2 Oktober
Projekt Hörsturz - Runde 5
"Und die Jahre ziehen ins Land und wir hören immer noch ohne Verstand…„, fällt mir jetzt gerade so ein, vielleicht weil heute so ein gehirnentleerender Tag war, an dem ich nun wirklich nicht auf die Reihe bekommen haben und sich alles nach Toten Hosen anfühlt. Ideale Zeit also, die Stimmung durch den Konsum von Musik zu optimieren. Wie schön, das beetFreeQs Projekt Hörsturz in die fünfte Runde geht (allgemeine Informationen) um mir vielleicht den Tag nochmal schön durch den Kopf gehen zu lassen und dabei entspannt unbekannter Musik zu lauschen. Die letzte Runde fand ich beispielsweise sehr interessant, denn es ist ein Effekt eingetreten, den ich besonders gut leiden kann.
Beim hören von Songs fallen mir immer andere Songs ein, die ich immer schon mal wieder gehört haben wollte, die dann kurioserweise auch nichts mit dem auslösenden Song zu tun haben. Den Namen nach kenne ich schon mal keinen einzigen der vorgestellten Protagonisten, was jetzt erstmal ohne Wertung zu sehen ist. Bei den Vorschlägern sind aber auch einige bekannte dabei, von deren vorherigen Vorschlägen ich mir eine gewisse Erwartungshaltung zurechtgelegt habe. Ja so bin ich eben — voller Erwartungen.
- Bonaparte — Ego (von LemonHead)
Ein erwartungsvoller Anfang. Klingt spannend und hört sich wie ein gerade angefangener Roman, je weiter man hört desto spannender wird es. Doch was ist das? Offenbar wurde der Bogen überspannt, der Höhepunkt klingt dann doch etwas gezwungen und lustlos, da sind Spannungsaufbau und Abbau irgendwie prickelnder. Instrumentierung und Klang sind wirklich gut gewählt, diese Cross-Over Gitarre der Stile passt sich harmonisch ins Gesamtbild des Songs, aus dem man aber wesentlich mehr hätte machen können, wenn man gewollt oder gekonnt hätte.
Wertung: 3/5 Punkten für den Weg zum Höhepunkt - Chevelle — Shameful Metaphors (von Inishmore)
Beim Intro habe ich das Gefühl, das so schon mal gehört zu haben, aber Schwamm drüber, schließlich sind meine Ohren auch nicht mehr die jüngsten, ganz zu schweigen von dem runden etwas dazwischen. Der Stil ruft aber sofort wieder Nickelback oder auch Creed auf den Plan und scheut diesen großen Vergleich eigentlich nicht. Mir geht aber dieses Pseudoharte Getue irgendwie auf den Nerv, so passt auch der Gesang nicht so richtig zum überfetten Gitarrensound. Könnte jetzt vielleicht als guter Pop-Song durchgehen, für etwas außergewöhnliches und neues sollte man meiner Meinung nach nochmal in den Proberaum, ich zeige mich arroganter Weise unbeeindruckt.
Wertung: 2/5 Punkten für den gar nicht mal schlechten Versuch - Modeselektor feat. Puppetmastaz — Dark Side of The Sun (von Kamil)
Hoppla. Ich habe jetzt gerade mal ein Schreibblockade, weiß nicht woran das liegen könnte. Die musikalische Untermalung meiner Schreibblockade hat jedenfalls dazu geführt, das ich die Klangeinstellungen des Laptops nochmal überprüft habe, die sich aber in guten Zustand zeigten und eher darauf schließen lassen, das mit dem Song was nicht stimmt. Klingt nämlich so, als hätte jemand Busta Rhymes, Cypress Hill in einen zu kleinen Topf gemischt und mit Elektrosoße übergossen. Kamil hat sich sicherlich bei seinem Vorschlag vertan. Ich bin mir sicher…ich hoffe es jedenfalls :)
0/5 Punkten, denn der Song ist ja kaputt - B-Complex — Beautiful Lies (von Kerstin)
Scheint trancig bis sphärisch zu werden, höre ich manchmal zu essen oder zum abspülen. Blöd, jetzt wird es doch noch schneller und geht mehr in Richtung Dancefloor. Jetzt kommt auch die Stelle, wo mir das gejaule auf den Nerv geht, obwohl Bassline und Melodie gar nicht mal schlecht sind, etwas eintönig, aber in Ordnung. Jetzt fängt sie wieder an zu jaulen, ob da ein Text hintersteckt? Vielleicht muss man es mal rückwärts abspielen. Zum Abschluss nochmal das chinesische geklimper und nein, schon wieder das Gejaule. Hätte ein Dancefloor-Track werden können, einfallslos und eintönig aber für ein anspruchloses Publikum vielleicht genau das Richtige. Aber dieses Gejaule reißt es tatsächlich runter.
0,5/5 Punkten und das ist nichts als die Wahrheit, auch wenn’s nicht schön ist.
- Rachid Tara — Garab (von Doro)
Gorillas im Nebel? Nein, das kann es nicht sein. Wenn die Stimme „Probier’s mal mit Gemütlichkeit” singen würde, dann hätten wir einen Remix eines Disney-Klassikers, zugegeben einen schlechten, aber immerhin. Je mehr Spuren dazu kommen desto unharmonischer wird es meiner Meinung nach, die Gitarren hätte man sich sparen können, auch die einsetzenden Synthesizer wollen nicht so richtig harmonieren. Jetzt kommt auch noch die Stelle, wo die Hosen den Refrain bei „Eisgekühlter Bommerlunder” immer schneller singen, denn jetzt wird die Geschwindigkeit erhöht. Macht es aber auch nicht besser. Nein, der Song gefällt mir wirklich nicht, sorry.
0/5 Punkten für den benebelten Versuch das Dschungelbuch zu covern.
Eine recht schwache Runde, schade eigentlich, einige Songs klangen erst viel versprechend nach mehr um mich dann leider doch noch zu enttäuschen. Trotzdem wieder einmal interessant und lehrreich und ich freue mich jetzt schon auf die sechste Runde.
hat bereits 44 Kommentare abgegeben und schrieb am 3. Oktober 2009 um 01:45:
„Der Song ist kaputt!” muß ich mir merken. Die Formulierung gefällt mir!
hat bereits 2 Kommentare abgegeben und schrieb am 3. Oktober 2009 um 10:23:
oweh! das sieht ja aus als wär das die schlechteste PH bewertung die ich bis jetzt gesehn hab^^
hat bereits 1054 Kommentare abgegeben und schrieb am 3. Oktober 2009 um 14:42:
@Postpunk: Aus deinem Munde ein Ritterschlag, mein Meister der spitzen Zunge.
@kasumi: PH-Bewertung? Du meinst sicherlich nicht die Qualität des Wassers, aber einen anderen Reim kann ich mir gerade nicht machen.