31 Januar

Spontis Wochenschau #04

Kategorie: Vernetzt,Wochenschau — Jahrgang 2010

In der Kürze liegt die Würze. Mit dem Ende des Januar 2010 kommt auch die vierte Wochen­schau her­aus, die wie­der ein­mal viel zu spät erscheint, wie immer eigent­lich. Ich muss unbe­dingt an mei­nem Work­flow (gei­les Wort) arbei­ten. Das letzte Wort zum Januar schenke ich per­sön­li­chen Bereich mei­ner Gedan­ken. Die letzte Janu­ar­wo­che jeden­falls kommt mit gemisch­ten Gefüh­len, denn Zeit erscheint immer schnel­ler. Wie ein Pas­sa­gier im fah­ren­den Zug scheint die Welt manch­mal an mir vor­bei­zu­schies­sen, ein gan­zer Monat ist vor­bei und hin­ter­lässt das ungute Gefühl nicht genug getan zu haben, für sich oder auch für andere. Etwas weh­mü­tig schaut man immer noch auf das alte Jahr zurück und lässt die eige­nen Feh­ler Revue pas­sie­ren um 2010 die glei­chen nicht noch ein­mal zu machen.

  • Braune Bie­der­män­ner
    Rechts­ex­treme, Faschis­ten und Nazi sind schon lange nicht mehr an Äußer­lich­kei­ten zu erken­nen. Natio­na­lis­ti­sches Gedan­ken­gut sucht sich längst immer neue Kanäle und Medien um manch­mal offen­siv und manch­mal sub­til ihre Bot­schaft zu ver­mit­teln. Die wirk­lich gefähr­li­chen Neo­na­zis sind gebil­det und in allen Berei­chen des Lebens zu fin­den, auch an den Uni­ver­si­tä­ten. Darf man beken­nende Nazis davon abhal­ten zu stu­die­ren? Als an der Uni Mag­de­burg das Mit­glied der Jun­gen Natio­nal­de­mo­kra­ten (JN) Mat­thias Gärt­ner ein Refe­rat hal­ten soll, wird die­ser von radi­ka­len Antifa’s aus dem Saal beför­dert. Ein Arti­kel auf Spiegel-Online zeigt die ganze Hilf­lo­sig­keit der Organe: „Rechts­ex­treme an deut­schen Unis geben sich bie­der, brav und kon­ser­va­tiv. Doch wie lässt sich ver­hin­dern, dass die Rech­ten an den Hoch­schu­len auf­trump­fen? Der Fall eines Stu­den­ten in Mag­de­burg zeigt, wie hilf­los Kom­mi­li­to­nen und Pro­fes­so­ren der Gefahr begeg­nen.
  • Dres­den Nazi­frei — Am 13.02.2010 Dres­den gemein­sam blo­ckie­ren und Nazi­frei hal­ten
    So ein­fach geht das. Der Auf­ruf Dres­den am 13.2.2010 Nazi­frei zu hal­ten und gemein­sam für eine effek­tive und fried­li­che Blo­ckade zu sor­gen schlug schon im Vor­feld hohe Welle. Der Vor­fall spitzte sich zu, als die deut­sche Jus­tiz mit schwam­mi­gen Grün­den die Inter­net­prä­senz dresden-nazifrei.de zen­sierte und den Pro­vi­der zwang die Seite vom Netz zu neh­men. Die Exe­ku­tive hatte im Vor­feld schon Pla­kate und Mate­ria­lien beschlag­nahmt, die zur Blo­ckade auf­rie­fen. Ein Rück­schlag? Mit­nich­ten. Das mediale Echo war enorm und hat der Aktion über Antifa-Kreise bekannt gemacht. „Im Jahr 2009 mar­schier­ten fast 7000 Nazis durch unsere Stadt. Ihr Ziel ist es, die Ver­bre­chen des Nazi-Regimes zu leug­nen und Nazi-Deutschland zum eigent­li­chen Opfer des 2. Welt­krie­ges umzu­deu­ten. […] Im Jahr 2010 wer­den wir Dresd­ne­rin­nen und Dresd­ner gemein­sam mit allen anti­fa­schis­ti­schen Kräf­ten aus den Gewerk­schaf­ten, Par­teien, Jugend– und Stu­die­ren­den­ver­bän­den, der Frie­dens– und Umwelt­be­we­gung, der radi­ka­len Lin­ken, glo­ba­li­sie­rungs­kri­ti­schen Grup­pen und gewalt­freien Akti­ons­grup­pen aus dem gesam­ten Bun­des­ge­biet den Auf­marsch der Nazis verhindern.”
  • Punk Rock UXA80s Punk Foto­gra­fie aus Los Ange­les
    Auf der Inter­net­seite der mor­phis­stu­dios gibt es eine durch­aus sehens­werte Samm­lung von Bil­der aus den frü­hen Tagen des Post Punk in den USA von etwa 1980 bis 1985. Mit von der Par­tie sind 45 Grave, Ado­le­scents, The Bags, Black Flag, Boneheads, Castra­tion Squad, CH3, Chris­tian Death, Cir­cle Jerks, The Cheifs, Fear, The Con­trol­lers, Minu­teman, Mau Mau’s, Red Cross, SWA, UXA und noch so einige. Foto­graf Vin­cent Rami­rez schreibt dazu: „Bought my first camera in 1980 (Chi­non CM3) and deci­ded to docu­ment the L.A. punk scene. I fre­quen­ted the local clubs, Whisky A Go-Go, The Star­wood, Godzilla’s, Cat­hay De Grande, Hong Kong Café and the much lar­ger venues, Star­dust Ball­room, Devon­s­hire Downs, The Olym­pic Audi­to­rium and The Vex, pho­to­gra­phing some of my favo­rite bands…
  • Anne Clark 2010 auf Tour
    Die schon ehr­wür­dige Dame der natio­na­len und inter­na­tio­na­len Wave­szene spielt im Sommer/Herbst 2010 einige aus­ge­suchte Ter­mine in Europa, dar­un­ter auch 8 in Deutsch­land, genauer gesagt in Köln auf dem Amphi Fes­ti­val, Neu­lei­ni­gen Burgsom­mer, Pots­dam Open Air, Leip­zig (Anker), Erfurt (HsD), Ber­lin (Post­bahn­hof), Mag­de­burg (Fes­tungs­mark) und in Mainz (Frank­fur­ter Hof). Mehr Infor­ma­tio­nen auf ihrer Web­seite, ich jeden­falls schmelze bis dahin schon mal in ihrer Poe­sie. Bis es es soweit ist, ver­trei­ben wir uns die Zeit mit ihrer Live-DVD (Trai­ler) und ihrem letz­ten Album The smal­lest Acts of Kind­ness und der Aus­kopp­lung Full Moon:
    YouTube Preview Image
(Bild­quelle: Bundesarchiv@Wikipedia | Mor­phis­Stu­dios)

4 Kommentare

  1. Ein schö­nes Stück von Anne. Ich muß zuge­ben, dass ich seit län­ge­rer Zeit mich nicht mehr mit ihrer Musik beschäf­tigt bzw, gehört habe. Es ist schon erstaun­lich, wie lange sich Anne schon in der Musik­szene pro­fi­liert. Bereits schon vor guten 25 Jah­ren haben dama­lige Freunde von ihren Kon­zer­ten geschwärmt.

  2. Bzgl. Rechte, Nazis, etc. an Uni­ver­si­tä­ten … wie will man dies ver­hin­dern? Vorab einen Ein­schrei­bungs­test ähnlich wie der sogen. Ein­bür­ge­rungs­test? Ich glaube das ist nicht mög­lich. Nor­ma­ler­weise sollte man das braune Pack sofort von der Uni schmeis­sen, sobald die braune Gesin­nung nach­weis­lich bekannt wurde. Aller­dings glaube ich das hier unsere Rechts­spre­chung keine ein­deu­tige Stel­lung dazu bezieht. So bleibt den Uni’s nur die Hilflosigkeit.

  3. Gerade Uni­ver­si­tä­ten soll­ten Enkla­ven des Wis­sens, des Ver­stan­des sowie der Ver­nunft sein und keine Platt­form für offen­kun­dige Extreme oder Glau­bens­grund­sätze bil­den. Aller­dings darf man dabei nicht ein­sei­tig vor­ge­hen. Wer auf bra­chiale Art rech­tra­di­ka­les Gedan­ken­tum aus den Uni­ver­si­tä­ten ver­ban­nen will, der sollte nicht ver­ges­sen, dass links­ra­di­kale Pro­pa­ganda ebenso eng­stir­nig, fun­da­men­ta­lis­tisch und gefähr­lich ist. Egal in wel­cher Rich­tung, Radi­ka­li­tät bleibt immer gleich.
    Ich bin kein Freund brau­ner Welt­an­schau­ung und immer wie­der erstaunt, wie es Men­schen, die zu blöd sind Geschichts­bü­cher zu lesen, an eine Uni­ver­si­tät schaf­fen. Aber jeder darf den­noch den­ken was er will. Und solang jemand seine Ein­stel­lung für sich behält und damit nie­man­den auf den Keks geht, spricht nichts dafür, über die­sen zu urteilen.

  4. @Mysti: Sollte der Ein­tritt erschwing­lich blei­ben, werde ich mich wohl zu einem Kon­zert hin­rei­ßen las­sen. Unbedingt :)

    @stoffel/Guldhan: Ver­hin­dern kann man das nicht, ich denke (und nehme die Ant­wort auf Guld­hans Kom­men­tar gleich vor­weg) Glaube, Poli­tik und Ideo­lo­gie hat auf der Uni­ver­si­tät nichts ver­lo­ren, weder recht noch links. Wie Guld­han schon tref­fend „Enklave des Wis­sens” titelte, ist Wis­sen und Bil­dung der Schlüs­sel. Auf der ande­ren Seite sagt ein Sprich­wort „Wis­sen ist Macht” und das gilt eben glei­cher­ma­ßen. Daher sollte man schon früh­zei­tig anset­zen und Kin­dern, Jugend­li­chen und jun­gen Erwach­se­nen den Zugang zu Wis­sen erleich­tern und för­dern. Denn rechte Ideo­lo­gien wach­sen dar­auf nicht allzu gut.

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