27 Juli

Spontis Wochenschau #22

Kategorie: Vernetzt, Wochenschau — Jahrgang: 2010Keine Kommentare

Spontis WochenschauNein, keine wei­te­ren Links zum schreck­li­chen Unglück in Duis­burg und keine Ent­hül­lun­gen durch Wiki­leaks. Eigent­lich war die Wochen­schau schon für Sonn­tag vor­be­rei­tet, musste aber mei­nen Gedan­ken zur Duis­bur­ger Tra­gö­die wei­chen.  Es jedoch noch Nach­rich­ten die nicht unter­ge­hen soll­ten, denn sonst ver­liert man zu schnell den Blick für die klei­nen Dinge im Leben. Blogs sind in der Medi­en­welt ange­kom­men, blog­gen gehört zum Zeit­geist und sind für Nach­rich­ten­ma­ga­zine wie die Aktu­elle Stunde des WDR eine Mög­lich­keit die Zuschauer an einer selbst initi­ier­ten Dis­kus­sion teil­ha­ben zu lassen.

Die Mög­lich­keit einige Kern­the­men der Sen­dung im Anschluss oder noch wäh­rend ihrer Aus­strah­lung zu nut­zen um seine Mei­nung kund­zu­tun, wird rege genutzt. Dabei sind viele Kom­men­tare meist gehalt­vol­ler als der eigent­li­che Blog­ein­trag selbst — Kom­men­tare polarisieren.

  • Der echte Bücher­freund?
    Schreibt Bet­tina Schulte in ihre Kolumne »E-Book-Boom: Es gibt noch Hoff­nung« in der Badi­schen Zei­tung, für die ich die Hoff­nung eine weit­sich­tige und welt­män­ni­sche Auto­rin schon auf­ge­ge­ben habe. »In Ame­rika, dem Kon­ti­nent der unbe­schwer­ten Mobi­li­tät und des boden­stän­di­gen Prag­ma­tis­mus, mag ein Sie­ges­zug des cha­rak­ter– und form­lo­sen E-Books ja mög­lich sein; man spart schließ­lich auch Zeit, wenn Such­pro­gramme einem gleich die inter­es­san­ten Stel­len lie­fern. Aber doch nicht in der Guten­berg­ga­la­xis mit ihrer unver­dros­sen blü­hen­den Ver­lags­land­schaft und dem Lieb­lings­buch­händ­ler um die Ecke! Wel­cher wahre Bücher­freund bestellt sein kost­ba­res Gut see­len­los bei Ama­zon? Auch würde hier nie­mand frei­wil­lig auf sein Billy ver­zich­ten. Es gibt noch Hoff­nung. « Ich finde: Dies ist kein Lob­ge­sang auf das gedruckte Wort, son­dern ein Lehr­stück Pole­mik das sowas von an der Rea­li­tät vor­bei­geht, das die Schwarte kracht. Cynx hat in sei­nem ver­link­ten Arti­kel sei­ner Mei­nung noch bes­sere Worte verliehen.
  • Mobid Ink: Memo­rial Tat­toos
    Bei Nerd­core gibt ein Inter­es­san­tes Video zur gesto­che­nen Ahnen­ver­eh­rung. Die Rede ist von Täto­wie­run­gen, die einem ver­stor­be­nen Men­schen gewid­met sind, einer der wenige legi­ti­men Gründe sich ein sol­ches Bild ste­chen zu las­sen. Wie man erfährt, ist es auch für den Täto­wie­rer selbst immer eine Ehre ein sol­che Werk ste­chen zu kön­nen, da er sich der Bedeu­tung für den Trä­ger bewusst ist und dies in vie­len Fäl­len ein Stück Ver­gan­gen­heits­be­wäl­ti­gung dar­stellt. »Dr. John Troyer stu­dies death. As deputy direc­tor at the Uni­ver­sity of Bath’s Centre for Death and Society, he’s come across a lot of dif­fe­rent ways people deal with grief. One way he says people of all ages, all around the world grapple with loss: they get a tat­too.« In Zei­ten, in denen Täto­wie­rung der modi­schen Ver­zie­rung des Trä­gers die­nen, eine erfri­schende Hin­ter­grün­dige Abwechslung.
  • Steam­punk in Japan
    Cap­tain Sere­nus von Clock­wor­ker hat mich auf einen sehr inter­es­san­ten Blog gesto­ßen, der sich im spe­zi­el­len Fall mit Steam­punk, dar­über hin­aus aber auch mit der unglaub­li­chen Crossing-Scene-Dressing Men­ta­li­tät befasst, die sich hier­zu­lande auch in Phä­no­men wie Gothic-Lolita oder auch Visual Kei äußert. La Car­mina ist des­halb zurecht in mei­nen Feed-Reader gewan­dert um ein­fach einen Ein­druck von dem zu bekom­men, was ein paar tau­send Kilo­me­ter wei­ter als Szene gelebt und erlebt wird. Zum Thema Steam­punk schreibt sie: »Here’s the sad news: accor­ding to Kenny Crea­tion, the steam­punk scene in Japan is non-existent. “When I went to Wave Gothik Tref­fen 2009, I saw a lot of people wea­ring steam­punk! I’m just stun­ned. I can­not find a lot of steam­punk supplies in Tokyo, so I would like to extend more steam­punk cul­ture in Japan.
  • Pfingst­ge­flüs­ter 2010
    Wer noch­mal in Erin­ne­rung schwel­gen will und sich mit Impres­sio­nen vom WGT ein­de­cken möchte, ich schon seit 2005 mit dem Pfingst­ge­flüs­ter gut bedient. Für 8,90€ gibt es einen hüb­schen Bild­band.  »„Pfingst­ge­flüs­ter“, der etwas andere Rück­blick, wel­cher sich dem Wave Gotik Tref­fen, der Stadt Leip­zig und der „schwar­zen Szene« wid­met, erscheint im Jahr 2010 bereits zum fünf­ten Mal. Der Bild-Text-Band prä­sen­tiert die Arbei­ten aus­stel­len­der und lesen­der Künst­ler. Besu­cher und Musi­ker las­sen die Leser an ihren Erleb­nis­sen und Gedan­ken teil­ha­ben. Zahl­rei­che wun­der­bare Foto­auf­nah­men von Besu­chern und Kon­zer­ten bil­den einen visu­el­len Höhe­punkt.« Über Not­wen­dig­keit lässt sich strei­ten, der Preis immer­hin scheint fair für ein Stück Erin­ne­rung. Aus­führ­li­che Rezen­sion dar­über gibt es dem­nächst hier im Blog.
  • Vor­ge­hens­weise bei Abmah­nun­gen: Post vom Anwalt, was tun?
    Je inten­si­ver man sich im Netz bewegt, desto höher die Gefahr einer sol­chen, oft unbe­rech­tig­ten, Kos­ten­falle. Der Arti­kel fasst das Inter­es­san­teste zur Vor­ge­hens­weise bei Abmah­nun­gen zusam­men und sollte bei ent­spre­chen­der Netz­nut­zung unbe­dingt beher­zigt wer­den. »Abmah­nun­gen sind Schrei­ben von jeman­dem, der eine Rechts­ver­let­zung beklagt. Sie die­nen eigent­lich einem sinn­vol­len und legi­ti­men Zweck: dazu, eine gericht­li­che Aus­ein­an­der­set­zung zu ver­hin­dern. Statt sofort zu Gericht zu gehen, soll der­je­nige, des­sen Rechte ver­letzt wur­den, den Ver­let­zer zunächst anschrei­ben und ihm Gele­gen­heit geben, die Sache außer­ge­richt­lich aus der Welt zu schaf­fen. Das Prin­zip der Abmah­nung ist ein vor­wie­gend deut­sches Phä­no­men, dass es in den meis­ten ande­ren Län­dern so nicht gibt
  • Der Old-Spice Man & sein sinn­bild­li­ches Gegen­stück
    Wer kennt der Old-Spice Man nicht? Diese sym­pa­thi­sche Wer­bung für eine schon gefühlte stein­alte Par­füm­marke ist nicht nur char­mant, son­dern auch beein­dru­ckend. Noch ein biss­chen char­man­ter ist aller­dings die Ant­wort der Harold B. Lee Libary der Brig­ham Uni­ver­sity in Utah. Hier geht es nicht um den Geruch, son­dern die Bil­dung. Zwei Dinge die erst auf den zwei­ten Blick zusam­men­pas­sen, den alte Bücher haben einen ebenso unver­wech­sel­ba­ren Duft.

Veröffentlicht von

Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Vernetzt, Wochenschau
Schlagwort: , , , , , ,

Verwandte Artikel

Schreibe einen Kommentar

Hilfe bei der Kommentareingabe?