27 Juli
Spontis Wochenschau #22
Nein, keine weiteren Links zum schrecklichen Unglück in Duisburg und keine Enthüllungen durch Wikileaks. Eigentlich war die Wochenschau schon für Sonntag vorbereitet, musste aber meinen Gedanken zur Duisburger Tragödie weichen. Es jedoch noch Nachrichten die nicht untergehen sollten, denn sonst verliert man zu schnell den Blick für die kleinen Dinge im Leben. Blogs sind in der Medienwelt angekommen, bloggen gehört zum Zeitgeist und sind für Nachrichtenmagazine wie die Aktuelle Stunde des WDR eine Möglichkeit die Zuschauer an einer selbst initiierten Diskussion teilhaben zu lassen.
Die Möglichkeit einige Kernthemen der Sendung im Anschluss oder noch während ihrer Ausstrahlung zu nutzen um seine Meinung kundzutun, wird rege genutzt. Dabei sind viele Kommentare meist gehaltvoller als der eigentliche Blogeintrag selbst — Kommentare polarisieren.
- Der echte Bücherfreund?
Schreibt Bettina Schulte in ihre Kolumne »E-Book-Boom: Es gibt noch Hoffnung« in der Badischen Zeitung, für die ich die Hoffnung eine weitsichtige und weltmännische Autorin schon aufgegeben habe. »In Amerika, dem Kontinent der unbeschwerten Mobilität und des bodenständigen Pragmatismus, mag ein Siegeszug des charakter– und formlosen E-Books ja möglich sein; man spart schließlich auch Zeit, wenn Suchprogramme einem gleich die interessanten Stellen liefern. Aber doch nicht in der Gutenberggalaxis mit ihrer unverdrossen blühenden Verlagslandschaft und dem Lieblingsbuchhändler um die Ecke! Welcher wahre Bücherfreund bestellt sein kostbares Gut seelenlos bei Amazon? Auch würde hier niemand freiwillig auf sein Billy verzichten. Es gibt noch Hoffnung. « Ich finde: Dies ist kein Lobgesang auf das gedruckte Wort, sondern ein Lehrstück Polemik das sowas von an der Realität vorbeigeht, das die Schwarte kracht. Cynx hat in seinem verlinkten Artikel seiner Meinung noch bessere Worte verliehen. - Mobid Ink: Memorial Tattoos
Bei Nerdcore gibt ein Interessantes Video zur gestochenen Ahnenverehrung. Die Rede ist von Tätowierungen, die einem verstorbenen Menschen gewidmet sind, einer der wenige legitimen Gründe sich ein solches Bild stechen zu lassen. Wie man erfährt, ist es auch für den Tätowierer selbst immer eine Ehre ein solche Werk stechen zu können, da er sich der Bedeutung für den Träger bewusst ist und dies in vielen Fällen ein Stück Vergangenheitsbewältigung darstellt. »Dr. John Troyer studies death. As deputy director at the University of Bath’s Centre for Death and Society, he’s come across a lot of different ways people deal with grief. One way he says people of all ages, all around the world grapple with loss: they get a tattoo.« In Zeiten, in denen Tätowierung der modischen Verzierung des Trägers dienen, eine erfrischende Hintergründige Abwechslung. - Steampunk in Japan
Captain Serenus von Clockworker hat mich auf einen sehr interessanten Blog gestoßen, der sich im speziellen Fall mit Steampunk, darüber hinaus aber auch mit der unglaublichen Crossing-Scene-Dressing Mentalität befasst, die sich hierzulande auch in Phänomen wie Gothic-Lolita oder auch Visual Kei äußert. La Carmina ist deshalb zurecht in meinen Feed-Reader gewandert um einfach einen Eindruck von dem zu bekommen, was ein paar tausend Kilometer weiter als Szene gelebt und erlebt wird. Zum Thema Steampunk schreibt sie: »Here’s the sad news: according to Kenny Creation, the steampunk scene in Japan is non-existent. “When I went to Wave Gothik Treffen 2009, I saw a lot of people wearing steampunk! I’m just stunned. I cannot find a lot of steampunk supplies in Tokyo, so I would like to extend more steampunk culture in Japan.” - Pfingstgeflüster 2010
Wer nochmal in Erinnerung schwelgen will und sich mit Impressionen vom WGT eindecken möchte, ich schon seit 2005 mit dem Pfingstgeflüster gut bedient. Für 8,90€ gibt es einen hübschen Bildband. »„Pfingstgeflüster“, der etwas andere Rückblick, welcher sich dem Wave Gotik Treffen, der Stadt Leipzig und der „schwarzen Szene« widmet, erscheint im Jahr 2010 bereits zum fünften Mal. Der Bild-Text-Band präsentiert die Arbeiten ausstellender und lesender Künstler. Besucher und Musiker lassen die Leser an ihren Erlebnissen und Gedanken teilhaben. Zahlreiche wunderbare Fotoaufnahmen von Besuchern und Konzerten bilden einen visuellen Höhepunkt.« Über Notwendigkeit lässt sich streiten, der Preis immerhin scheint fair für ein Stück Erinnerung. Ausführliche Rezension darüber gibt es demnächst hier im Blog. - Vorgehensweise bei Abmahnungen: Post vom Anwalt, was tun?
Je intensiver man sich im Netz bewegt, desto höher die Gefahr einer solchen, oft unberechtigten, Kostenfalle. Der Artikel fasst das Interessanteste zur Vorgehensweise bei Abmahnungen zusammen und sollte bei entsprechender Netznutzung unbedingt beherzigt werden. »Abmahnungen sind Schreiben von jemandem, der eine Rechtsverletzung beklagt. Sie dienen eigentlich einem sinnvollen und legitimen Zweck: dazu, eine gerichtliche Auseinandersetzung zu verhindern. Statt sofort zu Gericht zu gehen, soll derjenige, dessen Rechte verletzt wurden, den Verletzer zunächst anschreiben und ihm Gelegenheit geben, die Sache außergerichtlich aus der Welt zu schaffen. Das Prinzip der Abmahnung ist ein vorwiegend deutsches Phänomen, dass es in den meisten anderen Ländern so nicht gibt.« - Der Old-Spice Man & sein sinnbildliches Gegenstück
Wer kennt der Old-Spice Man nicht? Diese sympathische Werbung für eine schon gefühlte steinalte Parfümmarke ist nicht nur charmant, sondern auch beeindruckend. Noch ein bisschen charmanter ist allerdings die Antwort der Harold B. Lee Libary der Brigham University in Utah. Hier geht es nicht um den Geruch, sondern die Bildung. Zwei Dinge die erst auf den zweiten Blick zusammenpassen, den alte Bücher haben einen ebenso unverwechselbaren Duft.
Veröffentlicht von Robert
Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch
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Kategorie: Vernetzt, Wochenschau
Schlagwort: Abmahnung, Bücher, Old Spice, Steampunk, tattoo, WGT, Wochenschau

