14 Februar

Spontis Wochenschau #06

Kategorie: Vernetzt, Wochenschau — Jahrgang: 20104 Kommentare

Eine schöne Zeit für wirk­lich jeden Kar­ne­va­lis­ten, einer Zeit in der man mal unge­zwun­gen fröh­lich sein darf. Unter dem Joch des Kar­ne­val lebt es sich ganz ent­spannt. Eine Zeit, in der andere Men­schen gar nicht mehr auf­fal­len, weil alle mal so sind wie sie viel­leicht sein wol­len. Gruf­ties, Vam­pire, Goths und Cybers gehen im all­ge­mei­nen rhei­ni­schen Getüm­mel unter und las­sen eine ganz fremde und neue Tole­ranz auf­flam­men, die den Nicht-Karnevalisten schon mal aus der Bahn wer­fen kann. Meine Mei­nung? Wir sind immer so, ihr braucht när­ri­sche Tage um das zu leben was ihr euch wünscht. Aber die­ses mal führe ich euch auf’s Glatt­eis und ver­kleide mich als Pirat, par­ti­zi­piere und gehe für 1 Woche mal in der Masse unter, so wie ihr den Rest des Jah­res. Ein lee­res Gefühl irgend­wie. Doch Kar­ne­val ist nicht alles was diese Tage so pas­siert, im Netz kann man keine Papp­nase auf­set­zen, freut sich aber immer über die gefühlte Viel­sei­tig­keit. Lachen und Trau­rig­keit, Absto­ßen­des und Anzie­hen­des, alles liegt im Netzt so dicht zusam­men das es manch­mal schwer fällt das in sei­nen eige­nen Maß­stäbe zu pres­sen. Ich werde euch hel­fen! Und wenn nicht, dann habe ich es wenigs­tens versucht.

  • Daten kann man nicht steh­len
    Ich glaube ich ziehe nach Bay­ern. Da gibt es noch Jus­tiz­mi­nis­te­rin­nen, die end­lich mal Klar­text spre­chen. Beate Merk kom­men­tiert den Ankauf der Steuersünder-CD mit sehr wei­sen Wor­ten: »Da Daten anders als Autos oder Han­dys keine Sachen sind, kann man sie nicht steh­len. Und wo es keine gestoh­lene Ware gibt, da gibt es auch keine Heh­le­rei.« Schön gesagt und Bal­sam auf die geschun­de­nen See­len der Tausch­bör­sen­nut­zer, die gerne mit Die­ben ver­gli­chen wer­den. Sind ja nur Daten und die kann man nicht steh­len.  Manch­mal, so denke ich mir, aber nur manch­mal soll­ten Poli­ti­ker sich ihrer Öffent­lich­keit bewusst wer­den und dar­über nach­den­ken, was sie sagen. Aber ich denke, ohne ihre vor­be­rei­te­ten Reden und Skripte bleibt unter dem Strich nicht viel Kompetenz.

  • Kil­ling Joke — Neues Album in Ori­gi­nal­be­set­zung und Tour im April
    Die bri­ti­sche Kult­band Kil­ling Joke (Love like Blood) for­miert sich wie­der in Ori­gi­nal­be­set­zung um es noch ein­mal zu ver­su­chen. Kil­ling Joke 13: Feast Of Fools soll das neue Album hei­ßen, eine kurze Tour ist für Mitte April geplant bei dem auch zwei Ter­mine in Ham­burg und Köln auf dem Pro­gramm ste­hen. Was davon zu hal­ten ist, bleibt abzu­war­ten. 2009 war schon abzu­se­hen, das Reuni­ons wie­der schwer ange­sagt sind. »Now, 30 years since first bon­ding in blood, the ori­gi­nal line-up of Jaz Cole­man (vocals), Geor­die (gui­tar), Youth (bass) and Paul Ferguson(drums) are set to start work on their 13th stu­dio album – the first fruits of a new world­wide deal with the Spi­ne­farm Records label.«
  • Bild eine jungen Punks von Niall OBrienNiall O’Brien und seine Punk-Pictures
    Bei Nerd­core gibt es einige sehr inten­sive Bil­der einer Bande jun­ger Punks und ihrem Leben. »Niall O’Brien doku­men­tiert mit sei­ner Kamera seit ein paar Jah­ren das Leben einer Bande Punks aus dem Süd­wes­ten Lon­dons, jetzt hat er eine Aus­stel­lung namens „Good Rats“ in der Gale­rie Art Work Space […] Rüde, ver­roht, abge­fuckt, ver­sof­fen, unge­wa­schen. Gleich­zei­tig zart, fein­füh­lig, lie­be­voll. Mit einem Wort: Gran­dios« Drei Jahre lang hat er die Gruppe beglei­tet und zeigt ein Bild der Men­schen und ihrer Gefühle, nicht aber das Indi­vi­duum von innen. Kann es auch nicht, soll es auch nicht und war wohl auch nie beabsichtigt.
  • Boy George’s Leben als Film
    Eine der wohl schil­lernds­ten Iko­nen der 80er ist wohl Boy George, bei dem sich damals nie­mand so rich­tig ent­schei­den konnte, in wel­che Rich­tung der bunte Para­dies­vo­gel und Held der New Roman­tic Bewe­gung sich ent­wi­ckeln würde. Doch sein Leben ver­lief nie in gerade Bah­nen und war immer wie­der kurz vor dem Absturz. In einem 90-minütigen Drama möchte der BBC das Leben des Stars ver­fil­men und die­sen Wer­de­gang auf­zei­gen.  Seit Joy Divi­sion sind sol­che Dra­men gefragt und dür­fen ruhig auch wei­ter­hin auf die Lein­wand gebracht werden.
  • Fre­aky Trig­ger: Popu­lar
    Ich staunte nicht schlecht als ich diese sehr beein­dru­ckende Samm­lung aller UK Num­ber #1 Hits seit 1952 ent­deckte. Auf Fre­aky Trig­ger gibt es zu jedem Monat den pas­sen­den Num­mer 1 Hit inklu­sive einem klas­si­schen Review des­sen, was da zum gro­ßen Teil als Video über den Bild­schirm fla­ckert. Momen­tan ist man im Februar 1987 ange­kom­men, in dem George Michael mit der groß­ar­ti­gen Are­tha Fran­klin die bri­ti­schen Charts stürmte. Rein­schauen lohnt sich, es gibt über 500 Bei­träge zu bewun­dern. »It’s a music wri­t­ing pro­ject review­ing all the UK Num­ber One hit sin­gles, in order, from Al Martino’s “Here In My Heart” (1952) onwards. For each sin­gle I write a short review and give it a mark out of 10: a lengthy com­ment thread then fol­lows as rea­ders give their own takes.«
  • Bodo Wart­kes Lie­bes­lied
    Bei Red Flog habe ich die Tage über einen jun­gen Stern am Him­mel der lus­ti­gen Men­schen ent­deckt. Bodo Wartke, der mir bis­lang völ­lig unbe­kannt war zeigt sich in sei­nen Stü­cken nicht nur musi­ka­lisch, son­dern auch wort­ge­wandt und Sprach­be­gabt. »und wenn es bodo wartke geht lan­det man frü­her oder spä­ter auto­ma­tisch bei sei­nem “lie­bes­lied”, im end­ef­fekt ein sehr ein­fa­ches klei­nes lie­bes­lied, wel­ches nur dadurch inter­es­sant wird dass der künst­ler in den stro­phen den (nahezu) immer wie­der­keh­ren­den text in allen mög­li­chen spra­chen singt.« Ganz groß­ar­tig.
(Bild­quel­len: Bundesarchiv@Wikipedia | Niall O’Brien Por­to­fo­lio)

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Veröffentlicht von

Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

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4 Kommentare

  1. Bodo ist Kult :) Wir haben ihn das erste Mal 2009 im TV mit eben die­sem Lie­bes­lied gese­hen und waren begeis­tert. »Ja Schatz« ist ebenso genial von ihm. Und auf sei­ner Web­site gibt es noch den Lie­bes­lied­ge­ne­ra­tor *köstlich*

  2. »Wir sind immer so, ihr braucht när­ri­sche Tage um das zu leben was ihr euch wünscht. Aber die­ses mal führe ich euch auf’s Glatt­eis und ver­kleide mich als Pirat, par­ti­zi­piere und gehe für 1 Woche mal in der Masse unter, so wie ihr den Rest des Jah­res. Ein lee­res Gefühl irgendwie.«

    Ich hätte es tref­fen­der nicht sagen kön­nen und fühle mich ver­sucht ein lau­tes »Amen, Bru­der!« auszustoßen :)

    Bodo Wartke finde im Übri­gen gött­lich — der man stellt Dinge mit unse­rer schö­nen Spra­che an, die ich nicht für mög­lich gehal­ten hätte. Genau das rich­tige für Linguistik-Nerds wie mich :)

  3. @stoffel: Wel­che Spra­che fin­dest du am bes­ten? Ich find es auf kölsch am herrlichsten :)

    @Karnstein: Worte sind der Gedan­ken Schmuck, oder so ähnlich. Vie­len Dank für das Amen!, deine Gebete wer­den sicher­lich erhört werden. :)

  4. Kölsch und Platt­deutsch sind meine Favoriten ;)

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