14 April

Wochenschau #2/2017: Der Karfreitag und die gotische Subkultur.

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Spontis WochenschauKarfreitag. Ein besonders wichtiger Feiertag, wenn man der christlichen Lehre folgt, denn hier wird unmissverständlich definiert: „In der katholischen Kirche ist er ein strenger Fast- und Abstinenztag. Unter Einbeziehung des Gründonnerstagabends ist der Karfreitag der erste Tag der österlichen Dreitagefeier, die in ihrer Gesamtheit in allen christlichen Konfessionen das höchste Fest des Kirchenjahres darstellt…“ Doch der Blick aus dem Autofenster offenbart für mich ein anderes Bild. Der Bäcker hat geöffnet und verkauft wartenden Kunden frische Brötchen, die Bauern bestellen eifrig ihre Felder, an den Tankstellen ist der Teufel los, weil man sich für den Ausflug noch mit Sprit und Leckereien eindecken möchte und überall Jogger, Walker, Fahrradfahrer und sonstige Fitnessliebhaber, die übereifrig den freien Tag nutzen. Selbst die Wahlhelfer der AfD, die ja bekanntlich unsere christlichen Werte in Gefahr sehen, hängen Wahlplakate auf. Besonders hoch, versteht sich. Offenbar sehen viel weniger Menschen eine Gefahr für das Abendland, als bisher angenommen.

Wir Gruftis, sagt man, haben ja weder mit Politik noch mit Religion viel am eingeflochtenen Haarteil und geben uns ganz ungeniert dem Genuss all der Dinge hin, die andere tunlichst meiden sollten. Wir finden es deshalb natürlich auch ausgesprochen doof, dass wir heute nicht tanzen dürfen, weil der Karfreitag ja ein „stiller“ Feiertag ist. Mein Goth, wenn ihr schon nicht tanzen dürft und auch nicht wisst, wie ihr euch sonst an diesem Feiertag verhalten sollt, dann gibt es hier wenigstens was zum klicken:

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20 Februar

Wochenschau #1/2017: Wir sind Touristen unserer eigenen Jugend

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Spontis WochenschauUm 23:00 soll die Vorstellung beginnen. Ein Blick auf die Uhr verrät, es ist soweit. Ein Blick auf die Eintrittskarte versichert: Wir sitzen im richtigen Kino und auf den richtigen Plätzen. Trotzdem ist der Saal leer. Im Foyer dachte wir noch anders: Menschenmassen vor den Kassen, das Popcorn in der ersten Tankstelle für Kinogänger war schon so gut wie leergefegt und die Toiletten waren nicht mehr als solche zu erkennen. Doch wir sitzen vor unzähligen leeren Sitzreihen. Das Interesse an Trainspotting 2, dem Nachfolger des legendären und prägenden englischen Anti-Drogen-Films der 90er Jahre, ist gering. Kurz bevor die Werbung endet, gesellen sich noch ein paar End-30er dazu, ein Betrunkener direkt vor uns und ein Paar 2 Reihen weiter vorne. Doch die zwei haben sich bestimmt vertan, was ihnen auch selber auffällt, als sie 30 Minuten später das Kino verlassen. Möglicherweise dachte man: „Komischer Anfang von dem 50 Shades of Dinges Nachfolger!„, der ganz nebenbei erwähnt gleich in 2 Kinos lief und restlos ausverkauft war.
Zugegeben. An das Original reicht der zweite Teil nicht heran, zu bemüht erscheint mir die Idee, die Geschichte der 4 Protagonisten fortzuführen. Es fehlt die düstere Frische, der Hauch Todessehnsucht, die Hoffnungslosigkeit und das Bestreben wieder einen Zeitgeist festzuhalten, der sich damals genau so breit gemacht hatte. Interessanterweise erkennt das der Film auch selbst und einige seiner Dialoge und Monologe sind druckreif für die Geschichtsbücher der Selbstreflexion. Warum also ist das Kino so leer? Die Erklärung erscheint simpel. Niemand hatte das Original wirklich gesehen. Für die meisten Jugendlichen von damals war Trainspotting der Song „Born Slippy“ von Underworld und die Kenntnisse des Inhalts beschränken sich auf die Inhalte des Musikvideos. Für meinen Sitznachbarn war es jedenfalls eine Erfahrung, denn mit ihm hatte ich den ersten Teil noch einige Stunden vorher auf einem „Pervers großen Fernseher“ gesehen, bevor ich ihn in die Fortsetzung entführte. Wir sind eben Touristen unserer eigenen Jugend. Den ganzen Artikel lesen… »


23 Dezember

Spontis Wochenschau #7/2016 – Eine Bande von heuchelnden Mitläufern

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Spontis WochenschauWeihnachten steht vor der Tür und doch ist vielen nicht so richtig zum feiern zumute. Die Welt erscheint wie ein Trümmerhaufen, selbst vor der eigenen Haustüre ist der Terror nun angekommen. Wohin mit der Angst? Es wird die Lauten geben, die feurige Statements abgeben, die Leisen, die sich verkriechen, die Gläubigen, die glauben wollen, die Denker, die nach Lösungen suchen, die Aggressiven, die aus Angst Wut machen und die Durchtriebenen, die aus dieser Angst und Unsicherheit eine politische Macht kreieren wollen. Die breite Masse bildet sich derweil ihre Meinung und ordnet sich einem der Lager zu, vielleicht auch irgendwo dazwischen. Aber das ist schon das höchste der Gefühle wenn es um Differenzierung zwischen gut und böse oder zwischen schwarz und weiß geht. Jetzt freut man sich erstmal via Facebook über die gebildete Meinung, versucht dann für sich den geschmückten Weihnachtsbaum zu rechtfertigen, bereitet den Festtags-Braten für den heiligen Abend vor und freut sich auf Filme wie „Con Air“ oder „Der Herr der Ringe“ im abendlichen Fernsehprogramm, die ablenken von dieser Welt mit ihren merkwürdigen Menschen. Ich bleibe hier in meinem schwarzen Biotop, ganz ohne Hetzjagd, politischen Parolen, Schuldzuweisungen und dem zwanghaften Verhalten Gründe für etwas zu suchen, wofür es keine Gründe geben kann. Die laute Welt mit ihren kaputten Menschen kann mir gestohlen bleiben. Wenn es Euch genauso geht und ihr Zerstreuung sucht, seid ihr hier richtig: Den ganzen Artikel lesen… »


25 Oktober

Spontis Wochenschau #6/2016 – More Dead than Alive

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Spontis WochenschauBevor ich jetzt für jede Meldung ein Fass – oder auch einen Artikel – aufmache, das wichtigste in Kürze. Im Oktober gibt es keinen Gothic Friday. Die Themensuche nahm Zeit in Anspruch und dieses verdammte echte Leben raubte vielen Helfern aus unserem Team die Zeit und jetzt ist einfach zu spät, um noch im Oktober einen Gothic-Friday zu starten. Dafür geht es Anfang November weiter und endet auch erst mit dem Februar 2017. Oder so. Man muss auch einfach mal aus dem kleinbürgerlichen Plänemachen ausbrechen! Nach einer Anregungen aus den Kommentaren habe ich jetzt ein Spontis-Fotoalbum begonnen, in dem ich die Bilder, die teilweisen zu vielen Artikeln erschienen sind, sammle und zum durchstöbern bereit stelle. Hier wird auch nicht aussortiert und zurechtgefummelt. Sozusagen der Directors Cut. Momentan sind Friedhofsbilder und die Bilder von den Spontis-Treffen geplant, auch Galerien von Lesern finden hier ihren Platz. Und dafür, dass es dieses Ausgabe keine Lebensweisheiten von mir gibt, ist die Wochenschau deutlich voller geworden. Das waren die Guten Nachrichten, die schlechte: Pete Burns ist tot. Kein großer Künstler, Musiker oder Sänger, dafür einer der letzten echten Freaks unter den ganzen Angepassten. Den ganzen Artikel lesen… »


18 September

Spontis Wochenschau #5/2016: Los ihr Mädchen! Klettert höher!

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Spontis WochenschauMein Bauch gehört mir!“ Anfang der 70er gingen die Frauen auf die Straße, um für das Recht auf Abtreibung zu kämpfen. Sie gewannen und 1974 wurde Paragraph 218 ersatzlos gestrichen. Sie kämpften um Gleichberechtigung und angeblich haben sie „…viel erreicht. Frauen haben mehr Selbstbewusstsein und bessere berufliche Chancen als vor 40 Jahren.“ Rechtlich haben sie viel erreicht, doch in den Köpfen herrscht immer noch keine Gleichberechtigung. Und warum? Weil es uns anerzogen wird.

Neulich war ich mit dem Hund unterwegs, schlenderte am Spielplatz vorbei und lauschte, was eine Mutter zu ihrer Tochter sagte, die sich im kindlichen Leichtsinn anschickte das Klettergerüst zu erobern: „Nicht so hoch, Schatz. Das ist gefährlich!“ Ich ging weiter, bis ich zur Schaukel kam und hörte, wie ein junger Vater seinen Sohn ermutigte, noch ein bisschen höher zu schaukeln: „Klasse gemacht, Finn!„. Mädchen wird nicht zugetraut was Jungs können und Jungs sollen nicht das machen, was Mädchen so machen. Lasst Euren Sohn mal einen mit einem Puppenwagen oder rosa Strumpfhosen durch die Gegend laufen, dann wisst ihr was ich meine. Jungs sehen so aus, wie Jungs hald so aussehen und Mädchen sehen so aus wie Mädchen. Ich verstehe jedes Elternpaar, dass trotz guter Vorsätze aufgibt, ihre Kinder geschlechtsneutral zu erziehen. Kampf gegen eine Industrie, die immer mehr Spielzeuge und Produkte geschlechtlich trennt um den Profit zu erhöhen und Kampf gegen die Erwartungshaltung des Umfelds, die mit diesem Bild aufgewachsen ist. Caya, unser Hund, ist ein Mädchen. Bis auf den Fakt, dass sie sich beim pinkeln hinhockt, sieht man ihr das nicht unbedingt an. Sie hat die gleiche Hundeleine wie ihre männlichen Artgenossen, frisst das gleiche Futter und spielt mit dem selben Spielzeug. Da hat der Hund es deutlich besser als der Mensch.  Den ganzen Artikel lesen… »


7 August

Spontis Wochenschau #4/2016: Neulich in Speakers Corner – Für immer Punk!

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Spontis Wochenschau1872 beschloss das britische Parlament die Einrichtung der „Speakers Corner“, einen Versammlungsplatz im Londoner Hyde-Park, an dem jeder einen Vortrag über ein beliebiges Thema halten konnte und sich Interessierte um ihn versammelten. Verschwörungstheorien, Weltuntergänge, die eigenen Lebensumstände, anprangern von Missständen und natürlich die Werbung den einzig wahren Gott gehörten zum Programm. Heute geht da keiner mehr hin. Denn die Sorte Menschen, die sich damals auf Kisten stellten um gehört zu werden, haben Facebook für sich entdeckt. So finden heute viele Menschen ihre täglichen Nachrichten nicht bei der Presse, sondern dort. Und das, was zur eigenen Stimmung oder den eigenen Gedanken passt, wird geteilt. Hier werden Meinungen gebildet, noch bevor irgendjemand überhaupt geprüft hat, ob die Meldung überhaupt Gehalt hat. Wenn es 60 meiner Freunde auch so sehen, wird es schon stimmen. Meinungsführer scharen Gleichgesinnte um sich, die ihnen jeden Senf von den Lippen ablesen. Die Presse rennt ständig der eigenen Aufgabe hinterher und stößt dann mit ihren aufbereiteten Nachrichten auf bereits vorgefertigte Meinungen. Und weil niemand mehr bereit ist, für gute Nachrichten zu zahlen, rennt die Presse in eben dieses offene Messer und verbreitet ihre Nachrichten bei Facebook, um wenigsten ein kleines Stück vom Kuchen zu bekommen. Doofe Situation. Eine Lösung habe ich nicht parat. Facebook abschaffen? Vielleicht ein Ratschlag: Um sich über komplexe Sachverhalte eine Meinung zu bilden, reicht Facebook nicht aus. Auch dieser Blog liefert nicht die ultimativen Antworten auf die Fragen der Szene. Aber immerhin haben wir eine Wochenschau und die Gewissheit, das hier niemand entfreundet wird, der eine andere Meinung (oder auch keine) hat als die Autoren. Den ganzen Artikel lesen… »


9 Juni

Spontis Wochenschau #3/2016: Post-WGT-Depressionen

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Spontis WochenschauIn den sozialen Netzwerken war der Teufel los. Gefühlte 1000 Foto-Alben über das Wave-Gotik-Treffen in Leipzig. Überall änderte sich Profilbilder, Titelbilder und Statusmeldungen im Minutentakt. Die Post-WGT-Depression, eine weit verbreitete, temporäre Gemütskrankheit leidenschaftlicher Szene-Gänger, hatte um sich gegriffen und die Menschen in eine virtuelle Starre verbannt. Nach der Presseschau und dem Rückblick auf das Spontis-Treffen waren beliebte Artikel und demnächst steht auch die nächste Ausgabe des Pfingstgeflüsters an, für das wieder einige bekannte Namen geschrieben haben. Weitere Informationen dazu findet ihr natürlich demnächst wieder hier. Vor allem aber startet morgen auch das Juni-Thema des Gothic Fridays, das sich – so viel kann ich verraten – um Eure Festivalerlebnisse dreht. Wer also noch mehr Wehmut möchte, zurück in geliebte Depressionen verfallen oder einfach nur wieder seufzend vor dem Monitor sitzen möchte, sei auf die nächsten Tage vertröstet. Und für die, die es nicht mehr hören können, für die das Leben weitergeht und das WGT sowieso uninteressant ist, gibt es hier eine WGT-Freie Wochenschau: Den ganzen Artikel lesen… »


7 Mai

Spontis Wochenschau #2/2016: Kontrolle über die Subkultur!

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Spontis WochenschauEndlich Urlaub! Es wird allerhöchste Zeit meine Synapsen von den Pflichten den Berufslebens zu befreien, mich auf das Wave-Gotik-Treffen in Leipzig vorzubereiten und dem „Vergnügen“ freien Lauf zu lassen. Für den Fall, dass mich jemand falsch versteht: Unter Vergnügen verstehe ich nicht den Besuch von Belantis, den offiziellen Austragungsort der Eröffnungsfeierlichkeiten, sondern vielmehr das Eintauchen in die Parallelwelt, die während des bunten Alltags eigentlich nur kurz überflogen wird. Weg von den Menschen, die ich tagtäglich neben mir ertragen muss und weg von den Kompromissen in Styling und Verhalten. Hinein in (m)eine schwarze Parallelwelt, umgeben von Gleichgesinnten, die ein bisschen so aussehen wie ich, die fast gleiche Musik hören und idealerweise auch noch gleiche Interessen, Ansichten und Lebensweisen nachgehen. Ich glaube, das wirklich Erholsame an der ganzen Sache ist die Erklärungslosigkeit und die völlige Rechtfertigungsfreiheit. Ich muss niemandem erklären, welche Musik ich höre, warum ich so rumlaufe und wieso ich das alles mache. Okay. Ganz so rosig ist es dann doch nicht. Ich muss mich zwar nicht mehr nach „Außen“ verteidigen, dafür tobt aber im „Innern“ der Szene ein Kampf. Eröffnungsfeier im Vergnügungspark, Gothic-Messen in der Kirche, Gothic-Fun-Run und Gothic-Fetisch-Party. Muss ich jetzt echt erklären warum das alles irgendwie komisch ist? Bin ich gar der Einzige, der das merkwürdig findet? Doch halt! Der Lichtblick ist nicht fern! Am Donnerstag vor dem WGT diskutiert man irgendwo in Leipzig darüber, wie man die Kontrolle über die Subkultur zurückerlangen könnte. Puh, endlich macht mal einer was. Hier die Links: Den ganzen Artikel lesen… »


14 März

Spontis Wochenschau #01/2016

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Spontis WochenschauMännergrippe. Erwischt auch mich, soll man ja nicht glauben. Nachdem ich mit dem 10€ Schein in der Hand beim Hausarzt feststellen musste, dass es die Praxisgebühr seit Ende 2012 nicht mehr gibt, habe ich die Wartezeit im Sprechzimmer damit verbracht mir auszumalen, was ich mit dem unerwarteten Geldsegen so alles anstellen kann. Kam aber nicht viel bei rum. Fieber, Matschbirne, Kopfschmerzen. Auch aus meinen Plänen, die im groben aus dem Sofa, der Bettdecke, heißem Tee und unzähligen ungesehenen Filme und Serien bestand, wurde nichts. So habe ich zwei Tage schlecht geschlafen, mich durch mein Leben gelitten und das beste gehofft. Immerhin, meine liebevolle Ehefrau kümmert sich besorgniserregend besorgt um mich und spendete Trost. Donnerstag war es dann endlich soweit: Der Firestick im Fernseher war mit den wichtigsten Informationen versorgt, die Kindersicherung war abgeschaltet (welche Kinder eigentlich?) und schon konnte es losgehen mit der Horrorflut. Blöd nur, wenn du gleich beim ersten Streifen wieder einschläfst und zu allem Überfluss auch noch die Handlung mitträumst. Das ist abgefahren! So war ich dann ein kranker Serienkiller der mordend durch die Gegend gezogen ist, um die Leute möglichst eklig aus dem Leben zu nehmen. Das mich die Gesichter der Opfer dabei an ungeliebte Zeitgenossen aus meinem Umfeld erinnerten, ist wohl dem Unterbewusstsein geschuldet. Den ganzen Artikel lesen… »


31 Dezember

Spontis Wochenschau #06/2015

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Spontis WochenschauMein frühmorgendlicher Selbstversuch als Smombie ist gescheitert. Bei dem Versuch, während des Gehens auf dem Smartphone komplexe Aufgaben zu lösen, meine Umgebung völlig auszublenden und wie ein Zombie teilnahmslos durch die Weltgeschichte zu wandern, habe ich gründlich versagt. Geschickt wich den Bordsteinen aus, begrüßte die Frau vom Bäcker und den Bäcker selbst, ließ den 17er Bus auf der Straße vorbei und legte die Brötchen auf den Beifahrersitz. Währenddessen habe ich dann Level 1193 des bunte Steinchen-Spiels gemeistert. Verrückt. Das Jugendwort des Jahres 2015 hat mir eigentlich zugesagt, doch die Eigenschaft mancher Jugendlicher, ihre Umwelt zugunsten einer Leidenschaft völlig auszublenden, habe ich verloren. Dabei hatte ich doch so gehofft endlich die unzähligen Menschen die ich nicht leiden kann, nicht sehen zu müssen. Was habe ich mir gewünscht nicht wahrzunehmen, wie sich Deutschland im Turbokapitalismus ertränkt und einfach mal der misanthropische Eigenbrödler zu werden, der ich als Mitglied dieser schönen Subkultur sowieso sein sollte. Kannste vergessen. Die Jugend kommt nicht wieder zurück. Was würde ich nochmal für das Gefühl geben, dass die ganze Welt gegen mich und ich gegen die ganze Welt bin. Was habe ich stattdessen? Mitgefühl, Verständnis und Einsicht! Hoffentlich werde ich schnell älter. Denn dann, so hat man mir gesagt, kommt der Starrsinn und die Gleichgültigkeit wieder zurück. Ich freu mich drauf. Blöd nur, dass man dann eine Lesebrille braucht um das Smartphone zu bedienen. Den ganzen Artikel lesen… »