Mag sein, dass das der eine oder andere Szeneanhänger nicht mitbekommt, dessen Leben sich nur zwischen Berufsverkehr in der Mittelschichtsschaukel, dem rentengesicherten Erwerb und dem schwarz-gepinselten Elfenbeinturm abspielt… aber dieses politische Spektakel erlaubt immer weniger Ignoranz. Besonders in diversen Gesellschaftsschichten und Gassen.

    Zumal…
    Sowie ich mich für Konzerte durch einen Mob kämpfen muss, der meint, jene dargeboten Musik sei rechts, ist das Politik.
    Sowie ich mich auf dem Weg zum Club, in der Tram, gegen die Androhung von Schlägereien zur Wehr setzen muss, ist das Politik.
    Sowie Clubs geschlossen werden, weil der Unterhalt zu hoch und zu viele Stammgäste in den Niedriglohn rutschen, ist das Politik.

    Und sowie die ersten drei Parteien an der Spitze das soziale Gleichgewicht weiterhin ins kippen bringen oder ihr Volk im politischen Vakuum ersticken lassen, wird auch im Szenerefugium irgendwann die Luft knapp. Da in solch einer politischen Landschaft das Gift für Kunst, Kultur und respektvollem Miteinander herangekarrt und der Dünger für stumpfe Parole und Aggression ausgefahren wird.
    Bin mal gespannt, wann das Land wieder in Gaue unterteilt wird. Und dann kann man schauen, wie lange eine Szene überlebt. Denn diese braucht für ihre Existenz entweder den politischen Frieden im Land oder den Kampf im Untergrund. Ersteres scheint allmählich zu bröckeln und Zweiteres… sorry, aber wenn ich mir eines nicht vorstellen kann, dann Goth als Untergrundrebellion. Dafür wurde die Szene im Zuge jahrzehntelanger Gesellschaftstauglichkeit zu handzahm gestreichelt und im Alter zu zahnlos.

  6. Unpolitisch gibt es nicht… Gerade in unserer Szene, deren Wurzeln in die Punk Szene der ausgehenden 70er Jahre zurückreichen. Hass, Intoleranz, Rassismus, Abwertung von Schwächeren etc. haben bei uns keinen Platz. Oder haben die meisten vergessen wie wir z. B.. in den 90ern von Nazis/ „Besorgten“ noch geklatscht wurden… Daher Arsch hoch aus seiner Komfortzone, aufstehen gegen den rechtsauthoritärem Mainstream👍

  7. Ich persönlich finde es schade, das nicht wenige etwas besser oder zumindest anders wissen, wollen, Ideen haben… und viele auch Meinungen zu Parteien, Inhalten, und prominenteren…oder unprominenten… Menschen mit einem Parteibuch XYZ, haben….wirklich schade, denn: Nur wenige dieser Menschen haben „ergänzend dazu“ ein Parteibuch, sind dazu noch !aktives! Mitglied, und versuchen so selber mehr zu tun. Es kostet etwas Mut, Kraft, Zeit, Geld (Beitrag) und Geduld, eigene Positionen in der Gruppe auch aktiv zu beziehen, andere Positionen zu unterstützen, öffentlich in Erscheinung zu treten, sich mit Gleichgesinnten und Gegnern auszutauschen, Kompromissfähigkeit und Gruppenfähigkeit (aus)zu üben, und auch mal „Fleißarbeit“ zu machen. Und da scheiterts dann schon bei vielen. Der Bürger bekommt nur das was er wählt, und diejenigen die sich zur Wahl und anschließenden politischen Arbeit zu Verfügung stellen. Vom kleinsten Kommunalrat, über Kreis, Land, bis zum Bundestag. Und wenn nur wenige bis keine Gruftis mitmachen, dann ist es kein Wunder, wenn sie „unterrepräsentiert sind oder sich so fühlen. Irgendwann war es bei mir, etwas später bei meiner Frau, soweit das wir uns ein Parteibuch geholt haben…. ich habe vorher Programmbuch gelesen…wer liest denn schon wirklich Programme…., meine Frau hatte durch Vorgeschichte schon eine klare Meinung. Und da aktiver Nachwuchs fast überall in unserer Gesellschaft fehlt, bin ich zufrieden mit meinem, und unserem, Werdegang in dieser „kurzen Zeit“. Ja, private Meinung, unpolitische Homepage hier, bla, es sind grüne Parteibücher, und fertig. So konnte ich mir…wir uns… aus „schwarz“-grüner Perspektive den Aufstieg der „neuen Rechten“…nein, die ersten „seltsamen“ Aufkleber bevor sie größer in den Medien erschienen, da kannte die kaum einer…, ihre ersten Erfolge von der Kommune, über die Länder bis jetzt im Bund, anschauen. Aber auch die Entwicklung der eigenen, „gegnerisch positionierten“ Gruppe, langsam wenig wachsende Mitgliederzahlen, und oft erleichternde Wahlergebnisse…. blablabla. Auf jeden Fall sehe ich keinen Grund aufzuhören, eher eine Herausforderung weiterzumachen, und keine Gründe groß Eigenkritik zu üben man hätte keinen Standpunkt, nichts getan, bla. Und es tut gut am Wahlabend in einer Gruppe zu hören das man sich gegen die AfD stellt, während man Ergebnisse von bis zu 30 Prozent AfD in manchen Ortschaften live reinbekommt. Das gibt Mut trotz des Entsetzens. Außerdem wartet man jetzt auf die Koalitionsverhandlungen und wies weiter geht. Denn es geht immer weiter Stück für Stück, und es führt kein Weg zurück… Nein, das ist keine Wahl/Partei“schrift“, oder Werbung. Und jetzt weiter mit Musik. ;-)

  8. Das ist das vielleicht einzig positive, dass die AfD geschafft hat: Ihr Einzug in den Bundestag sorgt für so viel Entsetzen, dass man gar nicht umhin kann, dies unkommentiert zu lassen. Die Menschen wird vielleicht wieder bewusst, dass sie sehr wohl das politische Geschehen beeinflussen können.

    Ich beispielsweise habe meine Lehren daraus gezogen und erkannt, dass es nicht damit getan ist, einfach nur zwei Kreuzchen alle vier Jahre zu machen, sondern auch aktiver das politische Leben zu gestalten. Meine Überlegungen gehen daher ernsthaft in Richtung Eintritt in eine Partei, um inhumane und machtbesessene Menschen in die Schranken zu weisen.

    Im Idealfall bekommen wir wieder eine neue, konstruktive Streitkultur, wie sie vielleicht in den 70ern in Deutschland präsent war, wo man auch nicht umhin kam, sich politisch zu platzieren.

    Schlimmstenfalls kann es zur Stärkung der rechten und linken Ränder kommen, sodass wir eine Extremisierung von politischen Ansichten erleben, aber das bezweifle ich momentan noch.

    Auch ich werde mich auf meiner Online-Seite noch zum erschreckend guten Abschneiden der AfD äußern. Auch wenn sie sich gerade wieder selbst zerfleischt.

  9. @Punkriot hat recht: das Wort „unpolitisch“ war schon immer falsch, denn es impliziert, dass die Szene, bzw ihre Mitglieder, politisch uninteressiert sind. Ich habe jedoch noch nie jemanden in der Szene getroffen, der keine klare politische Meinung hatte, egal in welche Richtung diese zielte. Es gab und gibt ganze politische Gruppierungen innerhalb der Szene mit eigener Position und Symbolik (erinnert sich jemand an die „Grufties gegen Rechts“?). Die Szene ist in ihrer Gesamtheit „politisch heterogen“ oder „politisch nicht eindeutig positioniert“, aber mit Sicherheit nicht „unpolitisch“!
    So zu tun, als wäre letzten Sonntag nichts passiert, ist auch keine Lösung. Wer glaubt, dass Politik keinen Einfluß auf die Szene hat oder dass die Szene Politik ignorieren kann, liegt falsch. Intoleranz in der Gesellschaft, die durch Parteien des konservativen und rechten Flügels gefördert wird, wirkt sich auch darauf aus, wie sich die Individuen, aus denen die Szene besteht, verhalten, wie offen sie ihre Zugehörigkeit demonstrieren und welche Szenemerkmale weiter bestehen oder verschwinden.
    Ich kann den Wunsch verstehen, politische Diskussionen im Blog zu vermeiden, aber grundsätzlich zu erwarten, dass die Szene politische Vorgänge ignoriert, ist blauäugig.

    @Wiener Blut: man kann durchaus auch ohne Parteibuch politisch aktiv sein. Im einfachsten Fall geht man wählen, darüber hinaus kann man sich an Petitionen, Demonstrationen und sonstigen politischen Aktionen beteiligen. Zudem sind Parteien keine Grundbedingung für eine Demokratie. Wenn man das politische System hierzulande genau betrachtet, haben wir keine echte Demokratie, unter Anderem auch wegen der Art und Weise wie Parteien in diesem System funktionieren: es können in den politischen Gremien kaum unabhängige individuelle Entscheidungen getroffen werden (Partei-/Fraktionsdisziplin, oft nur Karrierepolitiker statt direkt gewählter Kandidaten mit Erfahrungen aus der „echten“ Welt, keine unabhängigen Kandidaten, da Parteien vom System bevorzugt und gefördert werden, 5%-Hürde, Parteienfinanzierung etc.), Parteien repräsentieren politisch nicht einmal die Gesamtheit der Positionen ihrer Mitglieder (darum sind Flügelkämpfe in Parteien an der Tagesordnung), ganz abgesehen von den Positionen derer, die sie eigentlich vertreten sollen, und Parteien fördern das Karierrepolitikertum und Opportunismus. Kurz gesagt: Parteien sind für die politische Positionierung und Meinungsäußerung, und damit für den politischen Prozess, eher hinderlich als föderlich. Mal ganz abgesehen davon, dass die Ignoranz der anderen Parteien den Aufstieg der AfD überhaupt erst möglich gemacht hat. Ein Ansatz für eine echte Demokratie wäre es, die Mitglieder aller politischen Gremien aus der Gesamtbevölkerung auszulosen, denn nur dann bekommt man annähernd das, was man als den Willen der Gesamtheit der Bevölkerung betrachten kann. Und andere Länder (Irland, Island, Kanada) haben gezeigt, dass mit Bürgergremien durchaus gute politische Lösungen gefunden werden. Die wichtigsten politischen Umwälzungen sind oft nicht von den Parteien ausgegangen (z.B. APO in Deutschland 1968).

    Man kann niemanden zwingen, politisch aktiv zu sein, aber man kann auch nicht erwarten, dass alle anderen die Politik ignorieren. Deshalb finde ich es richtig, dass Robert seine Meinung im Blog äußert, auch wenn das aus seiner Sicht oder der Sicht einiger Leser nichts mit der Szene zu tun hat. Aus meiner Sicht, sollte die Szene Politik zumindest nicht ignorieren und eine Diskussion fördern, auch wenn es keine gemeinsame Position gibt, denn nur so kann überhaupt sichergestellt werden, dass sich die Szene bewußt ist, wie sich gesellschaftliche und politische Entwicklungen auswirken, und im Extremfall gegenwirken…

  10. Göleins, ihr lieben!

    Lebt ihr noch ? Oder probt ihr schon für die letzte horizontale Pose ? Ich finde die Kommentare ziemlich interessant. Bisher hab ich mich noch nie hier zu Wort gemeldet. Daher möchte ich mich kurz vorstellen ich bin Lox und stamme aus Celle. Göleins, noch mal und *knicks mach*

    Auch ich habe die Erschütterung wahrgenommen, allerdings war es absehbar, dass die AfD in den Bundestag einzieht. Ich kann gut verstehen das einige sich nun fragen was man machen kann um negative Entwicklungen für die Gesellschaft zu mindern oder sich nun Gedanken machen über ihre Umwelt.

    Die meisten schwarzen sind heute unpolitisch, das bin ich auch. Doch bin ich nicht mehr sechzehn und wir haben nicht mehr Mitte/Ende der 90`s . Allerdings bin ich gereift in den letzten zwanzig Jahren. Ich habe mir so weit wie es möglich ist die unpolitische Haltung bewahrt. Vielleicht möchte ihr wissen was das heißt, werben für Parteien tue ich nicht, ich stelle mich auch nicht hin und sage allen was ich gewählt habe.

    Unpolitisch zu sein heißt für mich auch das ich Niemand wegen seinen Poltischen Ansichten benachteilige oder bevorteile oder anderen Meine eigene Ansicht aufzwinge. Was für mich steht der Mensch im Zentrum, nicht seine politischen Ansichten,Sexualität,Geschlecht,Rasse,Hautfarbe oder wegen was einige auch immer meinen Menschen, im Vorurteil in Schubladen stecken zu wollen. Oder zu diskriminieren. Besser oder schlechter zu behandeln.

    Es wer jedoch ein fataler Fehler, Hetzern den Platz zu überlassen. Denn es gibt auch junge Menschen, die leicht beeinflussbar sind. So wird es nötig etwas Politik zu betreiben um später wieder eine weitestgehend unpolitische Haltung zu ermöglichen.

    Denn Politik ist heute eine Dauereinrichtung geworden. Jedoch vor vielen vielen tausenden von Jahren war sie das nicht. Da Lebten die Menschen in Gruppen und nicht so eng zusammen wie wir heute. Doch leider ist die Szene keine Insel im nirgendwo. Wir leben in einer Gemeinschaft sogar mit Menschen die nicht zu uns schwarzen gehören. *überrascht ? schmunzel*

    Daher ist eine unpolitische Haltung vielleicht ein Rückschritt, diesen, mache ich jedoch gern, weil ich mich eher in den Dienst der Gemeinschaft stelle. Ich möchte einen Rücksichtsvollen und Respektvollen Umgang miteinander ermöglichen. Darüber hinaus möchte ich eine Vielfältige Entwicklung unter der Berücksichtigung des Grundgesetzes zulassen. Nun bin ich jedoch nicht das Maß aller Dinge. Daher ist ein grundsätzlicher Wertekonsens wichtig. Im allgemein wende ich mich aber gegen den Extremismus in seinen unterschiedlichsten Formen.

    Allerdings habe ich gelesen das Robert sich fragt in seinem Kommentar ob man evl. einfach wieder links stehen sollte wie in die Punks. Dazu wollte ich sagen das Einseitigkeit ein Fataler Fehler sein kann. Wenn ein Mensch seinen rechten Arm verloren hat, hat dieser Probleme im Gleichgewicht zu bleiben. Die Begriffe links wie rechts zeichnen die politischen Grenzen ab. Doch gibt es ja auch eine gemäßigte Mitte.

    Mich interessiert an und für sich nicht, was jeder einzelne wählt/gewählt hat, geht mich auch im übrigen nichts an. Ich würde mir aber auch keine politischen Lagerkämpfe wünschen was uns schwarze angeht, denn Polarisation zerstört Vielfalt,Individualität, wie ich finde. Ich sehe es so das zum Beispiel eine Feste Parteizugehörigkeit eher ein Hindernis sein kann.

    Nun denn, die AfD ist gewählt worden in den zukünftigen Bundestag. Dann ist erstmals nach dem Krieg eine rechte Partei im Bundestag vertreten. Dies ist aber noch lange kein Weltuntergang. Denn es wurde nur der Alphabürger abgebildet durch die Wahl, der sich nach Vier Jahren Weltgeschichte verändert hat. Abschließend hab ich noch einen Spruch für euch.

    „Denn die Welt(!), darf erst untergehen wenn wir schwarzen nicht mehr zueinander stehen.“ *zwinker*

  11. Lox, was heißt denn „Göleins“ ???

  12. „in Anatolien entsorgen“
    „Wir werden Frau Merkel jagen“

    Soso. Die schlimme AfD mal wieder!
    „Es gebe jetzt das gemeinsame Ziel von SPD und Grünen, nicht nur die Regierung Merkel abzulösen, sondern „rückstandsfrei zu entsorgen““
    Sigmar Gabriel, SPD.
    http://www.tagesspiegel.de/politik/bundestagswahlkampf-spd-legt-rentenkonzept-vor/7378700.html

    „lach, wir wollen ja alle die merkel entsorgen und besser regieren.“
    Johannes Kahrs, SPD.
    https://alexanderdilger.wordpress.com/2017/08/29/integrationsbeauftragte-macht-sorgen/

    „Wir werden den Kanzler jagen.“
    Ludger Vollmer, Grünen-Sprecher, über Helmut Kohl
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13683714.html

    Wenn es die SPD oder die Grünen machen, schreit keiner, aber bei der AfD ist es natürlich ein Zeichen des drohenden Weltuntergangs!

    Aber auch das folgende:
    „Dann ist erstmals nach dem Krieg eine rechte Partei im Bundestag vertreten.“
    wurde in den Medien häufig kolportiert – oder soll man sagen „kopiert“, ist aber natürlich falsch!
    https://de.wikipedia.org/wiki/Bundestagswahl_1949

    In der ersten Bundestagswahl nach dem Krieg gab es noch keine Fünf-Pozent-Hürde wie heute (es gabe eine landesweite Hürde, aber keine bundesweite).
    Dies führte dazu, daß mit der Deutschen Partei und der „Deutschen Konservativen Partei – Deutsche Rechtspartei gleich zwei deutlich rechte Parteien in den Bundestag einzogen.

    Und dazu noch:
    „Wie konnte man einen Herrn Gauland (…) nur wählen?“
    Also wenn man nicht gerade in dessen Wahlkreis wohnt, hat man wohl eher mit Zweitstimme AfD gewählt.

    Und wenn das Ziel dabei war, die große Koalition endlich zu beenden und den Demokratiefeind Maas von seinem Justizministerposten runterzubekommen, dann hat es ja wohl 1A funktioniert!

    Die Welt ist nicht untergegangen, Gauland wird nicht Kanzler werden und der BRD bleiben weitere vier Jahre Lähmung durch eine Fortsetzung der großen Koalition erspart. Das sehe ich durchaus positiv.

  13. @Solitaire
    Du ignorierst (bewußt?) Absicht und Ideologie hinter den Zitaten, in dem du nur den Wortlaut ohne Kontext betrachtest. Das Gabriel-Zitat hatte definitiv nicht die Deportation deutscher Staatsangehöriger im Sinn, das Gauland-Zitat dagegen schon. Das ist ein himmelweiter Unterschied, und diesen zu ignorieren, relativiert die menschenverachtende, demokratiefeindliche Ideologie, die in weiten Teilen der AfD herrscht. War das deine Absicht?

  14. @Victor von Void
    Das Gauland die „Deportation“ von Aydan Özoğuz im Sinn hatte, halte ich nun aber nur für eine Interpretation des Satzes. Eine mögliche zwar, aber keineswegs eine zwingende.
    Somit kannst Du scheinbar Gedanken lesen, um die Absicht von Gauland so eindeutig zu erkennen.

    Die Frage der Interpretation ist aber wichtig, weil es von Anfang an um Lesarten / Deutungen einer Äußerung geht.

    Anlass des Ganzen war ja die Behauptung von Frau Özoğuz, dass jenseits der Sprache keine spezifisch deutsche Kultur auszumachen sei.
    (Siehe der von Robert verlinkte Zeit-Artikel).

    Nun hat sie da auch noch nachgelegt und erklärt, wie dieser Satz zu verstehen ist:
    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-09/aydan-oezoguz-alexander-gauland-afd-beschimpfung-reaktion

    Sie habe sich auf eine spezifisch deutsche Leitkultur beziehen wollen. Sie bezeichnete es als „völlig absurd zu sagen, es gebe keine deutsche Kultur“.

    Da hat sie wohl selber gemerkt, dass ihr ursprünglicher Satz von vielen genau so verstanden wurde! Und es gehört schon ziemlich viel geistige Verrenkung dazu, um ihren originalen Satz so zu deuten, wie sie es jetzt gerne hätte.

  15. Göleins,

    vielleicht Tanzfledermaus hast du schon eine Ahnung ? Göleins ist ein Gruß wie „hallo“ und stammt aus dem gotischen. Ob West oder Ost Gotisch weiß ich jetzt nicht genau ich tendiere zu Ost. Das Wort wird in dem Buch „Streitberg, Gotisches Elementarbuch“ geführt als Gruß.

    Dieses Buch kann hier eingesehen werden (100% gratis da public domain), http://www.wulfila.be/lib/streitberg/1920/

    Interessant ist sicher der Teil Wortverzeichnis, http://www.wulfila.be/lib/streitberg/1920/pdf/streitberg1920_4.pdf

    Es gibt ja schwarze die sich mit carpe diem oder carpe noctem verabschieden. Diese kleinen Worte stammen ja aus einer toten Sprache, dem Latein, da fand ich es witzig sich evl. in einer toten Sprache zu begrüßen.

    Das ö in göleins ist normaler ein o mit Oberstrich, „gōleins“, das ist aber etwas umständlich auf den Monitor zu bringen. Daher das ö. Ansonsten Grüßen heißt auf Gotisch „gōljan“

    Mir ist natürlich klar das gotik/gothic nicht auf der Gotischenkultur aufbaut, nur ist es ja den Lebenden vorbehalten Dinge zu verändern oder neu zu interpretieren. Wem der Gruß gefällt, kann ihn ja nutzen.

    Carpe diem, Tanzfledermaus

  16. @Solitaire

    Das Gauland die „Deportation“ von Aydan Özoğuz im Sinn hatte, halte ich nun aber nur für eine Interpretation des Satzes. Eine mögliche zwar, aber keineswegs eine zwingende.
    Somit kannst Du scheinbar Gedanken lesen, um die Absicht von Gauland so eindeutig zu erkennen.

    Um „in Anatolien entsorgen“ aus dem Munde Herr Gaulands nur für eine „Interpretation“ der Absicht der Deportation zu halten, muss man aber schon vorsätzlich komplett ignorieren, was er sonst noch so von sich gibt, besonders in Hinsicht auf Migranten und den Islam.

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