6 Dezember
Spontis Wochenschau #49
Ich habe meine gesammelten Verweise dieses mal der Wetterlage angepasst: Düster und kalt. Passt natürlich auch besser in das Gesamtkonzept dieses Blogs, insofern man hier so etwas überhaupt erwartet. Auf dem Schreibtisch flackert das rote Grablich, der heiße Tee in meiner Hand lässt meine Sehhilfe beschlagen, richtig kuschelig. In der Zeit des Weihnachtsfest könnte man jetzt sicherlich erwarten das ich mich weihnachtlich zeige, ich spare mir das aber für das Fest auf und biete lieber ein bisschen Abwechslung zwischen Glühwein und Zimtsternen. Außer Konna’s Gedicht, das ist besonders. Ich habe übrigens entdeckt, das es sich fast nicht mehr lohnt musikalischen Neuigkeiten zu folgen, was am einen Tag noch online zu lesen war, ist am nächsten Tag schon wieder Schnee von gestern und stimmt eigentlich gar nicht. Geduld und Beständigkeit sind in diesen Tagen offenbar ein Fremdwort. Nicht mit mir! Habe diese Tage meinen musikalischen Feed ausgemistet. Stichwort Musik: Am Ende gibt es wieder ein Videoperle, die ich jüngst bei YouTube entdeckt habe. Ich bekomme eben nicht genug.
- 10 Jahre Pagan Love Songs — Ein virtuelles Bier mit Thomas Thyssen
Der Fels in der Brandung der nationalen Clubszene ist wohl das Zwischenfall in Bochum, das wie ein Dorf in Gallien immer wieder aktuelle Trends gekonnt ignoriert und so gekonnt die schwarze Gemeinde bei der Stange hält. Alex von Black Live hat sich mit Thomas Thyssen viel Zeit genommen und über das Zwischenfall und Musik und über die Szene gestern, heute und morgen gesprochen. »Die Horden von Mundschutz tragenden Cyb3rheads, die sich in dusteren Nebelschwaden vor mir innerhalb des hübschen Kügelchens zeigten, habe ich jedenfalls nicht für bare Münze genommen. Mea culpa. Einen Tipp gebe ich dennoch ab: Der Mut zum Schlageresken wird noch weiter wachsen und gedeihen.« Ein wirklich gutes Interview für das man sich mal ein paar Minuten Zeit nehmen sollte.
- Lieder unseres Lebens: Lullaby (The Cure)
Es ist kurios, jetzt habe ich den Artikel von Kerstin Petermann ganz durchgelesen, ohne wirklich verstehen zu können, welches besondere Ereignisse sie mit diesem Lied verbindet. Als der Song 1989 die sterbende DDR erreichte war Frau Petermann 7 Jahre alt. »Heute verbinde ich mit The Cure vor allem die Erinnerung, wie leidenschaftlich man sich für ein Lied begeistern kann und wie lange man sich mit einem Lied beschäftigen kann.« (RP ONLINE, 01.12.2009) Die Leidenschaft wächst mit der Vergangenheit, weil Lieder in unserem Geist Brücken schlagen und unser Leben noch einmal lebendig machen. Leidenschaft für Musik entsteht erst dann, wenn sich mit damit auseinandersetzt und das fühlt, was da aus den Lautsprechern kommt. Klingt jetzt emotional, ist aber auch so. - Konna dichtet im Adventskalender
Es sieht nicht nur höllisch gut aus, schreibt sehr erfolgreich Ratgeber für das kultivierte Bloggen und ist wohl der letzte Gentleman nördlich von Münster, nein jetzt dichtet er auch noch und das gar nicht mal so scheiße. Erinnert mich zwar an ein bisschen an Paulchen Panther, keine Frage. Aber in den unzähligen Adventskalenderaktionen der Blogger sicherlich ein kleine Perle in der engen Welt der Blogger. Fast so eng wie das T-Shirt das man noch gewinnen kann. Ich kann nur hoffen, das der multitalentierte Konna nicht irgendwann bei einer Talentshow auftaucht. - Netzzensurdebatte in Spanien
Déjá –vu? Schön das wir Deutschen mit unserem Problem nicht ganz allein in Europa sind, jetzt ist die Netzzensur auch schon in Spanien angekommen. »Spanien hat jetzt auch eine Netzzensur-Diskussion. Anders als in Deutschland wollte man dort aber keine Webseiten mit Kinderpornographie sperren, sondern gleich Seiten, die Urheberrechte verletzen.« ist bei der Netzpolitik zu lesen. Schlaue Idee! Erst droht man mit Umfangreichen Sperren aller Seiten, damit sich die Netznutzer dann mit weniger schneller zufrieden geben. Nur blöd, das Ursula nicht selber auf die Idee gekommen ist. Bin gespannt, wann unsere Europarat auf eine ähnliche Idee kommt: Das saubere, europäische Internet. - Doku-Kurzfilm hausbesetzender Punks in Berlin 1984: »The Last Station«
Die Hausbesetzer in Berlin, die 1984 für diese Dokumentation vor der Kamera standen, protestierten gegen den Sanierungswahn des Berliner Senats, der Altbauten verrotten ließ, um neue und »schöne« Wohnsiedlungen nach dem Vorbild der Gropiusstadt bauen wollte, um so dem begrenzten Raumangebot in West-Berlin Herr zu werden. Glücklicherweise gab es noch Punks mit einer anderen Vorstellung einer schönen Stadt, die nicht nur für den Erhalt einiger schöner Stadtteile sorgten, sondern auch eine der letzten Formen von aktivem Widerstand repräsentieren sollte.
(Bildquelle: Bundesarchiv@Wikipedia)
Veröffentlicht von Robert
Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch
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Kategorie: Vernetzt, Wochenschau
Schlagwort: Advent, Netzzensur, The Cure, Thomas Thyssen, Wochenschau


hat bereits 42 Kommentare abgegeben und schrieb am 7. Dezember 2009 um 22:10:
Robert, Robert. Du schmeichelst mir mal wieder sehr! Dabei ist das kleine Gedicht nun wirkich nicht der Rede wert gewesen. ;) Melde mich gleich beim Supertalent an und mache Improdichten. :D
hat bereits 1743 Kommentare abgegeben und schrieb am 8. Dezember 2009 um 18:53:
Schmeicheln liegt eigentlich gar nicht in meiner Natur, normalerweise bin ich brutal taktlos :) Ich schätze die Art seinen Worten Ausdruck zu verleihen ohne den Mund zu benutzen. Vom Supertalent würde ich Dir aber abraten, das macht nicht nur dich lächerlich, sondern auch dein Gedicht. Und das hat es wirklich nicht verdient ;)