10 März

Projekt Stimulus - Interpretation Runde 1

Kategorie: Stöckchen und Paraden, Vernetzt — Jahrgang: 201011 Kommentare

Brille auf einem BuchSti­mu­lus, das ist ein Reiz der im mensch­li­chen Sinne zu einer Wahr­neh­mung und Reak­tion führt. Sehr inter­es­sant fand ich die Adäqua­ten und Inad­äqua­ten Reize von denen in der Beschrei­bung im Wikipedia-Artikel zum Sti­mu­lus zu lesen ist. »Inad­äquate Reize kön­nen eben­falls eine Poten­tia­län­de­rung her­vor­ru­fen. Sie sind Reize, die der Sin­ness­zelle nicht ent­spre­chen und somit nur mit hoher Ener­gie oder gar keine Erre­gung aus­lö­sen.« So wie schlechte Musik zum Bei­spiel, die ich ab sofort als inad­äqua­ten Reiz kate­go­ri­sie­ren werde. Es gibt Tage, an denen liebe ich die Deut­sche Sprache.

Die schwarze Perle der Nord­see Stof­fel, die übli­cher­weise auf dem Blog Mahl­tied zu lesen ist, hat sich zum Sti­mu­lus ein Pro­jekt aus­ge­dacht, bei dem es darum geht den Reiz eines Wor­tes in eigene Bedeu­tung umzu­set­zen, wel­ches Medium man dabei benutzt spielt eigent­lich keine Rolle. Obwohl sie in der Vor­stel­lung zum Pro­jekt behaup­tet, die Regeln wären ein­fach, habe ich zwei Anläufe gebraucht um einen mir ver­ständ­li­chen Kon­sens zu bil­den, was aber auch an mei­nen ein­ge­schränkt geis­ti­gen Fähig­kei­ten lie­gen mag. Wie auch immer, Stof­fel erklärt ihr Pro­jekt jeden­falls so:

Ich gebe Euch in jeder Runde eine Bedeutung vor und Ihr sucht ein passendes Synonym dafür und setzt es in Bild-, Ton-, Video- oder Textform um. Dafür habt Ihr 2 Wochen Zeit, ich denke dieser Zeitrahmen ist für die Umsetzung in einem machbaren Rahmen. Natürlich könnt Ihr auch nachreichen oder Runden aussetzten.Ein Beispiel:
Bedeutung: Bezeichnung für einen Reiz, der eine Reaktion auslöst.
Synonym(e): Anregung, Anreiz, Antrieb.

Im ers­ten Schritt gibt Stof­fel also die Umschrei­bung eines Begrif­fes vor, das man in eigene Bedeu­tun­gen umsetzt. Die Auf­gabe zu Runde 1 lau­tet, etwas wahr­nehm­ba­res, das eine bestimmte Bedeu­tung hat in eigene Form umzu­set­zen. Ich erlaube mir, das in musi­ka­li­scher Art umzu­set­zen und ich hoffe, den Kern des Pro­jek­tes damit zu treffen.

Runde 1 - Etwas Wahrnehmbares mit Bedeutung

Wahr­neh­mung ist eigent­lich alles, was über einer der Sinne bei uns ankommt. Musik, die wir hören, neh­men wir zunächst ein­mal über die Ohren auf. Doch was danach geschieht ist so unter­schied­lich wie der Mensch, der sie auf­nimmt. Ich ver­binde Musik immer mit Ereig­nis­sen und auch mit ganz beson­de­ren Wahr­neh­mun­gen, das möchte ich für die erste Runde des Pro­jek­tes am Song Cry little Sis­ter von Ger­ard McMann festmachen.

Januar 1988. Es ist kalt, aber heute zit­tere ich mehr als sonst. Ich stehe in einer lan­gen Schlange vor dem Kino und warte dar­auf, ein­ge­las­sen zu wer­den. The Lost Boys, einen Film den ich seit einem Arti­kel in der Bravo unbe­dingt sehen möchte.  In der Schule gibt es eigent­lich kein ande­res Thema mehr, man erzählt davon, wer man am liebs­ten sein wollte, Corey Haim, Jason Patric oder Corey Feld­man. Ich wollte immer Kie­fer Suther­land sein, der Böse­wicht und Anfüh­rer der wil­den Vam­pir­gang. Gleich bin ich dran, nur noch 4 Leute vor mir und so lang­sam bekomme ich Zwei­fel, ein­ge­las­sen zu wer­den, denn ich bin 13 und der Film ist erst ab 16. Wie sehr wünscht man sich in die­sem Alter ein paar Jahre älter zu sein, 16 oder gar 18 Jahre alt zu sein um alles das zu machen, was nicht erlaubt ist. Noch 2 Leute. Ich werde immer ner­vöse, ich habe mir extra die gro­ßen Ohr­ringe mei­ner Schwes­ter aus­ge­borgt und meine Mar­tens ange­zo­gen, denn große Ohr­ringe und schwarze Mar­tens trauen sich sonst nur die gro­ßen Jungs.

Ich bin drin, sitze im wack­li­gen Stuhl und habe meine Hände fest in die Arm­leh­nen gekrallt. Der Vor­hang öffnet sich und die Titel­me­lo­die beginnt. Ich bekomme ein Gän­se­haut die ihren Namen ver­dient, Minu­ten­lang immer neue Schübe die­ses Gefühls von inne­rer Span­nung und Auf­re­gung.  Die­sen Film habe ich ganz anders Wahr­ge­nom­men als jeden Film den ich mir spä­ter ange­schaut habe, er hat für mich eine ganz beson­dere Bedeu­tung. Ich bekomme heute immer noch eine Gän­se­haut, wenn ich die­sen Film sehe. Wahr­neh­mung steht bei mir also auch für Täu­schung, denn manch­mal täuscht einen die Wahr­neh­mung — im Kino war es gar nicht kalt.

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Robert berichtet über alle Facetten der schwarzen Szene und ist aktiver Verfechter der deutschen Meckerbewegung. Überzeugter Gruftie mit einem Hang zum Vergangenem, der jedoch unverbesserlich optimistisch ist und stets positiv denkt. Du findest mich auch auf Facebook und Google+ oder auch bei Twitter.

Kategorie: Stöckchen und Paraden, Vernetzt
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11 Kommentare

  1. Und die­sen Effekt löst die­ses Lied bei­nahe ein vier­tel Jahr­hun­dert spä­ter immer noch aus…
    Der Film an sich eher weniger ;)

  2. Ja das stimmt, der Effekt ist auf die Musik bezo­gen, nicht auf den Film. Offen­bar kam das nicht rich­tig rüber :) Aber ich lese, du bist eben­falls betrof­fen. Män­ner in unse­rem Alter kön­nen ja froh sein, das sich über­haupt noch irgendwo Haare finde, die sich auf­stel­len können ;)

  3. Erst ein­mal ein gro­ßes Danke, dass du an dem von dir genann­ten häus­li­chen Gemein­schafts­pro­jekt teil­ge­nom­men hast. Zuge­ge­ben, an das Lied konnte ich mich vor dem Abspie­len nicht mehr erin­nern, obwohl die DVD auch Bestand­teil unse­rer Samm­lung ist.In dem jun­gen Alter solch einen Film zu ver­ar­bei­ten ist schon eine gewal­tige Sache. mir ging es damals ähnlich beim Hal­lo­ween, der 10 Jahre voher aus­ge­strahlt wurde(also meine 13).Wenn ich heute noch den Titel­song von John Car­pen­ter höre, bekomme ich eine irre Gänsehaut.

  4. @Robert: Die Gesamt­zahl am Kör­per bleibt gleich, nur halt auf dem Kopf wer­den es weniger…

    Und nein, liebe Mit­le­ser, mit den Bil­dern im Kopf müsst ihr jetzt selbst klar kom­men, da kann ich euch nicht hel­fen… :P

  5. So nach­dem ich hier lange immer nur gele­sen hab meld ich mich auch mal zu Wort ;)

    Obwohl ich den Film eher zufäl­lig als absicht­lich gese­hen hab, hat er mich nicht mehr los­ge­las­sen.
    Es gibt zwar wahr­lich bes­ser Filme, aber der hier hat irgend­et­was ganz ihm eige­nes das mich jedes Mal wie­der fes­selt wenn ich ihn ansehe.
    Bis jetzt ist das auch der Film mit dem bes­ten Sound­track den ich kenne.

    So das wars erst­mal von mir, Ich denke ich werde bei Gele­gen­heit mal wie­der nen Arti­kel kommentieren.

  6. @Mysti: Uiii, ja Hal­lo­ween war auch eine ganz beson­dere Erfah­rung. Den hab ich glaube ich mal bei einem Freund auf Video gese­hen (damals) konnte aber das Gese­hene noch nicht ganz ein­ord­nen. Erst als ich in die Lehre gegan­gen bin wuchs mein Inter­esse an den alten Hal­lo­ween, Fri­day the 13th und Night­mare on Elm Street Sachen.

    @Rolle: Die­ser Theo­rie kann ich nur zustim­men! (sub­jek­tiv) mitt­ler­weile wach­sen mir Haare schon an ganz ekli­gen Stel­len. Dem­nächst blogge ich wohl über meine erste Enthaarung :)

    @Schatten: Das würde mich freuen, ich zähle ja auch eher zu den stil­len Beob­ach­tern der Schat­ten­welt. Der Sound­track ist wirk­lich klasse, ich glaube ich hatte den Sound­track noch vor dem Film. Beson­ders gut gefällt mir auch: People are Strange von Echo & The Bunnymen

  7. Der zweite Teil hat ja wie ich finde auch einen tol­len Sound­track, aber lei­der weni­ger 80er mäßig.
    Fragt sich was aus dem drit­ten Teil wird nach dem Corey Haim jetzt tot ist.

  8. Voll getrof­fen :) Vie­len Dank für’s mitmachen.

    Mit dem Film ver­binde ich zwar keine beson­de­ren Erin­ne­run­gen, aber Deine Schil­de­run­gen finde ich sehr span­nend und das Lied berei­tet mir eben­falls heute noch eine Gänsehaut.

  9. @Schatten: Ich finde man sollte auf­hö­ren wenn es am schöns­ten ist. Ich denke die Lost Boys waren eine Geschichte der 80er und da sol­len sie auch blei­ben. Den zwei­ten Teil habe ehr­lich gesagt noch nie gese­hen, habe ich was verpasst?

    @stoffel: Prima! Ich war mir ein wenig unsi­cher, ob du Dir das dar­un­ter vor­ge­stellt hast.

  10. Ver­passt nicht, aber er kann schon ganz unter­halt­sam sein ;)

    Kurze Zusam­men­fas­sung von Ama­zon: Nach dem Tod ihrer Eltern kom­men Ex-Surfer-Star Chris und seine Schwes­ter Nicole(Anmerkung:Die Kin­der von Star und Micheal aus Teil 1) bei ihrer Tante in einem kali­for­ni­schen Küs­ten­städt­chen unter. Chris lernt durch Zufall sein frü­he­res Idol Shane ken­nen, der ihn zu einer Party ein­lädt, die er gemein­sam mit Nicole besucht. Am Tag nach der Party fühlt sich Nicole reich­lich selt­sam. Von Surf­brett­ma­cher und Vam­pir­jä­ger Edgar Frog erfährt Chris, dass der angeb­li­che Wein, den Nicole auf der Party kos­tete, Blut war und sie nun auf dem bes­ten Weg ist, zum Vam­pir zu werden…

    Alles in Allem is der 1. um Län­gen bes­ser in jeder Hin­sicht. Der 2. hat auch zeit­ge­mäß ne Menge Splat­ter was eigent­lich nicht sein muss der erste kam ja auch gut ohne aus.
    Was ich aber wärms­tens emp­feh­len kann ist der Comic »Lost Boys — Reign of the Frogs»
    der zwi­schen Teil 1 und 2 spielt.

  11. @Schatten: Ich habe mir jetzt den 2. Teil für 2€ bei Ebay besorgt, sollte wohl nächste Woche bei mir lan­den. Ich bin gespannt was mich erwar­tet — du hast mich auf jeden Fall neu­gie­rig gemacht.

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