16 August
Spontis Wochenschau #25
Ich bin bekennender Mediathek Nutzer. Fast alle öffentlich-rechtlichen und privaten Sender führen eine Mediathek, in der man meist für einige Tage oder Wochen die Inhalte aus dem Fernsehen erneut abrufen kann, ganz »bequem« vom Bildschirm aus. Ganz bequem? Eigentlich ist das Sofa doch viel bequemer, oder? Selbstverständlich. Aber ich finde es ist zu bequem, denn regelmäßig schlafe ich dann während des Fernsehens ein. Zunächst fängt alles ganz informativ im sitzen an, dann wandern die Beine auf die Liegefläche weil es ja ein wenig fröstelt und letztendlich rutscht der Oberkörper erst unmerklich und dann immer bestimmter in eine ebenfalls liegende Position. Jetzt kann man die Uhr stellen, denn Ruck-Zuck sind die Augen geschlossen.
Deshalb gucke ich sehr wenig »Fernsehen«, sondern schätze das Angebot der Mediatheken und schaue verpasste Sendungen ganz nebenbei beim surfen. Da bin ich auch viel aufnahmefähiger und komme nicht in die Versuchung irgendwo hinzu rutschen. Geht es euch ähnlich? Wie dem auch sein, wenn ihr schon mal vor dem Bildschirm sitzt, kann ich euch auch gleich meine aktuelle Wochenschau und die darin enthaltenen Links unter die Nase reiben.
- TAZ: Der Traum von einer Kommune
Kennt man eigentlich nur noch aus den Dokumentationen aus der Hippie-Zeit und von Woodstock, was Kommune 2010 bedeutet, findet die TAZ für uns heraus: »Unser Bild von Kommunen ist durch Filme wie „Das wilde Leben“ über die Kommune 1 in Berlin geprägt. Dabei ist die Idee des gemeinschaftlichen Zusammenlebens außerhalb der Kleinfamilie viel älter, erzählte unser Philosophie-Professor. Schon in Platons Akademie lebten Schüler und Lehrende gemeinsam, genauso wie in den mittelalterlichen Gründungsphasen der ersten Hochschulen. Aber wie sieht das Leben heute in einer Kommune aus? Ist die Idee der alternativen Kommune zu einer spießigen Wohngemeinschaft geworden?« - Cthulhu Wackelköpfe
Das die Figur, die Lovecraft einst ersann nicht unbedingt geeignet ist für Produkte her zuhalten die Sinn entleert und überflüssig erscheinen, ist schlichtweg falsch. Dieser Cthulhu Wackelkopf ist der bewegliche Gegenbeweis, kein Gruftie der was auf sich hält darf diese dunkle Alternative zum Wackeldackel nicht auf seinem Armaturenbrett montieren. Ehrlich jetzt. »Jemand namens Stexe baut und verkauft diese Cthulhu Wackelköpfe. Ph’nglui mglw’nafh Cthulhu R’lyeh wgah’nagl fhtagn ilkm’wnang thtafkaw pna wackapeng! (In seinem Haus in R’lyeh wartet träumend der tote Cthulhu und wackelt dabei mit dem Kopf.)« - Ladengesichter aus Spitalfields, London 1988
Höchstwahrscheinlich bin ich mit dieser Faszination allein, aber alte Ladenfronten aus anderen Hauptstädten und Ländern finde ich faszinierend. Der Retronaut berichtet: »My photographs of the derelict shopfronts record the last moments of the Jewish community in the area – the bustling world of the inter-war years had been moved into the suburbs, and the community that stayed behind was less identifiable. In the nineteen eighties they were just hanging on, some premises had been empty for more than five years. Like a mouthful of broken teeth, a boxer’s mouth that had been thumped, with holes where teeth once were.« - CDU-Politiker: CSD „verleitet“ Jugendliche
“Leben Sie, wie Sie wollen, im Privaten und lassen Sie andere mit Ihrer Abnormalität in Ruhe”, schrieb der sächsische Christdemokrat. Grund der Aufregung ist ein Interview eines Organisatoren im Radiosender MDR Info: “Durch Ihre öffentlichen Auftritte und das Zuschaustellen Ihrer Lebensweise gilt Homosexualität inzwischen als ´trendy´. Und somit verleiten Sie Jugendliche, die sich in einer sexuellen Findungsphase befinden.” Findet er. Ich finde: Die Jugendlichen sollten vor unseren Politikern geschützt werden, denn sinnlose politische Debatten, Wahllügen und kindergartengleiches Oppositionsgepklänkel könnten Jugendlich in ihrer Selbstfindungsphase dazu animieren sich demokratisch falsch zu verhalten. - Spiegel: Internetnutzung Jugendlicher — Generation Null Blog?
Der Spiegel nimmt diverse Studien zu Nutzung des Internets unter Jugendlichen unter die Lupe und zieht den Schluss, das Sport und reellen Freunde immer noch wichtiger sei als alle Errungenschaft des Web 2.0: »Ausgerechnet die erste Generation, die sich ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen kann, nimmt das Medium nicht übermäßig wichtig und verschmäht seine neuesten Errungenschaften: Ganze drei Prozent der jungen Leute schreiben selbst ein Blog. Und nicht mehr als zwei Prozent beteiligen sich regelmäßig an der Wikipedia oder sonst einem vergleichbaren Freiwilligenprojekt. Nicht minder konsequent ignoriert die Null-Blog-Generation kollektive Linksammlungen wie Delicious oder Foto-Gemeinschaftsportale wie Flickr und Picasa. Das ganze hochgelobte Mitmach-Web, auch Web 2.0 genannt, ist den Netzbürgern der Zukunft offenbar völlig egal.« Ich finde: Egal ist gefährlich, denn durch den sorglosen Umgang mit persönlichen Daten und Bildern kommt es immer wieder zu bösen Überraschungen und davon abgesehen besteht das Internet nicht nur aus den Effekten der Social-2.0-Bewegung sondern nach wie vor aus einer unerschöpflichen Datenquellen. - Seltene Live-Videos von David Bowies Co-Headliner Tour mit den NIN
Auf der Homepage der NIN-Hotline gibt zwei feine Leckerbissen einer Tour von David Bowie zusammen mit den NIN, die 1995 stattgefunden hat. »The first concert I’d ever attended was Nine Inch Nails and David Bowie at the Nissan Pavilion in 1995, with Prick opening the show. We got seats in the back of the pavilion, and even though the show was awesome (they played Closer to God!) my view was definitely lacking. Time went on, other tours came and went, but even with the release of Closure, there didn’t seem to be any decent photos or video recordings from the tour, even amongst bootleggers. »
Veröffentlicht von Robert
Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch
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Kategorie: Vernetzt, Wochenschau
Schlagwort: CSD, Jugend, links, London, Lovecraft, Wochenschau

