29 November

Spontis Wochenschau #48

Kategorie: Vernetzt, Wochenschau — Jahrgang: 200910 Kommentare

Spontis WochenschauUrlaub vom Urlaub. Jetzt hatte ich eine Woche Urlaub und gefühl­ter Weise nichts geschafft. Unzäh­lige Pro­jekte hatte ich mir vor­ge­nom­men und nur grob geschätzte 60% abge­ar­bei­tet. Immer­hin steht der zusätz­li­che Klei­der­schrank im Schlaf­zim­mer und auch das Arbeits­zim­mer ist umge­räumt. Den Kel­ler habe ich auch end­lich mal wie­der auf­ge­räumt, ein wahre Fund­grube an schein­bar unent­deck­ten Schät­zen. Jetzt brau­che ich Urlaub vom Urlaub, ich meine ihr kennt das sicher — wenn man seine Frei­zeit mit Akti­vi­tä­ten voll­stopft, die man dann letzt­end­lich gar nicht bewäl­ti­gen kann.
Mist, jetzt heule ich doch wie­der rum weil ich ein schlech­tes Gewis­sen habe solange nicht mehr anstän­dig geb­loggt zu haben und dabei sind das genau die Ein­träge die ich bei ande­ren so gar nicht lei­den kann, wenn man nur einen Arti­kel ver­fasst um mit­zu­tei­len, das mein keine Zeit hat einen Arti­kel zu schrei­ben. Aber auf­ge­passt lie­ber Leser, ich würze die­sen Text noch mit einem effek­tive Mehr­wert, näm­lich den Wochen­ver­wei­sen der 47. Kalen­der­wo­che, das neben Vam­pi­ren und Lebens­ret­tungs­ge­sell­schaf­ten auch recht­lich recht infor­ma­tiv sein könnte.

  • 50.000 Euro Strafe für den Ein­satz von Google Ana­lytics?
    Wie Basic Thin­king berich­tet, bewe­gen sich die Ein­set­zer von Google Ana­lytics auf Daten­schutz­recht­lich dün­nem Eis. Die Daten­krake ist gie­rig und sam­melt so wert­volle Infor­ma­tio­nen neben der indi­vi­du­el­len IP. Ist die IP ein Daten­schutz­recht­li­ches Risiko? Oder ist die Vor­ge­hens­weise der Pro­vi­der, die Vor­rats­da­ten­spei­che­rung, die es erst mög­lich macht, IP mit Per­so­nen auch nach­hal­tig zu ver­fol­gen das Pro­blem? Es bleibt wohl Ansichts­sa­che, doch in Deutsch­land ist das Leben als Inter­net­nut­zer ein Leben vol­ler Fett­näpf­chen und Nagelbretter.
  • Filesharing-Abmahnungen im gro­ßen Stil rechts­wid­rig?
    Fragt sich jeden­falls die Netz­po­li­tik und berich­tet dabei über ein Doku­ment, was den Gulli:News Machern in die Hände gelangt ist, in der sich zwei Anwälte über den mög­lichst pro­fi­ta­blen Weg der Abmah­nung bera­ten. Der Gedan­ken vie­ler scheint nun end­lich Form anzu­neh­men, es geht nur um Geld. Abmah­nung sind ein Geschäft in der recht­li­chen Grau­zone, die unsere Gesetz­ge­bung ermög­licht. Auch Blog­be­trei­ber Tho­mas Stad­ler der sich kri­tisch mit dem Thema in sei­nem Arti­kel »Filesharing-Abmahnungen: Digi­Pro­tect und Korn­meier — eine juris­ti­sche Anal­ayse« aus­ein­an­der­setzt wurde nur wegen eben die­sem Arti­kel abge­mahnt.
  • Bei glit­zern­den Vam­pi­ren muss ich kot­zen
    Und ich musste lachen, jeden­falls bei die­ser Über­schrift die Pixella Panik jüngst in ihrem Blog ver­öf­fent­lichte. Er fasst wohl ganz kon­kret den Hype um den Nach­fol­ger der Twilight-Reihe auf und spricht mir des­halb aus der Seele. Was die Jugend heute so als Vam­pir ver­kauft wird ist nicht nur lächer­lich son­dern furcht­bar schlecht. Wenn ich mir den Trai­ler zum neus­ten Werk anschaue, wird mir noch mul­mi­ger. Wer­wölfe als gut gebaute Milch­bu­bis? Ich muss auf­pas­sen, dass ich mich nicht ver­schlu­cke. Ich fürchte nur, ich werde ihn mir anschauen müs­sen. Mei­ner bes­se­ren Hälfte wegen.
  • Das Buch der Blog­ger ist wie­der da
    Erst neu­lich berich­tete ich dar­über, das das Buch der Blog­ger offen­sicht­lich ver­schwun­den ist. Ich war sogar schon fast dabei den Ban­ner aus mei­ner Side­bar zu ent­fer­nen. Glück­li­cher­weise habe ich das nicht gemacht, den wie Mar­cus Mielke in sei­nem Blog schreibt, klin­gelte unver­hofft der Her­mes­ver­sand und brachte das Buch zurück. Kom­mando zurück? Die Fah­nen wie­der nach oben gezo­gen? Abwar­ten, Tee trin­ken. Er überlegt.
(Bild­quelle: Bundesarchiv@Wikipedia)

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

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10 Kommentare

  1. Google Ana­lytics… schön und gut, aber wie sieht es denn mit Adsense aus? Da wird eben­falls ein net­tes Script von Google gela­den und was das im End­ef­fekt so alles speichert… ;)

  2. Ich halte die Debat­ten eben­falls für falsch gepolt. Das Pro­blem ist das Zusam­men­spiel der Daten­samm­lun­gen, die die IP erst mit der Per­son in Ver­bin­dung brin­gen. Wür­den die ISP’s bei­spiels­weise diese Zusam­men­hänge gar nicht spei­chern, wäre doch die IP aus Daten­schutz­recht­li­cher Hin­sicht völ­lig belang­los, oder? Jeden­falls aus der Sicht des dyna­mi­schen IP Nut­zers. Viel schlim­mer wird es noch, wen IPv6 sich durch­setzt, die es ermög­licht, prak­tisch jedem Nut­zer des Net­zes einer dau­er­hafte Num­mer zuzuordnen.

  3. Ich hab meine sta­ti­sche IP-Adresse hier. Die wird mir zwar nicht zuge­si­chert, ich hab sie aber soweit ich weiß seit mei­ner ers­ten Ein­wahl in die­ser Woh­nung vor etwas über einem Jahr. Nega­tiv fand ich das bis­her noch nicht, im Gegen­teil: Ich muss bei unfer­ti­gen Web­pro­jek­ten kei­nen Pass­wort­schutz mehr drauf­pa­cken und mich immer ärgern, wenn ich wie­der ein Pass­wort ein­ge­ben muss — ich kann mich per IP ein­log­gen. Wenn ich mal ganz geheim im Netz unter­wegs sein will nutze ich eines von unzäh­li­gen Pro­xies und dank Adblock Plus kann mich Google sowieso mal kreuzweise.

    Ich muss, ganz im Gegen­teil sagen, dass ich mich eigent­lich von die­ser Datenschutz-Hysterie etwas gestört fühle. Das was Google da bereibt ist natür­lich defi­ni­tiv nicht okay denn auf unzäh­li­gen Sei­ten die nicht die eige­nen sind IPs zu log­gen geht doch zu weit. Ebenso das set­zen von Coo­kies über die­sen Weg.

    Als Sei­ten­be­trei­ber will ich aber eigent­lich die IPs mei­ner Besucher/Foren-Mitglieder/Kommentatoren ein­se­hen und spei­chern dür­fen. Zum einen habe ich nicht vor mich von irgend­wel­chen Pen­nern mas­siv bedro­hen zu las­sen (bereits vor­ge­kom­men) ohne nach­her ent­spre­chende Beweis­mit­tel zu haben, zum ande­ren will ich gerne bestim­men kön­nen, wer meine Seite besu­chen darf und wer nicht. Da sind natür­lich sta­ti­sche IP-Adressen per­fekt und ich freue mich ganz ehr­lich auf den Tag wo ich sagen kann »Ey, du kommsch hier net rein!« — und sich das nicht mit dem Zie­hen des Modem­ste­ckers umge­hen lässt. Denn das ist die andere Seite des Inter­nets: »Haus­recht« hast du auf dei­ner Seite kei­nes und das sich irgend­wel­che Ner­ven­sä­gen nach mehr­fa­chen Raus­wurf und aus­ge­spro­che­nem »Haus­ver­bot« mun­ter wei­ter regis­trie­ren kön­nen (und quasi auch dür­fen) ist mei­ner Mei­nung nach genau so schlimm wie die Daten­sam­me­lei von Google.

  4. Wobei man sich eben nicht aus­su­chen kann wer seine Seite besucht und wer nicht, das sagst du ja schon sel­ber im ers­ten Absatz. Das mit dem Haus­recht sehe ich eben­falls etwas anders, viel­leicht ver­stehe ich Dich auch falsch. Wenn ich eine Inter­net­seite ver­öf­fent­li­che, bzw. öffent­lich zugäng­lich mache muss ich damit rech­nen das immer wie­der jemand wühlt, der nichts gutes im Sinn hat. Wenn ich wirk­lich etwas »inti­mes« haben will, dann schließe ich jede Mög­lich­keit sich zu regis­trie­ren und lade neue Men­schen nur auf Emp­feh­lung ein.
    Es ist schwie­rig das Netz als sol­ches zu erfas­sen. Manch­mal scheint es mir, als würde die Gesell­schafts­ord­nung immer wie­der vir­tu­ell auf die Probe gestellt. Was ist Recht, was ist Unrecht, was ist Rich­tig, was ist Falsch. Im Netz sitzt man sich so dicht auf der Pelle das es immer wie­der zu Rei­bungs­punk­ten zwi­schen Län­dern, Kul­tu­ren, Mei­nun­gen und Ansich­ten kommt. Das Poten­zial an Mög­lich­kei­ten und Gefah­ren ist letzt­end­lich gleich und irgend­wie fin­det man das eine nicht ohne das andere.

    Schwie­rig, schwie­rig und viel zu spät noch wei­tere Gedan­ken zu ver­fol­gen, ich gehe jetzt schla­fen, vir­tu­ell und real.

  5. Nein, ich rede nicht davon, dass ich mei­nen pri­va­ten Blog vor mei­nem Arbeit­ge­ber schüt­zen will. Dafür gibt es ja gute Tech­ni­ken. Ich rede eher von Foren und Com­mu­nities wo Leute per­ma­nent anecken und schließ­lich gegan­gen wer­den. Das hab ich schon unzäh­lige Male erlebt, sowohl als Admin als auch als ein­fa­ches Foren­mit­glied. Ebenso ist eine sta­ti­sche IP natür­lich eine tol­ler Schutz gegen Spam­mer. Irgend­wann sind dann die gan­zen IPs von den Ner­ven­sä­gen auf der Black­list und es herrscht Ruhe im Internet.

    Es geht ja nicht darum aus­zu­sor­tie­ren: Du kommst rein, du nicht… son­dern eher in Rich­tung Laden­dieb: Du hast geklaut / geflam­tes / gesp­amt — lass dich hier nicht mehr blicken.

    Das Inter­net ist quasi »offen für jeder­mann« und das ist auch eines der größ­ten Pro­bleme. Denk dir bei dei­ner Lieb­lings­disco die Tür­ste­hen weg, das ver­sinn­bild­licht denke ich doch ziem­lich genau das, was ich sagen will. ;)

  6. Es ist echt ver­rückt, wenn man sieht was oder vor allem wer alles abmahnt. Die Liste ist bei­nahe end­los: http://www.ratgeberrecht.eu/abmahnwarner.html

  7. @Thomas: Viel­leicht wäre da sowas wie eine ein­heit­li­che und dau­er­hafte Mail-Adresse von Vor­teil. So kann man dann immer noch ent­schei­den ob man die zu Anmel­dung preis­gibt. Aber letzt­end­lich hilft wohl nur Dicht­ma­chen oder selek­tie­ren, so wie du es vor­schlägst. Die Offen­heit des Net­zes ist eines größ­ten Pro­bleme und eins der größ­ten Vor­teile. Auf Tür­ste­her mit Gesichts­kon­trolle habe ich noch nie Bock gehabt.

    @Wolle: Und solange der Gesetz­ge­ber da kei­nen unmiss­ver­ständ­li­chen Rie­gel vor­schiebt, bleibt das auch so. In der Grau­zone der Gesetze gilt eben kein Gut– und Böse-Prinzip.

  8. Das mit der E-Mailadresse wird wohl nichts wer­den, wobei ich auch Fälle hatte, die mit max-mustermann@xyz.de raus­ge­flo­gen sind und sich dann mun­ter mit max-munstermann@abc.de wie­der ange­mel­det haben und auch ihren Nick nur um ne Jah­res­zahl ergänzt haben.

    Von »Gesichts­kon­trolle« rede ich übri­gens nicht, son­dern davon, dass ein Haus­ver­bot durch­ge­setzt wird und keine betrun­ke­nen oder bewaff­ne­ten Per­so­nen in die Disco dürfen. ;)

  9. Ich meine jetzt so eine E-Mail Adresse, die jeder Bun­des­bür­ger nur ein­mal erhält, sowas wie max.mustermann.17041968@bundesrepublik-deutschland.de?

  10. Da hab ich dann doch ernst­haft Datenschutz-Bedenken: Eine E-Mailadresse bei der der Roll­stuhl­ter­ro­rist ein Hin­ter­tür­chen hat? Nein danke!

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