12 Mai

Spontis Wochenschau #15

Kategorie: Vernetzt, Wochenschau — Jahrgang: 20104 Kommentare

Spontis WochenschauWie immer völ­lig ver­spä­tet die (aktu­elle) Wochen­schau. Ich bin aber auch irgend­wie urlaubs­reif, über­reif. Die Tage ver­ge­hen wie im Fluge, die Zeit scheint aus fein­kör­ni­gem Sand zwi­schen den Fin­ger zu zer­rin­nen. Kaum hat der Tag seine ers­ten Son­nen­strah­len auf die müden Augen­li­der wirft stellt sich auch das Gefühl der Pflicht­er­fül­lung ein, das sich schein­bar erst wie­der mit den letz­ten Atem­zü­gen des Tages legt. Es fehlt die Lan­ge­weile. Klingt jetzt komisch, ist aber so. Lan­ge­weile ist nicht schlech­tes und sollte sich hin und wie­der auch in unse­rem eige­nen Leben breit­ma­chen, wenn es denn klappt.  Man könnte ja fast anneh­men wir haben ver­lernt, nichts zu tun. Doch genug von geheu­chel­ter Phi­lo­so­phie. Hier könnt ihr schon mal anfan­gen mit dem nichts tun, lehnt euch gelang­weilt zurück und schiebt lust­los die Maus über den Bild­schirm. Ich habe ein paar Dinge hin­ter­legt die den Zei­ge­fin­ger dazu bewe­gen könn­ten, einen Druck­re­flex aus­zu­üben. Ver­sucht es mal, tut rich­tig gut!

  • Info­gra­fik: Wie­viel ver­dient ein Musi­ker mit dem Online-Verkauf sei­ner Werke?
    Ein sehr anschau­li­che Gra­fik die zeigt, wie viele sei­ner Werke ein Musi­ker ver­kau­fen muss um sein Leben von der Musik zu bestrei­ten. Dabei nimmt die not­wen­dige Anzahl der Lie­der mit den Ver­triebs­we­gen Expo­nen­ti­ell zu. Wahn­sinn wie viel sich iTu­nes oder Ama­zon für den Ver­kauf eines Musik­stü­ckes in die eigene Tasche ste­cken. Um rund 1000€ im Monat zu ver­die­nen, müsste er bei iTu­nes seine Songs 12.399 mal ver­kau­fen. Dabei hat der Ver­trieb dann mehr als 7000€ ein­ge­bracht.  Ich habe nichts gegen Online-Musik, auch ich pro­fi­tiere von der Mög­lich­keit schnell und unpro­ble­ma­tisch an Lie­der mei­nes Begeh­rens zum kom­men, manch­mal lohnt es sich jedoch, bei den Künst­lern selbst vor­bei­zu­schauen und die Anzahl derer, die auch davon pro­fi­tie­ren, mög­lichst gering zu halten.
  • Wie Deutsch­land Zensur-Vizeweltmeister wurde
    Google ver­öf­fent­licht eine Sta­tis­tik die zeigt, wie oft aus Län­dern Anfra­gen gestellt wur­den Sei­ten aus den Such­er­geb­nisse zu ent­fer­nen. »Sper­ren, löschen, Per­so­nen iden­ti­fi­zie­ren: Google macht jetzt erst­mals öffent­lich, wel­che Staa­ten sol­che Anfra­gen stel­len. Bei der Ent­fer­nung von Videos, Blog­ein­trä­gen und Suchtref­fern lan­det Deutsch­land auf Platz zwei hin­ter Bra­si­lien — die Gründe sind über­ra­schend banal.« Nicht das diese Ent­fer­nun­gen nicht rech­tens wären, nein, hier geht alles mit Rech­ten Din­gen vor und genau das ist auch das Problem.
  • The Return of Adam Ant: „I dress up funny, that’s what I do for a living“
    Kennt ihr den noch? Die Sym­biose aus Rock-n-Roll und New Roman­tik hört auf den Namen Adam Ant (Ameise), den Schwarm der weib­li­chen Hälfte die­ser bun­ten Jugend­be­we­gung. Songs wie Stand and Deli­ver, Dog eat Dog, Goody Two Shoes oder auch Prince Char­ming mach­ten ihn unver­ges­sen. 1985 endete seine Kar­riere vor­läu­fig, litt der Musi­ker doch unter einer Bipo­la­ren Stö­rung (manisch-depressiv)  die immer mehr zum Vor­schein kam. 2002 zer­schlu­gen sich daran auch Pläne für eine 80er-Tribute-Tour. Jetzt kommt aber der Quie­tus mit einem lan­gem und aus­führ­li­chen Inter­view daher in dem Ant über sich, die 80er, Joy Divi­son und die Sex-Pistols redet und dabei unver­hofft offen und unver­krampft wirkt. Ein ziem­lich groß­ar­ti­gen Arti­kel dar­über und einige mul­ti­me­diale Zeit­zeu­gen gibt es bei Nerd­core zu finden.
  • The Evil Dead – Tanz der Teu­fel in 60 Sekun­den mit Knet­fi­gu­ren nach­ge­spielt
    Bei Uwe habe ich jüngst ein hüb­sches Remake des Films Tanz der Teu­fel gefun­den: »Mein Welt­bild ist zer­stört. Ich dachte 30 Sekun­den lang Filme mit gezeich­ne­ten Hasen zusam­men­fas­sen sei schon nicht mehr zu top­pen. Aber mit Knet­fi­gu­ren? Die B-Note ist gerade durch die Decke geschos­sen vor lau­ter Begeis­te­rung. Oh, nur als kleine War­nung trotz der Knete, das Vor­bild ist, wie sagt man noch gleich, „Bun­des­weit beschlag­nahmt“ – auch Knete kann böse sein.« Ich teile seine Ein­schät­zung und auch die Erin­ne­rung an die­sen Klas­si­ker des Horrorfilms.
  • Be Water my Fri­end
    Kon­fu­zius wird total über­be­wer­tet, nicht er ist für die wirk­li­chen Weis­hei­ten ver­ant­wort­lich, son­dern jemand ganz ande­res. Der asia­ti­sche Bru­der von Chuck Nor­ris sagt: »I say: Empty your Mind, be form­less, shape­l­ess, like Water. You put Water in a Cup, it become’s the Cup, you put Water in a Teapot, it beco­mes the Teapot. Now, Water can flow or it can crash. Be Water my Fri­end«. In die­sem Sinne, Ruhe in Frie­den Bruce Lee.
(Bild­quelle: Bundesarchiv@Wikipedia)

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Vernetzt, Wochenschau
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4 Kommentare

  1. Ich muß Dir lei­der wider­spre­chen. Lan­ge­weile ist grau­en­haft. Sie ist unpro­duk­tiv, sie schmerzt, und sie führt zu nichts.

  2. Dar­auf habe ich spe­ku­liert. Viel­leicht ver­wech­sele ich Lan­ge­weile mit Ruhe, der erste Absatz ist etwas unre­flek­tiert, des­halb muss ich dei­nen Wider­spruch anstands­los akzeptieren :)

  3. Hihi, ich liebe die­ses Bruce-Lee-Zitat ^^
    Und das mit dem Online-Verkauf von Musik finde ich aus­ge­spro­chen inter­es­sant, möchte ich doch selbst irgend­wann auch mal mei­nen Kram unter die Men­schen brin­gen… CD Baby macht jeden­falls auf den ers­ten Blick einen sehr guten Ein­druck… Vie­len lie­ben Dank für die­sen Beitrag!

  4. @Karnstein: Nichts zu dan­ken, werde ja mal irgend­wann dei­nen Kram unter mei­ner Ohren bekom­men und objek­tiv rezen­sie­ren. »Be water my friend…«

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