13 Dezember

Spontis Wochenschau #50

Kategorie: Vernetzt, Wochenschau — Jahrgang: 20098 Kommentare

Spontis WochenschauUnauf­halt­sam, unwei­ger­lich und unaus­weich­lich nähern wir uns dem Weih­nachts­fest 2009. Neben aber­tau­sen­den Rück­bli­cken und Aus­bli­cken, vira­len Advents­ka­len­dern und weih­nacht­lich geschmück­ten Inter­net­sei­ten pene­triert uns das Fest auch im rea­len Leben. Weih­nachts­märkte, Glüh­wein, Geschenke und musi­ka­li­sches Geklim­per. Mein Ver­such, sich der Sache zu ent­zie­hen um nicht am hei­li­gen Abend schon die Schnauze voll zu haben gelingt nicht immer und ist immer ein Grat­wan­de­rung zwi­schen Ego­is­mus und Selbst­auf­op­fe­rung. Obwohl ich mich bemüht habe, die Link­tipps für diese Woche ganz bewusst neu­tral zu hal­ten, hat sich der ein oder andere Rück­blick ein­ge­schli­chen.  Aber keine Angst, ich werde das wie­der gut machen, ehr­lich. Ganz neben­bei: Offen­bar habe ich etwas mit den Kalen­der­wo­chen durch­ein­an­der­ge­wür­felt, so dass ich mich gezwun­gen sah, die Num­me­rie­rung der Wochen­schau zu kor­ri­gie­ren, bevor irgend­ei­ner wie­der auf die Idee kommt, ein Kom­men­tar daran zu ver­schwen­den dafür zu nut­zen mich damit zu ner­ven dar­auf auf­merk­sam zu machen. Und ja, es sind noch 2,6 Kalen­der­wo­chen bis zum Jahreswechsel.

  • Flash­game: Vik­to­ria­ni­sche Eti­kette
    Schwarz­ro­man­ti­ker und Steam­pun­ker lie­ben ja das legen­däre Zeit­al­ter um die vor­letzte Jahr­hun­dert­wende . Feu­dale Klei­dung in Prunk und Glo­ria, feine Acces­soires und reich­li­che Ver­zie­run­gen geschmückt von auf­wen­di­gen Fri­su­ren bei den Damen und einem gepfleg­ten Bart oder pom­pö­ser Backen­be­haa­rung. Aber natür­lich gibt es auch unzäh­lige Benimm­re­geln, mit denen sich die feine Gesell­schaft vom Ver­hal­ten des übri­gen Vol­kes absetzte. Das Flas­h­quiz bie­tet hier eine Mög­lich­keit die rich­tige Kla­mot­ten­wahl zu tref­fen und stets ein per­fek­ter Gent­le­man oder eine Lady zu sein. Nach einige ver­ba­len und Kla­mot­ten­tech­ni­schen Aus­rut­schern habe ich dann doch einige Level gemeistert.
  • Exzess im X-Cess
    Den Repor­ter­preis für die beste Web­re­por­tage erhielt Mat­thias Eberl für seine betonte Dia­show über die Mün­che­ner Kneipe X-Cess, die frü­her mal eine Döner­bude war und wo Cap­tain Yil­maz Griffe über die Spül­kas­ten der Toi­lette mon­tierte, damit die Gäste beim Toi­let­ten­fick nicht immer die Spül­käs­ten aus der Wand rei­ßen. Prak­tisch! Auf sei­ner Inter­net­seite Ruf­pos­ten hat Eberl die unge­kürzte Ver­sion sei­ner Repor­tage »Außen Puff, innen die Hölle« hin­ter­legt, die ebenso authen­tisch wie ein­drucks­voll ist und zeigt, das Kult nicht ver­mark­tet wird, son­dern ent­steht. Den Arti­kel in der Online­prä­senz sueddeutsche.de hat man gekürzt, oder bes­ser gesagt zen­siert, offen­bar möchte man seine kon­ser­va­ti­ven Leser nicht vor dem Kopf bum­sen, ähhh st0ßen. (via Nig­ge­meier)
  • Top 10 of Ever­y­thing
    Arti­kel und Bei­träge die die bes­ten 10 Dinge von irgend­was prä­sen­tie­ren sind ja schwer in Mode und sor­gen immer wie­der für wahre Klick­or­gien. Das Time-Magazin hat sich die­ses Jahr hin­ge­setzt und so ziem­lich alles in eine Top 10 gepackt, was man sich so vor­stel­len kann. Top10 T-Shirt Slo­gans, Top10 Viral Videos, Top10 Tweets, Top10 Fashion Sün­den, … Gerade zu fas­zi­nie­rend, wozu sich eine ganze Armee von Redak­teu­ren eine Top10 aus dem Kopf drü­cken kön­nen. (via Basic­t­hin­king)
  • Kurio­ses aus 45 Jah­ren Sport­stu­dio
    Wel­cher Vater hat nicht das aktu­elle Sport­stu­dio geguckt und damit regel­mä­ßig fami­liäre Kon­tro­ver­sen aus­ge­löst? Mitt­ler­weile gibt es das Sport­stu­dio schon 45 lange Jahre und auch ich habe neu­lich ganz bewusst die Aus­gabe des Sport­stu­dios sacken las­sen, da ich bei mei­nem Besuch im Sta­dion zum Nord­park beim kurio­ses­ten Bun­des­li­ga­spiel seit lan­gem dabei sein konnte. Mön­chen­glad­bach besiegt Han­no­ver 96 mit 5:3 wovon 3 Tore Eigen­tore waren, aber das nur neben­bei. Bein ZDF  gibt es jetzt in der Media­thek Kurio­ses aus dem Sport­stu­dio zu sehen, wo bei­spiels­weise die beste deut­sche Downhill-Mountainbikerin einen galan­ten und spek­ta­ku­lä­ren Stu­dio­ein­lauf hinlegt.
  • Poli­ti­ker sind nicht böse — aber oft blöd
    In einem Arti­kel im Basic Thin­king Blog, indem man (wie­der mal) eine ein­heit­li­che »Bill of Rights« für das Inter­net for­dert, fin­det sich unter o.g. Über­schrift ein kur­zes Video der Kin­der­re­por­ter vom Mor­gen­ma­ga­zin, die ein paar Poli­ti­kern Fra­gen zum Inter­net stel­len. Eigent­lich wollte ich jetzt die Dumm­hei­ten der Poli­ti­ker zitie­ren, aber ehr­lich gesagt fällt mir dazu nichts mehr ein, ich bin sprach­los. »Von Laien regiert« bekommt hier völ­lig neue, erschre­ckende Dimen­sio­nen. Wenn sich das Wis­sen der Men­schen die unser Land regie­ren so in alle Berei­che fort­pflanzt, sind die nächs­ten Kri­sen vor­pro­gram­miert. Was ist ein Poli­ti­ker ohne seine Mit­ar­bei­ter und Bera­ter? Ein zwei­di­men­sio­na­ler und lebens­gro­ßer Papp-Aufsteller, der sich mit lee­ren poli­ti­schen Paro­len schmückt.
(Bild­quelle: Bundesarchiv@Wikipedia)

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

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8 Kommentare

  1. Pein­lich, pein­lich für unsere Poli­ti­ker … ich denke das die »älte­ren« unter unse­ren Volks­ver­tre­tern kein Inter­esse zei­gen wol­len. Ich hoffe zumin­dest das es bei den Jün­ge­ren bes­ser aus­sieht ;) Von Wes­ter­welle habe ich übri­gens keine andere Ant­wort erwar­tet … bzgl. Berater/Mitarbeiter … ohne die hilf­rei­chen Hände und Hirne im Hin­ter­grund könn­ten unsere Poli­ti­ker gar­nicht mehr exis­tie­ren … leider!

    Ach ja die Sport­schau … war Sams­tags Pflicht … die Film­chen sind köst­lich, einige sind mir noch sehr gut im Gedächtnis :)

  2. Je mehr man sich damit befasst, desto pein­li­cher wer­den unsere Poli­ti­ker. Dabei ist ein groß­teil der Minis­te­rien mit Leu­ten besetzt, die davon auch nicht die Spur einer Ahnung haben und nur scha­den anstatt etwas zu bewegen.

  3. haha, das »Vik­to­ria­ni­sche Etikette«-Spiel ist ja gol­dig. Gerade mal gemacht…leider bin ich in Runde 3 raus­ge­fal­len, weil ich mich zu einem Tanz getraut habe, den ich noch nicht aus­gie­big gelernt habe und somit die ande­ren Tän­zer durch­ein­an­der bringe **lach** Damals stan­den die noch nicht so auf die indi­vi­du­elle Note, schon klar ;o)

  4. Hab das durch den vor­her­ge­hen­den Kom­men­tar auch gerade ent­deckt, ist ja ein lus­ti­ges Spiel :D
    Hab es auf anhieb hingekriegt :)

  5. @shan_dark: Ich glaube die meis­ten von uns wären in einer vik­to­ria­ni­schen Disco raus­ge­flo­gen :) Indi­vi­dua­li­tät im Tanz fand damals nicht statt, heute finde ich aber man­che Tanz­stile moder­ner Prot­ago­nis­ten auch unpas­send. Man »bangt« ein­fach nicht zu »This Corrosion«.

    @Schatten: Du soll­test eine Ent­de­ckungs­reise machen :) Auf der rech­ten Seite fin­dest du bei­spiels­weise immer inter­es­sante und The­men­ver­wandte Arti­kel, falls dir das noch nicht auf­ge­fal­len ist. Hast du das Spiel geschafft? Ist mir eben­falls noch nie gelun­gen. Offen­bar hatte ich keine gute Kinderstube :)

  6. Bin als Gent­le­man auf anhieb durch gekom­men nur ein­mal am Anfang hab ich das fal­sche ange­zo­gen, weil ich ver­se­hent­lich drauf gedrückt hab. Als Lady hab ichs auch noch ver­sucht, aber da hab ich immer erst mal bis auf die Klei­dung alles falsch gemacht xD

  7. *räus­per* also mich hätt man aus der vic­to­ria­ni­schen »Disco« nicht raus­ge­wor­fen, aber das auch nur mit viel Hin­ter­ba­cken zam­men­knei­fen *lach* — bin fast feh­ler­frei durch­ge­kom­men, nur als Weib­chen hab ich einen Feh­ler rein­ge­hauen, als Kerl war ich völ­lig per­fekt dabei :D
    Ich musste aber sehr grin­sen bei der Vor­stel­lung in einer vic­to­ria­ni­schen Gesell­schaft als Bio-Weibchen eine dame zum Tanze auf­zu­for­dern *lach*

    So sehr ich mich für die alten Zei­ten inter­es­siere und gern mal in diese »abtau­che«, die Mög­lich­kei­ten der heu­ti­gen Zeit sind trotz­dem attrak­ti­ver :) — man muss aber auch dazu sagen daß es ab und an Indi­vi­duen gab die sich über die Geschlech­ter­rol­len hin­weg gesetzt haben, in der Vic­to­ria­ni­schen Zeit gab es jeman­den, aber auch im 18. Jahr­hun­dert, ers­te­rer ist mir grade nicht geläu­fig, Num­mer zwei ist der Che­va­lier D’Eon

    Aber ich schweife schon wie­der ab — das Spiel­chen ist aber ganz wit­zig auf­ge­macht :D

  8. @Rosa: Stimmt. Ich denke die vik­to­ria­ni­sche Deka­denz begüns­tigte das Spie­len mit der eige­nen Per­son und Geschlecht. Hier gab es immer wie­der Grenz­gän­ger in Ästhe­tik und sexu­el­ler Aus­rich­tung, man denke nur an den homo­se­xu­el­len Oscar Wilde. Übri­gens: Das du als Kerl genauso gut, oder bes­ser abschnei­dest, wun­dert mich nicht. Schließ­lich beschäf­tigst du dich ja auch mit männ­li­chen Ele­men­ten in dei­nen Out­fits und trägst gele­gent­lich auch wel­che. Hier und nur für Dich: Pink turns Blue: Wal­king on both sides

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