12 März
Spontis Wochenschau #09
Schluss aus! Ich versuche erst gar nicht mehr mich zu rechtfertigen, die meisten wissen warum. Immerhin, die Woche war Ereignisreich. Im Hause Spontis hat man sich um die Urlaubsplanung gekümmert und intensiv das Internet dazu benutzt Reisen zu buchen. Unter anderem werden wir Pfingsten zu Gast in Leipzig sein (dazu später mehr) und Ende Juni auch wieder mal nach London düsen (auch dazu später mehr). Es lohnt sich übrigens hier Angebote zu vergleichen und die Reise in die eigene Hand zu nehmen, auch wenn das natürlich eine Menge Arbeit ist.
Der Feed-Reader war während dessen wieder besonders aktiv, oder besser gesagt die Blogs die selbiger regelmäßig besucht, ich habe es kaum geschafft mich adäquat durch allen Artikel zu wühlen. Ist es wirklich so wichtig wie der Graf von Unheilig richtig heißt? Brauchen wir eine grüne Initiative aus der Goth-Szene? Und überhaupt mit welcher Berechtigung wird der Käßmann Respekt ausgesprochen? Garniert mit den 15 besten Song-Filmszenen-Symbiosen und einem Filmnoir Mashup zu Massiv Attacks »Angel« ergibt sich dieses mal ein besonders dunkler Wochenrückblick, was ich persönlich als sehr angenehm empfinde.
- Wer versteckt sich hinter dem Chartstürmer?
Die Bild betreibt wieder eiskalten Enthüllungsjournalismus und deckt den angeblich richtig Namen des Grafen von Unheilig auf: »Er heißt eigentlich Bernd Heinrich, ist geschätzte 35 und kommt aus Aachen. Er lernte den Beruf des Hörgeräte-Akustikers, verschrieb sich aber schnell der Musik. Seit zehn Jahren feiert er in der Untergrund-Musikszene Erfolge, genießt Kultstatus.« Die Presseagentur dpa schreibt in ihrer Meldung: »Hamburg (dpa) — Er nennt sich selbst «der Graf» und seine Band Unheilig — das weckt Assoziationen an Vampire, schwarze Messen und satanische Musik. […] «Der Graf» ist gar keiner und will auch keiner sein, er heißt einfach nur so: Bernd Heinrich Graf, so jedenfalls wird es kolportiert, denn er selbst hört und sieht das gar nicht gern; am liebsten würde er seine Identität komplett geheim halten.« Ich wusste bis dato gar nicht, das es satanische Musik überhaupt gibt, die einzige Assoziation die diese Artikel in mir wecken ist Sensationsgeilheit, wen interessiert es wie der Graf richtig heißt? Bild dir deine Meinung! - Goth for Earth — Grüne Party für die schwarze Szene
»Die Umweltinitiative GOTH FOR EARTH feiert am 3. April 2010 die Gründung des gleichnamigen Vereins mit einer rauschenden Party im Pathos Theater München. Neben Programm mit 3 DJs werden Biogetränke, Lichtinstallation und natürlich Infos zum grünen Thema und zur Initiative geboten. Im Zentrum steht jedoch eine Party für Leute, die gemeinsam etwas verändern wollen — in Ihrem Club — in Ihrer Szene.« Verstehe gar nicht, warum jetzt schon wieder »Goth« drauf geklebt wird. Ist das jetzt ein Sticker für besondere Aufmerksamkeit? Nichts gegen Umweltprojekte, aber dafür brauche ich kein schwarzes Label. - Margot Käßmann: Kein Respekt für Alkohol-Lenker
Aus der Seele gesprochen hat mir astrodicticum simplex, mit seinem Statement zur Käßmann Affäre: »Würde man auch »Respekt« vor Bischöfin Käßmann haben, wenn sie bei ihrer Fahrt unter Alkoholeinfluß einen Menschen verletzt oder getötet hätte? Würde man sie für ihren Rücktritt loben und ihre Entscheidung als »verantwortungsbewusst« und sie selbst als »Vorbild« hinstellen?« Alkohol am Steuer ist keine Bagatelle, ich wünsche mir schon seit langem 0,0 Promille. Ein Glas geht? Unsinn. Kein falscher Respekt für eine Frau die wusste, das sie Alkohol getrunken hat und sich trotzdem ans Steuer gesetzt hat. - Die 15 besten Song-Filmszenen-Symbiosen
Bei freeQnet gibt es einen ganz besonderen Leckerbissen. Der Einsatz von Musik in Filmen im Top 15 Durchlauf. »Geht es euch auch so? Es gibt so Songs, die mich sofort an einen Film oder eine spezielle Filmszene erinnern, sobald ihre ersten Takte erklingen, weil eben diese Songs den Film oder die Szene erst zu dem gemacht haben, was sie sind. Wie hätte z.B. das Ende von Fight Club gewirkt, wäre dort nicht “Where Is My Mind” von den Pixies eingespielt worden? Hätte die große Überdosis-Szene in Trainspotting das selbe ausgedrückt, wenn man sie nicht mit Lou Reed’s “Perfect Day” unterlegt hätte?« Großartig. Unbedingt reinklicken.
Veröffentlicht von Robert
Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch
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Kategorie: Vernetzt, Wochenschau
Schlagwort: Film Noir, Goth for Earth, Margot Käßmann, Unheilig, Wochenschau


hat bereits 26 Kommentare abgegeben und schrieb am 12. März 2010 um 19:04:
Vielen Dank für’s Verlinken! :)
hat bereits 162 Kommentare abgegeben und schrieb am 13. März 2010 um 16:54:
dpa, na herrlich… Ich denke gerade an Tenacious D, bei denen der Leibhaftige in die Saiten greift — DAS ist mal satanische Musik :)
Muss man es nicht lieben, wenn Leute effektheischend über vermeintliche Teufelsanbeter schreiben wollen und dabei nicht einmal den Unterschied zwischen »satanisch« und »satanistisch« auf die Reihe kriegen?
hat bereits 1743 Kommentare abgegeben und schrieb am 14. März 2010 um 19:25:
@beetFreeQ: gerne :)
@von Karnstein: Es bereitet mir immer wieder Freude die Unzulänglichkeiten der Boulevard Presse zu verfolgen. »Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten…« (Dieter Nuhr)