30 August

Spontis Wochenschau #27

Kategorie: Vernetzt, Wochenschau — Jahrgang: 20101 Kommentar

Spontis WochenschauWir haben immer noch August und ich habe die Hei­zung wie­der ein­ge­schal­tet. Unge­müt­lich reg­ne­risch ist es drau­ßen, ganz so wie es die Unken ver­dient haben die noch vor ein paar Wochen über die Hitze jam­mer­ten. Jetzt habt ihr den Salat — das Dres­sing schmeckt sowieso immer anders. Im Hin­ter­grund läuft Bit­ters­weet Sym­phony von The Verve als musi­ka­li­sche Ein­stim­mung auf die erste Arbeits­wo­che nach mei­nem wohl­ver­dien­ten Urlaub der sich jetzt so jäh sei­nem Ende hin­gibt. »Kein Grund zum Jam­mern!« Stimmt. Denn merke: Im Urlaub hast du immer weni­ger Zeit für die Dinge, die Du wirk­lich machen willst. Eine wei­tere Erkennt­nis ist dazu­ge­kom­men, denn es ist defi­ni­tiv mög­lich auf das Inter­net zu ver­zich­ten ohne das es zu kör­per­li­chen Ent­zugs­er­schei­nun­gen kommt. Echt jetzt.
Doch die Strafe folgt auf den Fuß, denn ein wei­te­rer Tag Urlaub geht dafür drauf, mich durch 1000+ Feeds und viel zu viele E-Mails zu wüh­len. Die ers­ten Ergeb­nisse der Sor­tie­rung fol­gen auf den besag­ten Fuß, hier sind lesens– und sehens­wer­ten Bei­träge der letz­ten Tage.

  • DV8 2010 — Ein Fes­ti­val­be­richt
    Bei Radio Shadow­play fin­det sich die­ser Tage ein sehr inter­es­san­ter Fes­ti­val­be­richt über Eng­lands, oder bes­ser gesagt York’s schwarze Musik. »Ende März, direkt nach dem WGT, ent­deck­ten wir ein Fes­ti­val Lin­eup, dem wir nicht wider­ste­hen konn­ten. Das erste DV8Fest sollte Mitte Juli in York statt­fin­den. Da wir Som­mer eh irgend­wie ungoth fin­den war die Aus­sicht auf ein paar ver­reg­nete Urlaubs­tage in Eng­land natür­lich sehr ver­lo­ckend.«  Tol­ler und mehr­tei­li­ger Fes­ti­val­be­richt der einen genaue­ren Blick in die aktu­elle eng­li­sche Goth-Szene erlaubt.
  • Storch Hei­nar darf wei­ter ulken
    Wie der Law Blog berich­tet: »Nie­der­lage für “THOR STEINAR”: Die Inha­ber der umstrit­te­nen Beklei­dungs­marke kön­nen nicht unter­sa­gen, dass andere Anbie­ter Mode unter dem Label “Storch Hei­nar” ver­kau­fen. Das Land­ge­richt Nürnberg-Fürth wies eine Unter­las­sungs­klage gegen die Her­stel­ler von Storch Hei­nar zurück. Das Gericht konnte bereits keine Ver­wechs­lungs­ge­fahr zwi­schen den bei­den Labeln erken­nen. Storch Hei­nar ver­un­glimpfe übedies nicht THOR STEINAR oder setze die Marke herab. Soweit Storch Hei­nar sich sati­risch mit der “Kon­kur­renz” aus­ein­an­der­setze, sei dies von der Mei­nungs– und Kunst­frei­heit gedeckt. Storch Hei­nar trägt meist einen übergro­ßen Wehr­machts­helm und Hit­ler­bart und macht sich – offen­sicht­lich – über die von THOR STEINAR benutzte Sym­bo­lik lus­tig.« Erst inves­tie­ren ara­bi­sche Inves­to­ren in die Marke, wor­auf­hin die von »den Rech­ten« boy­kot­tiert wird und jetzt das. Mode ist aber auch ein schwie­ri­ges Geschäft.
  • Au revoir! Bye Bye! Und tschüss!
    Die alter­na­tive Zeitschriften-Seite »Gute Sei­ten« haut ab. Ein­fach so.»We believe that the only inno­va­tive and revo­lu­tio­nary spi­rit in new maga­zi­nes is com­ing from the under­ground — from fan­zines and inde­pen­dent maga­zi­nes in very small edi­tion. Made by people with pas­sion, and not by bureau­crats, ana­lysts and all the other media who­res.« Aus­lauf­mo­delle und Rest­pos­ten gibt es jetzt 50% güns­ti­ger. Zugrei­fen sollte man, solange es noch was gibt.
  • Kodak Farb­film von 1922
    »Was sich damals anschickte zum Optik­stan­dard zu wer­den, kann man heute mit diver­sen Fil­ter­din­gens­bu­mens­mit­tel­chen diver­ser Pro­gramme viel­leicht ähnlich schön hin­be­kom­men, aber der Charme, der steht auf jedem Fall eher auf der Seite die­ser Auf­nah­men hier. Auch ein ganz wun­der­bar gewähl­ter Sound­track.« Unver­zicht­ba­rer Anhalts­punkt für zeit­ge­mäße Farb­ge­stal­tung mitt­ler­weile his­to­ri­scher Kos­tüme. Ein­drucks­vol­les Stück Film­ge­schichte, das das Alter der Auf­nah­men auf ein­drucks­vol­ler Art zu ver­wi­schen ver­mag. Die Ver­gan­gen­heit ist eben nicht schwarz-weiß gewesen.
  • weib­li­che Blog­ger: Wenn man glaubt, nix zu sagen zu haben
    »Eine Stu­die der Ruhr­uni­ver­si­tät Bochum zeigt, dass 75,9 Pro­zent der Blogs, die Frauen schrei­ben, reine Tage­buch­blogs sind. Bei den Män­nern sind es dage­gen nur 37,1 Pro­zent. Zu die­sem Schluss kommt auch der empi­ri­sche Kul­tur­wis­sen­schaft­ler Klaus Schön­ber­ger in sei­ner Unter­su­chung “Doing Gen­der, kul­tu­rel­les Kapi­tal und Prak­ti­ken des Blog­gens”: “Frauen füh­len sich sel­te­ner ermäch­tigt, öffent­lich zu spre­chen”, sagt er. “Das ist das Ergeb­nis jah­re­lan­ger kul­tu­rel­ler Prä­gung.” Er nennt das den “lan­gen Arm des Real Life”: Tat­sa­chen von außer­halb des Net­zes repro­du­zie­ren sich auch dort.« Das gilt im übri­gen auch — wenn man den Blick­win­kel ver­än­dert — auch die Her­ren der Schöp­fung. Von denen fin­den näm­lich auch 75%, das ihr Leben für ein Tage­buch zu unwich­tig sei.
  • Fast 50 Mil­lio­nen Deut­sche Online
    »Heute wur­den wie­der erste Zah­len der jähr­li­chen “ARD/ZDF-Onlinestudie” ver­kün­det: Fast 50 Mil­lio­nen Deut­sche sind online. Nach Anga­ben der Pres­se­mit­tei­lung sind 49 Mil­lio­nen Men­schen ab 14 Jah­ren zumin­dest gele­gent­lich im Netz, was einem Anteil von 69,4% ent­spricht. Mit den unter 14-jährigen sind das sicher über 50 Mil­lio­nen Men­schen in Deutsch­land, die mehr oder weni­ger im Netz ange­kom­men sind. Von die­sen 49 Mil­lio­nen Nut­zer sind wie­derum 76% täg­lich im Netz.« Es wird span­nend wer­den, wie man diese Zah­len nun inter­pre­tiert und wel­che Schlüsse man dar­aus zieht.
  • Ich liebe Schaum­gummi
    Eigent­lich hasse ich Schaum­gummi, allein schon das nichts­sa­gende Gefühl der Schwam­mig­keit im Mund berei­tet mir Ekel­zu­stände. Nicht so diese bei­den Her­ren, die ihre Liebe zu den süßen Lecke­reien auch noch offen in die Welt posau­nen. Da war die Love-Parade-Welt noch in Ord­nung.

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

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1 Kommentar

  1. Storch Hei­nar ist eine recht gute Idee, und irgend­wie soll­ten mehr ara­bi­sche Inves­to­ren in TS ein­stei­gen, viel­leicht ver­nich­tet sich TS damit selbst. Würde mich freuen!

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Trackbacks

  1. Robert Basic schreibt:

    »Wir haben immer noch August und ich habe die Hei­zung wie­der ein­ge­schal­tet« http://bit.ly/cN5nxk #kapitulationist