28 Januar

Projekt Hörsturz - Runde 13

Kategorie: Stöckchen und Paraden, Vernetzt — Jahrgang 2010

Meine Glücks­zahl! Mit der 13. Aus­gabe sei­nes Pro­jek­tes Hör­sturz (Infor­ma­tio­nen) macht mir Beety eine beson­dere Freude. Nicht etwas das ein Vor­schlag von mir dabei ist, son­dern das es im neuen Jahr naht­los wei­ter­geht und mir noch mehr Gele­gen­heit gibt über den musi­ka­li­sche Tel­ler­rand hin­aus­zu­bli­cken und das nun zum 13. mal. Beson­ders die ver­stärkte The­ma­ti­sie­rung übt doch einen zusätz­li­chen Reiz aus. Ich habe mich auch wie­der ent­schlos­sen meine Vor­schläge selbst zu bewer­ten und habe des­halb bei mei­nen Vor­schlag selbst intui­ti­ver aus­ge­wählt, so habe ich das das aktu­elle Video bei YouTube gese­hen und gleich als Vor­schlag ein­ge­reicht, ohne mir dabei groß Gedan­ken zu machen. Ich finde es immer ein biss­chen komisch ein Lied, das man sowieso gut fin­det objek­tiv zu bewer­ten. Dafür sind zu viele Lie­der mit beson­de­ren Ereig­nis­sen ver­knüpft, die dar­aus eben etwas indi­vi­du­el­les machen.  (Bei­spiels­weise wie das Lied von Run­rig, das Stof­fel vor­ge­schla­gen hat) So ist es also bei mir zu Din [A] Tod gekom­men, über die ich zufäl­lig in einem Arti­kel der Zillo gesto­ßen bin und mich dann auf YouTube nach klang­li­chen Bei­spiel umge­se­hen habe.

  • Die Stiele – Das Blatt (von deh­kah)
    Ein durch­aus inter­es­san­ter Band­name der hier im Titel mit sei­ner sinn­vol­len Erwei­te­rung gepaart wurde. Eine Schü­ler­band. Die Jugend ist unser musi­ka­li­scher Nach­wuchs. Wol­len mal sehen. Der schwer­mü­tige Anfang täuscht nicht über die feh­lende Übung an den Musik­in­stru­men­ten hin­weg, klingt alles ein biss­chen steif und höl­zern, die Geige fühle ich noch in mei­nen Zahn­wur­zeln. Der Sän­ger opti­miert die Sache nicht wirk­lich zum bes­se­ren, scheint erkäl­tet zu sein. Wie auch immer. Die rockige Über­lei­tung, die in einer Mischung aus Punk-Folk-Deutsch-Rock mün­det klingt sehr erfri­schend und ist fast in der Lage das dürf­tige Intro zu über­spie­len. „[Das Blatt] Der Schwer­kraft zu Füßen gewinnt es an Fahrt, völ­lig von Sin­nen und mit Urkraft gepaart.”  Den Text sollte man viel­leicht noch­mal über­ar­bei­ten, in der Jugend gibt es doch soviel wor­über man sin­gen könnte. Es fällt mir schwer ein objek­ti­ves Urteil zu fäl­len, schließ­lich ist hier Nach­wuchs am Werk.
    Wer­tung: 2 von 5 Punk­ten für den musi­ka­li­schen Herbst.

  • Le Tigre – Decep­ta­con (von Lemon­Head)
    Klein, laut und fies. Die ein­gän­gige Melo­die die hier mit einer äußerst tanz­ba­ren Beat­line unter­legt wurde gefällt, der krei­schende und über­steu­erte Gesang klingt wie die zickige Stimme einer frus­trier­ten Rock-Göre die ein­fach mal Lust hat ihrem Ärger Luft zu machen. Gibt dem Song ein biss­chen zusätz­li­che Ener­gie, täuscht aber nicht dar­über hin­weg das er text­lich nichts zu bie­ten hat und auch sonst vol­ler Wie­der­ho­lun­gen steckt, die nicht wirk­lich ein Abwechs­lung bil­den. Würde ich aber nicht weg­kli­cken, hat durch­aus Hör­qua­li­tä­ten obwohl es einer genaue­ren Betrach­tung eben nicht stand­hält.
    Wer­tung: 2,5 von 5 Punk­ten für die rot­zende Rockgöre.
  • A Per­fect Cir­cle – Coun­ting bodies like sheep to the rythm of war drums (von kasumi)
    Immer­hin, der Titel des Songs hätte den ers­ten Klang­ein­druck nicht bes­ser for­mu­lie­ren kön­nen. Das aggres­sive Grund­ge­rüst aus Beat und Klang schafft eine deut­li­che Atmo­sphäre, die zunächst so gar nicht zum durch­aus guten Sän­ger pas­sen mag. Kon­ti­nu­ier­li­ches Hören wan­delt jedoch den ers­ten Ein­druck in ein Erleb­nis, die geschickt plat­zier­ten Sam­ples die sich in der Song­suppe sehr wohl füh­len und dar­aus einen gesun­den Ein­topf zau­bern pas­sen. Auch der Sinn scheint sich mir zu erschlie­ßen und run­det die Sache posi­tiv ab. Kein Song zum tan­zen, kein Song zum Spaß haben. So war er aber sicher­lich auch nicht gedacht, die (poli­ti­sche) Bot­schaft kommt an.
    Wer­tung: 3,5 von 5 Punk­ten für musi­ka­li­sche Mei­nung im stamp­fend rhyth­mi­schen Gewand.
  • DIN[A]Tod – Carol’s Fasci­na­tion (von mir)
    So ganz unei­gen­nüt­zig war mein Vor­schlag ja nicht, hatte ich das Video beim vor­schla­gen doch gerade erst gese­hen und war (bin) gespannt was andere zu die­sem Song sagen. Und in der Tat schei­nen einige mei­nen Ein­druck zu bestä­ti­gen. Die Anlei­hen an The Cure sind deut­lich, ob Thomp­son und Tolhurst jedoch glück­lich dabei wären bleibt offen. Der deut­li­che Elektro-Einschlag die­ses Titel schwankt von pas­send bis ner­vig, ich kann mich immer noch nicht wirk­lich ent­schei­den, immer finde ich den Gesang cha­ris­ma­tisch. Wer möchte, hört sich noch ein paar wei­tere Songs bei YouTube oder MyS­pace an und fes­tigt sein Bild. Klar ist, man muss etwas für den deut­li­chen Elek­tro­ein­schlag übrig haben um Gefal­len daran zu fin­den. Ich finde das Stück aber leicht und ange­nehm, obwohl es mit fal­schen Genre-Einordnungen deut­lich auf­räumt.
    Wer­tung: 4 von 5 Punk­ten für die locker-leichten musi­ka­li­schen bun­ten Drops, die nach Cure, 80s und Elek­tro schmecken.
  • Ocean Colour Scene – Mrs. May­lie (von juliaL49)
    Schöne rockige Eröff­nung, erin­nert mich an blen­dende Glam-Zeiten, wie­der­holt sich nur stän­dig und ist nicht wirk­lich lust­voll. Der Stil­bruch, den der Song in der Mitte ein­lei­tet bewahrt ihn jedoch vor einem zu schnelle Urteil. In klas­si­scher Beatles-Manier spie­len sich die Musi­ker mit locker leich­ten Folk-Gitarren in die Gehör­gänge um gleich danach wie­der in ihr altes Glam-Muster zurück­zu­keh­ren. Sicher ein inter­es­san­tes Stück, lei­der ohne nen­nes­wer­ten Erin­ne­rungs­wert. Muss er aber auch gar nicht haben, wer die wirk­lich gut gespielte Old-School Gitarre mag, wird seine helle Freude daran haben und hat folg­lich auch nichts gegen das Inter­mezzo ein­zu­wen­den.
    Wer­tung: 2 von 5 Punk­ten für das kurze musi­ka­li­sche Inter­mezzo und die Rück­blende zum Glamrock.

2 Kommentare

  1. Bei mir ist es so das ich mir oft noch andere Stü­cke der vor­ge­schla­ge­nen Künst­ler anhöre, auch wenn mir die Stü­cke die eben vor­ge­schla­gen wur­den nicht gefal­len … manch­mal ent­deckt man dabei wirk­lich gute Songs … und auch das macht den Reiz und den Spass beim Pro­jekt Hör­sturz aus, finde ich :)

  2. So ist es! Manch­mal muss man sich regel­recht zwin­gen den Blick über den Tel­ler­rand zu wagen und ist dann umso über­rasch­ter, wenn was gutes dabei herauskommt.

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