22 November

Weihnachtsmärkte - Spreu und Weizen

Kategorie: Vernetzt — Jahrgang: 20084 Kommentare

Weihnachtsmarkt in JenaKurz bevor die ers­ten Weih­nachts­märkte ihre Pfor­ten öffnen und eine gefühlte Ewig­keit nach den ers­ten Weih­nachts­pro­duk­ten in den Super­markt­re­ga­len hat die Fach­hoch­schule Süd­west­fa­len Weih­nachts– und Christ­kindl­märkte im deutsch­spra­chi­gen Raum unter die Lupe genom­men. An den letz­ten bei­den Advents­wo­chen­ende des Jah­res 2007 haben die Stu­den­ten um Prof. Dr. Gun­ther Bam­ler ins­ge­samt 133 Weih­nachts­märkte in 117 deut­schen Städ­ten sowie in 6 aus­län­di­schen Städ­ten Pas­san­ten befragt und ins­ge­samt 27000 Mei­nun­gen ausgewertet.

Auf­ge­teilt wurde dabei in Metro­po­len, Ober­zen­tren sowie Mit­tel– und Regio­nal­zen­tren die sich durch die Größe der Städte und deren regio­nale Bedeu­tung mes­sen. Die Kri­te­rien sind sehr viel­fäl­tig und ent­spre­chen eher sub­jek­ti­ven Gesichts­punk­ten, so fin­det man neben den auf­re­gends­ten und lang­wei­ligs­ten Märk­ten auch die gemüt­lichs­ten und hek­tischs­ten Weih­nachts­märkte Deutsch­lands. Auch spielt Weih­nacht­lich­keit und Kom­merz ein Rolle, wobei es sich dabei schö­ner­weise um zwei gegen­sätz­li­che Kri­te­rien han­delt. Zuvor­kom­men­des Per­so­nal wurde ebenso berück­sich­tigt wie unfreund­li­ches, alters­ge­rechte trenn­ten sich von nicht alters­ge­rech­ten Weihnachtsmärkten.

Ber­lin nimmt mit sei­nen vie­len Weih­nachts­märk­ten gleich mehr­fach eine nega­tive Spit­zen­po­si­tion ein. So ist der am Pots­da­mer Platz der hek­tischste, der in Span­dau hat ein nicht alters­ge­rech­tes Ange­bot, der am Ber­li­ner Alex­an­der­platz ist einer der kom­mer­zi­ells­ten an den so gut wie kein Besu­cher zurück­keh­ren möchte. Der hier bei uns in Mön­chen­glad­bach zählt du den lang­wei­ligs­ten Weih­nachts­märk­ten und das nicht gerade unver­dient. Glaubt man den Mei­nun­gen, so ver­eint der Weih­nachts­markt im Salz­bur­ger Schloss Hell­brunn gleich mehr­fach das beste. So soll er der gemüt­lichste, einer der weih­nacht­lichs­ten und kann mit dem zuvor­kom­mens­ten Per­so­nal auf­war­ten, des­halb sind die Besu­cher dort am zufrie­dens­ten. Bei den klei­ne­ren Weih­nachts­märk­ten kön­nen Ess­lin­gen und Gos­lar deut­lich punk­ten — Solin­gen, Gel­sen­kir­chen und Lever­ku­sen schei­nen die meis­ten nega­ti­ven Eigen­schaf­ten auf sich zu ver­ei­ni­gen. Die gesam­mel­ten Ergeb­nisse der Stu­den­ten kann man auf der Inter­net­seite der Fach­hoch­schule sehen.

Damit haben die Stu­den­ten der FH für eini­gen regio­na­len Zünd­stoff gesorgt und so man­che Lokal­zei­tung zu einem Bei­trag bewegt, der eben diese nega­ti­ven oder posi­ti­ven Eigen­schaf­ten unter die Lupe nimmt und damit die Ver­ant­wort­li­chen kon­fron­tiert. Für Mön­chen­glad­bach jeden­falls kann ich das Ergeb­nis bestä­ti­gen. Lang­wei­lig ist er, auch wenn er viel Poten­tial hat und ich denke das die­ses Stim­mungs­ba­ro­me­ter nicht unbe­dingt ein Spie­gel für die Qua­li­tät eines Weih­nachts­mark­tes ist. Viel schlim­mer wäre es, wenn gar keine Weih­nachts­markt und keine fest­li­che Beleuch­tung Stim­mung macht.

Weih­nachts­märkte sind tra­di­tio­nel­ler und weih­nacht­li­cher als es ein roter Weih­nachts­mann jemals sein kann, denn der ist eine Erfin­dung von Coca-Cola. Ich werde mich wohl auch die­ses Jahr auf dem Weih­nachts­markt in Köln und auf der Burg Satz­vey in der Eifel sehen lassen.

(Bild­quelle: ReneS/flickr.com)

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

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4 Kommentare

  1. Das mit dem Weih­nachts­mann ist so eine Sache. Eine direkte und »neue« Erfin­dung von Coca Cola ist er ja nicht, wie in dem Wiki­pe­dia Arti­kel auch an zwei Stel­len steht. *ähem* ;) Ich dachte das aller­dings auch lange und ich bin auch nicht für den Weih­nachts­mann, ich finde es schade dass er das Christ­kind quasi ver­drängt.
    Die Auf­lis­tung finde ich aber sehr span­nend, ich wusste zwar schon vor­her dass der Markt hier nichts taugt, aber ihn so regel­mä­ßig bei den nega­ti­ven Kate­go­rien zu fin­den ist schon wit­zig, wenn auch nicht uner­war­tet. *g*

  2. Inter­es­sant ist auch, was diese Stu­die der Uni­ver­si­tät bei den Mar­ke­ting­ge­sell­schaf­ten der Städte aus­ge­löst hat. Wäh­rend Ste­fan Wim­mer, Chef der Mar­ke­ting­ge­sell­schaft für Mön­chen­glad­bach zunächst die Aus­sa­ge­kraft der Ergeb­nisse anzwei­felte, lese ich heute in der Zei­tung, dass eben die­ser Ste­fan Wim­mer plant, die Weih­nachts­märkte in unse­rer Stadt attrak­ti­ver und weni­ger lang­wei­lig zu gestalten.

    Letzt­end­lich kommt es ja auch dar­auf an, mit wel­chen Erwar­tun­gen man zu einem sol­chen Weih­nachts­markt geht. Guten Glüh­wein in rauen Men­gen gibt es auch bei uns, weih­nacht­li­ches weniger.

  3. @Robert: Also wenn ich auf den W-Markt 2010 in MG zurück­bli­cke, dann muss man wohl sagen: Wim­mer hat es nicht geschafft. Weni­ger als so kann man aus einem W-Markt kaum machen. Lieb­lo­ser auch nicht.

  4. Stimmt. Wirk­lich viel getan hat sich seit 2008 nicht. Alles beim alten. Viel­leich hat auch sein jüngs­ter »Abgang« damit zu tun.

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