22 November
Weihnachtsmärkte - Spreu und Weizen
Kurz bevor die ersten Weihnachtsmärkte ihre Pforten öffnen und eine gefühlte Ewigkeit nach den ersten Weihnachtsprodukten in den Supermarktregalen hat die Fachhochschule Südwestfalen Weihnachts– und Christkindlmärkte im deutschsprachigen Raum unter die Lupe genommen. An den letzten beiden Adventswochenende des Jahres 2007 haben die Studenten um Prof. Dr. Gunther Bamler insgesamt 133 Weihnachtsmärkte in 117 deutschen Städten sowie in 6 ausländischen Städten Passanten befragt und insgesamt 27000 Meinungen ausgewertet.
Aufgeteilt wurde dabei in Metropolen, Oberzentren sowie Mittel– und Regionalzentren die sich durch die Größe der Städte und deren regionale Bedeutung messen. Die Kriterien sind sehr vielfältig und entsprechen eher subjektiven Gesichtspunkten, so findet man neben den aufregendsten und langweiligsten Märkten auch die gemütlichsten und hektischsten Weihnachtsmärkte Deutschlands. Auch spielt Weihnachtlichkeit und Kommerz ein Rolle, wobei es sich dabei schönerweise um zwei gegensätzliche Kriterien handelt. Zuvorkommendes Personal wurde ebenso berücksichtigt wie unfreundliches, altersgerechte trennten sich von nicht altersgerechten Weihnachtsmärkten.
Berlin nimmt mit seinen vielen Weihnachtsmärkten gleich mehrfach eine negative Spitzenposition ein. So ist der am Potsdamer Platz der hektischste, der in Spandau hat ein nicht altersgerechtes Angebot, der am Berliner Alexanderplatz ist einer der kommerziellsten an den so gut wie kein Besucher zurückkehren möchte. Der hier bei uns in Mönchengladbach zählt du den langweiligsten Weihnachtsmärkten und das nicht gerade unverdient. Glaubt man den Meinungen, so vereint der Weihnachtsmarkt im Salzburger Schloss Hellbrunn gleich mehrfach das beste. So soll er der gemütlichste, einer der weihnachtlichsten und kann mit dem zuvorkommensten Personal aufwarten, deshalb sind die Besucher dort am zufriedensten. Bei den kleineren Weihnachtsmärkten können Esslingen und Goslar deutlich punkten — Solingen, Gelsenkirchen und Leverkusen scheinen die meisten negativen Eigenschaften auf sich zu vereinigen. Die gesammelten Ergebnisse der Studenten kann man auf der Internetseite der Fachhochschule sehen.
Damit haben die Studenten der FH für einigen regionalen Zündstoff gesorgt und so manche Lokalzeitung zu einem Beitrag bewegt, der eben diese negativen oder positiven Eigenschaften unter die Lupe nimmt und damit die Verantwortlichen konfrontiert. Für Mönchengladbach jedenfalls kann ich das Ergebnis bestätigen. Langweilig ist er, auch wenn er viel Potential hat und ich denke das dieses Stimmungsbarometer nicht unbedingt ein Spiegel für die Qualität eines Weihnachtsmarktes ist. Viel schlimmer wäre es, wenn gar keine Weihnachtsmarkt und keine festliche Beleuchtung Stimmung macht.
Weihnachtsmärkte sind traditioneller und weihnachtlicher als es ein roter Weihnachtsmann jemals sein kann, denn der ist eine Erfindung von Coca-Cola. Ich werde mich wohl auch dieses Jahr auf dem Weihnachtsmarkt in Köln und auf der Burg Satzvey in der Eifel sehen lassen.
(Bildquelle: ReneS/flickr.com)
Veröffentlicht von Robert
Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch
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Kategorie: Vernetzt
Schlagwort: Berlin, Esslingen, Goslar, Mönchengladbach, Salzburg, Studie, Weihnachtsmärkte


hat bereits 2 Kommentare abgegeben und schrieb am 23. November 2008 um 13:28:
Das mit dem Weihnachtsmann ist so eine Sache. Eine direkte und »neue« Erfindung von Coca Cola ist er ja nicht, wie in dem Wikipedia Artikel auch an zwei Stellen steht. *ähem* ;) Ich dachte das allerdings auch lange und ich bin auch nicht für den Weihnachtsmann, ich finde es schade dass er das Christkind quasi verdrängt.
Die Auflistung finde ich aber sehr spannend, ich wusste zwar schon vorher dass der Markt hier nichts taugt, aber ihn so regelmäßig bei den negativen Kategorien zu finden ist schon witzig, wenn auch nicht unerwartet. *g*
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 26. November 2008 um 17:02:
Interessant ist auch, was diese Studie der Universität bei den Marketinggesellschaften der Städte ausgelöst hat. Während Stefan Wimmer, Chef der Marketinggesellschaft für Mönchengladbach zunächst die Aussagekraft der Ergebnisse anzweifelte, lese ich heute in der Zeitung, dass eben dieser Stefan Wimmer plant, die Weihnachtsmärkte in unserer Stadt attraktiver und weniger langweilig zu gestalten.
Letztendlich kommt es ja auch darauf an, mit welchen Erwartungen man zu einem solchen Weihnachtsmarkt geht. Guten Glühwein in rauen Mengen gibt es auch bei uns, weihnachtliches weniger.
hat bereits 2 Kommentare abgegeben und schrieb am 28. Februar 2011 um 22:24:
@Robert: Also wenn ich auf den W-Markt 2010 in MG zurückblicke, dann muss man wohl sagen: Wimmer hat es nicht geschafft. Weniger als so kann man aus einem W-Markt kaum machen. Liebloser auch nicht.
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 2. März 2011 um 04:23:
Stimmt. Wirklich viel getan hat sich seit 2008 nicht. Alles beim alten. Vielleich hat auch sein jüngster »Abgang« damit zu tun.