28 Januar
Projekt Hörsturz - Runde 13
Meine Glückszahl! Mit der 13. Ausgabe seines Projektes Hörsturz (Informationen) macht mir Beety eine besondere Freude. Nicht etwas das ein Vorschlag von mir dabei ist, sondern das es im neuen Jahr nahtlos weitergeht und mir noch mehr Gelegenheit gibt über den musikalische Tellerrand hinauszublicken und das nun zum 13. mal. Besonders die verstärkte Thematisierung übt doch einen zusätzlichen Reiz aus. Ich habe mich auch wieder entschlossen meine Vorschläge selbst zu bewerten und habe deshalb bei meinen Vorschlag selbst intuitiver ausgewählt, so habe ich das das aktuelle Video bei YouTube gesehen und gleich als Vorschlag eingereicht, ohne mir dabei groß Gedanken zu machen. Ich finde es immer ein bisschen komisch ein Lied, das man sowieso gut findet objektiv zu bewerten. Dafür sind zu viele Lieder mit besonderen Ereignissen verknüpft, die daraus eben etwas individuelles machen. (Beispielsweise wie das Lied von Runrig, das Stoffel vorgeschlagen hat) So ist es also bei mir zu Din [A] Tod gekommen, über die ich zufällig in einem Artikel der Zillo gestoßen bin und mich dann auf YouTube nach klanglichen Beispiel umgesehen habe.
- Die Stiele – Das Blatt (von dehkah)
Ein durchaus interessanter Bandname der hier im Titel mit seiner sinnvollen Erweiterung gepaart wurde. Eine Schülerband. Die Jugend ist unser musikalischer Nachwuchs. Wollen mal sehen. Der schwermütige Anfang täuscht nicht über die fehlende Übung an den Musikinstrumenten hinweg, klingt alles ein bisschen steif und hölzern, die Geige fühle ich noch in meinen Zahnwurzeln. Der Sänger optimiert die Sache nicht wirklich zum besseren, scheint erkältet zu sein. Wie auch immer. Die rockige Überleitung, die in einer Mischung aus Punk-Folk-Deutsch-Rock mündet klingt sehr erfrischend und ist fast in der Lage das dürftige Intro zu überspielen. „[Das Blatt] Der Schwerkraft zu Füßen gewinnt es an Fahrt, völlig von Sinnen und mit Urkraft gepaart.” Den Text sollte man vielleicht nochmal überarbeiten, in der Jugend gibt es doch soviel worüber man singen könnte. Es fällt mir schwer ein objektives Urteil zu fällen, schließlich ist hier Nachwuchs am Werk.
Wertung: 2 von 5 Punkten für den musikalischen Herbst.
- Le Tigre – Deceptacon (von LemonHead)
Klein, laut und fies. Die eingängige Melodie die hier mit einer äußerst tanzbaren Beatline unterlegt wurde gefällt, der kreischende und übersteuerte Gesang klingt wie die zickige Stimme einer frustrierten Rock-Göre die einfach mal Lust hat ihrem Ärger Luft zu machen. Gibt dem Song ein bisschen zusätzliche Energie, täuscht aber nicht darüber hinweg das er textlich nichts zu bieten hat und auch sonst voller Wiederholungen steckt, die nicht wirklich ein Abwechslung bilden. Würde ich aber nicht wegklicken, hat durchaus Hörqualitäten obwohl es einer genaueren Betrachtung eben nicht standhält.
Wertung: 2,5 von 5 Punkten für die rotzende Rockgöre.
- A Perfect Circle – Counting bodies like sheep to the rythm of war drums (von kasumi)
Immerhin, der Titel des Songs hätte den ersten Klangeindruck nicht besser formulieren können. Das aggressive Grundgerüst aus Beat und Klang schafft eine deutliche Atmosphäre, die zunächst so gar nicht zum durchaus guten Sänger passen mag. Kontinuierliches Hören wandelt jedoch den ersten Eindruck in ein Erlebnis, die geschickt platzierten Samples die sich in der Songsuppe sehr wohl fühlen und daraus einen gesunden Eintopf zaubern passen. Auch der Sinn scheint sich mir zu erschließen und rundet die Sache positiv ab. Kein Song zum tanzen, kein Song zum Spaß haben. So war er aber sicherlich auch nicht gedacht, die (politische) Botschaft kommt an.
Wertung: 3,5 von 5 Punkten für musikalische Meinung im stampfend rhythmischen Gewand.
- DIN[A]Tod – Carol’s Fascination (von mir)
So ganz uneigennützig war mein Vorschlag ja nicht, hatte ich das Video beim vorschlagen doch gerade erst gesehen und war (bin) gespannt was andere zu diesem Song sagen. Und in der Tat scheinen einige meinen Eindruck zu bestätigen. Die Anleihen an The Cure sind deutlich, ob Thompson und Tolhurst jedoch glücklich dabei wären bleibt offen. Der deutliche Elektro-Einschlag dieses Titel schwankt von passend bis nervig, ich kann mich immer noch nicht wirklich entscheiden, immer finde ich den Gesang charismatisch. Wer möchte, hört sich noch ein paar weitere Songs bei YouTube oder MySpace an und festigt sein Bild. Klar ist, man muss etwas für den deutlichen Elektroeinschlag übrig haben um Gefallen daran zu finden. Ich finde das Stück aber leicht und angenehm, obwohl es mit falschen Genre-Einordnungen deutlich aufräumt.
Wertung: 4 von 5 Punkten für die locker-leichten musikalischen bunten Drops, die nach Cure, 80s und Elektro schmecken.
- Ocean Colour Scene – Mrs. Maylie (von juliaL49)
Schöne rockige Eröffnung, erinnert mich an blendende Glam-Zeiten, wiederholt sich nur ständig und ist nicht wirklich lustvoll. Der Stilbruch, den der Song in der Mitte einleitet bewahrt ihn jedoch vor einem zu schnelle Urteil. In klassischer Beatles-Manier spielen sich die Musiker mit locker leichten Folk-Gitarren in die Gehörgänge um gleich danach wieder in ihr altes Glam-Muster zurückzukehren. Sicher ein interessantes Stück, leider ohne nenneswerten Erinnerungswert. Muss er aber auch gar nicht haben, wer die wirklich gut gespielte Old-School Gitarre mag, wird seine helle Freude daran haben und hat folglich auch nichts gegen das Intermezzo einzuwenden.
Wertung: 2 von 5 Punkten für das kurze musikalische Intermezzo und die Rückblende zum Glamrock.
hat bereits 109 Kommentare abgegeben und schrieb am 30. Januar 2010 um 18:46:
Bei mir ist es so das ich mir oft noch andere Stücke der vorgeschlagenen Künstler anhöre, auch wenn mir die Stücke die eben vorgeschlagen wurden nicht gefallen … manchmal entdeckt man dabei wirklich gute Songs … und auch das macht den Reiz und den Spass beim Projekt Hörsturz aus, finde ich :)
hat bereits 1007 Kommentare abgegeben und schrieb am 30. Januar 2010 um 23:21:
So ist es! Manchmal muss man sich regelrecht zwingen den Blick über den Tellerrand zu wagen und ist dann umso überraschter, wenn was gutes dabei herauskommt.