7 Februar

Spontis Wochenschau #04

Kategorie: Vernetzt, Wochenschau — Jahrgang: 2010

In der Kürze liegt die Würze. Mit dem Ende des Januar 2010 kommt auch die vierte Wochenschau heraus, die wieder einmal viel zu spät erscheint, wie immer eigentlich. Ich muss unbedingt an meinem Workflow (geiles Wort) arbeiten. Das letzte Wort zum Januar schenke ich persönlichen Bereich meiner Gedanken. Die letzte Januarwoche jedenfalls kommt mit gemischten Gefühlen, denn Zeit erscheint immer schneller. Wie ein Passagier im fahrenden Zug scheint die Welt manchmal an mir vorbeizuschiessen, ein ganzer Monat ist vorbei und hinterlässt das ungute Gefühl nicht genug getan zu haben, für sich oder auch für andere. Etwas wehmütig schaut man immer noch auf das alte Jahr zurück und lässt die eigenen Fehler Revue passieren um 2010 die gleichen nicht noch einmal zu machen.

  • Braune Biedermänner
    Rechtsextreme, Faschisten und Nazi sind schon lange nicht mehr an Äußerlichkeiten zu erkennen. Nationalistisches Gedankengut sucht sich längst immer neue Kanäle und Medien um manchmal offensiv und manchmal subtil ihre Botschaft zu vermitteln. Die wirklich gefährlichen Neonazis sind gebildet und in allen Bereichen des Lebens zu finden, auch an den Universitäten. Darf man bekennende Nazis davon abhalten zu studieren? Als an der Uni Magdeburg das Mitglied der Jungen Nationaldemokraten (JN) Matthias Gärtner ein Referat halten soll, wird dieser von radikalen Antifa’s aus dem Saal befördert. Ein Artikel auf Spiegel-Online zeigt die ganze Hilflosigkeit der Organe: “Rechtsextreme an deutschen Unis geben sich bieder, brav und konservativ. Doch wie lässt sich verhindern, dass die Rechten an den Hochschulen auftrumpfen? Der Fall eines Studenten in Magdeburg zeigt, wie hilflos Kommilitonen und Professoren der Gefahr begegnen.
  • Dresden Nazifrei – Am 13.02.2010 Dresden gemeinsam blockieren und Nazifrei halten
    So einfach geht das. Der Aufruf Dresden am 13.2.2010 Nazifrei zu halten und gemeinsam für eine effektive und friedliche Blockade zu sorgen schlug schon im Vorfeld hohe Welle. Der Vorfall spitzte sich zu, als die deutsche Justiz mit schwammigen Gründen die Internetpräsenz dresden-nazifrei.de zensierte und den Provider zwang die Seite vom Netz zu nehmen. Die Exekutive hatte im Vorfeld schon Plakate und Materialien beschlagnahmt, die zur Blockade aufriefen. Ein Rückschlag? Mitnichten. Das mediale Echo war enorm und hat der Aktion über Antifa-Kreise bekannt gemacht. “Im Jahr 2009 marschierten fast 7000 Nazis durch unsere Stadt. Ihr Ziel ist es, die Verbrechen des Nazi-Regimes zu leugnen und Nazi-Deutschland zum eigentlichen Opfer des 2. Weltkrieges umzudeuten. [...] Im Jahr 2010 werden wir Dresdnerinnen und Dresdner gemeinsam mit allen antifaschistischen Kräften aus den Gewerkschaften, Parteien, Jugend- und Studierendenverbänden, der Friedens- und Umweltbewegung, der radikalen Linken, globalisierungskritischen Gruppen und gewaltfreien Aktionsgruppen aus dem gesamten Bundesgebiet den Aufmarsch der Nazis verhindern.”
  • Punk Rock UXA80s Punk Fotografie aus Los Angeles
    Auf der Internetseite der morphisstudios gibt es eine durchaus sehenswerte Sammlung von Bilder aus den frühen Tagen des Post Punk in den USA von etwa 1980 bis 1985. Mit von der Partie sind 45 Grave, Adolescents, The Bags, Black Flag, Boneheads, Castration Squad, CH3, Christian Death, Circle Jerks, The Cheifs, Fear, The Controllers, Minuteman, Mau Mau’s, Red Cross, SWA, UXA und noch so einige. Fotograf Vincent Ramirez schreibt dazu: “Bought my first camera in 1980 (Chinon CM3) and decided to document the L.A. punk scene. I frequented the local clubs, Whisky A Go-Go, The Starwood, Godzilla’s, Cathay De Grande, Hong Kong Café and the much larger venues, Stardust Ballroom, Devonshire Downs, The Olympic Auditorium and The Vex, photographing some of my favorite bands…
  • Anne Clark 2010 auf Tour
    Die schon ehrwürdige Dame der nationalen und internationalen Waveszene spielt im Sommer/Herbst 2010 einige ausgesuchte Termine in Europa, darunter auch 8 in Deutschland, genauer gesagt in Köln auf dem Amphi Festival, Neuleinigen Burgsommer, Potsdam Open Air, Leipzig (Anker), Erfurt (HsD), Berlin (Postbahnhof), Magdeburg (Festungsmark) und in Mainz (Frankfurter Hof). Mehr Informationen auf ihrer Webseite, ich jedenfalls schmelze bis dahin schon mal in ihrer Poesie. Bis es es soweit ist, vertreiben wir uns die Zeit mit ihrer Live-DVD (Trailer) und ihrem letzten Album The smallest Acts of Kindness und der Auskopplung Full Moon:
    YouTube Preview Image
(Bildquelle: Bundesarchiv@Wikipedia | MorphisStudios)
Robert hat diesen Eintrag am 7. Februar 2010 um 02:00 verfasst und unter der Kategorie Vernetzt, Wochenschau veröffentlicht. (Popularity: 5%)
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4 Kommentare zu “Spontis Wochenschau #04”

  1. Ein schönes Stück von Anne. Ich muß zugeben, dass ich seit längerer Zeit mich nicht mehr mit ihrer Musik beschäftigt bzw, gehört habe. Es ist schon erstaunlich, wie lange sich Anne schon in der Musikszene profiliert. Bereits schon vor guten 25 Jahren haben damalige Freunde von ihren Konzerten geschwärmt.

  2. Bzgl. Rechte, Nazis, etc. an Universitäten … wie will man dies verhindern? Vorab einen Einschreibungstest ähnlich wie der sogen. Einbürgerungstest? Ich glaube das ist nicht möglich. Normalerweise sollte man das braune Pack sofort von der Uni schmeissen, sobald die braune Gesinnung nachweislich bekannt wurde. Allerdings glaube ich das hier unsere Rechtssprechung keine eindeutige Stellung dazu bezieht. So bleibt den Uni’s nur die Hilflosigkeit.

  3. Gerade Universitäten sollten Enklaven des Wissens, des Verstandes sowie der Vernunft sein und keine Plattform für offenkundige Extreme oder Glaubensgrundsätze bilden. Allerdings darf man dabei nicht einseitig vorgehen. Wer auf brachiale Art rechtradikales Gedankentum aus den Universitäten verbannen will, der sollte nicht vergessen, dass linksradikale Propaganda ebenso engstirnig, fundamentalistisch und gefährlich ist. Egal in welcher Richtung, Radikalität bleibt immer gleich.
    Ich bin kein Freund brauner Weltanschauung und immer wieder erstaunt, wie es Menschen, die zu blöd sind Geschichtsbücher zu lesen, an eine Universität schaffen. Aber jeder darf dennoch denken was er will. Und solang jemand seine Einstellung für sich behält und damit niemanden auf den Keks geht, spricht nichts dafür, über diesen zu urteilen.

  4. @Mysti: Sollte der Eintritt erschwinglich bleiben, werde ich mich wohl zu einem Konzert hinreißen lassen. Unbedingt :)

    @stoffel/Guldhan: Verhindern kann man das nicht, ich denke (und nehme die Antwort auf Guldhans Kommentar gleich vorweg) Glaube, Politik und Ideologie hat auf der Universität nichts verloren, weder recht noch links. Wie Guldhan schon treffend “Enklave des Wissens” titelte, ist Wissen und Bildung der Schlüssel. Auf der anderen Seite sagt ein Sprichwort “Wissen ist Macht” und das gilt eben gleichermaßen. Daher sollte man schon frühzeitig ansetzen und Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen den Zugang zu Wissen erleichtern und fördern. Denn rechte Ideologien wachsen darauf nicht allzu gut.

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