10 März
Projekt Stimulus - Interpretation Runde 1
Stimulus, das ist ein Reiz der im menschlichen Sinne zu einer Wahrnehmung und Reaktion führt. Sehr interessant fand ich die Adäquaten und Inadäquaten Reize von denen in der Beschreibung im Wikipedia-Artikel zum Stimulus zu lesen ist. »Inadäquate Reize können ebenfalls eine Potentialänderung hervorrufen. Sie sind Reize, die der Sinnesszelle nicht entsprechen und somit nur mit hoher Energie oder gar keine Erregung auslösen.« So wie schlechte Musik zum Beispiel, die ich ab sofort als inadäquaten Reiz kategorisieren werde. Es gibt Tage, an denen liebe ich die Deutsche Sprache.
Die schwarze Perle der Nordsee Stoffel, die üblicherweise auf dem Blog Mahltied zu lesen ist, hat sich zum Stimulus ein Projekt ausgedacht, bei dem es darum geht den Reiz eines Wortes in eigene Bedeutung umzusetzen, welches Medium man dabei benutzt spielt eigentlich keine Rolle. Obwohl sie in der Vorstellung zum Projekt behauptet, die Regeln wären einfach, habe ich zwei Anläufe gebraucht um einen mir verständlichen Konsens zu bilden, was aber auch an meinen eingeschränkt geistigen Fähigkeiten liegen mag. Wie auch immer, Stoffel erklärt ihr Projekt jedenfalls so:
Ich gebe Euch in jeder Runde eine Bedeutung vor und Ihr sucht ein passendes Synonym dafür und setzt es in Bild-, Ton-, Video- oder Textform um. Dafür habt Ihr 2 Wochen Zeit, ich denke dieser Zeitrahmen ist für die Umsetzung in einem machbaren Rahmen. Natürlich könnt Ihr auch nachreichen oder Runden aussetzten.Ein Beispiel:
Bedeutung: Bezeichnung für einen Reiz, der eine Reaktion auslöst.
Synonym(e): Anregung, Anreiz, Antrieb.
Im ersten Schritt gibt Stoffel also die Umschreibung eines Begriffes vor, das man in eigene Bedeutungen umsetzt. Die Aufgabe zu Runde 1 lautet, etwas wahrnehmbares, das eine bestimmte Bedeutung hat in eigene Form umzusetzen. Ich erlaube mir, das in musikalischer Art umzusetzen und ich hoffe, den Kern des Projektes damit zu treffen.
Runde 1 - Etwas Wahrnehmbares mit Bedeutung
Wahrnehmung ist eigentlich alles, was über einer der Sinne bei uns ankommt. Musik, die wir hören, nehmen wir zunächst einmal über die Ohren auf. Doch was danach geschieht ist so unterschiedlich wie der Mensch, der sie aufnimmt. Ich verbinde Musik immer mit Ereignissen und auch mit ganz besonderen Wahrnehmungen, das möchte ich für die erste Runde des Projektes am Song Cry little Sister von Gerard McMann festmachen.
Januar 1988. Es ist kalt, aber heute zittere ich mehr als sonst. Ich stehe in einer langen Schlange vor dem Kino und warte darauf, eingelassen zu werden. The Lost Boys, einen Film den ich seit einem Artikel in der Bravo unbedingt sehen möchte. In der Schule gibt es eigentlich kein anderes Thema mehr, man erzählt davon, wer man am liebsten sein wollte, Corey Haim, Jason Patric oder Corey Feldman. Ich wollte immer Kiefer Sutherland sein, der Bösewicht und Anführer der wilden Vampirgang. Gleich bin ich dran, nur noch 4 Leute vor mir und so langsam bekomme ich Zweifel, eingelassen zu werden, denn ich bin 13 und der Film ist erst ab 16. Wie sehr wünscht man sich in diesem Alter ein paar Jahre älter zu sein, 16 oder gar 18 Jahre alt zu sein um alles das zu machen, was nicht erlaubt ist. Noch 2 Leute. Ich werde immer nervöse, ich habe mir extra die großen Ohrringe meiner Schwester ausgeborgt und meine Martens angezogen, denn große Ohrringe und schwarze Martens trauen sich sonst nur die großen Jungs.
Ich bin drin, sitze im wackligen Stuhl und habe meine Hände fest in die Armlehnen gekrallt. Der Vorhang öffnet sich und die Titelmelodie beginnt. Ich bekomme ein Gänsehaut die ihren Namen verdient, Minutenlang immer neue Schübe dieses Gefühls von innerer Spannung und Aufregung. Diesen Film habe ich ganz anders Wahrgenommen als jeden Film den ich mir später angeschaut habe, er hat für mich eine ganz besondere Bedeutung. Ich bekomme heute immer noch eine Gänsehaut, wenn ich diesen Film sehe. Wahrnehmung steht bei mir also auch für Täuschung, denn manchmal täuscht einen die Wahrnehmung — im Kino war es gar nicht kalt.
Veröffentlicht von Robert
Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch
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Kategorie: Stöckchen und Paraden, Vernetzt
Schlagwort: Lost Boys, Projekt Stimulus, wahrnehmung


hat bereits 7 Kommentare abgegeben und schrieb am 10. März 2010 um 17:02:
Und diesen Effekt löst dieses Lied beinahe ein viertel Jahrhundert später immer noch aus…
Der Film an sich eher weniger ;)
hat bereits 1743 Kommentare abgegeben und schrieb am 10. März 2010 um 18:10:
Ja das stimmt, der Effekt ist auf die Musik bezogen, nicht auf den Film. Offenbar kam das nicht richtig rüber :) Aber ich lese, du bist ebenfalls betroffen. Männer in unserem Alter können ja froh sein, das sich überhaupt noch irgendwo Haare finde, die sich aufstellen können ;)
hat bereits 30 Kommentare abgegeben und schrieb am 10. März 2010 um 19:05:
Erst einmal ein großes Danke, dass du an dem von dir genannten häuslichen Gemeinschaftsprojekt teilgenommen hast. Zugegeben, an das Lied konnte ich mich vor dem Abspielen nicht mehr erinnern, obwohl die DVD auch Bestandteil unserer Sammlung ist.In dem jungen Alter solch einen Film zu verarbeiten ist schon eine gewaltige Sache. mir ging es damals ähnlich beim Halloween, der 10 Jahre voher ausgestrahlt wurde(also meine 13).Wenn ich heute noch den Titelsong von John Carpenter höre, bekomme ich eine irre Gänsehaut.
hat bereits 7 Kommentare abgegeben und schrieb am 10. März 2010 um 20:55:
@Robert: Die Gesamtzahl am Körper bleibt gleich, nur halt auf dem Kopf werden es weniger…
Und nein, liebe Mitleser, mit den Bildern im Kopf müsst ihr jetzt selbst klar kommen, da kann ich euch nicht helfen… :P
hat bereits 218 Kommentare abgegeben und schrieb am 11. März 2010 um 15:29:
So nachdem ich hier lange immer nur gelesen hab meld ich mich auch mal zu Wort ;)
Obwohl ich den Film eher zufällig als absichtlich gesehen hab, hat er mich nicht mehr losgelassen.
Es gibt zwar wahrlich besser Filme, aber der hier hat irgendetwas ganz ihm eigenes das mich jedes Mal wieder fesselt wenn ich ihn ansehe.
Bis jetzt ist das auch der Film mit dem besten Soundtrack den ich kenne.
So das wars erstmal von mir, Ich denke ich werde bei Gelegenheit mal wieder nen Artikel kommentieren.
hat bereits 1743 Kommentare abgegeben und schrieb am 11. März 2010 um 20:26:
@Mysti: Uiii, ja Halloween war auch eine ganz besondere Erfahrung. Den hab ich glaube ich mal bei einem Freund auf Video gesehen (damals) konnte aber das Gesehene noch nicht ganz einordnen. Erst als ich in die Lehre gegangen bin wuchs mein Interesse an den alten Halloween, Friday the 13th und Nightmare on Elm Street Sachen.
@Rolle: Dieser Theorie kann ich nur zustimmen! (subjektiv) mittlerweile wachsen mir Haare schon an ganz ekligen Stellen. Demnächst blogge ich wohl über meine erste Enthaarung :)
@Schatten: Das würde mich freuen, ich zähle ja auch eher zu den stillen Beobachtern der Schattenwelt. Der Soundtrack ist wirklich klasse, ich glaube ich hatte den Soundtrack noch vor dem Film. Besonders gut gefällt mir auch: People are Strange von Echo & The Bunnymen
hat bereits 218 Kommentare abgegeben und schrieb am 12. März 2010 um 22:16:
Der zweite Teil hat ja wie ich finde auch einen tollen Soundtrack, aber leider weniger 80er mäßig.
Fragt sich was aus dem dritten Teil wird nach dem Corey Haim jetzt tot ist.
hat bereits 158 Kommentare abgegeben und schrieb am 13. März 2010 um 12:29:
Voll getroffen :) Vielen Dank für’s mitmachen.
Mit dem Film verbinde ich zwar keine besonderen Erinnerungen, aber Deine Schilderungen finde ich sehr spannend und das Lied bereitet mir ebenfalls heute noch eine Gänsehaut.
hat bereits 1743 Kommentare abgegeben und schrieb am 14. März 2010 um 19:22:
@Schatten: Ich finde man sollte aufhören wenn es am schönsten ist. Ich denke die Lost Boys waren eine Geschichte der 80er und da sollen sie auch bleiben. Den zweiten Teil habe ehrlich gesagt noch nie gesehen, habe ich was verpasst?
@stoffel: Prima! Ich war mir ein wenig unsicher, ob du Dir das darunter vorgestellt hast.
hat bereits 218 Kommentare abgegeben und schrieb am 14. März 2010 um 20:22:
Verpasst nicht, aber er kann schon ganz unterhaltsam sein ;)
Kurze Zusammenfassung von Amazon: Nach dem Tod ihrer Eltern kommen Ex-Surfer-Star Chris und seine Schwester Nicole(Anmerkung:Die Kinder von Star und Micheal aus Teil 1) bei ihrer Tante in einem kalifornischen Küstenstädtchen unter. Chris lernt durch Zufall sein früheres Idol Shane kennen, der ihn zu einer Party einlädt, die er gemeinsam mit Nicole besucht. Am Tag nach der Party fühlt sich Nicole reichlich seltsam. Von Surfbrettmacher und Vampirjäger Edgar Frog erfährt Chris, dass der angebliche Wein, den Nicole auf der Party kostete, Blut war und sie nun auf dem besten Weg ist, zum Vampir zu werden…
Alles in Allem is der 1. um Längen besser in jeder Hinsicht. Der 2. hat auch zeitgemäß ne Menge Splatter was eigentlich nicht sein muss der erste kam ja auch gut ohne aus.
Was ich aber wärmstens empfehlen kann ist der Comic »Lost Boys — Reign of the Frogs»
der zwischen Teil 1 und 2 spielt.
hat bereits 1743 Kommentare abgegeben und schrieb am 20. März 2010 um 23:09:
@Schatten: Ich habe mir jetzt den 2. Teil für 2€ bei Ebay besorgt, sollte wohl nächste Woche bei mir landen. Ich bin gespannt was mich erwartet — du hast mich auf jeden Fall neugierig gemacht.