22 März

Spontis Wochenschau #10

Kategorie: Wochenschau — Jahrgang: 20109 Kommentare

Ein schö­nes Wochen­ende. Wirk­lich jetzt. Sams­tag war ich zusam­men mit mei­ner bes­se­ren Hälfte auf der Crea­tiva, einer Bas­tel­messe in Dort­mund um die neu­es­ten Trends in Sachen Bas­teln auf den Zahn zu füh­len. Übri­gens eine reine Frau­en­ver­an­stal­tung und das erste mal das Gefühl als Mann dis­kri­mi­niert zu wer­den. Wie nicht anders zu erwar­ten, musste ich für kleine Jungs, denn immer wenn ich eine Reise mache, muss ich für kleine Jungs. Im Ein­gangs­be­reich gab es aber nur Toi­let­ten mit Röck­chen, also für Frauen. Auch die Her­ren­toi­let­ten waren zum Zwe­cke der Messe umfunk­tio­niert und nur für Frauen ver­füg­bar. So bin ich zu Infor­ma­tion und fragte nach der Her­ren­toi­lette: »Wo finde ich die Her­ren­toi­lette?« Die Dame hin­ter dem Schal­ter seufzt, »Gute Frage, da gucke ich mal in den Kata­log«. Sie blät­tert, wäh­rend ich das Gefühl einer Was­ser­bombe teile. »Gehen sie durch Halle 7, direkt gera­de­aus durch Halle 6 und bie­gen sie links ab zum Durch­gang zu Halle 3 und 4, dort ist eine Her­ren­toi­lette.« Es dau­ert gefühlte 15 Minu­ten bis ich die ret­tende Kera­mik errei­chen, nach­dem der Schmerz gewi­chen ist weiß ich, wie eine Frau sich öfter durch­macht und wie sich Dis­kri­mi­nie­rung anfühlt. Aber was erzähle ich, hier kom­men die Links.

  • Vice Clarke and the Temple of Synths
    »Vince Clark (Depe­che Mode, Era­sure, Yazoo) lebte nach sei­ner Hoch­zeit ein paar Jahre in New York, hat es dann in der Stadt irgend­wann nicht mehr aus­ge­hal­ten und hat sich in Maine im Wald eine Hütte gebaut, die er „The Cabin“ nennt. Und in der ste­hen dut­zende sei­ner ana­lo­gen Syn­t­hies rum. Mother­board hat ihn dort besucht und den feuch­ten Traum aller Synthie-Fans in Form eines Videos mit­ge­bracht.«  Hat man noch nicht gese­hen, ein gan­zes Haus vol­ler Tech­nik mag ebenso skur­ril wir­ken wie die Kar­riere von Vince Clarke. Ein klei­ner Anriss sei­nes Lebens­laufs würzt die beein­dru­ckende Tech­nik und scheint immer noch ein offe­nes Buch.
  • Kos­ten­lo­ses Vam­pir­kino
    Ein Reihe von kos­ten­lo­sen Vam­pir­fil­men hat Ricarda aus­ge­gra­ben, dar­un­ter auch den Klas­si­ker Nos­fe­ratu. Wer also immer mal wie­der einen anstän­di­gen Film sehen wollte schaut am bes­ten gleich vor­bei. »Stellt euch vor, ihr sitzt abends auf dem Sofa, zappt durchs Fern­se­hen und es kommt mal wie­der NICHTS Ver­nünf­ti­ges. Seit eini­ger Zeit fin­det man im Inter­net einige kos­ten­lose Kino­filme, die man sich völ­lig legal anschauen kann. Diese Filme wer­den wer­be­fi­nan­ziert und kön­nen des­we­gen für die User kos­ten­los zum Anschauen bereit­ge­stellt wer­den.«
  • Gala Noc­turna 2010
    Dun­kel­ro­man­ti­ke­rin Rosa Cha­ly­beia hat sich im Februar auf­ge­macht, ihres­glei­chen in Bel­gien zu besu­chen. Selbst­in­sze­nie­rung auf höchs­tem Niveau — und das meine ich abso­lut posi­tiv, denn daran ist nicht schlech­tes. »Die erste Gala Noc­turna fand 2006 statt, nach einer Pause im Jahr 2007 tref­fen sich dort all­jähr­lich Dun­kel­ro­man­ti­ker (und auch Leute die mal nen Abend im gro­ßen Fum­mel ver­brin­gen wol­len) aus ver­schie­dens­ten Län­dern dort, ein Groß­teil davon aus Deutsch­land. Ver­an­stal­tet wird das Ganze von Viona Iele­gems die wegen ihrer pho­to­gra­phi­schen Arbeit gerade in der Schwar­zen Szene recht berühmt ist.«
  • Twi­light und die gru­se­li­gen Fol­gen
    Das ver­zerrte Vam­pir­ro­man­tik zu schwe­ren Neben­wir­kun­gen führt, habe ich mir schon immer gedacht. Video­schnüf­fel­nase Pixella Panik hat wie­der eine junge Dame auf­ge­tan, die in mehr­fa­cher Hin­sicht nicht mehr alle Lat­ten am Zaun hat, meine ich jeden­falls. Jeder der sich pro­blem­los mit ihr ver­glei­chen könnte möge mir meine Vor­ver­ur­tei­lung ent­schul­di­gen und ist ein­ge­la­den seine Beweg­gründe dar­zu­le­gen. Pixella meint: »Also wenns dann heute Nacht an euer Fens­ter klopft, das bin nur ich. Lasst mich dann bitte schnell rein, ist doch kalt drau­ßen und außer­dem tu ich euch doch nichts.Ganz ehr­lich…«
(Bild­quelle: Bundesarchiv@Wikipedia)

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Wochenschau
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9 Kommentare

  1. Danke für die Emp­feh­lung.
    Ich werde mal schauen, ob ich in Zukunft noch mehr sol­che Per­len auf­tun kann, damit auch die jün­ge­ren begrei­fen, dass Vam­pire nicht glit­zern son­dern beißen ;)

  2. @Ricarda
    Wer ein­mal bei fast 30°C den gan­zen Tag im Schwar­zen Man­tel ver­bracht hat, weis das es nix beson­de­res is im Son­nen­licht zu Glitzern ;)

  3. @Ricarda: Bitte. Ich würde mich freuen wei­tere Per­len bei Dir zu fin­den — bin gespannt wohin die ganze Vam­pirent­wick­lung uns noch füh­ren wird.

    @Schatten: Wer schön sein will muss lei­den. Obwohl ich denke, das es eher der Man­tel ist der dich zum schwit­zen gebracht hat, denn wie ich bereits in die­sem Arti­kel erzählt habe, ist schwarz nicht unbe­dingt dafür ver­ant­wort­lich. Aber die Geschichte mit dem Schweiß wäre natür­lich eine Erklä­rung für das Glit­zen. Ist eigent­lich über­lie­fert das Vam­pire schwitzen?

  4. Da sie nicht leben, kön­nen sie wohl auch nicht schwit­zen dem­ent­spre­chend glit­zern. Wäre viel­leicht mal ne wis­sen­schaft­li­che Abhand­lung wert »Die Ana­to­mie und der Stoff­wech­sel eines Vampirs«.

    Ich bin mit der Ent­wick­lung auch gespannt. Aller­dings finde ich es schwie­rig momen­tan gute Bücher und Filme zu fin­den, weil viele auf den Zug auf­sprin­gen. Mir scheint, als beste­hen die Buch­hand­lun­gen der­zeit aus 50% Vam­pir­bü­chern, und täg­lich kom­men noch mehr dazu.

  5. Och, der Vam­pir in der Lite­ra­tur des 19. Jahr­hun­derts war teils gar­nicht so viel anders als Nor­mal­sterb­li­che — für Mir­calla Grä­fin Karn­stein ist z.B. sowohl Puls als auch Kör­per­wärme zu ver­bu­chen.
    Würde mich also nicht wun­dern, wenn ein sol­cher Vam­pir auch schwit­zen könnte ;)

  6. @Ricarda: So ist es. Ich fand es nahezu erschre­ckend als ich in der May­ri­schen ein eige­nes Regal dafür fand, in dem sich neben wirk­lich guten Büchern auch der vam­pi­relle Unsinn in Form von Film­bü­chern und Gro­schen­ro­man­ge­schichtn her­um­trieb, so gibt man dem Mythos wohl den end­gül­ti­gen Todesstoß.

    @Karnstein: Sag das nicht zu laut, nach­her gibt es noch in irgend­ei­nem Film Vam­pire zu sehen, die sich höchs­ten durch ihre Zähne noch unter­schei­den las­sen. DAS ist dann mal rich­tig gruselig.

  7. Na, das wol­len wir mal nicht hof­fen — mir fällt zumin­dest kein klas­si­scher Vam­pir ein, der nicht mit spit­zen Zäh­nen beschrie­ben wurde (lus­ti­ger­weise aber eigent­lich nie expli­zit die Eck­zähne, glaube ich…).
    Aber ich gerate ins Faseln…
    Jeden­falls geht mir als ein­ge­fleisch­tem Vampir-Fan der momen­tane Hype so RICHTIG auf den Zei­ger… »Twi­light« ist viel­leicht ganz nied­lich zum Schmach­ten (ich mag’s irgend­wie), aber hoch­wer­tige Vam­pir­li­te­ra­tur (oder über­haupt hoch­wer­tige Lite­ra­tur) ist das mit Sicher­heit nicht, und was soll die­ser ganze Kram mit »Vam­pire Dia­ries« und ande­rem Schund? Und ich dachte, mit »Blade« und »Buffy« wäre das Maß voll gewe­sen…
    Da sehne ich mir doch die 90er mit »Bram Stoker’s Dra­cula« und »Inter­view with the Vam­pire« zurück — von Schrecks und Kinskis »Nos­fe­ratu«, Lugo­sis legen­dä­rem Blut­sau­ger oder den grottig-tollen »Hammer«-Produktionen mit Chris­to­pher Lee und Vin­cent Price mal ganz zu schweigen…

  8. @Robert
    Ja hab fast alle hier schon­mal gele­sen ^^
    Den auch sehr gut übri­gens.
    Man merkt es wird som­mer in der früh friet man schon mit Man­tel und Mit­tags schwitzt man auch ohne >-<

    Was die Vam­pire betrifft so finde ich doch die Art wie sie in
    »Die Geständ­nisse des Gra­fen Dra­cula« beschrie­ben wer­den am besten.

  9. @Karnstein: Ganz neben­bei erwähnt, Kin­ski war groß­ar­tig und defi­niert immer noch, das Wahn­sinn und Genie haar­scharf neben­ein­an­der lie­gen. Aber ja, in der Fülle der Vam­pi­ra­len Ver­fil­mun­gen zäh­len Bram Sto­kers Dra­cula und Inter­view mit einem Vam­pir zu mei­nen neu­zeit­li­chen Favo­ri­ten, aber auch Fran­ken­stein und Kon­sor­ten, obwohl die ja nicht direkt etwas damit zu tun haben.

    @Schatten: Meine Mut­ter nannte sie immer Überg­angs­ja­cken und genau sol­che trage ich jetzt bei dem Wet­ter. Ich nenne sie aber »die klei­nen schwar­zen«. Ich denke, ich werde meine dicke­ren Män­tel bald ein­mot­ten, nicht so aber mei­nen Crom­bie, der ist Zeit­los, Jah­res­zeit­los und über­haupt der schönste. Nicht so doll gefüt­tert, des­we­gen ideal für Früh­ling und Herbst.

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