16 Januar

Spontis Wochenschau #01/2014

Verfasst von Diskussion: 73 Kommentare

Spontis WochenschauKurz hatte ich den Impuls, mich über das Wetter aufzuregen. Von wegen kein Schnee und so. Doch diesmal haben die Kontrollmechanismen ausgezeichnet funktioniert! Die restlichen Floskeln können wir auch noch eben abhaken. Auch 2014 gibt es die Wochenschau, bla bla – werde wieder feinsäuberlich auswählen, blubber blubber – schickt eure Links an mich, laber laber. Fertig. Soll ich mich doch noch über das Wetter aufregen? Nein, ich lasse es.  Dann doch lieber über beschriftete T-Shirts. Ich behaupte: Verpacke irgendeine abstruse Ideologie in einen englischen Spruch und drucke es auf ein T-Shirt. Dazu irgendein Markennamen, der zum Status-Quo-Gefühl des Trägers beiträgt, fertig! „Proud Member of the NPD – since 1964“ Jetzt noch eine entsprechende Marke und ein aktuelles Design. Das Ganze kommt dann in die angesagten Läden zum Preis von 59€ und dem ein- oder anderen Möchtegern-Promi lässt man so ein Teil kostenlos zukommen. Irgendwann laufen dann tausende Idioten Werbung für eine Ideologie, die sie vermutlich ablehnen. Ihr glaubt nicht, dass das funktioniert? Ich hatte gehofft mich zu irren. Ein Video der Wochenschau belehrt mich eines besseren.

  • Fragen Sie Dr. Kürbis – Teil 32: Gibt es eigentlich Zombie-Raben? | Halloween
    Das Horror- und Gruselmagazin für Freizeit-Zombies ist auf den ersten Blick eine weitere Seite im Netz, die sich mit dem Thema Zombies beschäftigt, entsprechende TV-Serien rezensiert und gleich die passenden Kostüme und Schminkutensilien vetreibt. Doch auf den zweiten Blick steckt unheimlich viel Information unter der Haube des Magazins, so bietet die Rubrik „Fragen Sie Dr. Kürbis“ gut recherchierte Artikel für die Fragen des Zombie-Alltags. Der Besucher „Equinox“ möchte wissen, ob es Zombie-Raben geben kann und erhält einen ausgezeichneten Exkurs in Hexen-Tieren und Zombie-Wahrscheinlichkeit: „Diese Frage ist letztlich eine medizinisch-biologische, denn Zombies werden ja bekanntlich zu hirnfressenden Untoten, weil sie mit einem fiesen, mutierten Virus infiziert wurden. Aus wissenschaftlicher Perspektive sieht es so aus: Viren und Bakterien können durchaus bei verschiedenen Spezies die gleichen Wirkungen haben. Die Tollwut, die ja in vielen Zombie-Szenarien ein heißer Kandidat für die Krankheit ist, die durch Mutation zum Zombie-Virus wird, kann Tiere und Menschen gleichermaßen befallen – ein Biss genügt. Allerdings hat die Übertragbarkeit Grenzen: Tollwut kann zwar Menschen und die meisten Säugetiere befallen – Vögel, Echsen, Fische, Insekten usw. sind aber immun. Generell gilt die Faustregel: Je entfernter das Verwandtschaftsverhältnis zwischen zwei Lebewesen ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Krankheit bei beiden zum Ausbruch kommen kann. Und Raben sind stammesgeschichtlich sehr weit von uns weg. Zombie-Raben sind also eine sehr unwahrscheinliche Geschichte.
  • The Heavy Metal Subculture of Botswana, Africa | Messy Nessy
    Heavy Metal ist nicht nur ein musikalische Genre, sondern ganz ähnlich wie Gothic, eine Subkultur mit eigenem Kleidungsstil.  Während man in Europa eher einen dezenten Kleidungsstil verfolgt und sich höchstens für Konzerte und Disco-Besuche zurechtmacht, gibt es in Botswana eine lebendige Subkultur, die diesen Stil verinnerlicht hat. Der südafrikanische Fotograf Franck Marshall hat einen Ausflug in die dortige Szene gemacht und tolle Bilder geschossen. „There’s a competition between them to see who can look the most brutal,” says Marshall, who calls his subjects the renegades– ‘an underground minority rebelling against the status quo, redrawing the borders of both Heavy Metal and orthodox culture in Botswana’.

    Dead Demon Rider - 2010 (c) Frank Marshall

    Dead Demon Rider – 2010
    (c) Frank Marshall

  • Free-Music-Friday: Best of 2013  | Micha Schmidt
    Wie lange darf man seine Umwelt eigentlich mit Jahresrückblicken penetrieren? Mitte Januar, sage ich jetzt mal. Micha Schmidt, mein persönliches Free-Music-Friday Idol, hat zusammengestellt, was er 2013 für hörenswert gehalten hat. 50 Minuten Spielzeit und 13 Songs kuscheln sich sicherlich ganz wohlig auf eine selbstgebrannte CD, einen kuscheligen USB-Stick oder andere Medien um die Musik dort zu hören, wo man sie genießen kann. Ganz besonders freut es mich für Karnstein von Farblos, der es wieder einmal auf einen Sampler geschafft hat.
  • Dresscode in der schwarzen Szene | Mondbote
    Das kritische Einauge hat sich eine Kolumne von Myk Jung, die im Gothic-Magazin erschienen ist, durch den Kopf gehen lassen. Im Prinzip geht es dem Jung darum, dass er die Vorgabe eines Dresscodes lächerlich findet. Der Mondbote unterstreicht seine These: „Wir schotten uns ab, schotten aber auch andere ab, die nicht so sind wie wir. Das kann natürlich erst einmal ein löbliches, subjektives Ziel für einen selbst sein, will man ja von Glotzern und Spießern in Ruhe gelassen werden. Gleichwohl sind wir aber selbst Glotzer und Spießer, im Grunde sind wir plötzlich das, was wir eigentlich verabscheuen. Hassen uns selbst. Und wer sich selbst nicht mag, dem können die anderen den Buckel runter rutschen. Das ist natürlich nicht schlimm, jeder daddelt vor sich selbst hin und lässt die Welt Welt sein. Wirklich bescheuert wird es meiner Meinung nach aber dann, wenn es zu einer Ideologie wird.“ Gut gebrüllt ihr Löwen! Da auch ich mich gelegentlich für eine Trennung verschiedener Subkulturen ausspreche möchte ich an dieser Stelle betonen, dass er mir hier um die musikalische Trennung geht, nicht um die des Publikums. Eine schwarze Tanzveranstaltung, die versucht alle Musikstile der Szene unter einen Hut zu bringen, funktioniert für mich nicht. Wird nie funktionieren. Ich denke, hier liegt das Problem, denn man macht dem Publikum den Vorwurf, durch zahlreiches auftreten zu bestimmen, welche Musik gespielt wird. Ich glaube ein Dresscode erübrigt sich, wenn man die Musik wieder in den Vordergrund stellt. Das hat im Zwischenfall beispielsweise immer funktioniert.
  • Black Metal wird immer dagegen sein | Zeit
    Black Metal scheint die einzige Musikrichtung zu sein, die auch heute noch schockiert. Es ist wohl Varg Vikernes geschuldet, dass der norwegische Black-Metal als besonders gefährlich gilt, denn der Kopf der Band Burzum ermordete 1993 Øystein Aarseth den Gitarristen der Metal-Band Mayhem. Autor Audun Lindholm beschäftigt sich für die Zeit mit der Subkultur, die wie keine andere provoziert, schockiert und polarisiert: „Der Bewegung gehörten vor allem Jugendliche an, die in einer gut funktionierenden, aber auch schallgedämpften Sozialdemokratie aufwuchsen, mit einer Jugendkultur, die sich nach dem Fall der Mauer entideologisiert hatte. Black Metal wurde mit seinem Ernst, seiner neoromantischen visuellen Ästhetik und seiner literarischen Orientierung eine Alternative zur westlichen Jugendkultur, die in den Neunzigern ihren Namen von ihrer eigenen Schlaffheit bekam: slacker. Wo andere populärkulturelle Ausdrucksformen von sorgloser Ironie, spielerischer Naivität, medialem Metabewusstsein und kleinen Erzählungen geprägt waren, stöberten die norwegischen Metal-Musiker in den dunklen Verliesen und tabuisierten Mythen ihrer Kultur. Überall in Norwegen saßen Jugendliche und schrieben Texte inspiriert von Nietzsche, dem Pastorendichter Thomas Kingo und der altnordischen Götterlehre. Es war eine geschichtlich interessierte, leistungsorientierte Subkultur, durchtränkt von pubertärem Übermut, in der man sich abwechselnd dem Nihilismus und der Nostalgie hingab.“
  • Gothics sind keine Satanisten – Oder vielleicht doch? | Dark-News
    In einem teuflischen 3-teiligen Artikel greift die Autorin „Mustaveri“ das Thema Satanismus allumfassend auf. Schluss mit Klischees! Oder vielleicht doch nicht? „Auch bei den Interessen gibt es Gemeinsamkeiten: Viele Gothics und auch viele Satanisten interessieren sich für Literatur, Philosophie und Kunst und sind auch selbst in diesen Bereichen tätig. Für die Gestaltung eines schönen Outfits für einen stilvollen Gothic-Abend braucht es nicht weniger Kreativität, als für die Inszenierung eines Rituals. Und auch in puncto Lifestyle haben Satanisten und Gothics einen gemeinsamen Nenner: Beide Gruppen lassen sich nicht gern vom Maistream beeinflussen und sich vorschreiben, was sie zu lieben und zu hassen haben, was sich dann auch mal in einer recht ungewöhnlichen Lebensgestaltung äußern kann. Auch gemein ist beiden Gruppen eine Tendenz zur Selbstinszenierung und zum Auffallen in der Öffentlichkeit.“ Die Autorin lässt offen, ob Gothics nun Satanisten sind oder nicht und überlasst dem geneigten Leser die Einschätzung. Vielleicht hilft auch die ausführliche Einschätzung des Themas dabei, den Satanisten ihre düstere Außenwirkung zu nehmen. Begebt euch selbst auf Spurensuche: Teil 1 (Begriffserklärung Gothic) – Teil 2 (Entstehung und Entwicklung der gefürchteten Religion) und Teil 3 (Schnittstellen von Satanismus und Gothic)
  • Gespräche mit Goth | Thomas Manegold
    Autor, DJ, Veranstalter und Produzent Thomas Manegold, die Goth gewordene Multitasking-Existenz hat ein neues Buch herausgebracht. Angelehnt an das Erfolgswerk (vermutlich) „Gespräche mit Goethe“ nennt er sein Werk „Gespräche mit Goth“. Ein zertörerisches Machwerk über ein zerstörte Existenz, die nahezu völlig zufällig ebenfalls als DJ tätig ist: „‚Ich? Ein Zombie?‘, frage ich leise zurück. Die Stimme nickt erwartungsvoll. Sie ist vielleicht fünf und soll mal eine Zombine werden, jedenfalls ist sie so angezogen: Rosa und Rüschen. Ein bisschen wie Barbie und ein bisschen wie ein Popsternchen, dem man noch keine Brüste angeklebt hat. Nein, Kleine, ich bin der einzige Mensch hier. Schau dich mal um, diese Welt ist ein einziger Drogenstrich. Huren beiderlei Geschlechts stehen in Glaskästen herum und bieten anderen Huren für deren sauer erficktes Geld Waren an. Sie haben alle eine ganz, ganz gefährliche Krankheit, die total ansteckend ist.‘ – ‚Wie heißt denn diese Krankheit?‘ – ‚Sie heißt Konsum.'“
  • Küchentisch von Ian Curtis wird versteigert | NME
    Für rund 10.000€ wurde neulich der Küchentisch von Joy Division Sänger Ian Curtis versteigert. Interessierte Fans der Band wissen, dass sich Curtis im Mai 1980 in seiner Küche im beschaulichen Macclesfield das Leben nahm, der arme Tisch musste tatenlos dabei zusehen. „The seller goes on to say that  Debbie Curtis sold the house and much of its contents to a neighbour, Dorothy  Smith, who operated the property as a bed and breakfast until 1996, when Smith’s  daughter, Vicky Morgan, took up residency. It was Morgan who sold the table to  the seller in 2005, after the makers of Control and Curtis‘ daughter  Natalie both declined the offer of owning it. The seller writes:  „Clearly this table is a unique item and I have put a reserve on the Table which  I think reflects its true worth. If it doesn’t sell I will merely keep it.“
  • Geschäft für Gothics und andere Nachtschatten-Gewächse | WAZ
    Frank van Düren, Kultkeller-Besuchern in Duisburg auch als DJ Otti bekannt, hat in der Steinischen Gasse ein Ladenlokal eröffnet, unweit seiner musikalischen Verwicklichungsstätte. Besonders spannend ist die Tatsache, dass er sich beim Verkauf nicht auf Neuware spezialisiert hat, sondern Second-Hand und Restposten-Kleidung in die Szene bringt. „Im Schaufenster begrüßt Elvis, eine Schaufensterpuppe samt Totenkopf, die Kunden. An der Wand hängt ein Totenkopf-Tuch mit der Aufschrift „Little Dead Boy“. Eine opulente Barock-Tapete, natürlich schwarz, versetzt die Kunden in die richtige Stimmung. Schon früher gab es an gleicher Stelle ein Fachgeschäft für Nachtschatten-Gewächse. Deren Sortiment hat van Düren übernommen. Außerdem Restposten aufgekauft und Secondhand-Kleider in den Laden gehängt. Frauen finden hier Engel-Flügel, ganz in schwarz und andere gewagte Outfits. Die Herren können Poster mitnehmen, Würfel für Spiele oder anderes Zubehör. Vor allem von der Kleidung erhofft sich der 34-Jährige, dass sie im Geschäft besser läuft als online. „Über Preise kann man reden“, steht auf einem Zettel. Er setzt bewusst auf Second-Hand, bei ihm sollen die Kunden stöbern und Schnäppchen machen. Er will eine Nische besetzen. „Geschäfte für Neuware gibt es in anderen Städten genug.“ […] Aktionsweise hat er manchmal auch auf, wenn die Nachtfalter sich auf den Weg zur Party machen – damit sie einen Eindruck von seinem Geschäft bekommen.“ Seinen Internetshop Nightshade betreibt er parallel weiter, nicht zuletzt weil er dort eine aktive Community um sich geschart hat.
  • Der Grufti Shuttle und sein Chauffeur | Zeitjung
    So entlockt man auch dem lächerlichsten Klischee den Profit. Michael Perkmann, Gruftie und Mediengestalter, vermietet sich und seinen Leichenwagen als Fahrdienst mit dem ansprechenden Namen „Rent-a-Leichenwagen„. Sein Angebot: Mit dem Leichwagen vor der Disco aufkreuzen, die Nachbarn erschrecken oder als Motiv für ein Fotoshooting – alles ist möglich. „Einen Leichenwagen zu besitzen, war schon immer sein Traum. Michel ist freiberuflicher Mediengestalter. Und als ein Bestattungsunternehmer eine Webseite bei ihm in Auftrag gab und fragte, ob er die Arbeit auch anderweitig vergüten könne, wies ihn Michel auf den Leichenwagen hin, den er in der Garage gesehen hatte. Der Bestatter überließ ihn Michel gerne, er hatte sich ohnehin einen neuen besorgen wollen.“ Eine Stunde mit dem Leichenwagen kosten übrigens 60€, für 300€ gehört euch Gruftie Michael und sein Leichenwagen einen ganzen Tag.
  • Maleficent – Angelina Jolie als Hexe | Walt Disney
    Es geht dem nächsten Myhtos an den Kragen. Nachdem Vampire und Werwölfe zu glitzernden Teenie-Stars verkamen und Zauberer zwischen Mordor und Hogwarth pendelten geht es jetzt den Hexen an ihre Wurzeln. Angelina Jolie, traum unzähliger schlafloser Nächte, wird zur Hexe. In Disney’s Maleficent macht man mit grünen Kontaktlinsen, rotem Lippenstift und schwarzen Hörnern eine erstklassige Hexe aus ihr. Im übrigen ist die Hexe eine alte Bekannte, spielte sie doch bereits 1959 in Disneys „Dornröschen“ die gezeichnete, böse Hauptrolle Malefiz. Ob der aktuelle Film die Erwartungen an eine anständige Hexe erfüllt, bleibt fraglich. Das Frau Jolie das neue Outfit steht, steht hingegen fest.
    www.youtube.com/watch?v=704EXbJ-b5k
  • Was steht auf Deinem T-Shirt? |
    Endlich! Ich habe mir diese Frage schon seit 20 Jahren gestellt. Wissen die Leute eigentlich was auf ihren T-Shirts oder Pullovern gedruckt ist? Es ist schon paradox, da kaufen die Leute teure Shirts und laufen dann auch noch Werbung für das herstellende Unternehmen. Mirko Podkowik hat den Versuch gewagt und in Düsseldorf die Menschen angesprochen, um herauszufinden ob die wissen, was auf ihrem T-Shirt steht. Und siehe da: Meine Vorurteile finden sich bestätigt, denn die meisten haben keine Ahnung. Und noch viel schlimmer: Es scheint ihnen völlig egal zu sein! Hauptsache es sieht cool aus. Nicht auszumalen, welche Botschaften man den Träger auf die Brust drucken könnte, sie würden nicht fragen sondern kaufen.
    vimeo.com/69884593

 

73 Kommentare

  1. Mr. Niles, das ist kein gutes Beispiel. Die Art der Frisur und die Weise sich zu schminken zeigt doch schon, dass es sich hierbei um Grufties und Gruftinen handelt. Aber was soll Pali und Blue-Jeans mit Gruftmode zu tun haben? Das ist öko-oder Hippie-Kleidung und vielleichz alternativ, aber ganz sicher nicht gruftig. Gothic hat schließlich nichts mit Alternative zu tun. Nichz umsonst hat man früher auch „Edel“-Punk dazu gesagt. Batcave-Klamotten sollen ja schließlich auch nur aussehen, als seien sie zerrupft. Es ist Maskerade. War es immer und wird es immer sein. Kein Gruftie schläft in seinem Outfit.

  2. Waaaaaaaaaaas????
    Zerstöre doch nicht diese schöne Illusion!!! :P

  3. Mr. Niles, das ist kein gutes Beispiel. Die Art der Frisur und die Weise sich zu schminken zeigt doch schon, dass es sich hierbei um Grufties und Gruftinen handelt.

    Es sind New Waver. Nichts anderes. Bei dem Wort „Grufti“ hätten sie Dich vermutlich nur seltsam angeschaut. Nicht jeder Waver ist ein Grufti. Ein Grufti aber sehr wohl ein (Dark) Waver.

    Gothic hat schließlich nichts mit Alternative zu tun.

    Kommt ganz darauf an, was Du mit „Alternative“ meinst. Denn Gothic ist zumindest ein Teil der Alternative Music.

    Und es gab sehr wohl auch Waver mit Pali-Tuch (sind Punks jetzt auch Ökos und Hippies? Die trugen das nämlich auch). Ich wundere mich immer, wovon ihr eigentlich redet. Die Wave-/Post-Punk-Szene war vielseitig, mit etlichen optischen Abstufungen von bunt bis schwarz. Und wenn ich schwarz sage, meine ich nicht kohlrabenschwarz. Immerhin hatten auch viele Grufties lustig bunte Haare, von rot über blau bis wasserstoffblond.

  4. Hmm… ich neige pauschalisierend des öfteren alles aus dem Wave-Bereich „Grufties“ zu nennen, was ja eigentlich auch nicht besonders nett ist, wenn man darüber nachdenkt.
    An anderen Stellen hatten wir es ja mal darüber gehabt, dass das Wort „Gruftie“ eigentlich eine Beleidigung war und sich im Lauf der Jahre halt verselbstständigt und zur Definition von Schwarzträgern im Allgemeinen hat. Also entschuldige ich mich vielmals dafür :) Zu den Palis: Ich finde diese Tücher eigentlich sehr unüblich, habe jetzt ehrlich gesagt noch keinen Punk damit rumlaufen sehen. Vielleicht war das früher anders.

    @Mone vom Rabenhorst…:
    Tja :D

  5. Anfang der 90er trugen schon einige Schwarze, Punks und andere alternative Leute Pali-Tücher..die waren damals eigentlich ziemlich angesagt. So hab ich es jedenfalls wahrgenommen. Gothic war ja insofern alternative weil es eben Teil der Independent-Szene war. Heutzutage bezeichnen die Begriffe Alternative und Indie einen Musik- und Klamottenstil. Damals standen sie für die „Geisteshaltung“ einer übergeordneten Szene (zu der Punk, Wave, Goth, Industrial, Indie-Pop und andere Stile zählten), die sich als nichtkommerziell verstand.

  6. Hm, ich weiss ja nicht wie es euch so geht, aber ich kann prinzipiell für mich sagen, dass mir auf Szeneparties Punks, Leute mit Palituch, 10kg Metall im Gesicht oder auch der obligatorische „Blue-Jeans-Träger mit Ramones Bandshirt“ lieber sind, als die Horden verquerter Hiphop/Techno Leute mit ihren Sneakern mit Neonschnürsenkeln und Amok-Shirts. Dann doch lieber „Gruppe 1“, die wissen in der Regel eher warum sie da sind und warum sie so rumlaufen, wie sie rumlaufen. Zumindest habe ich meistens den Eindruck.

    Letztere Gruppe bringt in meinen Augen meistens auch noch fürchterliche und unpassende Musik mit, kommt ja noch hinzu.

    Und zum Dresscode generell, sowas hat in meinen Augen sowohl Vor- als auch Nachteile. Allerdings verstehe ich trotzdem manchmal nicht, wieso es für manche Szenegänger ein so grosses Problem darstellt sich mal ausnahmsweise ne schwarze Hose und ein schwarzes Shirt anzuziehen. Mal abgesehen von der Schnappatmung die ein „Dresscode Schwarz“ bei manchen irgendwie hervorruft.

  7. @Christian

    Deinem ersten Absatz kann ich eigentlich auch zustimmen..zum Thema Dresscode: Na ja seit einiger Zeit gehe ich wirklich höchst selten auf irgendwelche schwarzen Parties..aber vielleicht stört ja manche der Gedanke „Ich passe mich jetzt im Sinne der Unangepasstheit gegenüber einer scheinbar normalen Gesellschaft (die mittlerweile oftmals gar nicht mehr soo normal ist) an“ was ja wiederum jegliches Streben nach Individualität ad absurdum führt..haha

  8. Eben.
    Und eigentlich braucht es doch erst gar keinen Dresscode, wenn man allein das Wort „Gothic“ hört. Dann sollte es „Klick“ machen.
    Gothic bedeutet schwarz. Punkt. Unabhängig von irgendwelchen zigtausend möglichen Subgenres.
    Unabhängig von Weinrot oder Königsblau mit Samt und Rüschen verhangen etc.
    Ich sage mal ganz pauschalisierend: Wer privat weder Gruft-Mukke hört, noch sich für gruftige Sachen interessiert, der geht im Normalfall auch von sich aus nicht in die Clubs. Ich werde ja bestimmt auch nicht in eine Disco gehen, in der Hip Hop läuft. Und nein, auch, wenn man mir einreden will: „Mach das doch mal, Hip Hop ist so tiefsinnig und hat so viele Aussagen etc.“ – da geh ich nicht rein, es interessiert mich erstens nicht und ich will zweitens nichts davon wissen. Da bin ich halt so.
    Wenn ich nach einem langen Tag um 11 Uhr abends von der Arbeit komme, gehe ich auch nicht in die Clubs. Denn dann bin ich platt. Auch soviel zum Thema Arbeitskleidung im Club. Das Clubleben steht schließlich nicht über allem. Und über „Schwarzkultur“ ohnehin nicht. Clubs und Konzerte etc. sind – oder sollten – die Spitze des schwarzen Eisberges sein, etwas besonderes, aber nichts, das Voraussetzung sein sollte.

    Es mag sein, dass es ein großer Generationsunterschied ist, mir persönlich würde es nicht so sehr nahegehen, ob nach und nach alle Clubs schließen würden. Die Leute wohnen ja nicht da drin und die meisten, die ich persönlich kenne, habe ich irgendwann online kennen gelernt.
    Wo ich wohne, gibt’s halt nichts dem man großartig nachtrauern kann. Wir haben das Culteum, das ist nett, aber nichts außergewöhnliches, da gehe ich ab und an hin, es gibt das Nachtwerk (nicht mit der verlinkten Veranstaltung verwechseln), das finde ich scheiße, das Ambiente ist nichts, die Leute und die Musik ohnehin nichts (Stichwort: Angeschwärzter Cyber) und im Unverschämt läuft nur Metal, also nichts, das sich lohnen würde.
    Da beneide ich das Ruhrgebiet, wo es scheinbar an jeder Ecke schwarze Hochburgen hat.
    Natürlich, wenn man ein großer „Ausgeher“ ist und die Szene so vor Jahren kennen und schätzen gelernt hat, ist eine Club-Schließung natürlich ein Stich ins Herz. Oder wenn man sich gern zur Schau stellt, wie das in der Szene üblich ist – Stichwort „Wandelnde Kunstwerke“. Wenn man allerdings bei manchen Lokalitäten die Entwicklung betrachtet und irgendwann nur noch reine House/Techno- oder Metal-Events dominieren, fände ich es nicht allzu tragisch. Eher im Gegenteil. Vielleicht könnte man über das Thema ja mal schreiben. „Gothic aus dem Club ins Wohnzimmer“ oder so…

  9. Damals standen sie für die “Geisteshaltung” einer übergeordneten Szene (zu der Punk, Wave, Goth, Industrial, Indie-Pop und andere Stile zählten), die sich als nichtkommerziell verstand.

    So sieht’s aus. Deswegen konnte man damals neben Sisters oder Cure auch noch problemlos Smiths, The Go-Betweens, TJ&MJ, MBV, Chimera, Slowdive oder Miranda Sex Garden im Schrank stehen haben, ohne dämlich angeschaut zu werden.

    Im Verlauf der 90er hatte sich der schwarze Teil dann unverständlicherweise völlig aus dem Indie-Sektor ausgegliedert. Das driftete total auseinander. Eindeutig ein Grund, wieder einmal vermehrt rüberzuschauen und den aktuellen, post-punkigen Indie-Combos zu huldigen. ;-)

  10. nochmal zum Thema „Märchen-Axel“

    er hat heute seine entlarvenden Postings bei dem verlinkten FB Event gelöscht… schlechter Lügner und noch schlechterer Verlierer

    Er ist kein Gruftie, war es nie und wird es nie sein..basta!

  11. @ Death Disco: The Go-Betweens – eine sträflich vergessene Band (die man als ‚Schwarzer‘ nicht nur mögen darf, sondern sollte …)

    @ Ian von Nierenstein: Frustrierende Erfahrung von gestern Abend: In unserem etwas öffentlicherem Dresdner Schwarzclub war die Veranstatung „Ball Noire“ angekündigt. Bin leider erst sehr spät hin, es war wenig los, passiert manchmal. Im kleinen Floor zum Schluss drei Leute. Rechts ein junges Mädchen, die ihren „Rote Kirschen auf weißem Grund“-Look bis auf die dazu passenden Sneakers abgestimmt hatte. Drehe ich mich nach links, tanzt eine Dame im weißen Herrenoberhemd, mit Rucksack. Drehe ich mich nochmal nach links, tanzt ein Herr in Blue-Jeans mit grauem Pullover und irgendwie malvenfarbener Kapuzenjacke. Ok, sie waren alle nicht schwarz und vielleicht nur wegen ihrer Musikliebe da (es lief ein für mich unidentifizierbares Utz-Utz-Geballer) – ich in meinen Pikes kam mir blöd vor und habe schleunigst das Weite gesucht.

    Die meisten scheinen ja zu befürworten, dass dies nunmal so ist. Ich nehme für mich aber in Anspruch, es ein klein bisschen scheiße zu finden, wenn ich im Schwarzclub als Schwarzer unter Stinos fehl am Platze zu sein scheine… ;)

  12. Also wenn die Mehrheit einer schwarzen Veranstaltung bunt herumläuft, ist tatsächlich etwas schief gelaufen. Selbst ich bin zu meinem ersten finsteren Tanzabend meines Lebens in Schwarz gegangen. Nicht, weil irgendwer gesagt hat, man müsse dort so rumlaufen – ich habe es schlicht so gewollt, ohne zu wissen, was mich erwartet. Vielleicht war ich da auch ein wenig taktlos… einfach so in Schwarz auf eine Gruftie-Party zu gehen, tssss.

    Und dann bin ich da rein und alle waren sie komplett schwarz – so wie ich. Da wusste ich: HIER bin ich zu Hause.

  13. Also meiner Erinnerung nach gab es zumindest in der mitteldeutschen Nach-Wende-Szene häufig einige „bunte“ Leute in den Clubs – meist Punks oder Zecken. Die haben mich definitiv weniger gestört als die Spinner mit und ohne Schläuche, die sich heute „schwarz“ nennen. Die Bildergalerien da oben sprechen Bände für das, was ich meine.

    Allerdings hielt sich die Frequentierung Szenefremder bei Gruft-Parties Anfang der 90er in engen Grenzen, was meiner Meinung nach in der Tat daran lag, dass es seinerzeit kaum einem DJ einfiel, deren Musikgeschmack zu bedienen (vielleicht mit Ausnahme von M. Brunner, der, wenn ich mich recht erinnere, auch schon mal Sex Pistols oder Doors auflegte). Wenn heute Partys kippen, dann liegt das m.E. nicht zuletzt an den DJs, die sich auf szenefremde Musik einlassen oder – schlimmer noch – szenefremde Musik und pseudoschwarzen Mist nicht mehr als solche erkennen können. Im B-Plan, Kara, sind „Gruftiweiber-Gaffer“ ja eher spärlich vertreten, und ich glaube nicht, dass das in erster Linie den Türstehern zu danken ist.

    Was die Palitücher angeht: Natürlich wurden die auch von Gruftis getragen. Gerade von uns jüngeren, die noch mit Mopeds oder gelegentlich sogar Fahrrädern zu Partys anrückten. Die Dinger ersetzten dann praktisch „uncoole“ und „spießige“ Schals bzw. nicht ausreichend wärmende Seidentücher. Gute Dienste leisteten sie auch bei nächtlichen Friedhofsspaziergängen, romantisch und/oder jugendokkult inspirierten „Ruinen-Sitins“ und ähnlichen Anlässen. Allerdings gehörten Palitücher meiner Erinnerung nach nie zur „schwarzen Mode“, will heißen, die wurden bei Eintritt in Clubs normalerweise in Rucksäcken verstaut oder sonstwo zwischengelagert. Sonst hätte man ja auch schwarze Seidentücherund Silberschmuck zu Hause lassen können! Und dann ging’s aufs Klo Haare richten…

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