12 Mai
Spontis Wochenschau #15
Wie immer völlig verspätet die (aktuelle) Wochenschau. Ich bin aber auch irgendwie urlaubsreif, überreif. Die Tage vergehen wie im Fluge, die Zeit scheint aus feinkörnigem Sand zwischen den Finger zu zerrinnen. Kaum hat der Tag seine ersten Sonnenstrahlen auf die müden Augenlider wirft stellt sich auch das Gefühl der Pflichterfüllung ein, das sich scheinbar erst wieder mit den letzten Atemzügen des Tages legt. Es fehlt die Langeweile. Klingt jetzt komisch, ist aber so. Langeweile ist nicht schlechtes und sollte sich hin und wieder auch in unserem eigenen Leben breitmachen, wenn es denn klappt. Man könnte ja fast annehmen wir haben verlernt, nichts zu tun. Doch genug von geheuchelter Philosophie. Hier könnt ihr schon mal anfangen mit dem nichts tun, lehnt euch gelangweilt zurück und schiebt lustlos die Maus über den Bildschirm. Ich habe ein paar Dinge hinterlegt die den Zeigefinger dazu bewegen könnten, einen Druckreflex auszuüben. Versucht es mal, tut richtig gut!
- Infografik: Wieviel verdient ein Musiker mit dem Online-Verkauf seiner Werke?
Ein sehr anschauliche Grafik die zeigt, wie viele seiner Werke ein Musiker verkaufen muss um sein Leben von der Musik zu bestreiten. Dabei nimmt die notwendige Anzahl der Lieder mit den Vertriebswegen Exponentiell zu. Wahnsinn wie viel sich iTunes oder Amazon für den Verkauf eines Musikstückes in die eigene Tasche stecken. Um rund 1000€ im Monat zu verdienen, müsste er bei iTunes seine Songs 12.399 mal verkaufen. Dabei hat der Vertrieb dann mehr als 7000€ eingebracht. Ich habe nichts gegen Online-Musik, auch ich profitiere von der Möglichkeit schnell und unproblematisch an Lieder meines Begehrens zum kommen, manchmal lohnt es sich jedoch, bei den Künstlern selbst vorbeizuschauen und die Anzahl derer, die auch davon profitieren, möglichst gering zu halten. - Wie Deutschland Zensur-Vizeweltmeister wurde
Google veröffentlicht eine Statistik die zeigt, wie oft aus Ländern Anfragen gestellt wurden Seiten aus den Suchergebnisse zu entfernen. »Sperren, löschen, Personen identifizieren: Google macht jetzt erstmals öffentlich, welche Staaten solche Anfragen stellen. Bei der Entfernung von Videos, Blogeinträgen und Suchtreffern landet Deutschland auf Platz zwei hinter Brasilien — die Gründe sind überraschend banal.« Nicht das diese Entfernungen nicht rechtens wären, nein, hier geht alles mit Rechten Dingen vor und genau das ist auch das Problem. - The Return of Adam Ant: „I dress up funny, that’s what I do for a living“
Kennt ihr den noch? Die Symbiose aus Rock-n-Roll und New Romantik hört auf den Namen Adam Ant (Ameise), den Schwarm der weiblichen Hälfte dieser bunten Jugendbewegung. Songs wie Stand and Deliver, Dog eat Dog, Goody Two Shoes oder auch Prince Charming machten ihn unvergessen. 1985 endete seine Karriere vorläufig, litt der Musiker doch unter einer Bipolaren Störung (manisch-depressiv) die immer mehr zum Vorschein kam. 2002 zerschlugen sich daran auch Pläne für eine 80er-Tribute-Tour. Jetzt kommt aber der Quietus mit einem langem und ausführlichen Interview daher in dem Ant über sich, die 80er, Joy Divison und die Sex-Pistols redet und dabei unverhofft offen und unverkrampft wirkt. Ein ziemlich großartigen Artikel darüber und einige multimediale Zeitzeugen gibt es bei Nerdcore zu finden. - The Evil Dead – Tanz der Teufel in 60 Sekunden mit Knetfiguren nachgespielt
Bei Uwe habe ich jüngst ein hübsches Remake des Films Tanz der Teufel gefunden: »Mein Weltbild ist zerstört. Ich dachte 30 Sekunden lang Filme mit gezeichneten Hasen zusammenfassen sei schon nicht mehr zu toppen. Aber mit Knetfiguren? Die B-Note ist gerade durch die Decke geschossen vor lauter Begeisterung. Oh, nur als kleine Warnung trotz der Knete, das Vorbild ist, wie sagt man noch gleich, „Bundesweit beschlagnahmt“ – auch Knete kann böse sein.« Ich teile seine Einschätzung und auch die Erinnerung an diesen Klassiker des Horrorfilms. - Be Water my Friend
Konfuzius wird total überbewertet, nicht er ist für die wirklichen Weisheiten verantwortlich, sondern jemand ganz anderes. Der asiatische Bruder von Chuck Norris sagt: »I say: Empty your Mind, be formless, shapeless, like Water. You put Water in a Cup, it become’s the Cup, you put Water in a Teapot, it becomes the Teapot. Now, Water can flow or it can crash. Be Water my Friend«. In diesem Sinne, Ruhe in Frieden Bruce Lee.
(Bildquelle: Bundesarchiv@Wikipedia)
Veröffentlicht von Robert
Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch
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Kategorie: Vernetzt, Wochenschau
Schlagwort: Wochenschau


hat bereits 259 Kommentare abgegeben und schrieb am 14. Mai 2010 um 18:58:
Ich muß Dir leider widersprechen. Langeweile ist grauenhaft. Sie ist unproduktiv, sie schmerzt, und sie führt zu nichts.
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 15. Mai 2010 um 06:25:
Darauf habe ich spekuliert. Vielleicht verwechsele ich Langeweile mit Ruhe, der erste Absatz ist etwas unreflektiert, deshalb muss ich deinen Widerspruch anstandslos akzeptieren :)
hat bereits 162 Kommentare abgegeben und schrieb am 23. Mai 2010 um 11:50:
Hihi, ich liebe dieses Bruce-Lee-Zitat ^^
Und das mit dem Online-Verkauf von Musik finde ich ausgesprochen interessant, möchte ich doch selbst irgendwann auch mal meinen Kram unter die Menschen bringen… CD Baby macht jedenfalls auf den ersten Blick einen sehr guten Eindruck… Vielen lieben Dank für diesen Beitrag!
hat bereits 1744 Kommentare abgegeben und schrieb am 25. Mai 2010 um 20:40:
@Karnstein: Nichts zu danken, werde ja mal irgendwann deinen Kram unter meiner Ohren bekommen und objektiv rezensieren. »Be water my friend…«