9 August

Spontis Wochenschau #24

Kategorie: Vernetzt, Wochenschau — Jahrgang: 2010Keine Kommentare

Spontis WochenschauIch bin Urlaubs­reif. Arbeit wird mit­un­ter als Last emp­fun­den, es fällt immer schwe­rer abzu­schal­ten. Erschwe­rend kommt hinzu, das ich die Arbeit mei­nes Kol­le­gen mit über­neh­men muss, mit dem ich mir die sonst teile — da schleicht sich doch das sub­tile Gefühl der Rache in meine emo­tio­nale Welt. Aber ich sehe schon das Licht am Ende des Tun­nels, denn in ein paar Tagen ist es soweit. Phä­no­me­nal finde ich den Ein­druck, im Urlaub weni­ger Zeit zu Ver­fü­gung zu haben als das in einer nor­ma­len Arbeits­wo­che der Fall ist. Das liegt wohl auch an einer völ­lig fal­schen Ver­schie­be­tak­tik, denn Dinge für die einem unter der Woche die nötige Moti­va­tion fehlt, ver­schiebt man gerne auf seine Frei­zeit oder noch bes­ser, auf sei­nen Urlaub. Dem­ent­spre­chend dicht gepackt scheint dann der Urlaub zu sein. Paradox?

Wäh­rend man über diese Frage nach­denkt kann man ganz neben­bei fol­gende Links ankli­cken um dann doch fest­zu­stel­len das ange­nehm erlebte Frei­zeit immer schnel­ler vor­bei geht als unangenehme.

  • Ring around the Rosy
    Viele Kin­der­lie­der haben düs­tere Ursprünge, sagt die Gothic Tea Society: »This his­to­ri­cal rhyme dates back to appro­xi­mately the Great Plague/Black Pla­gue of Lon­don in 1665 (bubo­nic pla­gue)  The sym­ptoms of the pla­gue inclu­ded a rosy red rash in the shape of a ring on the skin (Ring around the rosy). Pockets and pou­ches were fil­led with sweet smel­ling herbs ( or posies) which were car­ried due to the belief that the disease was trans­mit­ted by bad smells. The term »Ashes Ashes« refers to the crema­tion of the dead. The English ver­sion of »Ring around the rosy« repla­ces Ashes with (A-tishoo, A-tishoo) as vio­lent snee­zing was ano­ther sym­ptom of the disease. « Es liegt noch viel Dun­kel­heit in der Ver­gan­gen­heit begra­ben, wer die Mär­chen der Gebrü­der Grimm kennt weiß viel­leicht, das die Ori­gi­nal­aus­ga­ben für heu­tige Kin­der wohl eher nicht geeig­net wären.
  • Kon­zert­be­richt: Skinny Puppy auf dem Amphi 2010
    Shan Dark vom schwar­zen Pla­net schreibt über ihre Vor­liebe für Skinny Puppy und ihre Lei­den­schaft für mor­bide Ero­tik. »Ich könnte Ogre stun­den­lang zuse­hen. Trotz all dem visu­ell Ver­zerr­ten und Ver­stö­ren­den haben seine Bewe­gun­gen eine … nun ja … unbe­schreib­li­che Ero­tik. Er zuckt, ruckt, schwankt, schau­kelt, glei­tet, balanciert…und es sieht alles g-u-t und geschmei­dig aus.«
  • Exzes­sive Inter­net­nut­zung kann bei Jugend­li­chen zu Depres­sio­nen füh­ren
    Ich habe immer schon gewusst das das Inter­net nicht nur krank sein kann, son­dern auch krank machen kann: »Exzes­sive Inter­net­nut­zung wird von man­chen Psy­cho­lo­gen als Sucht inter­pre­tiert, weil die Ver­hal­tens­wei­sen den Sym­pto­men ähneln, die bei ande­ren Abhän­gig­kei­ten ent­ste­hen. Beschrie­ben wur­den auch psy­chi­sche Pro­bleme wie Aggres­sio­nen, Bezie­hungs­schwie­rig­kei­ten oder Depres­sio­nen, die exzes­sive Inter­net­nut­zung beglei­ten oder mög­li­cher­weise dahin­ter ste­hen.« Inter­es­sant ist hier die expli­zite Unter­su­chung des Inter­nets und nicht des Com­pu­ters oder eines Spiels im all­ge­mei­nen. Wir könn­ten dar­aus schlie­ßen, das das Inter­net auf für ten­den­zi­ell depres­sive Erwach­sene kein för­der­li­ches Medium ist. Liegt am Inter­net selbst, oder nicht eher am fal­schen Umgang damit?
  • TAZ: Kris­tina Schrö­ders Aussteiger-Hotline: “Hilfe, ich bin links”
    Sehr gelun­ge­ner, wenn auch (noch) fik­ti­ver Anruf bei der Aussteiger-Hotline für Links­ex­treme. Die TAZ schreibt: Den gan­zen Radi­kalen­scheiß und das stän­dige Belei­digt­sein end­lich hin­ter sich las­sen — ein taz-Autor wen­det sich dafür hil­fe­su­chend an die Linksextremisten-Hotline: »Was ver­spre­chen Sie sich von einem Aus­stieg? Ich frage nach Ihrer Moti­va­tion. Erst mal, dass ich nicht immer so belei­digt bin. Das fängt mor­gens beim Zei­tung­le­sen an: mit die­sem gan­zen ange­pass­ten Seich. Die man­gelnde Radi­ka­li­tät ärgert mich manch­mal so sehr, das ich mich in Gewalt­fan­ta­sien rein­stei­gere. Ich ver­stehe. Ja, da soll­ten wir uns wirk­lich Gedan­ken dar­über machen, wie man das abstel­len kann. Sie wür­den damit wie­der Lebens­freude zurück­ge­win­nen.«
  • The Power Of Pro­pa­ganda: A Secret Wish 25 Years On…
    Die Düs­sel­dor­fer 80er New-Waver von Pro­pa­ganda brin­gen eine Neu-Auflage ihres Albums »A Secret Wish« her­aus und ani­mie­ren den Quie­tus zu einem Fea­ture das zwar auf eng­lisch, dafür aber umso groß­ar­ti­ger geschrie­ben ist und eben­falls eine YouTube Samm­lung ihrer größ­ten Hits bereit hält. »Cele­bra­ting 25 years since its release, Propaganda’s A Secret Wish has just been reis­sued with a bonus disc of rari­ties. Wynd­ham Wal­lace con­fronts their Sturm und Drang«.
  • Geo­ca­ching — »Mensch gegen Nature»
    Bei Spree­blick gibt’s ein Video das nicht nur Geo­ca­ching erklärt, son­dern dar­über hin­aus auch noch mehr als unter­halt­sam ist. »Geo­ca­ching, die Schatz­su­che für Nerds, erfreut sich immer grö­ße­rer Beliebt­heit, kann man doch trotz Gadget-Fixierung vor­ge­ben, ein Inter­esse an der Natur zu haben. Wie das alles genau funk­tio­niert, erklärt Max Scholz in einem Kurz­film, der nach dem Klick zu sehen ist.« Schatz­su­cher für Nerds oder auch Schnit­zel­jagd für Erwach­sene — herr­lich.

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

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