9 April

Spontis Wochenschau #12

Kategorie: Vernetzt, Wochenschau — Jahrgang: 20103 Kommentare

Nach­rich­ten sind Infor­ma­tio­nen, die jemand für uns zusam­men­trägt um sie uns in kom­pak­ter Form zu prä­sen­tie­ren. In Zei­ten des Inter­net baut man sich seine Nach­rich­ten selbst und stellt sich die Infor­ma­ti­ons­quel­len zusam­men, die man ver­fol­gen möchte. Im Falle der Blog­ger sind das Feed’s, die man abon­nie­ren kann um auf dem lau­fen­den zu blei­ben. Ich per­sön­lich nutze den Google Rea­der, der in der eng­lisch­spra­chi­gen Ver­sion bereits um eine sinn­volle Option erwei­tert wurde, das Ver­fol­gen von Inter­net­sei­ten ohne Feeds.
Auch klas­si­sche Nach­rich­ten­por­tale wie bei­spiels­weise Spiegel-Online bie­ten die Mög­lich­keit die Infor­ma­tio­nen als Feed zu abon­nie­ren, teil­weise sogar mit der Mög­lich­keit sie im Vor­feld schon auf bestimmte The­men­be­rei­che zu spe­zia­li­sie­ren. Wenn man so möchte, baut sich seine Tages­zei­tung selbst. Die Wochen­schau wie­derum ist die Essenz mei­ner Nach­rich­ten, das was mich in der Woche beson­ders bewegt, berührt oder begeis­tert hat. Warum ich das schreibe? Jüngst erreichte mich ein E-Mail, in der der Ver­fas­ser das Prin­zip mei­ner Wochen­schau hin­ter­fragte und wis­sen wollte, woher ich das alles habe. Nach dem über­win­den mei­ner eige­nen Eng­stir­nig­keit bin ich dann zu dem Schluss gekom­men, das meine eigene Affi­ni­tät für das Netz den Blick für die Fra­gen ande­rer Men­schen trübt. Manch­mal muss man über sei­nen eige­nen Schat­ten sprin­gen und auch auf Fra­gen ant­wor­ten, die einem selbst als dumm und läs­tig erscheinen.

  • Rap­per Bushido erneut als Pla­gia­tor ver­ur­teilt
    Nach einem Gerichts­ur­teil aus Ham­burg muss der Rap­per für 13 sei­ner Songs Scha­den­er­satz an die fran­zö­si­sche Gothic-Formation Dark Sanc­tuary leis­ten. Das Gericht sah es als erwie­sen an, das er »in ins­ge­samt 13 Lie­dern Songfrag­mente der Gothic-Band Dark Sanc­tuary ohne ent­spre­chende Erlaub­nis ver­wen­det und damit deren Rechte als Kom­po­nis­ten, Künst­ler und Inha­ber der Ver­wer­tungs­rechte ver­letzt zu haben. Die elf Alben, Sin­gles und Sam­pler, auf denen die Songs ver­öf­fent­licht wor­den waren, dür­fen laut Beschluss der Rich­ter ab sofort nicht mehr ver­kauft wer­den. Bereits aus­ge­lie­ferte Ton­trä­ger muss die Plat­ten­firma zurück­ru­fen und ver­nich­ten.« Das die Fran­zo­sen davon nicht begeis­tert waren, kann man sich vor­stel­len. Bereits 2007 hatte Bushido Ärger mit dem Urhe­ber­recht, er bediente sich bei der nor­we­gi­schen Metal­band Dimmu Bor­gir, der Streit wurde sei­ner­zeit außer­ge­richt­lich geklärt. Ich bin gespannt, ob er da wie­der raus kommt, beson­ders vor dem Hin­ter­grund, das Bushido selbst für Urhe­ber­rechts­ver­let­zun­gen sei­ner Songs abmah­nen lässt. In sei­nem eige­nen Forum lässt sinn­ge­mäß schrei­ben, das er mit Leu­ten die »seine« Songs bei YouTube oder MyVi­deo hoch­la­den kur­zen Pro­zess machen wird. (Screen­shot)
  • PS22 Cho­rus covert Just Dance von Lady GaGa
    Das ist kein Syn­the­si­zer son­dern ein Kin­der­chor aus New Yorks Stadt­teil Sta­ten Island, der sich durch zahl­rei­che Cover nam­haf­ter Songs einen Namen gemacht hat. Hier liegt groß­ar­ti­ges Talent ver­bor­gen, wie das Video von Lady GaGa’s Song erah­nen lässt. Dank dem groß­ar­ti­gen Enga­ge­ment ihres Musik­leh­rers und Chor­lei­ters Gregg Brein­berg, der die gemein­same Arbeit mit den Kin­dern in sei­nem Blog doku­men­tiert, haben es die Kids schon zu einer gewis­sen Berühmt­heit gebracht. Uwe schreibt dazu: »Ich muss mir gerade an den Kopf fas­sen. Das Video ist von 2009 und ich habe nicht ein Wort, nicht eine Silbe vom PS22 Cho­rus mit­be­kom­men? Ihr Schweine. Aber egal, das wird jetzt nach­ge­holt, Ton für Ton! Music makes the world go round.«
  • Peter Hook to play Joy Division’s Unknown Plea­su­res live
    Der ehe­ma­lige Bas­sist bei Joy Divi­sion und New Order möchte die Gele­gen­heit des 30. Todes­ta­ges von Ian Cur­tis († 18. Mai 1980) nut­zen, das Album Unknown Plea­su­res mit zahl­rei­chen Gäste in sei­ner Gesamt­heit zu inter­pre­tie­ren. Wer gedenkt, in der Zeit vom 11. April bis etwa Ende Mai nach Eng­land zu rei­sen, sollte die Gele­gen­heit am Schopfe ergreifen.
  • Abschied vom Ideal der objek­ti­ven Schön­heit — Mal­com McLa­ren (22. Januar 1946 — 8. April 2010)
    Die Spex schreibt, hin­zu­zu­fü­gen ist dem nichts: »Mal­colm McLa­ren ist ges­tern in einem Schwei­zer Hos­pi­tal im Alter von 64 Jah­ren gestor­ben. Der Künst­ler, den man genauso als genia­len Mana­ger, Desi­gner, Pro­vo­ka­teur, Impre­sa­rio, Aus­beu­ter und Pres­se­ma­ni­pu­la­tor bezeich­nen konnte, litt seit eini­gen Jah­ren an der sel­te­nen Krebs­art Meso­t­he­liom, ohne dies publik zu machen. Sein Zustand schien lange Zeit sta­bil. Im Okto­ber brach die Krank­heit erneut aus. Mit McLa­ren, der in den Sieb­zi­gern als Mana­ger der Sex Pis­tols berühmt wurde, ver­liert die Kunst– und Pop­welt einen ihrer wich­tigs­ten Vor­den­ker.« Ruhe er in Frieden.
  • Chi­ne­si­sche Kopie von Whit­ney Hous­tons — I will always love you
    Sowas würde ich nor­mal gar nicht erst erwäh­nen, denn Cas­ting­shows finde ich grau­sig. Aber die­ses Video ist mal so rich­tig anders, den die­ser etwas kräf­tige, chi­ne­si­sche Junge mit der Fri­sur einer Reis­schale singt die­sen Song sowas von nah dran am Ori­gi­nal, das es einem die Hufen umdreht. Eigent­lich würde man jedem Teil­neh­mer abra­ten die­sen Song zu sin­gen, denn er zählt zwar nicht zu den bes­ten Songs, aber wohl zu den schwie­rigs­ten die man sich antun kann. Waren chi­ne­si­sche Kopien bis­lang nur bil­lige Pla­giate west­li­cher Mar­ken­pro­dukte erreicht die­ser junge Mann unge­ahnte Qua­li­tät.
(Bil­der­quelle: Bundesarchiv@Wikipedia)

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Vernetzt, Wochenschau
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3 Kommentare

  1. Yay und puh zu glei­chen Tei­len, es gibt noch Leute nach mir die von den groß­ar­ti­gen Kids erfah­ren! :D

  2. @Uwe: Daher ist auch das kon­se­quente igno­rie­ren von Aus­sa­gen wie »Blogge nicht dar­über, wor­über andere bereits geb­loggt haben« so wich­tig. Genauso wich­tig sich nicht dafür zu schä­men, etwas von bei­spiels­weise 2008 noch als neu und auf­re­gend zu empfinden.

  3. Rob, Voll­tref­fer! Was für den einen stein­alt ist muss der Nächste noch nie im Leben gese­hen haben.. man stelle sich mal vor jeder würde es irgendwo sehen und es nicht wei­ter tra­gen.. wäre ne ganz schöne Stille und Flaute hier im offe­nen Netz.

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